Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971806 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #288 am: 19. März 2014, 08:13:09 »
Evangelium nach Matthäus 1,16.18-21.24a.
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daß sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Franz von Sales (1567 – 1622), Bischof von Genf und Kirchenlehrer
Gespräche, Nr. 19
„Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte“

Wie sehr ist doch dieser große Heilige (den wir heute feiern) seiner Bescheidenheit treu geblieben! Von Bescheidenheit aber kann man – was seine Vollkommenheit angeht – keineswegs sprechen. Denn in welcher Armut und Niedrigkeit lebte er doch zeitlebens – ungeachtet dessen, was und wer er wirklich war! Armut und Niedrigkeit, unter der er seine großen Tugenden und seine Würde verbarg… ich zweifle wirklich keinen Augenblick daran, dass Engel voller Bewunderung in Scharen kamen, um ihm ihre Aufmerksamkeit zu schenken und seine Demut zu bestaunen: hatte er doch dieses kostbare Kind bei sich in seiner armseligen Werkstatt, wo er seiner Arbeit nachging, um den Lebensunterhalt für das Kind und seine Mutter, die ihm anvertraut waren, zu beschaffen.

Zweifellos war der hl. Josef tapferer als David und weiser als Salomo, die beide seine Vorfahren waren. Dennoch: wenn man ihn so als Zimmermann hätte arbeiten gesehen, hätte man ihn – wäre man nicht vom himmlischen Licht erleuchtet gewesen – nur schwerlich so hoch eingeschätzt. So sehr hielt er all die bemerkenswerten Gaben, mit denen Gott ihn bedacht hatte, verborgen! Doch wie groß musste seine Weisheit sein, wenn Gott ihm seinen so glorreichen Sohn anvertraute…, den Herrscher über Himmel und Erde?... Trotzdem kann man sehen, wie unvorstellbar erniedrigt und herabgesetzt er war…: er zieht in sein Heimatland und seine Stadt Betlehem, und ihm allein verwehrt man die Unterkunft in der Herberge… Bedenkt, was der Engel ihm alles zumutet. Er sagt ihm, er solle nach Ägypten ziehen, und er tut es. Er befiehlt ihm zurückzukehren, und er kehrt zurück. Gott will, dass er stets arm bleibt… Er fügt sich in Liebe, und das nicht nur vorübergehend; denn er war Zeit seines Lebens arm.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #289 am: 20. März 2014, 09:02:17 »
Jährliche Erscheinung der Muttergottes vom 18. März 2014 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo
"Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt. Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden. Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet. Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können – die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!" 
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #290 am: 21. März 2014, 08:16:35 »
Evangelium nach Matthäus 21,33-43.45-46.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes : Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen.
Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie.
Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erstemal; mit ihnen machten sie es genauso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.
Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben.
Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um.
Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?
Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.
Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.
Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, daß er von ihnen sprach.
Sie hätten ihn gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten, weil alle ihn für einen Propheten hielten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bonaventura (1221 – 1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
Die mystische Rebe, Kap. 3, §5-10
„Sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um“

„Ich bin der wahre Weinstock“, sagt Jesus (Joh 15,1)… Um diesen Weinstock werden Gräben ausgehoben, d.h. hinterlistige Fallen gegraben. Wenn man einen Komplott schmiedet, um jemand in eine Falle zu locken, so ist das, als hebe man vor ihm einen Graben aus. Deshalb klagt der Psalmist: „Sie haben mir eine Grube gegraben“ (Ps 57,7)… Hier ein Beispiel für solche Fallen: „Sie brachten eine Ehebrecherin“ zu Jesus und sagten: „Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du?“ (Joh 8,3f)… Ein weiteres Beispiel: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?“ (Mt 22,17).

