Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972126 mal)

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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #616 am: 09. Februar 2015, 08:10:03 »
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Buch Genesis 1,1-19.
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis,
und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.
Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser.
Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es,
und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag.
Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es.
Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Gott sah, dass es gut war.
Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es.
Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, dass es gut war.
Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag.
Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen;
sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, die über die Erde hin leuchten. So geschah es.
Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne.
Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten,
über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, dass es gut war.
Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag.

Psalm 104(103),1-2a.5-6.10.12.24.35abc.
Lobe den Herrn, meine Seele!
Herr, mein Gott, wie groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid.

Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet;
in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken.
Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid,
die Wasser standen über den Bergen.

Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern,
sie eilen zwischen den Bergen dahin.
An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels,
aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.

Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Doch die Sünder sollen von der Erde verschwinden,
und es sollen keine Frevler mehr dasein.
Lobe den Herrn, meine Seele!




Evangelium nach Markus 6,53-56.
In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an.
Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort.
Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.
Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer
Kommentar zu Ps 51; PL 75, 581
„Alle, die ihn berührten, wurden geheilt“

Stellen wir uns einen Kranken vor, der in den letzten Zügen liegt… Die Wunde der Seele ist die Sünde, von der die Schrift sagt: „Vom Kopf bis zum Fuß kein heiler Fleck, nur Beulen, Striemen und frische Wunden, sie sind nicht ausgedrückt, nicht verbunden, nicht mit Öl gelindert“ (Jes 1,6). Du, der du verwundet bist, erkenne, dass dein Arzt in dir ist, und zeige ihm die Wunden deiner Sünden. Er, der jeden geheimen Gedanken kennt, er höre, wie dein Herz stöhnt. Deine Tränen sollen ihn anrühren. Sei getrost ein bisschen zudringlich, wenn du bittest (vgl. Lk 11,8). Lass aus deinem Herzengrund immer wieder tiefe Seufzer aufsteigen.

Dein Schmerz möge ihn so berühren, dass er auch zu dir sagt: „Der Herr hat dir deine Sünde vergeben“ (2 Sam 12,13). Rufe laut mit David: „Gott, sei mir gnädig…, nach deiner großen Huld“ (Ps 51,3). Damit wollte er wohl sagen: „Wegen einer tiefen Wunde bin ich in großer Gefahr. Kein Arzt kann sie heilen, es sei denn der allmächtige Arzt kommt mir zu Hilfe“. Für diesen allmächtigen Arzt ist nichts unheilbar. Er heilt unentgeltlich: er stellt mit einem Wort die Gesundheit wieder her. Setzte ich nicht mein Vertrauen auf den Allmächtigen – ich würde nicht mehr hoffen geheilt zu werden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #617 am: 10. Februar 2015, 09:03:34 »
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Buch Genesis 1,20-31.2,1-4.
Und Gott sprach: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen, und Vögel sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen.
Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln. Gott sah, dass es gut war.
Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und bevölkert das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich auf dem Land vermehren.
Es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag.
Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es.
Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, dass es gut war.
Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.
Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.
Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.
So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.
Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.
Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.
Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden. Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte,

Psalm 8,4-5.6-7.8-9.
Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt:

All die Schafe, Ziegen und Rinder
und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.



Evangelium nach Markus 7,1-13.
In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren,  bei Jesus auf.
Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.
Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt.
Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?
Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.
Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.
Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung.
Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden.
Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe.
Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun.
So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandrien (150-um 215), Theologe
Paidagogos, III 89, 94, 98-99
Das neue, den Menschen ins Herz geschriebene Gesetz

