Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972006 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #832 am: 15. September 2015, 08:28:39 »
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Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Heute auch : Hl. Katharina von Genua

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Bonaventura : „Siehe, deine Mutter“

Die Texte des Tages als Audio

Brief an die Hebräer 5,7-9.
Als Christus auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;
zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

Psalm 31(30),2-3a.3b-4.5-6.15-16.20.
Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Lass mich nie zugrunde gehen;
in deiner Gerechtigkeit rette mich!
Wende dein Ohr mir zu,
erlöse mich bald!

Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten;
denn du bist meine Zuflucht.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Herr, ich vertraue dir
ich sage: «Du bist mein Gott.»
In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Wie groß ist deine Güte, Herr,
die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren;
du erweist sie allen,
die sich vor den Menschen zu dir flüchten.




Evangelium nach Johannes 19,25-27.
In jener Zeit standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
Die sieben Gaben des Heiligen Geistes, Vortrag VI, 15-21
„Siehe, deine Mutter“

Die glorreiche Jungfrau zahlte unser Lösegeld als eine mutige Frau, die Christus mitfühlend liebte. Im Evangelium des hl. Johannes steht: „Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist“ (16,21). Die selige Jungfrau hat die Geburtsschmerzen nicht erfahren, weil sie nicht nach dem Sündenfall empfing wie Eva, der der Fluch galt. Sie bekam ihre Schmerzen später: sie hat am Kreuz geboren. Die anderen Frauen kannten den körperlichen Schmerz, sie aber erfuhr den Schmerz des Herzens. Die Anderen leiden an einer physischen Veränderung; sie leidet an Mitleid und Liebe.

Als Frau mit Mut und barmherziger Liebe für die Welt, vor allem für das christliche Volk, hat die selige Jungfrau unser Lösegeld bezahlt. „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn?“ (Jes 49,15) Das kann uns zu der Einsicht führen, dass das ganze Volk der Christen dem Innersten der glorreichen Jungfrau entsprungen ist. Was haben wir doch für eine liebreiche Mutter! Ahmen wir doch unsere Mutter nach und lieben wir wie sie. Sie hatte so sehr Mitleid mit den Menschen, dass sie jeden materiellen Verlust und jeden Körperlichen Schmerz für nichts erachtete. „Um einen teuren Preis sind wir erkauft worden!“ (1 Kor 6,20)



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« Antwort #833 am: 16. September 2015, 08:02:35 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 3,14-16.
Mein Sohn! Ich schreibe dir das alles, obwohl ich hoffe, schon bald zu dir zu kommen.
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.
Wahrhaftig, das Geheimnis unseres Glaubens ist groß: Er wurde offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist, geschaut von den Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

Psalm 111(110),1-2.3-4.5-6.
Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen
im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
Groß sind die Werke des Herrn,
kostbar allen, die sich an ihnen freuen.

Er waltet in Hoheit und Pracht,
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,
der Herr ist gnädig und barmherzig.

Er gibt denen Speise, die ihn fürchten,
an seinen Bund denkt er auf ewig.
Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan,
um ihm das Erbe der Völker zu geben.




Evangelium nach Lukas 7,31-35.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich?
Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.
Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!
Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Große Mönchsregel, Prolog
Unablässig ruft uns Gott zur Umkehr

Wann endlich wollen wir auf Christus hören, der uns in sein himmlisches Reich ruft? Wollen wir uns denn nicht endlich läutern? Wollen wir uns nicht bald dazu entschließen, unsere gewohnte Lebensweise hinter uns zu lassen und energisch den Weg des Evangeliums zu gehen? [...] Wir tun so, als ob uns der Sinn nach dem Reich Gottes stünde, beschäftigen uns aber nicht allzu sehr mit der Frage, wie wir hineingelangen können.


