Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972006 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #856 am: 09. Oktober 2015, 08:00:52 »
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Buch Joel 1,13-15.2,1-2.
Legt Trauer an und klagt, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altars! Kommt, verbringt die Nacht im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speiseopfer und Trankopfer bleiben dem Haus eures Gottes versagt.
Ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes beim Haus des Herrn, eures Gottes, und schreit zum Herrn:
Weh, was für ein Tag! Denn der Tag des Herrn ist nahe; er kommt mit der Allgewalt des Allmächtigen.
Auf dem Zion stoßt in das Horn, schlagt Lärm auf meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern; denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe,
der Tag des Dunkels und der Finsternis, der Tag der Wolken und Wetter. Wie das Morgenrot, das sich über die Berge hinbreitet, kommt ein Volk, groß und gewaltig, wie es vor ihm noch nie eines gab und nach ihm keines mehr geben wird bis zu den fernsten Geschlechtern.

Psalm 9(9A),2-3.6.16.8-9.
Ich will dir danken, Herr, aus ganzem Herzen,
verkünden will ich all deine Wunder.
Ich will jauchzen und an dir mich freuen,
für dich, du Höchster, will ich singen und spielen.

Du hast die Völker bedroht, die Frevler vernichtet,
ihren Namen gelöscht für immer und ewig.
Völker versanken in der Grube, die sie selber gegraben;
im Netz, das sie heimlich gelegt, hat ihr Fuß sich verfangen.

Der Herr aber thront für ewig;
er stellt seinen Thron auf zum Gericht.
Er richtet den Erdkreis gerecht,
er spricht den Völkern das Urteil, das sie verdienen.




Evangelium nach Lukas 11,14-26.
In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.
Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.
Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;
wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.
Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.
Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft,
dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Adversus haereses V, 5,2
„Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen“

Weil er Gott gefallen hatte, wurde Henoch lebendig in den Himmel versetzt und war so die Vorabbildung der Aufnahme der Gerechten in den Himmel. Auch Elias wurde, so wie er war, bei lebendigem Leib entrückt (vgl. 2Kö 2,11) und stellte so eine Vorankündigung dessen dar, wie geistgeführte Menschen in den Himmel aufgenommen werden. Deren Körper bedeuteten keinerlei Hindernis für eine derartige Entrückung und Aufnahme: denn es sind dieselben Hände, die sie ursprünglich (Gen 2,7) gestaltet haben und durch die sie jetzt entrückt und in den Himmel versetzt worden sind. Denn seit Adam haben sich Gottes Hände daran gewöhnt, das von ihnen geformte Werk zu leiten, zu halten, zu tragen und es dorthin zu verbringen und ihm dort den Platz zuzuweisen, wohin und wo sie wollten. Welcher Platz wurden dem ersten Menschen zugewiesen? Ohne Zweifel war es das Paradies, sagt doch die hl. Schrift: „Dann legte Gott in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte“ (Gen 2,8). Und daraus ist der Mensch, weil er nicht gehorchte, vertrieben worden, vertrieben in unsere Welt...


Hält es jemand wirklich für unmöglich, dass Menschen so lange leben wie die ersten Patriarchen? Oder glaubt jemand, dass Elia nicht lebendig entrückt worden ist, sondern sein Leib auf dem feurigen Wagen verbrannte? Dann möge er bedenken, dass Jona, der ins tiefe Meer geworfen und im Bauch des Fisches eingeschlossen war, auf Anordnung Gottes heil und wohlbehalten ans Ufer zurückgeworfen wurde. Hananja, Asarja und Mischaël, die in einen siebenfach beheizten Feuerofen geworfen worden waren, wiesen keinerlei Verletzungen auf, und nicht einmal Brandgeruch haftete ihnen an (Dan 3,27). Wenn die Hand Gottes ihnen geholfen und in ihnen so außerordentliche, mit der menschlichen Natur unvereinbare Dinge bewirkt hat – was ist dann daran erstaunlich, wenn an denen, die entrückt worden sind, dieselbe Hand, den Willen des Vaters vollziehend, etwas Außerordentliches bewirkt hat? Diese Hand ist doch der Sohn Gottes (vgl. Dan 3,25).


