Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4570545 mal)

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8336 am: 10. April 2020, 23:13:54 »
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Buch Jesaja 52,13-15.53,1-12.

Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben.
Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen. Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.
Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn - wem wurde er offenbar?
Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.
Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.
Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen.
Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.
Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.

Psalm 31(30),2.6.12-13.15-16.17.25.

Bei dir, Herr, suche ich Zuflucht,
lass mich nie zugrunde gehen;
in deiner Gerechtigkeit rette mich!
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden,
ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden;
wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.
Ich bin dem Gedächtnis entschwunden wie ein Toter,
bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.

Herr, ich vertraue dir
ich sage: «Du bist mein Gott.»
In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Güte!
Euer Herz sei stark und unverzagt,
ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn.

Brief an die Hebräer 4,14-16.5,7-9.

Brüder! Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.
Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.
Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;
zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 18,1-40.19,1-42.

Jesus ging mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein.
Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war.
Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer, und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen.
Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr?
Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen.
Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden.
Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret.
Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen!
So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.
Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus.
Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?
Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn
und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hohepriester war.
Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt.
Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes.
Petrus aber blieb draußen am Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, heraus; er sprach mit der Pförtnerin und führte Petrus hinein.
Da sagte die Pförtnerin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er antwortete: Nein.
Die Diener und die Knechte hatten sich ein Kohlenfeuer angezündet und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich.
Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
Jesus antwortete ihm: Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen. Nichts habe ich im Geheimen gesprochen.
Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe.
Auf diese Antwort hin schlug einer von den Knechten, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und sagte: Redest du so mit dem Hohenpriester?
Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich?
Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas.
Simon Petrus aber stand am Feuer und wärmte sich. Sie sagten zu ihm: Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Nein.
Einer von den Dienern des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagte: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen?
Wieder leugnete Petrus, und gleich darauf krähte ein Hahn.
Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Gebäude hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschalamm essen zu können.
Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen?
Sie antworteten ihm: Wenn er kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert.
Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn doch, und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Uns ist es nicht gestattet, jemand hinzurichten.
So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.
Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden?
Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?
Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?
Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.
Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.
Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit? Nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: Ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen.
Ihr seid gewohnt, dass ich euch am Paschafest einen Gefangenen freilasse. Wollt ihr also, dass ich euch den König der Juden freilasse?
Da schrien sie wieder: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Straßenräuber.
Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln.
Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um.
Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht.
Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, ihn zu verurteilen.
Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der Mensch!
Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn, und kreuzigt ihn! Denn ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen.
Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben hat.
Als Pilatus das hörte, wurde er noch ängstlicher.
Er ging wieder in das Prätorium hinein und fragte Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm keine Antwort.
Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?
Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum liegt größere Schuld bei dem, der mich dir ausgeliefert hat.
Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen, aber die Juden schrien: Wenn du ihn freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder, der sich als König ausgibt, lehnt sich gegen den Kaiser auf.
Auf diese Worte hin ließ Pilatus Jesus herausführen, und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf hebräisch Gabbata, heißt.
Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König!
Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser.
Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus.
Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt.
Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus.
Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden.
Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst.
Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war.
Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.
Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag.
Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht,
sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.
Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt.
Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen.
Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.
Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.
Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.
An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war.
Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8337 am: 10. April 2020, 23:25:34 »
Gebet zur Todesstunde Christi

Es sind Finsternisse entstanden, als der Herr Jesus gekreuzigt wurde. Um die 9. Stunde rief er mit lauter Stimme: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und mit geneigtem Haupt gab er seinen Geist auf.

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Heiliger Gott, du hast deinen Sohn der Schmach des Kreuzes unterworfen, um uns der Gewalt des Bösen zu entreißen. Gib uns die Gnade, dass auch wir deinem Willen gehorchen und einst in Herrlichkeit auferstehen. Darum bitten wir dich durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Ich danke Dir, Herr Jesus Christ,dass Du für mich gestorben bist.
Ach, lass Dein Blut und Deine Pein an mir doch nicht verloren sein!

Gebet in der Todesstunde unseres Herrn (15 Uhr):

Barmherziger Jesus, in dankbarem Gedenken an Deinen bitteren Kreuzestod bete ich Dich in tiefster Ehrfurcht an und lobpreise Dich für die unschätzbare Gnade der Erlösung. Demütig bitte ich Dich, schau' gnädig herab auf die ganze Menschheit und erweise besonders den armen Sündern und Sterbenden Deine unergründliche Barmherzigkeit. Amen.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8338 am: 11. April 2020, 06:38:10 »
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DIE KLAGE DER JUNGFRAU

