Autor Thema: Wird die Bischofssynode nicht ein neues Schisma in der Kirche hervorrufen  (Gelesen 147326 mal)

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Familiensynode: Vernetzungstreffen in Rom und in Bratislava

Studientag von Bischöfen und Theologen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zur Vorbereitung auf Synode in Rom - Kein deutsch-polnisches Treffen - Ostmitteleuropa-Vernetzungstreffen fand Mitte Mai in Bratislava statt

26.05.2015


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Bonn/Bratislava, 26.05.2015 (KAP) Mehrere wichtige Bischofskonferenzen Europas versuchen im Vorfeld der Weltbischofssynode über die Familie, die im Herbst im Vatikan stattfindet, ihre Positionen abzustimmen. Dabei sollen laut Medienberichten einige Versuche mit Erfolg gekrönt, andere hingegen gescheitert sein.
 
 
 
Wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Dienstag in Bonn mitteilte, habe am Pfingstmontag in Rom ein Studientag von Bischöfen und Theologen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zur Vorbereitung auf die Synode stattgefunden. Der Austausch habe gezeigt, dass die Ehe- und Familienpastoral auf individuelle Lebensentwürfe reagieren müsse, teilte die Deutsche DBK in einem Kommunique mit. Auch gelte es, den Einfluss biografischer Entwicklungen auf die moralische Sichtweise eines Menschen zu berücksichtigen.
 
 
 
50 Mitglieder der drei einladenden Bischofskonferenzen, Synodenteilnehmer, Theologieprofessoren, Mitarbeiter der Römischen Kurie und Medienvertreter seien am Montag zusammen gekommen, um die biblischen und theologischen Grundlagen von Ehe und Familie zu erörtern. Aus Deutschland waren DBK-Vorsitzender Kardinal Reinhard Marx, DBK-Familienbischof Heiner Koch (Dresden-Meißen) sowie der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode nach Rom gereist. Die Teilnehmer diskutierten den Angaben zufolge auch über eine "Theologie der Liebe", die Sexualität "als kostbare Gabe Gottes zum Ausdruck von Liebe versteht". Diese Ansätze gelte es nun weiterzuentwickeln. Die Einladung zu der Tagung war aus dem jährlichen Treffen der Vorsitzenden der drei Bischofskonferenzen hervorgegangen, das im Jänner in Marseille stattgefunden hatte.
 
 
 
Ähnliche Initiative mit Polen gescheitert
 
 
 
Unterdessen berichtet die Würzburger katholische Zeitung "Die Tagespost", dass eine ähnliche Initiative mit Polen gescheitert sei. Die Zeitung beruft sich dabei auf die US-Zeitung "National Catholic Register" und die Warschauer Kirchenzeitung "Idziemy". Demnach soll DBK-Vorsitzender Marx Anfang Mai den polnischen Bischöfen, die zum 70. Jahrestag der Dachau-Befreiung nach Bayern gekommen waren, während des Essens vorgeschlagen haben, ein Treffen abzuhalten. Es hätte den Berichten zufolge laut Marx das Ziel haben sollen, "auf einen Konsens hinzuarbeiten", hinsichtlich einer gemeinsamen Position bei der Synode im Herbst. Die 14. Ordentliche Generalversammlung der Bischöfe tagt vom 4. bis 25. Oktober im Vatikan zum Thema "Die Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der modernen Welt".
 
 
 
Der Vorschlag von Marx sei jedoch von den polnischen Bischöfen zurückgewiesen worden, so der "Register" und "Idziemy". Das polnische Blatt schreibt in einem Kommentar, der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz und Anführer der polnischen Synodendelegation, Erzbischof Stanislaw Gadecki, stehe in der Ehelehre "ohne Zweifel" treu zur Lehre des heiligen Johannes Paul II. Es wäre aber in dem vom Marx vorgeschlagenen Treffen darum gegangen, Gadecki "von dem Standpunkt zu überzeugen, den Kardinal Marx vertritt".
 
