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Die hl. Messe
Allgemeinverständliche Informationen zum Aufbau einer Messfeier.

Eher kann die Welt ohne die Sonne existieren, als ohne die heilige Messe. Pater Pio

  
  




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Gottesdienst ( Messe ) lebendig, in liebender, bewusster Hingabe mitfeiern
Was fast keiner bei der Opferbereitung weiss Der Aufbau der Hl. Messe

Die Vorabendmesse

Der Priester steht viel höher

Gnaden, die aus dem Messehören entspringen Besuch des Allerheiligsten
Verwendung der rechten Wandlungsworte
Aufopferung aller heiligen Messen und guten Werke
Aufopferung aller heiligen Kommunionen
 

Was ist uns die heilige Messe?

Wie benützen wir sie?

Wie werten wir sie?

 
Was ist die hl. Messe?
Ein Blutstrom.  Alle Gnaden kommen vom Kreuz, dem Zentrum aller Gnaden. Die Gnade GOTTES ist durch Jesus Christus. Wir sind erlöst durch das Kostbare Blut (=oberster Glaubenssatz des Christentums!). Aber diese Gnaden aus dem Herzen Jesu bedürfen eines «Kanals», über den sie den Menschen zugewendet werden. Dieser «Gnadenkanal» des Kostbaren Blutes ist beim Letzten Abendmahl eingesetzt worden: als der unter der Gestalt des Brotes gegenwärtige Leib des Herrn, der für uns hingegeben, als das unter der Gestalt des Weines lebendige das für uns vergossen wird. Weil die Messe der opfernde, blutende, gnadenspendende Christus ist, sobald der Priester die Wandlungsworte gesprochen hat, kann man sagen: Alles Heil hängt von der Hl. Messe ab. Ohne die Messe versiegt der Gnadenstrom des Kreuzes. Ohne die Messe kein Fliessen des Kostbaren Blutes. Ohne die Messe keine Sündenvergebung. Ohne die Messe keine Gnade. Ohne die Messe keine Heiligkeit. Ohne die Messe keine ewige Seligkeit. Die Messe ist der grosse Gnadenkanal der Christenheit. (Gedanken nach Pfr. Rob Mäder t)

Wenn die Mitfeier des Gottesdienstes zu einer festen Größe in meinem Leben geworden ist, dann werde ich erfahren, welche prägenden Kräfte von ihm ausgehen und in mein Leben einwirken.

In der Messe wird jenes Opfer
gegenwärtig und lebendig.

Versuchen wir im folgenden einen praktischen Weg aufzuzeigen,
um den Gottesdienst ( Messe ) lebendig, in liebender, bewusster Hingabe mitfeiern zu können.

Unterwegs zur Kirche beten wir bereits:
Vater, ich komme zum heiligen Opfer,
mit dem Verlangen, Dir die höchste Ehre darzubieten, die grösste Liebe zu erweisen und hinreichende Sühne zu leisten, Dich unendlich zu verherrlichen. Ich weiss es und bin überzeugt:
wenn ich Dir, Vater, Deinen vielgeliebten Sohn aufopfere, erfreue und verherrliche ich Dich mehr, als die Sünden der ganzen Welt Dich beleidigen. 
Es beglückt mich, das zu wissen und das zu tun, im Namen aller Seelen, aller Geschöpfe.
So wünsche ich dies jeden Augenblick meines Lebens zu tun:
ein jeder Pulsschlag sei fortan ein „Nimm an" womit ich Dir, Vater, Jesus darbringe in der Liebe des Unbefleckten Herzens Mariens. Amen.

Beim Schuldbekenntnis

denken wir daran, dass wir wirklich als arme Sünder vor den heiligen Gott hintreten. Wir müssen ehrlich gestehen: ich habe wieder in vielem gefehlt und dadurch Gott enttäuscht und beleidigt. Darum hebe ich mein reuevolles Herz zu Ihm und erwarte sein Erbarmen, das mir gewährt wird in dem Gebet: Nachlass, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden gewähre uns der allmächtige und barmherzige Herr. So können wir der gnadenvollen Begegnung mit ihm entgegensehen.

Es ist eine grosse Versuchung für die frommen Seelen zu glauben, der häufige Messbesuch sichere ihnen ohne weiteres den Wohlgefallen Gottes zu.... Wir wissen zu gut, Gott verlangt von uns viel mehr; er will auch unsere Lebensgestaltung im Geist und aus der Kraft der heiligen Messe. Aber er schaut nicht so sehr auf unseren Erfolg, sondern auf unser Bemühen, nicht so sehr auf unser Versagen, sondern auf unser Vertrauen.... „Herr, erbarme Dich unser!"

Dankbaren Herzens stimmen wir
das jubelnde Gloria
an. Beten wir es für uns, aber auch im Namen aller für die Gnaden und Wohltaten, die Gott uns und allen Menschen erweist. Beim Aufklingen dieser Lobpreisung Gottes fühlen wir die Einheit der Kirche, das Mitschwingen der Engelchöre und die Anbetung aller Nationen. So viele Seelen vergessen inmitten ihrer vielseitigen Aufgaben die wichtigste, ihren Herrn und Gott immer zu loben. Das Gloria mahnt uns mit aller Dringlichkeit an diese unsere wesentliche Pflicht. Erinnern wir uns dabei auch an den Engelsgesang über Bethlehems Fluren und nehmen wir uns vor: ich will mich bemühen, im grossen Chor der Schöpfung nach besten Kräften mitzusingen. Über jedem Gedanken, Wort und Werk soll stehen: „Ehre sei Gott ...!"

Im Tagesgebet

zeigt uns die Kirche die Schönheit und den Glanz ihres Antlitzes. Denn ihr Gebet ist wie das Atmen ihrer Seele. Wenn es der Priester betet, hat er keine verkrampften Hände, die sich anquälen, als müssten sie alles selber erringen. Vielmehr hält er seine Hände ausgebreitet, nach oben geöffnet, weil er von Gott allen Segen erhofft. In dieser Haltung soll er auch die Anliegen der Gläubigen mit in sein Flehen hineinnehmen. 

In der Lesung und im Evangelium

spricht Gott zu uns und gibt uns oft eine ganz persönliche Weisung, wenn wir aufmerksam hinhören, und seine Worte willig in uns aufnehmen. Noch eindringlicher ist ihre Wirkung auf unsere Seele, wenn wir uns in lebendigem Glauben daran erinnern, dass der göttliche Heiland selbst, eucharistisch unter uns ist und die Verkündigung seiner Wahrheit fortsetzt. Und seine Worte sind immer Geist und Leben, vor allem auch für die unmittelbare Vereinigung mit ihm in der heiligen Kommunion. Wie sehr können sie uns zu einer innigen Dansagung anregen! Versuchen wir es!

Das Credo

muss aus einem dankbaren, gläubigen Herzen kommen, muss ein frohes Bekenntnis sein, dass wir die Wahrheit Gottes in vollem Umfang annehmen, sie mit in den Alltag hineinnehmen und unter die unsicher gewordenen Menschen hineintragen wollen.

In der Opferbereitung

werden die Gaben von Brot und Wein Gott dargebracht. Der in Brasilien heiligmässig verstorbene Pater Johann Baptist Reuss,. der gerade bei der heiligen Messe vieler Visionen gewürdigt wurde, sah bei der Opferung, wie die Henker das Kreuz für Jesus herrichteten. Ob daher bei dieser Handlung die sitzende Haltung angebracht ist, muss doch sehr bezweifelt werden, zumal wir uns selbst mitopfern müssen, wenn wir an den Früchten des Kreuzesopfers Jesu teilhaben wollen. Denn was nicht geopfert ist, wird nicht gewandelt; deshalb gehen auch so viele Seelen leer aus der heiligen Messe. Versinnbildet ist unser Mitopfer in dem kleinen Wassertropfen, den der Priester in den Wein gibt und der sich vollkommen mit ihm verbindet.

