Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972035 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #440 am: 18. August 2014, 08:11:23 »
 ;ksghtr

Evangelium nach Matthäus 19,16-22.
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!
Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen;
ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch?
Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.
Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandrien (150 - um 215), Theologe
Homilie „Wer kann dann noch gerettet werden?“, 8-9; PG 9,603
„Wenn du … willst“

Der junger Mann spürt sehr wohl: Wenn auch an seiner Tugendhaftigkeit nichts fehlt, so fehlt doch noch etwas seinem Leben. Deshalb kommt er und bittet den einzigen um dieses Leben, der es ihm zugestehen kann. Er ist sich sicher, dass er die Vorschriften des Gesetzes befolgt, und doch sucht er den Sohn Gottes auf. Er wechselt von einer Art zu glauben zu einer anderen. Die Haltetaue des Gesetzes schützen ihn nur ungenügend gegen das Schlingern. Er ist voller Unruhe, verlässt diesen unsicheren Ankerplatz und wirft im Hafen des Retters Anker.

Jesus wirft ihm nicht vor, gegen irgendeinen Gesetzesartikel verstoßen zu haben, sondern liebt ihn, angetan von der Beflissenheit eines guten Schülers (Mk 10,21). Und doch erklärt er ihn für noch unvollkommenen…: Er ist ein guter Arbeiter für das Gesetz, aber zu träge für das ewige Leben. Das ist ohne Zweifel schon etwas; „das heilige Gesetz“ wirkt wie ein Lehrer (Röm 7,12; Gal 3,24), der durch Einschüchterung in Zucht hält und hinführt zu den erhabenen Geboten Jesu und seiner Gnade. „Denn Christus ist das Ende des Gesetzes und jeder, der an ihn glaubt, wird gerecht“ (Röm 10,4). Jesus ist kein Sklave, der Sklaven macht, für ihn ist Sohn, Bruder, Miterbe, wer den Willen des himmlischen Vaters tut (Röm 8,17; Mt 12,50)…

Der Ausdruck „wenn du … willst“ lässt auf verblüffende Weise die Freiheit des Jünglings erkennen: er hat freie Wahl, er ist Herr seiner Entscheidungen. Der Geber aber ist Gott, weil er der Herr ist. Er gibt allen, die sich von ganzem Herzen danach ausstrecken, die ihre ganze Kraft darauf verwenden, dass das Heil durch ihre eigene Entscheidung herbeigeführt wird. Gott ist ein Feind der Gewalt, er zwingt niemanden, sondern gibt denen Gnade, die sich darum bemühen; er bietet sie denen an, die sie haben wollen, und öffnet denen, die anklopfen (Mt 7,7).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #441 am: 19. August 2014, 08:10:34 »
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Evangelium nach Matthäus 19,23-30.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.
Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.
Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.
Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes vom Kreuz (1542 - 1591), Karmelit, Kirchenlehrer
Meinungen und Gedanken, Nr. 355-357,362
Geist des Besitzenwollens oder Armut im Geiste?

Verlangt nach nichts anderem als euch einzig aus Liebe zu Christus zu entäußern, einzutreten in die Leere und die Armut hinsichtlich aller Dinge, die auf Erden existieren. Ihr werdet keine anderen Bedürfnisse verspüren, als diejenigen, denen ihr euer Herz unterworfen habt. Der im Geiste Arme ist niemals glücklicher, als wenn er sich in der Bedürftigkeit befindet. Wessen Herz nichts ersehnt, ist immer glücklich.
Die Armen im Geiste (Mt 5,3) geben mit großer Freigebigkeit alles her, was sie besitzen. Ihre Freude besteht darin, dass sie es verstehen, sich von ihrem Besitz zu lösen, indem sie ihn aus Liebe zu Gott und zum Nächsten weggeben. (vgl. Mt 22,37ff.)... Nicht nur die Güter, Freuden und Belustigungen dieser Welt belasten uns und halten uns auf unserem Weg zu Gott auf. Auch die geistlichen Freuden und Tröstungen sind ein Hindernis auf unserem Voranschreiten, wenn wir sie in einem Geist des Besitzenwollens annehmen oder suchen.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #442 am: 20. August 2014, 08:12:19 »
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Psalm 23(22),1-3a.3b-4.5.6.
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er läßt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.




