Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972115 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #592 am: 16. Januar 2015, 08:07:46 »
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Brief an die Hebräer 4,1-5.11.
Brüder! Lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt.
Denn uns ist die gleiche Freudenbotschaft verkündet worden wie jenen; doch hat ihnen das Wort, das sie hörten, nichts genützt, weil es sich nicht durch den Glauben mit den Hörern verband.
Denn wir, die wir gläubig geworden sind, kommen in das Land der Ruhe, wie er gesagt hat: Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. Zwar waren die Werke seit der Erschaffung der Welt vollendet;
denn vom siebten Tag heißt es an einer Stelle: Und Gott ruhte am siebten Tag aus von all seinen Werken;
hier aber heißt es: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen.
Bemühen wir uns also, in jenes Land der Ruhe zu kommen, damit niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fall kommt.

Psalm 78(77),3.4.6-7.8.
Was wir hörten und erfuhren,
was uns die Väter erzählten,
das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen,
sondern dem kommenden Geschlecht erzählen:

die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn,
die Wunder, die er getan hat.
damit das kommende Geschlecht davon erfahre,
die Kinder späterer Zeiten;

sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder,
damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen,
die Taten Gottes nicht vergessen und seine Gebote bewahren
und nicht werden wie ihre Väter,

jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung,
das wankelmütige Geschlecht, dessen Geist nicht treu zu Gott hielt.


Evangelium nach Markus 2,1-12.
Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war.
Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen:
Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?
Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?
Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:
Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Abhandlung über die Psalmen, Ps 36, Nr. 3, §3
„Da brachte man einen Gelähmten zu ihm“

Können wir nicht einen Menschen, der innerlich zu schwach ist für alles, was gut ist, emporheben wie den Gelähmten im Evangelium und ihm das Dach der Schrift abdecken, um ihn dann hinabzulassen vor die Füße des Herrn?

Ihr seht: ein solcher Mensch ist ein geistlich Gelähmter. Und ich sehe dieses Dach (der Schrift), und weiß, dass Christus unter dem Dach verborgen ist. Folglich werde ich, soweit es mir möglich ist, das tun, was der Herr bei denen gutgeheißen hat, die das Hausdach abdeckten und den Gelähmten bis vor die Füße des Herrn hinunterließen. Und der Herr sagte zu ihm tatsächlich: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Und Jesus heilte den Mann von seiner inneren Lähmung: er vergab ihm seine Sünden und stärkte seinen Glauben.

Da gab es aber Leute, deren Augen die Heilung der inneren Lähmung nicht wahrnehmen konnten. Sie hielten den Arzt, der die Heilung vorgenommen hatte, für einen Gotteslästerer. „Wer ist bloß dieser Mensch“, sagten sie, „dass er Sünden vergibt? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“ Da der Arzt aber Gott war, erkannten er die Gedanken, die sie im Herzen hatten. Wohl glaubten sie, dass Gott dies könnte; sie sahen aber nicht, dass Gott leibhaftig vor ihnen stand. Also wirkte dieser Arzt auch am Leib des Gelähmten, um die innere Lähmung derer zu heilen, die so daher redeten. Er heilte etwas, das sie sehen konnten, damit auch sie glaubten.

So fasse auch du Mut, wenn dein Herz schwach ist, wenn du so krank bist, dass du, angesichts dessen, was in der Welt vor sich geht, nichts Gutes mehr tun kannst. Bist du in deinem Inneren gelähmt, so fasse Mut. Lass uns miteinander das Dach der heiligen Schrift erklimmen, um dann hinabzusteigen bis zu den Füßen des Herrn.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #593 am: 17. Januar 2015, 10:26:16 »
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Brief an die Hebräer 4,12-16.
Lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;
vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden.
Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.
Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.

Psalm 19(18),8.9.10.15.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,

den Unwissenden macht es weise.
Die Befehle des Herrn sind richtig,
sie erfreuen das Herz;

das Gebot des Herrn ist lauter,
es erleuchtet die Augen.
Die Furcht des Herrn ist rein,

sie besteht für immer.
Die Urteile des Herrn sind wahr,
gerecht sind sie alle.

Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen;
was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen,
Herr, mein Fels und mein Erlöser.



