Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4576862 mal)

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« Antwort #1704 am: 04. März 2015, 13:00:22 »
228 „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr" (Dtn 6,4 nach Mk 12,29). „Was als höchste Größe gelten soll, muß einzig dastehen und daef seinesgleichen nicht haben ... Wenn Gott nicht einzig ist, so ist er nicht Gott" (Tertullian, Marc. 1,3).

229 Der Glaube an Gott bewegt uns, ihm allein uns zuzuwenden als unserem ersten Ursprung und unserem letzten Ziel und nichts ihm vorzuziehen oder an seine Stelle zu setzen.

230 Obwohl Gott sich offenbart, bleibt er doch ein unaussprechliches Geheimnis:„Verstündest du ihn, es wäre nicht Gott" (Augustinus, serm. 52, 6, 16).

231 Der Gott unseres Glaubens hat sich als der, der ist, geoffenbart; er hat sich als „reich an Huld und Treue" zu erkennen gegeben (Ex 34,6). Wahrheit und Liebe sind sein Wesen.

(Katechismus)
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #1705 am: 05. März 2015, 06:45:01 »

Hl. Gregor von Nyssa
Nach Gottes Willen leben

Jedes Wort der Heiligen Schrift lädt uns zur Nachfolge des Herrn ein, der uns in seiner gütigen Allmacht geschaffen hat; wir aber verkehren alles um, zu unserem eigenen Nutzen, wir messen alles daran, ob es uns gefällt. Wir weisen uns Güter selber zu und legen den Rest für unsere Erben zurück. Um Menschen in Not geht es dabei nicht. Um die Armen scheren wir uns nicht. In unseren Herzen ist kein Erbarmen! Sehen wir, dass jemand in unserer Nähe nichts zu essen und auch keine Möglichkeit hat, sich das Nötige zu beschaffen, so denken wir nicht daran, ihm aus seiner Misere herauszuhelfen; wir nehmen ihn so wahr, wie etwa eine Grünpflanze, die mangels Wasser dabei ist, kläglich auszutrocknen. Und dabei wissen wir nicht, wohin mit unserem Geld, und könnten vielen mit unserem Reichtum helfen. So wie die Ergiebigkeit einer einzigen Quelle viele ausgedehnte Felder bewässern kann, so ist der Reichtum eines Hauses in der Lage, viele Arme vor dem Elend zu retten, sofern die Sparsamkeit und der Geiz des Menschen dies nicht vereiteln: wie ein Felsbrocken, der in einen Bach fällt und dessen Lauf umleitet. Lasst uns nicht ausschließlich die Bedürfnisse des Fleisches befriedigen, sondern nach Gottes Willen leben.

1. Predigt über die Liebe zu den Armen: PG 46,463-466
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #1706 am: 06. März 2015, 07:36:07 »

Hl. Gregor von Nyssa
Frucht bringen in Dem, der in der Fülle der Zeit Frucht gebracht hat

„Eine Zyperntraube ist mein Geliebter für mich, in den Weinbergen von En-Gedi“ (Hld 1,14 LXX)... Diese göttliche Traube steht in Blüte vor der Passion und vergießt ihren Wein in der Passion... Am Stock hat die Traube nicht immer die gleiche Gestalt. Sie blüht, sie rundet sich, ist fertig und dann, ganz reif, verwandelt sie sich in Wein. Der Weinberg verheißt also Frucht: Die Frucht ist noch nicht soweit gereift, um schon Wein zu liefern, sie wartet auf die Fülle der Zeit. Sie kann uns aber durchaus schon erfreuen. Noch vor dem Geschmack erfreut sie durch ihren Duft und lässt auf kommende Genüsse hoffen. Sie betört die Sinne der Seele durch den Duft der Hoffnung. Denn die sichere Zusage der erhofften Gnade wird für die, die in der Hoffnung verharren, schon zum Genuss. So verhält es sich auch mit den Zyperntrauben, die Wein verheißen, bevor sie zu Wein werden: sichere Zusage der kommenden Gnade. Wessen Wille sich im Einklang mit dem des Herrn befindet, weil er Tag und Nacht über ihn nachdenkt, der ist „wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken“ (Ps 1,1-3). Deshalb bringt der Weinberg des Herrn, der in der fruchtbaren Erde von En-Gedi, also im Grund der Seele, verwurzelt ist und durch die göttliche Lehre mit Wasser und Dünger versorgt wird, diesen blühenden, weitverzweigten Weinstock hervor, in welchem er, der Weinberg, seinen eigenen Gärtner und Winzer betrachten kann. Glücklich der Acker, dessen Frucht die Schönheit seines Erbauers widerspiegelt! Denn dieser ist das wahre Licht, das wahre Leben, die wahre Gerechtigkeit und viele andere Tugenden mehr. Wenn jemand durch seine Werke dem göttlichen Gemahl ähnlich wird, so sieht er, wenn er die Frucht seines eigenen Gewissens betrachtet, den Gemahl selbst, denn in einem lichtreichen und fleckenlosen Leben spiegelt er das Licht der Wahrheit wieder. Deshalb sagt dieser fruchtbare Weinberg: „Meine Trauben treiben und blühen“ (vgl. Hld 7,13). Der göttliche Gemahl ist selbst diese wahre, ans Holz angeheftete Traube, deren Blut zum Trank des Heiles wird für diejenigen, die um ihres Heiles willen frohlocken.

