Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972133 mal)

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Apostelgeschichte 19,1-8.
Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab.
Er traf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er: Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Mit der Taufe des Johannes.
Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus.
Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten.
Es waren im ganzen ungefähr zwölf Männer.
Er ging in die Synagoge und lehrte drei Monate lang freimütig und suchte sie vom Reich Gottes zu überzeugen.

Psalm 68(67),2-3.4-5ad.6-7ab.
Gott steht auf, seine Feinde zerstieben;
die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht.
Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt;
wie Wachs am Feuer zerfließt,
so vergehen die Frevler vor Gottes Angesicht.

Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott;
sie jauchzen in heller Freude.
Singt für Gott, spielt seinem Namen;
freut euch vor seinem Angesicht!

Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen
ist Gott in seiner heiligen Wohnung.
Gott bringt die Verlassenen heim,
führt die Gefangenen hinaus in das Glück.




Evangelium nach Johannes 16,29-33.
In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen.
Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.
Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?
Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Chaldäische Liturgie
Chaldäische Liturgie, Hymnus des Gottesdienstes am zweiten Tag von „Ba’oussa“ des hl. Ephräm
„Auf dass ihr in mir den Frieden findet“

Herr, Dein Erbarmen währt ewig.

         

O Christus, der Du ganz Erbarmen bist, schenk uns Deine Gnade; streck Deine Hand aus und komm allen zu Hilfe, die in Versuchung sind. Du, der Du gut bist.

       

Hab Mitleid mit allen Deinen Kindern und komm ihnen zu Hilfe; gib, Du erbarmender Herr, dass wir uns im Schatten Deines Schutzes bergen und erlöst sind von allem Bösen und den Gehilfen Satans.

       

Mein Leben ist verkümmert wie ein Spinnennetz. Zur Zeit der Not und der Verwirrung sind wir geworden wie Flüchtlinge, und unsere Jahre sind dahingegangen in Elend und Unglück. O Herr, der Du das Meer mit einem Wort befriedet hast, befriede mit Deinem Erbarmen auch den Streit der Welt und bewahre das Universum, das unter der Last seiner Vergehen ins Schwanken geraten ist.
       

Ehre dem Vater, dem Sohn und dem Hl. Geist. Herr, Deine barmherzige Hand möge auf den Gläubigen ruhen und die Verheißung bestätigen, die Du den Aposteln gegeben hast: „Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20). Sei unsere Hilfe, wie Du ihre Hilfe warst, und rette uns durch Deine Gnade von allem Bösen; gib uns Sicherheit und Frieden, damit wir Dir danken und alle Zeit Deinen Namen anbeten.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Apostelgeschichte 20,17-27.
In jenen Tagen schickte Paulus von Milet aus jemand nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.
Als sie bei ihm eingetroffen waren, sagte er: Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, seit ich die Provinz Asien betreten habe, die ganze Zeit in eurer Mitte war
und wie ich dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe,
wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern.
Ich habe Juden und Griechen beschworen, sich zu Gott zu bekehren und an Jesus Christus, unseren Herrn, zu glauben.
Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem, und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird.
Nur das bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Drangsale auf mich warten.
Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen.
Nun aber weiß ich, dass ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet, ihr alle, zu denen ich gekommen bin und denen ich das Reich verkündet habe.
Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag: Ich bin unschuldig, wenn einer von euch allen verlorengeht.
Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden.

Psalm 68(67),10-11.20-21.
Gott, du ließest Regen strömen in Fülle
und erquicktest dein verschmachtendes Erbland.
Deine Geschöpfe finden dort Wohnung;
Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen.

Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag!
Gott trägt uns, er ist unsre Hilfe.
Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt,
Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod.




Evangelium nach Johannes 17,1-11a.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.
Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigten über das Evangelium nach Johannes, Nr. 106
„Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast“

„Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.“ Im Denken des Retters gilt dieses Wort allen, die als Glieder der großen Kirche, die sich aus allen Nationen zusammensetzt, an ihn glauben sollten, und über die der Psalmist gesagt hat: „Deine Treue preise ich in großer Gemeinde“ (Ps 22,26). Da handelt es sich wirklich um die Verherrlichung, durch die der Sohn dem Vater Ehre erweist, indem er seinen Namen unter den Nationen und unzähligen Menschengeschlechtern bekannt macht. Seine Worte: „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir gegeben hast“ stehen im Zusammenhang mit dem vorher Gesagten: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht…“

„Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir gegeben hast“: nicht den Namen Gottes, sondern den des Vaters. Dieser konnte ohne die Offenbarung des Sohns nicht kundgetan werden. Es gibt nämlich tatsächlich kein Volk, das – noch vor dem Glauben an Jesus Christus – nicht eine gewisse Erkenntnis Gottes gehabt hätte, und zwar als Gott der ganzen Schöpfung. Denn die Macht des wahren Gottes ist von der Art, dass sie einem vernunftbegabten Geschöpf, das seinen Verstand gebrauchen will, ganz und gar nicht verborgen bleiben konnte. Das ganze Menschengeschlecht – ausgenommen wenige Einzelne, deren Wesen wirklich verderbt war – erkennt in Gott den Schöpfer dieser Welt… Aber der Name des Vaters Jesu Christi, durch den er die Sünde der Welt hinwegnimmt, war überhaupt nicht bekannt. Diesen Namen macht der Herr denen bekannt, die sein Vater ihm gegeben hat.
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Apostelgeschichte 20,28-38.
In jenen Tagen sagte Paulus zu den Ältesten der Gemeinde von Ephesus: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.
Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen.
Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.
Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen.
Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen.
Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt;
ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben.
In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.
Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen.
Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn;
am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.

Psalm 68(67),29-30ab.32b.33-34.35-36.
Biete auf, o Gott, deine Macht,
die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast
von deinem Tempel aus, hoch über Jerusalem.
Könige kommen mit Gaben,
Kusch erhebt zu Gott seine Hände.

Königreiche der Erde, singt für Gott,
singt und spielt für den Herrn,
der dahinfährt über den Himmel, den uralten Himmel,
der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme.

Preist Gottes Macht!
Über Israel ragt seine Hoheit empor,
seine Macht ragt bis zu den Wolken.
Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestät, Israels Gott;
seinem Volk verleiht er Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.




Evangelium nach Johannes 17,6a.11b-19.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyprian (um 200-258), Bischof von Karthago und Märtyrer
Die Einheit der Kirche, § 8
„Damit sie eins sind“

Brüder, wer wäre denn so verbrecherisch und so leidenschaftlich darauf versessen, Zwietracht zu stiften, dass ihm der Gedanke kommen und er es wagen könnte, das Gewand des Herrn, die Kirche Christi, zu zerreißen? (vgl. Joh 19,24) Gibt uns Gott in seinem Evangelium nicht den Hinweis: „Es wird nur eine Herde geben und einen Hirten“? (Joh 10,16) Könnte sich da noch einer vorstellen, dass es an ein und demselben Ort so einfach mehrere Hirten und mehrere Herden geben könnte? Hört, wie auch der Apostel Paulus uns dieses Einssein ans Herz legt: „Ich ermahne euch, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung“ (1 Kor 1,10). Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält“ (Eph 4,2-3).

Glaubst du nun, auf den Beinen und am Leben bleiben zu können, wenn du die Kirche verlässt, um aus ihr auszuwandern und dir anderswo eine Bleibe zu schaffen? [...] Heißt es in Exodus 12,46 nicht, dass das Lamm, das in Vorabbildung Christi geopfert wird, in ein und demselben Haus gegessen werden muss? Das Fleisch Christi, das Heilige des Herrn, kann man nicht hinauswerfen; für Glaubende gibt es keine andere Bleibe als die eine Kirche. Der Heilige Geist meint dieses Haus, diese Wohnung einer einzigen Familie, wenn er in Psalm 68,7 sagt: Gott lässt in ein und demselben Haus wohnen, die eines Herzens sind. Diese einmütigen Herzen wohnen im Hause Gottes, der Kirche Christi; dort können sie in Frieden und Schlichtheit verbleiben.
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Apostelgeschichte 22,30.23,6-11.
In jenen Tagen als der römische Oberst genau wissen wollte, was die Juden Paulus vorwarfen, ließ er ihn aus dem Gefängnis holen und befahl, die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat sollten sich versammeln. Und er ließ Paulus hinunterführen und ihnen gegenüberstellen.
Da Paulus aber wusste, dass der eine Teil zu den Sadduzäern, der andere zu den Pharisäern gehörte, rief er vor dem Hohen Rat aus: Brüder, ich bin Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern; wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht.
Als er das sagte, brach ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern aus, und die Versammlung spaltete sich.
Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel noch Geister, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem.
Es erhob sich ein lautes Geschrei, und einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf und verfochten ihre Ansicht. Sie sagten: Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen. Vielleicht hat doch ein Geist oder ein Engel zu ihm gesprochen.
Als der Streit heftiger wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen. Daher ließ er die Wachtruppe herabkommen, ihn mit Gewalt aus ihrer Mitte herausholen und in die Kaserne bringen.
In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu Paulus und sagte: Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.