Evangelium nach Matthäus 20,1-16a.
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.
Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten.
Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist.
Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso.
Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?
Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten.
Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar.
Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar.
Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren,
und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.
Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?
Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebensoviel geben wie dir.
Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin?
So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.
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« Antwort #443 am: 21. August 2014, 08:10:27 »
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Psalm 51(50),12-13.14-15.18-19.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir !

Mach mich wieder froh mit deinem Heil;
mit einem willigen Geist rüste mich aus !
Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege,
und die Sünder kehren um zu dir.

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du,
Gott, nicht verschmähen.




Evangelium nach Matthäus 22,1-14.
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.
Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.
Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!
Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,
wieder andere fielen über seine Diener her, mißhandelten sie und brachten sie um.
Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert (eingeladen zu werden).
Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.
Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.
Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wußte der Mann nichts zu sagen.
Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.
Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg
Predigt 74, zu Ehren der hl. Cordula
„Kommt zur Hochzeit“

„Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig“. Sie aber wollten nicht kommen. „Der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden“: Die verwunderliche Betriebsamkeit und dauernde Hetze, die die Welt umtreiben, trifft man leider nur allzu oft überall an. Was es da an Kleidung, Nahrung, Gebäuden und vielen anderen Dingen gibt, ist so üppig, dass es einem schwindlig wird: Die Hälfte würde völlig ausreichen. Dieses Leben sollte nur ein Durchgang zur Ewigkeit sein… Mit aller Gewalt müssen wir uns von dieser hektischen Betriebsamkeit und dem Überangebot lossagen, von allem, was nicht absolut notwendig ist, und uns sammeln, unserer Berufung folgen und bedenken, wo und auf welche Weise der Herr uns gerufen hat: den einen zur Betrachtung, den anderen zur Tat, und einen Dritten… zur inneren Ruhe, in das tiefe Schweigen des göttlichen Dunkels, in die Einheit des Geistes.

Auch die Letzteren hat Gott manchmal zum Handeln berufen, nach außen wie nach innen, so wie es ihm beliebt; der Mensch aber gibt nicht Acht auf seinen Ruf… Wenn der Mensch, der nach innen zu edlem und gelassenem Schweigen berufen ist, sich daher ständig aller Werke der Nächstenliebe enthält, so wäre das nicht gut; und heute sind leider diejenigen sehr selten, die außerordentliche Werke der Nächstenliebe vollbringen wollen… Im Evangelium wird berichtet, dass der Herr einen seiner Gäste beim Gastmahl ohne Hochzeitsgewand angetroffen hat… Das Gewand, das diesem Geladenen fehlte, ist die reine, wahre, göttliche Liebe, die echte Absicht Gott zu suchen, die alle Eigenliebe ausschließt, alles, was Gott nicht gemäß ist, und die nichts will als Gott… Zu denen, die sich selber suchen, sagt unser Herr: „Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen?“ Sie trachteten mehr nach den Gaben Gottes als nach Gott selbst.
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« Antwort #444 am: 22. August 2014, 08:09:21 »
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Psalm 107(106),2-3.4-5.6-7.8-9.
So sollen alle sprechen, die vom Herrn erlöst sind, die er von den Feinden befreit hat.
Denn er hat sie aus den Ländern gesammelt, vom Aufgang und Niedergang, vom Norden und Süden.

Sie, die umherirrten in der Wüste, im Ödland, und den Weg zur wohnlichen Stadt nicht fanden,
die Hunger litten und Durst, denen das Leben dahinschwand,

die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriß
und die er führte auf geraden Wegen, so daß sie zur wohnlichen Stadt gelangten:

sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen,
weil er die lechzende Seele gesättigt, die hungernde Seele mit seinen Gaben erfüllt hat.




