Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971950 mal)

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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #432 am: 11. August 2014, 08:13:27 »
 ;ksghtr
Evangelium nach Matthäus 17,22-27.
In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger in Galiläa zusammen waren, sagte Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden,
und sie werden ihn töten; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Da wurden sie sehr traurig.
Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht?
Er antwortete: Doch! Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Welt Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten?
Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei.
Damit wir aber bei niemand Anstoß erregen, geh an den See und wirf die Angel aus; den ersten Fisch, den du heraufholst, nimm, öffne ihm das Maul, und du wirst ein Vierdrachmenstück finden. Das gib den Männern als Steuer für mich und für dich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Brief 35, an Orontianus 6,13; PL 16, 1078
„Die Söhne sind frei“

Der Apostel Paulus schreibt, dass die ganze Schöpfung sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes wartet (Röm 8,19). Diese Schöpfung ist jetzt gegen ihren Willen der Macht des Nichts ausgeliefert; sie hat aber Hoffnung. Denn sie hofft, dass Christus ihr durch seine Gnade hilft, sich von der Versklavung durch den unvermeidlichen Verfall zu befreien und die glanzvolle Freiheit der Kinder Gottes zu erwerben. Auf diese Weise wird es eine einzige Freiheit geben, für die Schöpfung und für die Kinder Gottes, wenn deren Herrlichkeit offenbart wird. Jetzt aber, solange dieses Offenbarwerden ersehnt wird, stöhnt die gesamte Schöpfung und wartet darauf, der Herrlichkeit unserer erneuerten Gotteskindschaft und unserer Erlösung teilhaftig zu werden (V. 22)…

Es ist klar, dass die Geschöpfe, die ungeduldig darauf warten, dass die Söhne an Kindes Statt angenommen werden, die Erstlingsgaben des Heiligen Geistes in sich tragen (V. 9f). Die Annahme an Kindes Statt bedeutet die Erlösung des ganzen Leibes, wenn er, als Adoptivsohn Gottes, das ewige, himmlische Gut von Angesicht zu Angesicht sehen wird. In der Kirche des Herrn liegt schon Sohnschaft vor, wenn der Heilige Geist in uns ruft: „Abba, Vater“ (V. 15). Vollkommen wird diese Sohnschaft sein, wenn alle, denen es gestattet ist, Gottes Angesicht zu sehen, in Unsterblichkeit, Ehre und Herrlichkeit auferstehen werden. Dann wird das ursprüngliche Wesen des Menschen wirklich wiedererlangt sein. Deshalb wagt der Apostel Paulus zu sagen: „Wir sind gerettet, doch in der Hoffnung“ (V. 24).

Und die Hoffnung rettet tatsächlich wie der Glaube, von dem geschrieben steht: „Dein Glaube hat dir geholfen“ (Mk 5,34).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #433 am: 12. August 2014, 08:11:52 »
 ;ksghtr
Evangelium nach Matthäus 18,1-5.10.12-14.
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte?
Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte
und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.
Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.
Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, läßt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?
Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, daß einer von diesen Kleinen verlorengeht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Faustine Kowalska (1905 - 1938), Ordensschwester
Tagebuch, § 244
„Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte“

Der graue Alltag hat wieder begonnen, Die feierliche Zeit der ewigen Gelübde ist vorüber, aber in der Seele verblieb die große Gnade Gottes. Ich fühle, dass ich ganz Gott angehöre, ich fühle, dass ich sein Kind bin, dass ich ganz sein eigen bin. Das erfahre ich sogar physisch und fühlbar. In jeder Hinsicht bin ich beruhigt, denn ich weiß, dass es Sache des Bräutigams ist, an mich zu denken. Mich selbst habe ich völlig vergessen.