Die Nacht des Karfreitags / GOTTMENSCH - M.Valtorta/

»Jesus! Jesus! Wo bist du? Hörst du mich noch? Hörst du deine arme Mutter, die deinen heiligen, gepriesenen Namen ruft, nachdem sie ihn so viele Stunden nur im Herzen genannt hat? Deinen heiligen Namen, der meine Liebe war, die Liebe meiner Lippen; meiner Lippen, die Honigsüße verspürten beim Nennen deines Namens; meiner Lippen, die nun, wenn sie ihn nennen, nur die Bitterkeit zu trinken scheinen, die auf deinen Lippen zurückgeblieben ist. Die Bitterkeit der furchtbaren Mischung . . . Dein Name, die Liebe meines Herzens, das vor Freude schwoll, wenn es ihn aussprach, so wie es sich weitete, um dir sein Blut zu geben, um dich zu empfangen und dich mit ihm zu bekleiden, als du vom Himmel zu mir kamst, so klein, so winzig, daß du im Blütenkelch der wilden Minze Platz gefunden hättest.
Du, der du so groß bist, du, der Mächtige, hast dich für das Heil
der Welt gedemütigt und bist Mensch geworden. Dein Name, der Schmerz meines Herzens, nun, da sie dich den Liebkosungen deiner Mutter entrissen haben, um dich den Händen der Henker auszuliefern, die dich bis zum Tod gemartert haben. Mein Herz ist zermalmt von diesem deinen Namen, den ich so lange in mir verschließen mußte und der immer lauter schrie, je größer dein Schmerz wurde, bis es zermalmt war wie unter dem Tritt eines Riesen. O ja, mein
Schmerz ist riesengroß und zermalmt und zerreißt mich, und es gibt nichts, was ihn lindern könnte.
Wem soll ich deinen Namen sagen? Nichts antwortet meinem
Schrei. Selbst wenn ich so laut schreien würde, daß der Stein, der dein Grab verschließt, zerspringt, du würdest mich nicht hören, denn du bist tot. Hörst du deine Mutter nicht mehr? Wie oft hat sie dich, mein Sohn, in diesen vierunddreißig Jahren gerufen! Seit ich wußte, daß ich Mutter sein und daß der Name meines Kindes Jesus sein würde. Du warst noch nicht geboren, da streichelte ich meinen Leib, in dem du heranwuchsest, und rief dich leise: „Jesus“, und es schien mir, als würdest du dich bewegen, um mich „Mama“zu nennen! Für mich hattest du schon eine Stimme, ich erträumte sie mir, deine Stimme. Ich hörte deine Stimme schon, bevor sie war.
Und als ich sie dann vernahm, zart wie die Stimme eines neugeborenen Lämmchens und zitternd in der Kälte der Geburtsnacht, da lernte ich die höchste Freude kennen . . . Und ich glaubte, den Abgrund des Schmerzes kennengelernt zu haben, da ich die Tränen meines Kindes sah, das fror und sich nicht wohlfühlte, das seine ersten Erlösertränen weinte, und ich hatte weder Feuer noch Wiege und konnte nicht an deiner Statt leiden, Jesus. Ich hatte nur meine Brust, um dich zu wärmen und zu betten, und meine Liebe, um dich anzubeten, mein heiliges Kind. Ich glaubte, den Abgrund des Schmerzes kennengelernt zu haben . . . Aber es war erst das Morgengrauen, der Beginn dieses Schmerzes. Nun ist es Mittag. Nun habe ich die Tiefe des Abgrunds erreicht, nach einem Abstieg von vierunddreißig Jahren. So vieles hat mich hinabgestoßen und mich heute niedergestreckt in dieser
furchtbaren Tiefe deines Kreuzes.
Als du klein warst, da habe ich dich gewiegt und gesungen: „Jesus! Jesus!“ Gibt es eine schönere und heiligere Harmonie als diesen Namen, der die Engel des Himmels lächeln macht? Dein Name war für mich schöner als der süße Gesang der Engel in der Nacht deiner Geburt. Ich sah durch ihn in den Himmel . . . den ganzen Himmelsah ich in diesem Namen. Und nun, da du tot bist und mich nicht hörst und mir nicht mehr antwortest, als ob du nie gewesen wärest,sehe ich die Hölle, wenn ich ihn ausspreche. Die ganze Hölle. Nun weiß ich, was es heißt, verdammt zu sein. Nicht mehr sagen zu können: „Jesus“! Schrecklich! Schrecklich! Schrecklich! . . .
Wie lange wird diese Hölle für deine Mutter dauern? Du hast
gesagt: „In drei Tagen werde ich diesen Tempel wieder aufrichten.“
Den ganzen Tag schon wiederhole ich mir diese Worte, damit ich nicht tot umfalle; um bereit zu sein, dich bei deiner Rückkehr zu begrüßen und dir wieder dienen zu können . . . Aber wie werde ich drei Tage lang deinen Tod ertragen können? Drei Tage lang tot, du mein Leben?
Wie ist es möglich, daß du, der du alles weißt, weil du die unendliche Weisheit bist, nichts von der Verzweiflung deiner Mutter weißt?
Kannst du es dir nicht vorstellen, wenn du dich erinnerst,
wie ich dich in Jerusalem verlor und du mich sahst, wie ich die dich umgebende Menge teilte mit dem Gesicht einer Schiffbrüchigen, die nach endlosem Kampf mit den Wellen und dem Tod den Strand erreicht, mit dem Gesicht einer erschöpften, ausgebluteten, gealterten, zerschmetterten Gefolterten? Und damals konnte ich dich nur verloren glauben. Ich konnte mich der Hoffnung hingeben, daß es nur das war. Heute nicht. Heute nicht. Ich weiß, daß du tot bist. Es gibt keine Hoffnung. Ich habe gesehen, wie man dich umgebracht hat. Hier ist der Beweis. Selbst wenn der Schmerz mein Gedächtnis trüben würde, hier ist dein Blut auf meinem Schleier, das mir sagt:
„Er ist tot. Er hat kein Blut mehr! Dies ist der letzte Tropfen aus seinem Herzen!“ Aus seinem Herzen! Aus dem Herzen meines Kindes.
Meines Sohnes! Meines Jesus! Oh, Gott! Barmherziger Gott, erinnere mich nicht daran, daß sie ihm das Herz durchbohrt haben . . .
Jesus, ich kann nicht allein hier bleiben, während du allein dort
bist. Ich, die ich nie die Wege der Welt und die Menschenmengen geliebt habe, und du weißt es, bin dir immer häufiger gefolgt, seit du Nazaret verlassen hast, um nicht fern von dir leben zu müssen.
Ich habe Neugier und Spott ertragen, und ich zähle die Mühen nicht auf, denn sie wurden bei deinem Anblick zu nichts. Ich wollte nur dort leben, wo du warst. Und nun bin ich hier allein. Und du bist dort allein. Warum haben sie mich nicht in deinem Grab gelassen?
Ich hätte mich neben dein kaltes Bett gesetzt, eine deiner Hände in meinen Händen, um dich fühlen zu lassen, daß ich in deiner Nähe bin . . . Nein, um zu fühlen, daß du in meiner Nähe bist.
Du fühlst nichts mehr. Du bist tot!
Wie viele Nächte habe ich an deiner Wiege verbracht, betend, liebend, von deinem Anblick beseligt. Willst du, daß ich dir sage, wie du geschlafen hast und deine Fäustchen wie zwei Blütenknospen neben dem heiligen Gesichtlein lagen? Soll ich dir sagen, wie du im Schlaf gelächelt, dich gewiß an die Milch deiner Mama erinnert und schlafend den Mund bewegt und gesaugt hast? Soll ich dir sagen, wie du dann erwacht bist, die Äuglein geöffnet und gelacht hast, als du mich über dich geneigt sahst, wie du die Händchen in ungeduldiger Freude ausgestreckt hast, um in die Arme genommen zu werden, und mit einem leisen Jauchzen, mit dem Triller einer Mönchsgrasmücke deine Mahlzeit verlangt hast? Oh, wie selig war ich, wenn du an meiner Brust lagst und ich die Wärme deiner Wange und die Liebkosungen deiner kleinen Händchen fühlte!