Evangelium nach Matthäus 22,34-40.
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:
Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Franziskus von Assisi (1182 - 1226), Gründer der Minderbrüder
Erste Regel § 23
„Du sollst den Herrn, deinen Gott von ganzem Herzen lieben“

Lasst uns alle Gott den Herrn lieben
aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzer Gesinnung,
aus aller Kraft und Stärke,
mit ganzem Verstand, mit allen Kräften,
mit ganzer Anstrengung, mit ganzer Zuneigung,
mit unserem ganzen Inneren,
mit allen Wünschen und aller Willenskraft.
Er hat uns allen den ganzen Leib, die ganze Seele und das ganze Leben
geschenkt hat und schenkt es noch immer.
Er hat uns erschaffen und erlöst.
Er wird uns einzig durch sein Erbarmen retten,
der uns Elenden und Armseligen,
Üblen und Verweslichen, Undankbaren und Bösen
alles Gute erwiesen hat und erweist.

Nichts anderes wollen wir darum ersehnen,
nichts anderes wollen,
nichts anderes soll uns gefallen und erfreuen
als unser Schöpfer und Erlöser und Retter,
der allein wahre Gott;
er ist die Fülle des Guten,
alles Gute, das gesamte Gut, das wahre und höchste Gut.
Er allein ist gut,
gnädig, milde, süß und freundlich;
er allein ist heilig, gerecht, wahr und richtig;
er allein ist gütig, uneigennützig, rein;
von ihm und durch ihn und in ihm kommt alle Vergebung, alle Gnade,
alle Herrlichkeit für alle Büßenden und alle Gerechten,
und das Glück für alle Seligen, die sich zusammen im Himmel erfreuen.

Nichts also soll uns hindern, nichts trennen, nichts dazwischenkommen.

Überall, an jedem Ort, zu jeder Stunde und zu jeder Zeit,
täglich und unablässig
wollen wir alle wahrhaft und demütig an ihn glauben
und an ihm im Herzen festhalten und ihn lieben,
ehren, anbeten, ihm dienen, ihn loben und benedeien,
verherrlichen und hoch erheben,
ihn preisen und ihm Dank erweisen,
dem erhabensten und höchsten ewigen Gott,
der Dreifaltigkeit und Einheit,
dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
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« Antwort #445 am: 23. August 2014, 10:06:46 »
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Psalm 85(84),9ab-10.11-12.13-14.
Ich will hören, was Gott redet:
Frieden verkündet der Herr seinem Volk
und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.
Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.

Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sproßt aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.




Evangelium nach Matthäus 23,1-12.
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger
und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,
bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,
und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.
Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der orthodoxen Kirchen
Asketische Abhandlungen, 1. Serie, Nr. 34
"Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden"

Wer seine eigenen Sünden erkennt… ist größer als der, der die Toten durch sein Gebet auferweckt. Wer eine Stunde über seine Seele wehklagt, ist größer als der, der die gesamte Welt durch seine Betrachtung umfasst. Wem gegeben wurde, die Wahrheit über sich selbst zu erkennen, der ist größer als der, dem es gegeben wurde, die Engel zu sehen.
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« Antwort #446 am: 24. August 2014, 08:36:09 »
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Evangelium nach Matthäus 16,13-20.
In jener Zeit als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, daß er der Messias sei.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer eines Oratorium in England
"The Christian Ministry", PPS II,25
„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen"

Der Petrusdienst bleibt in der Kirche immer bestehen ... in der Person jener, die ihm im Amt nachfolgen; man muss also zugestehen, dass der Segen des Herrn, zuerst über ihm ausgesprochen, auch auf seine geringsten Diener niedersteigt, die „bewahren, was ihnen anvertraut wurde“ (vgl. 1 Tim 6,20). Der heilige Petrus steht für sie und symbolisiert sie alle.

„Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas. Nicht Fleisch und Blut haben dir das geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Macht des Todes wird sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel die Himmelreichs geben...“ (vgl. Mt 16,17ff.) Heilige und herrliche Verheißung! Ist es möglich, dass sie sich allein in Petrus erschöpft, wie groß auch immer dieser ehrwürdige Apostel ist? Wurde sie bloß ins ewig fortdauernde Evangelium (vgl. Offb 14,6) aufgenommen, um für jemanden Zeugnis abzulegen, der seit langem verschwunden ist?
Ist es andererseits etwa Brauch des inspirierten Gotteswortes, Personen herauszuheben? Widerstehen der Reichtum dieser Verheißung und der Segen Christi nicht jeder auf den kleinst möglichen Nenner zielenden Interpretation, die man ihr geben könnte? Geht sie nicht vielmehr so sehr darüber hinaus - wie auch immer wir uns drehen –, so dass unser Mangel an Glauben durch die Güte desjenigen besiegt ist, der sich dermaßen einlässt? Kurz gesagt, ist es nicht eine ganze Fülle von Vorurteilen, die so viele Menschen daran hindert, sich auf diese Verheißung Christi einzulassen, die er Petrus gegeben hat mit der Fülle der Gnade, die sie begleitete?... Wenn die Verheißungen, die den Aposteln von Christus gegeben wurden, sich nicht in der Kirche während ihres Bestehens erfüllen, wie sollte sich dann die Wirksamkeit der Sakramente über ihre Anfänge hinaus ausbreiten?
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« Antwort #447 am: 25. August 2014, 08:10:17 »
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Evangelium nach Matthäus 23,13-22.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr laßt auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.
[...]
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst.
Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.
Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht?
Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden.
Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht?
Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt.
Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.
Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz vom 02.10.2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
Christus beruft alle Menschen zur Heiligkeit

Ihr könntet mir sagen: Aber die Kirche besteht doch aus Sündern, das sehen wir jeden Tag. Und das ist wahr: Wir sind eine Kirche von Sündern; und wir Sünder sind aufgerufen, uns von Gott verwandeln, erneuern, heiligen zu lassen. In der Geschichte sind einige in Versuchung geraten zu sagen: Die Kirche ist nur die Kirche der Reinen, jener, die völlig konsequent sind, und die anderen müssen entfernt werden. Das ist nicht wahr! Das ist eine Irrlehre! Die Kirche, die heilig ist, weist die Sünder nicht zurück. Sie weist uns alle nicht zurück; sie weist nicht zurück, weil sie alle ruft und annimmt. Sie ist offen auch für die Fernstehenden, sie ruft alle auf, sich von der Barmherzigkeit, der Zärtlichkeit und der Vergebung des Vaters umgeben zu lassen, der allen die Möglichkeit anbietet, ihm zu begegnen, den Weg zur Heiligkeit zu gehen...

Der Gott, dem wir in der Kirche begegnen, ist kein unbarmherziger Richter, sondern er ist wie der Vater aus dem Gleichnis im Evangelium. Du kannst sein wie der Sohn, der das Haus verlassen hat, der den tiefsten Grund der Gottesferne berührt hat. Wenn du die Kraft hast zu sagen: Ich will nach Hause zurückkehren, wirst du die Tür offen finden. Gott kommt dir entgegen, weil er immer auf dich wartet, Gott wartet immer auf dich, Gott umarmt dich, küsst dich und feiert ein Fest. So ist der Herr, so ist die Zärtlichkeit unseres himmlischen Vaters.

Der Herr will, dass wir Teil einer Kirche sind, die es versteht, die Arme zu öffnen, um alle anzunehmen, die nicht das Haus einiger weniger ist, sondern das Haus aller, wo alle von seiner Liebe erneuert, verwandelt, geheiligt werden können, die Stärksten und die Schwächsten, die Sünder, die Gleichgültigen, jene, die sich entmutigt und verloren fühlen.
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