Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4661624 mal)

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« Antwort #3200 am: 04. April 2016, 06:53:45 »
Hochfest Verkündigung des Herrn

Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war. Maria, Vertreterin ihres Volkes und der Menschheit, hat mit ihrem einfachen Ja geantwortet. Die Gottesmutterschaft ist das zentrale Geheimnis im Leben Marias; alles andere zielt darauf hin oder hat dort seinen Ursprung und seine Erklärung. - Ein Fest der „Verkündigung der Geburt des Herrn“ wurde in der Ostkirche bereits um 550 am 25. März gefeiert; in Rom wurde es im 7. Jahrhundert eingeführt.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3201 am: 04. April 2016, 06:56:24 »
Hl. Isidor

Erzbischof von Sevilla, Kirchenlehrer

* um 560 in Cartagena in Spanien
† 4. April 636 in Sevilla in Spanien

Isidor war der jüngere Bruder des Erzbischofs Leander von Sevilla, der nach dem Tod des Vaters auch seine Erziehung übernahm. Isidor war vielseitig interessiert und hatte eine leidenschaftliche Liebe zu den Büchern. Das Amt des Bischofs, das er kurz vor 600 übernehmen musste, war für ihn eine große Last. Er bemühte sich vor allem um die wissenschaftliche Bildung der Priester. Er selbst schrieb zahlreiche Bücher, in denen er das ganze Wissen des Altertums zusammenfassen wollte, um es der kommenden Zeit weiterzugeben. Vor allem sein Hauptwerk, die zwanzig Bücher der „Etymologien“ oder „Ursprünge“, wurde im Mittelalter oft abgeschrieben und viel benützt, zum Teil auch ins Althochdeutsche übersetzt. Man bezeichnet Isidor als den letzten abendländischen Kirchenvater. Er starb 636.

Arbeit und Heiligkeit

„Die bischöfliche Würde bedeutet Arbeit, nicht Ehre, und deshalb ist derjenige kein Bischof, der den Bischofsstab führt, um eine Rolle zu spielen, und nicht, um für die anderen nützlich zu sein.“ - „Vor allem muss er die hervorragendste aller Gaben, die Liebe, erwerben, ohne die jede Tugend Lüge ist. Der Schutz jeder Heiligkeit ist die Liebe, und die Demut ist der Ort, an dem sie wohnt.“ (Isidor von Sevilla)
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« Antwort #3202 am: 04. April 2016, 06:57:35 »
Buch Jesaja 7,10-14.

In jenen Tagen sprach der Herr zu Ahas - dem König von Juda; er sagte:
Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe.
Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen.
Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen?
Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben.

Psalm 40(39),7-8.9-10.11.

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag' ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen,
ich spreche von deiner Treue und Hilfe,
ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit
vor der großen Gemeinde.

Brief an die Hebräer 10,4-10.

Brüder! Das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünden wegnehmen.
Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen;
an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen.
Da sagte ich: Ja, ich komme - so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun.
Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden;
dann aber hat er gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun. So hebt Christus das erste auf, um das zweite in Kraft zu setzen.
Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt.

Evangelium nach Lukas 1,26-38.

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
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« Antwort #3203 am: 04. April 2016, 22:14:16 »
Mutter Gottes - Mutter der Kirche

Die Mutterschaft Mariens, die mit dem "fiat" von Nazareth begonnen hat, findet ihre Vollendung unter dem Kreuz. Wenn es wahr ist, dass - wie der heilige Anselm schreibt - "Maria von dem Augenblick an, in dem sie das "fiat" gesprochen hatte, uns alle unter ihrem Herzen zu tragen begann", dann begann tatsächlich die Berufung und mütterliche Sendung der Jungfrau gegenüber denen, die an Christus glauben, in dem Moment, als Jesus zu ihr sagte: "Frau, siehe, dein Sohn!" (Joh 19,26). Als der sterbende Christus vom Kreuz herab die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, erkannte er die Erstlingsfrucht der neuen Familie, die in der Welt ins Leben zu rufen er gekommen war, die Keimzelle der Kirche und der neuen Menschheit.