Mein Vertrauen in die große Barmherzigkeit seines Herzens ist grenzenlos. Fortwährend bin ich mit ihm vereinigt. Ich sehe es so, als könnte Jesus ohne mich nicht glücklich sein und ich nicht ohne ihn. Freilich ist mir bewusst, dass er, der ja Gott ist, in sich selbst glücklich ist und zu seinem Glück absolut keines Geschöpfes bedarf. Und doch zwingt ihn seine Güte, sich seinem Geschöpf hinzugeben – und das in so unbegreiflicher Fülle.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #434 am: 13. August 2014, 08:13:49 »
 ;ksghtr

Evangelium nach Matthäus 18,15-20.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muß durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :


Katechismus der Katholischen Kirche, § 1444,1449, 1484
„Alles was ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöst sein“

Indem der Herr den Aposteln seine eigene Vollmacht, Sünden zu vergeben, mitteilt, gibt er ihnen auch die Autorität, die Sünder mit der Kirche zu versöhnen. Dieser kirchliche Aspekt ihrer Aufgabe äußert sich vor allem im feierlichen Wort Christi an Simon Petrus: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein" (Mt 16,19). Es steht „fest, dass jenes Amt des Bindens und Lösens, das Petrus gegeben wurde, auch dem mit seinem Haupt verbundenen Apostelkollegium zugeteilt worden ist [Vgl. Mt 18,18; 28, 16-20]".


Die Absolutionsformel, die in der lateinischen Kirche verwendet wird, bringt die wesentlichen Elemente dieses Sakramentes zum Ausdruck: Der Vater des Erbarmens ist der Ursprung aller Vergebung. Er wirkt die Versöhnung der Sünder kraft des Pascha seines Sohnes und der Gabe seines Geistes durch das Gebet und den Dienst der Kirche: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."...


Christus handelt in jedem Sakrament. Er wendet sich an jeden Sünder persönlich: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!" (Mk 2,5). Er ist der Arzt, der sich jedem Kranken einzeln zuwendet, der seiner bedarf [Vgl. Mk 2,17], um ihn zu heilen. Er richtet alle Kranken auf und gliedert sie wieder in die brüderliche Gemeinschaft ein. Das persönliche Bekenntnis ist somit die bezeichnendste Form der Versöhnung mit Gott und der Kirche.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Chris

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #435 am: 13. August 2014, 15:28:56 »
Liebe Leser dieses Beitrags!

Es mag machmal angebracht sein, einen Sünder "wachzurütteln". Tatsächlich aber kann nur Gott bewirken, dass ein Mensch umkehrt:

Römer Kap. 2:4
"Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?"

Allein Gottes Güte und Barmherzigkeit kann einen Verlorenen dahin bringen, wo er hingehört. Wir können einem Sünder alles mögliche erzählen, ihn auf die Konsequenzen seines Lebenswandels aufmerksam machen, ihn mit Hölle, Fegefeuer und vielem mehr "bedrohen". Das alles führt aber zu nichts, wenn Gott nicht mitwirkt. Der Apostel Paulus zeigt im 1. Korintherbrief die Ursache für fehlende Bereitschaft zur Buße und fehlende Erkenntnis Gottes auf:

2. Korinther Kap. 4:3,4
"Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit [Satan] die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist."

Auch ein Gläubiger/Erretteter kann in diesen Zustand zurückfallen, wenn er sich wieder den weltlichen Dingen zuwendet und Gott nicht den ersten Platz einräumt. Jesus Christus sollte in allen Dingen unser Vorbild sein - alles, was Er gesagt und getan hat :-)

Ein schlagkräftiges Beispiel, wie Gott handelt, finden wir in Apostelgeschichte Kap. 9:1-19 (Die Bekehrung des Saulus). Der Herr Jesus Christus antwortete Ananias auf seinen Einwand (Vers 13) "...wieviel Böses er [Saulus] den Heiligen in Jerusalem zugefügt hat", in Vers 15 und 16:

"Geh hin, denn dieser ist mir EIN AUSERWÄHLTES WERKZEUG, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen! Denn ich werde ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens willen."

Es ist gut, im Gebet und im Lobpreis für diejenigen zu bitten, die den Herrn Jesus noch nicht als den erkannt haben, der Er ist. Gott beantwortet alle Gebete mit Bitten, die Seinem Willen entsprechen. Das ist wunderbar! Gott berührt dann das Herz der Person, für die wir gebetet haben. Wenn dieser auf das Wirken des Heiligen Geistes reagiert, werden Veränderungen im seinem Leben hervorgebracht. Wenn nicht, müssen wir erneut beten, denn der Mensch hat Entscheidungsfreiheit und kann das Drängen des Geistes zunichte machen.