 
 
Positiv kommentiert wurde hingegen ein Ostmitteleuropa-Vernetzungstreffen mit u.a. Erzbischof Gadecki, das am 11./12. Mai in Bratislava stattgefunden hatte. Bischöfe aus Weißrussland, Litauen, Polen, der Ukraine, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien hatten teilgenommen. Das Treffen fand ebenfalls im Blick auf die Weltbischofssynode statt. Eröffnet worden war die Tagung vom Pressburger Erzbischof und Vorsitzenden der Slowakischen Bischofskonferenz, Stanislav Zvolensky, und dem Apostolischen Nuntius in der Slowakischen Republik, Erzbischof Mario Giordana. Erzbischof Gadecki referierte über "ausgewählte Aspekte der Situation der Familien in der Gegenwart, beispielsweise der Sorge um die Wiederverheirateten und die Seelsorge für Personen mit homosexuellen Neigungen, sowie den Einflusses einiger Ideologien". Organisiert wurde das Bischofstreffen von der Slowakischen Bischofskonferenz.
 
 
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München: Kardinal Reinhard Marx strebt weiter nach einer liberalen Zeitgeistkirche
Veröffentlicht: 27. Mai 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Mathias von Gersdorff
 
Auf ihrer Internetseite hat die „Deutsche Bischofskonferenz“ die wichtigsten Auszüge aus der Pfingstpredigt von Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München-Freising, veröffentlicht.
 
Als programmatische Aussage stellte Kardinal Marx seine Vision von Kirche vor. Er will eine Willkommenskultur für alle: „...die zugezogenen Norddeutschen und die Bayern, die Mittelschicht und die Hartz-IV-Empfänger, die Arbeitslosen und die Direktoren der Banken, die Grünen und die Schwarzen, die Homosexuellen und die Heterosexuellen, die Geschiedenen und die Ehejubilare, die Flüchtlinge und die Gebirgsschützen“.
 
Marx´ Forderung: Jeder Mensch soll den Anderen die Frohe Botschaft verkünden: „Nicht die Unterschiede zählen, sondern das, was uns verbindet“.
 
Dass alle Menschen berufen sind, an das Evangelium zu glauben, ist Allgemeinplatz. Wie soll man also Marx´ Worte verstehen?

Kardinal Marx hat ausdrücklich eine Reihe Reizwörter verwendet: Grüne und Schwarze (also CSU/CDU-Mitglieder), Homosexuelle und Heterosexuelle, Geschiedene.
 
Er hätte sich auch anders ausdrücken können: Parteimitglieder und Parteilose, Männer und Frauen, Verheiratete und Ledige. Eine solche Wortwahl hätte auch eher der katholischen Gedankenwelt entsprochen. Wenn Marx „Homosexuelle und Heterosexuelle“ nennt, so meint er die jüngst in Mode gekommene Unterscheidung von Menschen nach ihrer „sexuellen Orientierung“.


Diesen umstrittenen Begriff gibt es aber nicht in der christlichen Anthropologie. Es gibt Männer und Frauen und es gibt Männer und Frauen mit homosexuellen Neigungen.

Auch Geschiedene gibt es im strengen Sinne des Wortes nicht, denn nach katholischer Auffassung ist die Ehe unauflöslich. Man bleibt also verheiratet bis zum Tod. Es gibt nur zivilrechtlich Geschiedene, doch die Zivilehe hat für die katholische Kirche keine wirkliche Bedeutung.
 
Wie ist die Aussage von Kardinal Marx also zu werten? 

Entscheidend ist seine Forderung: „Nicht die Unterschiede zählen, sondern das, was uns verbindet“. Was bedeutet das konkret im heutigen gesellschaftlichen Kontext?
 
Grüne: Diese Partei ist zwar nicht die einzige, aber doch jene, welche sich am intensivsten für die Durchsetzung der Gender-ideologie in den Schulen und in der Gesellschaft generell einsetzt. Die Gender-Ideologie, dies haben Päpste und diverse Bischofskonferenzen in Hirtenbriefe ausführlich erläutert, ist ein Angriff auf das Herz des christlichen Menschenbildes.