Du wolltest nie ohne deine Mama sein. Und nun bist du allein!
Verzeih mir, Kind, daß ich dich allein gelassen habe; daß ich nicht zum ersten Mal in meinem Leben aufbegehrt habe und bei dir geblieben bin. Dort ist mein Platz. Ich würde mich nicht so untröstlich fühlen, wenn ich an deinem Totenbett wäre, dich wie einst umwickeln und deine Binden wechseln könnte . . . Auch wenn du mich nicht anlächeln und nicht mit mir sprechen könntest, es würde mir scheinen, als wärst du wieder mein Kind. Ich würde dich an mein Herz drücken, damit du die Kälte des Steins, die Härte des Marmors nicht fühlst. Habe ich dich nicht auch heute in meinen Armen gehalten?
Auf dem Schoß einer Mutter ist immer Platz für ihren Sohn, auch
wenn er schon ein Mann ist. Der Sohn ist immer das Kind für seine Mutter, auch wenn er vom Kreuz abgenommen und von Wunden bedeckt ist.
Wie viele, wie viele Wunden! Wie viele Schmerzen! Oh, mein Jesus, mein ganz von Wunden bedeckter Jesus! So verwundet! So getötet! Nein. Nein. Nein, Herr, das kann nicht wahr sein!
Ich bin von Sinnen! Jesus tot? Ich fiebere. Jesus kann nicht sterben! Leiden, ja, aber nicht sterben! Er ist das Leben! Er ist der Sohn Gottes. Er ist Gott. Und Gott stirbt nicht.
Stirbt nicht? Aber warum hat er dann „Jesus“ geheißen? Was bedeutet „Jesus“? Es bedeutet . . . Oh, es bedeutet „Erlöser“!
Er ist tot!
Er ist tot, weil er der Erlöser ist. Er mußte alle erlösen und sich selbst ahingeben . . . Ich fiebere nicht, o nein. Ich bin nicht von Sinnen.
Nein. Wäre ich es nur! Ich würde weniger leiden. Er ist tot. Hier ist sein Blut. Hier ist seine Dornenkrone. Hier sind die drei Nägel. Mit diesen, mit diesen haben sie ihn durchbohrt!
Menschen, seht, womit ihr Gott, meinen Sohn, durchbohrt habt!
Und ich muß euch verzeihen. Und ich muß euch lieben. Denn auch er hat verziehen. Denn er verlangt von mir, daß ich euch liebe. Er hat mich zu eurer Mutter gemacht, zur Mutter der Mörder meines Sohnes! Eines seiner letzten Worte im Kampf gegen das Todesröcheln war: „Mutter, siehe da deinen Sohn . . . deine Kinder.“
Selbst wenn ich nicht die Gehorsame wäre, so hätte ich doch heute gehorchen müssen, denn es war der Befehl eines Sterbenden.
Sieh, Jesus, ich verzeihe. Ich liebe sie. Ach! Es zerreißt mir das
Herz bei dieser Verzeihung, bei dieser Liebe! Hörst du, daß ich ihnenverzeihe und sie liebe? Ich bete für sie. Schau, ich bete für sie . . . Ich schließe die Augen, um diese Marterwerkzeuge nicht zu sehen, damit ich ihnen verzeihen, damit ich sie lieben, damit ich für sie beten kann.
Jeder Nagel soll meinen Willen, sie nicht zu lieben, ihnen nicht zu verzeihen und nicht für deine Henker zu beten, kreuzigen.
Ich will und muß denken, daß ich an deiner Wiege weile. Auch damals habe ich für die Menschen gebetet. Doch damals war es leicht.
Du lebtest, und ich – obwohl ich wußte, daß die Menschen grausam sind – hätte niemals geglaubt, daß sie so grausam gegen dich sein könnten, der du ihnen so viel Gutes getan hast. Ich betete, da ich überzeugt war, daß dein Wort sie bessern würde. In meinem Herzen sagte ich zu ihnen, wenn ich sie betrachtete: „Ihr seid jetzt böse,krank. Doch bald wird er zu euch sprechen und Satan in euch besiegen. Er wird euch das verlorene Leben zurückgeben.“
Das verlorene Leben! Du, du hast ihretwegen dein Leben verloren, mein Jesus!
Hätte ich damals, als du noch in den Windeln lagst, den Schrecken dieses Tages sehen können, wäre meine süße Milch vor Schmerz zu Gift geworden! Simeon hat es gesagt: „Deine Seele wird ein Schwert durchdringen.“
Ein Schwert? Eine Unzahl von Schwertern! Wie viele Wunden haben sie dir geschlagen, Sohn? Wie viele Seufzer hast
du ausgestoßen? Wie viele Krämpfe hast du erlitten? Wie viele Blutstropfen hast du vergossen? Sieh, jeder ist ein Schwert für mich. Es sind eine Unzahl von Schwertern. An dir ist kein Flecken Haut, das nicht verwundet ist. An mir ist keine Stelle,
die nicht durchbohrt ist.
Sie durchbohren mein Fleisch und dringen bis ins Herz.
Als ich deine Geburt erwartete, bereitete ich die Binden und Windeln vor und spann das weichste Leinen der Erde. Ich achtete nicht auf den Preis, um das glatteste Garn zu erhalten. Wie schön warst du in den Windeln deiner Mutter! Alle sagten zu mir: „Frau, dein Kind ist schön!“ Du warst schön. Aus dem weißen Linnen schaute dein rosiges Gesichtlein hervor.
Du hattest zwei Äuglein blauer als der Himmel, und dein Köpfchen war von einem goldenen Flaum bedeckt, so leicht und blond waren deine Haare. Sie dufteten nach frisch aufgesprungenen Mandelblüten. Alle glaubten, ich würde dich parfümieren. Nein. Mein Kleinod hatte nur den Duft der von seiner Mutter gewaschenen Windeln, die ihr Herz und ihre Lippen geküßt hatten.
Niemals wurde ich müde, für dich zu arbeiten.
Und nun? Nun kann ich nichts mehr für dich tun. Seit drei Jahren
bist du von zu Hause fort. Aber immer noch warst du der einzige
Inhalt meiner Tage. Ich dachte an dich, an deine Kleider, an deine Nahrung. Ich rührte das Mehl und bereitete Brot, pflegte die Bienen, um Honig für dich zu haben, und wachte über die Bäume, damit sie dir Obst gaben. Wie hast du dich über die Dinge gefreut, die deine Mutter dir brachte! Keine Speise einer reichen Tafel und kein Gewand aus kostbarem Tuch war dir so lieb, wie die von den Händen deiner Mutter gewebten, genähten, gepflegten und geernteten Dinge. Wenn ich dich besuchte, schautest du sofort auf meine Hände wie damals, als du klein warst und Josef und ich dir unsere armen Geschenke gaben, um dir zu zeigen, daß du unser König warst. Du bist nie naschhaft gewesen, mein Kind, aber du hast die Liebe gesucht; sie war deine Nahrung, und in unserer Fürsorge hast du sie gefunden. Auch jetzt hast du sie gefunden und gesucht, mein armer
Sohn, der du von der Welt so wenig geliebt wirst!
Nun ist alles vorbei. Alles vollbracht. Deine Mama kann nichts
mehr für dich tun. Du brauchst nichts mehr . . . Nun bist du allein . . .Und auch ich bin allein . . . Oh, glücklicher Josef, der du diesen Tag nicht erleben mußtest. Hätte doch auch ich ihn nicht mehr erleben müssen! Aber dann hättest du nicht einmal den Trost gehabt, deine arme Mutter zu sehen. Du wärest am Kreuz allein gewesen, so wie du nun im Grab allein bist. Allein mit deinen Wunden.
Oh! Gott! Gott, wie viele Wunden hat dein Sohn, mein Sohn! Wie
konnte ich sie ansehen, ohne darüber zu sterben, ich, die ich zu Tode erschrak, wenn er sich als Kind verletzte?
Einmal bist du im Garten von Nazaret gefallen und hast dich an
der Stirn verletzt. Nur einige Blutstropfen. Aber ich, die ich schon
