Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4578835 mal)

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« Antwort #2528 am: 28. Oktober 2015, 06:27:47 »
Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer

„Er wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel“

Unser Herr Jesus hat Leiter und Lehrer für die ganze Welt eingesetzt und „Verwalter seiner göttlichen Geheimnisse“ (1 Kor 4,1). Er hat ihnen aufgetragen, hell zu leuchten wie Fackeln, nicht nur im Land der Juden […] sondern überall unter der Sonne, den Menschen auf der ganzen Erde. Es ist also wahr, was der hl. Paulus sagt: „Keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde, sondern er wird von Gott berufen“ (Hebr 5,4) […]

Wenn er glaubte, seine Jünger schicken zu sollen, wie der Vater ihn geschickt hatte (Joh 20,21), mussten sie, weil sie berufen waren, ihn nachzuahmen, wissen, wozu der Vater seinen Sohn gesandt hatte. Er hat uns doch verschiedentlich das Wesen seiner eigenen Sendung erklärt. Einmal sagte er: „Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten“ (Lk 5,32). Oder: „Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 6,38). Und ein andermal: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,17).

Er beschrieb mit einigen Worten die Aufgabe der Apostel und sagte, er habe sie gesandt, wie der Vater ihn selber gesandt hat: So wussten sie, dass es ihnen oblag, die Sünder zur Umkehr zu rufen; sich um körperlich und geistig Kranke zu kümmern; in ihrem Amt als Verwalter keinesfalls ihren eigenen Willen tun zu wollen, sondern den Willen dessen, der sie gesandt hat; schließlich die Welt in dem Maß zu retten, wie sie die Lehren des Herrn annimmt.

Kommentar zum Evangelium nach Johannes, 3, 130
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2529 am: 28. Oktober 2015, 06:34:23 »
Brief des Apostels Paulus an die Epheser 2,19-22.

Brüder! Ihr seid jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.
Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.
Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

Psalm 19(18),2-3.4-5ab.

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern,
eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

Evangelium nach Lukas 6,12-19.

In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel.
Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot,
Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.
Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon
strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2530 am: 28. Oktober 2015, 06:35:50 »
Hl. Judas Thaddäus

Apostel, Märtyrer

† 44 (?) in Babylon, heute Han-al-Mahawil im Irak (?)

Judas Thaddäus war der Sohn eines Jakobus (Lukasevangelium 6, 16) und einer der Jünger Jesu; er ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat. Judas - ohne den Beinamen Thaddäus - wird im Neuen Testament sonst nur einmal erwähnt: im Johannesevangelium (14, 22) mit der Frage, warum Jesus seine Abschiedsrede exklusiv den Jüngern und nicht der ganzen Welt offenbare.

Die Überlieferung nennt Judas Thaddäus meist zusammen mit Simon dem Zeloten und nennt die beiden Brüder von Jakobus dem Jüngeren, also Söhne des Alphäus und der Maria des Kleophas. Der ihm immer wieder zugeschriebene Brief des Judas im Neuen Testament, der letzte der sogenannten katholischen Briefe, stammt sicher nicht von ihm.

Nach der Legenda Aurea wurde Judas vom Apostel Thomas nach der Himmelfahrt Christi unter dem Namen Addai zu König Abgar von Edessa - dem heutigen Sanlıurfa geschickt - dem König, der ein Bild des Herrn malen lassen wollte, weil Christus ihn geheilt hatte, wobei der Maler dann aber von solchem Glanz geblendet wurde, dass er nicht weitermalen konnte, und Gott selbst das Bild vollendete.

