Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4666104 mal)

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« Antwort #4608 am: 04. Januar 2017, 15:54:19 »
Hl. Romanos Melodos (?-um 560), Hymnendichter

„Kommt und seht“

Die Sünde ist getilgt: mit Unvergänglichkeit werden wir bekleidet werden (1 Kor 15,53); der Wegbereiter zeigt uns unsere Heimkehr in die Gnade: „Seht das Lamm Gottes, es nimmt hinweg die Sünde der Welt.“ Er zeigt auf denjenigen, der den Schuldschein aller zerreißt, die eine große Schuld auf sich geladen hatten. Er, der seit seiner ersten Begegnung mit ihm im Mutterschoß gehüpft hatte (vgl. Lk 1,44), er hat heute denjenigen verkündet und uns denjenigen kundgetan, der uns erschienen ist und alles mit seinem Licht erfüllt.

Der Täufer kündet vom Geheimnis: Er sagt vom Hirten, er sei ein Lamm, und nicht etwa nur ein gewöhnliches Lamm, sondern ein Lamm, das die Sünden hinweg nimmt. „Seht das Lamm Gottes“, sagt er, fortan braucht ihr keinen Sündenbock mehr (Lev 16,21). Erhebt eure Hände zu ihm, ihr alle, indem ihr eure Sünden bekennt, denn er ist gekommen, um zusammen mit den Sünden seines Volkes die Sünden der ganzen Welt hinweg zu nehmen. Vom höchsten Himmel her hat uns allen der Vater dieses Geschenk gemacht: Ihn, der erschienen ist und alles erleuchtet hat [...]

Er hat die finstere Nacht verscheucht, dank ihm ist heller Tag. Über der ganzen Erde erstrahlt jener Tag ohne Abend, Jesus unser Retter. Mit seinem Überfluss ahmt das Land Zebulon das Paradies nach, da ein Strom von Wonnen es tränkt und ein Quell lebendigen Wassers immerfort aus ihm emporquillt [...] In Galiläa können wir heute die Quelle lebendigen Wassers anbeten, Ihn, der erschienen ist und alles erleuchtet (vgl. Mt 4,15−16; vgl. Ps 35(36),9−10).

Hymnus XVII, §§ 12−13
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4609 am: 04. Januar 2017, 15:57:09 »
Erster Johannesbrief 3,7-10.

Meine Kinder, lasst euch von niemand in die Irre führen! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie Er gerecht ist.
Wer die Sünde tut, stammt vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören.
Jeder, der von Gott stammt, tut keine Sünde, weil Gottes Same in ihm bleibt. Er kann nicht sündigen, weil er von Gott stammt.
Daran kann man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennen: Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut und seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott.

Psalm 98(97),1.7-8.9.

Singet dem Herrn ein neues Lied;
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm.

Es brause das Meer und alles, was es erfüllt,
der Erdkreis und seine Bewohner.
In die Hände klatschen sollen die Ströme,
die Berge sollen jubeln im Chor.

Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt,
um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis gerecht,
die Nationen so, wie es recht ist.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 1,35-42.

In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?
Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus.
Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.
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« Antwort #4610 am: 05. Januar 2017, 07:14:21 »
als Ich anfangs die Geheimnisse des Buches der Wahrheit enthüllt habe, da habe Ich euch gesagt, dass das Buch den Propheten vorhergesagt worden ist — insgesamt drei Mal — in Vertretung die Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Ich sage euch diese Dinge nicht, um euch Angst einzuflößen. Ich sage euch diese Tatsachen, damit ihr Mir vollkommen vertrauen werden.
Gottes Kindern wurde die Wahrheit in der Heiligen Schrift gegeben, aber viel von dem, was darin enthalten ist, hat kaum Einfluss auf die Menschen in der heutigen Welt.
Selbst die Wahrheit über die Erschaffung des Menschen wurde geleugnet. Sie ersetzten stattdessen die Wahrheit durch einen lächerlichen Glauben an viele falsche selbstgemachte Götter. Ihre Praktiken der Magie und ihr böses Sichversuchen im Okkulten haben die Aufmerksamkeit vieler angezogen und die Phantasie derjenigen angefeuert, die in ihrem Leben Effekthascherei suchen.

