Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972141 mal)

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Monatsbotschaft der Muttergottes vom 25. Mai
„Liebe Kinder! Auch heute bin ich bei euch und mit Freude rufe ich euch alle auf: betet und glaubt an die Kraft des Gebetes. Öffnet eure Herzen, meine lieben Kinder, damit Gott euch mit Seiner Liebe erfüllt und ihr werdet dem Nächsten Freude sein. Euer Zeugnis wird stark sein und alles, was ihr tut, wird durch die Zärtlichkeit Gottes durchwoben sein. Ich bin bei euch und bete für euch und eure Bekehrung solange ihr Gott nicht an die erste Stelle setzt. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Jesus Sirach 36,1-2.5-6.13.16-22.
Rette uns, du Gott des Alls,
und wirf deinen Schrecken auf alle Völker!
damit sie erkennen, wie wir es erkannten: Es gibt keinen Gott außer dir.
Erneuere die Zeichen, wiederhole die Wunder,
Sammle alle Stämme Jakobs,
verteil den Erbbesitz wie in den Tagen der Vorzeit!
Hab Erbarmen mit dem Volk, das deinen Namen trägt, mit Israel, den du deinen Erstgeborenen nanntest.
Hab Erbarmen mit deiner heiligen Stadt, mit Jerusalem, dem Ort, wo du wohnst.
Erfülle Zion mit deinem Glanz und deinen Tempel mit deiner Herrlichkeit!
Leg Zeugnis ab für das, was du ehedem verfügt hast; erfülle die Weissagung, die in deinem Namen ergangen ist.
Gib allen ihren Lohn, die auf dich hoffen, und bestätige so deine Propheten!
Erhöre das Gebet deiner Diener; du hast doch Gefallen an deinem Volk. Alle Enden der Erde sollen erkennen: Du bist der ewige Gott.

Psalm 79(78),5.8.9.11.13.
Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen?
Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?
Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an!
Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen!
Denn wir sind sehr erniedrigt.

Um der Ehre deines Namens willen
hilf uns, du Gott unsres Heils!
Um deines Namens willen reiß uns heraus
und vergib uns die Sünden!

Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir.
Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!
Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide,
wollen dir ewig danken,
deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.



Evangelium nach Markus 10,32-45.
In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.
Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben;
sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.
Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Römisches Messbuch
Präfation am Hochfest Allerheiligen
Das Himmlische Jerusalem, unsere Heimat

In Wahrheit ist es würdig und recht,

Dir, allmächtiger Vater, zu danken

und Dich mit der ganzen Schöpfung zu rühmen.

Denn heute schauen wir Deine heilige Stadt,

unsere Heimat, das Himmlische Jerusalem.

Dort loben Dich auf ewig die verherrlichten Glieder der Kirche,

unsere Brüder und Schwestern, die schon zur Vollendung gelangt sind.

Dorthin pilgern auch wir im Glauben,

ermutigt durch ihre Fürsprache und ihr Beispiel,

und gehen freudig dem Ziel der Verheißung entgegen.

Darum preisen wir Dich in der Gemeinschaft Deiner Heiligen

und singen mit den Chören der Engel das Lob Deiner Herrlichkeit:

Heilig, Heilig, Heilig...
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Buch Jesus Sirach 42,15-25.
Ich will der Werke Gottes gedenken; was ich gesehen habe, will ich erzählen: Durch Gottes Wort entstanden seine Werke; seine Lehre ist ein Ausfluss seiner Liebe.
Über allem strahlt die leuchtende Sonne, die Herrlichkeit des Herrn erfüllt alle seine Werke.
Die Heiligen Gottes vermögen nicht, alle seine Wunder zu erzählen. Gott gibt seinen Heerscharen die Kraft, vor seiner Herrlichkeit zu bestehen.
Meerestiefe und Menschenherz durchforscht er, und er kennt alle ihre Geheimnisse. Der Höchste hat Kenntnis von allem, bis in die fernste Zeit sieht er das Kommende.
Vergangenheit und Zukunft macht er kund und enthüllt die Rätsel des Verborgenen.
Es fehlt ihm keine Einsicht, kein Ding entgeht ihm.
Seine machtvolle Weisheit hat er fest gegründet, er ist der Einzige von Ewigkeit her. Nichts ist hinzuzufügen, nichts wegzunehmen, er braucht keinen Lehrmeister.
Alle seine Werke sind vortrefflich, doch sehen wir nur einen Funken und ein Spiegelbild.
Alles lebt und besteht für immer, für jeden Gebrauch ist alles bereit.
Jedes Ding ist vom andern verschieden, keines von ihnen hat er vergeblich gemacht.
Eines ergänzt durch seinen Wert das andere. Wer kann sich satt sehen an ihrer Pracht?