Wir haben die zehn von Mose gegebenen Gebote… und alles, was die Lektüre der heiligen Bücher uns nahelegt. Darunter das, was uns Jesaja übermittelt hat: „Wascht euch, reinigt euch! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten, den Witwen, den Waisen! Kommt her, wir wollen sehen, wer Recht hat, spricht der Herr! (Jes 1,16ff)… Aber wir haben auch die Gesetze des Wortes, das Wort Gottes, die Worte der Ermutigung, die nicht vom Finger Gottes auf Steintafeln geschrieben worden sind (Ex 24,12), sondern „in Herzen von Fleisch“ (2 Kor 3,3)… Diese beiden Gesetze dienten dem Wort, um uns zur Menschlichkeit zu erziehen: zunächst durch den Mund Moses, dann durch den Mund der Apostel…

Aber wir brauchen einen Lehrer, der uns diese heiligen Worte auslegt…; er wird uns in den Worten Gottes unterweisen. Die Schule – das ist unsere Kirche; unser einziger Lehrer ist der Bräutigam, der gute Wille eines guten Vaters, die Urweisheit, die Heiligkeit der Erkenntnis. „Er ist die Sühne für unsere Sünden“, sagt der hl. Johannes (1 Joh 2,2); er heilt unsern Leib und unsere Seele, den ganzen Menschen: Jesus, der nicht nur „die Sühne für unserer Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt ist“. Und wie können wir wissen, dass wir ihn erkannt haben? Wenn wir seine Gebote halten (V.3)… „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat“ (V. 6).

Wir als Schüler dieser seligmachenden Pädagogik wollen das schöne Bild der Kirche vervollkommnen und wie kleine Kinder dieser Mutter voll Güte zueilen. Hören wir das Wort Gottes! Preisen wir die beseligende Fügung, die uns durch diesen Lehrer führt und uns als Kinder Gottes heiligt. Wir werden Bürger des Himmels sein, wenn wir Schüler dieses Lehrers auf Erden sind, und dort oben werden wir alles verstehen, was er uns bezüglich des Vaters gelehrt hat.
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« Antwort #618 am: 11. Februar 2015, 14:27:15 »
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Buch Genesis 2,4b-9.15-17.
Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden. Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte,
gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine Feldpflanzen; denn Gott, der Herr, hatte es auf die Erde noch nicht regnen lassen, und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte;
aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens.
Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.
Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.
Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,
doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.

Psalm 104(103),1-2.27-28.29bc.30.
Lobe den Herrn, meine Seele!
Herr, mein Gott, wie groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid,
du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.

Alle warten auf dich,
dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein;
öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.

Nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.




Evangelium nach Markus 7,14-23.
In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage:
Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Er verließ die Menge und ging in ein Haus.
Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes.
Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann?
Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein.
Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft.
All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof
Predigt Nr. 6 über die Seligpreisungen; PG 44,1269
„Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz“ (Ps 51,12)

Wenn du durch die Kraft eines tadelfreien Lebens dein Herz entschlackt hast, wird in dir wieder die göttliche Schönheit aufleuchten. Das gleiche geschieht mit einem Stück Metall, wenn es der Schleifstein vom Rost befreit. Vorher übel verfärbt, glänzt und strahlt es jetzt in der Sonne. So ergeht es dem inneren Menschen, dem, was der Herr „Herz“ nennt: Wenn die Rostflecken, die seine Schönheit entstellt und beeinträchtigt haben, nicht mehr da sind, findet er zurück zu seinem Urbild (Gen 1,27) und wird gut. Denn was der göttlichen Güte ähnlich wird, wird unausbleiblich gut…

So wird auch selig, wer ein reines Herz hat (Mt 5,8); denn dadurch, dass er seine Reinheit wieder entdeckt, entdeckt er, durch dieses Bild, seinen Urgrund. Wer die Sonne in einem Spiegel sieht, der sieht, selbst wenn er nicht zum Himmel aufschaut, die Sonne im Licht des Spiegels genauso gut, wie wenn er die Sonnenscheibe direkt betrachtete. So werdet auch ihr, die ihr zu schwach seid, um das Licht zu fassen, in euch selbst finden, was ihr sucht, wenn ihr euch der Anmut des Bildes zuwendet, das von Anfang an euch eingegossen ist.

