Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972141 mal)

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Privatbotschaft der Muttergottes vom 2. Juni 2015 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo
"Liebe Kinder! Ich möchte über euch wirken, meine Kinder, meine Apostel, damit ich am Ende all meine Kinder dort sammle, wo für euer Glück alles bereit ist. Ich bete für euch, dass ihr mit Werken bekehren könnt, denn die Zeit für die Werke der Wahrheit, für meinen Sohn, ist gekommen. Meine Liebe wird in euch arbeiten, ich werde mich eurer bedienen. Habt Vertrauen in mich, denn alles, was ich möchte, möchte ich zu eurem Wohl - dem ewigen Wohl, geschaffen nach dem himmlischen Vater. Ihr, meine Kinder, meine Apostel, ihr lebt das irdische Leben in Gemeinschaft mit meinen Kindern, die die Liebe meines Sohnes nicht kennen gelernt haben, die mich nicht Mutter nennen; aber fürchtet euch nicht, die Wahrheit zu bezeugen. Wenn ihr euch nicht fürchtet und mutig Zeugnis abgebt, wird die Wahrheit wundersam siegen, aber merkt euch, in der Liebe ist die Kraft. Meine Kinder, Liebe ist Reue, Vergebung, Gebet, Opfer und Barmherzigkeit. Wenn ihr wisst, wie man liebt, werdet ihr mit Werken bekehren, ihr werdet ermöglichen, dass das Licht meines Sohnes in die Seelen dringt. Ich danke euch.
Betet für eure Hirten. Sie gehören meinem Sohn an, Er hat sie gerufen. Betet, dass sie immer die Kraft und den Mut haben, mit dem Licht meines Sohnes zu strahlen."
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam

Heute auch : Hl. Christa, Hl. Filippo Smaldone, Hl. Quirinus, Hl. Werner von Ellerbach

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Alter Hymnus für den Karsamstag: „Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für die Vielen vergossen wird“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Exodus 24,3-8.
In jenen Tagen kam Mose und übermittelte dem Volk alle Worte und Rechtsvorschriften des Herrn. Das ganze Volk antwortete einstimmig und sagte: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.
Mose schrieb alle Worte des Herrn auf. Am nächsten Morgen stand er zeitig auf und errichtete am Fuß des Berges einen Altar und zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels.
Er schickte die jungen Männer Israels aus. Sie brachten Brandopfer dar und schlachteten junge Stiere als Heilsopfer für den Herrn.
Mose nahm die Hälfte des Blutes und goss es in eine Schüssel, mit der anderen Hälfte besprengte er den Altar.
Darauf nahm er die Urkunde des Bundes und verlas sie vor dem Volk. Sie antworteten: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun; wir wollen gehorchen.
Da nahm Mose das Blut, besprengte damit das Volk und sagte: Das ist das Blut des Bundes, den der Herr aufgrund all dieser Worte mit euch geschlossen hat.

Psalm 116(115),12-13.15-16.17-18.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn.

Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.
Du hast meine Fesseln gelöst.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk,




Brief an die Hebräer 9,11-15.
Christus ist gekommen als Hoherpriester der künftigen Güter; und durch das erhabenere und vollkommenere Zelt, das nicht von Menschenhand gemacht, das heißt nicht von dieser Welt ist,
ist er ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen, nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut, und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.
Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh die Unreinen, die damit besprengt werden, so heiligt, dass sie leiblich rein werden,
wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als makelloses Opfer dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen.
Und darum ist er der Mittler eines neuen Bundes; sein Tod hat die Erlösung von den im ersten Bund begangenen Übertretungen bewirkt, damit die Berufenen das verheißene ewige Erbe erhalten.

Evangelium nach Markus 14,12-16.22-26.
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm schlachtete, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm,
bis er in ein Haus hineingeht; dann sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann?
Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen, der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles für uns vor!
Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus.
Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.
Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Alter Hymnus für den Karsamstag
Borgia, Frammenti eucaristici antichissimi, S. 46-50
„Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für die Vielen vergossen wird“

Heute haben wir auf dem Altar schauen dürfen den Herrn Jesus Christus.