Evangelium nach Markus 2,13-17.
In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie.
Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern; denn es folgten ihm schon viele.
Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Kommentar zum Lukasevangelium, 5,23.27
„Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“

Der Apostel Paulus hat gesagt: „Zieht den alten Menschen aus mit seinen Taten und werdet zu neuen Menschen.“ (vgl. Kol 3,9-10)... Das war das Werk, das Christus an Levi vollzogen hat, als er ihn rief; er hat ihn wiederhergestellt und aus ihm einen neuen Menschen gemacht. Deshalb lädt der einstige Zöllner als neues Geschöpf Christus zum Festmahl, weil Christus Gefallen an ihm findet und er selbst es verdient, seinen Teil am Glück mit Christus zu erhalten... Er folgte ihm von nun an, glücklich, leicht, überfließend vor Freude.

„Ich werde kein Zöllner mehr sein, so sagte er; ich werde nicht mehr den alten Levi abgeben; ich habe Levi ausgezogen und Christus angezogen. Ich fliehe mein erstes Leben; ich möchte nur noch Dir folgen, Herr Jesus, der Du meine Wunden heilst. Wer kann mich von der Liebe Gottes scheiden, die in Dir ist? Bedrängnis? Angst? Hunger? (vgl. Röm 8,35). Ich hänge Dir an durch den Glauben, wie als wäre ich mit Nägeln befestigt, und ich werde zurückgehalten durch die Fesseln der Liebe. Alle Deine Gebote werden für mich wie ein Brenneisen sein, das ich in meine Wunden lege; das Heilmittel beißt, doch es entfernt die Entzündung des Geschwürs. Schneide also mit Deinem mächtigen Schwert, Herr Jesus, die stinkende Fäulnis meiner Sünden aus; komm schnell, um die verborgenen, heimlichen und verschiedenartigen Leidenschaften aufzuschneiden. Reinige alle Entzündungen durch das Bad der Erneuerung.

„Hört mich an, ihr Menschen, die ihr am Boden klebt, die ihr Gedanken in euch tragt, die wie trunken sind von euren Sünden. Auch ich, Levi, war verletzt durch ähnliche Leidenschaften. Doch ich habe einen Arzt gefunden, der im Himmel wohnt und der seine Heilmittel auf Erden verteilt. Er allein kann meine Wunden heilen, denn er selbst hat keine. Er allein kann aus meinem Herzen den Schmerz nehmen und von meiner Seele die Schwäche, denn er kennt alles, was verborgen ist.“
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« Antwort #594 am: 18. Januar 2015, 09:31:25 »
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Erstes Buch Samuel 3,3b-10.19.
In jenen Tagen schlief der junge Samuel im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand.
Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der Herr den Samuel wieder, zum drittenmal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich wieder ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der Herr, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.

Psalm 40(39),2.4ab.7-8a.8b-9.10.
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn.
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund,
einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag' ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.




Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 6,13c-15a.17-20.
Brüder! Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.
Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!

Evangelium nach Johannes 1,35-42.
In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?
Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus.
Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Basileios von Seleukia (? – um 468), Bischof
Predigt zu Ehren des hl. Andreas, 3-4; PG 28, 1103
„Andreas führte seinen Bruder zu Jesus“

Andreas hatte das Wort Moses verstanden: „Der Herr, dein Gott, wird dir einen Propheten wie mich erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören“ (Dtn 18,15). Jetzt vernimmt er den Ausruf Johannes‘ des Täufers: „Seht, das Lamm Gottes“ (Joh 1,29). Sobald er Jesus sah, ging er spontan auf ihn zu. Er erkannte den von der Prophetie angekündigten Propheten und führte seinen Bruder zu dem, den er gefunden hatte. Er zeigte dem Petrus den Schatz, den dieser nicht kannte: „Wir haben den Messias gefunden, den wir ersehnt haben. Wir haben auf sein Kommen gewartet, jetzt haben wir ihn vor Augen. Wir haben ihn gefunden, auf den zu warten die große Stimme der Propheten uns befohlen hat. Jetzt, jetzt ist er zu uns gebracht worden, den die Gnade ankündigte und den zu sehen die Liebe hoffte.“

Andreas suchte also seinen Bruder Simon auf und teilte mit ihm den Anblick des Schatzes. Er führte Petrus zum Herrn. Erstaunliches Wunder! Noch ist Andreas nicht Jünger, und schon ist er Menschenführer. Beim Lehren beginnt er zu lernen und erwirbt die Würde eines Apostels. „Wir haben den Messias gefunden. Nach so vielen schlaflosen Nächten am Ufer des Jordan haben wir gefunden, wonach wir uns sehnten“.