Nach anderen Überlieferungen wirkte Judas zusammen mit Simon Zelotes in Syrien und Mesopotamien, dann in Persien, wo beide dem Feldhauptmann des Königs von Babylon - dem heutigen Han-al-Mahawil -, Baradach, Sieg und Frieden prophezeiten, was tatsächlich gleich am nächsten Tag Wirklichkeit wurde. Als Götter in Menschengestalt zu König Xerxes geführt, tauften sie ihn, den ganzen Hofstaat und viele Tausende im Land. Wiederholt zum Vernichten der feindlichen Gewalten aufgefordert, wiederholten sie ihr ständiges Wort: Nicht zu töten, sondern lebendig zu machen sind wir gekommen. Nach zahlreichen Wundertaten, mit denen sie die Machtlosigkeit der Zauberer bewiesen und die Abgötter stürzten, organisierten die Zauberer im Lande einen Aufstand der Priester, die beide Apostel erstachen, nach anderen Legenden enthaupteten, nach wieder anderer Version Judas mit einer Keule und Simon mit einer Säge zu Tode martern ließen. Ein gewaltiges Unwetter erschlug daraufhin Priester und Zauberer. Der König ließ die Leichen der beiden Heiligen suchen, bestatten und eine große Kirche darüber bauen.

Nach der armenischen Tradition missionierte Judas Thaddäus zusammen mit Bartholomäus in Armenien. Nach diesem Martyrium des heiligen Thaddäus erlitt er unter einem König namens Sanatruk den Tod um Jesu Christi willen.

Judas Thaddäus war ein in der katholischen Volksüberlieferung lange vergessener Apostel, er wurde erst im 18. Jahrhundert wieder entdeckt und seitdem als Helfer in verzweifelten Situationen und bei schweren Anliegen angerufen. Reliquien werden vor allem im Petersdom in Rom verehrt.
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« Antwort #2531 am: 28. Oktober 2015, 13:07:02 »
Der Feind des Altars

Wer es wagt , einen anderen Altar zu bauen, ein neues Gebet in unerlaubten Worten zu verrichten und das wahrhaftige Sühnopfer des Herrn durch falsche Opfer zu entweihen, ohne zu bedenken, daß jeder, der gegen die Anordnung Gottes sich auflehnt, für seine kühne Vermessenheit durch göttliche Heimsuchung bestraft wird,
der ist
- ein Feind des Altars,
- ein Aufrührer wider das Opfer Christi,
- statt der Glaubenstreue treulos,
- statt der Gottesfurcht ein Tempelschänder,
- ein ungehorsamer Knecht,
- ein liebloser Sohn,
- ein feindseliger Bruder, der das Hirtenamt verachtet.
Er verläßt das von Gott eingesetzte Priesterthum, die Waffen führt er gegen die Kirche, gegen Gottes Verordnung kämpft er an. Meidet, ich bitte euch, solcherlei Menschen und haltet ihre verderblichen Reden - wie eine tödliche Seuche - ab von eurer Seite und von euren Ohren fern, wie geschrieben steht: "Umzäune deine Ohren mit Dornen und höre nicht auf eine böse Zunge!"
und wiederum: "Schlechte Gespräche verderben gute Herzen"
Der Herr lehrt und mahnt, man müsse sich von solchen Menschen zurückziehen. "Blind sind sie", sagt er, "Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder einen anderen Blinden führt, so werden sie zusammen in die Grube fallen"
"Verkehrt ist ein solcher, und er sündigt und ist von sich selbst verurteilt"
Oder bildet sich der ein, mit Christus zu sein, der den Priestern Christi zuwiderhandelt, indem er sich auf die genannte Weise von der Gemeinschaft mit dem Klerus Christi und dem Gottesvolke lossagt? Abwenden muß man sich von einem solchen Menschen und flüchten vor jedem, der sich einmal auf solcherlei vermessene Weise von der Kirche getrennt hat. Doch der übergroße und unerwartete Abfall so vieler soll uns nicht beunruhigen oder verwirren, sondern vielmehr unseren Glauben bestärken; denn damit hat sich nur das Vorherverkündigte verwirklicht. Wie einige solche Abtrünnige geworden sind, da dies vorausgesagt ist, so mögen
sich die übrigen Brüder vor derartigen Menschen in acht nehmen; denn auch dies ist schon vorherverkündigt, indem der Herr lehrt und sagt: "Ihr aber seid auf eurer Hut! Seht, ich habe euch alles vorhergesagt"