Heute wurden wir genährt von der Feuerkohle, in deren Schatten die Cherubim singen (vgl. Jes 6,2 f.).

Heute haben wir die kräftige und süße Stimme vernommen, die uns sagt:


Dieser Leib verzehrt die Stacheln der Sünden, er erleuchtet die Seelen der Menschen.

Dieser Leib wurde von der blutflüssigen Frau berührt und sie wurde von ihrem Leiden geheilt.

Diesen Leib sah die Tochter der Kanaanäerin und wurde geheilt.

Diesem Leib näherte sich die Sünderin mit ganzer Seele und sie wurde befreit aus den Fängen ihrer Sünden.

Diesen Leib hat Thomas berührt und hat ihn erkannt, indem er ausrief: „Mein Herr und mein Gott.“

Dieser Leib, gewaltig und allerhöchst, ist das Fundament unseres Heils.


Einst hat Er, der das Wort und das Leben ist, uns verkündet:

„Dieses Blut wurde für euch vergossen und hingegeben zur Vergebung der Sünden“.

Wir haben getrunken das heilige und unsterbliche Blut, meine Vielgeliebten.

Wir haben, Geliebte, getrunken das Blut, das aus der Seite des Herrn geflossen ist,

das jede Krankheit heilt, das alle Seelen befreit.

Wir haben das Blut getrunken, durch das wir zurückgekauft wurden.

Wir wurden gekauft und unterwiesen, wir wurden erleuchtet.

Seht her, Brüder, welchen Leib wir gegessen haben!

Seht her, Kinder, durch welches Blut wir trunken wurden!

Seht auf den Bund, den wir mit unserem Gott geschlossen haben, damit ihr nicht errötet am furchtbaren Tag, am Tag des Gerichts (vgl. 1 Kor 11,29).


Wer vermag das Geheimnis der Gnade zu preisen?

Wir wurden gewürdigt, am Gnadengeschenk teilzuhaben.

Bewahren wir die Gnade bis zum Ende, um seine selige, süße und heilige Stimme zu hören:

„Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das für euch bereitet wurde“ (vgl. Mt 25,34)...


Geliebte, wir feiern das Wunder der Taufe Jesu (vgl. Mk 10,38),

seine heilige und lebenspendende Auferstehung,

durch welche der Welt das Heil geschenkt wurde.

Wir erwarten alle die selige Vollendung in der Gnade und im Wohlwollen unseres Herrn Jesus Christus:

Ihm sei Herrlichkeit, Ehre und Anbetung.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Tobias 11,5-17.
In jenen Tagen saß Hanna am Weg und hielt nach ihrem Sohn Ausschau.
Als sie ihn kommen sah, rief sie seinem Vater zu: Dein Sohn kommt zurück und mit ihm der Mann, der ihn begleitet hat.
Rafael aber sagte zu Tobias: Ich weiß, dein Vater wird wieder sehen können.
Streich ihm die Galle auf die Augen! Sie wird zwar brennen; aber wenn er sich die Augen reibt, wird er die weißen Flecken wegwischen und wird dich wieder sehen können.
Hanna war inzwischen herbeigeeilt, fiel ihrem Sohn um den Hals und rief: Ich habe dich wieder gesehen, mein Sohn, jetzt kann ich ruhig sterben. Und beide brachen in Tränen aus.
Auch Tobit versuchte, ihm entgegenzugehen, stolperte aber an der Tür. Da lief ihm sein Sohn entgegen
und fing ihn auf. Und er strich seinem Vater die Galle auf die Augen und sagte: Hab keine Angst, mein Vater!
Tobit rieb sich die Augen, weil sie brannten; da begannen die weißen Flecken, sich von den Augenwinkeln aus abzulösen.
Und er konnte seinen Sohn sehen, fiel ihm um den Hals und sagte unter Tränen:
Sei gepriesen, Gott, gepriesen sei dein heiliger Name in Ewigkeit. Gepriesen seien alle deine heiligen Engel. Du hast mich gezüchtigt und hast wieder Erbarmen mit mir gehabt. Denn ich darf meinen Sohn Tobias wieder sehen.
Voll Freude ging der Sohn mit seinem Vater ins Haus und erzählte ihm, was für wunderbare Dinge er in Medien erlebt hatte.
Dann ging Tobit seiner Schwiegertochter bis an das Tor von Ninive entgegen. Er war voll Freude und pries Gott und alle, die ihn sahen, staunten, dass er wieder sehen konnte. Tobit aber bezeugte ihnen, dass Gott Erbarmen mit ihm gehabt hatte.
Als Tobit seiner Schwiegertochter begegnete, segnete er sie und sagte: Sei willkommen, meine Tochter! Gepriesen sei Gott, der dich zu uns geführt hat, und gesegnet seien dein Vater und deine Mutter.