Beten wir daher: Nimm an, himmlischer Vater, mich selbst mit allem , was ich bin und habe. Mach mit mir, was du willst! ich will nichts als eine kleine Hostie sein, die nun in deinen Händen ruht, um ganz geopfert zu werden. Lass nicht zu, dass ich etwas zurücknehme! - In dieser Opfergesinnung nehmen wir auch alles an, was uns den Tag hindurch an Freudigem und Schwerem begegnet, deine Arbeit, deine Mühen und vereinigen es mit dem Opfer Christi. Erst dadurch erhält es unendlichen, ewigen Wert vor Gott. So nimmt Jesus mein Leiden in seine Hände und verwandelt es zum Segen; so nimmt Jesus meine Kämpfe und sie werden sein Sieg, ja mein ganzes Leben, und es wird geweiht und geheiligt durch ihn .... Verstehen wir nun: bei der Opferung hebt der Priester die Patene mit der Hostie empor. Diese Hostie selbst, bin ich, sind wir alle!

Es ist so wichtig, dass wir die Notwendigkeit und den tiefen Sinn unseres Mitopferns begreifen. Warum, werden wir gleich erkennen! Gott, der mich von Ewigkeit her geliebt und aus Erbarmen an sich gezogen hat, ist es, der sich in mir das Opfer bereitet. Doch nicht in mir als sterblichem Geschöpf, sondern durch die Vereinigung mit dem einzig würdigen Opfer Jesu Christi, seines Sohnes, durch das dem Vater alle Ehre zuteil wird. So kann ich nur insoweit ein Opfer sein, als er sich in mir opfert und ich in ihm geopfert werde! Welch erhabenes Geheimnis, welche Gnade, es erkunden zu dürfen! Wie muss dieses Wissen mich umgestalten: mein Denken, mein Reden, mein Tun, mein Beten und Opfern! Wie muss mich diese Wahrheit durchdringen, dass nicht ich lebe, sondern Christus in mir lebt! Dass meine Kräfte für alle guten Werke aus dem göttlichen Weinstock kommen; dass mein Opfer auch wenn ich es freiwillig wähle, doch im letzten nicht mein Opfer ist, sondern einzig und allein sein Wirken in mir und er mich so zur Vollendung in ihm führt. - Wer recht zu opfern versteht, möchte

Gott danken

Vornehme Gesinnung lässt uns ihm immer und überall Dank sagen, denn jeder Augenblick unseres Lebens ist doch ein Geschenk seiner allmächtigen Liebe und welch reichen Anteil gibt er uns an den Gütern seiner Schöpfung. Wieviel mehr aber verpflichtet uns seine überströmende Gnade, ihm zu danken. Müssen wir nicht mit Tobias sprechen: „Mit allem Guten sind wir überhäuft worden, was werden wir ihm dafür geben können" (Tob 12,2ff). Reicht unser Dank aus? Nein, „die heilige Messe ist die eigentliche, höchste und Gott alleinwürdige Danksagung, die wir darbringen können" (Abt Marmion). Denn in ihr erneuert Jesus all seine Danksagungen während seines ganzen Lebens und bringt sie seinem himmlischen Vater dar - für uns. So dankt die Kirche immer durch Christus unsern Herrn?"

Beim Sanctus"

sinken wir auf die Knie und lobpreisen Gott mit den Chören der Engel - auch mit unserem Schutzengel: Heilig, heilig, heilig, Her Gott der Heerscharen, Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit... Zwar erwähnt die Liturgie nur die heiligen Engel, aber wird wohl die Königin des Himmels schweigen, wenn ihre Diener Gott verherrlichen!?....und die Heiligen!? - In ehrfürchtiger Ergriffenheit erleben wir

das Wunder der Wandlung

Wir stehen gleichsam vor der Türe des Krippenstalls von Bethlehem und auf der Höhe von Golgotha. Der gottmenschliche Hohepriester wirkt und spricht nun durch den Priester. Er, der einst das Brot tausendfach vermehrte, verwandelt es jetzt noch wunderbarer in seinen eigenen Leib. Er, der in Kana das Wunder wirkte, dass Wasser zu Wein wurde, verwandelt nun den Wein in sein kostbares Blut. Auch wir geben uns ihm aufs neue in Liebe hin und beten: „Jesus, wandle mich um in Dich!"

So wird dem Himmlischen Vater alle Herrlichkeit und Ehre". Die hl. Mechthild betete innig. Mein Gott, ich möchte die Macht haben, mit jedem Wort, mit jedem Atemzug unendliche Welten von Engel zu erschaffen, damit sie dich loben, dich ehren, dir danken. So viele Herzen wünsche ich zu haben als Sterne am Himmel, Blätter an den Bäumen und Tropfen Wasser im Meere sind, um dich meinen Gott, zu lieben und dir vollkommen zu dienen." Da erschien ihr der Heiland und sprach: Alle diese Ehren kannst du mir erweisen und noch viel mehr als du wünschst. All das kannst du durch die Mitfeier auch nur einer einzigen heiligen Messe." Bei diesen Worten stand Jesus vor ihr auf dem Altar, die Hände ausgebreitet, aus seinen heiligen Wunden floss Blut in Strömen.

 

Sieh da" sagte er, meine Wunden, die Gott Vater mit der Seele aussöhnen. Wenn die Seele alles, was sie vernachlässigt, was sie vergeudet, wiedergewinnen will, dann nähere sie sich dem erhabenen Opfer der heiligen Messe, die alle Güter und Gnaden enthält."

 

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Wie muss dies unseren Eifer für die heilige Messe heben und beleben! Jeder Augenblick bei Tag und Nacht ist durchströmt vom Blut Christi, weil sich Jesus immer auf einem Altar der Welt opfert. Wir können mitopfern, Wandlungsstille umgibt uns; wir sind in schweigender, heiliger Gottesnähe. - nach dem feierlichem Lobpreis an die heiligste Dreifaltigkeit dürfen wir

 

das Vater unser" beten

Vereint mit Jesus! Durch ihn ist er auch unser Vater; warme Vertraulichkeit durchzieht unsere Seele, da auch wir sagen dürfen. Aba, Vater! Überdenken wir sein Gebet und setzen wir es um in unser Leben.

Geheiligt werde Dein Name.
Ich will Dich verherrlichen, heute wo und wie ich kann. alles Geschehen und Schaffen sei zu Deiner Ehre.

Dein Reich komme.
Ich will Dein Reich vermehren in mir und in anderen Seelen. Was kann ich heute für Dich tun? Wo und wie kann ich apostolisch wirken.

Dein Wille geschehe.
Nicht Laune und Lust, nicht Gunst und Vorteil, nicht mein kleines Ich sollen mich weisen. einzig Dein Wille!

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Ehrfurcht will ich haben vor Deinen Gaben, dankbar sein für jedes Geschenk Deiner Güte. Vor allem für die heilige Kommunion, das Brot des Lebens".

Vergib, wie wir vergeben.
Ich will die Liebe üben - gut, geduldig und barmherzig sein - vergeben und vergessen. Nimm Härte und Stolz, Empfindlichkeit von mir, denn ich komme vom Opfer der Liebe und Versöhnung!

Führe uns nicht in Versuchung.
Ich will über meine Schwächen wachen, mutig Deine Prüfungen ertragen.

Erlöse uns von dem Bösen.
Nichts soll mich niederdrücken. Mit Deiner Gnade lass mich über dem Ganzen stehen.

Im Agnus Dei"

flehen wir noch einmal in tiefster Demut um das Erbarmen Gottes. Wir sind uns zwar unserer Unwürdigkeit bewusst, vertrauen aber ganz auf seine Liebe. Agnus Dei (Lamm Gottes, Du nimmst hinweg...)