+ + +

[1] : SIR 28, 28
[2] : 1 KOR 15, 33
[3] : MT 15, 14
[4] : TIT 3, 11
[5] : MK 13, 23

Cyprian von Karthago († 258)
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« Antwort #2532 am: 28. Oktober 2015, 13:07:48 »
7. Oktober: Der heilige Frumentius von Tyrus, Bischof von Aksum, Abessynien,
+ 4. Jhd. - Fest: 27. Oktober

Dreihundert Jahre nach Christus machte ein Gelehrter namens Merope eine Reise nach Indien, um dieses ferne Land kennen zu lernen. Er hatte zwei Jungen bei sich, die mit ihm verwandt waren, und die er in den Wissenschaften unterrichtete. Der eine hieß Frumentius, der andere Edesius. Nachdem Merope in Indien sich genug umgesehen und seine Wissbegierde befriedigt hatte, begab er sich auf ein Schiff und wollte nach Hause reisen. Im Verlauf der Seefahrt nun musste das Schiff einmal in einem Hafen von Äthiopien landen, weil das Trinkwasser und die Lebensmittel ausgegangen waren. Da nun Merope und die übrigen Leute vom Schiff an Land gegangen waren, wurden sie alsbald von den Heiden angefallen und sämtlich ermordet. Nur die beiden Jungen, die von nichts wussten, saßen sorglos unter einem Baum und lernten ihre Lektion. Als die Heiden die Kinder fanden, mögen sie Mitleid über ihre Unschuld gefühlt haben; sie taten ihnen nicht zuleide, sondern führten sie zu dem König des Landes.

Der König ließ den fremden Kindern eine sorgfältige Erziehung geben, und da sie hierbei besondere Tauglichkeit zeigten, gab er ihnen bedeutende Hofämter, als sie das entsprechende Alter erreicht hatten. Edesius wurde königlicher Mundschenk, und da Frumentius besonders vielen Geist und Charakter zeigte, wurde er zum Schatzmeister und Staatsschreiber ernannt. Sie standen beide in großer Achtung bei dem König, so lange er lebte und wurden von ihm mannigfach ausgezeichnet. Als er nach einiger Zeit starb, verordnete er, Frumentius und Edesius sollten vollständige Freiheit haben zu tun, was ihnen beliebte. Allein die Königin, deren Kinder noch sehr jung waren und die nun die Regierung des Landes zu übernehmen hatte, wusste wohl, dass sie keine treueren und zuverlässigeren Diener finden könne als diese beiden. Sie bat deshalb Frumentius und Edesius mit großer Inständigkeit, die Sorgen der Regierung mit ihr zu teilen, bis ihre Kinder erwachsen wären; die Brüder gaben ihrer Bitte nach und blieben. Besonders war ihr daran gelegen, dass Frumentius blieb, weil sie seine besondere Tüchtigkeit in Regierungsgeschäften kannte, während Edesius nicht ebenso begabt war, aber doch auch ein großer Segen für das Land war wegen seiner großen Treue und ruhigen Besonnenheit.

Auf diese Art erneuerte sich an beiden das Wunder, das Gott einst zugunsten des Joseph und des Daniel gewirkt hatte, dass sie nämlich aus Gefangenen die höchsten Staatsbeamten wurden. Auch hatte Gott in Bezug auf Frumentius nicht geringere Pläne wie einstens mit jenen zwei Propheten des Altertums. Denn Frumentius war nicht nur darauf bedacht, den Staat gut zu regieren, der ganz seiner Leitung übergeben war, sondern Gott erleuchtete auch sein Herz und seinen Geist ganz besonders. Er fing an, sich sorgfältig zu erkundigen, ob unter den römischen Kaufleuten, die des Handels wegen nach Äthiopien kamen, sich keine Christen befänden. Wenn er dann einige gefunden hatte, gab er ihnen alsbald sehr große Rechte und ermahnte sie, an allen Orten, wo es ihnen gefiele, sich zu versammeln, um nach Gebrauch und Übung der Christen Gott anzubeten. Dasselbe tat er auch seinerseits mit noch größerer Andacht und Eifer wie die anderen. Er selbst ermunterte die fremden Christen, zog sie durch Begünstigungen und Wohltaten an, gab ihnen alles, wessen sie bedurften, schenkte ihnen Bauplätze, um Kapellen zu errichten und was sie sonst dazu brauchten; kurz, Frumentius zeigte durch sein ganzes Benehmen, dass ihm nichts auf der Welt mehr am Herzen liege, als dass der Same der christlichen Religion im Königreich ausgesät werde und gedeihe. Die römischen Christen hielten dann Gottesdienst, und es kamen auch einige Landesbewohner, die von den Fremden im Christentum unterrichtet worden waren, um daran teilzunehmen.