Psalm 16(15),2.5.7-8.9-11a.
Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr;
mein ganzes Glück bist du allein.»
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du hältst mein Los in deinen Händen.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis;
du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben.




Evangelium nach Johannes 17,20-26.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Symeon der Neue Theologe (um 949-1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Ethik 1,6.8
„Sie sollen eins sein, wie wir eins sind: Ich in ihnen und du in mir“

Der Leib der Kirche Christi, harmonisch entstanden aus der Vereinigung Seiner Heiligen von Anbeginn der Welt an, erhält seine ausgeglichene und vollständige Gestalt in der Einheit der Kinder Gottes, der Erstgeborenen, die im Himmel eingeschrieben sind... Unser göttlicher Erlöser hat selbst die unauslöschliche und unteilbare Wirklichkeit der Vereinigung mit Sich offenbart, als Er zu den Aposteln sagte: „Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch.“ (Joh 14,20). Und er verdeutlicht das noch, wenn er hinzufügt: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind.“ (Joh 17,22). Und noch einmal: „[...] damit die Liebe, mit der Du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.“ (Joh 17,26) [...]


Oh welch eine wunderbare und unaussprechliche Herablassung der Liebe, mit der Gott uns umgibt, der Menschenfreund! Was Er der Natur nach bei Seinem Vater ist, das zu sein gewährt Er uns auf Sich bezogen durch Adoption und aus Gnade... Die Herrlichkeit, die dem Sohn durch den Vater gegeben ist, hat der Sohn wiederum uns aus göttlicher Gnade gegeben. Besser noch: Wie Er im Vater ist und der Vater in Ihm, so wird der Sohn Gottes aus Gnade in uns sein und wir im Sohn, wenn wir es wollen. Einmal uns ähnlich geworden durch das Fleisch, hat Er uns teilhaftig werden lassen an Seiner Gottheit und uns alle Seinem Leib verbunden. Denn die Göttlichkeit, an der wir teilhaben durch diese Gemeinschaft, ist nicht teilbar in unterschiedene Teile. Daraus folgt notwendigerweise, dass auch wir, wenn wir einmal an ihr in der Wahrheit Anteil haben, nicht mehr vom einen Geist getrennt werden können, da wir einen einzigen Leib mit Christus bilden.
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Apostelgeschichte 25,13-21.
In jenen Tagen trafen König Agrippa und Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen.
Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden,
gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung,
ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen.
Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte;
sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe.
Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen.
Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.

Psalm 103(102),1-2.11-12.19-20ab.
Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang,
so weit entfernt er die Schuld von uns.

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel,
seine königliche Macht beherrscht das All.
Lobt den Herrn, ihr seine Engel,
ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken.




Evangelium nach Johannes 21,1.15-19.
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.
Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigten über das Johannesevangelium, 123
„Weide meine Schafe“

Der Herr fragte Petrus, ob er ihn liebe, und das wusste er bereits. Und er fragte ihn nicht bloß einmal, sondern ein zweites und drittes Mal. Und jedes Mal gab Petrus zur Antwort, dass er ihn liebe, und jedes Mal übertrug er ihm die Aufgabe, seine Lämmer zu weiden. Seiner dreifachen Verleugnung entspricht hier eine dreifache Versicherung seiner Liebe. Seine Zunge muss jetzt seiner Liebe zu Diensten sein, wie sie zuvor seiner Furcht dienstbar war. Sein Wort muss ebenso klar Zeugnis geben angesichts des Lebens, wie es Zeugnis gegeben hat vor dem Tod. Er muss bei der Übernahme der Herde des Herrn einen Beweis seiner Liebe liefern, wie er einen Beweis seiner Furcht geliefert hat, als er den Hirten verleugnet hatte.

