Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972068 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #520 am: 05. November 2014, 08:15:45 »
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Psalm 27(26),1.4.13-14.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:
Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens,
die Freundlichkeit des Herrn zu schauen
und nachzusinnen in seinem Tempel.

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!



Evangelium nach Lukas 14,25-33.
In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte:
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Brief 197 vom 17.09.1896
„Es kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“

Liebes Schwesterlein, wie kannst du mich fragen, ob du fähig bist, den lieben Gott ebenso zu lieben wie ich?... Mein Wunsch, den Märtyrertod zu sterben, spielt keine Rolle, er ist nicht der Grund für das grenzenlose Vertrauen, das ich im Herzen trage. Eigentlich macht geistiger Reichtum ungerecht, wenn man sich selbstgefällig darauf ausruht und glaubt, es handle sich dabei um etwas Großes… Ich spüre sehr wohl:… was dem lieben Gott an meiner kleinen Seele gefällt, hat seinen Grund darin, dass er sieht, wie ich mein Kleinsein und meine Armut liebe, wie ich seiner Barmherzigkeit blind vertraue. Das ist mein einziger Schatz …

Liebes Schwesterlein…, was die Liebe zu Jesus angeht, so musst du begreifen: man ist umso offener für diese verzehrende und umgestaltende Liebe, je schwächer, wunschloser, verdienstloser man selber ist. Allein die Sehnsucht danach, Opfer zu sein, reicht schon aus; aber man muss damit einverstanden sein, arm und kraftlos zu bleiben, und da liegt die Schwierigkeit; sagt doch schon der Psalmist: „Der wirklich geistig Arme, wo kann man ihn finden? Weit weg muss man ihn suchen.“ Er sagt nicht, dass man nach ihm unter den großen Seelen forschen soll, sondern „weit weg“, also in der Tiefe, im Nichts. Halten wir also großen Abstand von allem, was glänzt; lieben wir unser Kleinsein; lasst uns einverstanden sein damit, nichts zu spüren, dann sind wir geistig arm, und Jesus kommt uns suchen. So weit wir auch weg sind, er verwandelt uns in Flammen der Liebe. Wenn ich dir doch nur begreiflich machen könnte, was ich fühle! Das Vertrauen, und nichts als das Vertrauen, muss uns zur Liebe führen. Führt Angst nicht zu Gerechtigkeit? (Zur harten Gerechtigkeit, wie man sie Sündern vor Augen stellt, nicht aber zur Gerechtigkeit Jesu gegenüber allen, die ihn lieben.) Jetzt, da wir den Weg sehen, lass uns gemeinsam laufen! Ja, ich spüre es, Jesus möchte uns die gleichen Gnaden schenken, freien Eintritt in den Himmel.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #521 am: 06. November 2014, 08:17:15 »
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Psalm 105(104),2-3.4-5.6-7.
Singt dem Herrn und spielt ihm,
sinnt nach über all seine Wunder!
Rühmt euch seines heiligen Namens!
Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen.

Fragt nach dem Herrn und seiner Macht;
sucht sein Antlitz allezeit!
Denkt an die Wunder, die er getan hat,
an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund.

Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham,
ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.
Er, der Herr, ist unser Gott.
Seine Herrschaft umgreift die Erde.




Evangelium nach Lukas 15,1-10.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Nerses Schnorhali (1102 - 1173), armenischer Patriarch
Jesus, der einzige Sohn des Vaters, § 26-31; SC 203
„Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden“

Ich habe mich in der Steppe verlaufen,
Ich irrte umher in unbewohntem Land,
Wie es im Gleichnis steht vom verlorenen Schaf,
Eines nur aus der Schar der Hundert.

Der böse Feind hat es gerissen:
Unheilbare Wunden schlug er ihm;
Daher ist die Wunde nicht zu heilen,
Es sei denn, du nimmst dich seiner an.

Aufgelöst in Tränen flehe ich dich an,
Mein Schreien steigt auf zu meinem Retter:
Der du vom Himmel bist gekommen, guter Hirt,
Mach dich selber auf die Suche nach der kleinen Herde.

Suche du, Herr, die verlorene Drachme,
Sie, ein verlorenes Abbild Deiner,
Ich habe sie verscharrt in Sünde und Laster
Und in ekligem Morast.

Wasch ab, o Herr, was mich befleckt,
Mach rein mein Herz, so weiß wie Schnee (Jes 1,18).
Mach aus einer Drachme zehn an Zahl
Wie du’s gemacht mit vierzig Heiligen (von Sebaste).

Trag mich auf deinen Schultern, wie du trugst das Kreuz,
Erheb meine Seele aus ihrem tiefen Fall;
Erfreue der Engel himmlisches Heer;
Denn ein einziger Sünder ist umgekehrt.
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« Antwort #522 am: 07. November 2014, 08:19:32 »
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Psalm 122(121),1-5.
Ich freute mich, als man mir sagte:
„Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt,
dicht gebaut und fest gefügt.

Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn,
wie es Israel geboten ist,
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht,
die Throne des Hauses David.




Evangelium nach Lukas 16,1-8.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig».
Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig».
Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Franz Xaver (1506 - 1552), Jesuit, Missionar
Brief vom 15.01.1544
Die Gaben Gottes gut verwalten

Aus diesen Gebieten [Indien und Sri Lanka] kann ich dir nur das Eine schreiben: Die Tröstungen, die Gott, unser Herr, denen zukommen lässt, die zu den Heiden gehen, um sie zum Glauben an Christus zu bekehren, sind so groß, dass, wenn es in diesem Leben irgendeine Freude gibt, es diese ist. Oftmals kommt mir zu Ohren, dass einer, der sich unter diese Christen mischt, sagt: „Herr, schenke mir in diesem Leben nicht so viele Tröstungen! Da du sie mir aber in deiner grenzenlosen Güte und Barmherzigkeit schenkst, so führe mich in deine heilige Herrlichkeit. Es ist ja wirklich eine große Last, zu leben ohne dich zu sehen, wenn du dich deinem Geschöpf schon einmal so gezeigt hast.“ Ach, wenn doch Menschen, die nach Gelehrsamkeit streben, sich so große Mühe geben würden, im Apostolat Trost zu finden, wie sie Tag und Nacht darauf verwenden, Wissen zu erwerben! Wenn ein Student die Freuden des Studiums darin suchen würde, seinem Nächsten das zu vermitteln, was nötig ist, um Gott zu erkennen und ihm zu dienen – um wie viel getrösteter und bereiter wäre er, über sich selbst Rechenschaft abzulegen, wenn er bei der Wiederkunft Christi aufgefordert wird, „Rechenschaft über seine Verwaltung abzulegen“!...

Ich schließe damit, dass ich Gott unsern Herrn bitte, uns in seiner Herrlichkeit zu versammeln. Um diese Gnadengabe Gottes zu erlangen, lasst uns alle heiligen Seelen der Gebiete, in denen ich mich befinde, als Anwälte und Fürsprecher anrufen… Alle diese heiligen Seelen bitte ich, von Gott unserem Herrn für die restliche Zeit unserer Trennung die Gnade zu erwirken, tief in unseren Seelen seinen heiligen Willen zu erkennen und ihn vollkommen zu verwirklichen.
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« Antwort #523 am: 08. November 2014, 10:16:30 »
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Psalm 112(111),1-2.5-6.8a.9.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie;
reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt.




Evangelium nach Lukas 16,9-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?
Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn.
Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Greuel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Über Abraham, I, 5, 32-35
„Macht euch Freunde mit Hilfe des bösen Mammons“

„Abraham saß vor dem Eingang seines Zeltes, heißt es in der Schrift, er saß dort in der Mittagshitze“ (vgl. Gen 18,1). Die anderen ruhten, er aber wachte aufmerksam darüber, ob vielleicht Gäste ankommen. Er hat es wohl verdient, dass Gott ihn bei der Eiche von Mambre besucht, da er mit so viel Eifer darum bemüht war, die Gastfreundschaft zu pflegen...

Ja, die Gastfreundschaft ist ein hohes Gut und sie wird eigens belohnt: Sie macht die Menschen zuerst dankbar; dann aber – und das ist das wichtigste – empfängt sie von Gott ihren Lohn. Wir alle sind hier in diesem Land des Exils nur vorübergehende Gäste. Eine Zeit lang können wir unter einem Dach wohnen. Bald aber heißt es, wieder umzuziehen. Seien wir auf der Hut! Wenn wir hart oder nachlässig in der Aufnahme von Fremden waren, dann könnten, wenn der Lauf dieses Lebens abgelaufen ist, auch die Heiligen ihrerseits es zurückweisen, uns aufzunehmen. „Macht euch Freunde mit Hilfe des bösen Mammons", sagt der Herr im Evangelium, „damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet“ (Lk 16,9)...

Denn weißt du wirklich, ob es nicht Gott ist, den du empfängst, während du glaubst, es nur mit Menschen zu tun zu haben? Abraham empfängt Reisende; doch in Wirklichkeit nimmt er Gott und seine Engel bei sich auf. Auch du, der du einen Fremden aufnimmst, nimmst Gott bei dir auf. Jesus, der Herr, bezeugt es im Evangelium: „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen... Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,35.40).
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« Antwort #524 am: 09. November 2014, 08:32:57 »
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Psalm 46(45),2-3.5-6.8-9.
Gott ist uns Zuflucht und Stärke,
ein bewährter Helfer in allen Nöten.
Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres.

