Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972042 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #512 am: 28. Oktober 2014, 08:11:36 »
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Psalm 19(18),2-3.4-5ab.
Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern,
eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.



Evangelium nach Lukas 6,12-19.
In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel.
Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot,
Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.
Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon
strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt über den ersten Brief an die Korinther
Die Apostel, Zeugen des auferstandenen Christus

Der heilige Paulus sagte: „Das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen“ (1 Kor 1,25). Dass Predigen ein Werk Gottes ist, leuchtet ein. Wie konnten zwölf Männer, Ungebildete, die am See, am Fluss und in der Wüste lebten, auf die Idee kommen, so etwas zu tun? Sie suchten nicht regelmäßig Städte auf und Menschenansammlungen waren ihnen fremd – wie hätten sie überhaupt daran denken können, sich an die ganze Welt zu werden? Sie waren furchtsam und mutlos: der Evangelist macht das deutlich, er wollte ihre Schwächen weder entschuldigen noch verbergen. Das ist ein starker Wahrheitsbeweis. Was sagt er über sie? Als Christus, nachdem er zahllose Wunder vollbracht hatte, festgenommen wurde, liefen die meisten von ihnen davon, und ihr führender Kopf blieb nur, um ihn zu verleugnen.

Als Christus noch am Leben war, hatten diese Männer den Angriffen seiner Feinde nichts entgegenzusetzen. Als er dann tot und begraben war - wie, glaubt ihr, hätten sie sich gegen die ganze Welt stellen sollen? Hätten sie sich denn nicht sagen müssen: „Er konnte doch sich selbst nicht retten, wie sollte er dann uns schützen? Als er am Leben war, konnte er sich nicht verteidigen, und jetzt, wo er tot ist, sollte er uns zur Seite stehen? Als er am Leben war, konnte er sich kein einziges Volk unterwerfen, und nun sollen wir seinen Namen ausrufen und damit die ganze Erde überzeugen?“… Es ist doch offensichtlich: Wenn sie ihn nicht als Auferstandenen erlebt hätten und ihnen damit nicht der Beweis seiner Allmacht geliefert worden wäre, hätten sie nicht ein derartiges Risiko auf sich genommen.
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« Antwort #513 am: 29. Oktober 2014, 08:09:50 »
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Psalm 145(144),10-11.12-13ab.13cd-14.
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Sie sollen den Menschen deine machtvollen Taten verkünden
und den herrlichen Glanz deines Königtums.
Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten,
deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.

Der Herr ist treu in all seinen Worten,
voll Huld in all seinen Taten.
Der Herr stützt alle, die fallen,
und richtet alle Gebeugten auf.



Evangelium nach Lukas 13,22-30.
In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte.
Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen:
Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.
Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt.
Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!
Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Juliana von Norwich (1342-nach 1416), englische Inklusin
Offenbarungen von göttlicher Liebe, Kap.39
„Im Reich Gottes zu Tisch sitzen“

[Wenn der Sünder erkennt, dass er schuldig geworden ist], lässt die Gnade Gottes eine so tiefe Zerknirschung in ihm aufkommen, so großes Mitleiden mit Gott und echten Durst nach ihm, dass der Sünder, plötzlich von Sünde und Last befreit, wieder aufgerichtet wird … Zerknirschung reinigt uns, Mitleiden macht uns zurecht und wahrer Durst nach Gott lässt uns würdig werden. Das sind, so wie ich es verstehe, die drei Wege, wie alle Seelen in den Himmel kommen, also Menschen, die auf Erden gesündigt haben und gerettet werden. Denn jede sündige Seele muss auf diesen drei Wegen geheilt werden. Auch wenn die Seele geheilt ist, bleiben ihre Wunden vor Gott bestehen, nicht mehr als Wunden, sondern als Siegeszeichen. Besteht unsere irdische Strafe in Leiden und Buße, so werden wir im Himmel mit wohlwollender Liebe unseres Herrn belohnt … Er betrachtet die Sünde derer, die ihn lieben, zwar als Anlass zu Trauer und Leid, aber, weil er uns liebt, nicht als etwas Verdammenswertes. Die Belohnung, die wir erhalten werden, ist nicht geringfügig, sondern bedeutend, ehrenvoll, ruhmreich; und so wird die Schande in Ehre und Freude verwandelt.