Denn Reinheit, Seelenfriede, Distanz zu allem, was böse ist – das ist Göttlichkeit. Wenn du all das hast, besitzt du ganz bestimmt Gott. Wenn dein Herz frei ist von allem Lasterhaften, von aller Leidenschaft, frei von allem Makel, dann bist du glücklich: dein Blick ist klar.
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« Antwort #619 am: 12. Februar 2015, 08:10:20 »
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Buch Genesis 2,18-25.
Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen.
Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht.
Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so dass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.
Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn vom Mann ist sie genommen.
Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.
Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.

Psalm 128(127),1-2.3.4-5.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erwarben, kannst du genießen;
wohl dir, es wird dir gut ergehn.

Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau
drinnen in deinem Haus.
Wie junge Ölbäume sind deine Kinder
rings um deinen Tisch.

So wird der Mann gesegnet,
der den Herrn fürchtet und ehrt.
Es segne dich der Herr vom Zion her.
Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen.



Evangelium nach Markus 7,24-30.
In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben.
Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen.
Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.
Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.
Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.
Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak von Stella (?-um 1171) Zisterziensermönch
Predigt Nr. 33, die 1. zum 2. Fastensonntag
„Jesus zog in das Gebiet von Tyrus“

„Von dort zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück“ (Mt 15,21). Als das Wort Gottes Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat“ (Joh 1,14), ist es vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen (Joh 16,28). „Er war Gott gleich“, verließ das Land des Vaters, „entäußerte sich und wurde wie ein Sklave“ (Phil 2,6-7), war „in der Gestalt des Fleisches, das unter der Macht der Sünde steht“ (Röm 8,3), um sich von denen finden zu lassen, die ihr eigenes Land verlassen, um ihm in der Gegend von Tyrus und Sidon zu begegnen… Sie möge also aus ihrem Land herauskommen, diese Kanaanäerin (Mt 15,22), und an der Landesgrenze auf den Atzt treffen, der aus freien Stücken, aus Barmherzigkeit, sein eigenes Land verlassen hat. Voller Güte zeigt er sich auf fremdem Land dem kranken Menschen, der nicht an ihn hätte herankommen können, wenn er in seinem Land geblieben wäre. Denn als glückseliger, gerechter und starker Gott war er oben, und dem erbärmlichen Menschen war es untersagt, zu ihm hinaufzusteigen… Voller Mitleid hat er also das getan, was der Barmherzigkeit entsprach: er ist zum Sünder hinabgekommen…

Verlassen wir also, Brüder, jeder für seinen Teil, den Ort unserer eigenen Ungerechtigkeit… Hasse die Sünde, und schon hast du sie hinter dich gelassen. Wenn du die Sünde hasst, bist du Christus dort begegnet, wo er ist… Du wirst aber sagen, dass du überfordert bist und dass es ohne die Gnade Gottes für den Menschen unmöglich ist, die Sünde zu hassen, Gerechtigkeit zu ersehnen, nicht mehr sündigen, sondern umkehren zu wollen. „Dem Herrn sei gedankt für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen“ (Ps 107,8). Und wenn ihn nun doch seine Huld dazu bewogen hat, sich in menschlicher Gestalt in die Gegend von Tyrus und Sidon zurückzuziehen, wo die Frau ihm begegnen konnte – dann hat er diese Frau auch aus Gnade insgeheim aus ihrer innersten Wohnung geholt…

Diese Frau verkörpert die Kirche, die von Ewigkeit vorausbestimmt war, in der Zeit gerufen und gerecht gemacht, berufen zur Herrlichkeit am Ende der Zeiten (Röm 8,30). Ohne Unterlass betet sie für ihre Tochter, also für jeden einzelnen der Erwählten.
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« Antwort #620 am: 13. Februar 2015, 08:11:04 »
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Buch Genesis 3,1-8.
Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen;
nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.
Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz.
Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn, unter den Bäumen des Gartens.

