Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4663101 mal)

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5872 am: 09. Oktober 2017, 06:45:40 »
Buch Jona 1,1-16.2,1.11.

Das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais:
Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr das Strafgericht an! Denn die Kunde von ihrer Schlechtigkeit ist bis zu mir heraufgedrungen.
Jona machte sich auf den Weg; doch er wollte nach Tarschisch fliehen, weit weg vom Herrn. Er ging also nach Jafo hinab und fand dort ein Schiff, das nach Tarschisch fuhr. Er bezahlte das Fahrgeld und ging an Bord, um nach Tarschisch mitzufahren, weit weg vom Herrn.
Aber der Herr ließ auf dem Meer einen heftigen Wind losbrechen; es entstand ein gewaltiger Seesturm, und das Schiff drohte auseinanderzubrechen.
Die Seeleute bekamen Angst, und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe. Sie warfen sogar die Ladung ins Meer, damit das Schiff leichter wurde. Jona war in den untersten Raum des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief fest.
Der Kapitän ging zu ihm und sagte: Wie kannst du schlafen? Steh auf, ruf deinen Gott an; vielleicht denkt dieser Gott an uns, so dass wir nicht untergehen.
Dann sagten sie zueinander: Kommt, wir wollen das Los werfen, um zu erfahren, wer an diesem unserem Unheil schuld ist. Sie warfen das Los, und es fiel auf Jona.
Da fragten sie ihn: Sag uns, was treibst du für ein Gewerbe, und woher kommst du, aus welchem Land und aus welchem Volk?
Er antwortete ihnen: Ich bin ein Hebräer und verehre Jahwe, den Gott des Himmels, der das Meer und das Festland gemacht hat.
Da bekamen die Männer große Angst und sagten zu ihm: Warum hast du das getan? Denn sie erfuhren, dass er vor Jahwe auf der Flucht war; er hatte es ihnen erzählt.
Und sie sagten zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer sich beruhigt und uns verschont? Denn das Meer wurde immer stürmischer.
Jona antwortete ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, damit das Meer sich beruhigt und euch verschont. Denn ich weiß, dass dieser gewaltige Sturm durch meine Schuld über euch gekommen ist.
Die Männer aber ruderten mit aller Kraft, um wieder an Land zu kommen; doch sie richteten nichts aus, denn das Meer stürmte immer heftiger gegen sie an.
Da riefen sie zu Jahwe: Ach Herr, lass uns nicht untergehen wegen dieses Mannes, und rechne uns, was wir jetzt tun, nicht als Vergehen an unschuldigem Blut an. Denn wie du wolltest, Herr, so hast du gehandelt.
Dann nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer, und das Meer hörte auf zu toben.
Da ergriff die Männer große Furcht vor Jahwe und sie schlachteten für Jahwe ein Opfer und machten ihm viele Gelübde.
Der Herr aber schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches.
Da befahl der Herr dem Fisch, Jona ans Land zu speien.

Buch Jona 2,3.4.5-6.8.10.

In meiner Not rief ich zum Herrn,
und er erhörte mich.
Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe,
und du hörtest mein Rufen.

Du hast mich in die Tiefe geworfen, in das Herz der Meere;
mich umschlossen die Fluten,
all deine Wellen und Wogen
schlugen über mir zusammen.

Ich dachte: Ich bin aus deiner Nähe verstoßen.
Wie kann ich deinen heiligen Tempel wieder erblicken?
Das Wasser reichte mir bis an die Kehle,
die Urflut umschloss mich.

Als mir der Atem schwand, dachte ich an den Herrn,
und mein Gebet drang zu dir, zu deinem heiligen Tempel.
Ich will dir opfern und laut dein Lob verkünden.
Was ich gelobt habe, will ich erfüllen.
Vom Herrn kommt die Rettung.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,25-37.

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort?
Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.
Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben.
Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.
Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter.
Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.
Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid,
ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.
Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?
Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5873 am: 10. Oktober 2017, 06:21:26 »
Brief des Paulus an die Galater 4,22-24.26-27.31.5,1.