Damit nicht genug, wir glauben in der Eitelkeit unseres Denkens, wir seien, ohne dass wir uns im geringsten anstrengen, die Gebote Gottes zu halten, der gleichen Belohnung würdig wie die, die der Sünde bis in den Tod Widerstand geleistet haben! Wer aber konnte es sich zur Zeit der Aussaat zu Hause bequem machen und schlafen, und dann, zur Zeit der Ernte, mit vollen Armen die Garben einbringen? Wer erntete je Trauben, ohne Weinstöcke eingepflanzt und gepflegt zu haben? Die Früchte sind für die bestimmt, die sich geplagt haben; Lohn und Krone gehören denen, die gesiegt haben. Hat denn je ein Athlet einen Siegeskranz erhalten, der noch nicht einmal seine Kleider abgelegt hat, um sich mit seinem Gegner zu messen? Trotzdem geht es nicht nur darum zu siegen, sondern auch, wie der Apostel Paulus sagt, darum, nach den Regeln zu kämpfen (2Tim 2,5), darum also, sich an den Geboten messen zu lassen [...]


Gott ist gut, aber er ist auch gerecht: „Der Herr liebt Barmherzigkeit und Gerechtigkeit“ (Ps 32,5); „deshalb, o Herr, will ich von deiner Gnade und deinem Recht singen“ (Ps 100,1) [...] Beachte auch, wie differenziert der Herr Barmherzigkeit übt. Er ist nicht barmherzig ohne zu prüfen, und er urteilt nicht ohne Barmherzigkeit; denn „der Herr ist gnädig und gerecht“ (Ps 114,5). Denken wir also von Gott nicht zu kurz; wir dürfen uns auf seine Liebe nicht hinausreden, wenn wir nachlässig handeln.




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« Antwort #834 am: 17. September 2015, 07:59:54 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 4,12-16.
Mein Sohn! Niemand soll dich wegen deiner Jugend gering schätzen. Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit.
Lies ihnen eifrig aus der Schrift vor, ermahne und belehre sie, bis ich komme.
Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten.
Dafür sollst du sorgen, darin sollst du leben, damit allen deine Fortschritte offenbar werden.
Achte auf dich selbst und auf die Lehre; halte daran fest! Wenn du das tust, rettest du dich und alle, die auf dich hören.

Psalm 111(110),7-8.9-10.
Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig,
all seine Gebote sind verlässlich.
Sie stehen fest für immer und ewig,
geschaffen in Treue und Redlichkeit.

Er gewährte seinem Volk Erlösung
und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten.
Furchtgebietend ist sein Name und heilig,
Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit;
alle, die danach leben, sind klug.
Sein Ruhm hat Bestand für immer.




Evangelium nach Lukas 7,36-50.
In jener Zeit ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.
Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl
und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist.
Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!
Jesus sagte: Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben?
Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht.
Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet.
Du hast mir zur Begrüßung keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst.
Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt.
Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe.
Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.
Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?
Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (?-um 560), Hymnendichter
Hymnus 21
„Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben“

Als die Sünderin erkannte, dass die Worte Christi sich überall wie Wohlgeruch verbreiteten, fing sie an, den Gestank ihrer Taten zu verabscheuen ... : „Ich habe nicht auf die Barmherzigkeit geachtet, in die Christus mich einhüllt, der mich sucht, wenn ich durch eigenes Verschulden vom Weg abkomme. Denn mich sucht er überall; um meinetwillen speist er beim Pharisäer, er, der die ganze Welt speist. Er verwandelt den Tisch in einen Opferaltar, auf dem er sich darbringt, und erlässt seinen Schuldnern die Schuld, damit sie vertrauensvoll zu ihm kommen und ihn bitten: ,Herr, befreie mich aus dem Abgrund, in den mich meine Taten gezogen haben!‘“


Sie läuft herbei, verschmäht die Brotreste und greift begierig nach dem ganzen Brot. Sie war noch stärker vom Hunger geplagt als die Kanaaniterin (Mk 7,24f.). Sie hat ihre hungrige Seele gesättigt, denn sie hatte einen starken Glauben. Frei gekauft hat sie nicht ihr Hilferuf, sondern ihr Schweigen, ihr stilles Stöhnen: „Herr, befreie mich aus dem Abgrund, in den mich meine Taten gezogen haben“ [...]


