Heiliger Augustinus

Augustinus, Aurelius, abendländischer Kirchenvater und einer der bedeutendsten Kirchenlehrer.

ORDENSVATER, BISCHOF, KIRCHENLEHRER (354-430)

   
   





  
Seine Biografie
Lebensdaten
Glaube ist, an das zu glauben, was man bis dahin nicht sehen kann. Die Belohnung dafür ist, das zu sehen, was man glaubt!
(Definition des Kirchenlehrers Augustinus)
 
"Weggehen von Gott heißt sterben, zurückkehren zu Gott heißt auferstehen, wohnen bei Gott heißt leben!"               (Augustinus: Alleingespräche 1,3) 
So beschreibt der hl. Augustinus den österlichen Weg des Menschen. Wir sind in Gott eingetaucht, eingehüllt in Seine heilende und liebende Gegenwart. Wir atmen in Gott, weinen in Gott, lachen in Gott. Wir leben, wenn wir in Gott sind. Ohne Gott fallen wir ins Nichts. Das ist die österliche Blickrichtung: Jesu Auferweckung und Erhöhung zum Vater verändert unser Gottes- und Menschenbild.
Dominikus gab die Regel des heiligen Augustinus seinem neu gegründeten Orden 1216 als Richtschnur für das gemeinsame Leben
Gott nicht ohne den Menschen und der Mensch nicht ohne Gott. Wir sind nicht nur auf Gott bezogen, wir leben, bewegen uns und sind in Gott.

Vor diesem Hintergrund wird uns die Tragweite des Augustinuswortes bewusst: "Weggehen von Gott heißt sterben, zurückkehren zu Gott heißt auferstehen, wohnen bei Gott heißt leben!"

Augustinus hat das in seinem Leben erfahren. Sein Leben war turbulent: Exzesse, geistige Erschütterungen, Depressionen, Irrungen, ohne Frieden, ein gequältes Leben für eine Karriere, krankhafte Selbstzerstörung. Er ist sich selbst zum Rätsel geworden -sagt er. "Weggehen von Gott heißt sterben" - so drückt Augustinus die Entfremdung des Menschen ohne Gott aus. Die Lebensentscheidung für Gott schiebt Augustinus ständig vor sich her. Er ist ein Gefangener seiner Selbstbehauptung und seines Gotteskomplexes.

Auferstehung erlebt Augustinus in seiner Bekehrung - die nicht in einem Augenblick geschieht, sondern ein langer schmerzlicher Prozess der Heimkehr ist. Er beschreibt im Buch der Bekenntnisse diesen Durchbruch zu Gott als tiefen Frieden, als Glück der Befreiung und mit dem Jubel der Erlösung. Er hat zum österlichen Leben gefunden.

"Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir. Denn auf 
dich hin hast du uns geschaffen"

(Augustinus: Bekenntnisse II/4)

"Gott ist dir näher als du dir selbst nahe bist!"
(Augustinus: Bekenntnisse III, 6, 11)

"Deine Sehnsucht ist dein Gebet!"
(Augustinus: Psalmenauslegung 37,14)

SEINE BIOGRAFIE

Augustinus Aurelius wurde am 13. November 354, in der nordafrikanischen Provinzstadt Thagaste, in Numidien (heute Souk-Ahras, Algerien) geboren. Er war der Sohn des heidnischen Stadtrates Decurio Patricius. Mutter Monika war eine überzeugte Christin, "willensstark bis zur Starrsinnigkeit und vom rechten Gottesglauben mehr als überzeugt"1.

