Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971728 mal)

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Donnerstag der 7. Osterwoche

Heute auch : Hl. Domitilla, Hl. Nereus und Hl. Achilleus, Hl. Pankratius

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Isaak von Stella : „Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 22,30.23,6-11.
In jenen Tagen als der römische Oberst genau wissen wollte, was die Juden Paulus vorwarfen, ließ er ihn aus dem Gefängnis holen und befahl, die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat sollten sich versammeln. Und er ließ Paulus hinunterführen und ihnen gegenüberstellen.
Da Paulus aber wusste, dass der eine Teil zu den Sadduzäern, der andere zu den Pharisäern gehörte, rief er vor dem Hohen Rat aus: Brüder, ich bin Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern; wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht.
Als er das sagte, brach ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern aus, und die Versammlung spaltete sich.
Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel noch Geister, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem.
Es erhob sich ein lautes Geschrei, und einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf und verfochten ihre Ansicht. Sie sagten: Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen. Vielleicht hat doch ein Geist oder ein Engel zu ihm gesprochen.
Als der Streit heftiger wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen. Daher ließ er die Wachtruppe herabkommen, ihn mit Gewalt aus ihrer Mitte herausholen und in die Kaserne bringen.
In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu Paulus und sagte: Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.

Psalm 16(15),2.5.7-8.9-11a.
Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr;
mein ganzes Glück bist du allein.»
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du hältst mein Los in deinen Händen.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis;
du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben.




Evangelium nach Johannes 17,20-26.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak von Stella (?-um 1171), Zisterziensermönch
Predigt Nr. 42, zu Christi Himmelfahrt
„Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“

Wie das Haupt und der Leib eines Menschen nur einen einzigen Menschen ausmachen, so machen auch der Sohn der Jungfrau und seine auserwählten Gliedmaßen nur einen Menschen und einen Menschensohn aus. Von diesem ganzen, vollständigen Christus, von seinem Haupt und Leib, spricht die hl. Schrift. Ja, alle Glieder bilden zusammen einen einzigen Leib, der, zusammen mit seinem Haupt, den einzigen Menschensohn darstellt. Zusammen mit dem Sohn Gottes stellt er den einen Gottessohn dar, so wie er auch mit Gott einen einzigen Gott darstellt. Damit ist der ganze Leib mit seinem Haupt Menschensohn und Gottessohn, und folglich Gott. So ist das Wort zu verstehen: „Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ Deshalb ist, gemäß dieser in der Schrift häufig getroffenen Versicherung, der Leib nicht ohne Haupt und das Haupt nicht ohne Leib, genauso wenig wie das Haupt und der Leib ohne Gott existieren. Das ist der vollständige Christus […]

Daher können alle Glaubenden, als geistige Glieder Christi, wahrheitsgemäß sagen, dass sie sind, was er selbst ist, nämlich Sohn Gottes und Gott. Was er aber von Natur aus ist, das sind sie als integrierte Glieder; was er in Fülle ist, das sind sie durch Teilhabe. Kurz gesagt, wenn er durch seine Herkunft Gottes Sohn ist, so sind es seine Glieder durch Adoption. Der Apostel Paulus sagt das so: „ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15). Mit diesem Geist „gab er ihnen Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,12), damit sie, gemäß der Lehre vom „Erstgeborenen von vielen Brüdern“ (vgl. Röm 8,29), lernen zu sagen: „Unser Vater im Himmel“ (Mt 6,9).


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Freitag der 7. Osterwoche

Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fatima

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Johannes Chrysostomus : „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11)

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 25,13-21.
In jenen Tagen trafen König Agrippa und Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen.
Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden,
gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung,
ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen.
Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte;
sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe.
Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen.
Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.

Psalm 103(102),1-2.11-12.19-20ab.
Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang,
so weit entfernt er die Schuld von uns.

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel,
seine königliche Macht beherrscht das All.
Lobt den Herrn, ihr seine Engel,
ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken.