Homosexuelle: Wie die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ausführlich erklärt haben, wird unter dem Schlagwort „Rechte für Homosexuelle“ die sogenannte „Homo-Ehe“ oder die „gleichgeschlechtliche Partnerschaft“ gefordert und so die katholische Lehre über Ehe und Familie frontal angegriffen. Die sog. „Homosexuellen-Agenda“ dient also der Relativierung wichtiger und verbindlicher katholischer Lehraussagen.
 
Geschiedene (eigentlich geschiedene Wiederverheiratete): Die Lage der geschieden Wiederverheirateten dient zurzeit als Vorwand, die katholische Lehre über die Familie, vor allem die Unauflöslichkeit der Ehe, zu schleifen. Mit der Abschaffung der Unauflöslichkeit würde die katholische Lehre über die Ehe und auch die Sexualmoral in sich zusammenfallen. Deshalb werden oft die Zulassung von geschiedenen Wiederverheirateten zur Kommunion, die Erlaubnis von künstlichen Verhütungsmitteln und die Akzeptanz außerehelichen Geschlechtsverkehrs zusammen gefordert. Dieser ist einer der schärfsten Angriffe zurzeit aus dem innerkirchlichen Bereich.
 
Fazit: Kardinal Marx fordert im Grunde eine Kirche, die sich gegen die schärfsten Angriffe auf sie gegenwärtig nicht verteidigt. Seine Aussagen sind geeignet, antikirchlichen Strömungen Tür und Tor zu öffnen.
 
Das wäre in etwa, als wenn Bischöfe in den 1970er Jahren in Vietnam, Kambodscha oder Angola gesagt hätten, man solle nicht das Trennende bezüglich der Kommunisten beachten, sondern das, was verbindet.
 

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und veröffentlicht aktuelle Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/
 
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Einspruch!

Kardinal Kasper meint: Synode muss über homosexuelle Paare sprechen


In der Debatte um Probleme der wiederverheirateten Geschiedenen „kann auch ein Kardinal“ [Marx] „nicht im Handstreich die Pastoral von der Lehre trennen“. Von Paul Josef Kardinal Cordes


Vatikan (kath.net) Autorisierter Auszug eines Leserbriefs, in dem Paul Josef Kardinal Cordes, früherer Vorsitzender des Päpstlichen Werkes COR UNUM am 7. März 2015 in der „Tagespost“ einigen Äußerungen von Reinhard Kardinal Marx und Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück auf der Vollversammlung der Deutschen Bischöfe in Hildesheim öffentlich entgegen tritt.
 
Von der letzten Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Hildesheim sind Aussagen des Vorsitzenden publik geworden, die vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz weder dokumentiert noch dementiert werden. Da Worte der höchsten Repräsentanten der Katholiken Deutschlands aber Orientierungscharakter haben, die außerdem Wellen in den Medien schlugen, ist es sinnvoll, einigen der geäußerten Auffassungen öffentlich zu widersprechen, auch zur Eingrenzung der Verwirrung, die sie da und dort ausgelöst haben.
 
In diesen Äußerungen stellte der Vorsitzende fest, in der Weltkirche richte man „eine gewisse Erwartung“ an Deutschland. Das ist schon verwunderlich. Bei einer Umfrage der „Bertelsmann-Stiftung“ erwies sich, dass nur 16, 2 Prozent der westdeutschen Katholiken den allmächtigen Gott als ein personales Gegenüber glauben; alle andern Katholiken setzen Gott gleich mit einer Vorsehung ohne Gesicht, mit dem anonymen Schicksal, mit einer Urkraft. Oder sie leugnen ihn schlicht. Eigentlich haben wir also keinen Grund, uns gegenüber den Kirchen anderer Länder mit unserm Glauben hervorzutun.
 