Unser Herr will in seinem Wohlwollen nämlich nicht, dass seine Knechte, weil sie so oft und erbärmlich gefallen sind, verzweifeln. Unser Fallen hindert ihn nicht daran, uns zu lieben … Er will, dass wir wissen: Er ist in Liebe das Fundament unseres ganzen Lebens, mehr noch: Als unser ewiger Beschützer verteidigt er uns mit Macht gegen alle Feinde, die wütend über uns herfallen. Wir haben ihn beileibe sehr nötig, da wir uns durch unser Fallen häufig ihrem Einfluss aussetzen.
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« Antwort #514 am: 30. Oktober 2014, 08:11:51 »
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Psalm 144(143),1-2abc.9-10.
Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist,
der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.
Du bist meine Huld und Burg,
meine Festung, mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.

Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen,
auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,
der du den Königen den Sieg verleihst
und David, deinen Knecht, errettest.




Evangelium nach Lukas 13,31-35.
Zu jener Zeit kamen einige Pharisäer zu Jesus und sagten: Geh weg, verlass dieses Gebiet, denn Herodes will dich töten.
Er antwortete ihnen: Geht und sagt diesem Fuchs: Ich treibe Dämonen aus und heile Kranke, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich mein Werk vollenden.
Doch heute und morgen und am folgenden Tag muss ich weiterwandern; denn ein Prophet darf nirgendwo anders als in Jerusalem umkommen.
Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.
Darum wird euer Haus von Gott verlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, in der ihr ruft: Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Apostolisches Schreiben “Redemptionis anno”,20.04.1984 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Jerusalem,... wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln“

Neben seinen vielen bekannten Monumenten birgt Jerusalem lebendige Gemeinschaften gläubiger Christen, Juden und Moslems. Ihre Anwesenheit ist Pfand und Quelle der Hoffnung für alle Völker der Erde, welche die Heilige Stadt als geistliches Erbe und als Zeichen des Friedens und der Eintracht betrachten. Jerusalem ist die Heimat der Herzen aller geistlichen Nachkommen Abrahams, die ihm eine tiefe Liebe widmen, und zugleich ein Ort, wo die geschaffenen Dinge mit der unendlichen Tranzendenz Gottes im Glauben aufeinandertreffen. Somit ist es ein Symbol des Zusammenschlusses, der Einheit und des Friedens für die ganze Menschheitsfamilie. Die Heilige Stadt ruft die ganze Menschheit zum Frieden auf, insbesondere die, welche den einen, großen Gott anbeten, den barmherzigen Vater der Völker. Aber leider müssen wir zugeben, dass Jerusalem weiterhin Grund für ständige Rivalitäten, Gewalt und Vergeltungsmaßnahmen bleibt.

Diese Situation und diese Reflexionen wecken in uns die Worte des Propheten: „Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel“ (Jesaja 62,1). Wir denken an den Tag und erwarten ihn mit Ungeduld, an dem wir wahrhaftig „Schüler Gottes“ (Joh 6,45) sein werden, damit wir seine Botschaft der Versöhnung und des Friedens vernehmen. Wir denken an den Tag, an dem sich Juden, Christen und Moslems in Jerusalem den Friedensgruß zurufen können, den Jesus nach seiner Auferstehung an seine Jünger richtete: „Der Friede sei mit euch!“ (Joh 20,19).
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« Antwort #515 am: 31. Oktober 2014, 08:12:28 »
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Psalm 111(110),1-6.
Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen
im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
Groß sind die Werke des Herrn,
kostbar allen, die sich an ihnen freuen.

Er waltet in Hoheit und Pracht,
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,
der Herr ist gnädig und barmherzig.

Er gibt denen Speise, die ihn fürchten,
an seinen Bund denkt er auf ewig.
Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan,
um ihm das Erbe der Völker zu geben.