Sie haben aber entdeckt, dass diese Fallen dem Weinberg nicht schaden; im Gegenteil, „sie haben mir eine Grube gegraben, doch fielen sie selbst hinein“ (Ps 57,7)… Dann haben sie weiter gegraben und gebohrt: nicht nur Hände und Füße haben sie durchbohrt (Ps 22,17), sondern mit der Lanze in seine Seite gestoßen und das Innere dieses hochheiligen Herzens geöffnet, das schon durch die Lanze der Liebe verwundet war. Im Hohenlied seiner Liebe sagt der Gemahl: „Du hast mein Herz verwundet, Schwester, Gemahlin“ (Hld 4,9 Vg). Herr Jesus, dein Herz ist durch Liebe verwundet worden von deiner Gemahlin, deiner Freundin, deiner Schwester. Warum mussten es auch noch deine Feinde verwunden? Was tut ihr, ihr Feinde?... Wusstet ihr nicht, dass das Herz Jesu, das Herz des Herrn, schon durchbohrt ist, schon tot, schon geöffnet und von keinem anderen Schmerz mehr getroffen werden kann? Das Herz des Gemahls, Jesu des Herrn, ist von der Liebe verwundet worden, an der Liebe gestorben. Was könnte der Tod ihm noch anhaben?... Auch die Märtyrer haben ein Lächeln auf den Lippen, wenn man ihnen droht; sie freuen sich, wenn man sie schlägt und triumphieren, wenn sie den Tod erleiden. Warum? Weil ihre Herzen durch Liebe schon tot sind, „für die Sünde“ (Röm 6,2) und für die Welt…

Das Herz Jesu ist also für uns verwundet worden und hat für uns zu schlagen aufgehört… Der leibliche Tod hat einen Augenblick triumphiert, um dann für immer besiegt zu sein. Er wurde vernichtet, als Christus von den Toten auferstand, weil „der Tod keine Macht mehr über ihn hat“ (Röm 6,9).
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« Antwort #291 am: 22. März 2014, 10:33:08 »
Evangelium nach Lukas 15,1-3.11-32.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und ißt sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Ein Mann hatte zwei Söhne.
Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (? - um 560), Hymnendichter
Hymnus 55; SC 283
„Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an“

Es sind ihrer viele, die durch Buße die Liebe, mit der du den Menschen liebst, verdient haben. Du hast den Zöllner, der sich an die Brust schlug, und die Sünderin, die Tränen vergoss (Lk 18,14; 7,50), gerecht gemacht; denn nach einem vor aller Zeit gefassten Ratschluss schaust du in die Zukunft und schenkst Vergebung. Bekehre auch mich wie die beiden, da du auf viele verschiedene Arten barmherzig bist, da du willst, dass alle Menschen gerettet werden.

Meine Seele hat sich beschmutzt, als sie sich mit dem Kleid meiner Schuld bekleidete (Gen 3,21). Lass es doch geschehen, dass aus meinen Augen Sturzbäche der Reue fließen, damit ich meine Seele durch Reue reinige. Hülle mich in das weiße Gewand, das deiner Hoheit würdig ist (Mt 22,12); dein Wille ist es ja, dass alle Menschen gerettet werden…

Himmlischer Vater, hab Mitleid mit meinem Schreien, wie du Mitleid hattest mit dem verlorenen Sohn; denn auch ich werfe mich dir zu Füßen und rufe, wie er gerufen hat: „Vater, ich habe gesündigt!“ Stoße mich, dein unwürdiges Kind, nicht zurück, mein Retter, sondern mach, dass auch deine Engel sich für mich freuen, du guter Gott, der du willst, dass alle Menschen gerettet werden.

Denn du hast mich aus Gnade zu deinem Sohn und Erben gemacht (Röm 8,17). Ich aber bin gefangen, an die Sünde verkauft, ich bin deren Sklave und armselig. Hab Mitleid mit deinem Abbild (Gen 1,26) und hole es zurück aus der Verbannung, du Retter, der du willst, dass alle Menschen gerettet werden…

Jetzt ist die Zeit der Reue… Das Wort des Paulus treibt mich an, im Gebet nicht nachzulassen (Kol 4,2) und dich zu erwarten. Ich bitte dich vertrauensvoll, denn mir ist deine Barmherzigkeit vertraut; ich weiß, dass du als erster auf mich zugehst, und ich rufe um Hilfe. Wenn du nicht gleich kommst, dann deshalb, weil du mich für Ausdauer belohnen willst – du, der du willst, dass alle Menschen gerettet werden.