Psalm 33(32),2-3.4-5.6-7.8-9.
Preist den Herrn mit der Zither,
spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!
Singt ihm ein neues Lied,
greift voll in die Saiten und jubelt laut!

Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.

Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen,
ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.
Wie in einem Schlauch fasst er das Wasser des Meeres,
verschließt die Urflut in Kammern.

Alle Welt fürchte den Herrn;
vor ihm sollen alle beben, die den Erdkreis bewohnen.
Denn der Herr sprach, und sogleich geschah es;
er gebot, und alles war da.




Evangelium nach Markus 10,46-52.
In jener Zeit als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.
Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!
Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.
Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu.
Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.
Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer
Homilien zum Evangelium, Nr. 2; PL 76, 1081
„Er schrie noch viel lauter“

Jeder, der die Dunkelheit kennt, die aus ihm einen Blinden macht... soll aus ganzem Herzen rufen: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir“. Aber hören wir auch, was auf die Rufe des Blinden folgt: „Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen“ (Lk 18, 39). Was sind das für Leute? Sie versinnbildlichen Unruhe stiftende Begierden unseres irdischen Daseins, die menschlichen Laster und ihr lautes Lärmen, die Jesu Ankunft in uns verhindern wollen und deshalb unser Denken durcheinander bringen, indem sie Versuchung säen: sie wollen die Stimme unseres Herzens beim Gebet übertönen. Denn oft wird unser Vorhaben, uns Gott neu zuzuwenden... unser Bemühen, im Gebet unsere Sünden von uns zu weisen, dadurch durchkreuzt, dass wir sie uns vorstellen. Im Kontakt mit ihnen lässt unsere geistige Wachsamkeit nach; sie stiften Verwirrung in unserem Herzen und ersticken den Schrei unseres Gebets...

Was nun hat der Blinde getan, um trotz dieser Hindernisse sein Augenlicht wieder zu erlangen? „Er schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir“... Je stärker wir vom Tumult unserer Sinne bedrängt werden, umso inständiger müssen wir beten... Je stärker die Stimme unseres Herzens überlagert wird, umso energischer muss sie dagegenhalten, bis sie den Lärm der auf sie einstürmenden Gedanken übertönt und ans treue Ohr des Herrn dringt. Jeder, so meine ich, wird sich in folgender Situation wiedererkennen: in dem Augenblick, wo wir uns bemühen, unser Herz von dieser Welt abzuziehen und es Gott zuzuwenden..., belästigen uns bereits zudringliche Gedanken, die es abzuwehren gilt. Es ist ein ganzer Schwarm von Vorstellungen, den unsere Sehnsucht nach Gott nur mit Mühe aus den Augen unseres Herzens verscheucht... Beten wir aber energisch weiter, so bringen wir in unserem Geist den vorübergehenden Jesus dazu, dass er stehen bleibt. Das Evangelium berichtet ja: „Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen“ (V. 40).

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Buch Jesus Sirach 44,1.9-13.
Die ehrwürdigen Männer will ich preisen, unsere Väter, wie sie aufeinander folgten.
Andere blieben ohne Nachruhm; sie sind erloschen, sobald sie starben. Sie sind, als wären sie nie gewesen, und ebenso auch ihre Kinder.
Jene aber sind die ehrwürdigen Männer, deren Hoffnung nicht vergeht.
Bei ihren Nachkommen bleibt ihr Gut, ihr Erbe bei ihren Enkeln.
Ihre Nachkommen halten fest an ihrem Bund, und ebenso ihre Kinder, um der Väter willen.
Ihre Nachkommen haben für immer Bestand, ihr Ruhm wird niemals ausgelöscht.

Psalm 149(148),1-2.3-4.5-6a.9b.
Singt dem Herrn ein neues Lied!
Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen.
Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen,
die Kinder Zions über ihren König jauchzen.

Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz,
ihm spielen auf Pauken und Harfen.
Der Herr hat an seinem Volk Gefallen,
die Gebeugten krönt er mit Sieg.

In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken,
auf ihren Lagern jauchzen:
Loblieder auf Gott in ihrem Mund,
herrlich ist das für all seine Frommen.




