Autor Thema: Wird die Bischofssynode nicht ein neues Schisma in der Kirche hervorrufen  (Gelesen 147324 mal)

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Kardinal Gerhard Müller: “Ich zeige lieber den steilen Weg, der zum Ziel führt”
Veröffentlicht: 3. April 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Die “Lebenswirklichkeit” der Menschen ist “keine Quelle der Offenbarung”
 
Der vatikanische Kurienkardinal Gerhard Müller hat sich in einem Interview mit der Würzburger “Tagespost” dagegen ausgesprochen, den Offenbarungsbegriff theologisch erweitern zu wollen.

In jüngster Zeit äußerten sich deutsche Bischöfe  – allen voran Kardinal Reinhard Marx  – mehrfach dahingehend, die Kirche solle auch die “Lebenswirklichkeit” der  Menschen in den Blick nehmen, um ihre Standpunkte zu klären.
 
Hierzu erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation (siehe Foto), die „Lebenswirklichkeit“ sei  kein theologischer, sondern ein soziologischer Begriff, der daher kein Urteilsmaßstab für die Offenbarung Gottes sein könne.
 
Laut kirchlicher Lehre beruht die Offenbarung (Selbstmitteilung Gottes) auf der Heiligen Schrift und der apostolischen Überlieferung (Schrift und Tradition).
 

Kardinal Müller stellte klar, daß „der Boden katholischer Theologie verlassen“ werde, wo „rein menschliche Überlegungen oder die Macht des Faktischen gleichwertig neben Schrift und Tradition gestellt werden“.
 

So könne man „die frivole Lebenswirklichkeit eines Ausbeuters, Drogenhändlers oder Kriegsgewinnlers“ nicht als „unabänderliches Faktum ansehen, an das sich die moralischen Grundsätze anzupassen haben“.
 
“Glaubenssinn” des Kirchenvolkes nicht vereinnahmen
 


Der vatikanische Glaubenshüter warnte auch vor Mißverständnissen hinsichtlich des Begriffes vom “Glaubenssinn” der Katholiken. Dieser sei ebenfalls keine Quelle der Offenbarung, sondern verhelfe dazu, das Wort Gottes „von den vielen Worten und Meinungen der Menschen“ zu unterscheiden. . „Der Glaubenssinn des Volkes Gottes hat daher nichts mit Umfrage-Ergebnissen zu tun oder einem Plebiszit, mit dem die ‘Basis’ der dem Leben entrückten ‘Hierarchie’ endlich einmal die Augen öffnen könnte.“Zudem hätten auch vatikanische Kardinäle und Bischöfe „Brüder und Schwestern, Neffen und Nichten; sie sprechen mit den Taxifahrern, gehen zum Friseur und wissen, wie man sich in den sozialen Netzwerken bewegt“.
 
Gottes Gnade gilt dem umkehrwilligen Sünder
 
Mit Blick auf geschieden-Wiederverheiratete kritisierte der Kardinal ein irreführendes Verständnis von Barmherzigkeit:
 
„Die Liebe lässt Gott und auch uns Menschen Mitleid haben mit einem verlassenen oder verratenen Ehepartner, mit den Kindern, die zu Scheidungswaisen wurden, und mit all der Tragik, die mit einer zerbrochenen Familie verbunden ist.”


Durch sein Erbarmen vergebe Gott dem Sünder, „der bereut und umkehrt“. Aber niemand habe ihm einleuchtend nachweisen können, „dass eine zweite eheähnliche Verbindung nicht gegen den Willen des HERRN steht, solange der legitime Ehepartner lebt“.
 
Wer ihn um Auskunft bitte, dem zeige er „lieber den steilen Weg, der zum Ziel führt, als den breiten Weg, der jedoch letztlich in der Sackgasse endet“, erklärte der Glaubenspräfekt. Dabei sei es natürlich wichtig, sich Menschen in schwierigen Situationen liebevoll zuzuwenden und sie in kirchliche Gruppen zu integrieren.
 
Kardinal Müller sprach sich überdies entschieden gegen Sonderwege katholischer Kirchen in einzelnen Ländern aus: „Es ist klar, dass die pastorale und sakramentale Praxis eines Landes nicht der Wahrheit des Glaubens widersprechen darf“. Auch könnten Glaubenslehre und Gebote Gottes nicht etwa aufgrund nationaler Differenzen jeweils unterschiedlich verstanden werden.
 

Quellen: Radio Vatikan, Tagespost, KNA, Komm-mit-Verlag
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Portal der Dt. Bischofskonferenz stichelt gegen Klarstellungen von Kardinal G. Müller
Veröffentlicht: 11. April 2015 | Autor: Felizitas Küble |

Von Felizitas Küble
 
Unter dem Titel “Kritik am obersten Glaubenshüter” veröffentlicht “Katholisch.de”  –  das amtliche Internetportal der Dt. Bischofskonferenz  –  am 10.4.2015 einen ausführlichen Artikel über Gegenstimmen, die sich zu Kardinal Gerhard Müllers jüngsten Äußerungen zu Wort gemeldet haben.