361 begann Augustinus bei einem "literator" in Thagaste zu studieren, und fünf Jahre später wurde er nach Madaura geschickt, um die Grammatikstudien zu beginnen. Da die Familie nicht begütert war, musste Augustinus mit 16 Jahren sein Studium in Madaura abbrechen und ein Jahr bei seinen Eltern in Thagaste verbringen. Er schloss sich einer Strassenbande an und war keineswegs gottesfürchtig, sondern führte ein ausschweifendes Leben, was vor allem seiner Mutter missfiel.
371 konnte Augustinus weiterstudieren, weil ein Verwandter und Freund, Romanianus, dem er später auch einige seiner Bücher widmete, ihn unterstützte. So setzte Augustinus seine Studien, unter anderem sein Jurastudium, in Karthago (heutiges Tunis) fort.
Als Knabe musste er durch Zucht zum Lernen angehalten werden. Als junger Mann jedoch, wurde er von einem wahren Lerneifer befallen, weil alles Schöne und Geistvolle ihn faszinierte.

Nach seinem Studium war Augustinus als Rhetoriklehrer in Karthago tätig, wo er auch Floria kennen lernte, jene Frau, die er in späteren Philosophiegeschichten zu "Konkubine" schrumpfen lässt. Mit ihr lebte Augustinus immerhin 15 Jahre zusammen.
372 wurde der gemeinsame Sohn Adeodatus, "der von Gott gegebene", geboren, welcher Augustinus später immer wieder als "Sohn der Sünde" bezeichnete. Im selben Jahr starb Augustinus’ Vater.
Mit 19 las der spätere Kirchenlehrer den "Hortensius", eine (verloren gegangene) Programmschrift von Marcus Tullius Cicero, der eine nachhaltige Wirkung auf Augustinus ausübte. Die erschütternde Cicero-Lektüre bewirkte eine erste Begegnung mit der Philosophie und Weisheit der Zeit überhaupt und erweckte in Augustinus die Sehnsucht nach einem philosophischen Leben.

Im Sinne dieser Sehnsucht schloss er sich als Katechumene oder "hörender" Manichäer dem Manichäismus an, einer geistig-religiösen Strömung, die dem Christentum schwer zu schaffen machte und die eine strenge Teilung der Welt in Gut und Böse lehrte. Ihr Versprechen, ihm über alle Fragen gültige Antworten zu geben, faszinierte ihn, konnte ihn aber auf die Dauer nicht befriedigen.
Die Bibel war ihm unnütz, nicht wert, mit anderen Schriften der Weisheit und der Wahrheit verglichen zu werden, er fühlte sich von ihrer ungelehrten Sprache ab gestossen. Die Mutter litt wegen seines Lebenswandels sehr. Sie fand Trost im Traumgesicht von der "Regula lignea"2 und in der Versicherung eines Bischofs: "Ein Sohn so vieler Tränen kann nicht verloren gehen."

Folgenreicher als der "Hortensius" war für Augustinus aber das Studium von Ciceros "Academica". In diesem Werk hatte Cicero der gesicherten Erkenntnis die von der akademischen Skepsis entwickelte Wahrscheinlichkeitslehre gegenübergestellt und damit die Grenzen der erfahrbaren Welt erweitert.
Aber was Cicero als grössere Freiheit begrüsste, das bedeutete für Augustinus Zweifel und quälende Ungewissheit. In seiner frühen Schrift "Contra Academicos" rang er um die Gewissheit der Erkenntnis.
Später las Augustinus auch die lateinischen Klassiker wie Vergil und Horaz; mit dem Griechischen jedoch hatte er er ein Leben lang Probleme.
Unter dem Einfluss des Neuplatonismus (Plotin 204-270) deutete Augustinus die Ideenlehre Platons in einem für die spätere Philosophie sehr fruchtbaren christlichen Sinne um: Die Urbilder, von denen alles Irdische nur Abbild ist, sind die schöpferischen Gedanken Gottes.

