Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972098 mal)

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Buch Ezechiel 1,28b.2,1-5.
In jenen Tagen als ich die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete.
Er sagte zu mir: Stell dich auf deine Füße, Menschensohn; ich will mit dir reden.
Als er das zu mir sagte, kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete.
Er sagte zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den abtrünnigen Söhnen Israels, die sich gegen mich aufgelehnt haben. Sie und ihre Väter sind immer wieder von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag.
Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der Herr.
Ob sie dann hören oder nicht - denn sie sind ein widerspenstiges Volk -, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.

Psalm 123(122),1-2.3-4.
Ich erhebe meine Augen zu dir,
der du hoch im Himmel thronst.
Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn,
wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin,
so schauen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott,
bis er uns gnädig ist.

Sei uns gnädig, Herr, sei uns gnädig!
Denn übersatt sind wir vom Hohn der Spötter,
übersatt ist unsre Seele von ihrem Spott,
von der Verachtung der Stolzen.




Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 12,7-10.
Brüder! Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse.
Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.
Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Evangelium nach Markus 6,1b.2-6.
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn.
Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!
Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie.
Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Symeon der Neue Theologe (um 949-1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Katechesen, Nr. 29
Heute an Jesus Christus glauben

Viele sagen immer wieder: „Hätten wir zur Zeit der Apostel gelebt und wären wir gewürdigt worden, Christus zu sehen wie sie, dann wären wir genauso zu Heiligen geworden wie sie.“ Jene wissen nicht, dass Er derselbe ist, der spricht, heute wie gestern, im gesamten Universum... Die heutige Situation ist sicherlich nicht mehr dieselbe wie damals, doch es ist die Situation von heute, im Jetzt, die viel beglückender ist. Sie führt uns leichter zu einem viel tieferen Glauben und zu einer viel tieferen Überzeugung, als wenn wir Ihn mit dem Körper gesehen und gehört hätten.


Denn Er war wirklich ein Mensch, der auftrat, ein Mensch niedriger Stellung; doch jetzt ist er wahrer Gott, Er, der uns verkündet wurde. Damals traf er in leiblicher Gestalt Zöllner und Sünder und aß mit ihnen (vgl. Mt 9,11); jetzt jedoch sitzt er zur Rechten Gottes des Vaters (vgl. Mk 16,19), Er, der niemals von ihm getrennt war... Damals haben selbst die geringsten Menschen Ihn verachtet und gesagt: „Ist das nicht der Sohn der Maria und des Zimmermanns Joseph?“ (vgl. Mk 6,3; Joh 6,42) Heute jedoch beten Ihn die Könige und Fürsten an als Sohn des wahren Gottes, als wahren Gott... Damals wurde er für einen vergänglichen und sterblichen Menschen gehalten unter vielen. Als unsichtbarer Gott jenseits aller Gestalt, ohne Veränderung und ohne Ende, hat er menschliche Gestalt angenommen und sich ganz als Mensch gezeigt, indem er nur als normaler Mensch auftrat. Er hat gegessen, getrunken, geschlafen, geschwitzt und sich ermüdet; er hat alles das getan, was die Menschen tun, ausgenommen die Sünde.


Es war eine große Sache, zu erkennen und zu glauben, dass ein Mensch Gott gleich war, der ja den Himmel gemacht hat, die Erde und alles, was sie umfassen... Doch jener, der heute jeden Tag hört, wie Jesus durch die Heiligen Evangelien den Willen Seines hochgelobten Vaters verkündet und der Ihm nicht mit Gottesfurcht und unter Zittern gehorcht, indem er Seine Gebote erfüllt, der hätte sich auch damals nicht darauf eingelassen, an Ihn zu glauben.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Genesis 28,10-22a.
Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran.
Er kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein.
Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.
Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub auf der Erde. Du wirst dich unaufhaltsam ausbreiten nach Westen und Osten, nach Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe.
Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Wirklich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.
Furcht überkam ihn, und er sagte: Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.
Jakob stand früh am Morgen auf, nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Steinmal auf und goss Öl darauf.
Dann gab er dem Ort den Namen Bet-El - Gotteshaus. Früher hieß die Stadt Lus.
Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt,
wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist,
dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden, und von allem, was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben.