Sie eilt zum Haus des Pharisäers und stürzt sich in die Buße. „Nur zu, meine Seele“, so sagt sie, „jetzt ist die Zeit da, nach der du verlangt hast! Er, der dich reinigt, ist da: wie könntest du da noch im Abgrund deiner Taten verbleiben? Ich gehe auf ihn zu, denn um meinetwegen ist er ja gekommen. Ich lasse meine alten Freunde zurück, denn ihn, der heute gekommen ist, begehre ich mit Leidenschaft; er liebt mich, und so gehören ihm mein Salböl und meine Tränen [...] Die Liebe des Heißgeliebten verwandelt mich, und ich liebe den, der mich liebt, so, wie er geliebt werden will. Er wartet auf meine Reue, meine Demut. Ich suche die Stille und ziehe mich zurück, und so gefällt es ihm. Ich breche mit der Vergangenheit; ich lasse mich nicht mehr in den Abgrund meiner Taten ziehen.“


„Ich gehe auf Christus zu, und mein Gesicht wird leuchten, wie die Schrift sagt, in seiner Nähe werde ich nicht zugrunde gehen (Ps 34,6; 1Petr 2,6). Er macht mir keine Vorwürfe; er sagt nicht etwa: ,Bis jetzt verharrtest du in der Finsternis, und nun bist du gekommen, um mich zu sehen, mich, die Sonne.‘ Deshalb nehme ich Duftöl und mache das Haus des Pharisäers zu einem Baptisterium. Dort wasche ich meine Fehler ab und reinige mich von meiner Schuld. Ich fülle das Taufbecken mit Tränen, Öl und Wohlgeruch, ich wasche mich, ich reinige mich, und ich entkomme dem Abgrund meiner Taten.“





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« Antwort #835 am: 18. September 2015, 08:02:20 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 6,3b-12.
Mein Sohn! Wer sich nicht an die gesunden Worte Jesu Christi, unseres Herrn, und an die Lehre unseres Glaubens hält,
der ist verblendet; er versteht nichts, sondern ist krank vor lauter Auseinandersetzungen und Wortgefechten. Diese führen zu Neid, Streit, Verleumdungen, üblen Verdächtigungen
und Gezänk unter den Menschen, deren Denken verdorben ist; diese Leute sind von der Wahrheit abgekommen und meinen, die Frömmigkeit sei ein Mittel, um irdischen Gewinn zu erzielen.
Die Frömmigkeit bringt in der Tat reichen Gewinn, wenn man nur genügsam ist.
Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.
Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen.
Wer aber reich werden will, gerät in Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen.
Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet.
Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor all dem. Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut.
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast.

Psalm 49(48),6-7.8-9.17-18.19-20.
Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten,
wenn mich der Frevel tückischer Feinde umgibt?
Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz
und rühmen sich ihres großen Reichtums.

Loskaufen kann doch keiner den andern
noch an Gott für ihn ein Sühnegeld zahlen
- für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch;
für immer muss man davon abstehn -,

Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird
und die Pracht seines Hauses sich mehrt;
denn im Tod nimmt er das alles nicht mit,
seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab.

Preist er sich im Leben auch glücklich
und sagt zu sich: „Man lobt dich, weil du dir‘s wohl sein lässt,
so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab,
die das Licht nie mehr erblicken.




Evangelium nach Lukas 8,1-3.
In jener Zeit wanderte Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn,
außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,
Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Apostolisches Schreiben „Mulieris Dignitatem“ § 16 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Die Zwölf begleiteten ihn, außerdem einige Frauen“

Die Tatsache, Mann oder Frau zu sein, führt hier zu keinerlei Einschränkung, ebensowenig wie, nach den bekannten Worten des Apostels, jenes Heilswirken des Geistes im Menschen dadurch eingeschränkt wird, daß einer »Jude oder Grieche, Sklave oder Freier« ist: »Denn ihr alle seid einerin Christus Jesus« (Gal 3, 28).

Diese Einheit hebt die Verschiedenheit nicht auf. Der Heilige Geist, der in der übernatürlichen Ordnung der heiligmachenden Gnade eine solche Einheit bewirkt, trägt in gleichem Maße dazu bei, daß »eure Söhne Propheten werden«, wie dazu, daß auch »eure Töchter« es werden. »Prophetsein« heißt, unter Wahrung der Wahrheit und Eigenart der je eigenen Person, sei es Mann oder Frau, mit Wort und Leben »die großen Taten Gottes verkünden« (vgl.Apg 2, 11). Die »Gleichheit« nach dem Evangelium, die »Gleichberechtigung« von Frau und Mann vor den »großen Taten Gottes«, wie sie im Wirken und Reden Jesu von Nazaret mit solcher Klarheit offenkundig geworden ist, bildet die deutlichste Grundlage für Würde und Berufung der Frau in Kirche und Welt. Jede Berufung hat ihren tief persönlichen und prophetischen Sinn. In der so verstandenen Berufung erreicht das Frauliche in einer Person ein neues Maß: Es ist das Maß der »großen Taten Gottes«, zu deren lebendigem Träger und unersetzlicher Zeugin die Frau wird.