374 ging Augustinus nach Thagaste zurück, wo er als Grammatiklehrer arbeitete. Die Mutter, die seine Zugehörigkeit zu den Manichäern kannte, nahm ihn nicht in ihr Haus auf. Daher lebte er einige Zeit als Gast bei Romanius. Ein Jahr später zog er wieder nach Karthago und eröffnete dort eine Schule der Beredsamkeit.
Im Jahre 383 führte Augustinus einige Unterredungen mit dem manichäischen Bischof Faustus von Mileve, von denen er grundlegend enttäuscht war.
Gemeinsam mit Floria ging Augustinus nach Rom, um dort sein Glück zu suchen. Er gründete dort erneut eine Schule und war wiederum als Rhetoriklehrer tätig. Aber die Einkünfte waren noch kümmerlicher als in Afrika, da er von seinen Schülern betrogen wurde. Das Wichtigste für ihn aber war, dass er endlich vor seiner Mutter fliehen konnte, für deren Religion er zunehmend Verachtung empfand.

Schliesslich machte Augustinus einen Karrieresprung, denn er wurde von den Manichäern dem mailändischen Stadtpräfekten Aurelius Symmachus empfohlen. Von diesem wurde er 384 nach Mailand, der damaligen Kulturhauptstadt des Römischen Reiches, berufen, um als Hochschullehrer und erster Redner am kaiserlichen Hof zu arbeiten.
Dort studierte er die Schriften des Mailänder Bischofs Ambrosius, der ihn zunehmend in seinen Bann zu ziehen schien. "Allmählich kam mit den Worten auch die Sache in meinen Geist, und indem ich aufmerksam war zu vernehmen, wie beredt er sprach, prägte es sich mir auch ein, wie wahr er sprach." 3

Ambrosius führte ihm eine Existenz vor, in der weltliche und geistige Macht scheinbar problemlos ineinander griffen. Ambrosius war zudem ein Schriftgelehrter, der sich viele Anhänger verschaffte. Er brachte die christliche Glaubensbotschaft mit der griechischen Philosophie zusammen und formte daraus einen Wahrheitsanspruch, der dem noch immer zögerlichen Augustinus ausgesprochen überzeugend erschien. Er sah sich nun als Christ, der auf dem Weg zu seinem Gott war.

Nun war auch die Stunde seiner Mutter, die ihm 385 mit ihrem zweiten Sohn Navigius nach Mailand gefolgt war, gekommen. Monika drängte Augustinus, sich von Floria zu trennen. Sie wurde schliesslich nach Afrika zurückgeschickt. Stattdessen sollte er ein junges Mädchen aus besseren Kreisen heiraten, was aber auch nicht weiter als zu einer Verlobung führte.

Eine Biografie über den Mönchsvater Antonius4 faszinierte Augustinus, und er stürzte in eine Krise: "Als nun aber meine tiefe Selbstbetrachtung aus dem geheimen Grund meines Innern mein ganzes Elend hervorgezerrt und vor die Augen meiner Seele gebracht hatte, erhob sich in mir ein ungeheurer Sturm, der einen gewaltigen Regenguß von Tränen mit sich führte. Ich mußte ihm und all seinen Stimmen in mir freien Lauf lassen, stand auf und verließ Alypius. Unter einem Feigenbaum warf ich mich, ich weiß nicht wie, zur Erde nieder. Ich ließ meine Tränen fließen. Fluten brachen aus meinen Augen hervor, ein wohlgefälliges Opfer, dir geweiht. Siehe, da hörte ich aus dem Nachbarhaus vielleicht eines Knaben oder eines Mädchens Stimme in singendem Ton immer wieder und wieder die Worte sagen: ‚tolle! lege!’ (‚Nimm und lies!’) Alsbald verwandelten sich die Züge meines Angesichts... Ich hielt den Tränenguß zurück und stand auf; denn ich konnte es mir nicht anders deuten als einen Befehl vom Himmel, die Schrift aufzuschlagen und das erste Kapitel, auf das ich treffen würde, zu lesen. Hatte ich doch gehört, daß Antonius die Worte des Evangeliums, auf die er ganz zufällig gestoßen war, als eine gerade für ihn bestimmte Ermahnung aufgefaßt hatte."5
Er ergriff die Bibel und stiess auf den Satz: "Lasset uns ehrbar wandeln als am Tage, nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Buhlereien und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht, sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch nicht so, dass Begierden erwachen!"
"Denn gleich beim Schluss dieses Satzes ergoß es sich wie Licht und Sicherheit in meine Seele. Alle Finsternis, aller Zweifel war dahin."5
So erlebte Augustinus seine Bekehrung.