Vorbereitung für die hl. Kommunion

Nach dem Agnus Dei betet der Priester in Demut verneigt um den inneren Frieden mit Jesus, den er uns hinterlassen hat, - um Erlösung durch Jesu Fleisch und Blut von unseren Sünden, um Treue und Einheit mit Gott; bittet, dass der Genuss seines Leibes uns Unwürdigen zum Heil und Schutz unseres Leibes und unserer Seele sei, um dann all diese Bitten in seiner Kniebeuge vor dem kommenden Jesus in Ehrfurcht und Hingabe hineinzulegen. Maria, die dabei ihm und uns allen helfen will, wollen wir bitten. Lass die hl. Kommunion uns immer mehr deine Bethlehemsaugenblicke werden, wo Du nach der Verkündigung, Jesus in Dir empfangen durftest.

Die heilige Kommunion

Herr ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach!" Nie sind wir seiner Erlöserliebe würdig, die so tief ist, dass sie den Mörder, den Schächer am Kreuz in seiner Reue noch mit voller Liebe umarmt hat. Welche Liebe also wartet auf uns? Ewigkeitstiefe Liebe, die alle Engel erzittern lässt und unendlich selig erhält!
Jesus ist aber nie allein, auch dann nicht, wenn er in der heiligen Kommunion zu uns kommt. Er ist ja unzertrennlich als Mensch mit dem Sohn Gottes vollständig eine Einheit; aber als Sohn Gottes wiederum eine unzertrennliche Einheit mit dem himmlischen Vater und dem heiligen Geist. Wir werden bei der heiligen Kommunion auch unaussprechlich geeint mit dem dreifaltigen Gott. Darum hat der Engel von Fatima die Kinder das Kommuniongebet gelehrt - als

Danksagung

"Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte dich um Verzeihung für jene, die nicht glauben, Dich nicht anbeten, nicht hoffen und Dich nicht lieben.
Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist! Ich opfere Dir auf den kostbaren Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus, gegenwärtig in allen Tabernakeln der Welt: zur Sühne für die Schmähungen, Gotteslästerungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten, durch welche Er selbst beleidigt wird. Durch die unendlichen Verdienste des heiligsten Herzens Jesu und die Fürsprache des Unbefleckten Herzens Mariens erflehe ich von Dir die Bekehrung der armen Sünder."

Schlusssegen

Der Abschiedssegen Jesu durch den Priester! Er möchte alle Menschen der ganzen Welt segnen. So steht der Priester geistig dabei wie über der Welt, durch seine Hand segnet die Hand des himmlischen Vaters, segnet die Liebeskraft des heiligen Geistes, segnet Jesus mit seinem Erlösungskreuz alle Geschöpfe zur Heimholung in des Himmels Herrlichkeit mit ewigem, die Seelen durch und durch erfüllenden himmlisch-göttlichen Frieden!

Lassen wir diesen Segen noch nachklingen auf dem Heimweg? Untertags, zu allem Tun, zu aller Begegnung mit anderen?

Zum Schluss jetzt nochmals die Fragen an dich.

Was ist uns die heilige Messe? 

Wie benützen wir sie? 

Wie werten wir sie?

 

Aufbau der heiligen Messfeier

Eröffnung
- Einzug des Priesters 
- Gesang zur Eröffnung
- Begrüßung
- Allgemeines Schuldbekenntnis
- Kyrie (Herr, erbarme Dich unser)
- Gloria (Ehre sei Gott in der Höhe)
- Tagesgebet


Wortgottesdienst
- 1. Lesung (AT)
- 1. Zwischengesang (Antwortpsalm)
- 2. Lesung (NT)
- 2. Zwischengesang (Halleluja)
- Evangelium
- Predigt (Homilie)
- Credo (Apostolisches Glaubensbekenntnis)
- Fürbitten
Eucharistiefeier


Gabenbereitung
- Gesang zur Gabenbereitung
- Herbeibringen der Gaben (Opfergang)
- Zurüsten des Altars
- Händewaschung
- Gabengebet

Hochgebet
- Dankgebet
- Sanctus, Wandlung
- Geheimnis des Glaubens

Kommunion
- Vaterunser
- Friedensgebet
- Agnus Dei (Lamm Gottes), Brotbrechung
- Kommunionsspendung, Gesang zur Kommunion
- Besinnung und Dankhymnus
- Schlußgebet


Entlassung
- Vermeldungen
- Segen
- Entlassung
- Auszug des Priesters

 

Die Vorabendmesse
...darf das göttliche Gebot der Sonntagsheiligung nicht entkräften (Mt 7,8-13)!
Die Teilnahme am Hl. Messopfer ist dessen vollkommenste Erfüllung. Die Vorabendmesse ersetzt die Sonntagspflicht nur bei rechtmässiger Verhinderung.

 