Im Impressum heißt es ausdrücklich, die Redaktion arbeite “im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz.”
 

Wie hier im “Christlichen Forum” kürzlich berichtet, hat der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (siehe Foto) sich dagegen ausgesprochen, die sog. “Lebenswirklichkeit” der Menschen als eine Quelle der Offenbarung (Selbstmitteilung Gottes) anzusehen.
 

Laut kirchlicher Lehrauffassung besteht die göttliche Offenbarung aus dem Zeugnis der Heiligen Schrift und der apostolischen Überlieferung (Tradition). Bloß menschliche Ansichten und Erfahrungen sind demgegenüber kein Maßstab für die dogmatische Verkündigung.

Deshalb ist die “Lebenswirklichkeit” von Menschen kein theologischer, sondern ein “soziologischer” Begriff, wie der Glaubenspräfekt logisch feststellt. Daher werde, so Kardinal Müller, “der Boden katholischer Theologie verlassen”, wo “rein menschliche Überlegungen oder die Macht des Faktischen gleichwertig neben Schrift und Tradition gestellt werden”.
 
Das Online-Portal der dt. Bischofskonferenz läßt ausführlich kritische Stimmen gegen diese Äußerungen des Glaubenspräfekten zu Wort kommen, darunter den CSU-Politiker und Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Dieser befürchte eine zunehmende Polarisierung zwischen dem Lehramt und dem “Glaubenssinn der Gläubigen”.

Abgesehen davon, daß Glück ohne weiteres davon ausgeht, daß die von ihm vertretene Position mit dem “Glaubenssinn der Gläubigen” identisch sei (was erst zu beweisen wäre!), gab es zwischen dem Lehramt und Teilen des Kirchenvolkes immer schon Unterschiede und Reibereien.

Würde nämlich stets die vollste Harmonie herrschen, wäre das kirchliche Lehramt gar nicht nötig. Es existiert gerade deshalb, um die Gläubigen vor irrtümlichen Anwandlungen und Abrutschen in den jeweiligen Zeitgeist zu bewahren.
 
Sodann zitiert “Katholisch.de” den Münchner Dogmatik-Professor Bertram Stubenrauch, der daran erinnere, daß  “Offenbarung” eine dialogische Wirklichkeit sei: “Das Wort Gottes findet Antwort im Nachdenken der Glaubenden, was immer aus einer bestimmten Lebenssituation heraus geschieht.”


Es ist zwar richtig, daß die Selbstmitteilung Gottes nicht ins Leere zielt, sondern selbstverständlich eine positive Antwort von Seiten der Getauften finden sollte, allerdings hängt die göttliche Offenbarung inhaltlich davon nicht ab. Gott benötigt für seine Botschaft keine menschliche Nachhilfe durch das “Nachdenken der Glaubenden”.
 



Der Theologie verweist zudem darauf, daß “Dogmen nicht als ausgefeilte Glaubenssätze vom Himmel gefallen” seien. Das hat aber auch niemand behauptet. Prof. Stubenrauch bezeichnet Dogmen als “Produkt kirchlicher Diskussionen, in denen sich immer auch Lebens- und Denkweisen der jeweiligen Zeit spiegelten.”
 
Die verbindlichen Glaubensaussagen der Kirche sind in ihren Formulierungen mitunter vom jeweiligen Stil der Zeit geprägt, nicht jedoch im Inhalt. Dieser ergibt sich vielmehr explizit oder implizit (ausdrücklich oder einschlußweise) aus dem biblischen und apostolischen Zeugnis, also aus der göttlichen Offenbarung.


Prof. Stubenrauch erwähnt außerdem zur innerkirchlichen Debatte um die Unauflöslichkeit der Ehe, es müsse “erlaubt sein, zu fragen, wie viel an Lehre notwendig ist, um etwa die Ehe als Ideal zu schützen.” 

Dabei übersieht der Theologe aber, daß es hierbei nicht etwa nur um ein “Ideal” geht, sondern um ein heiliges Sakrament und um ein göttliches Gebot (6. Gebot). Die Gebote Gottes und die Heilsordnung des Ewigen dürfen keineswegs zu einem wolkigen Ideal verflüchtigt werden.

Vielmehr verpflichten diese zeitlosen Maßstäbe den Menschen und vor allem die kirchlichen Amtsträger, denn die Kirche ist keine Herrin, sondern eine Dienerin des Glaubens. Die Kirche würde eine anmaßende Willkürherrschaft ausüben, wenn sie sich der Offenbarung Gottes nicht mehr unterordnen, sondern nach eigenem Gusto lehren und handeln würde, wie dies im liberalen Protestantismus längst der Fall ist.
 