Psalm 32(31),1-2.5.6.7.
Wohl dem, dessen Frevel vergeben
und dessen Sünde bedeckt ist.
Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt
und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Da bekannte ich dir meine Sünde
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen.
Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten;
fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.
Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not;
du rettest mich und hüllst mich in Jubel.




Evangelium nach Markus 7,31-37.
In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.
Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.
Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel;
danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!
Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt.
Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ephräm (um 306-373), Diakon in Syrien, Kirchenlehrer
Predigt „Über unseren Herrn“,10-11
„Er legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes“

     Die für den Menschen nicht berührbare göttliche Kraft ist herabgestiegen und hat sich mit einem berührbaren Leib umkleidet, damit die Armen sie berühren können und, durch die Berührung der Menschlichkeit Christi, seine Göttlichkeit erkennen. An Fingern aus Fleisch erspürte der Taubstumme, dass seine Ohren und seine Zunge berührt wurden. Über berührbare Finger nahm er die unberührbare Göttlichkeit wahr, als die Fessel seiner Zunge sich löste und die verriegelten Tore seiner Ohren sich öffneten. Denn der Architekt und Baumeister des Leibes kam zu ihm und schuf mit sanfter Stimme schmerzlos Zugänge in tauben Ohren. Auch stimmte der verschlossene Mund, der bisher kein Wort hervorbringen konnte, das Lob dessen an, der seine Unfruchtbarkeit fruchtbar gemacht hatte.


     Ebenso befeuchtete der Herr Erde mit seinem Speichel und bestrich damit die Augen des Blindgeborenen (Joh 9,6), um uns erkennen zu lassen, dass ihm, wie dem Taubstummen, etwas fehlte. Eine angeborene körperliche Unvollkommenheit wurde korrigiert durch das Ferment aus seinem vollkommenen Leib... Um die Defekte dieser menschlichen Leiber zu beheben, gab der Herr etwas von sich selbst, ganz so, wie er sich selbst zur Speise gibt [in der Eucharistie]. Damit füllt er Mängel auf und erweckt Tote zum Leben. So können wir erkennen, dass durch seinen Leib, „in dem die ganze Fülle Gottes wohnt“ (Kol 2,9), die Mängel unserer Menschlichkeit ausgeglichen werden und dass durch diesen Leib, in dem das wahre Leben ist, den Sterblichen das wahre Leben gegeben ist.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #621 am: 14. Februar 2015, 09:41:48 »
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Apostelgeschichte 13,46-49.
In jenen Tagen sagten Paulus und Barnabas zu den Juden: Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden.
Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.
Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren.
Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend.

Psalm 117(116),1.2.
Lobet den Herrn, alle Völker,
preist ihn, alle Nationen!

Denn mächtig waltet über uns seine Huld,
die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.




Evangelium nach Lukas 10,1-9.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!
Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia, später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilie über die große Ernte, 10,3; PG 63,515-524
„Die Ernte ist groß… Bittet also den Herrn, Arbeiter auszusenden“

Wenn der Landwirt sich zur Ernte bereitet, ist er voller Freude und strahlt. Er fasst weder Mühen noch Schwierigkeiten ins Auge, denen er begegnen könnte. Er hat schon die vollen Scheunen im Kopf und stürzt sich in die jährlich wiederkehrende Erntearbeit. Nichts kann ihn daran hindern, ihn zurückhalten oder in ihm Bedenken hochkommen lassen: weder Regen noch Hagel, weder Trockenheit noch eine Heuschreckenplage. Wer zur Ernte schreitet, kennt derlei Ängste nicht, und so geht er mit Tanz und Freudensprüngen ans Werk.

