Autor Thema: Wird die Bischofssynode nicht ein neues Schisma in der Kirche hervorrufen  (Gelesen 147317 mal)

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Fulda: Resolution des Glaubenskongresses pro Ehe und Familie
Veröffentlicht: 2. August 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Der Kongreß “Freude am Glauben”, der vom vergangenen Freitag bis zum heutigen Sonntag durch das “Forum Deutscher Katholiken” in Fulda veranstaltet wurde, hat folgende Resolution zur Ehe und Familie verabschiedet:

“In der Vorbereitungszeit auf die Bischofssynode im kommenden Oktober, möchten wir, die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben”, alle katholischen Gläubigen einladen, die Schönheit der Berufung von Ehe und Familie neu zu entdecken und zu vertiefen als einen Weg zur Heiligkeit.


Zwar hat die Einladung zum Gespräch über die Herausforderungen in der Ehe- und Familienpastoral zu irritierenden Stellungnahmen geführt. Sie hat aber auch großartige Begründungen und Entfaltungen der überlieferten Lehre der Kirche hervorgebracht.
 
Alle Umfragen haben gezeigt, dass das Glaubenswissen in Bezug auf Ehe und Familie erschreckend gering geworden ist. Doch nur wer die Begründungen der kirchlichen Lehre und Gebote kennt, kann sie annehmen und ihre Stimmigkeit erkennen. Wir wünschen uns, dass der Plan Gottes für Ehe und Familie in der Verkündigung und Katechese einen größeren Stellenwert erhält.

Ehevorbereitung und -begleitung müssen intensiviert werden. Dazu gehört bereits bei den Jugendlichen eine ganzheitliche und menschenwürdige Sexualpädagogik als klares Gegengewicht zur schulisch verordneten Frühsexualisierung.

Die „Theologie des Leibes” von Papst Johannes Paul II. ist ein noch ungehobener Schatz der Kirche. Ehepaare, die sie für sich entdeckt haben, bezeugen, dass sie zur Erneuerung des ehelichen Lebens wesentlich beigetragen hat. Deshalb regen wir eine Förderung und Verbreitung dieses Werkes an.

Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass es ohne eine Annahme der prophetischen Enzyklika „Humanae vitae” von Papst Paul VI. keine nachhaltige Erneuerung der Ehe- und Familienpastoral geben kann. Es ist erwiesen, dass der Lebensstil der natürlichen Empfängnisregelung einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Ehe leistet. Die modernen Methoden der natürlichen Empfängnisregelung sollten gefördert werden.

Wir danken den Gläubigen, die nach einer zivilen Scheidung ihrem Eheversprechen treu bleiben und keine neue, eheähnliche Verbindung eingehen. Sie geben ein kostbares Zeugnis für die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe.

Diejenigen Gläubigen, die in einem solchen neuen Verhältnis leben, bitten wir, gemäß der Ordnung der Kirche auf den Empfang der Sakramente zu verzichten. Dadurch bezeugen auch sie diese Unauflöslichkeit. Für alle getrennten, geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen brauchen wir seelsorgliche Initiativen, auf die sie einen Anspruch haben. Denn sie alle sind und bleiben Mitglieder der Kirche. 

Wir lehnen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ab. Dennoch betonen wir, dass der Begriff „Ehe” der Lebens- und Liebesgemeinschaft eines Mannes und einer Frau vorbehalten bleiben muss. Familie ist und bleibt für uns die Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kind(ern).
 
Wir rufen zum Gebet für den Papst und die Teilnehmer der Bischofssynode auf, damit sie aus den Erkenntnisquellen der Heiligen Schrift und der kirchlichen Überlieferung Antworten finden, welche die heutige Lebensrealität der Gläubigen mit neuem christlichem Geist erfüllen.”
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Papst über Wiederverheiratete: "Diese Menschen sind nicht exkommuniziert"

Papst Franziskus: Wiederverheiratete gehören zur Kirche

Vom Partner verlassen und erneut geheiratet? Für Papst Franziskus gehören auch solche Katholiken weiterhin zur Kirche - doch über das entscheidende Detail sagte er nichts.