***************

Ich kenne zwar keine katholischen Predigten, möchte aber gerne für alle, die Gott, unseren Vater ernsthaft suchen, nachfolgend einige wertvolle Links einstellen. Es ist mein Gebet, dass jeder Suchende von Ihm etwas Gutes empfängt.

Zum Thema Buße: Wie ein totes Gewissen wieder lebendig wird (MP3)
http://www.jeb-city-kirche.de/index.php/component/jdownloads/viewdownload/8-predigten-2013/167-wie-ein-totes-gewissen-wieder-lebendig-wird?Itemid=0

Zum Thema Vergebung: Befreiung von Ärger Zorn und Gewalt (MP3)
http://city-kirche-darmstadt.de/index.php?option=com_jdownloads&Itemid=75&view=viewdownload&catid=7&cid=108


Zum Thema "Tod und den darauffolgenden Tatsachen": Was ist der Tod - was folgt ihm? (MP3)
http://city-kirche-erbach.de/index.php?option=com_jdownloads&Itemid=75&view=viewdownload&catid=5&cid=99

Zum Thema "Sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen": Der Preis für Gottes wunderwirkende Kraft (PDF)
http://www.jesus-christus-heilt.de/Der_Preis_fuer_Gottes_wunderwirkende_Kraft.pdf

Viele Grüße, Chris

Psalm 19:13,14,15
„Verfehlungen - wer erkennt sie? Sprich mich los von denen, die verborgen sind! Auch vor mutwilligen bewahre deinen Knecht, damit sie nicht über mich herrschen; dann werde ich unsträflich sein und frei bleiben von großer Übertretung! Laß die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser!“

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #436 am: 14. August 2014, 08:16:03 »
 ;ksghtr
Evangelium nach Matthäus 18,21-35.19,1.
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal?
Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloß, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!
Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.
Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigten zum Evangelium nach Matthäus, Nr. 61
„Hab Geduld mit mir“

Christus verlangt von uns zweierlei: die eigenen Sünden zu verurteilen und die der Anderen zu vergeben. Ersteres verlangt er wegen des zweiten, das dann leichter fällt; denn wer sich seiner Sünden bewusst ist, geht weniger streng um mit dem, der das Elend mit ihm teilt. Und er verlangt nicht nur Vergebung, die aus dem Mund kommt, sondern auch die aus dem Herzen, damit sich die Klinge, mit der wir die Anderen zu durchbohren glauben, nicht gegen uns selbst richtet. Was kann dein Feind dir Böses tun, das vergleichbar wäre mit dem, was du dir durch deine Verbitterung selber antust?...

Bedenke doch, welchen Nutzen du aus einer Kränkung ziehst, die du demütig und sanft annimmst. Als erstes – und das ist das Wichtigste – verdienst du dir so die Vergebung deiner Sünden. Dann übst du dich in Geduld und Unerschrockenheit. Drittens gewinnst du an Sanftheit und Nächstenliebe; denn wer denen nicht grollen kann, die ihm Unrecht zugefügt haben, geht viel liebevoller um mit denen, die ihn lieben. Viertens, was ein unvergleichlich großer Nutzen ist: Du rottest den Zorn aus deinem Herzen mit der Wurzel aus. Wer seine Seele von Zorn befreit, entledigt sich auch der Traurigkeit: Er reibt sich nicht auf durch Gram und unbegründete Sorgen. So strafen wir uns selber, wenn wir die Anderen hassen; wir tun uns selber Gutes, wenn wir sie lieben. Außerdem haben alle Respekt vor dir, sogar deine Feinde, auch wenn es Dämonen sind. Wenn du dich so verhältst, dann hast du noch dazu keine Feinde mehr.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #437 am: 15. August 2014, 08:25:26 »
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HOCHFEST MARIÄ AUFNAHME IN DEN HIMMEL

Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,20-27a.
Brüder! Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.
Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten.
Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören.
Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.
Denn er muß herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat.
Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod.
Sonst hätte er ihm nicht alles zu Füßen gelegt.