In den meisten landessprachlichen Messbüchern sind die Wandlungsworte über den Kelch falsch übersetzt worden. In der Fassung, die die Kirche immer verwendet hat, heißt es: „Mein Blut, das für euch und für viele (lat.: pro multis) vergossen wird.“ Daraus machte man: „Mein Blut, das für euch und für alle (lat.: pro omnibus) vergossen wird.“ Diese Übersetzung ist falsch. Das „für alle“ findet sich weder in den Einsetzungsberichten der Heiligen Schrift noch in den Wandlungsworten sämtlicher überlieferter Liturgien. Es ist zwar richtig, dass Christus sein Blut für alle Menschen vergossen hat, insofern alle Menschen die Möglichkeit haben, das Heil zu erlangen. Damit ist dann das Heilsangebot gemeint. Schließlich betont das Neue Testament unzweifelhaft, dass es Gottes Wille sei, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“, weshalb sich ja Jesus „selbst als Lösegeld für alle dahingegeben hat“ (1 Tim 2, 4ff). Am Kreuz hat Jesus sein Blut tatsächlich „für alle“ vergossen. Er leistete Sühne für die Vergehen aller Menschen und bot ihnen die Erlösungsgnade an. In der Messe aber geht es um den Neuen Bund („Dies ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut …“), und zu diesem Bund gehören nun einmal nicht alle, sondern nur viele, nämlich diejenigen, die das Heil annehmen. In der Messe geht es also nicht um das Heilsangebot, sondern um die wirksame Heilsvermittlung. Es geht um die konkrete Zuwendung der Erlösung an diejenigen, die dem „Bund in seinem Blute“ (vgl. 1 Kor 11, 25) angehören.
Im Lukasevangelium spricht Jesus vom Vergießen seines Blutes „für euch“ (22,20), bei Matthäus (26,28) und Markus (14,24) heißt es: „für viele“. Die traditionelle liturgische Fassung „für euch und für viele“ verknüpft also die Zeugnisse der drei genannten Evangelien miteinander.
So hat der Römische Ritus denn auch immer den Ausdruck „pro multis“ (für viele) und niemals den Ausdruck „pro omnibus“ (für alle) bei der Wandlung des Weines in das Blut Christi benutzt. Die Anaphoren der verschiedenen Orientalischen Riten, sei es in griechischer, syrischer, armenischer oder slawischer Sprache oder in einer anderen Sprache, enthalten in ihren Sprachen das sprachliche Äquivalent zu dem lateinischen Ausdruck „pro multis“.
Der Catechismus Romanus, herausgegeben im Auftrag des Konzils von Trient, lehrt diesbezüglich: „Aber jene Worte, welche beigefügt sind; ‚für euch und für viele‘ sind teils aus Matthäus, teils aus Lukas genommen, von der heiligen Kirche aber, welche vom Heiligen Geist belehrt ist, verbunden worden und dienen dazu, um die Frucht und den Nutzen des Leidens zu verdeutlichen. Denn wenn wir die Kraft desselben betrachten, so muss man sagen, dass der Heiland sein Blut für das Heil aller vergossen hat; wenn wir aber die Frucht, welche die Menschen daraus ziehen, im Auge haben, werden wir leicht einsehen, dass dessen Nutzen nicht allen, sondern nur vielen zuteil werde. Indem er also ‚für euch‘ sagte, meinte er damit entweder die Anwesenden oder die Auserkorenen des Judenvolkes, wie die Jünger waren, mit Ausnahme des Judas, mit welchen er redete. Wenn er aber beifügte: ‚für viele‘, so wollte er darunter die übrigen Auserwählten aus den Juden und Heiden verstanden wissen. Es ist also mit Recht geschehen, dass nicht gesagt wurde ‚für alle‘, da hier bloß von den Früchten des Leidens die Rede war, welches doch nur den Auserwählten die Frucht des Heiles gebracht hat.“
Auch Sr. Lucia dos Santos – eine der Seherinnen von Fatima – hat es trefflich dargelegt: „Jesus bringt sein Leben und sein Blut dar und sagt: ‚Vergossen für viele‘. Hier schließt das Wort ‚viele‘ nicht etwa einige Menschen aus, als ob Jesus nicht für alle gestorben wäre.
Christus vergoss sein Blut wirklich für die ganze Menschheit, für alle, ohne jemanden davon auszunehmen. Wahr ist aber auch, dass nicht alle Menschen bereit sind und sich anstrengen Jesus Christus, den Preis der Erlösung, in ihrem Leben anzunehmen. Sie schließen sich so selbst von der Erlösung aus. Wir sollten an die Vielen denken, die sich nicht von seinem Leib und seinem Blut zu ernähren wissen oder dies einfach nicht wollen. Was ist mit Ihnen? ‚Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch‘ (Joh. 6,53). Diese Antwort gibt uns Jesus Christus auch im Hinblick auf jene, die unwürdig seine Gabe, seinen Leib und sein Blut, empfangen. Er ist ja gegenwärtig und lebendig im Sakrament der Eucharistie. Verschlossen in unseren Tabernakeln, geopfert auf unseren Altären, fährt der Erlöser fort, sich dem Vater als Opferlamm für die Sünden der Menschen darzubringen. Jesus hofft, dass viele edelmütige Menschen sich mit ihm verbinden, mit ihm eins werden wollen… Sie alle nehmen teil an demselben Opfer, um sich mit ihm dem Vater als Opferlamm für die Sünden der Welt hinzugeben. Auf diese Weise bietet Christus sich selbst als Opferlamm dar. Und in den Gliedern seines mystischen Leibes, bietet sich die Kirche dem Vater als Opferlamm dar.“
Schon 2006 verlangte Rom die Richtigstellung dieser falschen Übersetzung. Auch in den landessprachlichen Messbüchern solle es zukünftig wieder heißen „für viele“. Dafür ließ man den Bischofskonferenzen zwei Jahre Zeit. Im englischsprachigen Messbuch, das im Advent 2011 in Kraft treten soll, wird es nun „for many“ heißen. Auch das revidierte spanische und niederländische Messbuch haben das „für viele“. Für Deutschland jedoch erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, dass man den Ausdruck „für alle“ beibehalten wolle.
Damit widerspricht die deutsche Übersetzung der Heiligen Schrift, der gesamten Überlieferung der Kirche und die Deutsche Bischofskonferenz missachtet die Anordnungen des Heiligen Stuhls. Dies ist nicht hinnehmbar. Es geht hier nämlich nicht um eine Nebensächlichkeit, sondern um das Herz der katholischen Religion und um den Grundstein der Kirche. Es geht darum, das Heiligste, Größte und Wunderbarste auf dieser Welt, das größte Geschenk Unseres Herrn an seine Kirche, der größte Liebesbeweis Christi, das Zentrum des hl. Messopfers, nämlich die hl. Wandlung rein und unversehrt gemäß der Überlieferung und unseres Glaubens zu bewahren.


 

 

Gnaden, die aus dem Messehören entspringen

Zu einem besonderen Schatz des Glaubens zählt die Erklärung des hl. Messopfers von Martin von Cochem. Nachfolgend die 77 Gnaden, die aus dem andächtigen Messehören entspringen.