Petrus folgte eilends dieser Einladung. Er war der Bruder des Andreas und ging voran mit brennendem Herzen und wachen Ohren… Wenn er später eine bewundernswerte Haltung einnahm, dann hatte er sie dem zu verdanken, was Andreas gesät hatte. Die Ehre, die man einem von beiden erweist, fällt ungeschmälert auf den anderen zurück. Denn was der eine besitzt, gehört auch dem anderen, und der eine kann sich der Ehre rühmen, die dem anderen gebührt.
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« Antwort #595 am: 19. Januar 2015, 08:11:44 »
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Brief an die Hebräer 5,1-10.
Jeder Hohepriester wird aus den Menschen ausgewählt und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.
Er ist fähig, für die Unwissenden und Irrenden Verständnis aufzubringen, da auch er der Schwachheit unterworfen ist;
deshalb muss er für sich selbst ebenso wie für das Volk Sündopfer darbringen.
Und keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde, sondern er wird von Gott berufen, so wie Aaron.
So hat auch Christus sich nicht selbst die Würde eines Hohenpriesters verliehen, sondern der, der zu ihm gesprochen hat: Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt,
wie er auch an anderer Stelle sagt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.
Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;
zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden
und wurde von Gott angeredet als «Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks».

Psalm 110(109),1-5.
So spricht der Herr zu meinem Herrn:
Setze dich mir zur Rechten,
und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.
Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus:

«Herrsche inmitten deiner Feinde!»
Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht,
wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;
ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern,

wie den Tau in der Frühe.
Der Herr hat geschworen, und nie wird's ihn reuen:
«Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.»
Der Herr steht dir zur Seite;

er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.


Evangelium nach Markus 2,18-22.
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten.
Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss.
Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Jan von Ruusbroec (1293-1381), Regularkanoniker
Die Zierde der geistlichen Hochzeit, Prolog
„Der Bräutigam ist bei ihnen“

„Seht, der Bräutigam kommt, geht ihm entgegen“ (Mt 25,6)… Dieser Bräutigam ist Christus, und die Braut ist die menschliche Natur, die von Gott als sein Abbild ihm ähnlich geschaffen worden ist“ (Gen 1,26). Zu Beginn hatte Gott dem Menschen den würdigsten, schönsten, reichsten und fruchtbarsten Platz zugewiesen, das Paradies. Gott hatte ihm alle Geschöpfe unterstellt, hatte ihn mit Gnade ausgestattet und ihm eine Befugnis erteilt, dass er, wenn er sich daran hielte, für immer sicher sein konnte der festen und verlässlichen Gemeinschaft mit dem Bräutigam seiner Seele, frei von aller Mühsal, allem Leid und allem Versagen.

Dann aber kam der Böse, der höllische Feind, der voll Eifersucht auf die Braut war; er nahm die Gestalt einer schlauen Schlange an und verführte die Frau und miteinander verführte sie den Mann, und damit die ganze menschliche Natur. Auf diese Weise riss der Feind mit seinen verlogenen Ratschlägen die menschliche Natur, die Braut Gottes, zu Boden. Arm und elend, gefangen und unterdrückt, ging sie in ein fremdes Land, in die Verbannung.