3. Homilie über das Hohelied der Liebe
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #1707 am: 06. März 2015, 22:14:36 »
Morgenröte - Botschaften

252. Sorgt euch um eure Seele

21. Februar 2015; № 252
Die Mutter Gottes spricht:
Die Missachtung der Gebote meines Sohnes Jesus lässt so viel Gutes entschwinden, weil in den Geboten das Wort Gottes lebt.

Liebe Kinder!
Immer wieder komme ich zu meinen Kindern dieser Erde, um sie zu ermahnen und zu ermutigen.
Die Geschäfte dieser Welt stehen im Vordergrund, doch nicht die Gebote des Vaters im Himmel.
Die wahren Werte des Lebens, sie rücken weit weg und die neuen, eigenen Sichtweisen,- rücken immer näher.
Es ist kalt geworden – sehr kalt.
Auch wenn Menschen sich bemühen um Frieden und Gerechtigkeit, wird es kalt bleiben – und noch kälter werden – wenn die Menschen nicht die Gebote meines Sohnes leben und lieben.
Ohne Glauben – keinen Schutz.
Ohne Glauben – keine Hoffnung.
Ohne Glauben – zu wenig Liebe.
Ich komme zu meinen geliebten Kindern, um sie wachzurütteln und ich werde nicht müde, es immer wieder zu tun.
Einzig alleine setze ich auf Gottes Güte und Barmherzigkeit und ihr sollt und könnt euch mir anschließen.
Gemeinsam kann so vieles bewirkt werden.

Meine Kinder!
Schon vieles wurde gesagt. Schon vieles ist eingetroffen und sehr vieles ist noch nicht geschehen.
Einzig alleine hat dies die Liebe und Barmherzigkeit Gottes hinausgezögert, ja sogar abgehalten.
Auch durch die Gläubigen, die wahren Gläubigen, die von und mit den Geboten Gottes leben und für ihre Brüder und Schwestern beten.

Meine Kinder!
Was gesagt wurde, kann morgen eintreffen.
Was gesagt wurde, kann morgen verwehen.
Sorgt euch um eure Seele. Sie soll im Licht stehen:
Durch Glaube – Hoffnung – und Liebe – in Wort und Tat.
Ja, meine Kinder, viele sprechen viel über das Gute und tun es nie oder gar zu wenig.
Wer wenig sät – wird wenig ernten.
Wer nichts sät – wird nichts ernten.
Wer reichlich sät – wird reichlich ernten.

(Die Mutter Gottes zeigt: Menschen, auch Gottgeweihte, die nicht viel säen.
Manche säen gar nichts. Sie ist sehr traurig darüber.)

Sie gehen so viele Male den Weg des Verderbens – kreuz und quer.
Auch stur geradeaus ihren Weg.
Blind – in ihr Verderben – durch ihre eigene Schuld.

Gott hat in Seiner Güte jedem Menschen auf Erden das Gewissen geschenkt:
und wer es zudeckt – wird den wahren Weg nicht finden;
und wer es belügt – wird sich selbst betrügen;
und wer es hinauswirft – wirft Glaube, Hoffnung und Liebe hinaus.
Versteht, meine Kinder.
Wer nur auf sich schaut – betrügt sich selbst.
Wer keinen Frieden will – lebt nicht in Freiheit
und wer seinen Mitmenschen nicht achtet – wird alles verlieren.
Es kommen Tage – die noch nicht sind –
an denen noch mehr Leid die Erde zerbrechen lässt.
Es kommen Nächte – die noch nicht sind –
in denen noch mehr Unglaube die Menschen zerbrechen lässt.
Deshalb bitte ich die kleine Herde, die wahren Treuen,
nicht nachzulassen im Bestreben nach guten Werken
und nicht aufzugeben eure Gebete, die die Rettung der Welt sein werden.