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« Antwort #836 am: 19. September 2015, 10:18:02 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 6,13-16.
Mein Sohn! Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist:
Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn,
das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren,
der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.

Psalm 100(99),2-3.4-5.
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.




Evangelium nach Lukas 8,4-15.
In jener Zeit als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um ihn versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis:
Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte.
Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!
Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute.
Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen.
Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes.
Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden.
Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig.
Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift.
Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer
Homilien zum Evangelium, 1,15
Fruchtbar sein durch Ausdauer

Wacht darüber, dass das Wort, das ihr empfangen habt, auf dem Grund eures Herzen widerhallt und dort auch bleibt. Achtet darauf, dass der Samen nicht auf den Weg fällt, aus Angst davor, dass der böse Geist nicht kommt und euch das Wort aus dem Gedächtnis tilgt. Achtet darauf, dass der steinige Boden den Samen nicht aufnimmt und eine gute Tat hervorbringt, die keine Wurzeln der Ausdauer hat. Viele nämlich freuen sich darüber, das Wort zu hören, und sind bereit, gute Werke zu tun. Doch die Prüfungen brauchen nur zu beginnen und sie bedrängen, da geben sie auf, was sie angefangen hatten. So also fehlte dem steinigen Boden das Wasser, und zwar dergestalt, dass der Keim keine Früchte der Ausdauer bringen konnte.


Die gute Erde jedoch trägt Frucht durch die Geduld: darunter sollen wir verstehen, dass unsere guten Taten wertvoll sein können, wenn wir geduldig die Unannehmlichkeiten ertragen, die unser Nächster uns zufügt. Und außerdem ist es so, dass, je mehr wir in der Vollkommenheit voranschreiten, wir auch mehr Prüfungen durchstehen müssen. Sobald unsere Seele die Liebe zur gegenwärtigen Welt zurückgelassen hat, wächst die Feindschaft eben dieser Welt. Deshalb sehen wir auch viele, die unter einem schweren Joch zu leiden haben (vgl. Mt 11,28), obwohl sie gute Werke tun [...] Doch, nach dem Wort des Herrn: „durch ihre Standhaftigkeit bringen sie Frucht“, nämlich indem sie demütig diese Prüfungen ertragen, werden sie, nachdem sie gelitten haben, eingeladen, in den Frieden des Himmels einzugehen.





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« Antwort #837 am: 20. September 2015, 09:53:04 »
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Buch der Weisheit 2,1a.12.17-20.
Die Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:
Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.
Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.
Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner.
Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennenzulernen, seine Geduld zu erproben.
Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.

Psalm 54(53),3-4.5-6.8-9.
Hilf mir, Gott, durch deinen Namen,
verschaff mir Recht mit deiner Kraft!
Gott, höre mein Flehen,
vernimm die Worte meines Mundes!

Denn es erheben sich gegen mich stolze Menschen,
freche Leute trachten mir nach dem Leben;
sie haben Gott nicht vor Augen.
Doch Gott ist mein Helfer,
der Herr beschützt mein Leben.

Freudig bringe ich dir dann mein Opfer dar
und lobe deinen Namen, Herr; denn du bist gütig.
Der Herr hat mich herausgerissen aus all meiner Not,
und mein Auge kann auf meine Feinde herabsehn.




Brief des Jakobus 3,16-18.4,1-3.
Brüder! Wo Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art.
Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht.
Wo Frieden herrscht, wird von Gott für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut.
Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern.
Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet.
Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.