Als Gott aber sah, dass die Zeit gekommen war, und die Leiden seiner Braut ihn mit Mitleid erfüllten, sandte er seinen einzigen Sohn auf die Erde…, in den Schoß der Jungfrau Maria. Dort vermählte sich der Sohn mit seiner Braut, unserer Natur, und vereinte sie mit seiner Person.
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« Antwort #596 am: 20. Januar 2015, 08:18:34 »
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Brief an die Hebräer 6,10-20.
Brüder! Gott ist nicht so ungerecht, euer Tun zu vergessen und die Liebe, die ihr seinem Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und noch dient.
Wir wünschen aber, dass jeder von euch im Blick auf den Reichtum unserer Hoffnung bis zum Ende den gleichen Eifer zeigt,
damit ihr nicht müde werdet, sondern Nachahmer derer seid, die aufgrund ihres Glaubens und ihrer Ausdauer Erben der Verheißungen sind.
Als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Höheren schwören konnte,
und sprach: Fürwahr, ich will dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen überaus zahlreich machen.
So erlangte Abraham durch seine Ausdauer das Verheißene.
Menschen nämlich schwören bei dem Höheren; der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und schließt jeden weiteren Einwand aus;
deshalb hat Gott, weil er den Erben der Verheißung ausdrücklich zeigen wollte, wie unabänderlich sein Entschluss ist, sich mit einem Eid verbürgt.
So sollten wir durch zwei unwiderrufliche Taten, bei denen Gott unmöglich täuschen konnte, einen kräftigen Ansporn haben, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen.
In ihr haben wir einen sicheren und festen Anker der Seele, der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang;
dorthin ist Jesus für uns als unser Vorläufer hineingegangen, er, der nach der Ordnung Melchisedeks Hoherpriester ist auf ewig.

Psalm 111(110),1-2.4-5.9.10c.
Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen
im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
Groß sind die Werke des Herrn,
kostbar allen, die sich an ihnen freuen.

Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,
der Herr ist gnädig und barmherzig.
Er gibt denen Speise, die ihn fürchten,
an seinen Bund denkt er auf ewig.

Er gewährte seinem Volk Erlösung
und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten.
Furchtgebietend ist sein Name und heilig,
sein Ruhm hat Bestand für immer.



Evangelium nach Markus 2,23-28.
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.
Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten -
wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Balduin von Ford (? - um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Das Altarsakrament
„Der Sabbat ist für den Menschen da“

     Das wahre Glück besteht im heiligen Ausruhen und in der heiligen Sättigung, deren Symbole Sabbat und Manna sind. Der Herr hat mit Sabbat und Manna seinem Volk Rast und Sättigung verschafft und so die echte Glückseligkeit vorabgebildet, die er denen schenken will, die ihm gehorchen. Dann aber tadelt er sein Volk wegen seines Ungehorsams, durch den es höchst erstrebenswerte Güter verlieren könnte: „Wie lange noch wollt ihr euch weigern, meine Gebote und Weisungen zu befolgen?“(Ex 16,28)... Auf diese Frage des Herrn hin fordert Mose seine Brüder auf, die Wohltaten des Herrn recht zu betrachten: „Denkt daran, der Herr hat euch den Sabbat gegeben; daher gibt er auch am sechsten Tag Brot für zwei Tage, damit ihr einwilligt, ihm zu dienen.“ Dieser Hinweis will besagen, dass Gott seinen Erwählten ein Ausruhen von mühseliger Arbeit verschaffen wird und Tröstungen in diesem und im künftigen Leben.
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« Antwort #597 am: 21. Januar 2015, 08:11:06 »
 ;ksghtr kz12)

Psalm 110(109),1.2.3.4.
So spricht der Herr zu meinem Herrn:
Setze dich mir zur Rechten,
und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.
Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus:
«Herrsche inmitten deiner Feinde!»

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht,
wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;
ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern,
wie den Tau in der Frühe.

Der Herr hat geschworen, und nie wird's ihn reuen:
«Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.»


Evangelium nach Markus 3,1-6.
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.
Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Petrus Chrysologus (um 406 - 450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt über das Geheimnis der Menschwerdung, 148 ; PL 52, 596
Christus heilt die Lähmung unserer Glieder und unseres Herzens

        Christus wurde nicht auf normale Weise Mensch, sondern durch ein Wunder; das widerspricht zwar der Vernunft, nicht aber der göttlichen Kraft; es hat mit dem Schöpfer zu tun, nicht mit der Natur; es ist nicht die Regel, sondern es ist einzigartig; göttlich, nicht menschlich. Die Menschwerdung Christi ereignete sich nicht mit Notwendigkeit, sondern durch Macht ... Sie war Mysterium des Glaubens, Neuwerdung und Heil für den Menschen. Derjenige, der selbst nie geboren wurde, formte den Menschen aus unberührtem Lehm (Gen 2,7), schuf ihn anfänglich mit einem unversehrten Körper. Die Hand, die sich in ihrer Güte zu unserer Erschaffung der Tonerde bediente, hatte in gleicher Weise die Güte, sich unseres Fleisches anzunehmen, um es neu zu schaffen...