Diejenigen, die sich in New-Age-Praktiken, Zauberei, Tarot-Karten und Hellsehen versuchen, werden die Ursache furchtbarer Heimsuchungen an anderen Menschen sein, obwohl sie sich diesbezüglich in vielen Fällen nicht des Schadens bewusst sind, den sie anrichten. All diese Menschen, die falsche Götter über den Einen Wahren Gott stellen, sind des Heidentums schuldig — ein abscheuliches Verbrechen —, weil sie die Wahrheit kannten, bevor sie sich von ihr abwandten.

Dann gibt es diejenigen, die andere verfluchen, wenn sie sich im Satanismus versuchen. So verdorben sind sie, dass sie Mich ständig verhöhnen und derart böse Handlungen ausführen, denn sie haben bereits einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nichts von dem, was Ich tue, wird sie ändern. Oh, wie weine Ich doch solch bittere Tränen über diese armen irregeleiteten Seelen!

Viele von ihnen sind so sehr von sich selbst eingenommen, dass sie sich keine Gedanken um die Sakramente machen und den Zehn Geboten selten Beachtung schenken, weil sie nicht glauben, dass diese für sie heute gelten. Die meisten glauben nicht an die Hölle oder das Fegefeuer. Sie gehen einen sehr gefährlichen Weg. Bald werden sie noch weiter betrogen werden, wenn sie mit einer neuen verwässerten Lehre genährt werden, die von Meinen Feinden eingeführt werden wird. Sie brauchen jetzt viel Gebet.
Doch gibt es jene unter ihnen, die die Wahrheit nicht leben. Sie predigen die Wahrheit, praktizieren aber nicht die Grundlagen Meiner Lehren. Sie lieben andere Menschen nicht so, wie sie es sollten. Sie schauen auf diejenigen herab, von denen sie denken, dass sie über alle heiligen Dinge weniger Bescheid wissen als sie. Einige denken von sich, dass sie anderen Menschen überlegen und von Gott mehr begünstigt seien. Diese Heuchler bringen Mich am meisten auf, denn sie können nicht erkennen, wie sehr sie in Meinen Augen sündigen.
Es kann nur eine einzige Wahrheit geben, und das ist die Wahrheit, die von Anfang an von Gott festgelegt worden ist.

Euer Jesus.

Auszug aus 1008. Euch wurde allen die Wahrheit gegeben, aber viele von euch haben sie vergessen. Sie langweilt euch. Sie ist zu mühsam.
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« Antwort #4611 am: 05. Januar 2017, 09:44:16 »
Hl. Gerlach von Houthem

Einsiedler

* um 1100 in Valkenburg in den Niederlanden
† 1172 oder 1177 in Houthem in den Niederlanden

Gerlach war ein holländischer Ritter. Nach dem frühen Tod seiner Frau pilgerte er nach Jerusalem und Rom. Dort lernte er die Krankenpflege kennen, der er sich fortan widmete. Später wurde er Einsiedler in einer hohlen Eiche bei Houthem. Über seinem Grab wurde später ein Prämonstratenserinnenkloster errichtet.
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« Antwort #4612 am: 05. Januar 2017, 09:47:11 »
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer

Als du unter dem Feigenbaum saßest, habe ich dich gesehen

Natanael saß unter dem Feigenbaum, als säße er im Schatten des Todes. Und dort hat ihn der Herr gesehen, von dem gesagt wird: „über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf“ (Jes 9,1). Was aber hat er zu Natanael gesagt? Du fragst mich, wie ich dich kennen kann? Du sprichst gerade mit mir, weil du von Philippus gerufen wurdest. Doch bevor sein Apostel ihn ruft, hatte Jesus gesehen, dass er Teil seiner Kirche war. Du, die christliche Kirche, ein wahres Kind Israels [...], auch du kennst nunmehr Jesus Christus durch [die Verkündigung] der Apostel, so wie Natanael Jesus Christus erkannt hat durch Philippus. Sein Erbarmen aber hat dich entdeckt, noch bevor du ihn kennenlernen konntest, als du noch ausgestreckt lagst, beladen mit der Last deiner Sünden.