Evangelium nach Markus 9,30-37.
In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;
denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?
Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.
Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen:
Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Predigt über die Demut, 5-6
„Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“

Erinnere dich an das Wort: „Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade“ (Jak 4,6). Bewahre das folgende Wort des Herrn in deinem Gedächtnis: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Mt 23,12)… Wenn du glaubst, es sei etwas Gutes an dir, dann rechne es dir auch zu, aber vergiss deine Fehler nicht; bläh dich nicht darüber auf, was du heute Gutes getan hast, lass nicht das frische und vergangene Böse außer Acht; wenn dir die Gegenwart Grund gibt für einen Glorienschein, denk an die Vergangenheit: so wirst du das törichte Geschwulst öffnen. Und wenn du deinen Nächsten sündigen siehst, hüte dich davor, an ihm nichts als diesen einen Fehler zu sehen, sondern beziehe auch das in dein Urteil ein, was er Gutes tut und schon getan hat. Und oft wirst du entdecken, dass er besser ist als du, wenn du dein Leben im Ganzen untersuchst und nicht nur Bruchstücke daraus abwägst. Denn Gott prüft den Menschen nicht nach einzelnen Lebensabschnitten. Bedenken wir all das häufig, damit wir nicht stolz werden, sondern uns erniedrigen, um erhöht zu werden.

Lasst es uns machen wie der Herr, der aus dem Himmel bis in die letzte Niederung hinabgestiegen ist… Nach diesem Abstieg aber ließ er seine Herrlichkeit erstrahlen und verherrlichte mit ihm alle, die mit ihm verachtet worden waren. Das waren in der Tat seine seligen, ersten Jünger: sie, die arm und schutzlos, ohne weise Worte, ohne prunkvolles Gefolge die Welt durchzogen, allein auf sich gestellt und in Schwierigkeiten, Vagabunden auf der Erde und zu Wasser, mit Stöcken geschlagen, gesteinigt, verfolgt und schließlich umgebracht. Das sind für uns die göttlichen Lehren unseres Vaters. Lasst sie uns befolgen, damit auch wir seiner ewigen Herrlichkeit teilhaftig werden. Sie ist die vollkommene und wahre Gabe Christi.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #838 am: 21. September 2015, 08:03:01 »
 ;mloda ;ksghtr

Brief des Apostels Paulus an die Epheser 4,1-7.11-13.
Brüder! Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe,
und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.
Aber jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat.
Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer,
um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.
So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.

Psalm 19(18),2-3.4-5ab.
Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern,
eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.




Evangelium nach Matthäus 9,9-13.
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren, III, 11, 8-9
Der hl. Matthäus, einer der vier Evangelisten

Denn es versteht sich, dass es weder mehr noch weniger als diese Evangelien geben kann. Da es nämlich in der Welt, in der wir uns befinden, vier Gegenden und vier Hauptwindrichtungen gibt und die Kirche über die ganze Erde ausgesät ist, das Evangelium aber die Säule und Grundfeste der Kirche und ihr Lebenshauch ist, so muss sie naturgemäß auch vier Säulen haben, die von allen Seiten Unsterblichkeit aushauchen und die Menschen wieder beleben. Daraus ergibt sich, dass das Wort, als Urheber des Weltalls, thronend über den Cherubinen und alles umfassend, als es den Menschen sich offenbarte, uns ein viergestaltiges Evangelium gab, das aber von einem Geiste zusammengehalten wird. Wie auch David im Verlangen nach seiner Ankunft ausruft: „Der du thronest über den Cherubinen, erscheine!“ (Ps 80,2) Die Cherubim nämlich haben vier Gesichter (Ez 1,6), und diese ihre Gesichter sind die Abbilder der Heilseinrichtung des Sohnes Gottes.

Denn „das erste Tier“, heißt es, „ist ähnlich einem Löwen“ (Offb 4,7), um seine Kraft, Herrschaft und königliche Art auszudrücken; „das zweite ähnlich einem jungen Stiere“, um seine Opfer- und Priesterstellung anzuzeigen; „das dritte hat das Angesicht eines Menschen“, um seine Ankunft in Menschengestalt aufs deutlichste zu bezeichnen; „das vierte ist ähnlich einem fliegenden Adler“, um die Gnadengabe des auf die Kirche ausströmenden Geistes kundzutun. Die Evangelien nun passen zu den Wesen, auf denen Christus sitzt.

Gerade so das Wort Gottes: Mit den Patriarchen vor Moses verkehrte es auf göttliche und majestätische Art, mit denen unter dem Gesetze nach seiner priesterlichen Stellung, als Mensch sodann sandte es die Gabe des himmlischen Geistes auf die ganze Erde, indem es mit seinen Flügeln uns beschützte (Ps 17,8). […] Bei dieser Sachlage sind alle diejenigen töricht, schlecht unterrichtet und frech dazu, welche die Gestalt des Evangeliums aufheben und mehr oder weniger als diese vier Formen einführen wollen […].