Evangelium nach Johannes 21,1.15-19.
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.
Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilie 88 über das Evangelium nach Johannes; PG 59,477
„Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11)

Was das Wohlwollen Gottes ganz und gar auf uns herabzieht, ist unsere Sorge für den Nächsten. Deshalb fordert Jesus von Petrus diese Bereitschaft: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortet: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Darauf sagt Jesus zu ihm: Weide meine Schafe.“ Warum wendet sich Jesus an Petrus und übergeht dabei die anderen Apostel, die gemeint waren? Weil Petrus der Erste der Apostel war, ihr Sprecher, Vorsteher des Apostelkollegiums, so dass selbst Paulus eines Tages ihn, nicht einen anderen, aufsuchte, um seinen Rat einzuholen (Gal 1,18). Um Petrus klarzumachen, dass er Vertrauen fassen solle und dass seine Verleugnung kein Thema mehr ist, gibt er jetzt Petrus den Vorrang vor seinen Brüdern. Er spricht nicht von seiner Verleugnung und hält ihm Vergangenes nicht vor. „Wenn du mich liebst“, sagt er zu ihm, „ so gehe deinen Brüdern voran, und stelle die Hingabe, die du mir immer so freudig bezeugt hast, jetzt unter Beweis. Dein Leben, das du für mich hinzugeben immer bereit warst, das gib nun hin für meine Schafe“ [...]

Petrus aber ist beunruhigt bei dem Gedanken, er habe es für möglich gehalten zu lieben und habe in Wirklichkeit nicht geliebt. Er sagte sich: So sicher ich meiner selbst in der Vergangenheit war, so ratlos bin ich jetzt. Jesus fragt ihn dreimal und erteilt ihm dreimal den gleichen Befehl. So zeigt er ihm, wie viel wert ihm die Sorge für seine Schafe ist, da er ihm damit den größten Beweis seiner Liebe liefere.



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Samstag der 7. Osterwoche

Heute auch : Hl. Christian der Märtyrer, Hl. Pachomius, Hl. Paschalis I.

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Augustinus : Petrus und Johannes, von der Aktion zur Kontemplation

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 28,16-20.30-31.
Nach unserer Ankunft in Rom erhielt Paulus die Erlaubnis, für sich allein zu wohnen, zusammen mit dem Soldaten, der ihn bewachte.
Drei Tage später rief er die führenden Männer der Juden zusammen. Als sie versammelt waren, sagte er zu ihnen: Brüder, obwohl ich mich nicht gegen das Volk oder die Sitten der Väter vergangen habe, bin ich von Jerusalem aus als Gefangener den Römern ausgeliefert worden.
Diese haben mich verhört und wollten mich freilassen, da nichts gegen mich vorlag, worauf der Tod steht.
Weil aber die Juden Einspruch erhoben, war ich gezwungen, Berufung beim Kaiser einzulegen, jedoch nicht, um mein Volk anzuklagen.
Aus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu dürfen. Denn um der Hoffnung Israels willen trage ich diese Fesseln.
Er blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen.
Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor.

Psalm 11(10),4.5.7.
Der Herr weilt in seinem heiligen Tempel,
der Thron des Herrn ist im Himmel.
Seine Augen schauen herab,
seine Blicke prüfen die Menschen.

Der Herr prüft Gerechte und Frevler;
wer Gewalttat liebt, den hasst er aus tiefster Seele.
Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte Taten;
wer rechtschaffen ist, darf sein Angesicht schauen.




Evangelium nach Johannes 21,20-25.
In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir! Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte,  diesem folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird?
Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm?
Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!
Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?
Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Traktat 124 über das Johannesevangelium, 5, 7
Petrus und Johannes, von der Aktion zur Kontemplation

Die Kirche kennt zwei von Gott gepriesene und empfohlene Lebenswirklichkeiten: die eine aus dem Glauben heraus, die andere in der Vision; die eine auf dem Pilgerweg der Zeit, die andere in der Wohnung der Ewigkeit; die eine in Arbeit, die andere in der Ruhe; die eine auf dem Weg, die andere in der Heimat; die eine in der Anstrengung der Tat, die andere in der Belohnung der Kontemplation [...] Die erste stellt der Apostel Petrus dar, die zweite der Apostel Johannes. Die erste spielt sich ganz hier auf Erden ab bis zum Ende der Zeiten; dann wird sie zu Ende sein. Die zweite findet ihre Vollendung erst nach dem Ende der Zeiten; in der kommenden Welt wird sie kein Ende kennen.

Deshalb sagt Jesus zu Petrus: „Folge mir“, und mit dem Blick auf Johannes: „Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!“ [...] Dein Tun folge mir nach, vollkommen und dem Beispiel meines Leidens nachgebildet. Die Kontemplation, die begonnen hat, dauere bis zu meinem Kommen fort: ich werde sie vollkommen machen, wenn ich wiederkomme. Denn er folgt Christus nach, dieser ausdauernde Eifer, der durchhält bis zum Tod; sie aber, diese Erkenntnis, die dann in ihrer Fülle offenbar wird, bleibt bis zur Wiederkunft Christi bestehen. Hier, im Land der Sterblichen, muss man die Übel dieser Welt ertragen; dort werden wir die Güte des Herrn im Land der Lebenden schauen (Ps 27,13) [...]