In deiner Güte lass mich dich lobpreisen und dir Ehre erweisen durch ein reines Leben. Gib, dass meine Taten und meine Worte einig gehen, Allmächtiger, dass ich dein Lob singe… in reinem Gebet, dir Christus, der du willst, dass alle Menschen gerettet werden.
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« Antwort #292 am: 23. März 2014, 08:25:56 »
Evangelium nach Johannes 4,5-42.
In jener Zeit, so kam er zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.
Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!
Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.
Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
Jesus antwortete ihr: Wenn du wüßtest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser?
Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?
Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;
wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.
Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muß, um Wasser zu schöpfen.
Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her!
Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann.
Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt.
Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist.
Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muß.
Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.
Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden.
Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.
Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.
Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, daß er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr?
Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten:
Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias?
Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.
Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iß!
Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt.
Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht?
Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen.
Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, daß die Felder weiß sind, reif zur Ernte.
Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so daß sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen.
Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet.
Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.
Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage.
Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte.
Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Maximus von Turin (? - um 420), Bischof
CC Predigt Nr. 22; PL 57, 477
„Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias?“

„Wie Wasser loderndes Feuer löscht, so sühnt Mildtätigkeit Sünde“ (Sir 3,30): Das Wasser steht für Barmherzigkeit. Wenn nun Wasser aus einer Quelle kommt, muss ich doch nach der Quelle der Barmherzigkeit suchen. Ich habe sie beim Propheten gefunden: „Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht“ (Ps 36,10).

Es ist wirklich er, der die Samariterin um Wasser bittet… Der Heiland bittet die Frau um Wasser; er gibt vor, Durst zu haben, um an Verdurstende ewige Barmherzigkeit austeilen zu können. Die Quelle konnte beileibe keinen Durst haben, und er, in dem lebendiges Wasser ist, konnte nicht das verschmutzte Wasser dieser Erde trinken. Hatte Christus denn Durst? Ja, nicht nach dem, was Menschen trinken, sondern nach ihrem Heil; er dürstete nicht nach dem Wasser der Erde, sondern nach der Erlösung des Menschengeschlechtes.

Christus, die Quelle, sitzt am Brunnen und lässt dort auf wunderbare Weise die Wasser der Barmherzigkeit sprudeln. Eine Frau, die schon sechs Männer hatte, wird rein durch einen Schwall lebendigen Wassers. Wie staunenswert das doch ist: Ein leichtes Mädchen kommt zum Brunnen in Samaria, und geht, sittsam geworden an der Quelle, die Jesus ist, von dort wieder weg. Sie kommt, um Wasser zu schöpfen, und trägt Tugend davon. Sie bekennt unverzüglich die Sünden, auf die Jesus anspielt; sie erkennt Christus und verkündigt den Retter: Sie lässt ihren Krug mit Wasser stehen… statt dessen bringt sie dem Ort Gnade; von ihrer Bürde entlastet, eilt sie, erfüllt von Heiligkeit, zurück… Als Sünderin gekommen, macht sie sich als Prophetin auf den Heimweg.
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« Antwort #293 am: 24. März 2014, 08:13:04 »
Evangelium nach Lukas 4,24-30.
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Wilhelm von Saint-Thierry (um 1085 - 1148), Benediktiner, dann Zisterzienser
Die Gottesschau, 12
„In Israel gab es viele Witwen“

Meine elende Seele, Herr, ist nackt und starr vor Kälte. Sie sehnt sich nach deiner Liebe, die sie wärmt und lebendig macht… In der unendlich weiten Wüste meines Herzens lese ich nicht Holz auf wie die Witwe von Sarepta, sondern nur diese kärglichen Zweiglein hier. Ich will mir etwas zu essen machen mit der Handvoll Mehl und dem bisschen Öl im Krug, und dann heimgehen und sterben (1Kön 17,10f). Nein, Herr, ich werde nicht so schnell sterben, „ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des Herrn zu verkünden“ (Ps 117,17).