schwach wurde, als ich bei deiner Beschneidung ein wenig Blut sah – und Josef mußte mich stützen, da ich wie eine Sterbende zitterte – hatte Angst, daß diese kleine Wunde dich töten könnte, und mehr mit Tränen als mit Wasser und Öl habe ich sie behandelt. Und ich habe mich erst zufrieden gegeben, als kein Blut mehr kam. Ein andermal, als du zu arbeiten lerntest, hast du dich mit der Säge verletzt. Eine kleine Wunde nur. Aber mir war, als hätte mich die Säge in zwei geteilt. Und ich hatte keine Ruhe, bis nach sechs Tagen deine Hand wieder geheilt war.
Und nun? Und nun? Nun sind deine Hände, deine Füße, deine
Seite geöffnet. Nun ist dein ganzes Fleisch zerfetzt und dein Antlitz zerschlagen. Dieses Antlitz, das ich kaum mit Küssen zu berühren wagte, ist von der Stirne bis zum Nacken eine einzige Wunde. Und niemand hat dir Arznei und Trost gegeben.
Sieh mein Herz, o Gott, das du in meinem Kind getroffen hast!
Sieh es an! Ist es nicht verwundet wie der Körper deines und meines Sohnes? Die Geißeln haben mich wie Hagel getroffen, während er geschlagen wurde. Was bedeutet die Entfernung für die Liebe? Ich habe die Martern meines Sohnes erlitten. Hätte doch nur ich allein sie erlitten! Läge doch ich auf dem Grabtisch! Sieh mich an, o Gott!
Tropft etwa nicht Blut aus meinem Herzen? Da ist die Dornenkrone. Ich fühle sie. Sie ist ein Reif, der mich drückt und durchbohrt. Hier sind die Löcher der Nägel: drei Schwerter in meinem Herzen.
Oh, diese Schläge! Diese Schläge! Warum ist der Himmel nicht
auf die Erde herabgestürzt bei diesen sakrilegischen Schlägen in das Fleisch Gottes? Und ich durfte nicht schreien! Ich durfte mich nicht auf sie stürzen, um den Mördern die Waffe zu entreißen und damit mein sterbendes Kind zu verteidigen! Ich mußte zuhören, zuhören, und durfte nichts tun! Ein Schlag auf den Nagel, und der Nagel dringt in das lebendige Fleisch. Ein weiterer Schlag, und er dringt noch tiefer ein. Und noch einer und wieder einer, und sie brechen die Knochen und zerreißen die Nerven, und das Fleisch meines Kindes wird durchbohrt und gleichzeitig das Herz seiner Mutter.
Und als sie dich am Kreuz aufgerichtet haben? Wie sehr mußt du da gelitten haben! Heiliger Sohn! Ich sehe immer noch deine Hand aufreißen bei der Erschütterung durch den Fall. Mein Herz ist wie sie zerrissen. Ich bin verwundet, zerschlagen, gegeißelt, getroffen und durchbohrt wie du. Ich war nicht mit dir am Kreuz. Aber schau sie an, deine Mutter! Ist sie anders als du? Nein, es gibt keinen Unterschied in unserem Martyrium. Nur ist deines zu Ende, und meines dauert noch an. Du hörst nicht mehr die verlogenen Anklagen. Ich aber höre sie. Du hörst nicht mehr die schrecklichen Flüche. Ich aber höre sie immer noch. Du spürst nicht mehr die Stiche der Dornen, den Schmerz der Nägel, den Durst und das Fieber. Ich aber fühle überall die brennenden Stiche und sterbe vor Durst im Fieberwahn.
Hätten sie mir wenigstens erlaubt, dir einen Tropfen Wasser zu
geben! Meine Tränen, wenn die Grausamkeit der Menschen dem Schöpfer schon das von ihm geschaffene Wasser verweigerte. Ich habe dir so viel Milch gegeben, denn wir waren arm, mein Sohn, und auf der Flucht nach Ägypten haben wir so viel verloren. Wir mußten uns wieder ein Dach über dem Kopf, Möbel, Kleider und Nahrung beschaffen, und wir wußten nicht, wie lange das Exil dauern würde und was wir bei der Rückkehr in die Heimat vorfinden würden.
Ich habe dir länger als üblich Milch gegeben, um dich nicht den
Mangel an Nahrung spüren zu lassen. Bis wir die kleine Ziege hatten, war ich, o Kind deiner Mutter, deine kleine Ziege . . . Du hast schon so viele Zähnchen gehabt und damit zugebissen . . . Oh, che Freude, dich bei deinen kindlichen Spielen lachen zu sehen! . . .
Du wolltest gehen, denn du warst so stark und gesund. Stundenlang habe ich dich gehalten, ohne daß mein Rücken schmerzte, wenn ich über dich gebeugt war und dich das Laufen lehrte und du bei jedem Schrittchen „Mama! Mama!“ sagtest. Oh, welche Seligkeit, dich diesen Namen singen zu hören.
Auch heute hast du gesagt: „Mama! Mama!“ Doch deine Mutter
konnte dich nur sterben sehen. Nicht einmal deine Füße konnte ich liebkosen! Die Füße? Oh, ich hätte sie nicht berührt, auch wenn meine Hände sie hätten erreichen können, um deine Schmerzen nicht zu vermehren.
Wie mußten deine armen Füße leiden, o mein Jesus! Hätte ich doch zu dir hinaufsteigen und mich zwischen deinen Körper
und das Kreuz schieben können, damit er nicht in den Krämpfen
des Todeskampfes auf das Holz aufschlägt. Ich höre noch deinen Kopf beim letzten Aufbäumen gegen das Kreuz schlagen. Und dieser Klang, dieser Klang läßt mich den Verstand verlieren. Es ist, als hätte ich einen Hammer in meinem Kopf.
Komm zurück, komm zurück, mein lieber Sohn, mein heiliger
Sohn! Ich sterbe. Ich halte diese Trostlosigkeit nicht aus. Zeige mir wieder dein Antlitz. Rufe mich noch einmal. Ich kann mir dich nicht vorstellen ohne Stimme und ohne Blick, eine kalte, leblose Hülle!
Oh,Vater, komm du mir zu Hilfe! Jesus, hörst du mich nicht! Ist denn die Passion nicht zu Ende? Ist denn nicht alles vollbracht? Genügen denn diese Nägel, diese Dornen, dieses Blut, diese Tränen nicht?
Braucht es noch mehr, um das Menschengeschlecht zu heilen?
Vater, ich nenne dir die Werkzeuge seiner Schmerzen und meine Tränen. Aber das ist das wenigste. Was ihm bei seinem Sterben einen übermenschlichen Schmerz bereitet hat, war das Verlassensein von dir. Und was mich schreien macht, ist, daß ich mich von dir verlassen fühle. Ich fühle deine Nähe nicht mehr. Wo bist du, heiliger Vater?
Ich war die „Gnadenvolle“. Der Engel hat gesagt: „Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen.“ Nein. Nein, das ist nicht wahr!
Ich bin wie eine von dir wegen ihrer Sünden Verfluchte. Du bist nicht mehr mit mir.
Die Gnade hat sich zurückgezogen, als ob ich eine zweite sündige Eva wäre.
Aber ich bin dir immer treu gewesen. Worin habe ich dir mißfallen? Du konntest mit mir machen, was du wolltest, und ich habe immer gesagt: „Ja, Vater, ich bin bereit.“ Können denn die Engel lügen? Und Hanna, die mir versichert hatte, daß du mir in der Stunde des Leidens einen Engel senden würdest?
Ich bin allein. Ich finde keine Gnade mehr in deinen Augen. Ich habe dich, die Gnade, nicht mehr in mir. Ich habe keinen Engel mehr. Lügen also die Heiligen?
Worin habe ich dir mißfallen, wenn sie lügen und ich diese Stunde verdient habe?
Und Jesus? Worin hat dein reines, sanftmütiges Lamm gefehlt?
Womit haben wir dich beleidigt, daß wir, außer dem von den Menschen zugefügten Martyrium, auch noch die