Doch es verwundert nicht nur die besondere Wertschätzung, die der deutschen Kirche innerhalb der Catholica angeblich zuteil wird. Stärker irritieren theologische Unschärfen und Aussagen, in denen der Präsident der Bischofs-Konferenz lapidar erklärte: „Wir sind keine Filialen von Rom. Jede Bischofskonferenz ist für die Pastoral in ihrem Kulturkreis zuständig und hat das Evangelium in ureigener Aufgabe selber zu verkünden.“ - Als Sozialethiker mag sich Kardinal Marx in der Abhängigkeit der Filialen von Großunternehmen auskennen. Im Kontext Kirche passen solche Aussagen eher an den Stammtisch.
 
Was aber steckt hinter der „Zuständigkeit“ für die „Pastoral des Kulturkreises“? Bei Fragen einer Neuauflage des „Gotteslobes“ oder Entscheidungen über den Verlauf des Wallfahrtsweges nach Altötting steht dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz solche Kompetenz unbenommen zu. Anders sieht es bei der Debatte um die Probleme der wiederverheirateten Geschiedenen aus. Diese Materie ist an die Mitte der Theologie gebunden. Da kann auch ein Kardinal nicht im Handstreich die Pastoral von der Lehre trennen. Es sei denn, er wolle sich hinwegsetzen über den verpflichtenden Glaubenssinn der Worte Jesu und der verpflichtenden Aussagen des Konzils von Trient.
 
Der tragende Gemeinschaftssinn, ein die Weltkirche stützendes zentrales theologisch-geistliches Fundament, erscheint in seinen Aussagen aus Hildesheim allerdings als wenig relevant - obschon die Bischöfe solche „Einheit mit dem Bischofskollegium unter dem Nachfolger des Petrus“ bei ihrer eigenen Bischofsweihe ausdrücklich versprochen haben. Der Satz: „Wir können nicht warten, bis eine Synode sagt, wie wir hier Ehe- und Familienpastoral zu gestalten haben“, ist jedenfalls nicht von kirchlichem Geist der „Communio“ eingegeben. Nun ist der „antirömische Affekt“ ja keine Schreibtischerfindung, sondern in nördlichen Breiten eine Realität mit zentrifugaler Kraft. Für die Einheit des Glaubens ist sie allerdings höchst zerstörerisch.
 
Es stimmt jedoch auch, dass Kardinal Marx nicht allein ist. Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Konferenz, Bischof Franz-Josef Bode, ist ihm mit der Forderung zur Hilfe gekommen, Pastoral und Dogmatik müssten sich gegenseitig befruchten. Das sei eine „historische wichtige“ Einsicht, die er gar einen „Paradigmenwechsel“ nennt. Dafür bemüht Bischof Bode sogar die Konzilskonstitution „Gaudium et spes“, wo es heißt, es gäbe „nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen (sc. der Jünger Christi) einen Widerhall fände“.
 
Daraus folgert er: „Nicht nur die christliche Botschaft muss Resonanz in den Menschen finden, sondern die Menschen müssen Resonanz bei uns finden.“ - „In welchem Verhältnis steht die Lehre der Kirche heute noch zum Alltagsleben der Menschen? Beziehen wir die konkreten Erfahrungen der Menschen genügend in die Lehre ein? Es darf nicht sein, dass Lehre und Leben völlig auseinanderfallen.“ Doch der Versuch, aus der Lebenserfahrung des Menschen Glaubensinhalte abzuleiten, ist nicht so neu, wie hier behauptet wird, und er kann schon gar nicht den Ausdruck „Paradigmenwechsel“ beanspruchen.
 
Während der Konzilsdiskussion um die Glaubensrelevanz von gesellschaftlichen oder kirchlichen Phänomenen kreiste die Debatte um den biblischen Ausdruck der „Zeichen der Zeit“. Die Diskussion der Konzilsväter darüber ergab damals aber, dass es irrig wäre, diese „Zeichen der Zeit“ im Leben der Menschen schlichtweg als eine „Quelle des Glaubens“ aufzuspüren und sie schlossen ausdrücklich den peinlichen Kurzschluss aus, ein die Kirche herausforderndes Phänomen wäre als solches schon eine Quelle des Glaubens (locus theologicus).
 