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Offline Hildegard51

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Lieber Vianney,

Dein oben erwähnter Bericht stammt von Felizitas Küble, wie Du ja auch erwähnt hast.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit erwähnen, dass Frau Küble auf ihrer Homepage auf's Äußerste gegen Garabandal, Medjugorje u. alle noch nicht von der Kirche anerkannten Erscheinungen wettert, ja diese sogar in ihrer Form ins Lächerliche zieht.
Mir ist es müßig in Ihrem Forum Gegenargumente aufzuzählen, das hätte keinen Sinn. Sie erweckt den Eindruck, dass sie sowieso über allem steht.
DANKE,ich ärgere mich auch immer über diese Frau Küble,
für mich hat es den Anschein,dass die Heilige Jungfrau ()*kjht545 zuerst die Frau Küble um ERLAUBNIS bitten muss,wo SIE ERSCHEINEN DARF!
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von Franz von Sales

Offline vianney

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Fragebogen zur Vorbereitung der Bischofssynode 2015
 


Was ist eigentlich Familie? Vor welchen Herausforderungen steht sie in der heutigen Zeit? Und was bedeuten die Veränderungen für die kirchliche Lehre und die Seelsorge?
 
Diese und ähnliche Fragen bewegen auch Papst Franziskus. Im Herbst 2013 hat er deshalb einen synodalen Prozess in zwei Etappen angekündigt.
 
Die Synode 2014
 


Im Oktober 2014 fand daher eine außerordentliche Bischofssynode statt, die sich mit den Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung befasste. Diese Synode wurde weltweit von den nationalen Bischofskonferenzen vorbereitet.
 
Zur Vorbereitung gab es einen Fragebogen zu Themen rund um die Familie. Weltweit und auch im Bistum Passau wurde der Fragebogen von vielen Gläubigen in den Pfarreien und kirchlichen Verbänden beantwortet. Er bildete eine Grundlage für die Beratungen der ersten Familiensynode 2014 in Rom.
 

Die Synode 2015
 

Von 04. bis 25. Oktober 2015 werden die Bischöfe in Rom bei ihrer XIV. Ordentlichen Generalversammlung über das große Thema „Die Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der modernen Welt“ beraten. Nach Abschluss der außerordentlichen Synode im Oktober 2014 hatte sich Papst Franziskus „ein Jahr der Debatte“ gewünscht, das nun eingeläutet wird und an dem sich die Ortskirchen einbringen. Das entsprechende Vorbereitungsdokument „Lineamenta“ wurde Ende letzten Jahres veröffentlicht. Hieraus entstand ein umfassender Fragebogen. Im Bistum Passau wird dieser Fragebogen in den kommenden Tagen an die Pfarrverbände verschickt, erklärt Domdekan Dr. Hans Bauernfeind.
 
Einzelpersonen können online antworten
 
Die deutschen Bischöfe haben beschlossen, die Beantwortung der 46 Einzelfragen online zu ermöglichen. „Auch in unserem Bistum Passau sind die Gläubigen eingeladen, sich zu Ehe, Familie und religiöser Erziehung Gedanken zu machen, in Treue zum Evangelium und mit festem Blick auf die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit“, so Dr. Bauernfeind. In den Pfarreien vor Ort sind vor allem Frauen und Männer in den Gremien und Verbänden aufgerufen ihre persönlichen Erfahrungen und Impulse einzubringen. Einzelpersonen, die sich an der Umfrage ebenfalls beteiligen möchten, sind dazu herzlich eingeladen unter www.fragebogen-familiensynode.de.
 
Die 46 Einzelfragen sind insgesamt in drei große Bereiche gegliedert. Während im ersten Teil vor allem Kontext und Herausforderung für die Familie im Vordergrund stehen, geht es im zweiten Teil um das Evangelium in der Familie und ein dritter Bereich setzt sich mit den pastoralen Perspektiven auseinander.
 
Die Fragebögen der Pfarrverbände werden anschließend vom Referat Ehe und Familie ausgewertet und gebündelt an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz weitergeleitet. Dort findet eine abschließende Auswertung aus den in allen deutschen Bistümern gesammelten Antworten statt. Ein gemeinsames deutsches Schlussdokument wird bis zum 15. April 2015 an das Synodensekretariat nach Rom geschickt.
 