Im Alter von 32 Jahren gab Augustinus seinen Lehrstuhl in Mailand auf, um sich gänzlich Gott widmen zu können. Er zog sich im Herbst 386 auf das Landgut eines Freundes bei Cassiciacum in der Brianza zurück, wo er in Gemeinschaft mit seiner Mutter, seinem Bruder und einigen Freunden mehrere Monate in fruchtbarer geistiger und seelischer Tätigkeit verbrachte.

Diese Erfahrung mit gleichgesinnten Gottsuchenden hatte in ihm die Überzeugung geweckt, dass er berufen sei, in Gebet und Arbeit in klösterlicher Stille Christus zu dienen.
In der Osternacht 387 liess er sich gemeinsam mit seinem Sohn Adeodatus und einem Freund von Ambrosius in Mailand taufen und wollte dann nach Afrika zurückkehren.


Im gleichen Jahr reiste er mit seiner Mutter, seinem Sohn nach Ostia ab. Während sie dort auf das Schiff, das sie nach Afrika bringen sollte, warteten, erkrankte seine Mutter Monika und starb schliesslich im Oktober 387, zufrieden mit dem Erreichten. Die Heimkehr von Augustinus verzögerte sich dadurch, und er verbrachte ein Jahr in Rom, wo er das Klosterleben kennenzulernen suchte und einige Bücher verfasste.

Nach seiner Ankunft in Thagaste gegen Ende 388 gründete er mit einigen Freunden auf einem Besitz, den er von seinen Eltern geerbt hatte, eine Gemeinschaft von Laienmönchen. Ein Jahr später starben sein Sohn und sein Freund Nebridius. Trotzdem bezeichnete er später die drei Jahre, die er in Thagaste verbracht hatte, als die glücklichsten seines Lebens.
Von Thagste aus verbreitete sich der Ruf seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit. 

Bei einem Besuch in Hippo Regius im Jahre 391 verlangte die dortige Christengemeinde einstimmig, dass er für ihre Geschäfts- und Hafenstadt zum Priester geweiht werde. Er empfing vom bejahrten Bischof Valerius die Priesterweihe und trat seine Tätigkeit als Prediger an. Drei Jahre später war die Bischofsweihe. Er war zunächst Hilfsbischof des Valerius, nach dessen Tod, wahrscheinlich im Jahre 396, wurde er Bischof von Hippo.

Dieses neue, verantwortungsvolle Amt verleitete Augustinus nicht dazu, sein Klosterideal aufzugeben. Bis zu seiner letzten Stunde lebte er treu nach seiner klösterlichen Lebensregel. Als Priester hatte er auf einem Teil des Kirchengartens, den ihm Valerius gegeben hatte, ein Kloster gebaut. Als Bischof benützte er sein Bischofshaus als Kloster, in dem er mit seinen Hausgenossen ein vollkommen gemeinsames Leben führte. In seinen "Bekenntnissen" begegnen wir einem leidenschaftlich nach Wahrheit und Weisheit suchenden Menschen.

In Augustinus, dem Bischof, wuchs mehr und mehr die Überzeugung, dass Ordensleben und Priesteramt, die Kronen christlichen Lebens, zu einer Einheit verbunden werden können, die in der Kirche eine neue priesterliche Elite schaffen sollte. Da die Gemeinschaft am besten die geistige und seelische Ausbildung gewährleisten kann, war er der Ansicht, dass dies nicht nur ein Weg, sondern der einzig gangbare Weg für den Klerus sei.

