Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971804 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #296 am: 27. März 2014, 08:52:46 »
Evangelium nach Lukas 11,14-23.
In jener Zeit, Jesus trieb einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.
Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
Doch er wußte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, daß ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.
Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;
wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.
Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Eudes (1601 - 1680), Priester, Prediger, Ordensgründer
Das Reich Jesu, 3,4
„Das Reich Gottes ist schon zu euch gekommen“

Wir müssen in uns die Seinsweisen und Mysterien Jesu weiterführen und entwickeln und ihn oft darum bitten, diese in uns und in seiner ganzen Kirche zur Vollendung und Vervollkommnung zu bringen. Die Mysterien Jesu sind nämlich noch nicht ganz entfaltet und vollendet. Sie sind zwar in der Person Jesu zur Erfüllung und Vollendung gebracht, deshalb aber noch nicht in uns, seinen Gliedern erfüllt und vollendet, auch nicht in seiner Kirche, seinem mystischen Leib (Eph 5,30). Denn der Sohn Gottes hat die Absicht, in uns und seiner ganzen Kirche seine Mysterien fortbestehen und sich ausweiten zu lassen…; er möchte sie in uns zur Vollendung bringen. Deshalb sagt der hl. Paulus, dass Christus in seiner Kirche der Vollendung entgegengeht und wir alle mitwirken, dass Christus in seiner vollendeten Gestalt dargestellt wird (Eph 4,13)… Und er sagt auch, dass er an seinem Leib ergänzt, was an den Leiden Christi noch fehlt (Kol 1,24)…

Der Sohn Gottes hat die Absicht, in uns die Mysterien seiner Menschwerdung, seiner Geburt, seines verborgenen Lebens zur Vollendung zu bringen, und zwar indem er in uns durch die heiligen Sakramente der Taufe und der göttlichen Eucharistie Gestalt annimmt, indem er in unserer Seele geboren wird und uns zu einem spirituellen, verinnerlichten Leben führt, das mit ihm in Gott verborgen ist. Er hat die Absicht, in uns das Mysterium seiner Passion, seines Todes und seiner Auferstehung dadurch zu vollenden, dass er uns mit sich und in sich leiden, sterben und auferstehen lässt. Er hat die Absicht, in uns ein glorreiches und unsterbliches Leben, wie er es im Himmel führt, zu bewirken und uns, wenn wir einmal im Himmel sind, mit ihm und in ihm ein Leben in Herrlichkeit und Unsterblichkeit führen zu lassen…

So werden die Mysterien Jesu erst am Ende der Zeit, das er in uns und in seiner Kirche festgelegt hat, ihre Vollendung finden: also am Ende der Welt.
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« Antwort #297 am: 28. März 2014, 08:25:27 »
Evangelium nach Markus 12,28b-34.
In jener Zeit, ein Schriftgelehrter hatte ihrem Streit zugehört; und da er bemerkt hatte, wie treffend Jesus ihnen antwortete, ging er zu ihm hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm,
und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
Jesus sah, daß er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Antonius von Padua (um 1195 - 1231), Franziskaner, Kirchenlehrer
Predigten zum Sonntag und zu den Heiligenfesten
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen“

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben.“ „Deinen“ Gott, heißt es, was ein Grund dafür ist, ihn noch mehr zu lieben. Wir lieben nun mal eben das viel mehr, was uns gehört, als das, was uns nicht gehört. Ganz sicher verdient der Herr dein Gott es, geliebt zu werden; er ist dein Diener geworden, damit du ihm gehörst und du nicht errötest, wenn du ihm dienst... Dreißig Jahre lang hat dein Gott dir gedient, deiner Sünden wegen, um dich aus der Sklaverei des Teufels zu befreien. Also sollst du den Herrn deinen Gott lieben. Er, der dich erschaffen hat, ist dein Diener geworden, um deinetwillen; er hat sich dir ganz hingegeben, damit du wieder du selbst wirst. Als du elend warst, hat er dein Glück wieder hergestellt, hat sich dir hingegeben, um dich wieder zu dir selbst zu bringen.