Die Vatikanische Konstitution über die „Göttliche Offenbarung“ lässt im Gegenteil keinen Zweifel daran, dass sich der Glaube der katholische Kirche allein aus der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre speist. Unabhängig von dieser eindeutigen Weisung wäre es paradox, wollte man einer kleinen Gruppe von Gliedern der Kirche, die in einer geistlich bedauernswerten, aber doch objektiv irregulären Situation lebt, die Funktion einer Glaubensquelle zusprechen.
 
Den Großteil praktizierender Glieder der Kirche betrifft dieses Problem nicht direkt. Möchten die im Herbst in Rom versammelten Hirten auch diesen Männern und Frauen Weisung geben, wie ihre Ehe sie immer tiefer im Glauben an Jesus Christus verwurzelt kann, damit sie so für viele Zeitgenossen zu Zeugen von Gottes Macht im Leben der Menschen werden. Vielleicht fällt den Synodenvätern sogar ein, denen ihre Hochachtung auszusprechen, die aus Treue gegenüber dem einmal gegebenen Eheversprechen keine neue Bindung eingegangen sind. Auch sie gibt es.

kath.net dankt S.E. Kardinal Cordes für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung dieser durch ihn autorisierten Zusammenfassung seines Leserbriefes in der „Tagespost“.
 
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Kardinal Kasper nutzt irisches Referendum pro Homo-Ehe für weitere Reformforderungen
Veröffentlicht: 3. Juni 2015 | Autor: Felizitas Küble | Von Felizitas Küble
 
Wie die US-amerikanisch-katholische Nachrichtenseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Kardinal Walter Kasper die am 22. Mai erfolgte Volksabstimmung in Irland zugunsten der gleichgeschlechtlichen “Ehe” verteidigt.


Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera zitiert den vatikanischen Würdenträger dahingehend, homosexuelle Partnerschaften seien bei der letzten Familiensynode “nur ein Randthema” gewesen, aber nun sei es zu einem “zentralen” Thema geworden.
 

Kasper verteidigte das Ergebnis des Referendums in Irland: “Ein demokratischer Staat hat die Pflicht, den Willen des Volkes zu respektieren”, erklärte er. Wenn die Mehrheit der Menschen dies wünsche, sei der Staat verpflichtet, “derartige Rechte anzuerkennen”.

Sittengesetz contra Rechtspositivmus
 
Damit neigt der Kurienkardinal offenbar zu einer rechtspositivistischen Auffassung, wonach nicht das natürliche Sittengesetz bzw. “Naturrecht” die entscheidende Grundlage des Rechts darstellt, sondern die jeweiligen Mehrheitsmeinungen bzw. die staatliche Gesetze.


Seine Position widerspricht allerdings der katholischen Lehre vom Vorrang des Naturrechts gegenüber staatlichen Verfügungen, wie dies zB. hinsichtlich des Abtreibungs(un)rechts deutlich wird: Selbst wenn staatliche Gesetze die vorgeburtliche Kindstötung erlauben, kann die katholische Kirche aufgrund des 5. Gebotes und des natürlichen Sittengesetzes dem niemals zustimmen.
 
Laut Corriere della Sera hat Kardinal Kasper zwar darauf hingewiesen, daß “postmoderne Konzept”, wonach “alles gleich” sei, widerspreche kirchlichen Auffassungen. Doch diese pflichtschuldige Bemerkung ändert nichts daran, daß er die irische Volksabstimmung jetzt dazu vereinnahmt, um Anpassungen der kirchlichen Verkündigung in puncto Homosexualität anzustreben:
 
“Wir müssen eine neue Sprache zu finden”, zitiert ihn die italienische Tageszeitung. Bedeutet aber eine neue “Sprache” nicht letztlich auch eine neue Lehre?!
 