 Papst Franziskus hat sich für einen offenen Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheiraten Geschiedenen stark gemacht. "Diese Menschen sind nicht exkommuniziert. Und sie werden auch absolut nicht so behandelt, sie gehören weiterhin zur Kirche", sagte der Papst am Mittwoch bei seiner ersten Generalaudienz nach der Sommerpause. "Die Kirche ist aufgerufen, immer das offene Haus des Vaters zu sein. Keine geschlossenen Türen", ergänzte er.

Der Umgang mit Geschiedenen, die anschließend wieder heiraten, ist ein heikles Thema in der Kirche. Nach der katholischen Lehre dürfen sie nicht an der Kommunion teilnehmen, doch einige Gruppen innerhalb der Kirche fordern mehr Offenheit.

"Er möchte die Kirche von der Psychologie befreien, dass wiederverheirate Geschiedene weniger katholisch sind", sagte Phillip Thompson, Theologe an der Emory University in Atlanta, zu den Äußerungen des Papstes. "Aber sie betreffen nicht die Frage, was es für diese Katholiken bedeutet, die auch wieder an der Kommunion teilnehmen wollen", sagte Thompson.

Papst Franziskus betonte, man müsse unterscheiden "zwischen dem, der eine Trennung erlitten, und demjenigen, der sie ausgelöst" habe. Es sei wichtig, dass die Gemeinschaft diese Menschen aufnehme und ihnen nicht weitere Lasten zufüge. "Alle können auf die eine oder andere Weise am kirchlichen Leben teilnehmen, alle können zur Gemeinschaft gehören", sagte der Argentinier. Die Kirche sei bei dem Thema "weder unsensibel noch faul" gewesen. Stattdessen sei das Bewusstsein gewachsen, dass eine brüderliche Aufnahme dieser Menschen nötig sei.

Das Thema soll unter anderem bei der Familiensynode im Vatikan im Oktober diskutiert werden.
 
apr/dpa/AP
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Schönborn: Heiliger Geist macht zur Synode keinen Urlaub

11/08/2015 13:52
Papst Franziskus hat in den Fragen der Homosexualität und der wiederverheirateten Geschiedenen einen an Jesus orientierten, im Evangelium grundgelegten Standpunkt. Das betonte Kardinal Christoph Schönborn in einem Interview mit der US-Kirchenzeitung „National Catholic Register". Er erläuterte dabei den Kontext der 2013 gestellten Journalistenfrage an Franziskus über Homosexuelle und dessen viel beachtete Beantwortung mit den Worten „Wer bin ich, dass ich ein Urteil spreche?" Der Wiener Erzbischof zeigte sich in dem im Verlauf einer USA-Reise geführten Interview auch zuversichtlich, dass der Heilige Geist bei der bevorstehenden Bischofssynode trotz so mancher Kontroversen „nicht Urlaub machen" wird.
 „Was Franziskus in einem Interview auf dem Rückflug vom Weltjugendtag gesagt hat - ist das nicht in der Tat genau das, was Jesus im Evangelium gesagt hat?", antwortete Schönborn auf die Frage nach einer möglichen, vom Papst ausgelösten Verwirrung unter Katholiken wegen dessen kolportierter Aussagen zum Thema Homosexualität. „Jesus sagte zu der Frau: ‚Ich beurteile dein Verhalten nicht.' Und bei der Bergpredigt sagte er: ‚Richtet nicht.' Er sagte nicht, nennt das Gute böse und das Böse gut. Die Enthaltung von einer Beurteilung bedeutet doch niemals, das Gute als böse und das Böse als gut zu bezeichnen", erklärte der Wiener Erzbischof.