Psalm 146(145),1-2.7.8-9ab.9cd-10.
Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele!
Ich will den Herrn loben, solange ich lebe,
meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Der Herr ist König auf ewig,
dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.




Evangelium nach Markus 12,35-37.
Als Jesus im Tempel lehrte, sagte er: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei der Sohn Davids?
Denn David hat, vom Heiligen Geist erfüllt, selbst gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die Füße.
David selbst also nennt ihn Herr. Wie kann er dann Davids Sohn sein?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Katechismus der Katholischen Kirche
§§ 446-451
„David selbst also nennt ihn Herr“

In der griechischen Übersetzung der Bücher des Alten Testamentes [LXX] wird der nicht auszusprechende Name JHWH, unter dem sich Gott offenbart hat [Vgl. Ex 3,14], mit „Kyrios" [Herr] wiedergegeben. „Herr" wird somit zur gebräuchlichsten Bezeichnung für die Gottheit des Gottes Israels. In diesem strengen Sinn verwendet das Neue Testament den Titel „Herr" für den Vater, aber auch zugleich - und das ist das Neue - für Jesus, der so als Gott selbst anerkannt wird [Vgl. 1 Kor 2,8]. Jesus selbst nimmt auf verhüllte Weise diesen Titel in Anspruch, als er mit den Pharisäern über den Sinn des Psalmes 110 diskutiert [Vgl. Mt 22,41-46 sowie Apg 2,34-36; Hebr 1,13]. Ausdrücklich gebraucht er den Titel „Herr" im Gespräch mit den Jüngern [Vgl. Joh 13,13]. Während seines ganzen öffentlichen Lebens zeigen seine Taten, daß er Herr ist über die Natur, die Krankheiten, die Dämonen, den Tod und die Sünde und somit göttliche Herrschaft besitzt.



In den Berichten der Evangelien nennen Menschen, die sich an Jesus wenden, ihn sehr oft „Herr". In dieser Betitelung äußern sich die Hochachtung und das Vertrauen derer, die sich Jesus nahen und von ihm Hilfe und Heilung erwarten [Vgl. z. B. Mt 8,2;14,30; 15,22]. Wenn vom Heiligen Geist eingegeben, spricht aus dieser Anrede die Erkenntnis des göttlichen Mysteriums Jesu [Vgl. Lk 1,43; 2,11]. In der Begegnung mit dem auferweckten Jesus wird sie zur Anbetung: „Mein Herr und mein Gott!" (Joh 20,28). „Herr" erhält dann einen Klang von Liebe und Zuneigung, der in der christlichen Tradition immer mitschwingen wird: „Es ist der Herr!" (Joh 21,7).