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,
des Höchsten heilige Wohnung.
Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,
der Gott Jakobs ist unsre Burg.
Kommt und schaut die Taten des Herrn,
der Furchtbares vollbringt auf der Erde.



Evangelium nach Johannes 2,13-22.
Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um.
Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.
Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?
Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Maurinische Predigt NR. 3,4; PLS 2, 664
„Er aber meinte den Tempel seines Leibes“

Salomo, der ja Prophet war, errichtete einen Tempel aus Stein und Holz… für den lebendigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, und der im Himmel wohnt… Warum hat Gott verlangt, dass ein Tempel gebaut wird? Hatte er denn keine Bleibe mehr? Hört, was Stephanus während seiner Passion sagte: „Salomo baute Gott ein Haus, doch der Höchste wohnt nicht in dem, was von Menschenhand gemacht ist“ (Apg 7,48). Warum also baute er einen Tempel oder ließ er einen Tempel bauen? Um eine Vorabbildung des Leibes Christi zu schaffen. Der erste Tempel war nur ein Schatten (Kol 2,17): Wenn das Licht kommt, flieht der Schatten. Suchst du jetzt nach dem von Salomo gebauten Tempel? Du findest eine Ruine! Warum ist nur eine Ruine übriggeblieben? Weil die Wirklichkeit, die er ankündigt hatte, in Erfüllung ging. Der wahre Tempel, der Leib des Herrn, stürzte zwar ebenfalls ein, richtete sich aber wieder auf, und das so fest gegründet, dass er niemals mehr einstürzen kann…

Und unsere Leiber? Sie sind Glieder Christi. Hört, was der hl. Paulus sagt: „Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?“ (1 Kor 6,15). Wenn er sagt: „Eure Leiber sind die Glieder Christi“ – was heißt das Anderes, als dass unsere Leiber, zusammen mit unserem Haupt, das Christus ist, einen einzigen Tempel bilden, den Tempel Gottes? Zusammen mit dem Leib Christi stellen unsere Leiber diesen Tempel dar… Lasst euch zu einer Einheit erbauen, um nicht einzustürzen, wenn ihr in Trennung bleibt.
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« Antwort #525 am: 10. November 2014, 08:07:39 »
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Psalm 24(23),1-2.3-4ab.5-6.
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt,
der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn er hat ihn auf Meere gegründet,
ihn über Strömen befestigt.

Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn,
wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der reine Hände hat und ein lauteres Herz,
der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.

Er wird Segen empfangen vom Herrn
und Heil von Gott, seinem Helfer.
Das sind die Menschen, die nach ihm fragen,
die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.



Evangelium nach Lukas 17,1-6.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet.
Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.
Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm.
Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben.
Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Isaak von Stella (? - um 1171), Zisterziensermönch
Predigt 31: PL 194, 1792, SC 207
Siebenmal am Tag vergeben

„Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“. „Ertragt einander in Liebe“ (Gal 6,2; Eph 4,2): Das ist das eigentliche Gesetz Christi. Wenn ich an meinem Bruder etwas wahrnehme, was auf Grund bestimmter Schwierigkeiten oder körperlicher oder psychischer Defizite nicht verbessert werden kann – warum ertrage ich ihn dann nicht mit Geduld? Warum tröste ich ihn dann nicht von Herzen, nach den Worten der Schrift: „Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln“ (Jes 66,12)? Fehlt mir vielleicht die Liebe, die alles erträgt, die geduldig Kranken aufhilft, langmütig liebt (vgl. 1 Kor 13,7)? Das ist jedenfalls das Gesetz Christi: In seiner Passion hat er wirklich „unsere Krankheit getragen“, in seiner Barmherzigkeit „unsere Schmerzen auf sich geladen“ (Jes 53,4), und die geliebt, die er trug, und die getragen, die er liebte.

Wer sich jedoch seinem Bruder gegenüber, der in Schwierigkeiten steckt, streitsüchtig erweist, wer ihm in seiner Schwäche, eine Falle, welcher Art auch immer, stellt, der unterwirft sich ganz offensichtlich dem Gesetz des Teufels und vollzieht es. So lasst uns doch Mitgefühl füreinander haben und einander in brüderlicher Liebe zugetan sein! Lasst uns Schwächen ertragen und Mängel beseitigen!... Und es ist wirklich jede Lebensweise Gott gefällig, die es einem ermöglicht, sich noch aufrichtiger der Liebe Gottes und, um seinetwillen, der Nächstenliebe hinzugeben – ob nun als geweihte Person oder als Laie.
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« Antwort #526 am: 11. November 2014, 10:13:52 »
 ;ksghtr ;qfykkg
Psalm 37(36),3-4.18.23.27.29.
Vertrau auf den Herrn und tu das Gute,
bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
Freu dich innig am Herrn!
Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.