Es ist offensichtlich, dass diejenigen, die sich der Schafe Christi mit der Absicht annehmen, daraus eigene Schafe anstatt Schafe Christi zu machen, Liebe für die Schafe anstatt für Christus empfinden. Sie lassen sich leiten von Ruhmsucht, Herrschsucht oder Profitsucht und nicht vom liebenden Verlangen zu dienen, zu helfen und Gott zu gefallen. Das dreifache Wort Christi verurteilt diejenigen, über die der Apostel klagt, wenn er sie die eigenen Interessen über die Interessen Jesu Christi stellen sieht (vgl. Phil 2,21). Was bedeuten denn diese Worte: „Liebst du mich? Weide meine Schafe!“ Doch so viel wie: Wenn du mich liebst, dann nimm dich nicht deiner an, sondern meiner Schafe; betrachte sie nicht als die deinen, sondern als die meinen; mit ihnen suche meinen und nicht deinen Ruhm; meine, nicht deine Macht; meine, nicht deine Interessen... Machen wir uns doch keine Gedanken um uns! Lasst uns den Herrn lieben und verfolgen wir, wenn wir uns seiner Schafe annehmen, die Interessen des Herrn, ohne uns um die eigenen zu sorgen.
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Apostelgeschichte 28,16-20.30-31.
Nach unserer Ankunft in Rom erhielt Paulus die Erlaubnis, für sich allein zu wohnen, zusammen mit dem Soldaten, der ihn bewachte.
Drei Tage später rief er die führenden Männer der Juden zusammen. Als sie versammelt waren, sagte er zu ihnen: Brüder, obwohl ich mich nicht gegen das Volk oder die Sitten der Väter vergangen habe, bin ich von Jerusalem aus als Gefangener den Römern ausgeliefert worden.
Diese haben mich verhört und wollten mich freilassen, da nichts gegen mich vorlag, worauf der Tod steht.
Weil aber die Juden Einspruch erhoben, war ich gezwungen, Berufung beim Kaiser einzulegen, jedoch nicht, um mein Volk anzuklagen.
Aus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu dürfen. Denn um der Hoffnung Israels willen trage ich diese Fesseln.
Er blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen.
Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor.

Psalm 11(10),4.5.7.
Der Herr weilt in seinem heiligen Tempel,
der Thron des Herrn ist im Himmel.
Seine Augen schauen herab,
seine Blicke prüfen die Menschen.

Der Herr prüft Gerechte und Frevler;
wer Gewalttat liebt, den hasst er aus tiefster Seele.
Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte Taten;
wer rechtschaffen ist, darf sein Angesicht schauen.




Evangelium nach Johannes 21,20-25.
In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir! Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte,  diesem folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird?
Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm?
Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!
Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?
Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Teresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Gedicht „Vuestra soy, para vos nací“
„Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber, folge mir nach!“

Ich gehöre dir, für dich bin ich geboren
Was wirst du aus mir machen?
Höchste Majestät,
Ewige Weisheit,
Güte, Wohltat meiner Seele,
Du, Gott, Hoheit, alleiniges Sein, Güte,
Sieh an meine tiefe Niedrigkeit,
Mich, die ich dir heute von meiner Liebe singe.
Was willst du aus mir machen?

Ich bin dein, du hast mich ja geschaffen,
Dein, du hast mich ja losgekauft,
Dein, du erträgst mich ja,
Dein, du hast mich ja gerufen,
Dein, du hast ja auf mich gewartet,
Dein, ich bin ja nicht verloren,
Was willst du aus mir machen?

Was also willst du, gütiger Herr,
dass eine so nichtsnutzige Dienerin es tue?
Welchen Auftrag hast du
Dieser sündigen Sklavin zugedacht?
Hier bin ich, meine süße Liebe,
Süße Liebe, hier bin ich.
Was willst du aus mir machen?

Hier ist mein Herz,
Ich lege es in deine Hand,
Mit meinem Leib, meinem Leben, meiner Seele,
Meinem Innern und meiner Liebe.
Süßer Gemahl, mein Erlöser,
Dein zu sein, gebe ich mich hin,
Was willst du aus mir machen?

Schenk mir den Tod, schenk mir das Leben,
Gesundheit oder Krankheit,
Ehre oder Schande,
Krieg oder tiefsten Frieden,
Schwäche oder volle Kraft,
Zu all dem sage ich Ja:
Was willst du aus mir machen?

Ich gehöre dir, für dich bin ich geboren,
Was willst du aus mir machen?
[/color]
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HOCHHEILIGES PFINGSTFEST

Apostelgeschichte 2,1-11.
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Psalm 104(103),1-2.24-25.29-30.31.34.
Lobe den Herrn, meine Seele!
Herr, mein Gott, wie groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid,
du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.

Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Da ist das Meer, so groß und weit,
darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.

Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört;
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.

Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn;
der Herr freue sich seiner Werke.
Möge ihm mein Dichten gefallen.
Ich will mich freuen am Herrn.




Brief des Paulus an die Galater 5,16-25.
Brüder! Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen.
Denn das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist, das Begehren des Geistes aber gegen das Fleisch; beide stehen sich als Feinde gegenüber, so dass ihr nicht imstande seid, das zu tun, was ihr wollt.
Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben,
Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen,
Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht.
Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.
Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen.