 

Anhang
Fragebogen zur Vorbereitung der Bischofssynode 2015.pdf

182.26 KB

http://www.bistum-passau.de/sites/default/files/Fragebogen%20zur%20Vorbereitung%20der%20Bischofssynode%202015.pdf
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Die „falschen Propheten“ und die Bischofssynode 2015
13. Januar 2015 14:28 | Mitteilung an die Redaktion

Die Kardinäle Kasper und Marx und die Bischofssynode 2015

(Rom) Das neue Jahr 2015 hat begonnen. Es ist das Jahr, in dem der abschließende zweite Teil der Bischofssynode über die Familie auf dem Programm steht. Ihr Näherrücken löst ganz unterschiedliche Reaktionen aus. Entscheidend sind nicht menschliche Sorgen und Hoffnungen, die sich daran knüpfen. Entscheidend ist die Frage nach der Wahrheit und wie diese zum Heil der Menschen verkündet und in der Seelsorge verwirklicht werden kann.
In der Kirche gibt es unterschiedliche Stimmen und sogar Stimmen, die im Widerspruch zur Glaubenslehre und zum Lehramt stehen. Das stellt in der Kirchengeschichte keine Neuheit dar. Schon der Evangelist Johannes warnte in seinem Ersten Brief vor den „falschen Propheten“: „Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrist, über den ihr gehört habt, daß er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt“ (1 Joh 4,1-3). Seither stellt sich immer neu die Frage: Wie aber kann man sie erkennen und unterscheiden? Der Evangelist liefert ganz unaufgeregt die Antwort. Woran erkennt man also zu allen Zeiten die falschen Propheten? „Sie sind aus der Welt; deshalb sprechen sie, wie die Welt spricht, und die Welt hört auf sie“ (1 Joh 4,5).

Applaus von Mächtigen und Massen sollte nachdenklich stimmen
Diese Aussage sollte nahelegen, dem Applaus und der Zustimmung der Mächtigen und in deren nicht selten gelenktem Gefolge der Massen skeptisch zu begegnen. Man könnte sogar sagen, daß es besorgniserregender ist, diesen Applaus zu erhalten, als ihn nicht zu erhalten. Was heute daher besonders beunruhigt, ist nicht der Umstand, daß es „falsche Propheten“ gibt, sondern, daß es viele sind und daß sie ausdrücklich und schamlos als solche auftreten. Erleichtert wird ihnen das durch das Fehlen der notwendigen und gebotenen Maßnahmen durch die kirchliche Autorität. Dadurch entsteht der Eindruck, als wären die kirchlichen Verantwortungsträger abwesend. Abwesend wie Eltern, die von ihrer Fürsorgepflicht und ihrer Erziehungsaufgabe zurücktreten und sich um die Entwicklung ihrer Kinder nicht scheren. An einer Sache mangelt es heute nämlich nicht: An Leuten, die die „Dinge der Welt“ lehren. Von denen sind vielmehr viel zu viele in Umlauf. Vergleicht man damit die Ansprache von Papst Paul VI. vom 29. Juni 1972, dann scheint der Riß in der Kirche, durch den der „Rauch Satans“ eindringt, tatsächlich zu breiten Breschen geworden zu sein, ja die Mauer über weite Strecken zum Einsturz gebracht worden zu sein. Wie bei Belagerungen üblich, folgt nach dem Eindringen Plünderung und Brandschatzung.

Drei konkrete Beispiele – Der Jesuit Juan Masiá und der „Fortschritt“
Drei konkrete Beispiele. Nur Beispiele, aber eben konkrete Beispiele, um das Gesagte zu verdeutlichen. Sie sind aber beliebig multiplizierbar und das zur Potenz. In einem Artikel, also scripta manent, bekennt sich der Jesuit Juan Masiá als „Kasperianer“ tout court. Er hofft, ja fordert, daß sich die Kirche die Position von Kardinal Walter Kasper zu den wiederverheiratet Geschiedenen zu eigen macht. Pater Masiá hält dabei den Verteidigern der Unauflöslichkeit der Ehe entgegen, daß „Doktrin und Tradition sich zugunsten der Würde der Person entwickeln können und müssen“. Mit anderen Worten liegt seiner Argumentation ein positivistisches Fortschrittsdenken zugrunde, das für den Staat gilt und auch auf die Katholische Kirche anzuwenden sei. Der Mensch, der in der Geschichte linear fortschreitet (Fortschritt) auf dem Weg zu immer höheren Höhen. Der ewige Kampf sei daher jener zwischen den fortschrittlichen Kräften, die diesen Fortschritt zu Höherem voranbringen und den dunklen Kräften, die den Menschen davon abhalten wollen. Die Ehescheidung, die Wiederverheiratung, die Lebensabschnittspartnerschaften sind in diesem Kontext die höherentwickelte Stufe zivilisierter zwischenmenschlicher Beziehungen, die über die mindere, primitivere Stufe einer lebenslangen Partnerschaft mit einem einzigen anderen Menschen hinausführen. Entscheidend sei nur, daß alles „zivilisiert“, geordnet und gewaltlos stattfinde.