Mit seiner vielzitierten Aussage zur Homosexualität habe der Papst eine Reaktion gezeigt, „die direkt aus dem Evangelium gekommen ist", so Schönborn. „Ich sehe deshalb das Problem nicht. Ich sehe das Problem vielmehr bei denjenigen, die die damalige Papstäußerung als Problem sehen", sagte der Wiener Erzbischof.
 
Kein Graben zwischen Synodenvätern
 Schönborn wies auch die Einschätzung zurück, einige Vertreter von Bischofskonferenzen im nördlichen Europa wollten bei der bevorstehenden Familiensynode im Oktober „die kirchliche Lehre in Frage stellen" und „Konflikte provozieren", indem sich diese Bischöfe gegen jene stellten, die „wollen, dass die katholische Lehre und pastorale Praxis über die Ehe so bleibt wie sie ist". Dazu Schönborn wörtlich: „Die europäischen Kirchen sind kein Block. Es gibt sehr unterschiedliche Situationen in den einzelnen europäischen Ländern. Viele polnischen Bischöfe mögen nicht genau die gleiche Sichtweise haben wie viele deutsche Bischöfe. Generell aber habe ich den Eindruck, dass wir Opfer der typischen Mediennotwendigkeit sind, alles in schwarz oder weiß zu setzen. Da gibt es keine Nuancen."

 

(kap 11.08.2015 ord)
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Theologe: Franziskus ist Korrektiv für europäische Engführungen

Hans Schelkshorn vom Wiener Institut für christliche Philosophie in "Sonntag"-Sommerserie: Papst weicht Fronten zwischen Konservativen und Reformern durch Augenmerk auf Bedürftige auf

21.08.2015


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Wien, 21.08.2015 (KAP) Papst Franziskus stellt ein Korrektiv für manche europäische Engführungen dar. Darauf hat Prof. Hans Schelkshorn vom Institut für christliche Philosophie an der Uni Wien in der Sommerserie der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" hingewiesen, in der sich Theologielehrende über das Pontifikat und Erwartungen an die Bischofssynode im Oktober äußern. Die festgefahrenen Fronten zwischen Konservativen und Reformgruppen in Europa habe der Papst aus Lateinamerika durch die Frage des Jüngsten Gerichts aufgeweicht: Was habt ihr den Armen, den Hungrigen, den Dürstenden, den Nackten und den Obdachlosen getan?

 
Schelkshorn dazu: "Wer kann vor dieser Frage bestehen? Die Scham über unsere eigene Lauheit und Gleichgültigkeit ist ohne Zweifel ein wirksames Heilmittel gegen jede Form einer Selbstüberhebung gegenüber anderen Christinnen und Christen."

 
Die vom Befreiungstheologen Juan Carlos Scannone inspirierte "Volkstheologie" von Franziskus eröffne europäischen Christen auch einen neuen Blick auf die westliche Kultur. Diese sei in den letzten Jahrzehnten "oft nur mehr im verengten Blick eines atheistischen Relativismus wahrgenommen worden", bedauerte der Wiener Theologe. Die weithin positive Resonanz auf Papst Franziskus und seine Amtsführung zeigt laut Schelkshorn, "dass das sogenannte säkulare Europa noch immer ein sicheres Gespür für ein authentisches Christentum hat".

 
Papst traf auf gespaltene Kirche

 
Zu Beginn des Pontifikates sei die katholische Kirche innerlich tief gespalten gewesen. Der weltoffene Geist des II. Vatikanischen Konzils sei an den Rand gedrängt worden, antimodernistische Gruppen wie die Pius-Bruderschaft hätten an Einfluss gewonnen. "In dieser extrem schwierigen Situation hat Papst Franziskus die katholische Kirche mit seinem persönlichen Zeugnis und dem Leitspruch 'Eine arme Kirche für die Armen' mit einem neuen Geist durchflutet."