1. Wegen deines Heiles schickt Gott Vater seinen lieben Sohn vom Himmel herab
2. Zu deinem Heil verwandelt der HI. Geist Brot und Wein in den wahren Leib und das wahre Blut Christi.
3. Um deinetwillen kommt der Sohn GOTTES vom Himmel herab und verbirgt sich in der hl. Hostie.
4. Ja, er erniedrigt sich so sehr, dass ER auch in dem allerkleinsten Teilchen der hl. Hostie zugegen ist.
5. Wegen deines Heiles erneuert ER das gnadenreiche Geheimnis seiner Menschwerdung.
6. Zu deinem Heile wird ER in jeder hl. Messe wiederum geistigerweise geboren.
7. Zu deinem Besten verrichtet ER auf dem Altare die Andachten, welche ER auf Erden vollbracht hat.
8. Zu deinem Heile erneuert ER sein bitteres Leiden, auf dass ER dich dessen teilhaftig mache.
9. Zu deinem Heile stirbt ER wiederum geistigerweise und gibt sein edles Leben für dich dar.
10. Zu deinem Heile vergiesst ER geistigerweise sein hl. Blut und opfert es dem himmlischen Vater für dich auf.
11. Mit diesem hl. Blute besprengt ER deine Seele und reinigt sie von ihren schlimmen Makeln.
12. Für dich opfert sich Christus zum wahren Brandopfer und gibt der Gottheit so grosse Ehre, wie ihrer Würde zukommt.
13. Wenn du diese Ehre Gott aufopferst, so erstattest du ihm die Ehre, welche du ihm zu geben unterlassen hast.
14. Für dich opfert ER sich zum Lobopfer und erstattet, was du am Lobe GOTTES versäumt hast.
15. Wenn du dieses Lob Christi GOTT aufopferst, so gibst du ihm ein höheres Lob, als selbst die Engel ihm geben.
16. Für dich opfert sich Christus zum vollkommensten Dankopfer und erstattet, was du im Danksagen versäumt hast.
17. Wenn du diesen Dank Christi Gott aufopferst, so vergiltst du ihm reichlich alle Wohltaten, welche ER dir gezeigt hat.
18. Für dich opfert sich Christus zum mächtigsten Versöhnungsopfer und macht dir den erzürnten GOTT wiederum zum Freunde.
19. ER verzeiht dir auch alle deine lässlichen Sünden, welche du zu meiden gesinnt bist.
20. ER ersetzt auch viele von deinen Versäumnissen, welche du durch Unterlassung des Guten begangen hast.
21. ER verbessert viele von deinen Nachlässigkeiten, welche du in Verrichtung des Guten dir hast zu Schulden kommen lassen.
22. ER verzeiht dir auch deine unbewussten und vergessenen Sünden, welche du niemals gebeichtet hast.
23. ER opfert sich zum Opfer der Genugtuung und zahlt einen Teil deiner Schulden oder Strafen.
24. Durch eine jede hl. Messe büssest du mehr Strafen ab als durch ein anderes schweres Busswerk,
25. weil Christus dir einen Teil seiner Verdienste schenkt, welche du GOTT dem Vater für deine Sunden aufopfern kannst.
26. Christus opfert sich für dich zum kräftigsten Blutopfer und bittet für dich so herzlich, als ER am Kreuz für seine Feinde gebetet hat.
27. Sein hl. Blut schreit für dich mit so vielen Worten, wie Blutströpflein aus seinem Leibe geflossen sind.
28. Seine hl. Wunden schreien für dich mit so vielen Stimmen, wie ihrer an seinem Leibe gewesen sind.
29. Wegen dieses kräftigen Bittopfers erwirbst du das Erbetene weit eher als ausser der hl. Messe.
30. Das Gebet, welches du bei der hl. Messe verrichtest, ist viel besser als das, welches du ausser der hl. Messe sprichst. Denn
31. Christus vereinigt es mit seinen Gebeten und opfert es seinem himmlischen Vater auf.
32. Deine Nöte und Gefahren trägt ER ihm treulich vor und lässt sich dein Heil ganz angelegen sein.
33. Alle gegenwärtigen Engel bitten auch für dich und opfern dem höchsten GOTT dein armseliges Gebet auf.
34. Der Priester liest in deiner Gegenwart die hl. Messe, durch deren Kraft der böse Feind von dir abgehalten wird.
35. Der Priester liest seine Messe auch für dich und opfert sie GOTT auf zu deinem grösseren Heile.
36. Wenn du bei der hl. Messe bist, so bist du geistigerweise ein Priester, und Christus verleiht dir die Gewalt, die hl. Messe aufzuopfern, sowohl für dich, als auch für andere.
37. Wenn du die hl. Messe aufopferst, so verehrst du der hl. Dreifaltigkeit die allerangenehmste Gabe.
38. Du opferst ihr eine gar teure Gabe, die mehr wert ist, als Himmel und Erde wert sind.
39. Du opferst ihr eine so kostbare Gabe, welche ebensoviel wert ist wie Gott selber.
40. Durch diese Aufopferung erweisest du GOTT eine so hohe Ehre, als GOTT verehrt zu werden verdient.
41. Durch diese Aufopferung erfreuest du die allerheiligste Dreifaltigkeit auf unendliche Weise.
42. Diese so edle Gabe opferst du als deine eigene Gabe, weil sie dir von Christus selbst geschenkt wird.
43. Wenn du die hl. Messe recht hörst, so verrichtest du ein Werk des höchsten Gottesdienstes.
44. Durch das Messehören erweisest du der Menschheit Christi den höchsten Dienst und Gefallen.
45. Dadurch verehrst du das Leiden Christi auf beste Weise und machst dich der Früchte desselben teilhaftig.
46. Du kannst auch dadurch die Mutter GOTTES auf die beste Weise verehren und erfreuen.
47. Alle Engel und Heiligen kannst du mit dem Messehören mehr verehren als durch das Sprechen vieler Gebete.
48. Durch das andächtige Messehören kannst du an deiner Seele reicher werden als durch irgendein Ding dieser Welt. 49. Denn dadurch verrichtest du eines von den allerbesten guten Werken.
50. Du verrichtest eine hohe Übung des wahren Glaubens und verdienst dadurch eine hohen Lohn.
51. Wenn du dich vor der hl. Hostie und dem hl. Kelch niederbeugst, so verrichtest du ein vortreffliches Werk der Anbetung.
52. Sooft du die hl. Hostie andächtig anschaust, sooft verdienst du besonderen Lohn im Himmel.
53. Sooft du demütig an deine Brust schlägst, sooft erlangst du Verzeihung einiger Sünden.
54. Wenn du im Stande der Todsünde die hl. Messe hörst, so bietet dir Gott die Gnade der Bekehrung an.
55. Wenn du im Stande der Gnade die hl. Messe hörst, so vermehrt dir Gott wunderbar seine göttliche Gnade.
56. Bei der hl. Messe wirst du mit dem Leibe und Blute Christi geistigerweise gespeist und getränkt.
57. Du wird gewürdigt, Christum mit deinen Augen anzuschauen und von IHM angeschaut zu werden.
58. Du empfängst auch den priesterlichen Segen, und Christus bekräftigt denselben im Himmel.
59. Durch das fleissige Messehören wirst du an zeitlichen und leiblichen Gütern gesegnet.
60. Dadurch wirst du vor vielem Unglück bewahrt, in welches du sonst gefallen wärest.
61. Du wirst in deinen Anfechtungen gestärkt, von denen du sonst wärest überwunden worden.
62. Durch jede hl. Messe erwirbst du die Gnade, selig zu sterben.
63. Wegen der gehörten hl. Messen erlangst du Hilfe und Trost in deiner letzten Not von den Engeln und Heiligen.
64. Bei deinem Sterben trösten dich die gehörten hl. Messen und verschaffen dir ein festes Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit.
65. Sie werden mit dir zum göttlichen Gerichte gehen und bei dem strengen Richter Gnade erbitten.
66. Du wirst ein kurzes und gelindes Fegfeuer haben, weil du mit den vielen hl. Messen deine Strafen grösstenteils bezahlt hast.
67. Durch jede hl. Messe milderst du dein Fegfeuer mehr als durch ein anderes schweres Busswerk.
68. Eine gehörte hl. Messe in deinem Leben wird dir mehr nützen als viele, welche nach deinem Tod für dich gelesen werden.
69. Im Himmel wirst du gewiss eine hohe Stufe der Glorie bekommen und ewiglich besitzen.
70. Denn eine jede gehörte hl. Messe erhebt dich höher in den Himmel und vermehrt dir merklich deine Seligkeit.
71. Für deine Freunde kannst du nicht kräftiger beten, als dass du die hl. Messe für sie hörst und aufopferst.
72. Deinen Wohltätern kannst du durch das Messehören die von ihnen empfangenen Wohltaten aufs reichlichste vergelten.
73. Den Elenden, Kranken und Sterbenden kannst du durch das Messehören am besten Hilfe und Trost leisten.
74. Vielen, vielen Sündern kannst du durch Aufopferung der hl. Messe die Bekehrung erwerben.
75. Durch das Messehören kannst du allen Christgläubigen grosses Heil erbitten.
76. Durch das Messehören kannst du das ganze Fegfeuer abkühlen und die Armen Seelen kräftiglich erquicken.
77. Wenn du für deine Verstorbenen keine hl. Messen lesen lassen kannst, so kannst du sie durch Messehören erlösen.

 

Die Päpste und das hl. Messopfer in den ersten Jahrhunderten
 
Wenn die Liturgien, die Kirchenväter und Lehrer über das eucharistische Opfer Belehrungen gegeben, die höchst interessant und erbauend sind, so verdienen doch die Aussprüche, die Verordnungen der Päpste, ihre Briefe, die allergrösste Beachtung wegen ihrer Wichtigkeit. Manche dieser Briefe sind von der Kritik freilich als unecht verworfen worden. Allein auch die unechten sind meist Fragmente aus uralten Schriften anderer Väter, gehören dem Zeitalter der Verfasser an, denen sie zugeschrieben worden sind.
 
Papst Linus
Von Linus, dem ersten Nachfolger des hl. Petrus (67-79), dessen Andenken am 23. September begangen wird, besteht eine Verordnung, die sich auf Paulus (1. Kor. 11,4) stützt, dass die Frauen nur mit verschleiertem Haupte in der Kirche erscheinen sollen, also auch beim eucharistischen Opfer, aus Ehrfurcht vor den Engeln (Priester). In Rom und anderwärts besteht heute noch die Sitte, dass die Frauen immer verschleiert sind, dass arme Dienstmädchen ihr Taschentuch wenigstens um den Kopf schlagen.
 