Evangelium nach Lukas 14,1-6.
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau.
Da stand auf einmal ein Mann vor ihm, der an Wassersucht litt.
Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht?
Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen.
Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?
Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Balduin von Ford (? - um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Das Altarsakrament, 3, 2; SC 94
Der vollkommene Sabbat

Mose hat gesagt: „Der Sabbat ist Ruhetag, heilig für den Herrn.“ Der Herr liebt die Ruhe, ihm liegt daran, in uns zu ruhen, und dass wir in ihm ruhen. Es gibt aber eine Zeit der Ruhe in der Zukunft, von der geschrieben steht: „Von nun an“, spricht der Geist, „sollen sie ausruhen von ihren Mühen.“ Und es gibt eine Zeit der Ruhe in der Gegenwart, von der der Prophet sagt: „Lasst ab von eurem üblen Treiben.“

Zur Ruhe der kommenden Zeit gelangt man durch die sechs Werke der Barmherzigkeit, die im Evangelium aufgezählt werden, wo es heißt: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben“ etc… „Denn sechs Tage sind zum Arbeiten da.“ Am Ende dieser sechs Tage kommt der Sabbat: Wenn alle guten Werke vollbracht sind, dann ruhen sich die Seelen aus.

(Siehe: Ex 31,15; Offb 14,13; Jes 1,16; Mt 25,35f; Lk 13,14; Joh 9,4)
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« Antwort #516 am: 01. November 2014, 11:51:28 »
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HOCHFEST ALLERHEILIGEN

Psalm 18(17),2-3.4.47.51.50.
Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke,
Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,
mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,
mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.

Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!,
und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen.
Der Gott meines Heils sei hoch erhoben.

Seinem König verlieh er große Hilfe,
Huld erwies er seinem Gesalbten,
David und seinem Stamm auf ewig.
Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern,
ich will deinem Namen singen und spielen.




Erster Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 1,5c-10.
Brüder! Ihr wisst, wie wir bei euch aufgetreten sind, um euch zu gewinnen.
Und ihr seid unserem Beispiel gefolgt und dem des Herrn; ihr habt das Wort trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt.
So wurdet ihr ein Vorbild für alle Gläubigen in Mazedonien und in Achaia.
Von euch aus ist das Wort des Herrn aber nicht nur nach Mazedonien und Achaia gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, so dass wir darüber nichts mehr zu sagen brauchen.
Denn man erzählt sich überall, welche Aufnahme wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen
und seinen Sohn vom Himmel her zu erwarten, Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der uns dem kommenden Gericht Gottes entreißt.

Evangelium nach Matthäus 22,34-40.
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:
Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Unveröffentlichte Predigt über den Jakobusbrief
Drei Arten der Liebe, zwei Gebote

Gott fordert von dir nicht viel, denn allein die Liebe erfüllt das ganze Gesetz (vgl. Röm 13,10). Doch diese Liebe hat zwei Gestalten: die Liebe zu Gott und zum Nächsten... Wenn Gott dir sagt, du sollst deinen Nächsten lieben, dann sagt er nicht: Liebe ihn mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit all deinen Gedanken; sondern er sagt dir: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe also Gott mit deinem ganzen Wesen, weil er dich übersteigt; liebe deinen Nächsten wie dich selbst, weil er ist, was du bist...

Es gibt demnach drei Bezugspunkte für unsere Liebe. Warum gibt es aber nur zwei Gebote? Ich will es dir sagen: Gott hat es nicht für nötig gehalten, dich darauf zu verpflichten, dich selbst zu lieben, denn es gibt wohl niemanden, der sich nicht liebt. Doch viele Menschen gehen verloren, weil sie sich selbst schlecht lieben. Wenn er dir sagt, dass du Gott mit deinem ganzen Wesen lieben sollst, dann hat dir Gott das Maß aufgestellt, mit dem du dich selbst lieben sollst. Zweifellos, du möchtest dich lieben? Dann also liebe Gott mit deinem ganzen Wesen. In ihm nämlich wirst du dich selbst finden, und das sogar, ohne dich in dir selbst zu verlieren... Hiermit ist dir also das Maß vorgegeben, mit dem du dich lieben sollst: Liebe den, der größer ist als du, und du wirst dich selbst lieben.
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« Antwort #517 am: 02. November 2014, 11:35:21 »
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Psalm 130(129),1-2.3-4.5-6ab.6c-8.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,
achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen.
soll Israel harren auf den Herrn.
Denn beim Herrn ist die Huld,
bei ihm ist Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen von all seinen Sünden.