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #857 am: 10. Oktober 2015, 09:37:47 »
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Buch Joel 4,12-21.
So spricht der Herr: Die Völker sollen aufbrechen und heraufziehen zum Tal Joschafat. Denn dort will ich zu Gericht sitzen über alle Völker ringsum.
Schwingt die Sichel, denn die Ernte ist reif. Kommt, tretet die Kelter, denn sie ist voll, die Tröge fließen über. Denn ihre Bosheit ist groß.
Getöse und Getümmel herrscht im Tal der Entscheidung; denn der Tag des Herrn ist nahe im Tal der Entscheidung.
Sonne und Mond verfinstern sich, die Sterne halten ihr Licht zurück.
Der Herr brüllt vom Zion her, aus Jerusalem dröhnt seine Stimme, so dass Himmel und Erde erbeben. Doch für sein Volk ist der Herr eine Zuflucht, er ist eine Burg für Israels Söhne.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin und dass ich auf dem Zion wohne, meinem heiligen Berg. Jerusalem wird heilig sein, Fremde werden nie mehr hindurchziehen.
An jenem Tag triefen die Berge von Wein, die Hügel fließen über von Milch und in allen Bächen Judas strömt Wasser. Eine Quelle entspringt im Haus des Herrn und tränkt das Schittim-Tal.
Ägypten wird zur Wüste, Edom wird zur verödeten Steppe, wegen der Gewalttat an Judas Söhnen, in deren Land sie unschuldiges Blut vergossen.
Juda aber bleibt für immer bewohnt und Jerusalem besteht von Geschlecht zu Geschlecht,
ich erkläre ihr Blut für unschuldig, das ich vorher nicht für unschuldig erklärte, und der Herr wohnt auf dem Zion.

Psalm 97(96),1-2.5-6.11-12.
Der Herr ist König. Die Erde frohlocke.
Freuen sollen sich die vielen Inseln.
Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel,
Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn,
vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.
Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel,
seine Herrlichkeit schauen alle Völker.

Ein Licht erstrahlt den Gerechten
und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.
Ihr Gerechten, freut euch am Herrn,
und lobt seinen heiligen Namen!




Evangelium nach Lukas 11,27-28.
In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.
Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Beda Venerabilis (um 673-735), Mönch und Kirchenlehrer
Homilie zum Lukasevangelium, IV,49
„Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen"

„Selig die Frau, die dich getragen und dich genährt hat.“ Groß ist die Frömmigkeit, groß der Glaube, die sich in diesem Wort der Frau aus dem Evangelium widerspiegeln. Während die Schriftgelehrten und die Pharisäer den Herrn auf die Probe stellen und ihn gotteslästerlich behandeln, bekennt diese Frau vor allen seine Menschwerdung mit so großer Aufrichtigkeit, legt mit so großer Sicherheit Zeugnis für sie ab, dass sie die Verleumdungen ihrer Zeitgenossen und den falschen Glauben der zukünftigen Häretiker beschämt. Die Zeitgenossen Jesu leugneten, dass er wahrhaft der Sohn Gottes ist, wesensgleich mit dem Vater, und beleidigten so das Wirken des Heiligen Geistes. Später haben Menschen auch geleugnet, dass die immerwährende Jungfrau Maria durch das Wirken des Heiligen Geistes dem Gottessohn, der mit einem wirklichen menschlichen Körper geboren werden sollte, von der Substanz ihres Fleisches gegeben habe. Sie leugneten, dass er wirklich der Menschensohn ist, von gleicher Natur wie seine Mutter. Doch der Apostel Paulus weist diese Meinung zurück, wenn er von Jesus sagt, dass er „von einer Frau geboren wurde, dem Gesetz unterstellt“ (Gal 4,4). Denn als er im Schoß der Jungfrau empfangen wurde, empfing er sein Fleisch nicht aus dem Nichts, nicht von irgendwoher, sondern aus dem Leib seiner Mutter. Sonst wäre es nicht richtig, ihn wirklich als Menschensohn zu bezeichnen […]


Selig also zu Recht die Mutter, die, nach dem Wort des Dichters, „den König geboren hat, der Himmel und Erde regiert durch alle Zeiten. Ihr kommen die Freuden der Mutterschaft und die Ehre der Jungfräulichkeit zu. Bevor sie war, sah man keine Frau wie sie und wird sie nach ihr nicht sehen“ (Sedulius). Und doch fügt der Herr hinzu: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ Der Erlöser unterstreicht das Zeugnis dieser Frau mit einer herrlichen Bestätigung. Er nennt nicht nur selig diejenige, der es gegeben war, das Wort Gottes im Fleisch zu gebären, sondern auch all jene, die sich aufmachen, um geistlicherweise das selbe Wort zu empfangen durch das Hören des Glaubens, die es zur Welt bringen und es ernähren, sei es in ihrem Herzen, sei es in dem der anderen, und die es vor Augen behalten, indem sie das Gute tun.