unbeschreibliche Qual deiner Abkehr von uns ertragen müssen? Ihn, ihn, der dein Sohn war und dich mit einer Stimme rief, die die Erde erschauern machte und sie in mitleidigem Aufschluchzen erbeben ließ, wie konntest du ihn in seiner großen Qual verlassen?
Armes Herz Jesu, das dich so sehr geliebt hat! Wo ist das Zeichen der Herzwunde? Hier ist es. Sieh, Vater, dieses Zeichen. Hier ist der Abdruck meiner Hand, die in die Wunde
der Lanze eingedrungen ist. Hier, hier . . . Weder die Tränen noch der Kuß der Mutter, deren Augen brennen vom Weinen und deren Lippen wund sind vom Küssen, löschen es. Dieses Zeichen schreit und klagt an. Dieses Zeichen schreit lauter als das Blut Abels von der Erde zu dir. Und du, der du Kain verflucht und dich an ihm gerächt hast, du bist meinem von seinen Kainen schon so sehr verletzten Abel nicht zu Hilfe gekommen und hast ihnen sogar das letzte Verbrechen erlaubt! Du hast ihm das Herz zerrissen durch deine Abkehr und hast zugelassen, daß ein Mensch es freilegt, damit ich es sehe und auch durch seinen
Anblick zermalmt werde. Aber nicht meinetwegen, sondern seinetwegen, seinetwegen rufe ich dich und bitte dich um eine Antwort.
Du hättest es nicht tun dürfen . . .
Du hättest es nicht tun dürfen . . . Oh, Verzeihung, Vater! Verzeihung, heiliger Vater! Verzeih einer Mutter, die ihr Kind beweint . . .
Er ist tot! Mein Sohn ist tot! Mit durchbohrtem Herzen gestorben . . .
Oh, Vater, Vater, Erbarmen! Ich liebe dich! Wir haben dich geliebt,und du hast uns so sehr geliebt. Wie konntest du zulassen, daß das Herz unseres Sohnes durchbohrt wurde?
Oh, Vater! . . . Habe Mitleid mit einer armen Frau. Ich bin von Sinnen, Vater! Ich gehöre dir,ich bin dein Nichts, und ich wage es, dich zu tadeln! Barmherzigkeit! Du bist gut gewesen. Die Wunde, die einzige Wunde, die ihn nicht geschmerzt hat, ist diese.
Deine Abkehr hat ihn noch vor Sonnenuntergang sterben lassen
und ihm so weitere Qualen erspart. Du bist gut gewesen. Alles tust du aus Güte und Liebe. Wir sind Geschöpfe, die nichts verstehen.
Du bist gut gewesen. Gut bist du gewesen. Sprich diese Worte, meine Seele, um meinem Leiden den Stachel zu nehmen. Gott ist gut und hat dich immer geliebt, meine Seele. Von der Wiege bis zum heutigen Tag hat er dich immer geliebt. Er hat dir alle Freuden des irdischen Lebens geschenkt. Er hat dir sich selbst geschenkt. Er ist gut gewesen, gut, gut. Danke, Herr. Sei gepriesen für deine unendliche Güte.
Danke, Jesus. Ich danke auch dir. Ich allein habe sie in meinem
Herzen gefühlt, als ich dein geöffnetes Herz gesehen habe. Nun ist deine Lanze in meinem Herzen und bohrt und wühlt. Doch es ist besser so. Du spürst sie nicht.
Aber, habe Erbarmen, Jesus. Gib ein Zeichen! Eine Liebkosung,
ein Wort für deine arme Mutter mit dem verwundeten Herzen! Ein Zeichen, ein Zeichen, Jesus, wenn du mich bei deiner Rückkehr noch lebend antreffen willst.«
Ein energisches Klopfen an der Tür läßt alle aufschrecken. Der tapfere Hausherr flieht. Maria des Zebedäus möchte, daß ihr Johannes ihm folgt und schiebt ihn in Richtung Hof. Die anderen, außer Maria Magdalena, drängen sich zusammen und jammern. Maria Magdalena geht aufrecht und mutig zur Tür und fragt: »Wer klopft?«
Eine Frauenstimme antwortet: »Ich bin Nike. Ich muß der Mutter
etwas bringen. Öffnet schnell, die Militärstreife ist unterwegs.«
Johannes, der sich von seiner Mutter losgerissen hat und zu Magdalena geeilt ist, macht sich an den vielen Riegeln zu schaffen, die heute abend alle sorgfältig vorgeschoben sind.
Er öffnet, und Nike kommt mit einer Dienerin und einem kräftigen Begleiter herein. Die Tür wird wieder geschlossen.
»Ich habe etwas«, sagt Nike weinend, und die Stimme versagt
ihr . . .
»Was? Was?« Alle drängen sich neugierig heran.
»Auf dem Kalvarienberg . . . Ich habe den Erlöser in diesem Zustand gesehen . . . Ich hatte den Schleier für die Lenden vorbereitet, damit er die Lappen der Henker nicht braucht . . . Aber er war so verschwitzt, mit Blut in den Augen, daß ich ihm den Schleier geben wollte, damit er sich abtrocknen konnte. Und er hat es getan . . . und mir den Schleier zurückgegeben. Ich habe ihn nicht mehr benützt . . . Ich wollte ihn mit seinem Schweiß und seinem Blut als Reliquie aufbewahren. Und als wir kurz darauf die Gehässigkeit der Juden gegen Plautina und die anderen Römerinnen, Lydia und Valeria, sahen, beschlossen wir, zurückzukehren, aus Furcht, daß manuns dieses Tuch wegnehmen könnte. Die Römerinnen sind tapfere Frauen. Sie haben uns in ihre Mitte genommen, mich und die Dienerin, und haben uns beschützt. Obwohl sie eine Verunreinigung
für Israel darstellen . . . und es gefährlich ist, Plautina zu berühren.
Aber daran denkt man in ruhigen Zeiten. Heute waren alle in einem Rausch . . . Zu Hause habe ich geweint . . . stundenlang . . . Dann ist das Erdbeben gekommen, und ich bin ohnmächtig geworden . . .
Als ich wieder zu mir kam, wollte ich den Schleier küssen und habe gesehen . . . Oh! . . . Das Antlitz des Erlösers ist darauf! «
»Laß sehen! Laß sehen!«
»Nein, zuerst die Mutter! Es ist ihr Recht!«
»Sie ist völlig am Ende! Sie wird es nicht ertragen . . . «
»Oh, sagt das nicht. Es wird ihr im Gegenteil ein Trost sein. Benachrichtigt sie!«
Johannes klopft leise an die Tür.
»Wer ist da?«
»Ich, Mutter. Nike ist draußen . . . Sie ist bei Nacht gekommen . .
Sie hat dir ein Andenken . . . ein Geschenk gebracht. Sie hofft, daß es dir ein Trost sein wird.«
»Oh, ein einziges Geschenk könnte mich trösten: das Lächeln seines Gesichtes . . . «
»Mutter!« Johannes umarmt sie, aus Furcht, daß sie fallen könnte, und sagt, als würde er ihr den wahren Namen Gottes anvertrauen:
»Das ist es. Sein Lächeln ist auf dem Tuch, mit dem Nike auf dem Kalvarienberg sein Antlitz getrocknet hat.«
»Oh, Vater! Allmächtiger Gott! Heiliger Sohn! Ewige Liebe! Seid
gepriesen! Das Zeichen! Das Zeichen, um das ich euch gebeten habe!
Laß sie, laß sie eintreten!«
Maria muß sich setzen, denn sie kann sich nicht mehr auf den
Beinen halten, und während Johannes den Frauen ein Zeichen gibt, Nike hereinzuschicken, beruhigt sich die Jungfrau wieder.
Nike kommt herein und kniet mit ihrer Dienerin vor Maria nieder.
Johannes steht neben Maria und legt einen Arm um ihre Schultern, wie um sie zu stützen. Nike sagt kein Wort. Sie öffnet das Kästchen, nimmt das Tuch heraus und faltet es auseinander. Und das Antlitz Jesu, das lebendige Antlitz Jesu, das schmerzerfüllte und doch lächelnde Antlitz Jesu sieht die Mutter an und lächelt ihr zu. Maria schreit in schmerzlicher Liebe auf und streckt die Arme aus.
Ein Echo ertönt aus dem Vorraum, wo sich die Frauen an der Tür versammelt haben. Und alle knien wie die Mutter vor dem Antlitz des Erlösers nieder.
Nike findet keine Worte. Sie läßt das Tuch aus ihren Händen in