Deshalb wandte er sich an Maria und nannte sie "Frau" und nicht "Mutter"; diese Bezeichnung hingegen gebrauchte er, als er sie dem Jünger anvertraute: "Siehe, deine Mutter!" (Joh 19,27). So vollendete der Sohn Gottes seine Sendung: Geboren von der Jungfrau Maria, hat er wie wir als Mensch gelebt, in allem uns gleich ausser der Sünde, und hinterliess im Augenblick seiner Rückkehr zum Vater in der Welt das Sakrament der Einheit der Menschheit (vgl. Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1): die "in der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes verbundene" Familie (hl. Cyprian, De Orat.Dom.23:PL 4,536), deren ursprünglicher Kern eben diese neue Verbindung zwischen der Mutter und dem Jünger ist. Auf diese Weise bleiben die göttliche Mutterschaft und die Mutterschaft in Bezug auf die Kirche unauflöslich miteinander verbunden.

Papst Benedikt XVI.
Predigt im Marienheiligtum in Ephesus, Türkei
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« Antwort #3204 am: 04. April 2016, 22:16:02 »
Ich habe dich erwählt um dich als tapferen Helden unter der Fahne Christi kämpfen zu sehen! (I)

Während der Allerheiligenoktave des Jahres 1465, bedauerte der Selige Alanus de Rupe die Lauheit mit der er in der Dominikanerkirche in Paris seinen Rosenkranz betete. Da sei ihm plötzlich die Mutter Gottes in Begleitung einiger Jungfrauen erschienen: „Laufe nicht weg, mein Sohn! sagte sie zu ihm, „wenn du an mir oder an meinen Begleiterinnen Zweifel hegst, so mache das Kreuzzeichen über uns. Sind wir eine Vision der Hölle, werden wir verschwinden; sind wir aber im Gegenteil eine Vision des Himmels, dann werden wir bleiben und der Glanz, der eine jede von uns umgibt wird umso heller sein."
 
Alanus macht sein Kreuzzeichen. Das Licht der Erscheinung wird intensiver. „Mein Sohn, zweifle nicht mehr! Ich bin deine jungfräuliche Braut", sagt die Erscheinung zu ihm; „ich liebe dich und werde immer Anteil an dir nehmen. Aber wisse, dass auf Erden niemand ohne Leid ist; weder war ich, noch mein Sohn, noch einer der Heiligen ohne Leiden auf dieser Welt. Mehr noch: mit den Waffen des Glaubens und der Geduld ausgerüstet, bereite dich auf noch viel schwerere Prüfungen vor als jene, die du bisher durchschreiten musstest. Denn nicht um aus dir einen Paradesoldaten zu machen, habe ich dich erwählt, sondern um dich als tapferen Helden unter der Fahne Jesu Christi, und unter meinem Banner kämpfen zu sehen. Was die Trockenheit und die Dürre betrifft, die du während einiger Tage erdulden musstest, quäle dich nicht mehr darüber; ich war es, die dir diese Prüfung auferlegen wollte; ertrage sie als Strafe und Züchtigung für deine früheren Sünden und auch als Mittel, Fortschritte im Üben der Geduld zu machen und um des Heiles der Lebenden und der Verstorbenen willen."
 
Aus dem „Dictionnaire des Apparitions“
Von P. René Laurentin - Fayard 2006
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« Antwort #3205 am: 04. April 2016, 22:25:24 »
Die Schönheit Marias

Die Schönheit Marias? Die Evangelien geben uns als einzige Indizien für die Schönheit der Mutter Jesu Christi nur die ihrer völligen Demut und ihrer gänzlichen jungfräulichen Reinheit, die moralische und spirituelle Schönheiten sind. Über ihre körperliche Schönheit sagen sie nichts aus, a priori... „Als er auf die Welt kam, trug Jesus das Abbild der Schönheit der Jungfrau Maria auf seiner Stirn, ihre Reinheit, die Klarheit ihres Blicks, und nun bemüht sich die Jungfrau Maria um die Schönheit Christi des Erlösers“ (1).
 