Evangelium nach Markus 11,11-26.
In jener Zeit zog Jesus nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus.
Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger.
Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand an dem Baum nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte.
Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es.
Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um
und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug.
Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.
Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren.
Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.
Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war.
Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.
Jesus sagte zu ihnen: Ihr müsst Glauben an Gott haben.
Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor, und stürz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.
Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.
Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.
[]


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Jerusalem (313-350), Bischof von Jerusalem und Kirchenlehrer
Taufkatechesen Nr. 5
„Glaubt an Gott“

„Wer findet einen Menschen, der Glauben hat?“ (Spr 20,6). Das sage ich dir nicht, damit du mir dein Herz öffnest, sondern dass du Gott zeigst, wie rein dein Glaube ist; Gott, der auf Herz und Nieren prüft und die Gedanken der Menschen kennt (Ps 7,10); 93,11). Ein Mensch, der Glauben hat, ist etwas Großes; er ist reicher als alle Reichen. Wer glaubt, besitzt tatsächlich alle Reichtümer der Welt, weil er sie verachtet und mit Füßen tritt. Denn wenn die Reichen auch in materieller Hinsicht vieles besitzen, so sind sie, geistig gesehen, doch arm. Je mehr sie anhäufen, desto mehr sind sie von der Gier nach dem, was ihnen noch fehlt, zerfressen. Im Gegensatz dazu – und das ist ja wirklich die Spitze des Paradoxons – ist der gläubige Mensch inmitten seiner Armut reich, denn er weiß, dass er nichts braucht als Kleidung und Nahrung: damit ist er zufrieden, Reichtum interessiert ihn nicht.


  Und es leben nicht nur wir, die wir uns Christen nennen, aus dem Glauben. Alle Menschen leben aus ähnlichem Antrieb, auch solche, die der Kirche fern stehen. Aus Glauben an die Zukunft schließen Menschen, die sich nicht durch und durch kennen, die Ehe; die Landwirtschaft gründet auf der Zuversicht, dass Arbeit Früchte trägt; die Schiffer setzen ihr Vertrauen auf einen Kahn aus zerbrechlichem Holz. Die meisten menschlichen Unterfangen werden vom Glauben getragen; alle Welt glaubt an Prinzipien.


  Heute aber ruft euch die Schrift zum wahren Glauben auf und zeigt euch den wahren, gottgefälligen Weg. Dieser Glaube hat bei Daniel den Rachen der Löwen verschlossen (Dan 6,23). „Mit dem Schild des Glaubens könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen“ ( Eph 6,16) ... Glaube trägt Menschen, so dass sie sogar über das Wasser des Meeres gehen können (Mt 14,29). Einige, wie der Gelähmte, werden durch den Glauben der Anderen gerettet (Mt 9,2); der Glaube der Schwestern des Lazarus war so stark, dass er aus dem Tod ins Leben zurückgerufen wurde  (Joh 11). Der vom Hl. Geist verliehene Glaube ist stärker als alles, was der Mensch vermag. Auf Grund dieses Glaubens kann man zu diesem Berg sagen: „Rück von hier nach dort“, und er wird wegrücken. (Mt 17,20).   
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Buch Jesus Sirach 51,12cd-20.
Ich danke dem Herrn
und will seinen Namen loben und verherrlichen.
Als ich jung und noch nicht unstet war, suchte ich eifrig die Weisheit.
Sie kam zu mir in ihrer Schönheit, und bis zuletzt will ich sie erstreben.
Und wie nach dem Blühen die Trauben reifen, die das Herz erfreuen, so schritt mein Fuß auf geradem Weg; denn schon von Jugend an habe ich sie erkannt.
Nur kurz hörte ich hin, und schon fand ich Belehrung in Menge.
Sie ist für mich zur Amme geworden; meinem Lehrer will ich danken.
Ich hatte im Sinn, Freude zu erleben, ich strebte ohne Rast nach Glück.
Ich verlangte brennend nach ihr und wandte von ihr meinen Blick nicht ab.
Ich richtete mein Verlangen auf sie, und auf ihren Höhen wanke ich nicht. Meine Hand öffnete ihre Tore, und ich nahm sie leibhaftig wahr. Ich habe ihretwegen meine Hände gereinigt, und ich fand die Weisheit in ihrer Reinheit. Einsicht erwarb ich durch sie von Anfang an, darum lasse ich nicht von ihr.

Psalm 19(18),8.9.10.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise.