Psalm 91(90),1-2.14-15a.15bc-16.
Wer im Schutz des Höchsten wohnt
und ruht im Schatten des Allmächtigen,
der sagt zum Herrn: «Du bist für mich Zuflucht und Burg,
mein Gott, dem ich vertraue.»

Weil er an mir hängt, will ich ihn retten;
ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Wenn er mich anruft,
dann will ich ihn erhören

Ich bin bei ihm in der Not,
befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem Leben
und lasse ihn schauen mein Heil.»




Evangelium nach Matthäus 9,18-26.
In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig.
Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes;
denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.
Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.
Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah,
sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.
Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf.
Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (?-um 560), Hymnendichter
Hymnus 23
„Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt“

Wie die an Blutfluss leidende Frau werfe ich mich dir zu Füßen, o Herr, damit du mich vom Leiden erlöst und mir die Vergebung meiner Sünden gewährst, um aus tiefster Herzensreue zu dir zu rufen: „Heiland, rette mich“ ...

Sie kam sich versteckend zu dir, Heiland, weil sie annahm, du seist bloß ein Mensch, doch ihre Heilung gab ihr zu verstehen, dass du Gott und Mensch in einem bist. Im Verborgenen hat sie den Saum deines Gewandes berührt, weil sie sich in ihrem Innersten fürchtete..., weil sie sich sagte: „Wie werde ich mich vor demjenigen, der alles sieht, zeigen können, ich, die ich mit meiner Schande befleckt bin? Wenn der Ganz-Reine meinen Blutfluss sieht, wird er sich meiner Unreinheit wegen von mir abwenden, und dies wird für mich dann noch unerträglicher als meine Wunde sein, wenn er sich nämlich von mir trotz meines Schreis: „Heiland, rette mich!“, abwenden wird.

Sobald man mich sieht, stößt man mich weg: ‚Wo willst du hin? Sei dir doch deiner Schande bewusst, Frau, merke doch, wer du bist und wem du dich gerade nähern willst! Du, die Unreine, willst dem Ganz-Reinen nahe kommen! Geh, und reinige dich, und erst wenn du dich von dem Schmutz deiner Schande gereinigt hast, kannst du zu ihm kommen und schreien: Heiland, rette mich!‘ – Ihr wollt mir mehr Leid zufügen, als das, was ich bereits zu tragen habe? Ich weiß sehr wohl, dass er rein ist und genau deswegen werde ich auch zu ihm hingehen, um von Schmach und Schande geheilt zu werden.

Die Quelle verströmt ihr Wasser für alle: Mit welchem Recht wollt ihr sie daran hindern?... Ihr seid doch Zeugen seiner Heilungen... Jeden Tag ermuntert er uns, in dem er uns sagt: ‚Kommt alle zu mir, die ihr unter euren Gebrechen leidet, ich kann euch Ruhe verschaffen` (Mt 11,28). Er liebt es, die Gabe der Heilung einem jeden zu schenken. Und ihr, warum geht ihr mich so hart an und hindert mich daran zu ihm zu rufen: Heiland, rette mich!“

„Sei von nun an unverzagt, Frau, ... du sollst Heilung erlangen... Dies ist nicht das Werk meiner Hände, sondern das Werk deines Glaubens. Denn viele haben den Saum meines Gewandes berührt, doch keine Kraft daraus geschöpft, da sie keinen Glauben besaßen. Du hast mich in großem Vertrauen berührt und du bist gesund geworden, deshalb hab ich dich jetzt vor alle anderen hingestellt, damit du sagst: Heiland, rette mich.“
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Buch Genesis 32,23-33.
In jener Zeit stand Jakob in der Nacht auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.
Er nahm sie und ließ sie den Fluss überqueren. Dann schaffte er alles hinüber, was ihm sonst noch gehörte.
Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.
Als der Mann sah, dass er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihn aufs Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang.
Der Mann sagte: Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.
Jener fragte: Wie heißt du? Jakob, antwortete er.
Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel - Gottesstreiter-; denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen.
Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.
Jakob gab dem Ort den Namen Penuël - Gottesgesicht - und sagte: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch mit dem Leben davongekommen.
Die Sonne schien bereits auf ihn, als er durch Penuël zog; er hinkte an seiner Hüfte.
Darum essen die Israeliten den Muskelstrang über dem Hüftgelenk nicht bis auf den heutigen Tag; denn er hat Jakob aufs Hüftgelenk, auf den Hüftmuskel geschlagen.