      Mensch, warum verachtest du dich dermaßen, wo du doch für Gott so kostbar bist? Warum, wo Gott dich doch so in Ehren hält, bringst du dich selbst so in Schande? Warum versuchst du herauszufinden, wie du gemacht wurdest, und nicht, in welcher Absicht du geschaffen wurdest? Wurde denn nicht die ganze Welt, die du siehst, als Aufenthaltsort für dich gemacht ?…


      Christus nimmt Fleisch an, um der verdorbenen Natur ihre ganze Unversehrtheit zurückzugeben. Er nimmt es auf sich, Kind zu sein, gefüttert zu werden, er durchläuft nacheinander die einzelnen Lebensalter, um das eine, vollkommene und unvergängliche Lebensalter wiederherzustellen, das er selbst geschaffen hat. Er trägt den Menschen, damit dieser nicht mehr fallen kann. Den er als irdisches Wesen geschaffen hatte, ihn machte er zum himmlischen Wesen; dem, den er mit einem menschlichen Geist ausgestattet hatte, gibt er das Leben eines göttlichen Geistes. So hebt er ihn ganz zu Gott hinauf, um nichts mehr in ihm zu belassen, was mit Sünde, Tod, Arbeit, Schmerz und Erde zu tun hat. Das erwirkt unser Herr Jesus Christus für uns, der Gott ist, der mit dem Vater in der Einheit des Hl. Geistes lebt und regiert, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
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« Antwort #598 am: 22. Januar 2015, 08:11:30 »
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Brief an die Hebräer 7,25-28.8,1-6.
Brüder! Jesus kann die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.
Ein solcher Hoherpriester war für uns in der Tat notwendig: einer, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel;
einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat.
Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohenpriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.
Die Hauptsache dessen aber, was wir sagen wollen, ist: Wir haben einen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat,
als Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr selbst aufgeschlagen hat, nicht etwa ein Mensch.
Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen; deshalb muss auch unser Hoherpriester etwas haben, was er darbringen kann.
Wäre er nun auf Erden, so wäre er nicht einmal Priester, da es hier schon Priester gibt, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen.
Sie dienen einem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge, nach der Anweisung, die Mose erhielt, als er daranging, das Zelt zu errichten: Sieh zu, heißt es, dass du alles nach dem Urbild ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt wurde.
Jetzt aber ist ihm ein um so erhabenerer Priesterdienst übertragen worden, weil er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.

Psalm 40(39),7-8.9.10.17.
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.

In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag' ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,

meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.
Alle, die dich suchen, frohlocken;
sie mögen sich freuen in dir.
Die dein Heil lieben, sollen immer sagen:

Groß ist Gott, der Herr.


Evangelium nach Markus 3,7-12.
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa,
aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat.
Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes!
Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Athanasius (295 - 373), Bischof von Alexandrien und Kirchenlehrer
Die Menschwerdung des Wortes, 8
„Alle, die ein Leiden hatten, drängten sich an ihn heran, um ihn zu berühren“

Das Wort Gottes, unkörperlich, unzerstörbar, unstofflich, ist auf unsere Erde gekommen, war uns aber auch vorher nicht fern. Er entzog tatsächlich keinem Teil der Schöpfung seine Gegenwart. Denn er, der bei seinem Vater wohnte, erfüllte alles. Gegenwärtig aber ist er geworden, indem er sich aus Liebe zu uns erniedrigte, und er hat sich uns offenbart... Er hat sich des Menschengeschlechts erbarmt, hatte Mitleid mit unserer Schwachheit und hat sich in die Vergänglichkeit unserer irdischen Existenz herabbegeben. 