Da die jungen Fürsten herangewachsen waren, übergaben Frumentius und Edesius ihnen die Regierung des Landes und kehrten in das römische Reich zurück, obwohl die Königin und ihre Söhne alles aufboten, um sie zurückzuhalten und sie zu bewegen, in Äthiopien zu bleiben. Das Verlangen des Edesius, Vater und Mutter wiederzusehen, bewog ihn, nach Tyrus zurückzureisen, wo er später Priester wurde. Frumentius dagegen nahm den Weg nach Alexandria; er sagte nämlich, es sei nicht gut, das Werk Gottes zu verbergen. Er erzählte deshalb gleich dem heiligen Athanasius, der damals Bischof in Alexandrien war, alles, was sich in Äthiopien ereignet hatte und forderte ihn auf, jemanden auszusuchen, der die nötigen Eigenschaften hätte, um als Bischof nach Äthiopien gesandt zu werden. Es waren nämlich jetzt die Christen in jenem heidnischen Land schon sehr zahlreich, sie hatten schon mehrere Kirchen daselbst gebaut und hungerten und dürsteten überaus nach Nahrung der Seele.

Der heilige Athanasius vernahm mit großer Freude den Bericht des heiligen Frumentius, und nachdem er die Sache ernstlich überlegt hatte, ließ er die Priester und Frumentius zusammenkommen und sprach dann, indem er sich an letzteren wandte: „Wen können wir finden, in dem der Geist Gottes sich so offenbar zeigt wie in dir, und der so tauglich wäre, ein so wichtiges Unternehmen durchzuführen?“ Darauf weihte er den heiligen Frumentius zum Bischof und befahl ihm, mit der Gnade des Herrn zurückzukehren in das Land, woher er gekommen war. Der heilige Frumentius, statt heimzukehren wie Edesius, opferte Vaterland und Familie und wanderte als Bischof nach Äthiopien zurück. Gott aber soll ihm außerordentliche Gnaden verliehen haben, so dass er gleich den Aposteln seine Lehre mit Wundern bestärkte und eine zahllose Menge von Heiden zum christlichen Glauben bekehrte. Ja, seine Bemühungen hatten einen so glücklichen Erfolg, dass ganze Völkerschaften christlich wurden und eigene Kirchen bildeten. Gott räumte auch das größte Hindernis hinweg, das die Verbreitung in Christenländern oft so schwer macht, nämlich den Hass der Landesfürsten. Beide fürstlichen Brüder in Äthiopien nahmen selbst das Christentum an und lebten so fromm, dass sie von den Äthiopiern als Heilige verehrt werden; sie hießen Aizan und Sazan. Der heilige Frumentius selbst wird aber als der Apostel des Landes angesehen.

Auf den heutigen Tag fällt auch noch das Fest eines anderen Heiligen aus Äthiopien und zwar eines Königs, namens Elesbaan. Dieser regierte zweihundert Jahre später, als Frumentius das Christentum im Land verbreitete. Er führte ein musterhaft tugendhaftes Leben und übertrug in späteren Jahren die Regierung seinem Sohn, der auch sehr fromm und eifrig im Dienst des Herrn war. Sein kostbares Diadem sandte er als Opfer nach Jerusalem, ging nachts verkleidet zur Stadt hinaus, begab sich in ein Kloster und lebte daselbst wie ein gemeiner Klosterbruder. Brot und zuweilen ungekochte Kräuter war seine einzige Nahrung, Wasser sein einziger Trank, und er war immer der erste bei allen religiösen Übungen. Mit Weltleuten verkehrte er niemals mehr, um ganz allein für Gott in Gebet und Betrachtung zu leben.

