Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971755 mal)

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Mittwoch der 6. Osterwoche

Heute auch : Hl. Florian

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Antonius von Padua : „Er wird Euch die volle Wahrheit kundtun“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 17,15.22-34.18,1.
In jenen Tagen brachten die Begleiter des Paulus ihn nach Athen. Mit dem Auftrag an Silas und Timotheus, Paulus möglichst rasch nachzukommen, kehrten sie zurück.
Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen.
Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch.
Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind.
Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt.
Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.
Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art.
Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.
Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen.
Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte.
Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören.
So ging Paulus aus ihrer Mitte weg.
Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen.
Hierauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth.

Psalm 148(147),1-2.11-12.13-14.
Lobet den Herrn vom Himmel her,
lobt ihn in den Höhen:
Lobt ihn, all seine Engel,
lobt ihn, all seine Scharen.

Lobt ihn, ihr Könige der Erde und alle Völker,
ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,
ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen,
ihr Alten mit den Jungen!

Loben sollen sie den Namen des Herrn;
denn sein Name allein ist erhaben,
seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel.
Seinem Volk verleiht er Macht,
das ist ein Ruhm für all seine Frommen,
für Israels Kinder, das Volk, das ihm nahen darf.




Evangelium nach Johannes 16,12-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
Predigten zum Sonntag und zu den Heiligenfesten
„Er wird Euch die volle Wahrheit kundtun“

Der Hl. Geist, der Paraklet, der Beistand – er ist es, den der Vater und der Sohn wie einen Atemhauch in die Seele der Gerechten einhaucht. Durch ihn werden wir geheiligt und verdienen es, Heilige zu sein. Der menschliche Atem ist das Leben des Körpers, der göttliche Atem ist das Leben des Geistes. Der menschliche Atem macht uns fähig zu empfinden; der göttliche Atem macht uns heilig. Dieser Geist ist heilig, weil ohne ihn kein Geist, weder der eines Engels noch eines Menschen, heilig sein kann.

„Der Vater“ sagt Jesus, „wird Ihn euch in meinem Namen senden“ (Joh 14,26), das heißt zu meiner Verherrlichung, um meine Herrlichkeit zu verkünden; oder auch, weil er dieselbe Bezeichnung trägt wie der Sohn: er ist Gott. „Er wird mich verherrlichen“, weil er euch zu geistigen Wesen macht und euch verstehen lässt, wie der Sohn dem Vater gleicht und nicht nur, wie dem Augenschein nach, ein Mensch ist; oder weil er die Angst von euch nimmt und euch meine Herrlichkeit in der ganzen Welt verkünden lässt. Und so ist meine Herrlichkeit das Heil der Menschen.

„Er wird euch alles lehren.“ Der Prophet Joel sagt: „Jubelt, ihr Söhne Zions, und freut euch über den Herrn, euren Gott! Er hat euch den gegeben, der die Gerechtigkeit lehrt“ (2,23 Vulg), der euch alles lehrt, was euer Heil betrifft.



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Christi Himmelfahrt

Heute auch : Hl. Godehard

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Cyrill von Alexandria : Christus eröffnet uns den Weg

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 1,1-11.
Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er (in den Himmel) aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt.
Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

Psalm 47(46),2-3.6-7.8-9.
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste,
ein großer König über die ganze Erde.

Gott stieg empor unter Jubel,
der Herr beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm!
Spielt unserm König, spielt ihm!

Denn Gott ist König der ganzen Erde.
Spielt ihm ein Psalmenlied!
Gott wurde König über alle Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.




Brief an die Hebräer 9,24-28.10,19-23.
Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen;
auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, denn er ist nicht wie der Hohepriester, der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht;
sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.
Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt,
so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen; beim zweitenmal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.
Wir haben also die Zuversicht, Brüder, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten.
Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch.
Da wir einen Hohenpriester haben, der über das Haus Gottes gestellt ist,
lasst uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens hintreten, das Herz durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.
Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu.

Evangelium nach Lukas 24,46-53.
Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
Ihr seid Zeugen dafür.
Und ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.
Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben;
sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.
Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer
Kommentar zum Johannesevangelium, 9
Christus eröffnet uns den Weg

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?“ (Joh 14,2) [...] Der Herr wusste, dass viele dieser Wohnungen schon bereit standen und auf die Ankunft der Freunde Gottes warteten. Er gibt also einen anderen Grund für seinen Weggang an: uns den Weg für unseren Aufstieg zu diesen Plätzen im Himmel vorzubereiten, indem er einen Durchgang schafft, während früher dieser Weg für uns unbegehbar war. Denn der Himmel war den Menschen gänzlich verschlossen und niemals ist ein Wesen aus Fleisch in dieses heiligste und reinste Gebiet der Engel vorgedrungen.