Zudem behauptet Kasper, die “Diskriminierung” von Homosexuellen habe “in unserer Kultur eine lange Tradition”. Gleichgeschlechtliche Beziehungen, die länger anhalten, würden “Elemente des Guten” enthalten, erneuerte der Kardinal seine spezielle “Stufenlehre” in der Ethik, welche den Ausdruck der “schweren Sünde” vermeidet und stattdessen lieber davon redet, eine bestimmte Situation sei zwar nicht optimal, enthalte aber “Elemente des Guten”.
 

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.
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Glaubenspräfekt G. Müller: Das Umdefinieren der Ehe ist eine “Beleidigung Gottes”
Veröffentlicht: 3. Juni 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Am vergangenen Freitag (29.5.2015) erklärte Kurienkardinal Gerhard Müller bei einem Kongreß an der University of Social & Medial Culture in Toruń (Polen), daß eine Änderung der Definition von der Ehe eine Beleidigung Gottes sei.


Die Homosexualität habe mit der Ehe nichts zu tun. Es sei darum widersinnig, bei der vatikanischen Familiensynode im Oktober darüber zu debattieren, stellte der römische Glaubenspräfekt klar.
 

Zwei Tage zuvor meinte der pensionierte Kardinal Kasper gegenüber der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera, daß das Thema Homosexualität im Zentrum der Familiensynode stehen müsse, weil man angeblich viel zu lange darüber geschwiegen habe.

Weitere Infos zu den jüngsten Kasper-Äußerungen: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/03/kardinal-kasper-nutzt-irisches-referendum-pro-homo-ehe-fur-reformforderungen/
 
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Evang. Kirchentag: Haarsträubendes von Kardinal Marx und katholischen Theologen
Veröffentlicht: 6. Juni 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Mathias von Gersdorff
 


Will man sich ein Bild über den verwahrlosten Zustand der katholischen Kirche in Deutschland machen, sollte man den Artikel „Extrem schwierige Debatte – Bischöfe und Theologen diskutieren kontrovers über die “Homo-Ehe”“ lesen, erschienen im Informationsportal der Deutschen Bischofskonferenz “katholisch.de”.

Dort liest man: „Auf dem Kirchentag in Stuttgart ging Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, am Freitag auf Fragen wie Homosexualität und wiederverheiratete Geschiedene ein. Ein weltweiter Konsens der katholischen Bischöfe zum Umgang mit ihnen sei “extrem schwierig”, so der Münchener Erzbischof. Zwischen Europäern, Afrikanern und Lateinamerikanern lägen die Positionen hier weit auseinander.”
 
Wie kann ein Kardinal der katholischen Kirche solche Aussagen treffen?  – Hat der Kardinal sich tatsächlich so ausgedrückt oder wird er von “Katholisches.de” falsch zitiert?
 
Fest steht: Die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität ist völlig klar und eindeutig. Sie ist im „Katechismus der katholischen Kirche“ und in vielen anderen lehramtlichen Dokumenten zu lesen. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt  XVI. haben wiederholt die katholische Haltung zu Homosexualität und zu homosexuellen Partnerschaften ausgeführt.
 
Abgesehen davon suggeriert der Artikel (oder Kardinal Marx, falls er richtig zitiert wird), dass die Lehre der katholischen Kirche im Konsens zwischen den Katholiken verschiedener Kontinente entsteht, was offensichtlich hanebüchener Unfug ist. Die katholische Kirche besitzt eine hierarchische Verfassung mit dem Papst an der Spitze. Das Lehramt richtet sich nach der Wahrheit des Evangeliums und ist kein Produkt einer Konsensfindung.
 
Diese Aussagen  –  zudem auf einer Großveranstaltung wie dem Evangelischen Kirchentag ausgesprochen  – sind dermaßen verwirrend für das Kirchenvolk, dass sie schnell widerrufen werden müssen, falls sie tatsächlich so ausgesprochen wurden.
 