Die ersten Glaubensbekenntnisse der Kirche legen Jesus von Anfang an den göttlichen Würdetitel „Herr" bei [Vgl. Apg 2,34-36]. Damit sagen sie, dass die Macht, die Ehre und Herrlichkeit, die Gott gebühren, auch Jesus zukommen [Vgl. Röm 9,5; Tit 2,13; Offb 5,13], weil er „Gott gleich" ist (Phil 2,6). Der Vater hat diese Herrscherwürde Jesu kundgetan, indem er ihn von den Toten auferweckte und in seine Herrlichkeit erhob [Vgl. Röm 10,9; 1 Kor 12,3; Phil 2,9-11]. Vom Beginn der christlichen Geschichte an bedeutet die Aussage, dass Jesus Herr über die Welt und die Geschichte ist [Vgl. Offb 11,15], auch, dass der Mensch seine personale Freiheit keiner irdischen Gewalt absolut unterwerfen darf, sondern einzig Gott dem Vater und dem Herrn Jesus Christus: Nicht Cäsar ist „der Herr"… Der Titel „Herr" gibt dem christlichen Gebet sein Gepräge. Denken wir an die Gebetseinladung „Der Herr sei mit euch" oder an den Gebetsschluß „durch Jesus Christus, ... unseren Herrn" oder auch an den vertrauens- und hoffnungsvollen Ruf „Maran atha" [Der Herr kommt] oder „Maräna tha" [Komm, Herr!] (1 Kor 16,22). „Amen. Komm, Herr Jesus!" (Offb 22,20).
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Buch Tobias 12,1.5-15.20.
In jenen Tagen rief Tobit seinen Sohn Tobias zu sich und sagte: Mein Sohn, vergiss nicht den Lohn für den Mann, der dich begleitet hat. Du musst ihm aber mehr geben, als wir ihm versprochen haben.
Dann rief er den Engel zu sich und sagte: Nimm die Hälfte von allem, was ihr mitgebracht habt.
Der Engel aber nahm die beiden beiseite und sagte zu ihnen: Preist Gott und lobt ihn! Gebt ihm die Ehre und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat. Es ist gut, Gott zu preisen und seinen Namen zu verherrlichen und voll Ehrfurcht seine Taten zu verkünden. Hört nie auf, ihn zu preisen.
Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen. Tut Gutes, dann wird euch kein Unglück treffen.
Es ist gut, zu beten und zu fasten, barmherzig und gerecht zu sein. Lieber wenig, aber gerecht, als viel und ungerecht. Besser barmherzig sein als Gold aufhäufen.
Denn Barmherzigkeit rettet vor dem Tod und reinigt von jeder Sünde. Wer barmherzig und gerecht ist, wird lange leben.
Wer aber sündigt, ist der Feind seines eigenen Lebens.
Ich will euch nichts verheimlichen; ich habe gesagt: Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren; die Taten Gottes aber soll man offen rühmen.
Darum sollt ihr wissen: Als ihr zu Gott flehtet, du und deine Schwiegertochter Sara, da habe ich euer Gebet vor den heiligen Gott gebracht. Und ebenso bin ich in deiner Nähe gewesen, als du die Toten begraben hast.
Auch als du ohne zu zögern vom Tisch aufgestanden bist und dein Essen stehen gelassen hast, um einem Toten den letzten Dienst zu erweisen, blieb mir deine gute Tat nicht verborgen, sondern ich war bei dir.
Nun hat mich Gott auch gesandt, um dich und deine Schwiegertochter Sara zu heilen.
Ich bin Rafael, einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten.
Jetzt aber dankt Gott! Ich steige wieder auf zu dem, der mich gesandt hat. Doch ihr sollt alles, was geschehen ist, in einem Buch aufschreiben.

Buch Tobias 13,2.6.7.8.
Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt,
sein Königtum sei gepriesen.
Er züchtigt und hat auch wieder Erbarmen;
er führt hinab in die Unterwelt
und führt auch wieder zum Leben.
Niemand kann seiner Macht entfliehen.