Niemand trenne also den einen dieser zwei hervorragenden Apostel vom anderen; denn beide waren in dem, was Petrus versinnbildlicht, und beide werden in dem sein, was Johannes darstellt.


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Pfingsten

Heute auch : Hl. Friedrich Keller, Hl. Rupert von Bingen, Hl. Sophia, Hl. Isidor von Madrid

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Augustinus : Pfingsten, die Vollendung des Osterfestes

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 2,1-11.
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Psalm 104(103),1-2.24-25.29-30.31.34.
Lobe den Herrn, meine Seele!
Herr, mein Gott, wie groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid,
du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.

Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Da ist das Meer, so groß und weit,
darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.

Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört;
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.

Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn;
der Herr freue sich seiner Werke.
Möge ihm mein Dichten gefallen.
Ich will mich freuen am Herrn.




Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 12,3-7.12-13.
Brüder! Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.
Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.
Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Evangelium nach Johannes 20,19-23.
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
155. Predigt,5-6; PL 38,843
Pfingsten, die Vollendung des Osterfestes

Das jüdische Volk feierte das Pascha, wie ihr wisst, mit der Opferung eines Lammes, das zusammen mit ungesäuerten Broten gegessen wurde. Diese Opferung des Lammes stellte schon die Opferung Jesu Christi dar und die ungesäuerten Brote das neue, vom alten Sauerteig geläuterte Leben [...] Fünfzig Tage nach dem Pascha feierte dieses Volk den Augenblick, in dem Gott auf dem Berg Sinai das von ihm eigenhändig, mit seinem Finger geschriebene Gesetz gegeben hatte. Dem Vorausbild des Pascha folgt das Pascha in Fülle (vgl. 1 Kor 5,7). Jesus Christus wurde geschlachtet und führt uns aus dem Tod ins Leben. Das Wort Pascha bedeutet denn auch wirklich „Übergang“, was der Evangelist beschreibt, wenn er sagt: „Die Stunde war gekommen, in der Jesus aus dieser Welt zu seinem Vater gehen sollte“ (vgl. Joh 13,1) [...]

Das neue Ostern wird gefeiert, der Herr ist auferstanden und läßt uns vom Tod zum Leben hinübergehen [...] und fünfzig Tage später kommt der Heilige Geist, „der Finger Gottes“ (Lk 11,20), auf die Jünger herab. Aber betrachtet nur den Unterschied zu den Ereignissen [auf dem Sinai]. Dort blieb das Volk weit entfernt stehen, es war die Furcht und nicht die Liebe, die es zurückhielt [...] Gott stieg auf dem Sinai im Feuer herab, versetzte das Volk in Furcht und Schrecken [...] Und ganz anders, als der Heilige Geist auf die Erde herabkam: die Jünger waren „alle beisammen an einem Ort“ und der Geist kam in das Haus, wo sie versammelt waren, ohne sie von der Höhe des Berges zu erschrecken (vgl. Apg 2,1ff.) [...]

Sie sahen, so sagt die Schrift, Feuerzungen, die sich verteilten. War es ein Feuer, das schon von Ferne Schrecken verbreitet? Ganz und gar nicht. Diese Feuerzungen ließen sich auf einem jeden von ihnen nieder und jene begannen in verschiedenen Sprachen zu sprechen, wie es der Geist ihnen eingab. Hört die Zunge, die spricht, und versteht, dass es der Geist ist, der schreibt, nicht in Stein sondern in die Herzen (Ex 31,18; 2 Kor 3,3). So ist also das Gesetz des lebenspendenden Geistes (Röm 8,2), geschrieben in das Herz und nicht auf Stein, ist also das Gesetz des lebenspendenden Geistes, so sage ich, in Jesus Christus, in dem das Pascha in ganzer Wahrheit gefeiert worden ist.




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Pfingstmontag

Heute auch : Hl. Johannes Nepomuk

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Cyrill von Jerusalem : Die Vermittlung des Glaubensbekenntnisses: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 19,1b-6a.
Paulus kam nach Ephesus hinab.
Er traf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er: Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Mit der Taufe des Johannes.
Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus.
Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab.

Psalm 145(144),2-5.8-11.15-16.
Ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.
Groß ist der Herr und hoch zu loben,
seine Größe ist unerforschlich.