Seine Wirksamkeit erstreckte sich bald bis über die Grenze seines Bistums. Augustinus wurde zum Mittelpunkt der afrikanischen, bald auch der abendländischen Kirche. In seinen unermüdlichen Auseinandersetzungen mit dem Manichäismus, Donatismus, Pelagianismus (vertrat gegen Augustins Gnadenlehre die menschliche Willensfreiheit) und Arianismus (wonach Christus mit Gott nicht wesenseins, sondern nur wesensähnlich sei) entwickelte er seine Lehren von der Erbsünde, der göttlichen Gnade, der göttlichen Souveränität und der Prädestination, die über Jahrhunderte bis ins hohe Mittelalter sowohl die katholische Theologie wie auch später die Reformation beeinflusste.

Eine der zahlreichen Legenden erzählt, wie Augustinus am Ufer des Meeres wandelnd und in tiefes Nachdenken versunken einen kleinen Knaben sah, der mit einem Löffel Wasser schöpfte und in eine Sandgrube goss. Befragt, was er da tue, antwortete das Kind: "Dasselbe, was du tust! Du willst die Unergründlichkeit Gottes mit deinen Gedanken aussschöpfen - ich versuche, das Meer auszuschöpfen!"  

Während der Belagerung seiner Stadt durch die Vandalen erkrankte Augustinus an einem Fieber. Er wollte nicht sterben, ohne vorher gründlich Buße getan zu haben. Teil dieser Buße war, keinen Besuch mehr zu empfangen, eine Ausnahme machte er nur für seinen Arzt und für die Diener, die ihm das Essen brachten. Er ließ sich die Bußpsalmen auf Pergament abschreiben und an die Wand nageln; niemand konnte ihn bei seiner ununterbrochenen Lektüre stören. Schließlich starb Augustinus im Jahre 430 am 28. August in Hippo Regius. 

Seine Gebeine wurden im 8. Jahrhundert von den Langobarden nach Pavia gebracht.

Den meisten Menschen gilt Augustinus als der Denker, der der Philosophie, der Theologie und dem ganzen geistigen Leben endgültige Richtung gegeben und die karitativ-soziale Seite im Leben der Kirche stark mitgeprägt hat.
Augustinus trägt die Ehrennamen "Kirchenvater" und " Kämpfer gegen Irrlehren". Er ist Patron der Theologen, Buchdrucker und Bierbrauer und Nothelfer für gute Augen. Seine Attribute sind das Buch, ein flammendes Herz, ein Engel und ein wasserschöpfendes Kind.

1) Jostein Gaarder, "Das Leben ist kurz, vita brevis", dtv, Nachwort von Otto A. Böhmer, 1999 S. 102
2) hölzerne Regel, von Augustinus in den "Confessiones" (im III. Buch) erwähnt
3) Confessiones 5,14
4) Antonius der Einsiedler 251-356
5) Confessiones Ende XIII. Buch
6) Auszüge von: http://www.ksluzern.ch/klassenstufen/l5/lat_autoren/arbeitenklasse/augustinus/biografie.htm

Augustinus hinterlässt zahlreiche Schriften (mehr als 500 Predigten sind von ihm noch erhalten). Sie erweisen sich als sprachlich klare Abhandlungen, als theologisch gründlich durchdachte, in der Bibel verankerte Textfassungen und Briefe.
Die wohl bekanntesten sind "Der Gottesstaat" und seine "Bekenntnisse", in denen die leidenschaftliche Suche nach GOTT auch für den heutigen Menschen lebensnah nachvollziehbar ist.  
Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus

Den meisten Menschen gilt Augustinus als der große Denker, der der Philosophie, Theologie und dem ganzen geistigen Leben endgültige Richtung gegeben und die karitativ-soziale Seite im Leben der Kirche stark mitgeprägt hat. Man sollte jedoch seinen Beitrag zum Ordensleben der Kirche nicht übersehen, denn aus dieser Quelle schöpfte er Kraft für seine großen Leistungen. Das insbesondere ist unser kostbares Erbe.