Evangelium nach Lukas 1,39-56.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Guerric von Igny (um 1080 - 1157), Zisterzienserabt
1. Predigt zu Mariä Himmelfahrt, 1-4; SC 202
Maria, Mutter der Lebenden

„Komm du, die ich auserwählt habe, in dir will ich meinen Thron errichten“ (lateinische Liturgie)… „Wohl denen, die du erwählst und in deine Nähe holst, die in den Vorhöfen deines Heiligtums wohnen“ (Ps 65,5); mehr noch, du wirst in ihnen wohnen, in ihnen herrschen, und den Thron deiner Königsherrschaft in ihnen aufrichten. Und gewiss ist Maria selig unter all den Seligen, sie, die noch vor allen anderen Heiligen und mehr als sie erwählt worden ist. Der Herr hat sie sich zur Wohnstatt erwählt und gesagt: „Das ist für immer der Ort meiner Ruhe; hier will ich wohnen, ich habe ihn erkoren“ (Ps 132,14). Neun Monate lang hat er in ihr gewohnt; viele Jahre lang hat er bei ihr gewohnt und war ihr untertan. Jetzt wohnt er auf eine Art und Weise, die unsere Vorstellungskraft übersteigt, für immer in ihr und bei ihr; er sättigt sie mit der Herrlichkeit, die alle Seligen schauen. Nach außen verleiht er ihrer Gestalt die Herrlichkeit; ihr Inneres prägt er mit der Herrlichkeit des Logos…

Diese einzigartige Jungfrau und Mutter, deren Ruhm es ist, den einzigen Sohn des Vaters zur Welt gebracht zu haben, umarmt diesen einzigen Sohn liebevoll in allen Gliedern seines Leibes (Eph 5,30) und errötet nicht, wenn man sie Mutter all derer nennt, in denen Christus schon Gestalt angenommen hat oder gerade Gestalt annimmt. Die erste Eva… trug den Namen „Mutter aller Lebenden“ (Gen 3,20), aber in Wirklichkeit war sie Mutter aller, die sterben… Und da diese erste Eva das nicht in Treue verwirklichen konnte, was ihr Name bedeutet, hat Maria dieses Geheimnis verwirklicht. Wie die Kirche selber, deren Symbol sie ist, so ist auch sie die Mutter all derer, die zum Leben wiedergeboren werden. Ja, sie ist die Mutter des Lebens selbst, das allen Menschen Leben gibt (Joh 11,25; 5,25f). Dadurch, dass sie das Leben selbst zur Welt gebracht hat, hat sie, auf gewisse Weise, alle, die ihr Leben in diesem ihrem Leben finden sollten, zu einem neuen Leben geboren… Da die selige Mutter Christi weiß, dass sie durch dieses Mysterium Mutter der Christenheit ist, erweist sie sich auch durch ihre Fürsorge und zärtliche Zuneigung als ihre Mutter… Und jetzt „leben wir im Schutz“ der Mutter „des Allerhöchsten“, im Schatten ihrer Flügel (Ps 90,1; 16,8). Dereinst werden wir an ihrer Herrlichkeit teilhaben und an ihrem Herzen ruhend wieder aufleben…, denn der König der Ehre hat seinen Thron in ihr errichtet.
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« Antwort #438 am: 16. August 2014, 11:57:23 »
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Psalm 51(50),12-13.14-15.18-19.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir !

Mach mich wieder froh mit deinem Heil;
mit einem willigen Geist rüste mich aus !
Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege,
und die Sünder kehren um zu dir.

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du,
Gott, nicht verschmähen.




Evangelium nach Matthäus 19,13-15.
In jener Zeit brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte und für sie betete. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab.
Doch Jesus sagte: Laßt die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.
Dann legte er ihnen die Hände auf und zog weiter.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Mutter Teresa von Kalkutta (1910 - 1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
No Greater Love
"Lasst die Kinder zu mir kommen, denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich"