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« Antwort #858 am: 11. Oktober 2015, 08:08:55 »
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Buch der Weisheit 7,7-11.
Daher betete ich, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir.
Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.
Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber soviel wie Lehm.
Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt.
Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir, unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.

Psalm 90(89),12-13.14-15.16-17.
Unsere Tage zu zählen, lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Herr, wende dich uns doch endlich zu!
Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld!
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast,
so viele Jahre, wie wir Unglück erlitten.

Zeig deinen Knechten deine Taten
und ihren Kindern deine erhabene Macht!
Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes.
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen,
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!




Brief an die Hebräer 4,12-13.
Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;
vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden.

Evangelium nach Markus 10,17-30.
In jener Zeit  lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.
Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!
Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!
Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!
Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.
Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat,
wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandrien (150-um 215), Theologe
Homilie „Welcher Reiche kann gerettet werden?“
„Eines fehlt dir noch“

Es gibt einen Reichtum, der, nimmt er überhand, allenthalben den Tod aussät: Macht euch von ihm frei, und ihr seid gerettet. Reinigt eure Seelen, macht sie arm, damit ihr hören könnt, was der Herr euch wieder und wieder sagt: „Komm und folge mir nach“. Es ist der Weg, den derjenige geht, wer ein reines Herz hat: die Gnade Gottes senkt sich nicht in eine Seele, die übervoll von Besitztümern ist.

Wer sein Vermögen, sein Gold und Silber, seine Häuser als Gaben Gottes betrachtet, der bezeugt Gott dadurch seine Dankbarkeit, dass er mit seinen Gütern den Armen zu Hilfe kommt. Er weiß, dass er sie mehr für seine Brüder als für sich selbst besitzt; er bleibt Herr seines Reichtums, statt dessen Sklave zu werden. Er verschließt ihn nicht in seine Seele, wie er auch sein Leben nicht von ihm einengen lässt; vielmehr geht er unverdrossen einem ganz und gar göttlichen Werk nach. Und wenn sein Vermögen eines Tages aufgebraucht ist, nimmt er seinen Ruin freien Herzens in Kauf. Gott spricht diesen Mann selig, er nennt ihn „arm vor Gott“ und sicheren Erben des Himmelreiches (Mt 5,3) […]

Andererseits gibt es denjenigen, der an Stelle des Heiligen Geistes seinen Reichtum in seinem Herzen Wohnung nehmen lässt. Er behält sein Silber oder seine Ländereien für sich; er vermehrt endlos sein Vermögen und hat keine Hemmungen, immer noch mehr anzuhäufen. Er schaut nie gen Himmel; er verfängt sich in den Fallstricken der Welt; denn Staub ist er und zum Staub muss er zurück (Gen 3,19). Wie kann sich auch einer nach dem Himmelreich sehnen, wenn er an Stelle eines Herzens einen Acker oder eine Silbermine mit sich herumträgt? Einer, den der Tod schicksalhaft inmitten seiner ungeregelten Begierden ereilt? „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ (Mt 6,21).





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« Antwort #859 am: 12. Oktober 2015, 07:58:20 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 1,1-7.
Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen,
das er durch seine Propheten im voraus verheißen hat in den heiligen Schriften:
das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids,
der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.
Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen;
zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Psalm 98(97),1.2-3ab.3cd-4.
Singet dem Herrn ein neues Lied;
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel.

Alle Enden der Erde
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,
freut euch, jubelt und singt!




Evangelium nach Lukas 11,29-32.
In jener Zeit als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Justinus (um 100-160), Philosoph, Märtyrer
Dialog mit dem Juden Tryphon (34-36)   
„Hier ist einer, der mehr ist als Salomo“

Lasst mich einen Psalm zitieren, der David vom Heiligen Geist eingegeben worden ist. Ihr sagt, er beziehe sich auf Salomo, euren König; aber er bezieht sich vielmehr auf Christus [...] „Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König“ (Ps 71,1). Weil Salomo König geworden ist, sagt ihr, spreche dieser Psalm von ihm – während doch die Psalmworte sehr klar einen ewigen König bezeichnen, das heißt Christus. Denn Christus ist uns angekündigt worden als König, Priester, Gott, Herr, Engel, Mensch, Oberhaupt, Fels, als ein Wiegenkind, als ein Mensch der Schmerzen, der später in den Himmel aufsteigen und wiederkommen wird in Herrlichkeit mit ewiger Königswürde [...]


„Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten! Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil [...] Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen“ [...] Salomo war ein großer und berühmter König. Unter ihm wurde das Haus errichtet, das man den Tempel von Jerusalem nennt; aber es ist klar, dass nichts von dem, was im Psalm gesagt ist, auf ihn zutrifft. Nicht alle Könige haben ihn angebetet, er hat nicht mehr bis an die Enden der Erde geherrscht, seine Feinde sind nicht länger vor ihm niedergefallen, um Staub zu lecken [...]


Salomo ist nicht „der König der Herrlichkeit“ (Ps 23,10), Christus ist es. Als er, auferstanden von den Toten, in den Himmel aufgefahren ist, wurde den von Gott im Himmel eingesetzten Fürsten geboten, „nach oben zu heben die Tore“ des Himmels, damit eintrete „der König der Herrlichkeit“ und sich zur Rechten des Vater setze, bis dieser ihm seine Feinde als Schemel unter die Füße lege“, wie es weiter in den Psalmen heißt (Ps 23,109). Aber weil die Fürsten des Himmels ihn gesehen hatten, als „er keine schöne und edle Gestalt hatte“ (Jes 53,2), haben sie ihn nicht erkannt und fragten: „Wer ist der König der Herrlichkeit?“ (Ps 23,8). Und darauf antwortet ihnen der Heilige Geist: „Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit.“ Wahrhaftig, das ist nicht Salomo, so herrlich er auch in seinem Königtum gewesen sein mag [...] so dass man sagen konnte: „Wer ist dieser, der König der Herrlichkeit?“


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« Antwort #860 am: 13. Oktober 2015, 07:58:59 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 1,16-25.
Brüder! Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen.
Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben.
Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.
Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart.
Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.
Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.
Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.
Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten.
Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.

Psalm 19(18),2-3.4-5ab.
Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern,
eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.




Evangelium nach Lukas 11,37-41.
In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.
Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.
Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Rom, Papst (90 - ca. 100)
Brief an die Korinther, 14-16
Reinigen wir unser Herz

Es recht und heilig, Brüder, Gott zu gehorchen und nicht eingebildeten Ohrenbläsern zu folgen… Halten wir uns an solche, die gottesfürchtig Frieden pflegen, nicht an jene, die nur so tun, als wollten sie Frieden. Es steht ja geschrieben: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber es hält sein Herz fern von mir“ (Jes 29,13; Mk 7,6). Und: „Sie segnen mit ihrem Mund, doch in ihrem Herzen fluchen sie“ (Ps 61,5). Und weiter: „Sie täuschten mit falschen Worten und ihre Zunge belog ihn. Ihr Herz hielt nicht fest zu ihm, sie hielten seinem Bund nicht die Treue“ (Ps 78,36)…

Christus gehört wirklich zu den von Herzen Demütigen, nicht zu denen, die sich über Ihresgleichen erheben. Das Zepter der Herrschaft Gottes (vgl. Hebr 1,8), der Herr Jesus Christus, kam nicht in Stolz und Hochmut – was er doch gekonnt hätte –, sondern in der Demut des Herzens, wie der Heilige Geist es von ihm gesagt hatte: „Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbart? Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm“ (Jes 53,1-3)… Ihr seht, Geliebte im Herrn, welcher Art der war, der euch zum Vorbild gegeben ist. Wenn der Herr sich so verdemütigt hat, was sollen dann wir tun, wir, denen es gegeben ist, unter dem Joch seiner Gnade den Weg zu gehen?





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« Antwort #861 am: 14. Oktober 2015, 08:01:54 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 2,1-11.
Du bist unentschuldbar - wer du auch bist, Mensch -, wenn du richtest. Denn worin du den andern richtest, darin verurteilst du dich selber, da du, der Richtende, dasselbe tust.
Wir wissen aber, dass Gottes Gericht über alle, die solche Dinge tun, der Wahrheit entspricht.
Meinst du etwa, du könntest dem Gericht Gottes entrinnen, wenn du die richtest, die solche Dinge tun, und dasselbe tust wie sie?
Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?
Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den «Tag des Zornes», den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht.
Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen:
denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben,
denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm.
Not und Bedrängnis wird jeden Menschen treffen, der das Böse tut, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen;
Herrlichkeit, Ehre und Friede werden jedem zuteil, der das Gute tut, zuerst dem Juden, aber ebenso dem Griechen;
denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.

Psalm 62(61),2-3.6-7.8-9.
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe,
von ihm kommt mir Hilfe.
Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg;
darum werde ich nicht wanken.