 
Zur bevorstehenden Bischofssynode zu Ehe und Familie verwies Schelkshorn auf die lange Tradition der europäischen Theologie, die säkulare Moderne kritisch und differenziert in den Blick zu nehmen. Dieser "Reichtum" könne "für die Klärung der weiterhin kontroversen Fragen (Pflichtzölibat der Priester, Erneuerung der christlichen Morallehren u.v.a.) von entscheidender Bedeutung sein".

 
Für diesen schwierigen Erneuerungsprozess habe Papst Franziskus "zunächst einmal den Raum für freie Diskussionen geöffnet". Er habe damit den sokratischen Geist der kritischen Prüfung gestärkt, auf den Europa - wie der christliche Philosoph anmerkte - so stolz sei.

 
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Konservative Familien-Petition an Papst Franziskus knackt 500.000er Marke
Veröffentlicht: 26. August 2015 | Autor: Felizitas Küble | Abgelegt unter: EHE, FAMILIE und ELTERNRECHT | Tags: Bischöfe, Ehe, Mathias von Gersdorff, Homosexualität, Philippinen, Unterschriften, Afrika, geschieden-Wiederverheiratete, Bayerische Rundfunk, Familiensynode, Ergebene Bitte, Petition an Papst Franziskus, kirchliche Lehre |Ein Kommentar
Mathias von Gersdorff

Bei der “Ergebenen Bitte an Papst Franziskus” wurde bereits am 21. August 2015 die Marke von weltweit 500.000 Unterschriften übersprungen.

Dies ist vor allem der Popularität dieser Aktion auf den Philippinen zu verdanken. Dort erfuhrt die „Ergebene Bitte“ starke Unterstützung durch Bischöfe und Kirchenvolk.

Inzwischen haben schonetwa 130 Bischöfe, darunter etliche Kardinäle, die Petition an Papst Franziskus unterzeichnet.

Auch die mediale Aufmerksamkeit ist aufgrund der hohen Zahl an Unterschriften gestiegen. In Deutschland berichteten der Bayerische Rundfunk, die „Welt“, die „Zeit“ usw. –  In Österreich schrieb u.a. der ORF (Österreichische Rundfunk), die „Presse“ und die „Katholische Presseagentur“ darüber.

Gegenwärtig werden sehr viele Unterschriften in Afrika gesammelt, zumal dort etliche Bischöfe die Aktion unterstützen.

In dem Appell äußern sich die Unterzeichner besorgt über Angriffe auf die katholische Lehre zur Ehe und Sexualethik. Die Initiative wurde im Hinblick auf die Familiensynode im Oktober 2015 organisiert.

U.a. wird in dem Aufruf bedauert, dass auch aus dem Inneren der Kirche dem katholischen Standpunkt über Ehe und Familie widersprochen wird:

„Tatsächlich konnten wir eine allgemeine Ratlosigkeit feststellen, aufgrund der Möglichkeit, dass im Schoße der Kirche eine Bresche aufgerissen wurde, die eine Duldung des Ehebruchs erlauben würde: Durch die Zulassung zur Eucharistie von geschiedenen – wiederverheirateten Paaren  und die Annahme homosexueller Partnerschaften wird ein Zustand erzeugt, der kategorisch verurteilt werden muss, da er im Widerspruch zu den Geboten Gottes und dem Naturgesetz steht.“
.
Statistische Infos zur Petition siehe hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2015/08/ergebene-bitte-statistiken-und.html
.
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Antw:Wird die Bischofssynode nicht ein neues Schisma in der Kirche hervorrufen
« Antwort #141 am: 05. September 2015, 10:00:35 »
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Kardinal Robert Sarah: Die afrikanische Kirche widersetzt sich jeder Rebellion gegen das katholische Lehramt
Veröffentlicht: 3. September 2015 | Autor: Felizitas Küble |
Von Felizitas Küble

Kardinal Robert Sarah (siehe Foto) stammt aus den westafrikanischen Guinea und ist Präfekt der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Cardinal_Robert_Sarah

1979 wurde er im Alter von nur 33 Jahren zum Bischof geweiht. Während der Diktatur des kommunistischen Tyrannen Sekou Touré widerstand er tapfer den Mächtigen.