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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #839 am: 22. September 2015, 08:02:46 »
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Buch Esra 6,7-8.12b.14-20.
In jenen Tagen schrieb König Darius an die Beamten des Gebietes jenseits des Stromes: Lasst die Arbeit am Gotteshaus weitergehen! Der Statthalter der Juden und ihre Ältesten mögen das Gotteshaus an seiner früheren Stelle wieder aufbauen.
Auch ordne ich an, wie ihr die Ältesten der Juden dort beim Bau jenes Gotteshauses unterstützen sollt: Aus den königlichen Einkünften, die das Gebiet jenseits des Stroms aufbringt, sollen jenen Männern pünktlich die Kosten bezahlt werden, damit sie nicht aufgehalten werden.
Ich, Darius, habe den Befehl gegeben; man befolge ihn genau.
Die Ältesten der Juden bauten weiter. Dank der Wirksamkeit Haggais, des Propheten, und Sacharjas, des Sohnes Iddos, kamen sie gut voran. Sie konnten den Bau vollenden, wie der Gott Israels es geboten und wie Kyrus und Darius sowie der Perserkönig Artaxerxes es befohlen hatten.
Das Gotteshaus war fertig am dritten Tag des Monats Adar, im sechsten Jahr der Regierung des Königs Darius.
Die Israeliten, die Priester, die Leviten und die übrigen, die heimgekehrt waren, feierten voll Freude die Einweihung dieses Gotteshauses.
Bei der Einweihung des Gotteshauses brachten sie als Opfer dar: hundert Stiere, zweihundert Widder und vierhundert Lämmer, dazu als Sündopfer für ganz Israel zwölf Ziegenböcke, entsprechend der Zahl der Stämme Israels.
Für den Gottesdienst in Jerusalem bestellten sie die Priester nach ihren Klassen und die Leviten nach ihren Abteilungen, wie es das Buch des Mose vorschreibt.
Am vierzehnten Tag des ersten Monats feierten die Heimkehrer das Pascha-Fest.
Jeder der Priester und Leviten hatte sich gereinigt, so dass sie alle rein waren. Die Leviten schlachteten das Paschalamm für alle Heimkehrer und für ihre Brüder, die Priester, und für sich selbst.

Psalm 122(121),1-3.4-5.
Ich freute mich, als man mir sagte:
„Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt,
dicht gebaut und fest gefügt.

Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn,
wie es Israel geboten ist,
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht,
die Throne des Hauses David.




Evangelium nach Lukas 8,19-21.
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen.
Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.
Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Über die heilige Jungfräulichkeit, 5
Maria, Mutter Christi, Mutter der Kirche

Er, die Frucht einer einzigen, heiligen Jungfrau, ist der Ruhm und die Ehre aller anderen heiligen Jungfrauen; denn sie selbst sind, wie Maria, Mütter Christi, wenn sie den Willen seines Vaters tun. Die Ehre und das Glück Mariens, die Mutter Jesu Christi zu sein, scheinen vor allem in den Worten des Herrn auf, wenn er sagt: „Wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mt 12,50).

So weist er auf die geistige Verwandtschaft hin, die ihn mit dem Volk verbindet, das er freigekauft hat. Seine Brüder und Schwestern sind die heiligen Männer und Frauen, die mit ihm am himmlischen Erbe teilhaben. Seine Mutter ist die ganze Kirche, weil sie es ist, die durch die Gnade Gottes die Glieder Christi hervorbringt, also die, die ihm treu ergeben sind. Seine Mutter sind auch noch alle Heiligen, die den Willen seines Vaters tun. Die fruchtbare Liebe dieser Mutter tritt in denen zu Tage, die sie ihm gebiert, bis Christus in ihnen Gestalt annimmt (Gal 4,19)…

Maria ist mit Gewissheit die Mutter der Glieder des Leibes Christi, also von uns selbst, weil sie durch ihre Liebe mitgewirkt hat, in der Kirche treue Seelen hervorzubringen, die Glieder des göttlichen Hauptes sind, dessen Mutter im Fleisch sie tatsächlich ist.




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