Denn sind es wirklich wir, die Jesus Christus zuerst gesucht haben? Ist nicht vielmehr er selbst es, der uns zuerst gesucht hat? Sind wir es, die armen Kranken, die zum Arzt gekommen sind? Ist es nicht vielmehr der Arzt, der gekommen ist, um die Kranken zu suchen? Hatte sich das Schaf nicht zuerst verlaufen, bevor der Hirte die neunundneunzig anderen zurückgelassen hat, und sich auf die Suche nach ihm machte, es wiederfand und voller Freude auf seinen Schultern zurückbrachte? (Lk 15,4). War das Geldstück nicht zuerst verloren gegangen, bevor die Frau eine Lampe anzündete und nach ihm suchte in ihrem ganzen Haus, bis sie es gefunden hatte? (Lk 15,8) [...] Unser Hirt hat sein Schaf gefunden, nachdem er sich auf die Suche gemacht hatte; wie diese Frau hat er sein Geldstück wiedergefunden, aber erst, als er es gesucht hatte. Wir sind also gesucht worden, und wir können erst sprechen, nachdem wir auch gefunden worden sind. Jede Regung von Überheblichkeit sei uns also fern. Wir wären verloren gewesen ohne Hoffnung auf Rettung, hätte Gott uns nicht gesucht, um uns zu finden.

Predigten über das Johannesevangelium, Nr. 7
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« Antwort #4613 am: 05. Januar 2017, 09:48:04 »
Erster Johannesbrief 3,11-21.

Meine Brüder! Das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben
und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil seine Taten böse, die Taten seines Bruders aber gerecht waren.
Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch hasst.
Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod.
Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.
Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben.
Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben?
Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen.
Denn wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles.
Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht.

Psalm 100(99),2-3.4-5.

Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 1,43-51.

In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach!
Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus.
Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs.
Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!
Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.
Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.
Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.
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« Antwort #4614 am: 06. Januar 2017, 13:03:31 »
Epiphanie - Hochfest Erscheinung des Herrn - Dreikönig

Am Fest der Erscheinung des Herrn, einem schon um das Jahr 300 im Osten bezeugten Herrenfest, feiert die Kirche das Sichtbarwerden des Mensch gewordenen Gottes. Der Geburtstag Christi, Weihnachten, ist kein Fest der Superlative, sondern eher des verinnerlichten Überschwangs:

„Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da stieg dein allmächtiges Wort, o Herr, vom Himmel herab, vom königlichen Thron.“ (Introitus zum 2. Sonntag nach Weihnachten)

In Verborgenheit und Erbärmlichkeit wird Gott Mensch. Von den meisten Menschen unerkannt und verachtet, sind es Hirten und Fremde, die das allmächtige Wort als Gott und Herrn anbeten. An Epiphanie jedoch werden die weihnachtlichen Geheimnisse offenkundig und die Erbärmlichkeit tritt hinter dem strahlenden und blendenden Licht der Gottheit zurück. „Die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir, Jerusalem.“ (vgl. Jes 60,1) Und tatsächlich vereint das Fest der Erscheinung des Herrn seit alters her mehrere Festgeheimnisse in sich: die Geburt des Herrn und sein „Erscheinen“ vor denen, die ihn anbeten, sowie die Taufe Jesu im Jordan und das Wunder bei der Hochzeit von Kana, bei denen sich Jesu Gottheit offenbart: Daher trägt das Fest auch den Namen „Theophanie“, Gotteserscheinung. In den Texten des Stundengebets finden sich die Höhle von Betlehem, der Jordan und der Hochzeitsaal von Kana zusammen, um diese Erscheinung Gottes zu feiern.