Die Schönheit Marias? Das ist in erster Linie der absolute Glanz, der herrührt von der Fülle der Gnade in ihr, einer Fülle, die der Erzengel Gabriel selbst gegrüßt hat und die so bewundernswert Louis-Marie Grignion de Montfort ausdrückt, wenn er sagt: „Gott der Vater hat eine Verbindung aller Wasser geschaffen, die er Meer nannte; und er hat eine Verbindung all seiner Gnaden geschaffen, die er Maria nannte.“ ... Eine Gnadenfülle, die körperlich in der Jungfrau aus Nazareth zum Ausdruck kommt; sie macht sie „schöner als alle Damen, die ich kenne“, wie es Bernadette Soubirous 1854 dem Kommissar Jacquomet gegenüber bekräftigte, wie schon alle anderen vor ihr, die das unerhörte Privileg hatten, die „schöne Dame“ zu sehen (vgl. die Seher von La Salette)...
 
Die Schriften sagen nichts über die körperliche Schönheit Marias, legen sie jedoch wiederholt nahe

Wenngleich die Schriften nicht direkt von der körperlichen Schönheit Marias sprechen, legen sie diese doch wiederholt indirekt nahe. So ist es doch vor allem Maria – wie dies auch die Kirchenväter, die Gelehrten und andere Exegeten der Bibel betonen – die das Hohelied meint, wenn es von der Geliebten spricht:
 
Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön.
Hinter dem Schleier deine Augen wie Tauben.
Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen, die herabzieht von Gileads Bergen.
Deine Zähne sind wie eine Herde frisch geschorener Schafe, die aus der Schwemme steigen.
Jeder Zahn hat sein Gegenstück, keinem fehlt es.
Rote Bänder sind deine Lippen; lieblich ist dein Mund.
Dem Riss eines Granatapfels gleicht deine Schläfe hinter dem Schleier.
Wie der Turm Davids ist dein Hals, in Schichten von Steinen erbaut;
tausend Schilde hängen daran, lauter Waffen von Helden.
Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, wie die Zwillinge einer Gazelle, die in den Lilien weiden. ...
Alles an dir ist schön, meine Freundin; kein Makel haftet dir an. ...
Verzaubert hast du mich, meine Schwester Braut; ja verzaubert
mit einem (Blick) deiner Augen, mit einer Perle deiner Halskette.
Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester Braut;
wie viel süßer ist deine Liebe als Wein, der Duft deiner Salben köstlicher als alle Balsamdüfte.
Von deinen Lippen, Braut, tropft Honig; Milch und Honig ist unter deiner Zunge.
Der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft.
Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell.
(Hohelied 4,1-5; 7; 9-12)
 
... Auf allen Gebieten der Kunst, in allen Kulturen der Welt und zu allen Zeiten haben zahllose bekannte und unbekannte Künstler, angezogen und ergriffen von einem solchen marianischen Glanz, versucht, deren unsägliche Schönheit zu vermitteln. So gibt es, von Maria Tochter Zions bis zur mexikanischen Jungfrau von Guadalupe oder der Muttergottes von Fatima, über die afrikanischen und japanischen Madonnen und slavischen Ikonen, ebenso viele Abbilder von Maria wie Menschengeschlechter unter dem Himmel...
 
________________
(1) Auszug aus der Zeitschrift Rosenkranz, Heft März 1987
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« Antwort #3206 am: 04. April 2016, 22:34:26 »
Schutz und Beispiel des Heiligen Josef