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe;
denn von ihm kommt meine Hoffnung.
Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg;
darum werde ich nicht wanken.

Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre;
Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.
Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit!
Schüttet euer Herz vor ihm aus!
Denn Gott ist unsere Zuflucht.




Evangelium nach Lukas 11,42-46.
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen.
Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden.
Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken.
Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns.
Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Didachè (zwischen 60-120), jüdisch-christliche Katechese
Die Didaché (zwischen 60 und 120), jüdisch - christliche Katechese §3
„Lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen“(Mt 11,29)

Mein Kind, fliehe vor allem, was böse ist oder danach aussieht. Sei nicht aufbrausend: Zorn drängt zum Verbrechen. Sei nicht missgünstig, streitsüchtig oder gewalttätig: diese Leidenschaften sind die Ursache von Morden. Mein Kind, sei nicht sinnlich: Sinnlichkeit führt zu Ehebruch. Deine Rede sei nicht schlüpfrig, dein Blick nicht dreist: auch das führt zum Ehebruch [...] Hüte dich vor Zaubersprüchen, vor Astrologie und magischen Reinigungen; verschließe deine Augen und Ohren davor: es lässt dich... in Götzendienst verfallen. Mein Kind, sei kein Lügner, denn Lüge führt zum Diebstahl. Lass dich weder durch Geld noch durch Eitelkeit verführen, auch sie reizen zum Diebstahl. Mein Kind, murre nicht: das würde dich dazu bringen, Gott zu lästern. Sei nicht frech und nicht gehässig, auch das führt zur Gotteslästerung.


Sei sanftmütig: „ Die keine Gewalt anwenden, werden das Land erben“(Mt 5,5). Sei geduldig, barmherzig, friedfertig und gütig. Zittere unaufhörlich vor den Worten (des Herrn), die du gehört hast (Jes 66,2). Erhebe dich nicht selbst, liefere dein Herz nicht dem Stolz aus. Verbünde dich nicht mit den Hochmütigen, sondern wähle die Gesellschaft der Gerechten und Demütigen. Nimm die Vorkommnisse des Lebens so an, als wären sie Wohltaten, im Wissen, dass nichts ohne die Zustimmung Gottes geschieht.



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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #862 am: 15. Oktober 2015, 08:04:18 »
 ;mloda ;ksghtr

Brief des Apostels Paulus an die Römer 3,21-30a.
Brüder! Jetzt ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:
die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied:
Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden, die früher, in der Zeit seiner Geduld, begangen wurden;
er erweist seine Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen, dass er gerecht ist und den gerecht macht, der an Jesus glaubt.
Kann man sich da noch rühmen? Das ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.
Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.
Ist denn Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,
da doch gilt: Gott ist «der Eine».

Psalm 130(129),1-2.3-4.5-6ab.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,
achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.




Evangelium nach Lukas 11,47-54.
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden.
Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten.
Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen,
damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird,
vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden.
Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.
Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen;
sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer
3. theologische Abhandlung
„Sie begannen, ihn hartnäckig zu bedrängen“

Es gab eine Zeit, in der derjenige, den du jetzt gering achtest, über dir gestanden hat; er, der jetzt Mensch ist, war von Ewigkeit her vollkommen. Er war im Anfang, ursprungslos. Dann setzte er sich den Banalitäten dieser Welt aus … allein, um dich zu retten; dich, der ihn beleidigt; dich, der Gott gering achtet, weil er deine ungehobelte Natur angenommen hat […]

Er war in Windeln gewickelt, aber bei seiner Auferstehung befreite er sich von seinem Leichentuch. Er lag in einer Krippe – aber von Engeln verherrlicht, von einem Stern angekündigt, von drei Weisen aus dem Morgenland angebetet […] Er musste nach Ägypten fliehen, aber befreite dieses Land vom Aberglauben der Ägypter. Er hatte „keine schöne und edle Gestalt“ (Jes 53,2) vor seinen Feinden, für David aber war er der „schönste von allen Menschen“ (Ps 44,3), und auf dem Berg leuchtete er wie die Sonne (Mt 17,1f.). Als Mensch wurde er getauft; aber als Gott wusch er unsere Sünden ab; er hatte keine Reinigung nötig, aber er wollte das Wasser heiligen. Als Mensch wurde er versucht; aber als Gott, der „die Welt besiegt hat“ (Joh 16,8), triumphierte er […] Er litt Hunger, aber er nährte als „Brot des Lebens“ (Joh 6,48) Tausende. Er litt Durst, aber rief: „Wer Durst hat, komme zu mir und trinke“ (Joh 7,37). Er kannte Müdigkeit, wurde aber zum Ruheplatz aller, die „sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben“ (Mt 11,28) […] Er ließ sich „Samariter und von einem Dämon Besessenen“ (Joh 8,48) nennen; aber er ist es, der den Mann rettete, der unter die Räuber gefallen war (Lk 10, 29f.) und der die Dämonen in die Flucht schlägt […] Er wurde zu einem Schundpreis verkauft, aber kaufte die Welt zurück, und zwar teuer: mit seinem eigenen Blut.