Lebensdaten

Jahr

354

in Thagaste (heute Souk-Ahras in Algerien) geboren; christliche Erziehung durch seine Mutter Monika

365

Besuch der Schule in Madaura
Ein ausschweifendes, sinnliches Leben ist Ausdruck seiner Sehnsucht nach Erfüllung und Glück, nach Wahrheit und Weisheit

370

Studium der Rhetorik in Karthago,
Freundschaft mit einer jungen Frau, aus deren Verbindung ihm

372

ein Sohn, Adeodatus, geboren wird.

373

bis 383 Lehrtätigkeit in Thagaste und Karthago, sucht in der Lehre des Manichäismus Antwort auf seine bohrenden Fragen

378

Reise nach Rom, erneute Begegnung mit dem Manichäismus, die ihn enttäuscht.
Ruf als Rhetorikprofessor nach Mailand an die kaiserliche Hochschule
Begegnung mit Bischof Ambrosius, dessen Predigten ihn mehr und mehr fesseln;
Augustinus erkennt zunehmend in der christlichen Botschaft die Wahrheit des Lebens.

386

Er bittet GOTT um Umkehr und Neubeginn. Da hört er eine Kinderstimme "Tolle lege, tolle lege - nimm und lies, nimm und lies!" und erkennt darin ein Zeichen für sein Leben, er greift nach der Heiligen Schrift, die ihn in die Stunde der Entscheidung bringt.

Zeit des inneren Friedens und der Ruhe beginnt. Augustinus zieht sich mit seiner Mutter Monika und einigen Freunden auf ein Landgut zurück und führt ein spirituelles Leben in Gemeinschaft.

387

(Ostern) Er empfängt zusammen mit seinem Sohn Adeodatus und seinem Freund Alipius die Taufe durch Ambrosius.

Seine Überzeugung wächst, als Ziel ein Leben in Gemeinschaft, in Gebet und Arbeit, in klösterlicher Stille anzustreben und in allem Christus "zu suchen und ihm immer neu zu begegnen".

Rückkehr nach Nordafrika, Zwischenhalt in Ostia: Monika stirbt.

388

Nach seiner Ankunft in Thagaste gründet er mit einigen Freunden im Haus seines Vaters eine Gemeinschaft von Laienmönchen. Gemeinschaftliches Gebet, gemeinsamer Tisch, Stunden der Handarbeit, Lesung und Studium , religiöse Gespräche und die Eucharistie stehen im Mittelpunkt der jungen, wachsenden Gemeinschaft. Diese Jahre gehören zu den glücklichsten seines Lebens. Bald verbreitete sich sein Ruf über die ganze römische Provinz.

389

Adeodatus stirbt.

391

Besuch in Hippo Regius (heute Annaba):
Die christliche Gemeinde der Bischofsstadt, deren soziale Verhältnisse in argem Zustand liegen, verlangt nach Augustinus und seiner Priesterweihe.

Vom hoch betagten Bischof Valerius wird er zum Priester geweiht.

394

Augustinus empfängt die Bischofsweihe - ein Amt, das ihm mehr Last als Freude ist. Er wirkt erst als Hilfsbischof, um 396 wird er dann als Nachfolger von Valerius Bischof von Hippo eingesetzt. Sein Ideal der Klostergemeinschaft gibt er jedoch nicht auf und führt das in Thagaste Begonnene auf dem Bischofsgut weiter. Aus der Laiengemeinschaft wächst eine Gemeinschaft von Klerikern: intensives Studium löst die Handarbeit ab.

In den folgenden Jahren bewegen Augustinus heftige Auseinandersetzung mit den Donatisten und mit Pelagius, der den Willen des Menschen absolut setzt. Es entstehen zahlreiche Streitschriften.

430

28. August: Augustinus stirbt, während seine Bischofsstadt von den Vandalen belagert wird. In ihm jedoch lebt bis zu seinem Tod eine ungebrochene Hoffnung:

 

"Gott enttäuscht nicht"

 

Empfohlene Seite : www.augustiner.de

.

  www.kath-zdw.ch back top