Psalm 17(16),1-2.3ab.5.6-7.8b.9a.15.
Höre, Herr, die gerechte Sache,
achte auf mein Flehen,
vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!
Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil;
denn deine Augen sehen, was recht ist.

Prüfst du mein Herz,
suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich,
dann findest du an mir kein Unrecht.
Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte,
meine Füße wanken nicht auf deinen Pfaden.

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Wunderbar erweise deine Huld!
Du rettest alle, die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen.

Birg mich im Schatten deiner Flügel,
vor den Frevlern, die mich hart bedrängen.
Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen,
mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.




Evangelium nach Matthäus 9,32-38.
In jener Zeit brachte man zu Jesus einen Stummen, der von einem Dämon besessen war.
Er trieb den Dämon aus, und der Stumme konnte reden. Alle Leute staunten und sagten: So etwas ist in Israel noch nie geschehen.
Die Pharisäer aber sagten: Mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden.
Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Vinzenz von Paul (1581-1660), Priester, Ordensgründer
Geistliche Unterredungen mit Missionaren
„Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“

Es gibt nicht wenige Menschen, die es dabei belassen, ihr Äußeres in Ordnung zu bringen und ihr Inneres mit großen Gefühlen gegenüber Gott zu füllen... Sie begnügen sich mit angenehmen Gesprächen, die sie im Gebet mit Gott führen... Täuschen wir uns nicht: unsere Aufgabe besteht ganz und gar darin, dass wir Taten folgen lassen. Das ist so wahr, dass der hl. Apostel Johannes uns erklärt, es seien ausschließlich unsere Werke, die uns ins andere Leben begleiten (Offb 14,13). Denken wir doch einmal darüber nach, umso mehr, als es in diesem Jahrhundert viele gibt, die tugendhaft erscheinen und die es wirklich sind, die aber eher zu einer ruhigen und bequemen Gangart neigen als zu einer mühevollen und echten Hingabe.

Die Kirche wird verglichen mit einer großen Ernte, die nach Arbeitern verlangt, aber nach Arbeitern, die arbeiten. Nichts ist mit dem Evangelium mehr vereinbar, als Erleuchtung und Kraft für die Seele zu sammeln in Gebet, Lesung und Abgeschiedenheit, um dann die Menschen teilhaben zu lassen an dieser geistlichen Nahrung. Das heißt, tun, was unser Herr getan hat, und nach ihm seine Apostel; das heißt, das Amt Marthas mit dem Marias zu verbinden; das heißt, es zu machen wie die Taube, die das Futter, das sie gefunden hat, zur Hälfte verdaut und den Rest mit ihrem Schnabel in die Schnäbel ihrer Jungen steckt, um sie zu nähren. So müssen wir es machen, so müssen wir durch unsere Werke Gott unsere Liebe zu ihm bezeugen. Unsere Aufgabe ist es ganz und gar, Taten folgen zu lassen
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Buch Genesis 41,55-57.42,5-7a.17-24a.
In jenen Tagen, da ganz Ägypten Hunger hatte, schrie das Volk zum Pharao nach Brot. Der Pharao aber sagte zu den Ägyptern: Geht zu Josef! Tut, was er euch sagt.
Als die Hungersnot über das ganze Land gekommen war, öffnete Josef alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter. Aber der Hunger wurde immer drückender in Ägypten.
Auch alle Welt kam nach Ägypten, um bei Josef Getreide zu kaufen; denn der Hunger wurde immer drückender auf der ganzen Erde.
Die Söhne Israels kamen also mitten unter anderen, die auch gekommen waren, um Getreide zu kaufen; denn Hungersnot herrschte in Kanaan.
Josef verwaltete das Land. Er war es, der allen Leuten im Lande Getreide verkaufte. So kamen Josefs Brüder und warfen sich vor ihm mit dem Gesicht zur Erde nieder.
Als Josef seine Brüder sah, erkannte er sie. Aber er gab sich ihnen nicht zu erkennen, sondern fuhr sie barsch an. Er fragte sie: Wo kommt ihr her? Aus Kanaan, um Brotgetreide zu kaufen, sagten sie.
Dann ließ er sie für drei Tage in Haft nehmen.
Am dritten Tag sagte Josef zu ihnen: Tut folgendes, und ihr werdet am Leben bleiben, denn ich fürchte Gott:
Wenn ihr ehrliche Leute seid, soll einer von euch Brüdern in dem Gefängnis zurückgehalten werden, in dem ihr in Haft gewesen seid. Ihr anderen aber geht und bringt das gekaufte Getreide heim, um den Hunger eurer Familien zu stillen.
Euren jüngsten Bruder aber schafft mir herbei, damit sich eure Worte als wahr erweisen und ihr nicht sterben müsst. So machten sie es.
Sie sagten zueinander: Ach ja, wir sind an unserem Bruder schuldig geworden. Wir haben zugesehen, wie er sich um sein Leben ängstigte. Als er uns um Erbarmen anflehte, haben wir nicht auf ihn gehört. Darum ist nun diese Bedrängnis über uns gekommen.
Ruben entgegnete ihnen: Habe ich euch nicht gesagt: Versündigt euch nicht an dem Kind! Ihr aber habt nicht gehört. Nun wird für sein Blut von uns Rechenschaft gefordert.
Sie aber ahnten nicht, dass Josef zuhörte, denn er bediente sich im Gespräch mit ihnen eines Dolmetschers.
Er wandte sich von ihnen ab und weinte.