Christus ist es, der für uns diesen Weg nach oben zum ersten Mal geht. Indem er sich selbst Gott dem Vater darbringt als Erstlingsgabe jener, die in den Gräbern der Erde schlafen, gestattet er dem Fleisch, zum Himmel aufzusteigen; und er selbst war der erste Mensch, der dessen Bewohnern erschienen ist. Die Engel kannten nicht das großartige Geheimnis einer himmlischen Thronbesteigung des Fleisches. Sie sahen voller Staunen und Bewunderung diese Himmelfahrt Christi. Beinahe beunruhigt vor so einem unbekannten Schauspiel riefen sie aus: „Wer ist jener, der aus Edom kommt?“ (Jes 63,1), also von der Erde. Doch der Geist gestattete es nicht, dass sie unwissend blieben [...] Er befahl, die Türen zu öffnen vor dem König und Herrn des Universums: „Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit!“ (Ps 23,7 LXX).

Unser Herr Jesus Christus hat uns also „diesen neuen und lebendigen Weg“ erschlossen, wie der hl. Paulus es sagt, „denn Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen“ (Hebr 10,20; 9,24).


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Freitag der 6. Osterwoche

Heute auch : Hl. Antonia, Hl. Gundula, Hl. Markward von Wilten

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Gregor von Nyssa : Die gesamte Schöpfung seufzt bis zum heutigen Tag und liegt in Geburtswehen

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 18,9-18.
Als Paulus in Korinth war, sagte der Herr nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht!
Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt.
So blieb Paulus ein Jahr und sechs Monate und lehrte bei ihnen das Wort Gottes.
Als aber Gallio Prokonsul von Achaia war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf, brachten ihn vor den Richterstuhl
und sagten: Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz verstößt.
Als Paulus etwas erwidern wollte, sagte Gallio zu den Juden: Läge hier ein Vergehen oder Verbrechen vor, ihr Juden, so würde ich eure Klage ordnungsgemäß behandeln.
Streitet ihr jedoch über Lehre und Namen und euer Gesetz, dann seht selber zu! Darüber will ich nicht Richter sein.
Und er wies sie vom Richterstuhl weg.
Da ergriffen alle den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelten ihn vor dem Richterstuhl. Gallio aber kümmerte sich nicht darum.
Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahlscheren lassen.

Psalm 47(46),2-3.4-5.6-7.
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste,
ein großer König über die ganze Erde.

Er unterwirft uns Völker
und zwingt Nationen unter unsre Füße.
Er wählt unser Erbland für uns aus,
den Stolz Jakobs, den er liebt.

Gott stieg empor unter Jubel,
der Herr beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm!
Spielt unserm König, spielt ihm!




Evangelium nach Johannes 16,20-23a.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:  Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof
Contra Eunomium, 4, PG 45
Die gesamte Schöpfung seufzt bis zum heutigen Tag und liegt in Geburtswehen

Der Hl. Paulus bekennt hinsichtlich des Eingeborenen Sohnes, dass nicht nur die gesamte Schöpfung durch ihn erschaffen wurde, sondern obendrein, dass er, nachdem die alte Schöpfung altersschwach und hinfällig geworden war, eine ganz neue Schöpfung geschaffen habe. Somit ist Christus selbst der Erstgeborene aller Schöpfung (Kol 1,15) durch das den Menschen verkündigte Evangelium [...]

Wie aber wird Christus zum „Erstgeborenen von vielen Brüdern“? (Röm 8,29) [...] Er ist für uns einer von uns geworden, hat für uns Fleisch angenommen, um uns aus Todgeweihten zu Unsterblichen zu machen, durch eine geistliche Wiedergeburt aus dem Wasser und aus dem Geist (Joh 3,5). Er hat uns den Weg zu solch einer Geburt gewiesen, als er durch seine eigene Taufe den Hl. Geist herab über das Wasser geholt hat. So ist er zum Erstgeborenen all jener geworden, die geistlich wiedergeboren sind, und all jener, die an jener Wiedergeburt aus dem Wasser teilhaben und im Hl. Geist Brüder genannt werden.