Die Befehle des Herrn sind richtig,
sie erfreuen das Herz;
das Gebot des Herrn ist lauter,
es erleuchtet die Augen.

Die Furcht des Herrn ist rein,
sie besteht für immer.
Die Urteile des Herrn sind wahr,
gerecht sind sie alle.




Evangelium nach Markus 11,27-33.
In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger wieder nach Jerusalem. Als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm
und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun?
Jesus sagte zu ihnen: Zuerst will ich euch eine Frage vorlegen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue.
Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir!
Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
Sollen wir also antworten: Von den Menschen? Sie fürchteten sich aber vor den Leuten; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war.
Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Jesus erwiderte: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt 167; CCL 248, 1025; PL 52, 636
«Johannes ist gekommen..., und ihr habt ihm nicht geglaubt» (Mt 21,32)

„Johannes der Täufer verkündete: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,1)... Der selige Johannes wollte, dass die Umkehr vor dem Gericht stattfindet; dass die Sünder nicht gerichtet, sondern belohnt werden; dass die Gottlosen ins Reich kommen und nicht der Züchtigung anheimfallen... Wann hat Johannes verkündet, dass das Reich Gottes unmittelbar bevorstehe? Die Welt war noch in ihren Kinderschuhen...; für uns aber, die heute dasselbe verkünden, ist die Welt ganz alt und müde. Sie hat ihre Kraft verloren, ist am Ende ihrer Möglichkeiten; von Schmerzen gequält, schreit sie ihre Schwäche hinaus; sie zeigt alle Symptome, dass es mit ihr zu Ende geht...

Wir sind im Schlepptau einer Welt, die vergeht, denken nicht an kommende Zeiten. Wir gieren nach Aktualität, bedenken aber nicht, dass das Gericht schon naht. Wir laufen dem Herrn, der kommt, nicht entgegen...

Bekehren wir uns, Brüder, bekehren wir uns rasch... Der Herr zögert, er wartet noch und beweist so, dass er möchte, dass wir zu ihm zurückkehren, dass wir nicht umkommen. In seiner reichen Güte spricht er immer noch die Worte zu uns: „Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen, sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt“ (Ez 33,11). Lasst uns umkehren, Brüder! Haben wir keine Angst davor, dass die Zeit knapp wird. Seine Zeit, die Zeit des Urhebers der Zeit, kann nicht knapper werden. Dafür ist der Räuber im Evangelium Zeuge, der sich auf dem Kreuz und in seiner Todesstunde die Vergebung erschlichen hat, sich des Lebens bemächtigt hat, sich wie ein Einbrecher das Paradies ergaunert hat und es so fertiggebracht hat, ins Himmelreich zu gelangen (Lk 23,43).
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Dreifaltigkeitssonntag

Heute auch : Hl. Helmtrud (Hiltrud), Hl. Mechthildis von Dießen

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Antonius von Padua : „... der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens" (Präfation)

Die Texte des Tages als Audio

Deuteronomium 4,32-34.39-40.
Mose sprach zum Volk; er sagte: Forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind, seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde schuf; forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende: Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses, und hat man je solche Worte gehört?
Hat je ein Volk einen Gott mitten aus dem Feuer im Donner sprechen hören, wie du ihn gehört hast, und ist am Leben geblieben?
Oder hat je ein Gott es ebenso versucht, zu einer Nation zu kommen und sie mitten aus einer anderen herauszuholen unter Prüfungen, unter Zeichen, Wundern und Krieg, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm und unter großen Schrecken, wie es der Herr, euer Gott, in Ägypten mit euch getan hat, vor deinen Augen?
Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst.
Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, achten, damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht und du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.

Psalm 33(32),4-5.6.9.18-19.20.22.
Das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.

Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen,
ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.
Denn der Herr sprach, und sogleich geschah es;
er gebot, und alles war da.

Doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
dass er sie dem Tod entreiße
und ihr Leben erhalte in Hungersnot.

Unsre Seele hofft auf den Herrn;
er ist für uns Schild und Hilfe.
Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir.




Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,14-17.
Brüder! Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.

Evangelium nach Matthäus 28,16-20.
In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Antonius von Padua (um 1195-1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
Predigten für den Sonntag und die Heiligenfeste
„... der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens" (Präfation)

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind eines Wesens und untrennbar in ihrer Gleichheit. Die Einheit liegt in ihrem Wesen, die Verschiedenheit in den Personen. Der Herr unterstreicht ganz offen die Einheit des göttlichen Wesens und die Dreiheit der Personen, wenn er sagt: „Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Er sagt nicht „in den Namen“, sondern „im Namen“, wodurch er die Wesenseinheit anzeigt. Doch er gebraucht dann drei Namen, um zu zeigen, dass es drei Personen gibt.