Papst Kletus
Kletus (79-90), von den Griechen Anenkletus (Tadellose) genannt, soll nach dem Zeugnis des hl. Ignatus der Diakon des hl. Petrus gewesen sein, der vielleicht auf Petri Grab in der vatikanischen Grotte ein Kirchlein erbaute. In seinem angeblichen Brief an alle Bischöfe schreibt er: "Denn die dem Herrn opfern, sollen von allen geehrt werden, auch sollen sie nicht allein, sondern vor Zeugen das hl. Opfer darbringen. Der Bischof soll, wenn er Gott opfert, Zeugen bei sich haben und zwar nicht mehr als ein anderer Priester, da er eine höhere Ehrenstufe einnimmt."
"An den grössten Festtagen soll er 7 Diakonen, dann 5 oder 3, welche seine "Augen" genannt werden, auch Subdiakonen und andere übrige Diener, um sich haben, die mit hl. Gewändern angetan ihn rings umgeben, ihn vor übergesinnten Menschen schützen und mit seinem Opfer sich vereinigen."
"Nach geschehener Konsekration aber sollen alle kommunizieren, welche nicht des Eintritts in die Kirche sein wollen." - Im 2. pseudoisidorischen Briefe und im den folgenden wird die Ordination oder Weihe der Bischöfe beschrieben, wie ja Jakobus zum Bischofe Jerusalems von Petrus, Jakobus und Johannes bestellt worden ist; deshalb sollen immer drei Bischöfe bei der Weihe zugegen sein. Ein Dekret bei Gratian VII, 28 und vom Konzil von Orleans 538 befiehlt, dass der Bischof einer fremden Diözese, der Kleriker ordiniert und Altäre konsekriert, ein Jahr zur Strafe der Zelebrierung der Messen beraubt sein solle, die Konsekration des Altares aber gültig bleibe. Gemäss dem römischen Brevier gab Papst Anaclet, dessen Fest sie am 13. Juli feiert, wogegen das Fest des hl. Kletus am 26. April begangen wird, die Vorschrift, dass die hl. Kommunion nach der Wandlung von allen genossen werden solle. Er fand seine Ruhestätte neben dem hl. Petrus.
 
Papst Clemens (97-100 n. Chr.)
Unter andern unechten Schreiben von ihm besteht ein erster Brief des römischen Papstes Clemens an Bischof Jakobus von Jerusalem, worin es heisst: Drei Stufen sind die Sakramente der heiligen Geheimnisse anvertraut, nämlich dem Priester, dem Diakon und dem Diener, welche mit Furcht und Zittern, wie es Geistlichen ziemt, die Überreste vom Leib des Herrn bewahren müssen, dass im Heiligtum keine Fäulnis gefunden und durch ihre Nachlässigkeit dem Leibe und Blute des Herrn keine schwere Verunehrung zugefügt werde. Auf dem Altare sollen wenigstens so viele Opfergaben dargebracht werden, als für das Volk hinreichen mögen; sind einige übrig geblieben, so sollen sie nicht für den nächsten Tag aufbewahrt, sondern von dem Geistlichen unter Furcht und Zittern sorgfältig genommen werden. Diejenigen aber, welche die im Heiligtum verbleibenden Überreste vom Leib des Herrn genießen, dürfen nicht sogleich die gewöhnlichen Speisen nehmen, damit sie nicht meinen, dem heiligen Mahle werde die Speise beigemischt, welche im Magen verdaut wird und abgeht. Wird also am Morgen das Mahl des Herrn genossen, so sollen jene Geistlichen, welche es genommen, bis zur sechsten Stunde fasten; und haben sie es in der 3. oder 4. Stunde genommen, so sollen sie bis zum Abend fasten; so also müssen durch eine besondere Heilighaltung die ewigen Sakramente (vor Verunehrung) bewahrt werden. Bezüglich der heiligen Gefäße ist so zu verfahren; die Altardecke Cathreda, der Leuchter und Vorhang sollen, wenn sie durch Alter unbrauchbar geworden sind, verbrannt werden, weil es nicht erlaubt ist, dass das, was im Heiligtum gewesen ist, übel behandelt wird, sondern alles soll dem Feuer übergeben werden; auch die Asche davon werde in das Baptisterium geworfen, wo niemand darüber geht, oder man werfe sie in die Wand oder in Gruben am Erdboden, damit sie nicht durch die Füße der Eintretenden befleckt werde. Kein Kleriker glaube aus Unwissenheit einen Toten in eine Decke einhüllen zu können, noch ein Diakon die Schulter damit zu bedecken, welche auf dem Altar gewesen oder wenigstens auf den Tisch des Herrn gegeben worden ist. Die Decken (Tücher) und Vorhänge des Heiligtums, wenn sie durch den Gebrauch schmutzig geworden sind, sollen die Diakonen mit ihren untergeordneten Dienern innerhalb des Heiligtums waschen, da sie die Hülle des Tisches des Herrn nicht ausserhalb des Heiligtums legen dürfen, damit nicht etwa ein Teilchen (eigentlich Staub) vom Leibe des Herrn herabfalle und verunehrt werde, wenn das Altartuch ausserhalb (des Heiligtums) gewaschen wird; wer dies tun würde, begeht eine Sünde; deshalb befehlen wir den Dienern (des Altars), diese heiligen Sachen innerhalb des Heiligtums sorgfältig zu bewahren.
Der Kelch für das Blut des Herrn soll bei Sünde immer rein gehalten werden. Zum Dienste (Gottes) sollen solche Kleriker auserwählt werden, welche die Geheimnisse des Herrn würdig verwalten können; denn es ist besser für den Priester des Herrn, wenige Diener zu haben, welche das Werk Gottes richtig verrichten, als viele unnütze, welche dem Ordinator eine schwere Last (der Verantwortung) aufbürden.
Deshalb müssen alle Gläubigen und vorzüglich alle Priester und Diakonen und die übrigen Kleriker darauf achten, dass sie nichts ohne die Erlaubnis des eigenen Bischofs tun; ohne dessen Befehl soll kein Priester in seiner Pfarrei Messen lesen, taufen, oder irgend etwas verrichten.
Deshalb sei es keinem Laien gestattet an jenem Orte, wo die Priester und übrigen Geistlichen stehen, welcher Presbyterium heisst, während der Messfeier zu verweilen, damit jene frei und ehrerbietig ihr heiliges Amt verwalten können.
 
Papst Evaristus
Aus Bethlehem gebürtig, auch Christus genannt, regierte er die Kirche als Papst vom Jahre 100-109. Sein Fest feiert die Kirche am 26. Oktober. Er teilte Rom in verschiedene Pfarrsprengel ein, die er nach dem Zeichen, gewöhnlich dem Monogramm Christi, den gezeichneten Gräbern der Katakomben "tituli" benannte und setzte eigene Priester für jeden Titel ein. Dieser Papst soll verordnet haben, dass keine Kirche ohne Feier des hl. Opfers geweiht werden dürfe. Die Altäre aber sind nicht nur durch die Salbung mit dem Chrisma, sondern auch durch die priesterliche Segnung zu weihen.
 
Papst Alexander I. (109-119)
Die Kirche begeht sein und seiner Leidensgefährten Andenken am 3. Mai. In einem unechten Schreiben an alle Rechtgläubigen in den verschiedenen Provinzen heisst es: "Auch bei den Opfergaben, welche bei der Feier der Messe dem Herrn dargebracht werden, ist das Leiden des Herrn zu vereinigen, damit das Leiden desjenigen gefeiert werde, dessen Leib und Blut bereitet wird, so dass mit Verwerfung abergläubischer Meinungen nur Brot und mit Wasser gemischter Wein beim Opfer dargebracht werde. Denn es darf nicht, wie wir von den Vätern gehört haben und die Vernunft selbst es lehrt, in dem Kelch des Herrn entweder Wein allein oder Wasser allein geopfert werden, sondern beides gemischt, weil, wie erzählt wird, beides aus seiner Seite bei seinem Leiden geflossen ist. Das Leiden des Herrn soll bei der Messe oft erwähnt werden. Denn keines unter den Opfern kann grösser sein als der Leib und das Blut Christi, noch ist irgend eine Opfergabe vorzüglicher, sondern diese übertrifft alle. Sie soll daher mit reinem Gewissen dargebracht und mit reinem Geiste empfangen und von allen verehrt werden, und wie sie die vorzüglichste von allen ist, so soll sie auch vor allen am meisten verehrt und hochgeschätzt werden."
Viele schrieben nach Martinus Polonus dem Papste Alexander auch die Verordnung zu, dass die Opfergaben aus ungesäuertem Brot und in geringer Quantität bereitet werden sollten: allein kein Zeugnis der ersten elf Jahrhunderte bestätigt dies.
 