Da er in unsere Natur hinein die Macht der Auferstehung grundgelegt hat, ist Christus zugleich auch der Anführer aller Entschlafenen und der Erstgeborene der Toten (Kol 1,18). Allen voran gehend hat er uns den Weg der Befreiung aus dem Tod gewiesen. Durch seine Auferstehung hat er die Fesseln des Todes, die uns gefangen hielten, vernichtet. Somit ist er durch diese doppelte Wiedergeburt aus der Taufe und aus den Toten der Erstgeborene der neuen Schöpfung.

Dieser Erstgeborene seiner Brüder hat zu Maria Magdalena gesagt: „Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ (Joh 20,17). So überbringt der Mittler zwischen Gott und den Menschen (1 Tim 2,5), indem er den Siegeszug der menschlichen Natur anführt, seinen Brüdern diese Botschaft, wenn er sagt: „Indem ich in allem allen vorangegangen bin, wird alles Menschsein durch mich zu unserem Gott und Vater heimgeführt.“






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Samstag der 6. Osterwoche

Heute auch : Hl. Gisela von Ungarn, Hl. Helga

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Clemens von Alexandrien : „Bittet, und ihr werdet empfangen [...]“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 18,23-28.
Nachdem Paulus einige Zeit in Antiochia in Syrien geblieben war, zog er weiter, durchwanderte zuerst das galatische Land, dann Phrygien, und stärkte alle Jünger.
Ein Jude namens Apollos kam nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war redekundig und in der Schrift bewandert.
Er war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes.
Er begann, offen in der Synagoge zu sprechen. Priszilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar.
Als er nach Achaia gehen wollte, ermunterten ihn die Brüder dazu und schrieben den Jüngern, sie möchten ihn freundlich aufnehmen. Nach seiner Ankunft wurde er den Gläubigen durch die Gnade eine große Hilfe.
Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden, indem er öffentlich aus der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias sei.

Psalm 47(46),2-3.8-9.10.
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Denn Gott ist König der ganzen Erde.
Spielt ihm ein Psalmenlied!
Gott wurde König über alle Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt
als Volk des Gottes Abrahams.
Denn Gott gehören die Mächte der Erde;
er ist hoch erhaben.




Evangelium nach Johannes 16,23b-28.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.
Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.
An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde;
denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.
Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandrien (150-um 215), Theologe
Stromates 7,7; PG 9, 450 ff.
„Bittet, und ihr werdet empfangen [...]“

Den zu verehren und zu ehren, von Dem wir glauben, Er sei das Wort, unser Erlöser und unser Haupt, und durch Ihn den Vater: das ist unsere Bestimmung; und nicht nur an einigen bestimmten Tagen, wie andere es tun, sondern ununterbrochen, während des ganzen Lebens und auf alle möglichen Weisen. „Sieben Mal am Tag singe ich Dein Lob“ (Ps 118[119],164), so ruft das auserwählte Volk aus [...] Nicht an einem bestimmten Ort, nicht in einem auserwählten Tempel, nicht an bestimmten Festen oder Tagen, sondern während des ganzen Lebens, an jedem Ort ehrt der wahre geistliche Mensch Gott, dankt also dafür, dass er das wahre Leben kennenlernen durfte.

Die Gegenwart eines guten Menschen bessert immer diejenigen, die mit ihm zu tun haben. Wie könnte also derjenige, der ständig in der Gegenwart Gottes lebt in seinem Denken, seiner Lebensweise und durch sein Danken nicht immer besser werden in Taten, Worten und in seiner Gesinnung? [...] Indem wir unser ganzes Leben als Fest verbringen in der Überzeugung, dass Gott überall gegenwärtig ist, arbeiten wir singend, reisen wir auf dem Wasser zum Klang der Hymnen, leben wir in der Art und Weise der „Himmelsbürger“ (vgl. Phil 3,20).

Das Gebet ist ein intimes Gespräch mit Gott, wenn ich so sagen kann. Selbst wenn wir leise murmeln und, ohne unsere Lippen zu bewegen, schweigend reden, schreien wir innerlich. Und Gott leiht sein Ohr unermüdlich dieser inneren Stimme [...] Ja, der echte geistliche Mensch betet während seines ganzen Lebens, denn beten ist für ihn die Anstrengung, mit Gott vereint zu sein. Und er weist alles zurück, was unnütz ist, weil er schon dort steht, wo er in gewisser Weise die Vollkommenheit empfangen hat, die darin besteht, aus Liebe zu handeln [...] Sein ganzes Leben ist eine heilige Liturgie.