Erster Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 4,13-18.
Brüder, wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben.
Wenn Jesus - und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen.
Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben.
Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen;
dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein.
Tröstet also einander mit diesen Worten!

Evangelium nach Johannes 11,17-27.
In jener Zeit, als Jesus in Betanien ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.
Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Marta hörte, daß Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Über den Tod seines Bruders, §6
„Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert" (Joh 11,33)

Warum werde ich um dich, mein Bruder, der mich so sehr geliebt hat und der mir genommen wurde, trauern...? Weil meine Beziehung zu dir nicht abgebrochen ist: Bis jetzt war sie untrennbar mit dem Körperlichen verbunden, jetzt ist sie unzertrennbar von meinen Gefühlen. Du bleibst bei mir und wirst es immer bleiben... Der Apostel Paulus ruft mich zur Besinnung und zügelt in gewisser Weise meine Trauer wenn er sagt...: „Brüder, wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben“ (1Thess 4,13)...

Nicht alle Tränen sind etwa Zeichen mangelnden Glaubens oder von Schwäche. Der natürliche Schmerz ist eine Sache, die leere Traurigkeit des Unglaubens eine andere... Der Schmerz ist nicht der einzige, der Tränen hervorruft: Die Freude hat ihre Tränen, auch die Zuneigung kann Tränen hervorrufen, und ein Wort kann den Boden mit Tränen benetzen, auch das Gebet kann nach den Worten des Propheten unser Lager mit Tränen überschwemmen (Ps 6,7). Als die Patriarchen begraben wurden, hielt ihr Volk auch eine große Totenklage. Tränen sind also Zeichen der Zuneigung und nicht ein Anreiz zum Weltschmerz. Ich habe bitterlich geweint, ich gebe es zu, aber auch der Herr hat so geweint (Joh 11,35); Er hat um jemand Tränen vergossen, der nicht zu seiner Familie gehörte, ich um einen Bruder. Er hat in einem Menschen alle Menschen beweint; und ich werde dich, meinen Bruder, in allen Menschen beweinen.

Mit einer Verwundbarkeit, die die unsrige ist, hat Christus geweint, nicht mit der seinen, denn Göttlichkeit ist ohne Tränen... Er hat in jenem Mann geweint, der „zu Tode betrübt“ war (Mt 26,38); er hat in jenem geweint, der gekreuzigt, der begraben wurde; Er hat geweint in jenem Menschen... geboren aus einer Jungfrau.
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« Antwort #518 am: 03. November 2014, 08:11:58 »
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Privatbotschaft der Muttergottes vom 2. November 2014 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo
"Liebe Kinder, ich bin bei euch mit dem Segen meines Sohnes, mit euch, die ihr mich liebt und die ihr versucht, mir zu folgen. Ich möchte auch mit euch sein, die ihr mich nicht annehmt. Euch allen öffne ich mein Herz voller Liebe und segne euch mit meinen mütterlichen Händen. Ich bin eine Mutter, die euch versteht. Ich habe euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt. Ihr, die ihr Schmerzen lebt, versteht meinen Schmerz und mein Leiden um jene meiner Kinder, die nicht zulassen, dass sie das Licht meines Sohnes umstrahlt, jene meiner Kinder, die in der Finsternis leben. Deshalb brauche ich euch, euch, die das Licht umstrahlt hat und die ihr die Wahrheit begriffen habt. Ich rufe euch auf, meinen Sohn anzubeten, damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht. Meine Apostel, dann werdet ihr mir helfen können. Mir zu helfen bedeutet, für diejenigen zu beten, die die Liebe meines Sohnes nicht kennengelernt haben. Indem ihr für sie betet, zeigt ihr meinem Sohn, dass ihr Ihn liebt und Ihm nachfolgt. Mein Sohn hat mir versprochen, dass das Böse niemals gewinnen wird, denn ihr, die Seelen der Gerechten, seid da; ihr, die ihr versucht, eure Gebete mit Herz zu sagen; ihr, die ihr eure Schmerzen und Leiden meinem Sohn darbringt; ihr, die ihr begreift, dass das Leben nur ein Wimpernschlag ist; ihr, die ihr euch nach dem himmlischen Königreich sehnt. All dies macht euch zu meinen Aposteln und führt euch zum Sieg meines Herzens. Deshalb, meine Kinder, reinigt eure Herzen und betet meinen Sohn an. Ich danke euch!"
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« Antwort #519 am: 04. November 2014, 09:00:17 »
 ;ksghtr ;kreuz+

Psalm 22(21),26b-27.28-30a.31-32.
Deine Treue preise ich in großer Gemeinde;
ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten.
Die Armen sollen essen und sich sättigen;
den Herrn sollen preisen, die ihn suchen.