Ein Geschlecht verkünde dem andern den Ruhm deiner Werke
und erzähle von deinen gewaltigen Taten.
Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden;
ich will deine Wunder besingen.

Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du öffnest deine Hand
und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.




Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,14-17.
Brüder! Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.

Evangelium nach Johannes 3,16-21.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Jerusalem (313-350), Bischof von Jerusalem und Kirchenlehrer
Taufkatechesen, Nr. 5,12-13; PG 33, 520-524
Die Vermittlung des Glaubensbekenntnisses: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Ob es sich darum handelt, den Glauben zu erfassen oder ihn zu bekennen: erwirb und behalte nur das, was dir gegenwärtig von der Kirche vermittelt wird, das, was sich auf die ganze Schrift stützt. Es können nicht alle die heiligen Schriften lesen; die einen wegen ihrer Unwissenheit, die anderen deswegen, weil ihre anderweitigen Beschäftigungen sie davon abhalten, Kenntnisse zu erwerben. Damit dieses Unwissen nicht zum Tod der Seele führt, fassen wir die ganze Glaubenslehre in wenigen Glaubenssätzen zusammen […]

Behalte das, was du soeben gehört hast, im Gedächtnis. Nimm auch, wenn die Zeit gekommen ist, zu jedem Glaubensartikel das Zeugnis der Heiligen Schrift an. Diese Zusammenfassung des Glaubens ist ja nicht durch menschliche Laune entstanden; es sind aus der gesamten Schrift die wichtigsten Stellen ausgewählt worden, um den Glaubensinhalt zu komprimieren. So wie beim Senfsamen in einem kleinen Samenkorn (vgl. Mt 13,32) bereits viele Zweige angelegt sind, so umschließt dieses Glaubenssymbol in wenigen Worten die ganze Weisheit der Gottergebenheit im Alten und Neuen Testament.

Seid also achtsam, liebe Brüder, bewahrt die Lehre, die euch jetzt übermittelt worden ist, und „schreibt sie in eure Herzen ein“ (vgl. 2 Kor 3,3) […] Der Apostel Paulus sagt es so: „Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn“ (1 Tim 6,13f.).
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Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis

Heute auch : Hl. Paschalis Baylon, Hl. Walter von Mondsee

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Aphraat : Dem Letzten von allen und dem Diener aller nachfolgen

Die Texte des Tages als Audio

Brief des Jakobus 4,1-10.
Brüder! Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern.
Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet.
Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.
Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der wird zum Feind Gottes.
Oder meint ihr, die Schrift sage ohne Grund: Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ.
Doch er gibt noch größere Gnade; darum heißt es auch: Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.
Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen.
Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern. Reinigt die Hände, ihr Sünder, läutert euer Herz, ihr Menschen mit zwei Seelen!
Klagt und trauert und weint! Euer Lachen verwandle sich in Trauer, eure Freude in Betrübnis.
Demütigt euch vor dem Herrn; dann wird er euch erhöhen.

Psalm 55(54),7-8.9-10.17.23.
Ich dachte: «Hätte ich doch Flügel wie eine Taube,
dann flöge ich davon und käme zur Ruhe.»
Weit fort möchte ich fliehen,
die Nacht verbringen in der Wüste.

An einen sicheren Ort möchte ich eilen
vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm.
Entzweie sie, Herr, verwirr ihre Sprache!
Denn in der Stadt sehe ich Gewalttat und Hader.

Ich aber, zu Gott will ich rufen,
der Herr wird mir helfen.
Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht!
Er lässt den Gerechten niemals wanken.




Evangelium nach Markus 9,30-37.
In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;
denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?
Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.
Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen:
Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Aphraat (?-um 345), Mönch und Bischof in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Abhandlungen, Nr. 6
Dem Letzten von allen und dem Diener aller nachfolgen

Mein Freund, werden wir dem ähnlich, der uns das Leben gibt. Er war reich und ist selber arm geworden. Er war von hohem Rang und hat sich erniedrigt. Er, der in den Höhen wohnt, hatte nun keinen Ort, wohin er sein Haupt legen konnte. Er wird auf den Wolken des Himmels kommen, und zog auf einem Esel in Jerusalem ein. Er ist Gott und Sohn Gottes und glich einem Diener.