Der Herr kennt die Tage der Bewährten,
ihr Erbe hat ewig Bestand.
Der Herr festigt die Schritte des Mannes,
er hat Gefallen an seinem Weg.

Meide das Böse und tu das Gute,
so bleibst du wohnen für immer.
Die Gerechten werden das Land besitzen
und darin wohnen für alle Zeiten.




Evangelium nach Lukas 17,7-10.
In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der orthodoxen Kirchen
Ansprachen, 1. Reihe, Nr. 5
„Ihr sollt sagen: Wir sind unnütze Sklaven“

Die Augen des Herrn schauen auf die Demütigen, um ihnen eine Freude zu machen. Von den Stolzen wendet sich das Angesicht des Herrn jedoch ab, um sie zu demütigen. Der Demütige darf sich des tiefen Mitgefühls Gottes stets sicher sein… Mach dich vor allen Menschen in allem klein, und du wirst höher erhoben als alle Fürsten dieser Welt. Mach du den Anfang, umarme alle Menschen, mach dich klein vor ihnen – und du wirst geachteter sein als die, die ihnen Gold anbieten. Beuge dich tief, bis zu Erde, und du wirst Gottes Glorie in dir erleben. Denn wo Demut keimt, breitet sich die Herrlichkeit Gottes aus… Wenn du Demut im Herzen hast, offenbart dir Gott darin seine Herrlichkeit…

Trachte nicht nach Ehre, dann wird sie dir nicht genommen. Die Ehre flieht vor dem, der ihr nachläuft. Aber sie geht dem nach, der ihr aus dem Weg geht, und macht seine Demut aller Welt bekannt. Wenn du dich selber gering darstellst, um nicht geehrt zu werden, dann wird Gott dich ihr kundtun. Wenn du aus Liebe zur Wahrheit dich selbst rügst, lässt Gott es zu, dass du vor allen seinen Geschöpfen gerühmt wirst. Sie öffnen dir die Türe zur Herrlichkeit deines Schöpfers und rühmen dich. Denn du bist wirklich sein Abbild und ihm ähnlich (Gen 1,26).
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« Antwort #527 am: 12. November 2014, 08:15:32 »
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Psalm 23(22),1-3a.3b-4.5.6.
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.




Evangelium nach Lukas 17,11-19.
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.
Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen
und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!
Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.
Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.
Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?
Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?
Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Faustine Kowalska (1905 - 1938), Ordensschwester
Tagebuch § 1286
„Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm“

Ich danke dir, Gott, für alle Gnaden,
Die du mir ununterbrochen schenkst.
Sie leuchten mir, wie die helle Sonne,
Durch sie weist du mir den sicheren Weg.

Ich danke dir, Gott, für meine Erschaffung.
Aus dem Nichts hast du mich zum Sein gebracht,
Dein göttliches Siegel mir auferlegt.
Das alles hast du aus Liebe gemacht.

Ich danke dir für die heilige Taufe,
Durch die ich in Gottes Familie kam.
Ein Gnadengeschenk — das ohnegleichen
Unsere Seele zu wandeln begann.

Ich danke dir, Herr, für die heilige Beichte,
Die Quelle unergründlicher Barmherzigkeit.
Für den Born unbegreiflicher Gnaden,
In dem die Sünderseelen rein werden.

Ich danke dir für die heilige Kommunion,
In der du dich Selbst an uns verschenkst.
Ich spüre, wie dein Herz in meiner Brust schlägt,
Wie du in mir das Leben Gottes lenkst.

Ich danke dir, Heiliger Geist, für die Firmung.
Sie macht mich reif für deinen Ritterschlag.
Sie gibt der Seele Kraft in jedem Augenblick,
Sie schützt mich vor dem Bösen Tag für Tag.

Ich danke dir, Gott, für die Berufung,
Ausschließlich in deinem Dienst zu sein.
Die Möglichkeit, nur dich zu lieben,
Bringt meiner Seele Ehre ein.

Ich danke dir, Herr, für die Krankensalbung.
Sie gibt mir im letzten Atem noch Kraft
Zu kämpfen — und hilft, mich zu erretten.
Sie stärkt die Seele für die himmlische Pracht.

Ich danke, Gott, für alle Gedanken,
Mit denen deine Güte mich beschenkt.
Für die inn're Erleuchtung der Seele,
Die unaussprechlich ist — an die das Herz denkt.

Heiligste Dreifaltigkeit, dir sei Dank für die Gnaden,
Mit denen du mich überschüttet hast im Leben.
Bei Anbruch der Ewigkeit wird mein Dank sich noch mehren
Und mein Loblied zu deiner Ehre erheben.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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