Psalm 33(32),2-3.10-11.18-19.
Preist den Herrn mit der Zither,
spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!
Singt ihm ein neues Lied,
greift voll in die Saiten und jubelt laut!

Der Herr vereitelt die Beschlüsse der Heiden,
er macht die Pläne der Völker zunichte.
Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen,
die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten.

Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
dass er sie dem Tod entreiße
und ihr Leben erhalte in Hungersnot.




Evangelium nach Matthäus 10,1-7.
In jener Zeit rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,
Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,
Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter,
sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Justinus (um 100-160), Philosoph, Märtyrer
Erste Apologie, 39-42
„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe“

Wenn der Geist der Prophetie die Zukunft vorhersagt, dann spricht er so: „[...] von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg“ (Jes 2,3f).

Diese Worte haben sich auf überzeugende Weise bestätigt. Zwölf Männer haben Jerusalem verlassen, um in alle Welt zu gehen. Es waren einfache Leute und sie waren nicht redegewandt. Doch durch Gottes Macht haben sie allen Menschen verkündigt, dass sie von Christus gesandt seien, um allen das Wort Gottes zu bringen. Und wir, die wir früher nichts anderes vermochten, als uns gegenseitig umzubringen, nicht nur, dass wir nicht mehr unsere Feinde bekämpfen, sondern um nicht zu lügen oder unsere Richter irrezuführen, verkünden wir voll Freude Jesus als den Christus und sterben als Märtyrer...

Hört, was über die, die sein Kommen verkünden sollten, gesagt worden ist. Es ist der prophetische König David, der vom Geist der Prophetie inspiriert, spricht: „Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde“ (Ps 19,3). In einer anderen Prophetie, kündet der Geist der Prophetie durch den gleichen David an: „Singt dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde! Verkündet sein Heil von Tag zu Tag! [...] Ihr Nationen frohlocket, denn der Herr hat vom Stamm des Holzes aus Recht gesprochen“ (vgl. Ps 96).