Der theologisch konservative Kurienkardinal hat sich bereits in der Vergangenheit für eine klare Ausrichtung der Kirche auch in Fragen von Ehe, Familie und Sexualmoral stark gemacht.

Aus Sicht des afrikanischen Kirchenmannes soll sich die Kirche nicht am Zeitgeist, sondern am Heiligen Geist orientieren.

Nun ist sein Interviewbuch “Gott oder nichts – ein Gespräch über den Glauben” im Kisslegger Fe-Verlag auch in deutscher Sprache erschienen und auf Einladung der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis am vergangenen Dienstag in Regensburg auf Schloß St. Emmeram präsentiert worden.

Das Vorwort für dieses Werk schrieb Kurien-Erzbischof Georg Gänswein, zugleich Privatsekretär von Papst em. Benedikt XVI.

Kein Geringerer als Kardinal Gerhard Müller kam eigens aus Rom angetreist, um das Buch persönlich vorzustellen und zu würdigen. Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongegration gilt ebenfalls als konsequenter Verteidiger der kirchlichen Lehre in Fragen von Glaube und Sitte.

Auch Prälat Dr. Wilhelm Imkamp (Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild) und Papstbruder Georg Ratzinger nahmen an der Buchvorstellung teil.gott-oder-nichts_m

Für Sarah besteht im Hinblick auf die kommende Familiensynode kein Zweifel, daß es Aufgabe der versammelten Bischöfe aus aller Welt sein wird, die soliden kirchlichen Standpunkte zu Ehe und Familie zu bekräftigen – und nicht etwa zu hinterfragen.

Aktuelle Äußerungen von Kardinal Reinhard Marx, die einer solchen Sicht entgegenstehen, kritisiert der afrikanische Kirchenvertreter unumwunden als “Häresie und gefährliche Schizophrenie”.  Es gehe nicht an, so Kardinal Sarah, die katholische Sexualethik “in ein hübsches Schmuckkästchen zu packen und es von der pastoralen Theorie zu trennen”.

Die kirchliche Lehre und die Seelsorge bzw. Pastoral müßten in Einklang miteinander stehen, sagte er im Hinblick auf den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Kardinal Marx hatte im Dezember erneut eine “Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist, und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind” angemahnt.

Bei allem persönlichen Respekt, den er dem Erzbischof von München zolle, betrachte er dessen diesbezügliche Aussagen als “Ausdruck einer Ideologie, die man im Gewaltmarsch der ganzen Kirche aufoktroyieren will”.

Die Frage um eine Zulassung der hl. Kommunion für geschieden Wiederverheiratete bewerte er keineswegs als “drängende Herausforderung für die Kirchen Afrikas oder Asiens”. Vielmehr werde er keine “wie auch immer geartete Schieflage zwischen Lehramt und Kirche” akzeptieren.

Die afrikanische Kirche werde sich, so Kardinal Sarah weiter, “jeder Rebellion gegen das Lehramt widersetzen”.