In dieser Dreifaltigkeit hat der letzte Ursprung aller Dinge ihren Ausgangspunkt, die vollendete Schönheit, die glückselige Freude. Der letzte Ursprung, wie es der hl. Augustinus in seinem Buch über die wahre Religion sagt, ist Gott, der Vater, von dem alle Dinge kommen, aus dem der Sohn und der Heilige Geist hervorgehen. Die vollendete Schönheit, das ist der Sohn, die Wahrheit des Vaters, der ihm in keinem Punkt unähnlich ist, den wir mit dem Vater und im Vater ehren, der das Urbild aller Dinge ist, weil alles durch ihn gemacht wurde und sich auf ihn bezieht. Die glückselige Freude, die höchste Güte, das ist der Heilige Geist, der die Gabe des Vaters und des Sohnes ist. Und diese Gabe, so müssen wir glauben und daran müssen wir festhalten, ist ganz gleich dem Vater und dem Sohn.


Wenn wir die Schöpfung betrachten, dann schließen wir daraus, dass die Dreifaltigkeit eins ist. Wir erfassen den einen Gott: den Vater, aus dem wir leben, den Sohn, durch den wir leben, den Heiligen Geist, in dem wir leben. Das ist der Grundsatz, auf den wir uns beziehen; das ist das Beispiel, dem wir folgen; das ist die Gnade, die uns versöhnt.
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Buch Tobias 1,3.2,1b-8.
Anfang der Geschichte Tobits. Ich, Tobit, habe mich mein ganzes Leben lang an den Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit gehalten und ich habe den Brüdern aus meinem Stamm und meinem Volk, die mit mir zusammen in das Land der Assyrer nach Ninive gekommen waren, aus Barmherzigkeit viel geholfen.
Man veranstaltete mir zu Ehren am Pfingsttag - dem Fest der Sieben Wochen - ein Festmahl.
Ich setzte mich zu Tisch; als ich aber die vielen Speisen sah, sagte ich zu meinem Sohn: Geh zu unseren Brüdern, und wenn du einen Armen findest, der dem Herrn treu geblieben ist, bring ihn her; ich warte auf dich.
Er kam zurück und sagte: Auf dem Marktplatz liegt einer von unserem Volk, den man erdrosselt hat.
Ich sprang auf, noch ehe ich etwas gegessen hatte, und verbarg den Toten bis zum Sonnenuntergang in einer Hütte.
Nach meiner Rückkehr wusch ich mich und aß voll Trauer mein Mahl.
Ich erinnerte mich an das Wort des Propheten Amos: Eure Feste sollen sich in Trauer verwandeln und alle eure Freudenlieder in Totenklage. Und ich begann zu weinen.
Nach Sonnenuntergang ging ich hinaus, um ein Grab zu schaufeln, und begrub den Toten.
Meine Nachbarn aber sagten hämisch: Er hat schon gar keine Angst mehr, wegen dieser Tat hingerichtet zu werden. Eben erst hat er fliehen müssen und schon begräbt er wieder die Toten.

Psalm 112(111),1-2.3-4.5-6.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,
sein Heil hat Bestand für immer.
Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:
der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.




Evangelium nach Markus 12,1-12.
In jener Zeit begann Jesus zu den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Form von Gleichnissen zu reden. Er sagte: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen.
Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort.
Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; auch ihn misshandelten und beschimpften sie.
Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht.
Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.
Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns.
Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus.
Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer töten und den Weinberg anderen geben.
Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden;
das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361), Dominikaner in Straßburg
Predigt 7
Ein Weinstock werden, der Früchte trägt

Weinstöcke werden angebunden, mit Pfählen versehen, Zweige werden von oben nach unten geführt, zur Stütze an festen Pflöcken befestigt. In diesem Bild kann man das friedfertige und heilige Leben und das Leiden unseres Herrn Jesus Christus sehen, die beide den gutartigen Menschen in allem eine Stütze sind. Der Mensch muss gebeugt werden; was an ihm am höchsten ist, muss heruntergezogen werden; er muss sich wahrhaftig und demütig unterwerfen und sich aus tiefster Seele verloren geben. Alle unsere inneren und äußeren Fähigkeiten, die der Empfindung und der Begehrlichkeit, müssen ebenso wie unsere rationalen Fähigkeiten, jeweils an ihrem Platz, in wirklicher Unterwerfung am Willen Gottes festgebunden werden.