Wenn ihr zu ihm umkehrt, von ganzem Herzen und aus ganzer Seele,
und euch an seine Wahrheit haltet,
dann kehrt er sich euch zu
und verbirgt sein Angesicht nicht mehr vor euch.

Wenn ihr dann seht, was er für euch tut,
bekennt euch laut und offen zu ihm!
Preist den Herrn der Gerechtigkeit,
rühmt den ewigen König!

Ich bekenne mich zum Herrn im Land der Verbannung,
ich bezeuge den Sündern seine Macht und erhabene Größe.
Kehrt um, ihr Sünder, tut, was recht ist in seinen Augen.
Vielleicht ist er gnädig und hat mit euch Erbarmen.




Evangelium nach Markus 12,38-44.
In jener Zeit lehrte Jesus eine große Menschenmnge und sagte: Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt,
und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben.
Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.
Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel.
Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.
Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.
Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Teresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Gedicht «Vivo sin vivir en mí» (vgl. „Sämtliche Schriften der hl. Theresia von Jesu“ Pustet-Verlag 1869, S. 415ff)
« Sie hat alles gegeben »

Ohn' in mir zu leben, leb' ich,
und so hohes Leben hoff' ich,
dass ich sterb', weil ich nicht sterbe.

Jene Einigung mit Gott
durch die Lieb', in der ich lebe,
übergibt mir Gott gefangen,
während sie mein Herz befreit;
doch zu schmerzlich ist es mir,
Gott zu seh'n in meinen Banden,
dass ich sterb', weil ich nicht sterbe.

O wie ist dies Leben lang,
und wie hart ist dieses Elend,
dieser Kerker, diese Ketten,
drin die Seele ist gelegt!
Mit so herben Schmerzen quält
schon die Hoffnung auf Errettung,
dass ich sterb', weil ich nicht sterbe.

Ach wie ist das Leben herb,
wenn man Gottes nicht genießet;
und wenn auch die Liebe süß ist,
ist's die lange Hoffnung nicht.
Nimm von mir, Gott, diese Last,
die so schwer wie Blei mich drücket,
dass ich sterb', weil ich nicht sterbe.

Nur die Hoffnung auf den Tod
hält mich immer noch am Leben;
denn sie gibt mir das Vertrauen,
dass der Tod mir Leben bringt.
Tod, aus dem das Leben quillt,
säume nicht, auf dich nur hoff' ich
dass ich sterb', weil ich nicht sterbe.

Sieh', wie stark die Liebe ist!
Leben, sei mir nimmer lästig:
Dich gewinnt, wer dich verlieret,
und nichts andres führt zum Ziel.
Komme denn, o süßer Tod,
komm, o sanftes leichtes Sterben;
denn ich sterb', weil ich nicht sterbe.

Jenes Leben droben nur
kann man wahres Leben nennen.
Nimmer freut man sich des Lebens,
ehe dieses Leben stirbt.
Tod, sei gegen mich nicht spröd,
dann erst leb' ich, wenn ich sterbe;
denn ich sterb', weil ich nicht sterbe.

Leben, was kann meinem Gott
der in mir lebt, ich sonst geben,
als dass gern ich dich verliere,
mehr an IHM mich zu erfreu'n?
IHN möcht' sterbend ich um fah'n,
denn in IHM ruht mein Verlangen,
dass ich sterb', weil ich nicht sterbe.
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Buch Genesis 3,9-15.
Nachdem Adam von Baum gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach: Wo bist du?
Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?
Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.
Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen.
Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.

Psalm 130(129),1-2.3-4.5-6ab.6c.7a.8.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,
achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen
soll Israel harren auf den Herrn.
Ja, er wird Israel erlösen
von all seinen Sünden.




Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 4,13-18.5,1.
Brüder! Wir haben den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben, und darum reden wir.
Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sein Angesicht stellen wird.
Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre.
Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert.
Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit,
uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.
Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

Evangelium nach Markus 3,20-35.
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten.
Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben?
Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.
Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.
Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen.
Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;
wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.
Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen.
Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren III, 21.9-22.1; vgl. SC 211
Unsere Liebe Frau vom Ja: sie, die den Willen Gottes getan hat

Gott hatte geschworen, es werde aus dem Stammbaum Davids der ewige König hervorgehen, in dem alles vereint werde, was im Himmel und auf Erden ist (Ps 132,11; Eph 1,10). Gott hat also das Werk, das er im Anfang geschaffen hatte (Gen 2,7), weitergeführt... Und wie Adam, der erste Mensch, aus unberührter jungfräulicher Erde geformt wurde... und wie er durch die Hand Gottes seine Gestalt empfing – nämlich durch das Wort Gottes, „durch das alles geworden ist“ (Ijob 10,8; Joh 1,3) –, so ist das Wort aus der jungfräulichen Maria geboren worden, das Wort, das eine Art Neuauflage Adams darstellt... Warum hat Gott nicht wieder Lehm verwendet? Warum hat er sein Werk aus Maria hervorgehen lassen? Er wollte, dass das so entstandene Werk nicht anders, sondern genauso wie das erste sein sollte: zwar erlöst aber doch gleich, eine Neuauflage des ersten unter Wahrung der Abbildhaftigkeit.

Wer behauptet, dass Christus nichts von der Jungfrau geerbt hat, der irrt. Er will die Vererbung dem Fleisch nach verwerfen, aber nimmt damit auch das Sich-Änhlichsein nicht zur Kenntnis; man könnte dann nicht mehr sagen, dass Christus dem Menschen ähnele, der nach dem Bild und Gleichnis Gittes geschaffen ist (Gen 1,27). Das würde bedeuten, dass Christus nur scheinbar erschienen ist und nur vorgab, ein Mensch zu sein, oder dass er Mensch geworden ist, ohne etwas vom Menschen für sich zu übernehmen. Wenn er nicht das substantielle Fleisch eines menschlichen Wesens angenommen hat, dann ist er weder Mensch noch Menschensohn geworden. Und wenn er nicht das geworden ist, was wir sind, dann spielen seine Schmerzen und sein Leiden keine große Rolle... Das Wort Gottes ist also wirklich Mensch geworden, er hat in sich das Werk wieder aufgenommen, das er geschaffen hatte... Im Brief an die Galater stellt der Apostel Paulus in aller Klarheit fest: „Gott hat seinen Sohn gesandt, geboren von einer Frau“ (4,4).
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Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 1,1-7.
Paulus, durch Gottes Willen Apostel Christi Jesu, und der Bruder Timotheus an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, und an alle Heiligen in ganz Achaia.
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes.
Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir von Gott getröstet werden.
Wie uns nämlich die Leiden Christi überreich zuteil geworden sind, so wird uns durch Christus auch überreicher Trost zuteil.
Sind wir aber in Not, so ist es zu eurem Trost und Heil, und werden wir getröstet, so geschieht auch das zu eurem Trost; er wird wirksam, wenn ihr geduldig die gleichen Leiden ertragt, die auch wir ertragen.
Unsere Hoffnung für euch ist unerschütterlich; wir sind sicher, dass ihr mit uns nicht nur an den Leiden teilhabt, sondern auch am Trost.

Psalm 34(33),2-3.4-5.6-7.8-9.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.

Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!




Evangelium nach Matthäus 5,1-12.
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
Dann begann er zu reden und lehrte sie.
Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 53
„Sie werden Gott schauen“

Wir wollen Gott sehen, wir sind auf der Suche danach, ihn zu erblicken, wir wünschen voller Sehnsucht, ihn zu schauen. Wer hätte diesen Wunsch nicht? Doch beachte, was das Evangelium sagt: „Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.“ Handle ebenso, dass du ihn schauest. Um ein Vergleich mit der materiellen Wirklichkeit zu ziehen: Wie wolltest du die aufgehende Sonne mit kranken Augen anschauen können? Wenn deine Augen gesund sind, wird dieses Licht für dich ein Genuss sein; wenn sie krank sind, wird es für dich eine Qual sein. Ganz gewiss wird es dir nicht erlaubt sein, das mit einem unreinen Herzen zu schauen, was man nur mit einem reinen Herzen schauen kann. Du wirst davon ausgenommen bleiben, zu weit entfernt, du wirst nicht schauen können.