die Hände der Mutter gleiten und neigt sich dann, um seinen Saum zu küssen. Schließlich geht sie rückwärts aus dem Raum, ohne abzuwarten, daß Maria aus ihrer Ekstase erwacht.
Sie geht in die Nacht hinaus und ist schon verschwunden, bevor
die anderen dessen gewahr werden. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als das Tor wie zuvor zu schließen.
Maria ist wieder allein, in ein Gespräch der Seele mit dem Bild
ihres Sohnes vertieft, denn die anderen haben sich alle zurückgezogen.
Einige Zeit vergeht. Dann sagt Marta: »Wie machen wir es mit den Salben? Morgen ist Sabbat . . . «
»Und wir werden nichts kaufen können . . . « sagt Salome.
»Und doch muß es getan werden. Viele Pfund Aloe und Myrrhe . . .
Aber er war so schlecht gewaschen . . . «
»Auf jeden Fall muß alles bereit sein bei Sonnenaufgang des ersten Tages nach dem Sabbat«, bemerkt Maria des Alphäus.
»Und die Wachen? Wie werden wir es anstellen?« fragt Susanna.
»Wir werden es Josef sagen, wenn sie uns nicht hineinlassen«, antwortet Marta.
»Wir können den Stein nicht allein wegrücken.«
Maria Magdalena sagt: »Oh, du meinst, zu fünft können wir das
nicht? Wir sind alle kräftig . . . und die Liebe tut das übrige.«
»Und auch ich werde mit euch gehen«, sagt Johannes.
»Du auf keinen Fall. Ich will nicht auch noch dich verlieren,
Sohn.«
»Mache dir keine Sorgen. Wir genügen.«
»Nun gut . . . aber wer gibt euch die Salben?«
Alle sind niedergeschlagen . . . Dann sagt Marta: »Wir hätten Nike
fragen können, ob es wahr ist, was wir über Johanna und von den Unruhen gehört haben . . . «
»Das ist wahr! Aber wir sind töricht. Wir hätten auch die Salben
holen können. Isaak war auf der Schwelle, als wir zurückkamen . . . «
»Im Palast sind viele Gefäße mit Essenzen, und auch feinen Weihrauch haben wir dort. Ich werde sie holen.« Maria Magdalena steht von ihrem Platz auf und legt ihren Mantel um.
Marta schreit: »Du gehst nicht!«
»Ich gehe!«
»Du bist von Sinnen! Sie werden dich gefangennehmen!«
»Deine Schwester hat recht. Geh nicht!«
»Oh, was seid ihr für unnütze, heulende Frauenzimmer! Jesus hatte wahrhaftig eine schöne Schar von Anhängern. Ist euer Vorrat an Mut schon erschöpft? Bei mir ist es umgekehrt. Je mehr ich davon verbrauche, desto größer wird er.«
»Dann werde ich mit ihr gehen. Ich bin ein Mann.«
»Und ich bin deine Mutter und verbiete es dir!«
»Beruhige dich, Maria Salome. Und du sei brav, Johannes. Ich gehe allein. Ich habe keine Angst. Ich weiß, was es heißt, bei Nacht
auf den Straßen zu sein. Ich war der Sünde wegen tausendmal unterwegs . . . Und nun sollte ich Angst haben, da ich gehe, um dem Sohn Gottes zu dienen?«
»Aber heute ist es unruhig in der Stadt. Du hast den Mann gehört.«
»Der ist ein Angsthase. Und ihr ebenfalls. Ich gehe.«
»Und wenn dich die Soldaten sehen?«
»Dann werde ich sagen: „Ich bin die Tochter von Theophilus dem Syrer, dem treuen Diener Cäsars.“ Und sie werden mich laufen lassen. Und außerdem . . . ein Mann ist für eine junge, schöne Frau ein geringeres Hindernis als ein Strohhalm. Ich weiß es, zu meiner Schande . . . «
»Aber wo willst du im Palast Salben finden, da er doch seit Jahren unbewohnt ist?«
»Glaubst du das? Oh, Marta! Hast du vergessen, daß Israel euch gezwungen hat, ihn zu verlassen, weil er einer der Orte war, an denen ich meine Liebhaber traf? In dem Palast war alles, was ich brauchte, um den Männern noch mehr die Köpfe zu verdrehen. Als ich durch meinen Erlöser gerettet wurde, habe ich die Alabastergefäße und den Weihrauch, die ich für meine Liebesorgien gebraucht hatte, an einem nur mir bekannten Ort versteckt. Und ich habe geschworen, daß nur die Tränen über meine Sünden und die Anbetung des allerheiligsten Jesus die Essenzen und der Weihrauch der büßenden Maria sein würden, und daß ich diese Zeichen des Dienstes der Sinne und des Fleisches nur verwenden würde, um sie zu heiligen
und ihn zu salben. Nun ist die Zeit dazu gekommen. Ich gehe. Bleibt. Und seid ruhig. Der Engel Gottes begleitet mich, und es wird mir nichts Böses zustoßen. Lebt wohl. Ich werde euch Nachrichten bringen. Doch Maria solltet ihr nichts sagen . . . Sie würde sich nur noch größere Sorgen machen . . . «
Und Maria von Magdala geht mit beeindruckender Selbstsicherheit fort.
»Mutter, laß dir das eine Lehre sein . . . Es möge dir sagen: Handle nicht so, daß die Welt deinen Sohn einen Feigling nennt. Morgen, nein heute, denn es ist bereits die zweite Nachtwache, werde ich gehen und die Gefährten suchen, wie sie es wünscht«
»Es ist Sabbat . . . Du kannst nicht gehen . . . « entgegnet Salome, um ihn zurückzuhalten.
»„Der Sabbat ist tot“, sage auch ich mit Josef.
Die neue Zeit hat begonnen. Andere Gesetze, andere Opfer und andere Zeremonien wird es in ihr geben.«
Maria Salome neigt das Haupt auf die Knie und weint, ohne weiter zu widersprechen.
»Oh, könnten wir doch etwas über Lazarus erfahren!« jammert
Maria des Klopas.
»Wenn ihr mich gehen laßt, werdet ihr etwas erfahren. Denn die
Gefährten wurden zu Lazarus gebracht von Simon dem Kanaaniter, der den Auftrag dazu erhalten hatte. Jesus hat es Simon in meiner Gegenwart gesagt.«
»O weh! Alle dort? Dann sind sie alle verloren!« Maria des Klopas und Salome weinen untröstlich.
Die Zeit vergeht. Man wartet, und viele Tränen werden vergossen. Dann kehrt Maria Magdalena triumphierend und mit Taschen beladen zurück, die kostbare Gefäße enthalten
»Seht ihr, daß nichts passiert ist? Hier: Öle aller Art, und Narden, Lavendel und Benzoeharz. Myrrhe und Aloe sind nicht dabei . . . Ich wollte nichts Bitteres . . . Bitterkeit verkoste ich jeden Augenblick . . .
Wir werden vorerst dies verwenden, und morgen holen wir . . . Oh, Isaak wird für Geld auch am Sabbat verkaufen . . . Bei ihm kaufen wir dann Myrrhe und Aloe.«
»Hat man dich gesehen?«
»Niemand. Nicht einmal eine Fledermaus ist unterwegs.«
»Und die Soldaten?«
»Die Soldaten? Ich denke, die schnarchen in ihren Betten.«
»Aber der Aufruhr . . . die Verhaftungen . . . «
»Die hat nur die Angst dieses Mannes gesehen . . . «
»Wer ist im Palast?«
»Nun, Levi und seine Frau. Unbesorgt wie Kinder. Die Bewaffneten sind geflohen. Ha, ha, schöne Helden haben wir, das muß ich schon sagen . . . Sie sind geflohen, als sie von der Verurteilung gehört haben. Es ist wahr, Rom ist streng und gebraucht die Peitsche . . .
Aber dadurch erreicht es, daß man es fürchtet und ihm dient. Und Rom hat Männer, keine Hasen . . . O ja, er hat gesagt: „Meine Jünger werden dasselbe Schicksal wie ich erleiden.“ Wenn viele Römer Jesus nachfolgen, dann ist das schon möglich. Aber wenn es Märtyrer unter den Israeliten braucht, wird er allein bleiben . . . Hier, das ist meine Tasche. Und die ist von Johanna, die . . . Ja, nicht nur feige, sondern Lügner sind wir. Johanna ist nur sehr niedergeschlagen. Sie und Elisa haben sich auf Golgota übel gefühlt. Die eine ist eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat, und so wurde ihr übel, als sie Jesus