Brüder! In der Schrift wird gesagt, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien.
Der Sohn der Sklavin wurde auf natürliche Weise gezeugt, der Sohn der Freien aufgrund der Verheißung.
Darin liegt ein tieferer Sinn: Diese Frauen bedeuten die beiden Testamente. Das eine Testament stammt vom Berg Sinai und bringt Sklaven zur Welt; das ist Hagar -
Das himmlische Jerusalem aber ist frei, und dieses Jerusalem ist unsere Mutter.
Denn es steht in der Schrift: Freu dich, du Unfruchtbare, die nie geboren hat, brich in Jubel aus und jauchze, die du nie in Wehen lagst! Denn viele Kinder hat die Einsame, mehr als die Vermählte.
Daraus folgt also, meine Brüder, dass wir nicht Kinder der Sklavin sind, sondern Kinder der Freien.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!

Psalm 113(112),1-2.3-4.5a.6-7.

Lobet, ihr Knechte des Herrn,
lobt den Namen des Herrn!
Der Name des Herrn sei gepriesen
von nun an bis in Ewigkeit.

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang
sei der Name des Herrn gelobt.
Der Herr ist erhaben über alle Völker,
seine Herrlichkeit überragt die Himmel.

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott,
Wer gleicht ihm, der in der Höhe thront,
der hinabschaut in die Tiefe,
der den Schwachen aus dem Staub emporhebt
und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,29-32.

In jener Zeit als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5874 am: 11. Oktober 2017, 06:43:18 »
Ganz Schottland weiht sich dem Unbefleckten Herzen Mariens

Am 26. Juli 2017 begann ein 40-tägiges Gebet, das am 3. September in die Weihe der schottischen Kirche und des Landes an das Unbefleckte Herz Mariens durch alle katholischen Bischöfe Schottlands eimündete – darunter acht Ortsordinarien und acht emeritierte Bischöfe.
Die Initiative zu diesem 40-tägigen Vorbereitungsgebet ging von Bischof John Keenan aus, dem Bischof der Diözese Paisley. Die Weihe, die auch im Gedenken an das hundertjährige Jubiläum der Erscheinungen der Muttergottes in Fatima getätigt wurde, fand im schottischen Nationalheiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes in Carfin, Diözese Motherwell, statt..
Damit die nationale Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens die Weihe eines betenden Volkes wird, appellierte man an alle Schotten im In- und Ausland und an alle Nachkommen von Schotten auf der ganzen Welt, sich dem Vorbereitungsgebet anzuschließen! 
Welch ein Beispiel für all unsere katholischen Nationen!
______________________________
(1) Vierzig Tage lang hatte die Kirche in Schottland eingeladen, als geistliche Vorbereitung des Landes im Anliegen der Weihe zu beten
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5875 am: 11. Oktober 2017, 06:59:39 »
Hl. Alexander Sauli, Ordensgeneral, Bischof von Aléria und Pavia

* 15. Februar 1534 in Mailand in Italien
† 11. Oktober 1593 in Calosso d'Asti in Italien

Alessandro, Spross einer Adelsfamilie der Lombardei, trat im Alter von 17 Jahren in den neuen Barnabiterorden ein und wurde 1556 zum Priester geweiht. Ab 1563 war er Professor der Philosophie und Theologie in Pavia, wo er ob seines einzigartigen Charismas einen besonderen Ruf als Prediger erlangte. 1567 wurde er Ordensgeneral, 1569 Bischof von Aléria auf Korsika, geweiht von seinem Freund Carlo Borromäus. Die Diözese erblühte durch seinen schier übermenschlichen Einsatz. Alessandro wird deshalb auch der Apostel Korsikas genannt. 1591 wurde er Bischof in Pavia, während einer Visitationsreise starb er.
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5876 am: 11. Oktober 2017, 07:03:25 »
Eine Homilie aus dem 5. Jahrhundert, fälschlicherweise dem hl. Chrysostomus zugeschrieben