Ähnlich äußerte sich Glaubenspräfekt Gerhard Müller: „Wir dürfen die Menschen nicht täuschen, was die Sakramentalität der Ehe, ihre Unauflöslichkeit, ihre Offenheit auf das Kind, und die fundamentale Komplementarität der beiden Geschlechter angeht. Pastorale Hilfe muss das ewige Heil im Blick haben.“

Gewisse Vorstellungen, man solle bei der Erarbeitung kirchlicher Positionen auch die “Lebenswirklichkeit” der Menschen als Erkenntnisquelle miteinbeziehen, lehnte Kardinal Müller ausdrücklich ab: Es gehe nicht darum, die göttliche Offenbarung “der Welt anzupassen”, sondern darum, “die Welt für Gott zu gewinnen.“

Hier kann das aufsehenerregende Buch direkt beim Fe-Verlag bestellt werden: http://www.fe-medien.de/gott-oder-nichts
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« Antwort #142 am: 12. September 2015, 10:26:33 »
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Kommentar: Franziskus übersetzt "Barmherzigkeit" ins Kirchenrecht

 Konservative grummeln - und das nicht mehr nur leise. Denn der Papst setzt schon vor der mit Spannung erwarteten Bischofssynode deutliche Signale beim Thema Ehe und Familie, meint Christoph Strack.
 
Revolution in der Kirche? Der Papst aus Argentinien hat das kirchliche Verfahren vereinfacht, um katholisch geschlossene Ehen zu annullieren. Viele sprechen schon von einer katholischen Scheidung.
 
Aber warum wundern sich nun so viele? Franziskus ist der Papst, der die Nähe zu den Menschen sucht. Den Apostolischen Palast hoch über dem Petersplatz verweigerte er als Domizil. Er blüht auf, wenn er Menschen am Rande der Gesellschaft nahe kommt - Flüchtlingen, Gefangenen, Kranken, Alten.
 
Franziskus sucht Nähe zu den Menschen
 

All das liegt ganz auf der Linie des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio. Auch als Erzbischof von Buenos Aires suchte er die Nähe zu den Menschen, fuhr U-Bahn statt Limousine, ging zur jährlichen Fußwaschung in der Karwoche ins Gefängnis. Und er kannte die Seelennöte seiner Schäfchen. Der Erzbischof hörte auch regelmäßig die Beichte. Da macht ein Priester gewiss andere Erfahrungen als jene Geistlichen, die über viele Jahre im Zentrum der Weltkirche auf kirchliches Recht und überkommene Ordnung achten.
 
Nun sucht dieser Papst, den man gewiss als fromm und auch als konservativ bezeichnen kann, nach einer Möglichkeit, Menschen einen weiteren Weg des Lebens in Glaube und Kirche zu bieten. Die entsprechenden Verfahren zur Annullierung einer gescheiterten Ehe sollen zügiger laufen und weniger aufwendig sein. In Deutschland kann so etwas, verbunden mit mehreren Instanzen, heute zwei oder auch mal drei Jahre dauern. Ein Aufwand, weil man kirchlich feststellen möchte, ob eine Ehe je als kirchlich gültige Ehe zu gelten hatte. Es bleibt auch künftig eine Ausnahme. Manche sagen: eine Hintertür.
 
"Barmherzigkeit": Dieser Begriff prägt immer mehr das im März 2013 begonnene Pontifikat von Franziskus. Er ruft ein Heiliges Jahr aus, das am 8. Dezember beginnt - unter dem Stichwort "Jubiläum der Barmherzigkeit". Im Juli 2016 reist er zum Weltjugendtag nach Krakau, eine Mega-Veranstaltung unter dem Oberbegriff Barmherzigkeit. "Es erbarmt ihn", heißt es gelegentlich im Neuen Testament von Jesus. Franziskus erinnert daran, dass die Kirche nicht nur für strenges Recht steht, sondern genau für diese Barmherzigkeit.
 
Putschgerüchte im Vatikan
 
Damit gibt er zum zweiten Mal binnen weniger Tage ein deutliches Signal. Zuvor sorgte er bei der Frage, wie Abtreibungen bei der kirchlichen Beichte einzuordnen sind, für Neuerungen. Nicht alles, was seine Vorgänger an rechtlicher Klarheit und strenger Dogmatik festgelegt haben, bleibt in Stein gemeißelt. Aber bei beiden Punkten weicht er keinen Deut vom Kern der Lehre ab: Eine katholisch geschlossene Ehe gilt als Sakrament und bleibt grundsätzlich unauflöslich.
 