röcheln hörte. Die andere ist zart und so lange Wege unter der Sonne nicht gewohnt. Aber keine ist verletzt oder liegt im Sterben. Johanna weint wie wir alle, gewiß; aber mehr nicht. Sie bedauert, daß man sie weggebracht hat. Morgen wird sie zu uns kommen. Sie schick diese Aromen, alle, die sie im Haus hatte. Valeria ist auf Anordnung von Plautina bei ihr geblieben, und nun ist sie mit den Sklaven zum Haus Claudias gegangen, denn dort haben sie viel Weihrauch. Wenn sie kommt – denn auch sie ist, dem Himmel sei Dank, kein immer zitternder Angsthase – dann schreit nicht alle, als ob man euch ein Messer an die Kehle setzen würde. Los, steht auf. Holen wir die Mörser. Arbeiten wir. Weinen nützt nichts. Oder arbeitet wenigstens,
während ihr weint. Unser Balsam soll mit unseren Tränen vermischt sein. Er wird es fühlen . . . Er wird unsere Liebe spüren.« Sie beißt sich auf die Lippen, um nicht selbst zu weinen und den anderen, die so sehr betrübt sind, Mut einzuflößen. Sie arbeiten eifrig.
Maria ruft Johannes.
»Mutter, was möchtest du?«
»Diese Schläge . . . «
»Sie zerstoßen den Weihrauch.«
»Ach . . . Aber . . . Verzeiht mir . . . Macht nicht so ein Geräusch . . .
Es erinnert mich an die Hämmer . . . «
Die Bronzestößel, die auf den Marmor der Mörser schlagen, klingen tatsächlich wie Hämmer.
Johannes sagt es den Frauen, und diese gehen in den Hof hinaus, um weniger gehört zu werden.
Johannes kehrt zur Mutter zurück.
»Wo haben sie das bekommen?«
»Maria des Lazarus ist in ihr Haus und zu Johanna gegangen . . .
Man wird noch mehr bringen . . . «
»Ist niemand gekommen?«
»Außer Nike niemand.«
»Sieh ihn an, Johannes, wie schön er auch in seinem Schmerz ist.«
Maria verliert sich mit gefaltenen Händen in der Betrachtung des
Schleiers, den sie über eine Truhe gehängt und mit Gewichten befestigt hat.
»Ja, Mutter, schön. Und er lächelt dir zu . . . Nun weine nicht
mehr . . . Es sind schon einige Stunden vergangen, und wir müssen nicht mehr so lange auf seine Rückkehr warten . . . « und Johannes weint. Maria streichelt seine Wange, ohne die Augen von dem Bildnis ihres Sohnes abzuwenden. Johannes geht mit tränen verschleiertem Blick hinaus. Auch Magdalena, die zurückgekommen ist, um Amphoren zu holen, ist in derselben Verfassung. Aber sie sagt dem Apostel: »Es ist
nicht gut, daß sie uns weinen sehen. Sonst tun die dort nichts anderes mehr. Und wir müssen etwas tun . . . «
». . . und wir müssen glauben«, fügt Johannes hinzu.
»Ja, glauben. Wenn man nicht glauben könnte, würde man verzweifeln. Ich glaube. Und du?«
»Ich auch . . . «
»Du scheinst nicht sehr überzeugt. Du liebst noch nicht genug.
Wenn du mit deinem ganzen Sein lieben würdest, könntest du nicht anders als glauben. Die Liebe ist Licht und Stimme. Auch gegen das Dunkel der Ablehnung und das Schweigen des Todes sagt sie: „Ich glaube.“«
Herrlich ist diese Magdalena bei ihrem Glaubensbekenntnis, eine hohe, eindrucksvolle, gebieterische Gestalt! Sie muß ein wundes Herz haben. Ihre vom Weinen brennenden Augen verraten es. Doch die Seele ist unbezwingbar.
Johannes betrachtet sie voller Bewunderung und murmelt:
»Du bist stark!«
»Immer. Ich war es so sehr, daß ich die Welt herausgefordert habe.
Und damals war ich ohne Gott. Nun, da ich Gott besitze, fühle ich, daß ich selbst der Hölle trotzen würde. Du, der du gut bist, müßtest viel stärker sein als ich. Denn die Sünde schwächt, weißt du? Mehr als die Schwindsucht. Aber du bist unschuldig . . . Daher hat er dich so sehr geliebt . . . «
»Auch dich hat er geliebt . . . «
»Und ich war nicht unschuldig. Aber ich war seine Eroberung
und . . . «
Jemand klopft kräftig an die Tür.
»Es wird Valeria sein. Mach auf.«
Johannes öffnet ohne Furcht, da die Ruhe Marias sich auf ihn überträgt.
Es ist tatsächlich Valeria mit ihren Sklaven, die die Sänfte tragen, aus der sie gerade gestiegen ist. Sie tritt ein mit dem römischen Gruß:
»Salve.«
»Der Friede sei mit dir, Schwester. Tritt ein«, sagt Johannes.
»Kann ich der Mutter das Geschenk Plautinas bringen? Auch Claudia hat beigesteuert. Aber nur, wenn es ihr nicht unangenehm ist, mich zu sehen.«
Johannes geht zu Maria.
»Wer hat geklopft? Petrus? Judas? Josef?«
»Nein, es ist Valeria. Sie hat kostbare Harze gebracht. Sie möchte sie dir übergeben . . . wenn es dir nicht unangenehm ist.«
»Ich muß meine Abneigung überwinden. Er hat zu seinem Reich
die Kinder Israels und die Heiden berufen. Er hat alle berufen.
Nun . . . ist er tot . . . Aber ich bin an seiner Stelle hier. Und ich
empfange alle. Sie soll hereinkommen.«
Valeria tritt ein. Sie hat den dunklen Mantel abgelegt und ist nun
ganz in Weiß in ihrer Stola. Sie verneigt sich tief, grüßt und sagt:
»Domina, du weißt, wer wir sind. Die ersten aus der Finsternis des Heidentums Erlösten. Finsternis und Schmutz waren wir. Dein Sohn hat uns Flügel und Licht gegeben. Nun ist er . . . in Frieden entschlafen. Wir kennen eure Bräuche und wollen, daß auch die Salben Roms über den Sieger ausgegossen werden.«
»Gott segne euch, Töchter meines Herrn. Und . . . verzeiht, wenn ich nicht mehr sagen kann . . . «
»Bemühe dich nicht, Domina. Rom ist stark. Aber es versteht auch den Schmerz und die Liebe. Es versteht dich, Mater Dolorosa. Leb wohl.«
»Der Friede sei mit dir, Valeria. Plautina und euch allen meinen
Segen.«
Valeria zieht sich zurück, nachdem sie den Weihrauch und die
Essenzen vor Maria gestellt hat.
»Siehst du, Mutter? Die ganze Welt gibt etwas für den König des
Himmels und der Erde.«
»Ja«, sagt Maria, »die ganze Welt. Und die Mutter wird ihm nur
Tränen gegeben haben.«
Ein Hahn kräht fröhlich irgendwo in der Nähe, und Johannes
zuckt zusammen.
»Was hast du, Johannes?« fragt die Jungfrau.
»Ich muß an Simon Petrus denken . . . «
»Aber ist er nicht mit dir zusammengewesen?« fragt Magdalena,
die wieder ins Zimmer gekommen ist.
»Ja, im Haus des Hannas. Dann habe ich verstanden, daß ich hier her kommen mußte. Und seither habe ich ihn nicht mehr gesehen.«
»Es wird bald Morgen.«
»Ja, öffnet die Fenster.«
Sie öffnen die Läden, und die Gesichter erscheinen im grünlichen Morgenlicht noch fahler.
Die Nacht des Karfreitags ist zu Ende . . .
« Letzte Änderung: 11. April 2020, 06:38:47 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8339 am: 11. April 2020, 13:34:46 »
Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner
Kirchenlehrer
Baum des Lebens. Geistliche Betrachtungen, hrsg. von Marianne Schlosser, EOS-Verlag St. Ottilien 2012, S. 74f.