„Lehre uns beten“

Das höchste Gut ist das Gebet, das vertrauliche Reden mit Gott. Es schafft Beziehung zu Gott und Einheit mit ihm. So wie die Augen des Körpers beim Anblick des Lichtes erhellt werden, so wird die auf Gott ausgerichtete Seele von seinem unaussprechlichen Licht erleuchtet. Das Gebet fließt nicht aus einer äußerlichen Haltung, sondern kommt aus dem Herzen. Es lässt sich nicht auf Stunden oder festgelegte Zeiten begrenzen, sondern ist ständig am Werk, Tag und Nacht. Begnügen wir uns nicht damit, unsere Gedanken dann Gott zuzuwenden, wenn sie ausschließlich auf das Gebet ausgerichtet sind! Tun wir es, auch wenn andere Beschäftigungen – wie die Sorge um die Armen oder die Durchführung eines guten und nützlichen Werkes – uns in Beschlag nehmen. Auch hier ist es wichtig, Sinn und Sehnsucht auf Gott zu richten, um dem Herrn des Universums eine köstliche, mit dem Salz der Gottesliebe gewürzte Speise anzubieten. Wir können daraus einen großen und lebenslangen Gewinn ziehen, wenn wir darauf einen guten Teil unserer Zeit verwenden.

Das Gebet ist das Licht der Seele, die wahre Erkenntnis Gottes, die Mittlerin zwischen Gott und den Menschen. Es bewirkt, dass die Seele sich zum Himmel erhebt und den Herrn in einer unaussprechbaren Umarmung umfängt. Wie ein Säugling nach seiner Mutter schreit, so schreit die Seele nach Gott und weint, weil sie nach göttlicher Milch dürstet. Sie verleiht ihren tiefsten Sehnsüchten Ausdruck und erhält Geschenke, die alles übersteigen, was man in der Natur wahrnehmen kann. Das Gebet, durch das wir respektvoll vor Gott hintreten, ist die Freude des Herzens und der Friede der Seele.

PG 64, 461
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5877 am: 11. Oktober 2017, 21:33:34 »
Unterwegs mit Maria ins Herz der Alpen

Zu Füßen des Mont-Blanc erhebt sich auf der italienischen Seite, nicht weit von der Schweiz und von Frankreich, das kleine Heiligtum Notre-Dame de la Guérison (Unsere Liebe Frau von der Heilung). Die Wände sind bedeckt mit unzähligen Exvotos, die von Tausenden anonymer Pilger wie von vielen großen italienischen Heiligen und einigen Päpsten, unter ihnen der heilige Johannes Paul II., gestiftet wurden. 
Jedes Jahr im August begibt sich eine Wallfahrt auf einem der traditionellen Wege zu diesem Wallfahrtsort: sie startet an der kleinen Kapelle Notre-Dame des Neiges (Val Ferret, Schweiz) und führt durch das Gebirge nach Courmayeur (Italien). Zur Abschlussmesse versammeln sich regelmäßig etwa 300 Personen zu Füßen der Gottesmutter.
P. Yves Sarrasin, der aus Orsières im Wallis (Schweiz) stammt, gehört zum Dritten Orden der Fraternité Eucharistein. Er ist der Initiator dieser jährlichen Wallfahrt vom „15. August“, die von Notre-Dame des Neiges im Schweizer Wallis zu Notre-Dame de la Guérison auf der italienischen Seite des Mont Blanc führt. „Diese Wallfahrt lässt uns mit Maria gehen“, erklärt Pater Sarrasin.