Er, der die Ruhe nach allen Mühen ist, war müde von den Mühen des Weges. Er, der die Quelle ist, die den Durst stillt, hatte Durst und bat um Wasser. Er, der die Fülle ist, die unseren Hunger stillt, hatte Hunger, als er vor seiner Versuchung in der Wüste fastete. Er, der Wächter, der nicht schläft, legte sich mitten auf dem Meer in den Kahn zum Schlafen hin. Er, dem im Zelt seines Vaters gedient wird, ließ sich von Menschenhänden bedienen. Er ist der Arzt aller Kranken, und seine Hände wurden von Nägeln durchbohrt. Aus seinem Mund kam die gute Nachricht, und ihm gab man Galle zu trinken. Er hatte nichts Böses getan und niemandem geschadet, er wurde geschlagen und ertrug die Beleidigung. Er, der alle Toten lebendig macht, lieferte sich selbst dem Kreuzestod aus.

Unser Lebensspender selbst hat all diese Erniedrigungen ertragen. Erniedrigen auch wir uns, liebe Freunde.

(Biblische Verweisungen: 2 Kor 8,9; Phil 2,6-8; Mt 8,20; Dtn 7,13; Mt 26,64; Joh 12,14-15; Phil 2,7; Joh 4,6; Joh 6,7; Mt 4,2; Ps 121,4; Mt 8,24; Ps 49,4; Ps 69,22; Mt 27,34)


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Heute auch : Hl. Johannes I.

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Pius XII.: „Wir wollten ihn hindern, weil er nicht zu denen gehört, die uns folgen“

Die Texte des Tages als Audio

Brief des Jakobus 4,13-17.
Brüder! Ihr aber, die ihr sagt: Heute oder morgen werden wir in diese oder jene Stadt reisen, dort werden wir ein Jahr bleiben, Handel treiben und Gewinne machen -,
ihr wisst doch nicht, was morgen mit eurem Leben sein wird. Rauch seid ihr, den man eine Weile sieht; dann verschwindet er.
Ihr solltet lieber sagen: Wenn der Herr will, werden wir noch leben und dies oder jenes tun.
Nun aber prahlt ihr voll Übermut; doch all dieses Prahlen ist schlecht.
Wer also das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.

Psalm 49(48),2-3.6-7.8-9.11.13a.
Hört dies an, ihr Völker alle,
vernehmt es, alle Bewohner der Erde,
ihr Leute aus dem Volk und vom Adel,
Reiche und Arme zusammen!

Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten,
wenn mich der Frevel tückischer Feinde umgibt?
Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz
und rühmen sich ihres großen Reichtums.

Loskaufen kann doch keiner den andern
noch an Gott für ihn ein Sühnegeld zahlen
- für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch;
für immer muss man davon abstehn -,

Denn man sieht: Weise sterben;
genauso gehen Tor und Narr zugrunde,
sie müssen andern ihren Reichtum lassen.
Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht.




Evangelium nach Markus 9,38-40.
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Pius XII., Papst von 1939-1958
Enzyklika Mystici Corporis Christi
„Wir wollten ihn hindern, weil er nicht zu denen gehört, die uns folgen“

Lasst uns die grenzenlose Liebe Jesu selbst nachahmen als die erhabenste Form der Liebe zur Kirche. Ganz gewiss ist die Braut Christi, die Kirche, einzig; indessen breitet sich die Liebe des göttlichen Bräutigams so weit aus, dass er, ohne jemanden auszuschließen, in seiner Braut das ganze Menschengeschlecht umarmt. Wenn unser Retter sein Blut vergossen hat, so deswegen, um auf dem Kreuz alle Menschen mit Gott zu versöhnen, selbst wenn sie getrennt sind durch Nation und Geblüt, und um sie zu einem einzigen Leib zu vereinen. Die echte Liebe zur Kirche verlangt nicht nur, dass wir im Leib selbst Glieder sind, die zueinander gehören (Röm 12,5), die einträchtig füreinander sorgen; Glieder, die sich freuen müssen, wenn ein Glied geehrt wird, und mitleiden, wenn ein Glied leidet (1 Kor 12,26). Aber sie verlangt auch, dass wir auch in den anderen Menschen, die noch nicht mit uns im Leib der Kirche vereint sind, Brüder Christi dem Fleische nach erkennen können, die mit uns zum selben ewigen Heil berufen sind.