David hat diese Prophetie Fünfzehnhundert Jahre bevor der Mensch gewordene Christus gekreuzigt worden ist, gemacht; und keiner vor ihm und keiner nach ihm wurde zum Heil der ganzen Welt gekreuzigt. Ganz im Gegenteil, zu unserer Zeit wurde Christus gekreuzigt, ist er gestorben, ist er auferstanden von den Toten und ist in den Himmel aufgefahren, wo er herrscht, und diese frohe Botschaft, die in der ganzen Welt durch die Apostel verbreitet worden ist, ist die Freude aller, die die Unsterblichkeit erwarten, die er verheißen hat.
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Buch Genesis 44,18-21.23b-29.45,1-5.
In jenen Tagen trat Juda an ihn heran und sagte: Bitte, mein Herr, dein Knecht darf vielleicht meinem Herrn offen etwas sagen, ohne dass sein Zorn über deinen Knecht entbrennt; denn du bist wie der Pharao.
Mein Herr hat seine Knechte gefragt: Habt ihr einen Vater oder Bruder?
Wir erwiderten meinem Herrn: Wir haben einen alten Vater und einen kleinen Bruder, der ihm noch in hohem Alter geboren wurde. Dessen Bruder ist gestorben; er ist allein von seiner Mutter noch da, und sein Vater liebt ihn besonders.
Du aber hast von deinen Knechten verlangt: Bringt ihn her zu mir, ich will ihn mit eigenen Augen sehen.
Du aber sagtest zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster Bruder nicht mit euch kommt, dürft ihr mir nicht mehr unter die Augen treten.
Als wir zu deinem Knecht, deinem Vater, hinaufgekommen waren, erzählten wir ihm, was mein Herr gesagt hatte.
Als dann unser Vater sagte: Kauft uns noch einmal etwas Brotgetreide!,
entgegneten wir: Wir können nicht hinunterziehen; nur wenn unser jüngster Bruder dabei ist, ziehen wir hinunter. Wir können nämlich dem Mann nicht mehr unter die Augen treten, wenn nicht unser jüngster Bruder dabei ist.
Darauf antwortete uns dein Knecht, mein Vater: Ihr wisst, dass mir meine Frau zwei Söhne geboren hat.
Einer ist von mir gegangen, und ich sagte: Er ist gewiss zerrissen worden. Ich habe ihn bis heute nicht mehr gesehen.
Nun nehmt ihr mir auch den noch weg. Stößt ihm ein Unglück zu, dann bringt ihr mein graues Haar vor Leid in die Unterwelt.
Josef vermochte sich vor all den Leuten, die um ihn standen, nicht mehr zu halten und rief: Schafft mir alle Leute hinaus! So stand niemand bei Josef, als er sich seinen Brüdern zu erkennen gab.
Er begann so laut zu weinen, dass es die Ägypter hörten; auch am Hof des Pharao hörte man davon.
Josef sagte zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Ist mein Vater noch am Leben? Seine Brüder waren zu keiner Antwort fähig, weil sie fassungslos vor ihm standen.
Josef sagte zu seinen Brüdern: Kommt doch näher zu mir her! Als sie näher herangetreten waren, sagte er: Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.
Jetzt aber lasst es euch nicht mehr leid sein, und grämt euch nicht, weil ihr mich hierher verkauft habt. Denn um Leben zu erhalten, hat mich Gott vor euch hergeschickt.

Psalm 105(104),16-17.18-19.20-21.
Er rief den Hunger ins Land,
entzog ihnen allen Vorrat an Brot.
Doch hatte er ihnen einen Mann vorausgesandt:
Josef wurde als Sklave verkauft.

Man spannte seine Füße in Fesseln
und zwängte seinen Hals ins Eisen
bis zu der Zeit, als sein Wort sich erfüllte
und der Spruch des Herrn ihm Recht gab.

Da sandte der König einen Boten und ließ ihn frei,
der Herrscher der Völker ließ ihn heraus.
Er bestellte ihn zum Herrn über sein Haus,
zum Gebieter über seinen ganzen Besitz.




Evangelium nach Matthäus 10,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.
Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.
Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen.
Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyprian (um 200-258), Bischof von Karthago und Märtyrer
Über die Einheit der katholischen Kirche
„Der Friede, den ihr ihm wünscht, soll bei ihm einkehren"

Der Heilige Geist gibt uns diesen Hinweis: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“ (vgl. Ps 33,15) Der Sohn des Friedens soll den Frieden suchen und ihm nachjagen; der, der das Band der Liebe kennt und liebt, soll seine Zunge vor der Sünde der Zwietracht bewahren. Diesen göttlichen Vorschriften und seinen Geboten des Heils fügt der Herr am Vorabend seines Leidens dieses hinzu: „Meinen Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ (Joh 14,27) Das ist das Erbe, das er uns hinterlassen hat: alle Gaben, alle Belohnungen, die er uns in Aussicht gestellt hat, hat er zugleich auch an die Bewahrung des Friedens gebunden. Wenn wir die Erben Christi sind, dann müssen wir auch in seinem Frieden bleiben. Wenn wir die Söhne Gottes sind, dann müssen wir friedliebend sein: „Selig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9) Die Söhne Gottes müssen friedliebend sein, von Herzen sanftmütig, in der Rede einfach, in der Zuneigung gänzlich einmütig, treu verbunden durch die Bande der Einmütigkeit.