So sieht der Weg der vertrauenden Liebe aus:
- Sich absolut, bedingungslos und beständig Gott unserem Vater übergeben, selbst wenn alles zu mißlingen scheint.
- Nur Ihn als Stütze und Hilfe annehmen.
- Den Zweifel und die Entmutigung zurückweisen, alle unsere Ängste und Sorgen dem Herrn überlassen (vgl. Ps 54,22) und in der vollkommenen Freiheit voranschreiten.
- Es wagen, ohne jede Angst den Hindernissen zu begegnen, in dem Wissen, „dass für Gott nichts unmöglich ist“ (vgl. Lk 1,37).
- In allem mit einem spontanen Akt der Hingabe, wie die Kinder, auf unseren himmlischen Vater setzen, überzeugt bleiben, dass wir ein Nichts sind, jedoch ebenfalls überzeugt sein – mit Verwegenheit, wenn es sein muss – von seiner väterlichen Güte.
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« Antwort #439 am: 17. August 2014, 10:06:21 »
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Psalm 67(66),2-3.5.6.8.
Gott sei uns gnädig und segne uns.
Er lasse über uns sein Angesicht leuchten,
damit auf Erden sein Weg erkannt wird
und unter allen Völkern sein Heil.

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln.
Denn du richtest den Erdkreis gerecht.
Du richtest die Völker nach Recht
und regierst die Nationen auf Erden.

Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle.
Es segne uns Gott.
Alle Welt fürchte und ehre ihn.



Brief des Apostels Paulus an die Römer 11,13-15.29-32.
Euch, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der Heiden preise ich meinen Dienst,
weil ich hoffe, die Angehörigen meines Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen zu retten.
Denn wenn schon ihre Verwerfung für die Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod.
Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt.
Und wie ihr einst Gott ungehorsam wart, jetzt aber infolge ihres Ungehorsams Erbarmen gefunden habt,
so sind sie infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt, ungehorsam geworden, damit jetzt auch sie Erbarmen finden.
Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen.

Evangelium nach Matthäus 15,21-28.
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her.
Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Wilhelm von Saint-Thierry (um 1085 - 1148), Benediktiner, dann Zisterzienser
Meditative Gebete, 2
„Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids“

Manchmal, Herr, fühle ich, dass du vorübergehst; Du bleibst nicht für mich stehen, du gehst vorbei, doch ich schreie zu dir wie die Kananäerin. Werde ich es denn noch wagen, mich dir zu nähern? Ganz sicher, denn die kleinen Hunde, die man aus dem Haus ihres Herrn gejagt hat, werden nicht müde zurückzukommen, und weil sie das Haus bewachen, bekommen sie täglich ihr Brot. Auch ich bin noch verjagt; vor die Tür gesetzt, schreie ich; beschimpft, bitte ich. So wie die kleinen Hunde nicht fern von den Menschen leben können, so auch meine Seele nicht fern von meinem Gott!

Öffne mir, Herr, damit ich zu dir kommen kann, um in dein Licht eingehüllt zu werden. Du wohnst in den Himmeln, du hast dich im Finstern verborgen, in der dunklen Wolke. Wie der Prophet sagt: „Du hast dich in Wolken gehüllt, kein Gebet kann sie durchstoßen“ (Klgl 3,44). Ich bin gefangen auf der Erde, das Herz wie im Morast... Deine Sterne funkeln nicht mehr für mich, die Sonne hat sich verdunkelt, der Mond scheint nicht mehr. Ich höre sehr wohl, wie deine Wundertaten in den Psalmen, Hymnen und geistlichen Liedern besungen werden. Im Evangelium leuchten deine Worte und Gesten in hellem Licht. Das Vorbild deiner Diener..., das Drohen und die Verheißungen deiner Schriften voll Wahrheit drängen sich meinen Augen auf und wollen die Taubheit meiner Ohren durchdringen. Doch mein Geist ist verhärtet; ich habe gelernt, im Glanz der Sonne zu schlafen; ich habe mir angewöhnt, nicht mehr zu sehen, was sich mir dergestalt darbietet...

Bis wann, Herr, bis wann wirst du noch zögern, bis du deine Himmel aufreißt, herabsteigst, um meine Schläfrigkeit aufzubrechen? (vgl. Ps 12,1; Jes 64,1). Ich will nicht mehr das sein, was ich bin...., ich möchte umkehren und wenigstens am Abend zurückkommen wie ein kleiner Hund, der Hunger hat. Ich durchstreife deine Stadt; sie pilgert noch teilweise über die Erde, obwohl ein Großteil ihrer Bewohner ihre Freude in den Himmeln gefunden hat. Werde auch ich dort vielleicht meine Wohnung finden?
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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