Wie ein Schaf führt man ihn zum Sterben, er aber führt Israel – und heute die ganze Erde – auf gute Weide (Ez 34,14). Er ist stumm wie ein Lamm, ist aber das Wort, das von der Stimme desjenigen angekündigt war, der in der Wüste ruft (Mk 1,3). Er war schwach und verwundet; er aber ist es, der alle Krankheiten und Leiden heilt (Mt 9,35). Er wurde auf dem Holz erhöht und festgenagelt; er aber stellt uns durch den Baum des Lebens wieder her […] Er stirbt, aber macht lebendig und vernichtet den Tod. Er wird begraben, aber er ersteht vom Tode und befreit durch seine Auffahrt in den Himmel die Seelen aus der Unterwelt.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #863 am: 16. Oktober 2015, 08:01:44 »
 ;mloda ;ksghtr

Brief des Apostels Paulus an die Römer 4,1-8.
Brüder! Müssen wir nun nicht fragen: Was hat dann unser leiblicher Stammvater Abraham erlangt?
Wenn Abraham aufgrund von Werken Gerechtigkeit erlangt hat, dann hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott.
Denn die Schrift sagt: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
Dem, der Werke tut, werden diese nicht aus Gnade angerechnet, sondern er bekommt den Lohn, der ihm zusteht.
Dem aber, der keine Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.
Auch David preist den Menschen selig, dem Gott Gerechtigkeit unabhängig von Werken anrechnet:
Selig sind die, deren Frevel vergeben und deren Sünden bedeckt sind.
Selig ist der Mensch, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet.

Psalm 32(31),1-2.5.10-11.
Wohl dem, dessen Frevel vergeben
und dessen Sünde bedeckt ist.
Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt
und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Da bekannte ich dir meine Sünde
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen.
Und du hast mir die Schuld vergeben.

Der Frevler leidet viele Schmerzen,
doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.
Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten,
jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!




Evangelium nach Lukas 12,1-7.
In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.
Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.
Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Eudes (1601-1680), Priester, Prediger, Ordensgründer
Das Reich Jesu, 2. Teil, 30.
„Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht“

Unser so liebenswürdiger Retter versichert uns an verschiedenen Stellen seiner heiligen Schriften, dass er sich unentwegt um uns kümmert und über uns wacht; dass er uns ständig trägt und tragen wird: in seinem Leib, im Herzen, im Schoß […]

Hüten wir uns davor, uns auf das Vermögen oder die Gunst unserer Freunde zu verlassen, auf unsern Besitz oder unsern Verstand, auf unser Wissen, unsere Kräfte, unsere Wunschvorstellungen und Entschlüsse, unsere Gebete, ja auf unser vermeintliches Vertrauen auf Gott oder auf menschliche Möglichkeiten, auch auf Geschaffenes – verlassen wir uns allein auf die Barmherzigkeit Gottes! Es ist nicht so, dass wir die oben genannten Dinge nicht einsetzen und unsererseits nicht alles tun sollten, um das Böse zu besiegen, um tugendhaft zu handeln, um die Aufgaben, die uns Gott übertragen hat, anzugehen und zu einem guten Ende zu bringen; um den Verpflichtungen nachzukommen, die wir aufgrund unsere Stellung haben. Wir müssen jedoch aufhören, uns auf all diese Dinge zu verlassen und aus ihnen unsere Zuversicht zu ziehen; wir müssen uns ausschließlich auf die Güte unseres Herrn verlassen, und zwar so, dass wir unsererseits so viel Sorgfalt und Arbeit aufwenden, als erwarteten wir nichts von Gott. Gleichwohl dürfen wir uns auch nicht auf unsere Mühe und Arbeit in einer Weise verlassen, als hinge alles von ihr ab. Vielmehr müssen wir alles allein von der Barmherzigkeit Gottes erwarten.



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