Diese Einmütigkeit war einst vorhanden, bei den Aposteln (vgl. Apg 4,32). Und so hält das neue Volk der Gläubigen, treu den Vorschriften des Herrn, die Liebe aufrecht. Das bezeugt die Schrift, die sagt: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.“ (Apg 4,32). Und weiter: „Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.“ (Apg 1,14). Von dort her kam die Wirksamkeit ihrer Gebete: sie konnten sicher sein, dass sie alles erhielten, was sie von der Barmherzigkeit Gottes erbaten.
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Buch Genesis 46,1-7.28-30.
In jener Zeit brach Israel auf mit allem, was ihm gehörte. Er kam nach Beerscheba und brachte dem Gott seines Vaters Isaak Schlachtopfer dar.
Da sprach Gott in einer nächtlichen Vision zu Israel: Jakob! Jakob! Hier bin ich!, antwortete er.
Gott sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters. Fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn zu einem großen Volk mache ich dich dort.
Ich selbst ziehe mit dir hinunter nach Ägypten, und ich führe dich auch selbst wieder herauf. Josef wird dir die Augen zudrücken.
Jakob brach von Beerscheba auf. Die Söhne Israels hoben ihren Vater Jakob, ihre Kinder und ihre Frauen auf die Wagen, die der Pharao geschickt hatte, um ihn zu holen.
Sie nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie in Kanaan erworben hatten, und gelangten nach Ägypten, Jakob und mit ihm alle seine Nachkommen.
Seine Söhne und Enkel, seine Töchter und Enkelinnen, alle seine Nachkommen brachte er mit nach Ägypten.
Jakob schickte Juda voraus zu Josef, um ihn zu sich nach Goschen zu bestellen. So kamen sie ins Gebiet von Goschen.
Josef ließ seinen Wagen anschirren und zog seinem Vater Israel nach Goschen entgegen. Als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte lange.
Israel sagte zu Josef: Jetzt will ich gern sterben, nachdem ich dein Angesicht wieder sehen durfte und weiß, dass du noch am Leben bist.

Psalm 37(36),3-4.18-19.27-28ab.39-40ab.
Vertrau auf den Herrn und tu das Gute,
bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
Freu dich innig am Herrn!
Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.

Der Herr kennt die Tage der Bewährten,
ihr Erbe hat ewig Bestand.
In bösen Zeiten werden sie nicht zuschanden,
sie werden satt in den Tagen des Hungers.

Meide das Böse und tu das Gute,
so bleibst du wohnen für immer.
Denn der Herr liebt das Recht
und verlässt seine Frommen nicht.

Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn,
er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.
Der Herr hilft ihnen und rettet sie,
er rettet sie vor den Frevlern.




Evangelium nach Matthäus 10,16-23.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben!
Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.
Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Aphraat (?-um 345), Mönch und Bischof in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Abhandlungen Nr. 21
„Der Sklave ist nicht größer als sein Herr“

Jesus wurde verfolgt, wie die Gerechten (des Alten Testamentes) verfolgt wurden, damit die Verfolgten von heute, die um des verfolgten Jesu willen verfolgt werden, getröstet seien. Denn Er selbst hat es uns so mitgeteilt: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Sie werden euch hassen, weil ihr nicht von der Welt seid, wie auch ich nicht von der Welt bin“ (Joh 15,19-20; 17,14). „Eure Väter werden euch ausliefern, eure Brüder und eure Verwandten, alle werden euch hassen um meines Namens willen.“ Und dann gibt er ihnen auch noch folgenden Hinweis: „Ihr werdet vor Statthalter und Könige geführt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt: Es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt: Ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Denn nicht ihr werdet dann reden, sondern der Heilige Geist.“


Es ist derselbe Geist, der durch den Mund Jakobs zu seinem Verfolger Esau gesprochen hat; der Geist der Weisheit, der durch den Mund des verfolgten Joseph vor dem Pharao gesprochen hat; der Geist, der durch den Mund des Mose gesprochen hat bei allen Wundern, die er im Land Ägypten gewirkt hat...; der Geist, der durch den Mund des verfolgten David sang, um seinem Verfolger Saul gegen den bösen Geist zu helfen; der Geist, mit dem Elias ausgestattet war und mit dem er Isebel und Ahab, seine Verfolger, zurechtwies...; der Geist, der Jeremia stärkte, so dass er sich tapfer hinstellte und Zidkija zurechtwies; der Geist, der Daniel und seine Brüder im Land Babylon behütet hat; derselbe Geist, der Mardochai und Ester im Land ihrer Gefangenschaft bewahrt hat.