Die Tatsache, daß dieser angebliche „Fortschritt“ um den Preis verwirklicht werden soll, das Gottesgesetz zu brechen, wird ausgeklammert. Es wird nicht ausgesprochen, doch es liegt in der Luft. Ein allgemeingültiges, ja verbindliches Gottesgesetz könne es gar nicht geben. Denn Gott ist letztlich der Mensch selbst, jedenfalls befinde er sich auf seinem Fortschreiten in der Geschichte auf dem Weg zur Selbstvergöttlichung, also zu seiner Vollendung. So sagt es Pater Masiá natürlich nicht und denkt es vielleicht auch gar nicht. Man scheint zu sehr damit beschäftigt, die kirchliche Position dem gerade vorherrschenden Meinungstrend anzupassen.

Wiederverheiratet Geschiedene befinden sich „in einem dauernden, öffentlichen Ehebruch“
Der Katechismus der Katholischen Kirche definiert die Scheidung in klarer Sprache: „Die Ehescheidung ist ein schwerer Verstoß gegen das natürliche Sittengesetz“ und: „Die Ehescheidung mißachtet den Bund des Heiles, dessen Zeichen die sakramentale Ehe ist“ (KKK 2384). Es geht also um das Brechen eines Vertrages, der „bis zum Tod“ gilt. Die Sache wird um so schwerwiegender, wenn zivilrechtlich eine neue Verbindung eingegangen wird: „Das Eingehen einer, wenn auch vom Zivilrecht anerkannten, neuen Verbindung verstärkt den Bruch noch zusätzlich. Der Ehepartner, der sich wieder verheiratet hat, befindet sich dann in einem dauernden, öffentlichen Ehebruch.“

In der Heiligen Schrift heißt es: „Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!“ (1 Kor 6,18-20).

Beispiel Zwei: Die Deutsche Bischofskonferenz
Damit kommen wir zum zweiten Beispiel, jenem der Deutschen Bischofskonferenz, die sich in einem Dokument mit großer Mehrheit für die Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten, wenn auch sub conditione ausgesprochen haben. Das Dokument wurde bedenkenlos auf der Internetseite der Bischofskonferenz veröffentlicht, zusammen mit den immer befremdlicher werdenden Worten von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx von München-Freising, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: „Die Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Katholiken, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, gehört – wie auch das Instrumentum laboris (Nr. 89ff) hervorhebt – weltweit zu den drängenden Herausforderungen der Ehe- und Familienpastoral“, so der Kardinal.

Beispiel Drei: Bischof Bonny von Antwerpen
Damit wollen auf ein drittes Beispiel überlenken: den Bischof von Antwerpen (Belgien), Msgr. Johan Bonny, den man getrost als Agitprop einer „anderen“ Kirche bezeichnen kann. Als Agitprop für die „formale Anerkennung“ homosexueller und bisexueller Beziehungen, wie er selbst in einem Interview in der Tageszeitung De Morgen mit dem üblichen Schlachtruf von angeblich zu vielen zu lange Ausgegrenzten forderte.

Bischof Bonny entfachte mit seiner Aussage die Begeisterung des Rektors der Katholischen Universität Löwen, Rik Torfs, der übrigens seines Zeichens ein Kirchenrechtler ist. Torfs begeisterte sich dermaßen, daß er von einem „Wendepunkt“ sprach, weil endlich die „nicht verhandelbaren Grundsätze“ in Frage gestellt werden könnten, was unter den Pontifikaten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. unmöglich gewesen sei. Womit eigentlich alles gesagt ist …

Bischof Bonny ist eine Kreation des Papstmachers Godfried Kardinal Danneels, der im Zusammenspiel mit dem damaligen Apostolischen Nuntius Karl Josef Rauber in Rom durchgesetzt wurde. Ein Zusammenspiel, das solange funktionierte, bis Papst Benedikt XVI. ausreichend über die Negativentwicklung in der belgischen Kirche aufgeschreckt, die Nachfolge von Kardinal Danneels als Erzbischof von Brüssel-Mecheln unabhängig von den Empfehlungen Danneels und Raubers regeln wollte. Für Kardinal Danneels, der bereits 2005 die Wahl Benedikts XVI. zu verhindern versuchte, war das eine offene Kriegserklärung. Den Krieg hat er längst gewonnen und fährt die Ernte ein. Benedikt XVI. ist als einsame Gestalt unter den Päpsten den Weg des Rücktritts gegangen, Danneels konnte seinen Kandidaten von 2005 verspätet doch noch auf den Papstthron setzen und wird seither durch päpstliches Wohlwollen geehrt, durch direkten Zugang zum Papst, durch die persönliche Ernennung zum Synodalen und durch die Erhebung Raubers zum Kardinal, während Danneels Nachfolger als Erzbischof von Brüssel-Mecheln vergebens auf die Aufnahme in den Kirchensenat wartet.