„Heute wird die Kirche dem himmlischen Bräutigam verbunden, da Christus im Jordan ihre Vergehen abwäscht: Mit Geschenken eilen die Weisen herbei zur königlichen Hochzeit; und am in Wein verwandelten Wasser laben sich die Festgäste, halleluja.“ (aus dem Stundengebet)

Mit den drei Magiern oder Weisen, heiligen Königen, versammelt sich die ganze Kirche in der Höhle von Betlehem, sie steigt mit Christus in den Jordan und ist beim Hochzeitsmahl von Kana eingeladen. Am Fest der Erscheinung erinnert die Kirche in der Liturgie deshalb in vielen Texten an die großen heilsgeschichtlichen Ereignisse und die Geschenke der Weisen sind Zeichen dieser neuen Ära: Das Gold steht für die königliche Herrschaft Gottes, der Weihrauch ehrt den ewigen Hohenpriester Christus, die Myrrhe nimmt am neugeborenen Herrscher vorweg, was später bei der Grablegung vollzogen wird. Nicht von ungefähr hat das Fest der Erscheinung deshalb auch einen österlichen Charakter. Neben dem immer wieder beschworenen Glanz der Herrlichkeit, der schon von der Auferstehung her aufstrahlt, kommen an Epiphanie alle Nationen und Völker, um Christus als verherrlichten König anzubeten.

Das vielschichtige Festgeheimnis des Epiphanietages hat seit ältesten Zeiten ein umfassendes Brauchtum begünstigt, so etwa die Segnung des „Dreikönigs- oder Epiphaniewassers“ und der Häuser und Ställe. Seit dem Jahre 1164 werden im Dom zu Köln die Reliquien der heiligen Weisen oder Könige verehrt, von denen das Fest der Erscheinung des Herrn seinen volkstümlichen Namen als „Dreikönigstag“ hat. Ihre Gebeine wurden zuerst in Konstantinopel verehrt und schließlich, Jahrhunderte später, vom Kanzler Kaiser Friedrich Barbarossas von Mailand nach Köln gebracht, wo sie bis heute im kostbaren Dreikönigsschrein ruhen. Im Gedenken an die Anbetung der Weisen ziehen mindestens seit dem Spätmittelalter als Könige verkleidete Jugendliche durch die Ortschaften, um mit gesegneter Kreide, Weihrauch und Weihwasser die Wohnungen zu segnen.
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« Antwort #4615 am: 06. Januar 2017, 13:12:53 »
Kaspar, Melchior, Balthasar

Das Matthäusevangelium (Mt 2, 1-12) berichtet von Sterndeutern (griech. magoi), die aus dem Osten kamen und den neugeborenen König der Juden suchten. Nach einem Umweg über Jerusalem kamen sie nach Betlehem. "Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar." (Mt 2, 9-11). 

An diese Textstellen schlossen sich schon früh Ausdeutungen an; die Zahl der Weisen war zunächst noch nicht auf drei festgelegt; die Dreizahl erschloss man nachträglich aus den drei Geschenken. Als Könige wurden sie erst viel später bezeichnet. Mit Namen wurden sie erstmals im 6. Jahrhundert bezeichnet, im 9. Jahrhundert etwa bekamen sie ihre heutigen Namen. Als Sterndeuter, Philosophen und Zauberer sucht sie die Legenda Aurea zu erklären. Zahlreiche Legenden und Kommentare erzählen das von Wundern erfüllte Leben der drei Weisen, ehe ihnen der Stern erschien, sie die Reise nach Jerusalem unternahmen, vor Herodes standen und, nach der Verehrung des Kindes und durch einen Engel im Traumgesicht gewarnt, einen anderen Rückweg in die Heimat einschlugen.

Aus frühchristlichen Quellen stammt die Erzählung von ihrer Taufe durch den Apostel Thomas und von ihrer Bischofswürde, von einem gemeinsamen Weihnachtsfest im Jahr 54 und ihrem unmittelbar darauf folgenden Tod, vom Auffinden ihrer Gebeine und deren Überführung nach Konstantinopel durch Kaiserin Helena.