Papst Sixtus I. (119-126)
Sein Fest wird am 6. April gefeiert. Unter diesem Papst genossen die Christen mit der Ankunft des Kaisers Antonius Pius Ruhe.
In dem Pontifikalbuch heisst es: "Das Volk soll, wenn der Priester die Actio, den Kanon der Messe beginnt, die eigentliche Opferhandlung vornimmt, den Hymnus "Heilig ist der Herr Sabaoth" singen.
 
Papst Telesphor (126-136)
Die Kirche feiert sein Andenken am 5. Januar. In einem pseudoisidorischen Schreiben besagt die Überschrift, dass in der Geburtsnacht des Herrn eine hl. Messe gefeiert, dass an den übrigen Tagen um die dritte Stunde die hl. Messe gelesen werden soll, weil sie derselben Stunde der Herr gekreuzigt und über die Apostel der hl. Geist herabgekommen ist. Von den Bischöfen aber ist derselbige englische Lobgesang nach Zeit und Ort bei der Messfeier zu halten und feierlich zu sprechen. "Denn ihnen, welche mit ihrem Munde den Leib des Herrn bereiten, müssen alle Gehorsam und Furcht zeigen."
 
Papst Hyginus (136-139)
Sein Fest wird am 11. Januar begangen. Er war ein Grieche von Geburt, der Sohn eines Weltweisen. Seine Verordnungen über die Weihe der Kirchen und deren Restauration fordern, dass, wenn der Altar von seinem Platz entfernt worden ist, die Kirche neuerdings konsekriert werden muss. Werden die Wände geändert und nicht der Altar, so soll die Kirche mit Salz bloß exorcifiert werden... Das Holz einer geweihten Kirche darf zu keiner andern Arbeit verwendet werden.
 
Papst Pius I. (141/139 bis 156)
Sein Fest wird am 11. Juli gefeiert. Beim Antritt seines Hirtenamtes hatte er gegen die fanatischen Sektenstifter Valentinus, Cerdo, Marcion schwere Kämpfe zu bestehen. Der hl. Justinus stand ihm fest zur Seite. Im ersten Schreiben Pius I. an Bischof Justus zu Vienne berichtet der Papst, dass er in dem von seiner Schwester Euprepia den Armen geschenkten Hause Gottesdienst halte. Er sagt seinen baldigen Tod voraus und bittet, dass der Bischof seiner beim hl. Messopfer eingedenk sein möge. Wie mehrere Schriftsteller mitteilen, lies Papst Pius 164 an dem Ort, wo der hl. Petrus gewohnt, ein Oratorium errichten. Es ist St. Pudentiana, das Haus des Senators Pudens mit der noch bestehenden Confessio.
In einem Kanon (Nr. 8) verordnete nach dem römischen Brevier dieser Papst: "Wenn aus Nachlässigkeit etwas von dem Blut des Herrn auf den Boden getropft ist, so soll es mit der Zunge aufgeleckt und die Tafel abgeschabt werden. Wenn aber keine Tafel dagewesen, so soll, damit man nicht darauf trete, die Stelle zusammengekratzt und verbrannt und die Asche innerhalb des Altares aufbewahrt werden und der Priester 40 Tage Buße tun. Wenn der Kelch über den Altar getropft hat, so sauge der Diakon den Tropfen auf und tue drei Tage Buße. Wenn aber der Tropfen auf die Linnendecke des Altares gefallen und bis auf die zweite (Linnendecke) gekommen ist, soll jener vier Tage Buße tun; wenn bis auf die vierte, so büße er 20 Tage: die Linnen aber, welche der Tropfen berührt hat, soll der Diakon dreimal über dem Kelche waschen, das Wasser hievon nehmen und neben dem Altar (in der Piscin) aufbewahren."
"Von den Opfergaben, welche vom Volke dargebracht werden und bei der Konsekration übrig bleiben, oder von den Broten, welche die Gläubigen zur Kirche bringen, oder wenigstens von den seinigen, soll der Priester angemessen geschnittene Portionen in einem reinen (und passenden) Gefässe haben, damit nach der Feier der Messe diejenigen, welche zu kommunizieren nicht bereitet sind, an alle Sonn- und Festtagen die Eulogien empfangen, welche er vorher durch Segnung bereiten soll. Büßende dürfen vor Beendigung ihrer Buße nicht kommunizieren. Sie sind als Entzweite von der Kirche fern zu halten, bis sie zum Frieden zurückkehren."
 
Papst Soter (168-177)
Sein Fest fällt auf den 22. April. Er schrieb, wie der heilige Clemens, einen Brief an die Korinther, der in dem Gottesdienst öffentlich vorgelesen wurde. In einem 2. Brief an die Bischöfe Italiens schärfst er aufs neue das Verbot ein, dass Nonnen die heiligen Gefäße, die geweihten Linnen, das Incensum um die Altäre nicht tragen dürften. In einem Dekret 3 heisst es: "Auch das ist verordnet worden, dass kein Priester die Messe zu zelebrieren wage, wenn nicht er selbst in Gegenwart von zweien, welche ihm antworten, der dritte ist, weil davon ihm in der Mehrzahl gesagt wird: "Der Herr sei mit euch" und ferner mit leiser Stimme: "Betet für mich", es sich vollständig geziemt, dass seinem Grusse (auch in der Mehrzahl) geantwortet werde."
Am Gründonnerstag wird von einigen der Empfang der Eucharistie vernachlässigt; dass diese aber an jenem Tage von allen Gläubigen (mit Ausnahme derjenigen, welchen es wegen schweren Verbrechen verboten ist) zu empfangen sei, zeigt der kirchliche Gebrauch, da auch die Büßenden an diesem Tage zum Empfang der Geheimnisse des Leibes und Blutes des Herrn wieder aufgenommen werden.
 
Papst Zephyrin (202-218)
Sein Fest wird am 26. August gefeiert. Äussere Ruhe, aber innere Wirren waren unter seiner Leitung der Kirche beschert. Zwei Dekrete von ihm sind echt.
1. Ein Kleriker, Levit und Priester sollen in Gegenwart der Geistlichen und des gläubigen Volkes ordiniert werden.
2. Die Ministri (Diakonen) sollen gläserne Patenen vor den Priestern in die Kirche tragen, wenn der Bischof die Messe zelebriert, und alle Priester sollen bei der (bischöflichen) Messfeier zugegen sein, damit sie in Gegenwart aller von dieser Konsekration aus der Hand des Bischofs die schon konsekrierte Corona zur Ausspendung an das Volk erhalten.
Zu diesem Dekret dienen folgende Erklärungen: Einer anderen Klasse von Gefäßen gehören die von Zephyrinus an der angeführten Stelle verlangten patenae vitreae an. Sie dienen nicht dem zelebrierenden Bischof oder Priester. Jener alten Sitte gemäß, welche an den Sonntagen und den hohen Festen alle Priester zur Anhörung der bischöflichen Messe in der Hauptkirche verpflichtete, hatte Zephyrinus bestimmt: "Die Priester der verschiedenen Tituli sollten sich bei dieser Veranlassung von einem mit einer gläsernen Patene oder Schale versehenen Diakon begleiten lassen; nach der Messe des Bischofs hatten sie die notwendige Anzahl geweihter Hostien (dieselben wurden in der Gestalt des runden römischen Zwiebacks, Ciambella, angefertigt und darum Corona genannt) auf diese Schale zu nehmen und sie den Gläubigen in den einzelnen Pfarreien auszuteilen." So sollte die Vereinigung des Bischofs mit allen, die an dem einen von seiner Hand gesegneten Brote teilnehmen, ausgedrückt werden.
Ungeachtet der Bemerkungen, dass diese Patenen nicht zum Gebrauch des Zelebrierenden dienten, schliesst Kraus, wie auch alle anderen, aus diesem Dekret des Zephyrinus, dass auch bei dem hl. Messopfer zu jener Zeit gläserne Kelche und Patenen gebraucht wurden: Binterim will noch näher daraus schliessen, dass Zephyrinus erst die bisher gebräuchlichen Gefäße aus Holz abgeschafft und gläserne angeordnet habe, was wohl nicht ganz richtig ist.
 