Überhaupt hat nicht leicht ein Land so rasch und allgemein das Christentum angenommen wie gerade Äthiopien. Es war auch ein Äthiopier, der durch besondere Leitung Gottes von dem Diakon Philippus belehrt und getauft wurde, wie schon die Apostelgeschichte im Kapitel 8 erzählt. Wie sieht es aber jetzt aus in jenem großen Land? In einem Teil davon, in Rubien, ist das Christentum erloschen, und das übrige Äthiopien glaubt zwar noch an Christus, befindet sich aber schon länger als tausend Jahre in falscher Lehre und Lostrennung vom wahren lebendigen Stamm, von der katholischen Kirche. – In ähnlicher Weise hat sich England in den frühesten Zeiten durch einen außerordentlichen Glaubenseifer ausgezeichnet, so dass fast ganz Deutschland durch apostolische Männer zum Christentum bekehrt worden ist, die aus England kamen. Und jetzt ist dort die christliche Religion seit einigen hundert Jahren verstümmelt; so z.B. hat man beim Abfall vom katholischen Glauben die Zeremonien der heiligen Messe behalten, dagegen das Wesen, die Wandlung und Gegenwart Christi verworfen – gleich einem Menschen, der, im Besitz einer Geldkasse, das Geld wegwirft und die Kiste sorgsam bewahrt. So gibt es noch manche Länder, in denen die katholische Religion einst geblüht hat und später wieder erloschen ist. Ist dieses aber nicht gegen die Verheißung des Herrn, der gesagt hat, er habe seine Kirche auf einen Fels gegründet und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen? – Nein, es widerspricht dieser Verheißung nicht, denn der Herr hat nur versprochen, dass die katholische Kirche bis ans Ende der Welt auf Erden bestehen werde, nicht aber, dass sie in jedem Land und bei jedem Volk, wo sie einmal gegründet ist, stets bestehen werde. Ein Baum steht doch, wenn auch da und dort ein Zweig verdorrt oder abgehauen wird. Der Heiland drohte schon zur Zeit der Apostel (siehe Offenbarung des Johannes, Kap. 2), einigen Landeskirchen in Asien, dass der Leuchter von ihnen weggerückt werde, wenn sie sich nicht treu und eifrig erweisen; das ist auch geschehen, so dass dort jetzt die Türken ihre Religion üben. Darum dürfen wir doch nicht ohne Besorgnis sein, es könnte auch in unserem Vaterland noch der Leuchter der katholischen Kirche hinweggenommen werden, wenn wir uns derselben nicht würdig erweisen durch lebendigen, in Liebe tätigen Glauben und selbst auch mitwirken an allem, was die katholische Kirche im Land befestigen und fördern mag.
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2015, 17:27:08 von Tina 13 »
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« Antwort #2533 am: 29. Oktober 2015, 06:18:47 »
Hl. Hieronymus (347-420), Priester, Bibelübersetzer und Kirchenlehrer

„Jerusalem, Jerusalem, wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln“

Das Kreuz Christi ist die Stütze des Menschengeschlechtes: auf dieser Säule ruht seine Behausung. Wenn ich vom Kreuz rede, habe ich nicht das Holz im Blick, sondern die Passion. Dieses Kreuz gibt es in der Bretagne ebenso wie in Indien und auf der ganzen Welt… Selig, wer das Kreuz und die Auferstehung in seinem Herzen trägt, wie den Ort der Geburt und der Auferstehung Christi. Selig, die Bethlehem im Herzen tragen, und in deren Herz Christus jeden Tag geboren wird… Selig, in dessen Herz Christus jeden Tag aufersteht, weil er jeden Tag Buße tut für seine Sünden, auch für die lässlichen. Selig, wer jeden Tag vom Ölberg aus in das Himmelreich aufsteigt, dorthin, wo die Oliven prächtig gedeihen und das Licht Christi anbricht…

Es geht nicht darum, in Jerusalem nur gewesen zu sein; man muss sich vielmehr beglückwünschen, in Jerusalem in rechter Weise gelebt zu haben. Nicht die Stadt, wo man die Propheten umgebracht und das Blut Christi vergossen hat, müssen wir aufsuchen, sondern die Stadt, die ein mächtiger Strom erquickt (Ps 46,5), und die nicht verborgen bleiben kann, weil sie auf einem Berg liegt (Mt 5,14); eine Stadt, die der Apostel Paulus die Mutter der Heiligen nennt und in der mit den Gerechten zu wohnen, seine Freude ist (Gal 4,26-27).