Verschieden wurden im Schrifttum des Mittelalters die Namen und Geschenke gedeutet. Im Malerbuch vom Berg Athos ist die Folge Caspar, Melchior, Balthasar festgelegt. Die Geschenke sind in den Gesta Romanorum folgendermaßen gedeutet: Das Gold - traditionell von Melchior überbracht - bezeichnet den einem König gebührenden Weisheitsschatz, der Weihrauch - meist Balthasar zugeordnet - das ergebungsvolle Opfer und Gebet, die Myrrhe - das Geschenk des Caspar - die reinhaltende Kraft der Selbstbeherrschung. Doch verbreiteter ist die Ansicht, das Gold versinnbildliche die Königswürde Jesu, der Weihrauch seine Göttlichkeit, die Myrrhe sein bitteres Leiden und den Tod. Im 12. Jahrhundert kam die Unterscheidung von drei Lebensaltern auf: demnach war Balthasar ein Greis, Melchior ein Mann mittleren Alters, Caspar ein Jüngling. Die drei Könige wurden auch als Vertreter der damals bekannten drei Weltteile angesehen, wobei Balthasar meist Asien, Melchior Europa und Caspar als Schwarzer Afrika vertritt. Teilweise wurden sie auch zurückgeführt auf die drei Söhne Noachs.

Die Reliquien der drei Weisen aus dem Morgenland wurden der Legende nach von Helena im heiligen Land gefunden und nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - gebracht; Ende des 4. Jahrhunderts habe der Kaiser von Byzanz sie nach Mailand verschenkt; nach der Unterwerfung Mailands brachte Rainald von Dassel, der Kanzler von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, sie 1164 nach Köln, wo seither das Fest dieser Übertragung gefeiert wird.

Ruhen also in dem bekannten kostbaren Schrein im Kölner Dom die Gebeine dieser drei Könige bzw. Weisen? Das ist eher unwahrscheinlich. Welche Absicht auch immer Rainald von Dassel verfolgte (nach gängiger Interpretation war es eine politische, um das Kaisertum gegenüber dem Papsttum zu stärken): Generationen von Gläubigen und Pilgern haben seither im Dom zu Köln gebetet, und ihre Gebete sind angekommen, denn es gab sie ja wirklich, diese Weisen, die als erste aus den Heiden gekommen waren, um anzubeten, und letztlich sind alle Gebete - durch die Heiligen - an Gott gerichtet. Es spielt also keine Rolle, welche Knochen in diesem Schrein liegen. Wir beten niemals zu Knochen und Reliquien, sondern immer zu den im Himmel Vollendeten. 

Wegen ihrer Reise zum neugeborenen Jesuskind wurden die drei Weisen zu Patronen der Reisenden und Pilger, besonders auch als Patrone für die letzte Reise, den Tod. Die Namen vieler Gaststätten haben hier ihre Wurzel: Stern, Drei Kronen, Mohr u.a.

Schon aus der Zeit um 378 sind Wechselgesänge zwischen Maria und den Magiern bezeugt. Dreikönigsspiele waren bis in die Neuzeit beliebt. Noch heute weit verbreitet ist in der katholischen Kirche, besonders in Deutschland, der Brauch der von Haus zu Haus ziehenden Sternsinger,  die um eine Gabe bitten und das Haus segnen, wobei die jeweilige Jahreszahl und die Initialen C + M + B an die Haustür geschrieben werden. Das Sternsingen wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich vermerkt und war bald schon sehr verbreitet. Zunächst wurde ein Kreuz auf die Türen gemalt, daraus entwickelten sich der Haussegen C + M + B, Christus Mansionem Benedicat, Christus segne das Haus, welcher das Böse abhalten soll. 1958 wollte man in der katholischen Kirche in Deutschland den Missionsgedanken fördern und beschloss, den Brauch des Sternsingens, der besonders in Dörfern vielfach dazu diente, dass (arme) Kinder sich von wohlhabenderen Nachbarn Lebensmittelgaben erbaten, in den Dienst der Mission zu stellen; die Kinder sammeln Geld für ihre benachteiligten Altersgenossen in armen Ländern, freuen sich aber auch, wenn man ihnen neben der Spende fuer die Mission einige Süßigkeiten zusteckt.
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La Salette 1846



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