Er hat es nicht hingenommen, dass der Tod über uns herrsche. Er wollte nicht mit ansehen, dass das, was er begonnen hatte, zerstört werde, und dass das, was der Vater mit der Erschaffung der Menschen getan hatte, zum Scheitern verurteilt sein solle. Er hat also einen Leib angenommen, einen, der sich von unserem Leib nicht unterscheidet... Im Schoß der Jungfrau hat er sich selbst den Tempel seines Leibes geschaffen. Sein Leib diente ihm dazu, sich den Menschen zu erkennen zu geben und darin zu wohnen. Nachdem er einen Leib wie den unsrigen angenommen hatte, hat er ihn, da wir alle der Verderbnis des Todes unterworfen sind, für uns alle dem Tod ausgeliefert und ihn seinem Vater dargebracht. Er hat dies aus Liebe zu den Menschen getan.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #599 am: 23. Januar 2015, 08:08:59 »
 ;ksghtr ;gggds ;mloda

Brief an die Hebräer 8,6-13.
Brüder! Jetzt ist unserem Hohenpriester ein um so erhabenerer Priesterdienst übertragen worden, weil er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.
Wäre nämlich jener erste Bund ohne Tadel, so würde man nicht einen zweiten an seine Stelle zu setzen suchen.
Denn er tadelt sie, wenn er sagt: Seht, es werden Tage kommen - spricht der Herr -, in denen ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde,
nicht wie der Bund war, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägypten herauszuführen. Sie sind nicht bei meinem Bund geblieben, und darum habe ich mich auch nicht mehr um sie gekümmert - spricht der Herr.
Das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe - spricht der Herr: Ich lege meine Gesetze in ihr Inneres hinein und schreibe sie ihnen in ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.
Keiner wird mehr seinen Mitbürger und keiner seinen Bruder belehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie alle, klein und groß, werden mich erkennen.
Denn ich verzeihe ihnen ihre Schuld, und an ihre Sünden denke ich nicht mehr.
Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Untergang nahe.

Psalm 85(84),8.10.11-12.13-14.
Erweise uns, Herr deine Huld,
und gewähre uns dein Heil!
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.
Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.

Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.




Evangelium nach Markus 3,13-19.
In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm.
Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten
und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben.
Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -,
Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -,
dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus
und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 311, 2
„Er setzte Zwölf ein, die er bei sich haben und dann aussenden wollte“

Die glücklichen Apostel… sie sahen als erste Christus am Kreuz hängen, sie beweinten seinen Tod, waren geradezu erstarrt angesichts des Wunders seiner Auferstehung. Bald aber zögerten sie – außer sich vor Liebe durch diese Manifestation seiner Macht – nicht mehr, ihr Blut zu vergießen, um die Wahrheit dessen zu bezeugen, was sie gesehen hatten. Bedenkt, meine Brüder, was diesen Menschen abverlangt wurde: aufzubrechen in alle Welt und davon zu predigen, dass ein Toter auferweckt und in den Himmel aufgefahren ist; für die Verkündigung dieser Wahrheit mit allem zu bezahlen, was einer verrückten Welt gefällt: Entbehrung, Verbannung, Kerker, Folter, Scheiterhaufen, wilde Tiere, Kreuzigung und Tod. Und das für etwas, was sie nicht kannten?

Starb Petrus um seiner eigenen Glorie willen? Predigte er zu seinem eigenen Nutzen? Er war es, der starb: ein anderer wurde verherrlicht. Er war es, der getötet wurde: ein anderer wurde angebetet. Allein das Feuer der Liebe kann zusammen mit dem Durchdrungensein von der Wahrheit einen derartigen Wagemut erklären! Was sie gepredigt haben, haben sie auch gesehen. Man stirbt nicht für eine Wahrheit, derer man sich nicht sicher ist. Oder sollten sie verleugnen, was sie gesehen haben? Sie haben es nicht verleugnet: Sie haben von dem Toten gepredigt, von dem sie wussten, dass er wirklich lebt. Sie wussten, für welches Leben sie ihr Leben hier auf Erden gering schätzten. Sie wussten, um welches Glückes willen sie vergängliche Prüfungen bestehen und um welcher Belohnung willen sie all diese Leiden auf sich nehmen sollten. Ihr Glaube! Er wog mehr als die ganze Welt.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

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