Wie oft hat der Herr Menschen „selig“ genannt! Wie viele Gründe für die ewige Glückseligkeit hat er angeführt, welche guten Werke, welche Gaben, welche Verdienste und welchen Lohn? Keine andere Seligpreisung bestätigt: „Sie werden Gott schauen“. So nämlich lauten die übrigen: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“ Keine andere sonst bestätigt: „sie werden Gott schauen“.

Die Schau Gottes ist den Menschen verheißen, die ein reines Herz haben. Das ist nicht ohne Grund so, denn die Augen, die Gott zu schauen in der Lage sind, befinden sich im Herzen. Es sind jene Augen, von denen der Apostel Paulus spricht, wenn er sagt: „Er erleuchte die Augen eures Herzens“ (Eph 1,18). Zur gegenwärtigen Zeit werden also diese Augen aufgrund ihrer Schwäche durch den Glauben erleuchtet; dann aber werden sie aufgrund ihrer Kräftigung durch die Schau erleuchtet werden... „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht“ (1Kor 12,13).
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Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 1,18-22.
Brüder! Gott ist treu, er bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist.
Denn Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verkündigt wurde - durch mich, Silvanus und Timotheus -, ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht.
Er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum rufen wir durch ihn zu Gottes Lobpreis auch das Amen.
Gott aber, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat,
er ist es auch, der uns sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil am verheißenen Heil den Geist in unser Herz gegeben hat.

Psalm 119(118),129-130.131-132.133.135.
Deine Vorschriften sind der Bewunderung wert;
darum bewahrt sie mein Herz.
Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung,
den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht.

Weit öffne ich meinen Mund
und lechze nach deinen Geboten;
denn nach ihnen hab' ich Verlangen.
Wende dich mir zu, sei mir gnädig,
wie es denen gebührt, die deinen Namen lieben.

Festige meine Schritte, wie du es verheißen hast.
Lass kein Unrecht über mich herrschen!
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
und lehre mich deine Gesetze!




Evangelium nach Matthäus 5,13-16.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Chromatius von Aquileia (um 345-407), Bischof
Predigten über das Matthäusevangelium, Nr.5, 1.3-4
„Ihr seid das Licht der Welt“

Der Hl. Johannes hatte Recht, als er in einem Brief bekräftigte: „Gott ist Licht“, und „wer in Gott bleibt“ lebt „im Licht, wie ER im Licht ist.“ (1Joh 1,5.7; 3,24). Da wir die Freude haben, von der Finsternis des Irrtums befreit zu sein, müssen wir immer wie wahre „Kinder des Lichts im Licht leben“ (Eph 5,8)... Deshalb schreibt der Apostel Paulus: „Ihr leuchtet als Lichter in der Welt, ihr, die ihr fest am Wort des Lebens festhaltet“ (Eph 5,8). Wenn wir nicht danach handeln, wird man zu unserem, und zum Unglück der anderen erkennen, dass wir aus unserem mangelnden Glauben heraus die Wohltat dieses so überaus notwendigen Lichtes verhüllen und verbergen...