Abhandlung über Psalm 95: CCL 78, S. 154-155; Brief 58, 2-4: PL 22, 580
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« Antwort #2534 am: 29. Oktober 2015, 06:25:04 »
Sel. Maria Restituta (Helene) Kafka

Nonne, Märtyrerin

* 1. Mai 1894 in Hussowitz, dem heutigen Stadtteil Husovice von Brno / Brünn
† 30. März 1943 in Wien

Helene Kafka wurde als Tochter eines Schusters und einer Blumenmacherin geboren. Als sie zwei Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Wien. In ihrer Jugend war sie geplagt von Stottern, was durch langes Schweigen geheilt werden konnte. Sie war dann als Köchin, schließlich als Hilfspflegerin im von Franziskanerinnen versorgten Krankenhaus im Wiener Stadtteil Lainz tätig. Im Alter von 19 Jahren wurde sie selbst Hartmannschwester - Franziskanerin von der christlichen Liebe - mit dem Ordensnamen Maria Restituta und war dann als Operationsschwester im Krankenhaus in Mödling bei Wien tätig, wo sie besonders durch ihre Freundlichkeit beliebt wurde. Sie gab die Liebe, die sie von Gott her gespürt hat, an die Menschen weiter; dabei war es ihr egal, ob jemand Christ oder Jude war oder welche politische Auffassung er hatte.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1938 ließ Schwester Maria Restituta sich weiterhin nicht den Mund verbieten und handelte, wie es ihr recht erschien: So führte sie heimlich ein Kind zur Taufe, widersetzte sich den Anweisungen der Nazis zur Abnahme der Kruzifixe im Krankenhaus. Als sie eine Sekretärin bat, ein Gedicht und ein Flugblatt der Widerstandsgruppe Weiße Rose abzutippen, in dem sie unter anderem lästerte: Sie befreiten uns und eh' man's glaubt, hatten sie uns ausgeraubt, wurde sie durch den SS-Arzt Lambert Stumfohl denunziert. Am Aschermittwoch 1942 wurde sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat in ihrem Krankenhaus abgeholt und in Haft genommen. Der Volksgerichtshof Wien verurteilte sie am 29. Oktober 1942 als die - neben Edith Stein - einzige Ordensfrau im sogenannten Großdeutschen Reich zum Tod; die zahlreichen anderen Ordensfrauen, die den Nazis - vor allem in Polen - zum Opfer fielen, waren keine Bürgerinnen des Dritten Reiches. In der Nacht vom 29. auf den 30. März wurde Maria Restituta enthauptet.
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« Antwort #2535 am: 29. Oktober 2015, 06:27:00 »
Hl. Ermelindis

Einsiedlerin

* 510 (?) in Lovenjoel in Belgien
† um 590 in Meldert, dem heutigen Ortsteil von Lummen in Belgien

Ermelindis, Tochter einer angesehenen Familie, verließ ihr Elternhaus, als man sie gegen ihren Willen verheiraten wollte und zog sich als Einsiedlerin zurück nach Bevecum - dem heutigen Beauvechin. Als zwei Edelmänner ihr nachstellten, verbarg sie sich in Meldradium - dem heutigen Meldert, Ortsteil von Lummen -; die beiden Jünglinge aber kamen zu Tode.

An Ermelindis' Grab in Meldert entsprang eine als heilkräftig geltende Quelle, die Ziel vieler Pilger war; Pippin der Ältere ließ hier später ein Nonnenkloster errichten.
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La Salette 1846



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