Jene, die „wie die Welt sprechen“
Laut Bischof Bonny solle die Kirche „die Pluralität“ der Lebensformen spiegelbildlich zur geltenden Rechtsordnung in den Staaten auch in ihrem Inneren anerkennen. Die Rechtsordnungen seien wiederum ja nichts anderes als die Anerkennung der gesellschaftlichen Realitäten. Der Bischof von Antwerpen ist damit ein Paradebeispiel für die Anpassung an die „Dinge der Welt“, von denen der Evangelist Johannes spricht. Bonny ist einer jener, die „wie die Welt“ sprechen.

Weil die Verwirrung heute solche Ausmaße angenommen hat, soll daran erinnert werden, daß im Katechismus „homosexuelle Beziehungen“ als „als schlimme Abirrung“ und Homosexualität als „eine objektiv ungeordnete Neigung“ definiert werden und homosexuelle Handlungen „in keinem Fall zu billigen“ sind (KKK 2357). Der Katechismus beruft sich einmal mehr auf die Heilige Schrift: „Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschände (…) werden das Reich Gottes erben“ (1 Kor 6,9-10).

Generalprobe für progressiven Siegeslauf?
Nimmt man nun alles zusammen, zeichnet sich recht deutlich ab, daß die genannten Beispiele eine Art von Generalprobe sind, eine Art Vorspiel zur Vorbereitung des bevorstehenden Teil der Bischofssynode. Der „progressistische“ Flügel der Kirche ist offensichtlich überzeugt, daß ihm im Oktober 2015 ein großer, ein entscheidender Wurf gelingt: die Änderung der überlieferten Glaubenslehre. Es wird nur eine Bresche in der Mauer sein, vielleicht sogar kaschiert, so daß sie nicht auf Anhieb für alle sichtbar ist. Doch das Schlagen der Bresche ist der entscheidende Schritt zur Eroberung einer Festung. Im konkreten Fall geht es aber nicht um eine Festung, sondern um die Eroberung der Stadt Gottes. Zumindest des irdischen Abglanzes derselben.

Der dialektische Mechanismus, der zur Aushebelung des Ehesakraments angesetzt wird, taugt zur Aushebelung der gesamten Glaubenslehre. Kardinal Walter Kasper lieferte die Zielvorgabe, Kardinal Reinhard Marx ist der Macher, doch Kardinal Christoph Schönborn lieferte das theoretische Rüstzeug, mit dem nach der Bresche die ganze Mauer zum Einsturz gebracht werden kann: das Gradualitätsprinzip, das er auf „alle Sakramente“ angewandt sehen möchte.

Der Evangelist Johannes stärkt die Gläubigen mit den Worten: „Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott und habt sie besiegt; denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt ist. Sie sind aus der Welt; deshalb sprechen sie, wie die Welt spricht, und die Welt hört auf sie. Wir aber sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums“ (1 Joh 4,4-6).

Wer das Richtige vertritt, steht bereits fest. Auch, wem der Sieg am Ende gehört. Da es sich aber um Seelen handelt, stellt sich die Frage, wie viele Tote auf dem Schlachtfeld zurückbleiben werden? Wie viele Gefallene werden die „falschen Propheten“ einmal vor Gott zu verantworten haben?

Text: Giuseppe Nardi in Anlehnung an Mauro Faverzani (Corrispondenza Romana)
Bild: Asianews
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Kirche \ Deutschland, Österreich und Schweiz


Bischofssynode: Deutsche erhoffen Fortentwicklung der Lehre

20/04/2015 12:31
Die meisten katholischen Gläubigen in Deutschland erwarten von der kommenden Weltbischofssynode eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre zu Ehe und Familie. Das schreibt die Deutsche Bischofskonferenz zusammenfassend nach der Auswertung der vatikanischen Fragebögen, die der Vorbereitung der Ordentlichen Bischofssynode im kommenden Oktober im Vatikan dienen. Die Antworten aus Deutschland seien nun in Rom.

Unter den Gläubigen in Deutschland finde das kirchliche Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung, heißt es in der Mitteilung. Allerdings erwarteten „die meisten ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen.“ So fanden sich die meisten Kommentare zu jenen Fragen der Vatikan-Erhebung, die den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Paare ohne Trauschein und homosexuelle Lebensgemeinschaften betreffen. Hier erwarte „ein Großteil der Gläubigen in Deutschland eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre und eine größere Offenheit gegenüber der heutigen Lebenswirklichkeit“. Große Beachtung finde aber auch die soziale Situation von Familien mit alten, kranken oder behinderten Mitgliedern, von kinderreichen Familien und von Alleinerziehenden.