Es gibt viele Gründe für die Menschen aller Stände und aller Länder, sich der Treue und der Obhut des Heiligen Josef anzuvertrauen. Für die Familienväter ist er die wundervollste Personifizierung väterlicher Wachsamkeit und Fürsorge; für die Ehemänner ein perfektes Beispiel der ehelichen Liebe, Eintracht und Treue; die Jungfrauen finden in ihm gleichzeitig ein Vorbild und den Beschützer der jungfräulichen Unversehrtheit; und die Reichen sollen durch seine Lektion erkennen, welches die wahren Güter sind, die sie zum Preis der grössten Anstrengungen erwünschen und erwerben sollten. Die Arbeiter und Menschen, die unter schwierigen Bedingungen ihren Dienst leisten, haben ein besonderes Recht, bei Josef ihre Zuflucht zu suchen und ihn als Vorbild anzunehmen. Josef, von königlichem Geschlecht, durch Heirat, mit der Grössten und Heiligsten aller Frauen vereinigt, als Vater des Sohnes Gottes betrachtet, verbringt in der Tat sein Leben dennoch als Arbeiter und verdient durch sein mühevolles Handwerk alles, was er für den Unterhalt seiner Familie braucht. Es stimmt also, dass der Zustand der Demut nichts Niedriges an sich hat und dass der Beruf des Arbeiters etwas Ehrenvolles ist und durch das Hinzukommen der Sittsamkeit, hoch geadelt werden kann. Josef, der mit dem Wenigen, das er besass, zufrieden war, ertrug die mit diesem mässigen Wohlstand verbundenen Schwierigkeiten mit Seelengrösse in der Nachahmung seines Sohnes, der, nachdem er, der Herr aller Dinge, akzeptiert hatte, wie ein Sklave zu werden, sich freiwillig der Duldsamkeit und der Armut unterwarf.

Leo XIII,
„Quamquam pluries“ 1889
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« Antwort #3207 am: 05. April 2016, 06:26:12 »
Hl. Kreszentia von Kaufbeuren

Oberin, Mystikerin
* 20. Oktober 1682 in Kaufbeuren in Bayern
† 5. April 1744 daselbst
Am Anfang der Berufung von Anna, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, stand eine Vision: der Vierzehnjährigen war ihr Schutzengel erschienen, hatte ihr ein Franziskanerinnen-Habit gezeigt und beteuert, darin liege ihre Berufung. Die arme Tochter eines Webers wollte man aber zunächst nicht ins Kloster aufnehmen, weil sie keine Mitgift einbringen konnte. Erst als der evangelische Bürgermeister dem Kloster ein Grundstück anbot, dafür die Aufnahme des "Engels von Kaufbeuren" verlangte und die einfachen Schwestern die Oberin überstimmten, wurde sie 1703 aufgenommen.

Die Klosterzeit in Kaufbeuren begann für Kreszentia als Passion. Die Oberin erniedrigte und quälte sie. Man übertrug der schwächlichen Kreszentia sämtliche schwere körperlichen Arbeiten, um sie wieder zum Austritt zu bewegen. Das Sieb, mit dem das "Siebwunder" geschah, wird noch heute gezeigt: die Oberin hatte Kreszentia aufgefordert, mit diesem Sieb Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen - das Gefäß aber hielt die Flüssigkeit. Auf Zeichnungen der Marterwerkzeuge Christi hielt sie ihre Erfahrungen fest. Geplagt wurde sie von Visionen; Beschwerden machten ihr körperliche Belästigungen wie ständiges Zahn- und Kopfweh, die oft auch ihr Gesicht entstellten; auch deshalb schalt man sie eine Hexe. Aber Kreszentia duldete, erlebte jede Prüfung als weitere Stufe zum Himmel, in einer Vision erlebte sie ihre Vermählung mit Jesus.

Gottes "Licht" strahlte nun mit einer Macht aus, die weit über das Kloster und die engere Umgebung hinausreichte. Die Oberin wurde abgesetzt, Kreszentia 1716 zur Novizinnenmeisterin ernannt, 1741 sogar als Oberin eingesetzt. Sie war nun eine begehrte Ratgeberin, beeindruckte durch Geduld und Glaubensstärke in einem schweren und von Leiden gekennzeichneten Leben.  Neben den persönlichen Gesprächen stand sie mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit in Briefkontakt, darunter waren über 70 Fürstlichkeiten. Sie führte das Kloster so erfolgreich, dass dessen materielle Existenz für lange Zeit gesichert war und für die sozialen Aufgaben des Ordens viel Geld erübrigt werden konnte.

Nach Kreszentias Tod setzte ein Strom von Pilgern ein, der Kaufbeuren für lange Zeit zu einem Mittelpunkt des religiösen Lebens in Schwaben machte. Bis zu siebzigtausend Menschen kamen in manchen Jahren, um am Grab von Krescentia zu beten.

Die Hl. Kreszentia ist die erste Heilige, die im neuen Jahrtausend von Papst Johannes Paul II heilig gesprochen worden ist.
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La Salette 1846



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