Besonders haarsträubend sind Aussagen katholischer Theologen auf dem Evangelischen Kirchentag. So sagte laut „Katholisches.de“ Dr. Stephan Goertz, Professor für Moraltheologie:


„In keinem Fall verurteilt die Bibel das, was seit circa 150 Jahren unter Homosexualität verstanden wird, also die sexuelle Ausdrucksweise der Beziehungsfähigkeit eines gleichgeschlechtlich orientierten Menschen.“ Falls der Professor das tatsächlich gesagt hat, so führt er die Menschen bewusst in die Irre.
 
Der Paderborner Professor für Moraltheologie, Peter Schallenberg, soll laut „Katholisches.de“ gesagt haben: Regierung und Parlament “aufzufordern, auf gesetzliche Regelungen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu verzichten (selbst wenn der Staat diese als Ehe bezeichnet), halte ich für unangemessen und illusorisch, ja unnötig diskriminierend”. 

Abgesehen davon, dass sich laut katholischer Lehre staatliche Gesetze durchaus nach den Geboten Gottes richten sollen, ist es Unsinn, in einem demokratischen Rechtsstaat von den Bürgern zu fordern, sie sollen sich zu bestimmten politischen Themen nicht äußern. Eine solche Aussage ist ein Affront für alle, die sich in Deutschland für die Verteidigung der christlichen Ehe einsetzen.
 
Zudem zitiert Schallenberg  –  wohl bewusst  –  das Zweite Vatikanische Konzil falsch, wenn er behauptet: das Konzil “bestand darauf, dass es keine Hierarchie der Funktionen von Sexualität mehr geben soll”.   –  „Wenn zwei Homosexuelle ihre Liebe sexuell ausdrückten – respektvoll und verbindlich – dürfe man das nicht mit Schuld verbinden“, sagte Schallenberg laut „Katholisches.de“.
 
Sollte es wahr sein, dass diese Redner derartige Aussagen in Stuttgart getroffen haben, so wäre das ein Skandal und ein weiteres Indiz für die Orientierungslosigkeit wichtiger Persönlichkeiten in der katholischen Kirche in Deutschland.
 
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Fatale Folgen einer Einführung der “Homo-Ehe” für die christlichen Kirchen
Veröffentlicht: 8. Juni 2015 | Autor: Felizitas Küble | Mathias von Gersdorff
 
Wer der Meinung war, das Zeitalter der Ideologien sei mit dem Untergang des Sowjet-Kommunismus beendet, wird eines Schlechteren belehrt: Einer Verbindung von zwei Menschen desselben Geschlechts den Namen “Ehe” zu geben, was seit eh und je etwas ganz anderes bedeutet hat, ist schlichtweg verblendet.
 
Mehr noch: Es ist ein ideologisch gesteuerter Wille, eine grundlegende Institution, die Familie, die von Anbeginn der Menschheit existiert und die fundamental für das normale Zusammenleben der Menschen ist, mutwillig zu zerstören.

 Erstaunlich in dieser Hinsicht ist, wie sich die beiden großen Kirchen in Schweigen hüllen; die Deutsche (katholische) Bischofskonferenz hat sich immerhin in einer Pressemitteilung dagegen ausgesprochen, aber nicht weiter versucht, Einfluss in der öffentlichen Debatte zu gewinnen. Sie scheinen die Bedrohung für sich nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen. Und diese Gefahren sind durchaus groß. Käme es nämlich zu einer Öffnung der Ehe, würde dies zwangsläufig zu einer Religionsverfolgung führen.Das wäre unvermeidlich, denn der Abschluss einer Ehe hat Folgen in sehr vielen Rechtsgebieten, wie etwa Familienrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht usw.
 