Evangelium nach Johannes 15,26-27.16,12-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.
Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.
Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 271
„Jeder von uns kann sie in seiner Muttersprache hören, wie sie die Wunder Gottes verkünden“

Mit Freude, liebe Brüder, haben wir diesen Pfingsttag anbrechen sehen; an dem die heilige Kirche in den Augen der Gläubigen erstrahlt, an dem die Herzen der Gläubigen erglühen. Denn wir feiern den Tag, an dem unser Herr Jesus Christus nach seiner Auferstehung und glorreichen Himmelfahrt den Heiligen Geist gesandt hat […]


Der Windstoß reinigte die Herzen von der Spreu des nur materiellen Lebens; das Feuer verbrannte ihr altes Begehren. Die Sprache der vom Heiligen Geist erfüllten Apostel war bereits ein Abbild der Ausweitung der Kirche durch die Sprachen aller Völker. Nach der Sintflut hatte die Ruchlosigkeit der Menschen dem Herrn zum Trotz einen hohen Turm gebaut, und das Menschengeschlecht verdiente es, durch die Verschiedenheit der Sprachen zerstreut zu werden…(Gen 11). Nun aber überwinden Demut und Frömmigkeit der Glaubenden die Vielfalt dieser Sprachen zugunsten der Einheit der Kirche. Liebe sammelt, was Zweitracht zerstreut hat, und die mannigfaltigen Teile des Menschengeschlechts werden, ähnlich den verstreuten Gliedern ein und desselben Leibes, untereinander und mit Christus verbunden, ihrem Herrn, ihrem einzigen Haupt (Kol 2,19). Durch das Feuer der Liebe werden sie zur Einheit verschmolzen […]
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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PFINGSTMONTAG

Apostelgeschichte 8,1b.4.14-17.
An jenem Tag brach eine schwere Verfolgung über die Kirche in Jerusalem herein. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut, mit Ausnahme der Apostel.
Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten das Wort.
Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin.
Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen.
Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft.
Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.

Psalm 22(21),23-24.26-27.28.31b-32.
Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden,
inmitten der Gemeinde dich preisen.
Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn,
ihr alle vom Stamme Jakobs, rühmt ihn;
erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels!

Deine Treue preise ich in großer Gemeinde;
ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten.
Die Armen sollen essen und sich sättigen;
den Herrn sollen preisen, die ihn suchen.
Aufleben soll euer Herz für immer.

Alle Enden der Erde sollen daran denken
und werden umkehren zum Herrn:
Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.
Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen,
seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk;
denn er hat das Werk getan.




Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,3a.4a.13-19a.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.
Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.
Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke;
denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.

Evangelium nach Lukas 10,21-24.
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.
Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Franziskus von Assisi (1182-1226), Gründer der Minderbrüder
Erste Regel §17
„Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde“

Daher bitte ich in der Liebe, die Gott ist (vgl. 1 Joh 4,16), alle meine Brüder, die predigen, beten, arbeiten, sowohl die Kleriker wie die Laien, dass sie danach trachten, sich in allem zu verdemütigen, sich nicht zu rühmen, weder selbstgefällig zu sein, noch innerlich sich zu erheben wegen guter Worte und Werke, überhaupt über gar nichts Gutes, das Gott bisweilen in ihnen und durch sie tut oder spricht und wirkt gemäß dem Wort des Herrn: „Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen". Und wir sollen fest überzeugt sein, dass nur Laster und Sünden zu uns gehören.

Der Geist des Herrn aber will, dass das Fleisch abgetötet und verachtet, niedrig und verächtlich sei. Und er treibt an zu Demut und Geduld und zu dem reinen und einfältigen und wahren Frieden des Geistes... Und alles Gute wollen wir dem Herrn, dem erhabensten und höchsten Gott, zurückerstatten und alles Gute als sein Eigentum anerkennen und ihm für alles Dank sagen, „von dem alles Gute herkommt". Und er, der erhabenste und höchste, der einzig wahre Gott, möge erhalten, und ihm sollen erwiesen werden, und er möge empfangen alle Ehren und Ehrerweisungen, alle Lobpreisungen und Benedeiungen, allen Dank und alle Herrlichkeit, er, dem jegliches Gute gehört, der allein gut ist (vgl. Lk 18,19). Und wenn wir sehen oder hören, [dass Menschen] Böses sagen oder tun oder Gott lästern, dann wollen wir Gutes sagen und Gutes tun und Gott loben (vgl. Röm 12, 21), „der gepriesen ist in Ewigkeit" (Röm 1,25).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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