Ihr müsst es machen wie er und die ganze Erde mit noch viel größerer Freude erfüllen. Es geht um die Ernte. Eure Erntearbeit ist ganz leicht, sie erwartet euch auf gut bestellten Äckern. Die einzige Mühe, die euch abverlangt wird, ist das Reden. Leiht mir eure Zungen, sagt Christus, und ihr werdet erleben, wie reifes Korn in die Scheunen des Königs gelangt.

Deshalb sendet er seine Jünger mit den Worten: „Seid gewiss: ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). Er machte, was schwierig war, einfach. Die Apostel setzten auf sichtbare Weise das Wort Jesajas um: „Ich selbst gehe vor dir her und ebne die Berge ein“ (Jes 45,2). Christus ging vor ihnen her, und er machte den Weg leicht begehbar.
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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #622 am: 15. Februar 2015, 09:55:05 »
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Buch Levitikus 13,1-2.43a-43c.44a-44b.45-46.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet, liegt Verdacht auf Hautaussatz vor. Man soll ihn zum Priester Aaron oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll ihn untersuchen.
Stellt er auf der Hinterkopf- oder auf der Stirnglatze eine hellrote Aussatzschwellung fest, die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig; er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären; er ist an seinem Kopf von Aussatz befallen.
Der Aussätzige, der von diesem Übel betroffen ist, soll eingerissene Kleider tragen und das Kopfhaar ungepflegt lassen; er soll den Schnurrbart verhüllen und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Übel besteht, bleibt er unrein; er ist unrein. Er soll abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.

Psalm 32(31),1-2.5.10-11.
Wohl dem, dessen Frevel vergeben
und dessen Sünde bedeckt ist.
Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt
und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Da bekannte ich dir meine Sünde
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen.
Und du hast mir die Schuld vergeben.

Der Frevler leidet viele Schmerzen, doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.
Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten,
jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!



Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 10,31-33.11,1.
Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut: tut alles zur Verherrlichung Gottes!
Gebt weder Juden noch Griechen, noch der Kirche Gottes Anlass zu einem Vorwurf!
Auch ich suche allen in allem entgegenzukommen; ich suche nicht meinen Nutzen, sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden.
Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme.

Evangelium nach Markus 1,40-45.
In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.
Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!
Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.
Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein:
Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.
Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Paschasius Radbertus (?-um 849), Benediktinermönch
Kommentar zum Matthäusevangelium, 5,8; CCM 56 A, 475-476
"Ich will es. Werde rein."

Der Herr heilt täglich die Seele eines jeden Menschen, der ihn anruft, ihn voller Frömmigkeit anbetet und voller Glauben mit diesen Worten bekennt: „Herr, wenn Du willst, kannst Du mich rein machen.“, wie groß auch immer die Zahl seiner Sünden sei. „Wer mit dem Herzen glaubt… wird Gerechtigkeit… erlangen“ (Röm 10,10). Wir müssen also unsere Bitten mit großer Zuversicht an Gott richten, ohne im Geringsten an seiner Macht zu zweifeln… Das ist auch der Grund, warum der Herr sofort dem Aussätzigen, der ihn anfleht, antwortet: „Ich will es.“ Denn sobald der Sünder mit Glauben zu beten beginnt, kümmert sich die Hand des Herrn um den Aussatz seiner Seele…


Dieser Aussätzige gibt uns einen ausgezeichneten Rat, wie wir beten sollen. Er zweifelt nicht am Willen des Herrn, noch weist er es für sich zurück, an seine Güte zu glauben. Doch weil er sich seiner schweren Sünden bewusst ist, will er diesem Willen nicht vorgreifen. Indem er also sagt, dass der Herr, wenn er es will, ihn rein machen kann, bekräftigt er, dass diese Macht dem Herrn zukommt, während er gleichzeitig seinen Glauben bekennt… Wenn der Glaube schwach ist, muss er zuerst gestärkt werden. Erst dann entfaltet er seine ganze Kraft, um die Heilung der Seele und des Leibes zu erwirken.