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7. Sonntag in der Osterzeit

Heute auch : Hl. Desideratus, Friedrich von Hirsau, Klara Fey, Sel. Ulrika Nisch

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Eusebius von Caesarea : So sollen auch sie in uns sein

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 7,55-60.
In jener Zeit blickte Stephanus, erfüllt vom Heiligen Geist, zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.

Psalm 97(96),1.2.6.7.9.12.
Der Herr ist König. Die Erde frohlocke.
Freuen sollen sich die vielen Inseln.
Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel,
Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel,
seine Herrlichkeit schauen alle Völker.
Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden,
alle, die sich der Götzen rühmen.
Vor ihm werfen sich alle Götter nieder:

Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde,
hoch erhaben über alle Götter.
Ihr Gerechten, freut euch am Herrn,
und lobt seinen heiligen Namen!




Buch der Offenbarung 22,12-14.16-17.20.
Ich, Johannes, hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Siehe, ich komme bald, und mit mir bringe ich den Lohn, und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht.
Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Selig, wer sein Gewand wäscht: Er hat Anteil am Baum des Lebens, und er wird durch die Tore in die Stadt eintreten können.
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.
Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens.
Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. - Amen. Komm, Herr Jesus!

Evangelium nach Johannes 17,20-26.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Eusebius von Caesarea (um 265-340), Mönch, Bischof, Theologe, Geschichtsschreiber
Geistliche Theologie, III, 18-19
So sollen auch sie in uns sein

In seinem Hohenpriesterlichen Gebet bittet unser Erlöser, dass wir da sein sollen, wo er ist, und dass wir seine Herrlichkeit schauen sollen. Er liebt uns, so wie sein Vater ihn liebt und er will uns all das geben, was der Vater ihm gegeben hat. Die Herrlichkeit, die ihm von seinem Vater eröffnet ist, will er uns eröffnen, damit wir alle eins sind. Er will, dass wir nicht mehr nur eine Menschenmenge seien, sondern dass wir alle zusammen eine Einheit bilden, die in seiner Göttlichkeit, in der Herrlichkeit des Reich Gottes, geeint ist, und zwar nicht mittels einer Verschmelzung zu einer Substanz, sondern in der Vollkommenheit, dem Gipfel der Tugend. Das ist es, was Christus ankündigte, als er sagte: „Sie sollen alle vollkommen eins sein!“ Indem wir also durch die Weisheit, die Klugheit, die Gerechtigkeit, die Barmherzigkeit und alle anderen Tugenden Christi vollkommen gemacht worden sind, werden wir in dem unvergänglichen Licht der Gottheit des Vaters geeint sein. Dann werden wir selber zu Licht durch unser Einssein mit ihm und auf vollkommene Weise Kind Gottes durch unser Einssein mit seinem eingeborenen Sohn, der uns Anteil schenkt am Glanz seiner Göttlichkeit.

Auf diese Weise werden wir ganz eins sein mit dem Vater und dem Sohn. Denn so wie er bekannt hat, dass der Vater und er eins sind, indem er sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30), so bittet er darum, dass wir in seiner Nachfolge am gleichen Einssein teilhaben mögen [...] Nicht jenes Einssein der Natur, das er nur mit dem Vater teilt, sondern dieses: so wie der Vater ihn an seiner eigenen Herrlichkeit teilhaben lässt, so wird er, in Nachahmung seines Vater, seine Herrlichkeit allen eröffnen, die ihn lieben.



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Montag der 7. Osterwoche

Heute auch : Hl. Beatus, Hl. Ottokar III., Sel. Maria Theresia von Jesus Gerhardinger, Hl. Volkmar

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Sel. Heinrich Seuse : „Damit ihr in mir Frieden habt“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 19,1-8.
Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab.
Er traf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er: Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Mit der Taufe des Johannes.
Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus.
Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten.
Es waren im ganzen ungefähr zwölf Männer.
Er ging in die Synagoge und lehrte drei Monate lang freimütig und suchte sie vom Reich Gottes zu überzeugen.

Psalm 68(67),2-3.4-5a.5d.6-7ab.
Gott steht auf, seine Feinde zerstieben;
die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht.
Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt;
wie Wachs am Feuer zerfließt,
so vergehen die Frevler vor Gottes Angesicht.

Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott;
sie jauchzen in heller Freude.
Singt für Gott, spielt seinem Namen;
freut euch vor seinem Angesicht!

Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen
ist Gott in seiner heiligen Wohnung.
Gott bringt die Verlassenen heim,
führt die Gefangenen hinaus in das Glück.




Evangelium nach Johannes 16,29-33.
In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen.
Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.
Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?
Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Heinrich Seuse (um 1295-1366), Dominikaner
Das Büchlein der ewigen Weisheit
„Damit ihr in mir Frieden habt“

Herr, seit meiner Jungend suche ich mit brennendem Durst nach – ich weiß nicht was. Was, Herr, ist es wohl? Ich habe es immer noch nicht ganz erfasst. Seit vielen, vielen Jahren habe ich eine brennende Sehnsucht danach und habe es immer noch nicht erfassen können […] Und doch ist es eben das, was mein Herz und meine Seele anzieht und ohne das ich keine echten Frieden finden kann.

Herr, ich wollte mein Glück in den Geschöpfen dieser Welt finden, so, wie viele Menschen im mich herum es taten. Je mehr ich aber suchte, umso weniger fand ich; je mehr ich mich näherte, umso weiter entfernte ich mich. Denn alles rief mir zu: „Ich bin nicht das, was du suchst“. Bist du es also, Herr, den ich so lange gesucht habe? Bist du es also, zu dem mein Herz sich stets und unaufhörlich hingezogen fühlte? Warum gabst du dich mir dann nicht zu erkennen? Warum konntest du diese Begegnung so lange aufschieben? Auf wie vielen kräftezehrenden Wegen bin ich nicht im Morast steckengeblieben? Denn der Mensch kann sich wirklich freuen, dem du mit so viel Liebe zuvorkommst: du lässt ihn nicht in Ruhe, bis er seine Ruhe einzig und allein bei dir sucht.


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Dienstag der 7. Osterwoche

Heute auch : Hl. Gordianus, Damian Deveuster

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Sel. Guerricus von Igny : „So betete Jesus […] in der Stunde, da er aus dieser Welt zu seinem Vater ging“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 20,17-27.
In jenen Tagen schickte Paulus von Milet aus jemand nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.
Als sie bei ihm eingetroffen waren, sagte er: Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, seit ich die Provinz Asien betreten habe, die ganze Zeit in eurer Mitte war
und wie ich dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe,
wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern.
Ich habe Juden und Griechen beschworen, sich zu Gott zu bekehren und an Jesus Christus, unseren Herrn, zu glauben.
Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem, und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird.
Nur das bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Drangsale auf mich warten.
Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen.
Nun aber weiß ich, dass ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet, ihr alle, zu denen ich gekommen bin und denen ich das Reich verkündet habe.
Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag: Ich bin unschuldig, wenn einer von euch allen verlorengeht.
Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden.

Psalm 68(67),10-11.20-21.
Gott, du ließest Regen strömen in Fülle
und erquicktest dein verschmachtendes Erbland.
Deine Geschöpfe finden dort Wohnung;
Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen.

Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag!
Gott trägt uns, er ist unsre Hilfe.
Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt,
Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod.




Evangelium nach Johannes 17,1-11a.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.
Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
Predigt zu Christi Himmelfahrt, 1-2: PL 185, 153-155
„So betete Jesus […] in der Stunde, da er aus dieser Welt zu seinem Vater ging“

Dieses Gebet hat Jesus am Tag vor seiner Passion gebetet. Es ist aber nicht unangebracht, es auf den Tag seiner Himmelfahrt zu beziehen, auf den Moment, an dem er „seine Kinder“ (vgl. Joh 13,33) endgültig verlassen und sie seinem Vater anvertrauen sollte. Er, der im Himmel das Heer der von ihm geschaffenen Engel unterweist und leitet, hat auf Erden seine „kleine Herde“ (Lk 12,32) Jünger um sich geschart, um sie zu auszubilden, solange er im Fleische gegenwärtig war, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihre Herzen weit geworden waren und sie vom Heiligen Geist geführt werden konnten. Er liebte diese doch so Kleinen mit einer Liebe, die seiner Größe würdig war. Er hatte sie von der Liebe zu dieser Welt losgelöst; er sah, wie sie auf alle irdische Hoffnung verzichteten und allein von ihm abhängig waren. Er ließ ihnen jedoch, solange er leibhaftig bei ihnen weilte, die Zeichen seiner Zuneigung nicht leichtfertig zuteilwerden. Ihnen gegenüber trat er eher bestimmt denn sanft auf, so wie es einem Herrn und Vater angemessen ist.