Übersetzt aus dem Französisch: Zenit
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5878 am: 12. Oktober 2017, 06:56:23 »
Das größte Marienheiligtum der Welt

Vom 10.-12. Oktober 2017 findet am Nationalheiligtum von Aparecida im Bundesstaat São Paulo die 300-Jahrfeier der Jungfrau von Aparecida, der Patronin Brasiliens statt.
1717 warfen Fischer ihre Netze aus und fanden darin die Figur einer Marienstatue ohne Kopf. Ein erneuter Versuch förderte den Kopf zu Tage. Sie warfen von neuem ihre Netze aus und wurden mit einem überreichen Fischfang belohnt.
Die Verehrung der Muttergottes wuchs stetig und den Menschen wurden viele Gnaden zuteil, wenn sie vor der Statue beteten. 1929 wurde „Nossa Senhora Aparecida“ von Papst Pius XI. zur „Königin Brasiliens“ und offiziellen Patronin des Landes erklärt. Sie wird am 12. Oktober gefeiert.
1984 erklärte die brasilianische Bischofskonferenz den Ort zum „Nationalen Heiligtum“. Man schätzt, dass er jährlich von mehr als sieben Millionen Pilgern besucht wird.
Das Heiligtum von Aparecida ist das größte Marienheiligtum der Welt. Papst Franziskus pilgerte am 24. Juli 2013 dorthin bei Gelegenheit des Weltjugendtags (WJT) in Rio.

Übersetzt aus dem Französisch: Zenit
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2017, 06:59:22 von Tina 13 »
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #5879 am: 12. Oktober 2017, 23:21:56 »
Kommentar zum heutigen Evangelium
Symeon der Neue Theologe (um 949-1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen

„Wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“

Woher kommst du? Wie gelangst du hinein, hinein in meine Zelle,
die doch rundum verschlossen ist?
Das ist ein seltsames Geschehen, übersteigt Wort und Gedanken.
Aber dass du in mich hineinkommst, plötzlich, ganz, strahlend;
dass du dich in lichtvoller Gestalt schauen lässt –
wie der Mond in seinem vollen Licht –
das, mein Gott, lässt mich ohne Gedanken und Stimme bleiben!
Wohl weiß ich, du bist gekommen, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen (Lk 1,79),
und ich bin wie betäubt, bin der Sinne und Worte beraubt
bei solch befremdlichem Wunder, das alle Schöpfung, Natur und Worte übersteigt [...]

Wie kann es sein, dass Gott durch Wesen und Natur, durch Macht und Herrlichkeit
außerhalb des Universums ist, doch überall, in allen und besonders in seinen Heiligen?
Wie kann er wissend und wesenhaft sein Zelt in ihnen aufschlagen,
er, der ganz jenseits aller Stofflichkeit ist? Und wie kann er,
der die ganze Schöpfung umfasst, im Innersten der Heiligen sein?
Wie kann er in ihrem Herzen leuchten, das hart ist und aus Fleisch?
Wie tief im Herzen sein und doch außerhalb von allem und alles erfüllend?
Wie kann er des Nachts und des Tages strahlen, und du siehst ihn nicht?

Sag, kann des Menschen Geist alle diese Mysterien verstehen oder in Worte fassen?
Gewiss nicht! Nicht Engel, nicht Erzengel könnten es dir erklären,
sie wären nicht fähig, es dir mit Worten auszudeuten.
Allein der Geist Gottes kennt diese Geheimnisse, weil er göttlich ist
und weil nur er Wesen, Thron und Ewigkeit mit dem Sohn und dem Vater teilt.
Für wen der Geist leuchtet und mit wem er sich in Freiheit verbindet,
dem zeigt er alles in einer Weise, für die es keine Worte gibt [...]
Es ist wie bei einem Blinden: wird er sehend, schaut er zuerst das Licht,
dann auch – welch Wunder! – die ganze Schöpfung.
So tritt auch, wer in seiner Seele vom Geist Gottes erleuchtet worden ist,
sogleich ein in die Gemeinschaft des Lichts und schaut das Licht Gottes,
durch das er alles sieht, oder vielmehr: alles was Gott in seiner Entscheidung
möchte und will, dass er sieht. Und denen, die er durch sein göttliches Licht erleuchtet,
gewährt er die Schau auf alles, was sich im göttlichen Licht befindet.

Hymnen, Nr.29
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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