Du sollst den Herrn deinen Gott also „aus ganzem Herzen“ lieben. ‚Ganz’: du kannst nichts von dir für dich selbst behalten. Er möchte, dass du dich ihm ganz und gar gibst. Er hat dich ganz und gar mit seiner ganzen Person erkauft, um dich zu besitzen: Er ganz allein, dich ganz und gar. Du sollst also den Herrn deinen Gott, aus ganzem Herzen lieben. Behalte nicht, wie Hananias und Saphira, einen Teil von dir für dich, du könntest sonst umkommen wie sie (Apg 5,1 f.). Liebe also ganz und nicht zum Teil. Gott hat keine Teile; er ist überall ungeteilt. Er möchte in deinem Wesen keine Teilung, er, der in seinem Wesen ganz ist. Wenn du einen Teil von dir für dich selbst reservierst, gehörst du dir und nicht ihm.

Möchtest du also alles besitzen? Gib ihm, was du bist, und er gibt dir, was er ist. Du hast nichts mehr von dir für dich selbst; aber du wirst ihn ganz haben, und obendrein noch dich selbst ungeteilt.
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« Antwort #298 am: 29. März 2014, 10:11:26 »
Evangelium nach Lukas 18,9-14.
In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, daß ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (ca. 1300-1361), Dominikaner in Straßburg
Predigt 48, zum 11. Sonntag nach Trinitatis
„Gott, sei mir Sünder gnädig“

Liebe Schwestern, eines sollt ihr doch wissen: Wenn ich einem Menschen begegnete, der tatsächlich fühlt wie der Zöllner und der sich aufrichtig für einen Sünder hält… ich würde ihm – vorausgesetzt, er hätte bei seinem Gefühl der Niedrigkeit das Bedürfnis, ein guter Mensch zu sein – guten Gewissens jeden zweiten Tag den Leib unseres Herrn reichen… Wenn der Mensch sich weiterhin vor schweren Stürzen und Fehlern bewahren will, dann ist es unerlässlich, dass er sich von dieser edlen und kraftspendenden Speise ernährt … Deshalb dürft ihr nicht leichtfertig der Kommunion entsagen, bloß weil ihr wisst, dass ihr Sünder seid. Im Gegenteil, ihr müsst noch schneller zum Tisch des Herrn gehen. Denn von dort kommt alle Kraft, alle Heiligkeit, alle Hilfe und aller Trost; dort ist dies alles verwahrt und verborgen.


Ihr dürft aber auch nicht solche verurteilen, die das nicht tun… Ihr sollt überhaupt nicht urteilen, um nicht dem Pharisäer ähnlich zu werden, der sich selbst rühmte und den verurteilte, der ganz weit hinten stand. Hütet euch davor wie vor dem Verderben eurer Seele…; hütet euch vor der gefährlichen Sünde, andere zu tadeln…


Wenn der Mensch am Gipfel seiner Vervollkommnung angekommen ist, dann hat er nichts nötiger als hinabzutauchen in die tiefsten Tiefen, hinab zu den Wurzeln der Demut. Denn wie die Höhe eines Baumes abhängig ist davon, wie tief seine Wurzeln gründen, so ist die Höhe des Lebens, das ihr führt, abhängig von der Tiefe der Demut. Deshalb wurde der Zöllner ja erhoben, der die tiefsten Tiefen seiner Erbärmlichkeit hatte erkennen müssen, sodass er nicht mehr die Augen zum Himmel zu erheben wagte. Denn „er kehrte als Gerechter nach Hause zurück“.
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« Antwort #299 am: 30. März 2014, 11:39:18 »
Evangelium nach Johannes 9,1-41.
In jener Zeit, sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, so daß er blind geboren wurde?
Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.
Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.
Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen
und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.
Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.
Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?
Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.
Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.
Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.
Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.
Die Juden aber wollten nicht glauben, daß er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten
und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, daß er blind geboren wurde? Wie kommt es, daß er jetzt sehen kann?
Seine Eltern antworteten: Wir wissen, daß er unser Sohn ist und daß er blind geboren wurde.
Wie es kommt, daß er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen.
Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.
Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst.
Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweitenmal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.
Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehen kann.
Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?
Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?
Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose.
Wir wissen, daß zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.
Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, daß ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
Wir wissen, daß Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er.
Noch nie hat man gehört, daß jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.
Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiß nichts ausrichten können.
Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, daß sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube.
Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.
Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.
Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?
Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Eine in Nordafrika verfasste und fälschlich dem hl. Fulgentius von Ruspe (467-532) zugeschriebene Homilie aus dem 5. oder 6. Jahrhundert
PL 65, 880
„Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände“ (Jes 64,7)