Aufleben soll euer Herz für immer.
Alle Enden der Erde sollen daran denken
und werden umkehren zum Herrn:
Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.

Denn der Herr regiert als König;
er herrscht über die Völker.
Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde,
vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen.

Meine Seele, sie lebt für ihn;
mein Stamm wird ihm dienen.
Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen,
seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk;
denn er hat das Werk getan.




Evangelium nach Lukas 14,15-24.
In jener Zeit sagte einer der Gäste, der zusammen mit Jesus eingeladen worden war, zu ihm: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf.
Jesus sagte zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein.
Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit!
Aber einer nach dem andern ließ sich entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich!
Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich!
Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen.
Der Diener kehrte zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei.
Bald darauf meldete der Diener: Herr, dein Auftrag ist ausgeführt; aber es ist immer noch Platz.
Da sagte der Herr zu dem Diener: Dann geh auf die Landstraßen und vor die Stadt hinaus und nötige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird.
Das aber sage ich euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
No Greater Love, p.93
„Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen"

Der Arme hungert nicht nur nach einem Stück Brot, sondern er hat einen schrecklichen Hunger nach menschlicher Würde. Wir verlangen danach, geliebt zu werden und von anderen wahr-genommen zu werden. Genau dort liegt unser Fehler, wenn wir nämlich Leute ins Abseits wegschieben. Nicht nur, dass wir den Armen ein Stück Brot verweigert haben, sondern indem wir sie nicht wahr-nehmen, indem wir sie dem Überlebenskampf auf der Straße überlassen, verweigern wir ihnen ihre Würde, die sie doch zu vollem Recht besitzen, da sie Kinder Gottes sind. Die Welt von heute ist nicht nur hungrig nach Brot, sondern nach Liebe; wir hungern danach, erwünscht zu sein, geliebt zu werden. Die Menschen hungern danach, die Gegenwart Christi zu spüren. In vielen Ländern verfügt man über alles im Überfluss, außer dieser Gegenwart, diesem Wohlwollen.

In jedem Land gibt es Arme. Es gibt Kontinente, in denen die Armut mehr geistig als materiell ist. Also eine Armut, die aus Einsamkeit hervorgeht, aus Entmutigung, aus Sinnlosigkeit. Aber auch in Europa und Nordamerika habe ich Menschen im größten Elend gesehen, wie sie auf Kartons, bedeckt mit Lumpen, auf den Straßen schliefen. Paris, London und Rom kennen diese Form der Armut. Es ist doch so viel einfacher, über die Armen, die weit weg leben, zu reden und sich Sorgen zu machen. Es ist viel schwieriger und vielleicht eine größere Herausforderung, auf den Armen, der zwei Schritte entfernt von uns wohnt, zu achten und für ihn zu sorgen.

Der Reis, das Brot, das ich dem Hungernden gebe, den ich auf den Straßen eingesammelt habe, wird seinen Hunger stillen. Aber derjenige, der in sozialer Ausgrenzung lebt, in einem Mangel an Liebe und in einer großen Angst, wie viel schwieriger wird es sein, seinen Hunger zu stillen? Ihr, die ihr im Westen lebt, euch ist die geistige Armut viel bekannter als die materielle Armut, und deshalb zählen eure Armen zu den Ärmsten der Armen. Bei den Reichen gibt es oft Menschen, die geistig sehr arm sind. Ich finde es einfacher, einen Hungernden zu sättigen oder einem Obdachlosen ein Bett zu besorgen, als zu trösten, die Bitterkeit, den Zorn und die Isolation aufzulösen, die aus der geistigen Not hervorgehen, denn dafür bedarf es viel mehr Zeit.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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