Als aber die Zeit des Abschieds gekommen ist, scheint er von seiner zärtlichen Zuneigung zu ihnen überwältigt zu werden; er kann ihnen nicht mehr das Ausmaß seiner Zärtlichkeit, seines Wohlwollens verheimlichen […] „Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung“ (Joh 13,1). Da teilte er sozusagen seine Liebe in ihrer ganzen Kraft an seine Freunde aus, bevor er sich selber seinen Feinden „hinschüttete wie Wasser“ (vgl. Ps 21[22],15). Er hinterließ ihnen das Sakrament seines Leibes und Blutes und gebot ihnen, es festlich zu begehen. Ich weiß nicht, was bewundernswürdiger ist: seine Macht oder seine Liebe – damals als er, um sie über sein Fortgehen hinwegzutrösten, diese neue Weise, bei ihnen zu sein, erfand.



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Mittwoch der 7. Osterwoche

Heute auch : Hl. Gangolf, Hl. Mamertus, Hl. Majolus von Cluny

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Augustinus : „Dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 20,28-38.
In jenen Tagen sagte Paulus zu den Ältesten der Gemeinde von Ephesus: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.
Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen.
Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.
Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen.
Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen.
Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt;
ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben.
In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.
Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen.
Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn;
am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.

Psalm 68(67),29-30ab.32b.33-34.35-36.
Biete auf, o Gott, deine Macht,
die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast
von deinem Tempel aus, hoch über Jerusalem.
Könige kommen mit Gaben,
Kusch erhebt zu Gott seine Hände.

Königreiche der Erde, singt für Gott,
singt und spielt für den Herrn,
der dahinfährt über den Himmel, den uralten Himmel,
der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme.

Preist Gottes Macht!
Über Israel ragt seine Hoheit empor,
seine Macht ragt bis zu den Wolken.
Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestät, Israels Gott;
seinem Volk verleiht er Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.




Evangelium nach Johannes 17,6a.11b-19.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigten über das Johannesevangelium, Nr. 107
„Dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben“

Nachdem er zu seinem Vater gesagt hat: „Ich bin nicht mehr in der Welt, [...] und ich gehe zu dir.“ (Joh 17,11), vertraut unser Herr seinem Vater diejenigen an, die seiner körperlichen Anwesenheit beraubt sein werden: „Heiliger Vater, bewahre in deinem Namen, die du mir gegeben hast.“ Als Mensch bittet Jesus Gott für die Jünger, die er von Gott erhalten hat. Doch geben wir acht auf das Folgende: „[...] damit sie eins sind wie wir.“ Er sagt nicht: Damit sie eins seien mit uns, oder: Damit wir, sie und wir, nur eine Sache seien, wie wir eins sind, sondern: „Damit sie eins sind wie wir.“ Damit sie eins sind in ihrer Natur, wie wir eins sind in unserer. Diese Worte erfordern, um wahr zu sein, dass Jesus so gesprochen hat, weil er eine selbe göttliche Natur hat wie sein Vater, wie er auch sagt: „Mein Vater und ich sind eins.“ (vgl. Joh 10,30). Nach seiner menschlichen Natur hat er gesagt: „Mein Vater ist größer als ich.“ (vgl. Joh 14,28), doch da in ihm Gott und Mensch nur eine einzige und selbe Person bilden, so verstehen wir, dass er Mensch ist, weil er betet, und verstehen wir ebenfalls, dass er Gott ist, weil er eins ist mit dem, zu dem er betet [...]

„Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.“ Er hatte die Welt noch nicht verlassen, er war immer noch in ihr, doch da er sie bald verlassen sollte, war er sozusagen schon nicht mehr von ihr. Was aber ist das für eine Freude, von der er will, dass seine Jünger ganz erfüllt seien? Er hat es schon weiter oben erläutert, als er sagt: „Damit sie eins sind wie wir.“ Er verheißt ihnen diese Freude, die seine Freude ist und die er ihnen gegeben hat, und er verheißt ihnen ihre Vollendung; und deshalb spricht er von ihr „in der Welt“. Diese Freude ist der Friede und das Glück der zukünftigen Welt. Um sie zu erlangen, müssen wir in dieser Welt bescheiden, gerecht und fromm leben.

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La Salette 1846



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