Die Befragung zur Vorbereitung der kommenden Bischofssynode habe bei den Gläubigen ein positives Echo gefunden, viele beklagten allerdings die komplizierte Fachsprache und den Umfang des Katalogs mit 46 Fragen. Aus diesem Grund hätten viele die Fragebögen nur teilweise ausgefüllt, so die Bischofskonferenz. Insgesamt sei die Beteiligung geringer ausgefallen als die analoge Befragung zur Vorbereitung der Außerordentlichen Bischofssynode im vergangenen Jahr.

Wie im Vorjahr wurden die über 1.000 Seiten umfassenden Rückmeldungen ausgewertet und für eine Zusammenfassung aufbereitet. Auf dieser Grundlage haben die deutschen Bischöfe ihre Stellungnahme formuliert und ans Synodensekretariat gesandt. Dieses wird die Antworten der Bischofskonferenzen in einem Papier zusammenfassen, dem „Instrumentum laboris“, das als Arbeitsgrundlage für die Beratungen der Bischofssynode im Herbst dient.

(dbk 20.04.2015 gs)
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20.04.2015

Neue Umfrage bestätigt Kluft zwischen Alltag und Kirchenlehre
 
Fakten für Familiensynode


Auch in der zweiten Familien-Umfrage des Vatikan zeigen die Antworten aus Deutschland eine starke Diskrepanz zwischen gelebtem Alltag und katholischer Lehre. Das zeigt die jetzt veröffentlichte Auswertung der Fragebögen.
 
Die Rückmeldungen zeigten laut Auskunft der Deutschen Bischofskonferenz, "dass das Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung unter den Gläubigen findet". Allerdings erwarteten die meisten "ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen".
 
Offenheit gegenüber Lebenswirklichkeit
 
So habe es die meisten Kommentare zu den Fragen gegeben, die den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen betreffen sowie mit homosexuellen Lebensgemeinschaften und mit Paaren, die ohne Trauschein oder in einer nur zivilen Ehe zusammenleben.
 
In all diesen Fällen erwarte ein Großteil der Umfrageteilnehmer "eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre und eine größere Offenheit gegenüber der heutigen Lebenswirklichkeit". Aber auch die soziale Situation von Familien mit alten, kranken oder behinderten Mitgliedern, von kinderreichen Familien und von Alleinerziehenden habe eine wichtige Rolle gespielt bei den Antworten.
 
Klagen über schwer verständliche Fachsprache
 
Insgesamt, so die Bischofskonferenz, habe die Befragung wie 2014 "ein sehr positives Echo gefunden". Allerdings hätten viele beklagt, dass die Fragen "oft in einer schwer verständlichen Fachsprache formuliert waren und der Katalog mit 46 Fragen sehr umfangreich war". Deshalb seien oftmals nicht alle Fragen beantwortet worden. Die dieses Mal geringere Beteiligung der Gläubigen führt die Bischofskonferenz unter anderem darauf zurück.
 
Die deutschen Bischöfe hatten den im Vatikan entwickelten Fragenkatalog im Internet veröffentlicht und zur Teilnahme aufgerufen. Außerdem hatten sich Fachleute aus der Ehe- und Familienarbeit, aus Familienbildungsstätten und aus kirchlichen Beratungsgremien beteiligt. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) und der Katholisch-Theologische Fakultätentag waren um Stellungnahmen gebeten worden.
 
Wie im Vorjahr hat die Bischofskonferenz über 1.000 Seiten Rückmeldungen ausgewertet. Aus dieser Zusammenfassung haben die deutschen Bischöfe jetzt ihre Stellungnahme formuliert und an das Synodensekretariat im Vatikan gesandt. Dieses wird die Antworten der Bischofskonferenzen aus allen Erdteilen in einem Papier zusammenfassen, das dann als Arbeitsgrundlage für die Beratungen der Bischofssynode im Herbst dient.
 
 
 




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05 Mai 2015, 10:00

Bischofssynode-Fragebogen: Tiefe Kluft zwischen Kirche und GläubigenWächst „Reformdruck auf Bischöfe“? - „Es gibt keinen vom katholischen Lehramt autonomen ‚Glaubenssinn der Gläubigen‘. Hinzu kommt, dass sich eine kleine Schar von Katholiken selbst zu ‚den Gläubigen‘ hochstilisiert. Von Prof. Hubert Gindert
 


Bonn (kath.net/Forum Deutscher Katholiken) „Tiefe Kluft zwischen Kirche und Gläubigen“, so lautet der Titel eines Presseberichtes (Augsburger Allgemeine Zeitung, AZ, 21.04.15), in dem die zweite „Familienumfrage“ des Vatikans vor der Synode der Bischöfe im Oktober 2015 in Rom kommentiert wurde. Der Untertitel dieses Pressebeitrages hieß: „Reformdruck auf Bischöfe wächst“.
 