Und Franziskus gibt auch Hinweise für die Synode rund um Sexualmoral und Familienpastoral. Eher begrenzte Schritte - wie beispielsweise die zügigere Abwicklung von Verfahren zur Eheannullierung - kann ein Papst selbst veranlassen. Dazu braucht er keine Synode. Konservative können das nun nicht mehr zur Verhandlungsmasse in der Synodenaula machen.
 
Von Putschgerüchten im Vatikan ist mittlerweile dunkel - und gewiss nicht ganz passend - die Rede. "Ist der Papst noch katholisch?" titelt das amerikanische Magazin "Newsweek". Klar ist: Strukturkonservative Kreise im Kurienapparat gehen auf Distanz. Aber wartet man nicht genau darauf nach all den vielen dunklen Jahren in Rom: dass ein Papst, dass dieser Papst für Wirbel sorgt? Eine Revolution wird es gewiss nicht werden.
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« Antwort #143 am: 19. September 2015, 10:30:36 »
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Vaticanist Edward Pentin entlarvt massive Manipulationen in der Familiensynode 2014
Veröffentlicht: 17. September 2015 | Autor: Felizitas Küble | A
Mathias von Gersdorff

Der Vaticanist Edward Pentin, seit zehn Jahren Korrespondent für etliche Publikationen (Newsweek, Sunday Times, Foreign Affairs, Newsmax, National Catholic Register) in Rom, belegt in seinem neuen Buch „The Rigging of a Vatican Synod?“ (auf deutsch etwa: „Der Mechanismus hinter den Kulissen einer Synode“), die Versuche linkskatholischer Kreise, die Aussagen der Synode vom Oktober 2014 in ihrem Sinne zu manipulieren.

Der Untertitel lautet: „An Investigation of alleged Manipulation at the extraordinary Synod on the Family“ (Dt.: Eine Untersuchung zu den Vorwürfen der Manipulation in der außerordentlichen Bischofssynode vom Oktober 2014).

Der Autor zeigt im Detail, wie das Sekretariat der Synode, geleitet von Kardinal Lorenzo Baldisseri, versucht hat, eine eigene progressistische Agenda mit den klassischen Reizthemen Homosexualität, Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, wilde Ehen usw. durchzusetzen.

Vor allem in der Redaktion der Tagungsberichte wurde versucht, entsprechenden Wortmeldungen eine Bedeutung zu verleihen, die sie weder in den Ansprachen noch in den Arbeitskreisen besaßen. So kam es zu teils heftigen Auseinandersetzungen während der Synode.

Edward Pentin geht auch ausführlich auf die traurige Rolle der deutschen Delegation während der außerordentlichen Synode ein und berichtet, wie diese mit der Brechstange versuchte, der Weltkirche ihre verkorksten Ansichten zu Ehe und Sexualität aufzuoktroyieren.

Ein Höhepunkt deutscher Arroganz war der Spruch Kardinal Kaspers bei einem Interview, man brauche die afrikanischen Synodenväter nicht beachten. Pentin war der Journalist, der dieses Interview aufnahm.

Das Buch ist (derzeit) nur als E-Book auf Englisch erhältlich.

Wird es auf der kommenden ordentlichen Synode ebenfalls wie vergangenes Jahr zugehen?

In einem Gespräch mit Maike Hickson von Lifesitenews gab sich Pentin pessimistisch. Er rechnet mit weiteren, aber subtileren Manipulationsversuchen seitens jener Kreise, welche diekirchliche Lehre über Ehe und Familie aufweichen wollen. Jedenfalls müsse man die Vorgänge sehr genau beobachten und dürfe nicht naiv sein.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion “Kinder in Gefahr” (Frankfurt) und die Webseite “Kultur und Medien online”


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La Salette 1846



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