Er, der in die Welt kommt und jeden Menschen erleuchtet (Joh 1,9), er ist der wahre Spiegel des Vaters. Christus kommt als Abglanz des Vaters (Hebr 1,3) und nimmt von denen die Blindheit, die nicht sehen. Christus, der vom Himmel kommt, er kommt, damit alles Fleisch ihn schaue…; nur der Blinde konnte Christus nicht sehen, den Spiegel des Vaters… Christus hat diese Art von Gefängnis geöffnet, hat den Schleier von den Augen des Blinden gezogen – und der Blinde konnte Christus sehen, den Spiegel des Vaters …

Der erste Mensch war als Sehender geschaffen; aber er fand sich als Blinder wieder, nachdem er von der Schlange weggegangen war. Dieser Blinde begann wiedergeboren zu werden, als er zu glauben begann… Der Blindgeborene saß da… ohne irgendeinen Arzt um eine Salbe zur Heilung seiner Augen zu bitten… Da kommt der Schöpfer des Alls und lässt im Spiegel sein Antlitz aufleuchten. Er sieht das Elend des Blinden, der da kauert und um Almosen bettelt. Welches Wunder der Macht Gottes! Sie heilt, was sie sieht, sie macht licht, was sie heimsucht…

Er, der das Erdenrund geschaffen hat, öffnete jetzt das Rund der blinden Augen… Der Töpfer, der uns gemacht hat (Gen 2,6; Jes 64,7), sah diese leeren Augen… er machte mit dem Speichel einen Teig und bestrich damit den Blinden: so formte er die Augen des Blinden. Der Mensch ist aus Ton geformt, aus einer Salbe von feuchter Erde…; die Materie, die zunächst dazu diente, Augen zu bilden, hat diese dann geheilt. Was ist das größere Wunder: den Sonnenball zu schaffen oder die Augen des Blindgeborenen neu zu erschaffen? Der Herr auf seinem Thron brachte die Sonne zum Erstrahlen. In ihrem Lauf warf sie ihr Licht auf die Erde und ließ den Blinden sehend werden. Das Licht ist gekommen, ohne dass man es erbat, und der Blinde wurde von seiner Krankheit, an der er von Geburt an litt, befreit, ohne dass er darum hätte inständig bitten müssen.
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« Antwort #300 am: 31. März 2014, 08:20:55 »
Evangelium nach Johannes 4,43-54.
Nach diesen beiden Tagen ging er von dort nach Galiläa.
Jesus selbst hatte nämlich bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt.
Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen.
Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank.
Als er hörte, daß Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben.
Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.
Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.
Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.
Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt.
Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen.
Da erkannte der Vater, daß es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus.
So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :


Vier Bücher der Nachfolge Christi, geistlicher Traktat des 15. Jahrhunderts, IV, 18
„Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht“

„Wer die Majestät Gottes erforschen will, wird von Seiner Herrlichkeit überwältigt“ (Spr 25,27 Vulg.). Gott gab dem Menschen nicht die nötige Einsicht, alles erkennen zu können...; was man von dir verlangt, sind ein fester Glaube und ein reines Leben, nicht eine allumfassende Erkenntnis. Wenn du schon manchmal nicht verstehen und begreifen kannst, was unter dir ist, wie willst du verstehen können, was über dir ist? Überlasse dich ganz Gott, unterwirf deinen Verstand deinem Glauben und das nötige Licht wird dir gegeben werden.