Der „Fragenkatalog“ wurde auf den Internetseiten (der) Deutschen Bischofskonferenz und der Diözesen veröffentlicht, um den Gläubigen und den Gemeinden die Möglichkeit zu geben, sich gegenüber ihrem Bistum zu äußern. Aus der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz, 20.4.2015): Auch das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), die Deutsche Ordensoberenkonferenz (DOK) und der Katholisch-Theologische Fakultätentag wurden um Stellungnahme gebeten. Wie schon im vergangenen Jahr hat die Befragung bei den Gläubigen ein sehr positives Echo gefunden. Allerdings wurde von vielen beklagt, dass die Fragen oft in einer schwer verständlichen Fachsprache formuliert werden und der Katalog mit 46 Fragen sehr umfangreich war… Die Rückmeldungen zeigen, dass das Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung unter den Gläubigen findet. Allerdings erwarten die meisten ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen. So wurden die meisten Kommentare zu den Fragen gegeben, die den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen mit Paaren, die in einer nur zivilen Ehe oder ohne Trauschein zusammenleben, und mit homosexuellen Lebensgemeinschaften betreffen. Hier erwartet ein Großteil der Gläubigen eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre und eine größere Offenheit gegenüber der heutigen Lebenswirklichkeit“.

 Die „Augsburger Allgemeine Zeitung“ zieht folgende Schlussfolgerung aus dem o.a. Bericht der Deutschen Bischofskonferenz: „Vor allem der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, die von der Kommunion ausgeschlossen sind, hat sich für die Kirche zum ernsthaften Problem entwickelt. Die Rufe nach einer Reform werden lauter. Die deutschen Bischöfe haben das erkannt. Auf Seite 14 des achtzehn Seiten umfassenden Papiers stellen sie fest: ‚Es kann kein Zweifel bestehen, dass hier eine Schlüsselstelle für die Glaubwürdigkeit der Kirche bestehen bleibt‘“.
 
Doch vielmehr ist es keine Frage, dass mit dem Problem der „geschiedenen Wiederverheirateten“ die Glaubwürdigkeit der Kirche auf dem Spiel steht, weil hier das Wort Christi „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“ zur Diskussion steht.

Die Auseinandersetzung ist deswegen so hart, weil nur mehr die katholische Kirche an Christi Wort festhält. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück „befürchtet eine zunehmende Polarisierung zwischen dem Lehramt und dem ‚Glaubenssinn der Gläubigen“, wie er dem ‚Münchner Merkur‘ sagte“ (Konradsblatt 16, 2015, S. 4).
 
Alois Glück bemüht den „Glaubenssinn der Gläubigen“ für seine Argumentation. Zum „übernatürlichen Glaubenssinn der Gläubigen“ sagt der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK, Ziff 889):
 
„Um die Kirche in der Reinheit des von den Aposteln überlieferten Glaubens zu erhalten, wollte Christus, der ja die Wahrheit ist, seine Kirche an seiner eigenen Unfehlbarkeit teilhaben lassen. Durch den ‚übernatürlichen Glaubenssinn‘ hält das Gottesvolk unter der Leitung des lebendigen Lehramtes der Kirche den Glauben unverlierbar fest“ und weiter, „der pastorale Auftrag des Lehramtes ist es, zu wachen, dass das Gottesvolk in der befreienden Wahrheit bleibt“ (Ziff 890). Es gibt demnach keinen autonomen „Glaubenssinn der Gläubigen“. Hinzu kommt, dass sich eine kleine Schar von Katholiken selbst zu „den Gläubigen“ hochstilisiert. In der o.a. Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 20.4.15 wird nicht zahlenmäßig angegeben, wie umfangreich das „sehr positive“ Echo ist. Da ist die AZ vom 21. April 15 schon offener. Dort heißt es: „Wegen der für ‚normale‘ Katholiken schwer verständlichen 46 Fragen fiel die Teilnahme an der Fragebogenaktion bundesweit gering aus. So gingen etwa im Bistum Augsburg seit Januar nur 26, im Bistum Eichstätt 33 und im Bistum Würzburg 28 Rückmeldungen ein“.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass nur 10% der Katholiken, gemessen an dem stichhaltigen Kriterium des sonntäglichen Gottesdienstbesuches regelmäßigen Kontakt zur Kirche haben, darf gefragt werden, ob solche Teilnehmerzahlen an der Umfrage die Gläubigen „repräsentieren“ können?
 
Prof. Dr. Hubert Gindert (Foto) ist der Initiator und Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken. Als Vorsitzender des Diözesanrates des Bistums Augsburg war er von 1990 bis 1994 Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 1996 ist Hubert Gindert Chefredakteur der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“. Siehe auch Eintrag auf kathpedia.
 
K-TV-Interview mit Prof. Hubert Gindert
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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