Vernimm, mein Freund, die Namen der Märtyrer, Bekenner und Verfolgten: Abel, Jakob, Josef, Mose, Josua, Jephthah, Samson, Gideon und Barak, David, Samuel, Ezechiel, Elia, Elischa, Micha, Jeremia, Daniel, Hananja und seine Brüder, Judas Makkabäus und seine Brüder ... Das Martyrium Jesu aber war das größte und wertvollste: es übertraf an Leidensmaß und Bekenntniskraft alle Martyrien der Vergangenheit und der Zukunft.
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Buch der Sprüche 2,1-9.
Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst,
der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst,
wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest,
wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen,
dann wirst du die Gottesfurcht begreifen und Gotteserkenntnis finden.
Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.
Für die Redlichen hält er Hilfe bereit, den Rechtschaffenen ist er ein Schild.
Er hütet die Pfade des Rechts und bewacht den Weg seiner Frommen.
Dann begreifst du, was Recht und Gerechtigkeit ist, Redlichkeit und jedes gute Verhalten.

Psalm 34(33),2-4.6.9.12.14-15.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.

Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!
Kommt, ihr Kinder, hört mir zu!
Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen.

Bewahre deine Zunge vor Bösem
und deine Lippen vor falscher Rede!
Meide das Böse, und tu das Gute;
suche Frieden, und jage ihm nach!




Evangelium nach Matthäus 19,27-29.
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Pius XII., Papst von 1939-1958
Enzyklika Fulgens radiatur, 21.03.1947
Europa, kultiviert und evangelisiert von den Söhnen des hl. Bernhard

Wie in vergangenen Jahrhunderten die römischen Legionen auf den konsularischen Straßen ausgezogen sind, weil sie alle Nationen der Herrschaft der Ewigen Stadt unterwerfen wollten, so sind vom Papst unzählige Kohorten von Mönchen, deren Waffen „nicht irdisch waren, sondern aus der Macht Gottes bestanden“ (2 Kor 10,4), ausgeschickt worden, um das Friedensreich Jesu Christi bis an die Enden der Erde aufzurichten, und zwar nicht durch Schwert, Gewalt und Mord, sondern durch Kreuz und Pflug, Wahrheit und Liebe.

Wohin auch immer diese unbewaffneten Truppen, die aus Predigern der christlichen Lehre, aus Handwerkern, Bauern und Lehrern der menschlichen und göttlichen Wissenschaften bestanden, ihren Fuß setzten, wurde der bewaldete oder brachliegende Boden von der Pflugschar aufgebrochen, Künste und Wissenschaften schlugen ihre Wohnstatt auf, die Bewohner legten ihre ungehobelte und unkultivierte Lebensart ab, wurden zu sozialen Beziehungen befähigt und offen für die Kultur; vor ihnen leuchtete als lebendiges Vorbild das Licht des Evangeliums und der Tugend. Zahllose, von der himmlischen Liebe entflammte Apostel durchstreiften die noch unbekannten und unbefriedeten Gebiete Europas; hochherzig haben sie diese mit ihrem Schweiß und ihrem Blut getränkt, ihre Bewohner befriedet und ihnen das Licht der katholischen Wahrheit und der Heiligkeit gebracht...

Es rühmen sich in der Tat nicht nur England, Frankreich, die Niederlande, Friesland, Dänemark, Deutschland und Skandinavien, sondern auch zahlreiche slawische Länder, von diesen Mönchen, die sie als ihren Stolz und als die ruhmreichen Begründer ihrer Zivilisation betrachten, evangelisiert worden zu sein.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Amos 7,12-15.
In jenen Tagen sagte Amazja, der Priester von Bet-El, zu Amos: Geh, Seher, flüchte ins Land Juda! Iss dort dein Brot und tritt dort als Prophet auf!
In Bet-El darfst du nicht mehr als Prophet reden; denn das hier ist ein Heiligtum des Königs und ein Reichstempel.
Amos antwortete Amazja: Ich bin kein Prophet und kein Prophetenschüler, sondern ich bin ein Viehzüchter und ich ziehe Maulbeerfeigen.
Aber der Herr hat mich von meiner Herde weggeholt und zu mir gesagt: Geh und rede als Prophet zu meinem Volk Israel!