Einige werden versucht im Bezug auf den Glauben und das Heilige Sakrament; das könnte auch eine Vorspiegelung des bösen Feindes sein. Lass dich also nicht bedrängen durch die Zweifel, die der Dämon dir eingibt, noch lasse dich quälen durch die Gedanken, die er dir einflüstert, sondern glaube an das Wort Gottes, glaube seinen Heiligen und seinen Propheten und der böse Geist wird in die Flucht geschlagen. Oft ist es sehr gut für einen Knecht Gottes, solche Versuchungen zu erleiden. Denn der Teufel versucht nicht die Ungläubigen und die Sünder, denn er ist sicher, sie schon zu besitzen. Die Gläubigen und Freunde Gottes greift er an, um sie in Besitz nehmen zu können mit allen Mitteln.

Beschreite also weiterhin den Weg Gottes mit einfachem und unerschütterlichem Glauben. Trete vor Gott mit demütigem Respekt, und übergib dich der Allmacht Gottes mit Vertrauen in allen Dingen, die dein Verständnis übersteigen. Gott täuscht niemanden, doch wer sich selbst zu wichtig nimmt, der fällt leicht in den Irrtum. Gott läßt sich von den Einfachen finden und tut sich den Demütigen kund, „er schenkt Einsicht den Kleinen“ (vgl. Ps 118,130), zeigt den Weg den reinen Seelen, aber er entzieht seine Gnade den Neugierigen und den Hochmütigen. Der menschliche Verstand wird oft vom Irrtum besiegt, der wahre Glaube aber ist untrüglich. Der Verstand und alle Forschungen müssen sich dem Glauben unterordnen, nicht ihm vorangehen oder ihn bekämpfen.
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« Antwort #301 am: 01. April 2014, 08:45:31 »
Evangelium nach Johannes 5,1-16.
Einige Zeit später war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda.
In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte.

Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.
Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, daß er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein.
Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!
Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.
Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen.
Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!
Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh?
Der Geheilte wußte aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte.
Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt.
Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, daß es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.
Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Maximus von Turin (? - um 420), Bischof
Predigt für die Fastenzeit; CC Sermon 50
„Willst Du gesund werden?“ Die Fastenzeit führt zur Taufe

Im Alten Testament lesen wir, dass zu Noahs Zeiten, als die gesamte Menschheit von der Sünde überwältigt worden war, sich die Schleusen des Himmels öffneten und dass vierzig Tage lang Regenwasser niederströmten... symbolisch gemeint, handelt es sich weniger um eine Sintflut, als um eine Taufe. Genaugenommen ist es eine Taufe, die die Schlechtigkeit der Sünder mit sich fortgeschwemmt hat und die Noahs Aufrichtigkeit davor bewahrt hat. Jener Zeit (des Noahs) entsprechend also, schenkt uns der Herr heute die Fastenzeit, damit sich die Himmel während derselben Anzahl von Tagen öffnen, um uns mit den Wassern der göttlichen Barmherzigkeit zu überfluten. Einmal in den Wassern dieser rettenden Taufe gewaschen, wird uns dieses Sakrament erleuchten; so wie damals schwemmen die Fluten alle Bosheit in unseren Fehlern hinweg und festigen die Aufrichtigkeit unserer Tugenden.

Die heutige Situation ist dieselbe wie zu Noahs Zeiten. Die Taufe ist Sintflut für den Sünder und Weihe all jener, die treu sind. In der Taufe stellt der Herr die Gerechtigkeit wieder her und macht die Ungerechtigkeit zunichte. Wir können dies am Beispiel ein und desselben Mannes erkennen: der Apostel Paulus, der, bevor er durch die göttlichen Befehle gereinigt worden war, ein Verfolger und ein Gotteslästerer (vgl.1Tim 1,13) gewesen ist. Einmal in den himmlischen Regen der Taufe eingetaucht, ist der Gotteslästerer, ist der Verfolger, ist Saulus tot. Sogleich erwacht der Apostel zum Leben, der Gerechte, Paulus... Wer auch immer die Fastenzeit geistlich-religiös durchlebt und auf die Weisungen des Herrn achtet, sieht in sich die Sünde sterben und die Gnade aufleben...; er stirbt also als Sünder und lebt als Aufgerichteter.
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« Antwort #302 am: 02. April 2014, 08:17:07 »
Evangelium nach Johannes 5,17-30.
Jesus aber entgegnete ihnen: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk.
Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn.
Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so daß ihr staunen werdet.
Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will.
Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen,
damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.
Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben.
Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben.
Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.
Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören
und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht.
Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es (vom Vater) höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.