Er hat über den Tod triumphiert

Der dritte Tag der heiligen Grabesruhe des Herrn brach an […] An diesem Tag warf „Gottes Kraft und Weisheit“ (1 Kor 1,24), Christus, den Tod und seinen Urheber endgültig nieder. Uns aber gewährte er Zutritt zum ewigen Leben, indem er in göttlicher Macht von den Toten erstand, um uns die Wege des Lebens kund zu machen (Ps 16,10).

Da „gab es ein gewaltiges Erdbeben“ und der Engel des Herrn stieg vom Himmel hernieder, in einem weißen Gewand (vgl. Mt 28,1ff.), leuchtend wie ein Blitz. Den Frommen freilich zeigte er sich freundlich, den Gottlosen aber unerbittlich streng. Die frechen Söldner setzte er in Schrecken, die angstvollen Frauen ermutigte er. Sie waren es ja, denen der Herr selbst zu allererst erschien, weil ihre tiefe und innige Liebe dies verdiente. Dann wurde er von Petrus gesehen, danach von den Jüngern, die nach Emmaus unterwegs waren. Darauf ließ er sich vor den Aposteln sehen, mit Ausnahme des Thomas; und dann ließ er sich von Thomas berühren – worauf dieser voll Glauben rief: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20,24). So erschien er den Jüngern durch vierzig Tage hindurch in vielfacher Weise; und er aß und trank mit ihnen.

Uns aber erleuchtete er durch seine Beweisführungen zum Glauben und richtete durch seine Verheißungen unsere Hoffnung auf, um uns schließlich durch die himmlische Gabe zur Liebe zu entflammen.
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8340 am: 12. April 2020, 22:53:01 »
 ;tffhfdsds

Apostelgeschichte 10,34a.37-43.

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte:
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:
wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.
Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet.
Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen,
zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben.
Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.
Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.

Psalm 118(117),1-2.16-17.22-23.

Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
So soll Israel sagen:
Denn seine Huld währt ewig.

"Die Rechte des Herrn ist erhoben,
die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!"
Ich werde nicht sterben, sondern leben,
um die Taten des Herrn zu verkünden.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
er ist zum Eckstein geworden.
Das hat der Herr vollbracht,
vor unseren Augen geschah dieses Wunder.

Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 3,1-4.

Schwestern und Brüder! Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt!
Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische!
Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.
Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 20,1-9.

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;
sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab.
Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen
und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.
Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8341 am: 13. April 2020, 08:14:57 »
Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891-1942)
Karmelitin, Märtyrerin, Mitpatronin Europas
Gelübdeerneuerung an Epiphanias (6. Januar 1941), in: Edith-Stein-Gesamtausgabe, Band 20, Geistliche Texte II, 2. Teil 8, S. 84f.

„Er ging mit ihnen“ (vgl. Lk 24,15)

Und derselbe Heiland, den das Wort der Schrift uns auf allen seinen Erdenwegen in menschlicher Gestalt vor Augen führt, er wohnt unter uns verhüllt in der Gestalt des eucharistischen Brotes, er kommt zu uns alle Tage als das Brot des Lebens. In dieser und jener Gestalt ist er uns nahe, unter dieser und jener Gestalt will er von uns gesucht und gefunden werden. Eins unterstützt das andere. Wenn wir den Heiland mit dem geistigen Auge vor uns sehen, wie ihn die Heilige Schrift uns zeichnet, dann wächst unser Verlangen, ihn im Brot des Lebens bei uns aufzunehmen. Das eucharistische Brot wiederum weckt unser Verlangen, den Herrn aus dem Wort der Schrift immer tiefer kennen zu lernen, und stärkt unsern Geist zu besserem Verständnis.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8342 am: 13. April 2020, 08:16:42 »
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Apostelgeschichte 2,14.22-33.

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Israeliten, hört diese Worte:
Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst -
ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.
David nämlich sagt über ihn: Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.
Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen;
denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen.
Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht.
Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben, und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag.
Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen,
sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn nicht der Unterwelt preis, und sein Leib schaut die Verwesung nicht.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.
Nachdem er durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.

Psalm 89(88),2-5.

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen,
bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig;
deine Treue steht fest im Himmel.

«Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand,
und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.»

Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,1-8.11.

Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht.
Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen?
Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen.
Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln.
Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der "Missgeburt".
Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 24,13-35.

Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.
Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen,
und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab,
fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?
Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen,
aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.
Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.
Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.
Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8343 am: 14. April 2020, 22:19:27 »
Johannes von Karpathos (7. Jh.)
Mönch und Bischof, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Hundert ermahnende Kapitel, 1.14.89 (Philokalie der heiligen Väter der Nüchternheit) (trad. © Evangelizo)

Frohlocket im Herrn mit Zittern

So wie der König des Universums, dessen Reich weder Anfang noch Ende hat, ewig ist, ebenso wird die Anstrengung derer belohnt, die sich entscheiden, für ihn und für die Übung der Tugenden zu leiden. Denn die Ehren des gegenwärtigen Lebens, so groß ihr Glanz auch sein mag, verflüchtigen sich gänzlich mit diesem Leben. Aber die Ehren, die Gott denen zuteilt, die ihrer würdig sind, diese Ehren, die ohne Bestechung verliehen werden, bleiben für immer. […]

Es steht geschrieben: „Ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll“ (Lk 2,10), nicht nur einem Teil des Volkes. Und „Die ganze Erde bete dich an und singe dir“ (vgl. Ps 65(66),4 LXX). Es ist nicht die Rede von einem Teil der Erde. Und das soll es auch nicht. Singen ist nicht Sache derer, die um Hilfe rufen, sondern derer, die voller Freude sind. Wenn das aber so ist, verzweifeln wir in keiner Weise, sondern gehen freudig durch das gegenwärtige Leben und denken an die Freude und die Fröhlichkeit, die es uns bringt. Doch vermischen wir mit der Freude die Furcht Gottes, entsprechend dem Wort: „Dient dem Herrn mit Furcht und jubelt ihm zu mit Zittern! (vgl. Ps 2,11 LXX); so wie die Frauen, die sich um Maria scharten, voll Furcht und großer Freude vom Grab wegliefen (vgl. Mt 28,8). Auch wir werden eines Tages, wenn wir die Furcht mit der Freude verbinden, vom geistigen Grab weglaufen. Ich wundere mich, dass man die Furcht außer Acht lassen kann. Denn niemand ist ohne Sünde, weder Mose noch der Apostel Petrus. Bei ihnen freilich war die Liebe zu Gott die stärkste Kraft, sie hat die Furcht vertrieben (vgl. 1 Joh 4,18) zur Stunde des Exodus. […]

Wer will weise, klug und ein Freund Gottes genannt werden, um dem Herrn seine Seele so darzubieten, wie er sie von ihm empfangen hat: rein, unversehrt, ganz untadelig? Wer will das, um dafür im Himmel gekrönt und von den Engeln seliggepriesen zu werden?
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La Salette 1846



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