Psalm 85(84),9-10.11-12.13-14.
Ich will hören, was Gott redet:
Frieden verkündet der Herr seinem Volk
und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.
Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.

Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.




Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,3-14.
Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,
zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;
durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.
Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt
und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im voraus bestimmt hat:
Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.
Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt;
wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben.
Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.
Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.

Evangelium nach Markus 6,7-13.
In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben,
und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel,
kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen.
Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.
Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf.
Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Botschaft zum 42. Welttag der Berufungen 17/04/2005 (©Liberia Editrice Vaticana)
„Zum ersten Mal sendet er sie aus"

Jesus sagt zu Petrus: „Fahr hinaus auf den See" (Lk 5,4). „Petrus und die ersten Gefährten vertrauten dem Wort Christi und warfen ihre Netze aus"... Wer sein Herz für Christus öffnet, wird nicht nur das Geheimnis seines eigenen Daseins verstehen, sondern auch das seiner eigenen Berufung, und er wird wunderbare Früchte der Gnade heranreifen lassen... Wenn der Christ das Evangelium ohne Abstriche lebt, wird er immer mehr dazu fähig, wie Christus selbst zu lieben und seine Mahnung zu beherzigen: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist" (Mt 5,48). Er strebt danach, innerhalb der Gemeinschaft der Kirche mit den Brüdern in Einheit verbunden zu bleiben und stellt sich in den Dienst an der Neuevangelisierung, um die großartige Wahrheit der heilbringenden Liebe Gottes zu verkünden und zu bezeugen.


Liebe Heranwachsende und Jugendliche, vor allem Euch gegenüber möchte ich die Einladung Christi wiederholen, „hinauszufahren"... Vertraut Ihm, hört auf seine Lehren, richtet Euren Blick auf sein Antlitz, hört beharrlich sein Wort. Laßt zu, daß er all Eurem Suchen und Sehnen, all Euren Idealen und Herzenswünschen Orientierung gibt... Zugleich denke ich an die Worte, die Maria, seine Mutter, in Kana in Galiläa an die Diener richtete: „Was er euch sagt, das tut!" (Joh 2,5). Christus, liebe Jugendliche, bittet Euch „hinauszufahren", und die Jungfrau Maria ermutigt Euch, Ihm ohne Zögern nachzufolgen. Unterstützt von der mütterlichen Fürsprache der Gottesmutter, steige aus allen Teilen der Erde unser inniges Gebet zum himmlischen Vater auf, auf daß Er „Arbeiter für seine Ernte" (Mt 9,38) aussende.


Jesus, Sohn Gottes, in dem die Fülle der Gottheit wohnt, Du berufst alle Getauften, „hinauszufahren" und den Weg der Heiligkeit zu gehen. Erwecke in den Herzen der jungen Menschen die Sehnsucht, in der Welt von heute Zeugen der Macht Deiner Liebe zu sein. Erfülle sie mit Deinem Geist der Stärke und Besonnenheit, damit sie fähig werden, die volle Wahrheit über sich selbst und ihre Berufung zu entdecken.Unser Erlöser, vom Vater gesandt, seine barmherzige Liebe zu offenbaren, schenke Deiner Kirche junge Menschen, die bereit sind, „hinauszufahren" und für ihre Brüder zum Zeichen Deiner erneuernden und heilbringenden Gegenwart zu werden.


Heilige Jungfrau, Mutter des Erlösers,

sichere Führerin auf dem Weg zu Gott und dem Nächsten,

Du hast seine Worte im Innersten Deines Herzens bewahrt (vgl. Lk 2,19).

Stehe mit Deiner mütterlichen Fürsprache den Familien und

kirchlichen Gemeinschaften zur Seite,

damit sie den Heranwachsenden und Jugendlichen dabei helfen,

großherzig auf den Ruf des Herrn zu antworten.

Amen.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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