Meine Kinder!
Es tut euch gut, eurer Seele – eurem Herzen – und eurem Nächsten:
wenn ihr beharrlich bleibt im Gebet.
Die Treuen – die die Gebote meines Sohnes leben und lieben – werden großen Anteil haben am Erbe des Himmels.
Die Treuen – sie sind es.
Sie sind die wahren Kinder Gottes und bleiben es – bis in alle Ewigkeit.

(Die Mutter Gottes zeigt die Treuen. Ihr Platz ist nahe am Throne Gottes. Andere sind weiter weg, sind aber auch sehr glücklich bei Gott zu sein.)

Gott gibt euch so viel!
Im Himmel noch viel, viel mehr!

Ich danke euch, meine Kinder! Ich danke euch!

http://morgenroete.eu/index.php/7-botschaften/262-252-sorgt-euch-um-eure-seele
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #1708 am: 07. März 2015, 07:55:06 »

Hl. Petrus Chrysologus
„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen"

Der diese Worte spricht, war am Boden zerstört. Er wird sich seines Falles bewusst, er bemerkt, dass er zerbricht, er sieht sich in die Sünde verstrickt und er schreit: „Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen...“. Woher hat er diese Hoffnung, diese Sicherheit, dieses Vertrauen? Einzig durch die Tatsache, dass es sich um seinen Vater handelt. „Ich habe", so sagt er sich, „meine Sohnschaft verloren; er jedoch hat nicht aufgehört, Vater zu sein. Es ist nicht nötig, dass ein Fremder bei einem Vater Fürsprache einlegt: Seine Zuneigung allein springt hier ein und fleht aus der Tiefe seines Herzens. Sein väterlicher Schoß stürmt ihn an, von Neuem seinen Sohn durch die Vergebung zu zeugen. Schuldig, wie ich bin, will ich also zu meinem Vater gehen.“ Und als der Vater seinen Sohn sieht, deckt er sofort dessen Schuld zu. Seiner Rolle als Richter zieht er die des Vaters vor. Er ändert sofort den Urteilsspruch in Vergebung um, er, der die Umkehr des Sohnes und nicht sein Verderben herbeisehnt... „Er fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ So also richtet der Vater, so also weist er zurecht: Er schenkt einen Kuss anstelle einer Bestrafung. Die Kraft der Liebe rechnet die Sünde nicht auf, und deshalb erlässt ein Kuss die Fehler seines Sohnes; er deckt sie mit seinen Umarmungen zu. Der Vater offenbart nicht die Sünde seines Kindes, er brandmarkt nicht seinen Sohn – er kümmert sich so sehr um seine Wunden, dass keine Narbe zurückbleibt, keine Ehrlosigkeit. „Wohl dem, dessen Frevel vergeben und dessen Sünde bedeckt ist“ (Ps. 31,1).

2. und 3. Predigt
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« Antwort #1709 am: 08. März 2015, 08:37:14 »
Lk 9,10   Die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus alles, was sie getan hatten. Dann nahm er sie beiseite und zog sich in die Nähe der Stadt Betsaida zurück, um mit ihnen allein zu sein.   

1 Thess 4,3   Das ist es, was Gott will: eure Heiligung.

1 Petr 5,10   Der Gott aller Gnade aber, der euch in (der Gemeinschaft mit) Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wieder aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen.   

2 Tim 2,45 Keiner, der in den Krieg zieht, lässt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, dass sein Heerführer mit ihm zufrieden ist.   Und wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft.

Jer 31,3-4 Aus der Ferne ist ihm der Herr erschienen: / Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, / darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.   Ich baue dich wieder auf, / du sollst neu gebaut werden, Jungfrau Israel. Du sollst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, / sollst ausziehen im Reigen der Fröhlichen.

Mt 26,64   Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.   