Leider gibt es heute zweifellos allerorten Leute, die in ihrem Hochmut den Streit predigen, den Hass und die Missgunst als Mittel zur Aufwiegelung, zur Verherrlichung der Würde und Kraft des Menschen. Wir aber, die mit Schmerzen die beklagenswerten Früchte dieser Lehre deutlich sehen, folgen unserem Friedensfürsten, der uns lehrt, nicht nur die zu lieben, die nicht zur selben Nation gehören oder zum selben Stamm (Lk 10,33ff.), sondern sogar unsere Feinde (Lk 6,27ff.) zu lieben. Preisen wir mit dem heiligen Paulus, dem Völkerapostel, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Christi (Eph 3,18). Es ist eine Liebe, die von der Verschiedenheit der Völker oder Sitten nicht zerstört werden kann, von der gewaltigen Weite des Ozeans nicht gemindert werden kann, die schließlich von den Kriegen, seien sie aus gerechtem oder ungerechtem Grund geführt, nicht zum Scheitern gebracht werden kann.




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Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis

Heute auch : Hl. Cölestin V, Hl. Kuno von Regensburg, Hl. Maria Bernarda (Verena) Bütler

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Johannes Chrysostomus : Wege zum ewigen Leben

Die Texte des Tages als Audio

Brief des Jakobus 5,1-6.
Ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird.
Euer Reichtum verfault und eure Kleider werden von Motten zerfressen.
Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze.
Aber der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel; die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, dringen zu den Ohren des Herrn der himmlischen Heere.
Ihr habt auf Erden ein üppiges und ausschweifendes Leben geführt und noch am Schlachttag habt ihr euer Herz gemästet.
Ihr habt den Gerechten verurteilt und umgebracht, er aber leistete euch keinen Widerstand.

Psalm 49(48),14-15ab.15cd-16.17-18.19-20.
So geht es denen, die auf sich selbst vertrauen,
und so ist das Ende derer, die sich in großen Worten gefallen.
Der Tod führt sie auf seine Weide wie Schafe,
sie stürzen hinab zur Unterwelt.

Geradewegs sinken die Reichen hinab in das Grab;
ihre Gestalt zerfällt, die Unterwelt wird ihre Wohnstatt.
Doch Gott wird mich loskaufen aus dem Reich des Todes,
ja, er nimmt mich auf.

Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird
und die Pracht seines Hauses sich mehrt;
denn im Tod nimmt er das alles nicht mit,
seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab.

Preist er sich im Leben auch glücklich
und sagt zu sich: „Man lobt dich, weil du dir‘s wohl sein lässt,
so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab,
die das Licht nie mehr erblicken.




Evangelium nach Markus 9,41-50.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.
Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.
[]
Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
[]
Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden,
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.
Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt über den Teufel als Versucher; PG 49, 263-264
Wege zum ewigen Leben

Wollt ihr, dass ich euch die Wege der Umkehr aufzeige? Sie sind zahlreich, mannigfaltig und unterschiedlich; aber sie alle führen in den Himmel. Der erste Weg ist die Missbilligung unserer Fehler. „Sprich selber deine Vergehen aus, damit du Recht bekommst“ (vgl. Jes 43,26). Aus diesem Grund sagte der Prophet: „Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. Und du hast mir die Schuld vergeben“ (Ps 32,5). Verurteile also du selbst deine Fehler, das genügt, dass dich der Herr erhört. Denn wer seine eigenen Fehler verurteilt, fürchtet sich stärker davor, wieder in sie zurückzufallen.

Ein zweiter, nicht weniger wichtiger Weg besteht darin, unseren Feinden nichts nachzutragen, unseren Zorn zu beherrschen und allen, mit denen wir im Dienst verbunden sind, ihre Schuld zu vergeben; denn so erhalten wir Vergebung unserer Schuld, die wir vor dem Herrn haben; das ist die zweite Möglichkeit, von Schuld rein zu werden. „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt“, sagt der Herr, „dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben“ (Mt 6,14).

Willst du den dritten Weg der Umkehr kennen? Es ist das innige, aufmerksame Herzensgebet […] Almosen sind der vierte Weg; sie haben eine erhebliche, ja unaussprechliche Macht […] Sodann sind Bescheidenheit und Demut nicht minder wichtig, um die Sünden an ihren Wurzeln zu zerstören. Als Zeuge dafür steht der Zöllner, der vor Gott keine guten Taten vorweisen konnte, sie aber durch die Opfergabe in Ergebenheit ersetzte und so die schwere Last seiner Schuld abwerfen konnte.

Wir haben fünf Umkehrwege beschrieben […] Bleib also nicht untätig, sondern geh diese Wege täglich. Sie sind leicht zu gehen, und du kannst nicht deinen beklagenswerten Zustand vorschützen.




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La Salette 1846



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