Falls die Öffnung der Ehe für Homosexuelle durchgesetzt wird, würde es dazu führen, dass ein einziges Wort (Ehe) zwei völlig unterschiedliche Dinge meint, je nachdem, ob man die zivile oder die kirchliche Bedeutung des Wortes nimmt. Es würde ein Druck auf die Kirchen entstehen, sich der zivilen Bedeutung anzupassen.
 
Doch nicht nur das: Die Öffnung der Ehe für Homosexuelle hätte die Änderung von hunderten, wenn nicht gar tausenden Gesetzen und Verordnungen zur Folge. Alle Gesetze, in denen die Ehe irgendeine Rolle spielt, würden automatisch eine völlig neue Bedeutung erhalten, wie etwa Adoptionsrecht, Krankenversicherung, Erziehungsrecht, Altersversorgung usw. Kirchliche Einrichtungen würden vor einem Dauerdilemma stehen.
 
Noch konnten die Kirche bislang ihre Sonderstellung in Deutschland verteidigen, so dass zum Beispiel Angestellte im kirchlichen Bereich besonderen Regelungen unterworfen sind.
 

Doch die Offensive gegen diese Kirchenprivilegien wird immer stärker; ihre (partielle) Abschaffung wird inzwischen von Grünen, Linken und FDP gefordert. Abgesehen davon schwindet in der Gesellschaft das Verständnis für diese Sonderstellung. Selbst bei unveränderten rechtlichen Bestimmungen würde es den Kirchen zunehmend schwer fallen, Akzeptanz zu finden.
 
Eine Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen in etlichen Feldern würde sowieso nicht mehr möglich sein, es sei denn, die Kirchen passen sich den Umständen noch mehr an, als bislang schon geschehen  –  und geben ihr christliches Profil endgültig preis.
 
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Neues Buch von Kardinal Antonelli erläutert kirchliche Ehe- und Eucharistie-Lehre
Veröffentlicht: 13. Juni 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Mathias von Gersdorff
 
Kardinal Ennio Antonelli, ehem. Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, warnt im Hinblick auf die Diskussion um die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion vor einer Entwürdigung der Eucharistie und des Ehe-Sakramentes.
 

Diese Gedanken erläutert er in seinem neuen Buch „Crisi del matrimonio ed eucaristia”, das im Internet kostenlos gelesen werden kann:
 Spanisch
 Englisch
 Italienisch (im Link Word-Datei)
 
Das Buch von Kardinal Antonelli ist eine wichtige und besonders zeitgemäße Klarstellung hinsichtlich dieser Fragen.
 
Kardinal Walter Kaspers Gedanken bei seiner „Rede vor dem Konsistorium“ haben große Verwirrung bei den Gläubigen hinsichtlich der kirchlichen Lehre über die Ehe, Familie und Sexualmoral verursacht.
 
Etliche namhafte Würdenträger erläutern den Katholiken nun die zeitlos gültigen Positionen der Kirche.
 
Hier einige Klarstellungen aus Kardinal Antonellis Buch (eigene Übersetzung aus dem spanischen Text):
 
Seite 7: “Man darf nicht das Risiko unterschätzen, daß die Glaubwürdigkeit des päpstlichen Lehramtes – auch des Lehramtes der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI.  –  komprimittiert wird.”
 
Seite 8: “Im gegenwärtigen kulturellen Kontext besteht die Gefahr, die Eucharistie zu banalisieren und sie zu einer bloßen gesellschaftlichen Geste zu reduzieren. Es geschieht schon, dass selbst Ungetaufte bei Beerdigungen oder Hochzeiten zur Kommunion herantreten, um nicht unhöflich zu erscheinen.“
 
Seite 9: “Die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur hl. Kommunion geht im Grunde von einer Trennung von Barmherzigkeit und Bekehrung aus, was nicht im Einklang mit dem Evangelium steht.“
 
Seite 14: “Die Unauflöslichkeit der Ehe ist der Zentralpunkt, um den die ganze Diskussion der Zulassung von wiederverheiraten Geschiedenen kreist. Die Unauflöslichkeit erlaubt eine solche Handhabung nicht.”
 

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