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Kommentar zum heutigen Evangelium :


Oden des Salomo (christlich-hebräischer Text, frühes 2. Jahrhundert) Nr. 42
„Die Toten werden die Stimme des Gottessohnes vernehmen“

[Christus spricht:]
Die mich nicht erkannten, zogen daraus keinen Nutzen;
verborgen blieb ich denen, die mich nicht haben wollten.
Nahe bin ich denen, die mich lieben.
Meine Verfolger sind allesamt tot;
die mich als Lebenden erfuhren, hatten mich gesucht.
Ich bin auferstanden, ich bin mit ihnen,
ich spreche durch ihren Mund.
Sie haben zurückgeschlagen ihre Verfolger;
über sie habe ich das Joch meiner Liebe geworfen.
Wie der Arm des Bräutigams auf seiner Braut (vgl. Hld 2,6),
so liegt mein Joch auf denen, die mich erkannten.
Wie das Brautzelt aufgeschlagen ist über dem Bräutigam,
so schützt, die an mich glauben, meine Liebe.

Ich wurde nicht verworfen,
selbst wenn es so schien.
Ich ging nicht zugrunde,
auch wenn sie es vermeinten.
Das Reich der Toten hat mich gesehen,
und es wurde bezwungen,
der Tod musste mich ziehen lassen,
und mit mir viele.
Galle war ich für ihn und Essig;
mit ihm stieg ich hinab in sein Reich,
so tief es auch sein mochte.
Die Kraft des Todes erschlaffte,
meinen Anblick ertrug er nicht.

Mitten unter seinen Toten versammelte ich Lebende um mich (1 Petr 3,19; 4,6).
Ich sprach zu ihnen mit lebendigen Lippen,
so, dass mein Wort nicht vergeblich war.
Sie, die tot waren, eilten auf mich zu;
laut riefen sie: „Hab Erbarmen mit uns,
Sohn Gottes, handle an uns nach deiner Huld.
Lass uns den Fesseln der Finsternis entkommen,
öffne uns das Tor, dass wir uns aufmachen zu dir.
Wir sehen, dass unser Tod
keinen Zugang fand zu dir.
Wir wollen befreit sein, auch wir, mit dir,
denn du bist unser Retter.“

Ich habe ihre Stimme vernommen,
ihren Glauben habe ich in meinem Herzen vermerkt.
Auf ihre Stirn habe ich meinen Namen gezeichnet (Offb 14,1) ;
sie sind frei, und sie gehören zu mir.
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  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #303 am: 03. April 2014, 08:19:53 »
Privatbotschaft der Muttergottes vom 2. April 2014 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo
"Liebe Kinder! Mit mütterlicher Liebe möchte ich euch helfen, dass euer Leben des Gebets und der Buße ein wahrhaftiger Versuch einer Annäherung an meinen Sohn und Sein göttliches Licht sei, damit Ihr wisst, euch von der Sünde zu trennen. Jedes Gebet, jede Messe und jedes Fasten ist ein Versuch, meinem Sohn näher zu kommen, eine Erinnerung an Seine Herrlichkeit und eine Zuflucht vor der Sünde, sie sind der Weg zur neuen Vereinigung vom guten Vater und Seinen Kindern. Deshalb, meine lieben Kinder, mit offenem Herzen voller Liebe schreit den Namen des himmlischen Vaters, damit Er euch mit dem Heiligen Geist erleuchte. Durch den Heiligen Geist werdet ihr zur Quelle der Liebe Gottes werden. Von dieser Quelle werden all jene trinken, die meinen Sohn nicht kennen, all jene, die nach der Liebe und dem Frieden meines Sohnes durstig sind. Ich danke euch! Betet für eure Hirten. Ich bete für sie und ich möchte, dass sie immer den Segen meiner mütterlichen Hände und die Unterstützung meines mütterlichen Herzens spüren."
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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