Der Apostel Petrus redet nämlich von diesem Glauben, wenn er sagt: „... er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt“ (Apg 15,9)… Der reine Glauben, der in der Liebe gelebt wird, der sich in der Ausdauer kräftigt, sich im Warten geduldig erweist, demütig ist im Bekenntnis, fest im Vertrauen, voller Hochachtung im Bitten und weise in dem, was er erbittet, der kann sicher sein, dass er in jeder Situation jenes Wort des Herrn hören darf: „Ich will es“.     
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #623 am: 16. Februar 2015, 08:07:26 »
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Buch Genesis 4,1-15.25.
Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben.
Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt und Kain Ackerbauer.
Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes dar;
auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer,
aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain ganz heiß, und sein Blick senkte sich.
Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß, und warum senkt sich dein Blick?
Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er es abgesehen, doch du werde Herr über ihn!
Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und erschlug ihn.
Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?
Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden.
So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen.
Wenn du den Ackerboden bestellst, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.
Kain antwortete dem Herrn: Zu groß ist meine Schuld, als dass ich sie tragen könnte.
Du hast mich heute vom Ackerland verjagt, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der Erde sein, und wer mich findet, wird mich erschlagen.
Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt, siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde.
Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set - Setzling -; denn sie sagte: Gott setzte mir anderen Nachwuchs ein für Abel, weil ihn Kain erschlug.

Psalm 50(49),1.8.16bc-17.20-21.
Der Gott der Götter, der Herr, spricht,
er ruft der Erde zu
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
Nicht wegen deiner Opfer rüg' ich dich,
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

„Was zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
Dabei ist Zucht dir verhasst,
meine Worte wirfst du hinter dich.

Von deinem Bruder redest du schändlich,
auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung.
Das hast du getan, und ich soll schweigen?
Meinst du, ich bin wie du?
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.




Evangelium nach Markus 8,11-13.
In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit ihm; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen.
Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden.
Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 126, 4-5
„Was fordert diese Generation ein Zeichen?“

Bewundert die Wunderwerke Gottes und hört auf zu schlafen! Ihr bewundert wohl nur die außergewöhnlichen Wunder? Aber sind diese denn größer als die Wunder, die sich täglich vor euren Augen abspielen? Die Leute staunen darüber, dass unser Herr Jesus Christus Tausende mit fünf Broten satt gemacht hat (Mt 14,19f), sind aber nicht darüber erstaunt, dass ein paar Getreidekörner ausreichen, um der Erde reiche Ernten zu schenken. Sie sind voller Bewunderung darüber, dass der Retter Wasser in Wein verwandelt (Joh 2,19); geschieht nicht das gleiche, wenn die Wurzeln des Weinstocks Regen aufnehmen? Der Urheber dieser Wunder ist derselbe.

Der Herr hat Wunder gewirkt, und doch haben ihn viele gering geschätzt… Sie sagten sich: „Diese Werke sind gottgewirkt, er aber ist nur ein Mensch.“ Du siehst also Beides: einerseits göttliche Werke, andererseits einen Menschen. Wenn diese göttlichen Werke nur von Gott bewirkt werden können, müsste sich dann nicht in diesem Menschen Gott verbergen? Ja, achte sorgfältig auf das, was du siehst, und glaube, was du nicht siehst. Er, der dich dazu aufruft zu glauben, hat dich nicht dir selber überlassen; auch wenn er dich dazu auffordert zu glauben, was du nicht siehst, hat er deinen Augen etwas geschenkt, das dir das zu glauben hilft, was du nicht siehst. Ist etwa die Schöpfung selbst nur ein schwaches Zeichen, eine schwache Offenbarung des Schöpfers? Und dann kommt er noch auf die Welt und wirkt Wunder! Du konntest Gott nicht sehen, aber einen Menschen konntest du sehen: So ist Gott Mensch geworden, damit das, was du siehst, und das, was du glaubst, für dich ein und dasselbe wird.
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La Salette 1846



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