Deshalb muss diese strahlende Leuchte, die zu unserem Heil angezündet worden ist, immer in uns brennen. In der Tat besitzen wir die Leuchte der himmlischen Weisung und der göttlichen Gnade von der David sagte: „Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade“ (Ps 119,105)... Diese Leuchte des Gesetzes und des Glaubens dürfen wir also nicht verbergen, sondern sie in der Kirche zum Heil von Vielen wie auf einen hohen Leuchter stellen, auf dass wir uns selber am Licht der Wahrheit erfreuen können und mit ihm allen Glaubenden zu leuchten vermögen.
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Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 3,4-11.
Brüder! Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott.
Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.
Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
Wenn aber schon der Dienst, der zum Tod führt und dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, so herrlich war, dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war,
wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?
Wenn schon der Dienst, der zur Verurteilung führt, herrlich war, so wird der Dienst, der zur Gerechtigkeit führt, noch viel herrlicher sein.
Eigentlich kann von Herrlichkeit in jenem Fall gar nicht die Rede sein, wo das Verherrlichte vor der größeren Herrlichkeit verblasst.
Wenn nämlich schon das Vergängliche in Herrlichkeit erschien: die Herrlichkeit des Bleibenden wird es überstrahlen.

Psalm 99(98),4bc.5.6-7.8-9.
Du hast die Weltordnung fest begründet,
hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen.
Rühmt den Herrn, unseren Gott;
werft euch am Schemel seiner Füße nieder!
Denn er ist heilig.

Mose und Aaron sind unter seinen Priestern,
Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen;
sie riefen zum Herrn, und er hat sie erhört.
Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen;
seine Gebote hielten sie,
die Satzung, die er ihnen gab.

Herr, unser Gott, du hast sie erhört;
du warst ihnen ein verzeihender Gott,
aber du hast ihre Frevel vergolten.
Rühmt den Herrn, unsern Gott,
werft euch nieder an seinem heiligen Berge!
Denn heilig ist der Herr, unser Gott.




Evangelium nach Matthäus 5,17-19.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien über St. Matthäus, Nr. 16
„Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um sie zu erfüllen“

Wollt ihr wissen, wie Jesus Christus, weit davon entfernt das Gesetz und die Propheten aufzuheben, diese vielmehr bestätigt und ergänzt hat? Was die Propheten angeht, so hat er das, was sie ankündigten, zunächst durch seine Werke bestätigt. So ist der Ausdruck, der sich beim hl. Matthäus ständig wiederholt, zu verstehen: „Damit das Wort des Propheten sich erfülle“…

Das Gesetz hat er auf dreifache Weise erfüllt. Erstens dadurch, dass er keine der gesetzlichen Vorschriften wegließ. Johannes dem Täufer gegenüber sagte er: „Nur so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen“ (Mt 3,15); und zu den Juden: „Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen?“ (Joh 8,46)…

Er hat es, zweitens, dadurch erfüllt, dass er sich ihm um unseres Heiles willen unterstellen wollte. Welch ein Wunder! Indem er sich ihm unterstellte, hat er uns die Gnade vermittelt, es selber halten zu können. Der hl. Paulus sagt uns das mit folgenden Worten: „Christus ist das Ende des Gesetzes, und jeder, der an ihn glaubt, wird gerecht“ (Röm 10,4). Er sagt auch, dass der Retter die Sünde im Fleisch verurteilt hat, „damit die Forderung des Gesetzes an uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch leben“ (Röm 8,4). Auch sagt er: „Setzen wir nun durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf“ (Röm 3,31). Das Gesetz war tatsächlich darauf ausgerichtet, den Menschen gerecht zu machen, aber es hatte nicht die Kraft dazu. Da nun kam Christus als das Ende des Gesetzes und wies uns den Weg zur Gerechtigkeit, also zum Glauben. So hat er, was die Absicht des Gesetzes war, erfüllt. Der Buchstabe des Gesetzes konnte den Sünder nicht gerecht machen, der Glaube an Christus wird ihn gerecht machen. Deshalb kann Jesus Christus sagen: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben“.

Bei näherer Betrachtung bemerkt man eine dritte Weise der Erfüllung. Wie sieht diese aus? Sie besteht aus den Geboten selbst, die Christus geben sollte; sie sind weit davon entfernt, die mosaischen Gebote aufzuheben; sie sind deren folgerichtige Konsequenz und natürliche Ergänzung.
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La Salette 1846



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