So halte ich mich still... und öffne meinen Mund zu dir hin, Herr, und harre auf eine Eingebung. Und manchmal, mein Herr, legst du mir etwas in den Mund meines Herzens; aber du willst nicht, dass ich weiß, was es ist. Ich weiß nur, dass es etwas sehr Köstliches, Süßes, Stärkendes ist, und ich suche weiter nichts. Aber wenn ich es empfange, erlaubst du mir nicht zu erkunden, was es ist... Wenn ich es empfange, möchte ich es festhalten, bei ihm verweilen, es genießen, aber da ist es schon wieder fort... Die Erfahrung lehrt mich verstehen, was du im Evangelium über den Geist sagst: „Man weiß nicht, woher er kommt und wohin er geht“ (Joh 3,8)… Und ich entdecke in mir, dass er weht, nicht wenn ich will, sondern wenn er es will ...

Zu dir soll ich meine Augen erheben (vgl. Ps 123,1), zu dir, der „Quelle des Lebens“, um nur „in deinem Licht das Licht zu sehen“ (vgl. Ps 35,10)... Zu dir, Herr, zu dir erhebe ich meine Augen… Wie lange wirst du warten? Wie lange noch wird meine Seele sich hinter dir einherschleppen, elend, bang und erschöpft? Verbirg mich bitte, Herr, im Schweigen deines Antlitzes, weit weg von den Machenschaften der Menschen; beschirme mich im Schutz deines Angesichts vor dem Toben der Menschen (vgl. Ps 30,21).
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« Antwort #294 am: 25. März 2014, 08:42:05 »
Evangelium nach Lukas 1,26-38.
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes von Damaskus (um 675 - 749), Mönch, Theologe und Kirchenlehrer
Homilie zu Mariä Geburt, 9
"Freue dich, du Gnadenvolle"

Diese Frau wird Mutter Gottes sein, Pforte des Lichtes, Quelle des Lebens; sie wird zunichte machen die Anklage, die auf Eva lastete. Diese Frau, „ihre Gunst umwerben die Reichsten des Volkes“ (Ps 45,13). Vor dieser Frau fallen die Könige der Völker nieder und bringen ihr Geschenke (vgl. Ps. 72,11; Mt. 2,11)... Aber ihre Herrlichkeit ist inwendig; es ist die Frucht ihres Leibes.

Du Frau so würdig, geliebt zu werden, drei Mal selige, „du bist gesegnet unter den Frauen und die Frucht deines Leibes ist gesegnet.“ Tochter des Königs David und Mutter des Königs des Weltalls, Meisterwerk, an dem der Schöpfer sich erfreut (vgl. Jes. 62,5)..., du wirst die Krone der Natur sein. Du bist nicht für dich selbst geboren worden, sondern für Gott; du wirst am Heil aller Menschen mitwirken, nach dem Beschluss Gottes, der seit Anbeginn feststeht: der Menschwerdung seines Wortes und unserer Vergöttlichung. Dein ganzes Verlangen besteht darin, dich am Wort Gottes zu nähren, dich an seinem Saft zu stärken wie „ein grünender Ölbaum im Hause Gottes“ (Ps. 52,10), wie „ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist“ (Ps. 1,3), du, Baum des Lebens, der seine Früchte zu seiner Zeit hervorbringt...

Der unendlich ist und grenzenlos, er ist gekommen, um in deinem Schoß Wohnung zu nehmen. Gott, das Jesuskind, hat sich an deiner Milch gesättigt. Immer jungfräuliche Pforte Gottes (vgl. Ez. 44,2), deine Hände tragen deinen Gott; deine Knie sind sein Thron, der über den Cherubim steht (vgl. Ps. 80,2)... Du bist das Brautgemach des Geistes (vgl. Hld. 1,4), die lebendige Gottesstadt, die die Wasser eines Stromes erquicken (vgl. Ps. 46,5), das heißt: der Strom der Geistesgaben. Ganz schön bist du, Geliebte Gottes (vgl. Hld. 4,7).
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« Antwort #295 am: 26. März 2014, 08:21:32 »
Monatsbotschaft der Muttergottes vom 25. März
"Liebe Kinder! Ich rufe euch von neuem auf: Beginnt den Kampf gegen die Sünde so wie in den ersten Tagen, geht zur Beichte und entscheidet euch für die Heiligkeit. Die Liebe Gottes wird durch euch in die Welt zu fließen beginnen, der Friede wird in euren Herzen zu herrschen beginnen und der Segen Gottes wird euch erfüllen. Ich bin mit euch und halte vor meinem Sohn Jesus Fürsprache für euch alle. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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