Darauf wird die Erde um die Weinstöcke herum umgegraben und das Unkraut gejätet. So muss auch der Mensch sich von Unkraut freihalten, seine ganze Aufmerksamkeit auf das verwenden, was es noch aus der Tiefe seines Wesens zu entfernen gilt, damit die göttliche Sonne direkten Zugang hat und scheinen kann. Wenn du dann die Kraft von oben wirken lässt, zieht die Sonne mit der im Holz verborgenen Lebenskraft die Feuchtigkeit aus dem Boden, und es gibt wunderbare Trauben. Dann tut die Sonnenwärme ihr Werk und schafft ein Blütenmeer. Und diese Blüten haben einen edlen, wohltuenden Duft ... So wird die Frucht unsagbar süß. Das möge uns allen beschert werden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

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Buch Tobias 2,9-14.
Als ich, Tobit, am Pfingsttag einen Toten begraben hatte und in der Nacht nach Hause kam, legte ich mich an der Hofmauer zum Schlafen nieder, weil ich unrein geworden war. Mein Gesicht ließ ich unbedeckt,
ohne auf die Sperlinge zu achten, die in der Mauer nisteten. Da ließen die Sperlinge ihren warmen Kot in meine offenen Augen fallen, und es bildeten sich weiße Flecke in meinen Augen. Ich ging zu den Ärzten, doch sie konnten mir nicht helfen. Achikar sorgte für meinen Unterhalt, bis er in die Provinz Elymaïs zog.
Meine Frau Hanna fertigte zu Hause Webarbeiten an, wie sie Frauen zu machen pflegen,
und lieferte sie dann bei den Bestellern ab. Einmal geschah es, dass sie ihr nicht nur den Lohn zahlten, sondern auch noch ein Ziegenböckchen dazuschenkten.
Als sie heimkam, fing das Tier an zu meckern. Ich fragte sie: Wo hast du das Böckchen her? Es ist doch nicht etwa gestohlen? Dann gib es seinen Eigentümern zurück! Denn was gestohlen ist, darf man nicht essen.
Sie erwiderte: Es wurde mir zusätzlich zu meinem Lohn geschenkt. Aber ich glaubte ihr nicht und verlangte, dass sie es seinen Eigentümern zurückbrachte, und ich schämte mich ihretwegen. Doch sie antwortete: Wo ist denn der Lohn für deine Barmherzigkeit und Gerechtigkeit? Jeder weiß, was sie dir eingebracht haben.

Psalm 112(111),1-2.6-7.8-9.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.
Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung;
sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie;
denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.
reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt.




Evangelium nach Markus 12,13-17.
In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken.
Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?
Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen.
Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Teresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Dichtungen, Nr. 8, "Alma, buscarte has en mi"
„Wessen Bild ist das?"

Suche, Seele, dich in mir,
Und suche mich, ja mich, in dir.

So gut hat die Liebe es vollbracht,
dich, o Seele, in mir nachzubilden,
dass selbst der größte Maler
nicht mit reinster Kunst
ein solches Bild hätte schaffen können.

Aus Liebe wurdest du erschaffen,
sehr schön, ja wunderschön.
Und deshalb, meine Geliebte, würdest du dich verlieren,
gemalt, wie du in meinem Schoß dich findest,
müsstest du dich in mir suchen.

Denn ich weiß, dass du auf meines Herzensgrund,
gemalt, dein Bildnis fändest,
und das mit solcher Ähnlichkeit,
dass du dich freutest bei deinem Anblick –
dich sehen zu können, so schön gemalt.

Wenn du vielleicht nicht weißt,
wo du mich, genau mich, wohl finden kannst,
dann geh’ nicht hierhin und dorthin,
sondern suche mich in dir,
wenn du mich finden willst.

Denn da du meine Wohnung bist,
mein Haus und meine Bleibe,
deshalb rufe ich unablässig,
wenn ich die Tür verschlossen finde,
die Tür deiner Gedanken.

Außerhalb von dir, da such mich nicht,
denn um mich zu finden, der ich bin,
genügt es, dass du mich rufst;
und ohne zu zögern werde ich kommen,
ich - du aber, suche mich in dir.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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