« Letzte Änderung: 08. März 2015, 08:47:29 von Tina 13 »
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« Antwort #1710 am: 08. März 2015, 08:55:48 »

Origenes
„Er aber meinte den Tempel seines Leibes"

„Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“... Das eine wie das andere, der Tempel und der Leib Jesu, sind in meinen Augen ein Symbol für die Kirche... Der Tempel wird wieder aufgebaut werden und der Leib wird auferstehen am dritten Tag... Denn der dritte Tag wird anbrechen in einem neuen Himmel und einer neuen Erde (vgl. 2Petr 3,13), wenn die Gebeine, das heißt das ganze Haus Israel (vgl. Ez 37,11), sich aufrichten werden am Tag des Herrn und der Tod besiegt sein wird... So wie der Leib Jesu, den verletzlichen menschlichen Eigenschaften unterworfen, ans Kreuz geschlagen und begraben, dann aber auferweckt wurde, so wurde auch der gesamte Leib der an Christus Glaubenden ans Kreuz geschlagen mit ihm und nicht mehr dieser Leib lebt (vgl. Gal 2,19). Tatsächlich rühmt sich ein jeder von ihnen, wie Paulus, keiner anderen Sache, als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, der ihn zu einem für die Welt Gekreuzigten gemacht hat, und die Welt zu einer für ihn Gekreuzigten (vgl. Gal 6,14)... „Denn wir wurden mit Christus begraben“ sagt Paulus, und er fügt hinzu, wie wenn er schon einen Vorgeschmack der Auferstehung erhalten hätte: „so sollen auch wir als neue Menschen leben“ (vgl. Röm 6,4-9). Einem jeden wurde neues Leben zuteil, das jedoch noch nicht die selige und endgültige Auferstehung ist... Wenn einer also jetzt ins Grab gelegt wird, dann wird er auch eines Tages auferstehen.

Kommentar zum Johannesevangelium 10,20
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« Antwort #1711 am: 09. März 2015, 06:46:18 »

Hl. Ambrosius
Der Glaube der Witwe von Sarepta, die den aufnimmt, den Gott ihr schickt

Warum ist Elija zu einer Zeit, wo die ganze Erde von Hungersnot heimgesucht wurde, zu einer Witwe gesandt worden? Zwei Frauen sind auf einzigartige Weise begnadet: Bei einer Jungfrau steht ein Engel, bei einer Witwe ein Prophet; dort Gabriel, hier Elija. Die Wichtigsten unter den Engeln und Propheten sind dazu beauftragt. Und nicht die Witwenschaft an sich ist verdienstvoll; sie wird es durch die Tugenden, die sie schmücken. Der Geschichte mangelt es nicht an Witwen; eine jedoch, die durch ihr großes Beispiel Mut macht, hebt sich von den anderen ab ... Gott ist für Gastfreundschaft ganz besonders empfänglich: Im Evangelium verspricht er ewigen Lohn für ein Glas frisches Wasser (Mt 10,42), hier seinen Reichtum in unendlicher, verschwenderischer Fülle für eine Handvoll Mehl oder ein wenig Öl. Wie können wir uns für Herren über die Früchte der Erde halten, wenn die Erde selbst doch dauernde Opfergabe ist? ... Wir verdrehen den Sinn des universellen Gebotes: „Alle Bäume mit samenhaltigen Früchten sollen euch zur Nahrung dienen, wie auch allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt“ (Gen 1,29-30). Das Horten von Vorräten bringt uns nur Leere und Not. Wie können wir denn auf die Verheißung hoffen, wenn wir den Willen Gottes nicht tun? Es ist nur rechtens, das Gebot der Gastfreundschaft zu halten und seinen Gästen Ehre zu erweisen; denn sind wir nicht selber Gast hier auf Erden? Wie vollkommen diese Witwe doch ist! Heimgesucht von einer großen Hungersnot, hat sie doch nicht aufgehört, Gott zu verehren. Sie behielt ihre Vorräte nicht für sich, sie teilte mit ihrem Sohn. Es ist ein schönes Beispiel mütterlicher Zärtlichkeit, aber ein noch schöneres Beispiel des Glaubens. Sie hätte ihren Sohn niemandem vorziehen sollen, und was tut sie? Sie stellt den Propheten Gottes über ihr eigenes Leben. Macht es euch bewusst, dass sie nicht nur ein bisschen von ihrem Essen abgetreten hat, sondern ihren ganzen Unterhalt. Sie hat nichts für sich behalten. Wie ihre Gastfreundschaft sie dazu geführt hat, sich ganz zu verschenken, so hat sie ihr Glaube dazu gebracht, gänzlich zu vertrauen.

Über die Witwen; PL 16,247-276
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La Salette 1846



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