Papst Fabianus (236-250)
Sein Fest ist am 20. Januar. Die Kirche hatte Ruhe unter ihm, und die Überlieferung berichtet, dass er sogar den Kaiser Philippus (244-249) unterrichtet und getauft habe. Unechte Schriften von ihm haben über das hl. Messopfer folgende Stellen: "Alle Diener der Kirche müssen den Ritus der römischen Kirche kennen, damit sie als Söhne dem Beispiel der Mutter folgen können. So sind nach alter Sitte in den 7 Regionen Roms 7 Diakonen, welche mit den Subdiakonen, Akolythen und den Dienern der übrigen Weihegrade an den bestimmten Zeiten ihre bestimmte Dienste haben; so soll es auch bei euch sein, damit der Gottesdienst gehörig und feierlich gehalten werden könne. Ebenso haben wir auch 7 Subdiakonen ordiniert, welche die 7 Notare beaufsichtigen und die Martyrerakten authentisch und unversehrt sammeln, was auch ihr tun möget, damit nicht später über jene Zweifel entstehen; überhaupt sorget mit Umsicht und Eifer für die euch anvertrauten Kirchen."
Er verordnete dreimal im Jahre zu kommunizieren. Ferner befahl er:
Vor 30 Jahren soll keiner zum Priester ordiniert werden, mag er auch sehr würdig sein (weil der Herr selbst im 30. Jahre getauft wurde). In der Sammlung der 16. Bücher heisst es: "Wir verordnen, dass an allen Sonntagen von allen Männern und Frauen Opfer auf dem Altar dargebracht werden, sowohl Brot als Wein, damit sie durch diese Opfergaben von den Banden ihrer Sünden befreit werden.
Das Opfer darf nicht angenommen werden aus der Hand eines Priesters, welcher die Gebete und Handlungen nicht nach dem vorgeschriebenen Ritus verrichten kann (Papstbriefe S. 362)."
 
Der hl. Papst Felix (269-274)
Sein Fest ist am 30. Mai. Ein Römer von Geburt, der 269 zum Papst erwählt wurde, verordnete er, dass die hl. Messe von nun an entweder über den Grabstätten der Martyrer oder doch auf Altären mit Reliquien, einer Confessio, dargebracht würde.
 
(entnommen aus: Das hl. Messopfer, von A. Reiners Pfarrer, 1904)

 

Der Priester steht viel höher als ein König

Der Thron des Priestertums ist im Himmel errichtet: ihm ist anvertraut, was des Himmels ist. Was der Priester auf Erden richtet, das bestätigt Gott im Himmel.... Eines Königs Aufgabe ist es, das Irdische zu regieren, die Autorität des Priestertums aber stammt vom Himmel. Dem König ist anvertraut, was hienieden ist, dem Priester das Himmlische. Dem König sind die Leiber anvertraut, dem Priester die Seelen. Der König lässt Steuerschulden nach, der Priester Sündenschulden. Der König gebraucht Zwang, der Priester ermahnt nur. Jener wirkt durch Gewalt, dieser durch Überzeugung. Der König hat materielle Waffen, der Priester geistige. Jener kämpft gegen Barbaren, dieser gegen Dämonen. Darum steht die Herrschaft des Priesters höher.

Gott hat aber keine weltlichen Räte bestellt, um den Priestern Anweisungen zu geben. Nein, der Priester allein weiss, was der Herr ihm aufgetragen hat. Er kennt die ewige Wahrheit aus der Heiligen Schrift. Das allein ist der Auftrag, sie zu verkünden, die heiligen Zehn Gebote zu lehren, diese Macht und Kraft auszuüben am Altar Gottes. Indem der Herr ihm diese Macht gegeben hat, Ihn nieder zu rufen im Heiligtum Gottes auf den Opferaltar. Er hat ihm auch Macht und Kraft gegeben, Sünden zu vergeben, Kranke zu heilen, ja, sogar vom Tod auf zu erwecken.

Tut euren Dienst so, wie der Herr ihn euch gegeben hat. Hört nicht auf Einflüsterungen und Ratschläge der Ungläubigen. Sie glauben, euch sagen zu müssen, was der Mensch will. Nein, oh ihr Priestersöhne, ihr sollt tun, was Gott will.

Besuch des Allerheiligsten

In der Sehnsucht nach dem Heil der Seelen rief Jesus einst: ,,Kommt alle zu mir!“ Aber heute scheinen allzu viele diesen Ruf vom Tabernakel her nicht mehr zu hören. Sonst wären unsere Kirchen, in denen der Herr mit Gottheit und Menschheit Wohnung unter uns genommen hat, tagsüber nicht so verwaist. Sicher hätten manche Zeit — auch z. B. Hausfrauen, wenn sie ihre Einkäufe erledigen, Rentner u. a., ihn zu besuchen, eine kurze Anbetung zu machen, ihm zu danken, daß er bei uns bleibt bis zum Ende der Welt mit all dem göttlichen Gnadensegen seines ständigen Opfers, seiner Gegenwart..., ihn zu lieben, in teilnehmender Liebe ihn zu trösten für die zahllosen Beleidigungen, die er durch Gleichgültigkeit und Sakrilegien in diesem Sakrament besonders in unserer Zeit weithin erfährt und schließlich für die vielfältigen Anliegen von Kirche und Welt zu beten vereint mit unseren Engeln und den Engeln des heiligsten Sakramentes, die ihren Herrn in seinem Gefängnis der Liebe nicht allein lassen. Gründe für diese traurige Tatsache sind offensichtlich Mangel an Glaube, Demut, Hoffnung und Liebe.

Aber auch wenn wir keinen Besuch machen können, weil wir vielleicht im Auto an einer Kirche nur vorbeifahren, sollten wir es uns angewöhnen, Jesus im Tabernakel dankbar zu grüßen durch ein andächtiges ,,Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altares von nun an bis in Ewigkeit!“ oder durch ein anderes Stoßgebet.

Während Marguerite in der Kirche putzte, vernahm sie —

17. 2. 67

,,Deine Arbeit gleicht meiner Arbeit in den Seelen. Vereinige sie mit der meinen. Zu zweit werden wir Großes leisten... Sieh wie tief meine Liebe ist, wie weit sie sich herabläßt, um euch zu finden. Verstehe, da,!] ein Gott, der sich so klein machen kann, nur lieben kann, was klein ist?“

Ein anderes Mal bei einem Besuch am Nachmittag

31. 10. 65

,,Mein Kind, du bist einem überaus grossen Geheimnis greifbar nahe: der unbegreiflichen Liebe meines göttlichen Herzens zu den Menschen.

  • Mein blutendes Herz, das verzeiht!

  • Mein blutendes Herz, das vergißt!

  • Mein blutendes Herz, das entschuldigt!

  • Mein blutendes Herz, das Verzeihung erfleht.

  • Mein schmerzhaftes Herz, das so sehr nach Liebe hungert und dürstet!“

Müssen diese Worte unser Herz nicht rühren, seine Liebe zu erwidern. Aber ,,man kann Gott nicht lieben, ohne es ihm durch die Tat zu beweisen, erklärt der heilige Pfarrer von Ars. Das gilt auch für unsere Ehrfurcht und Liebe zu ihm im heiligsten Sakrament.

Viele haben das gesunde Denken verloren‘ klagt Jesus (13. 12. 66) bei Marguerite; ,,sie werden es nur durch Buße und Gebet wiederfinden.“ Ob nicht zu diesem verlorenen ,,gesunden Denken“ auch der mangelnde Durchblick auf die entscheidende Stellung seiner heiligsten Mutter im Heilsplan Gottes gehört!? Unzweifelhaft wahr ist jedenfalls: wer sie in rechter Weise verehrt, den führt sie zu ihrem göttlichen Sohn, der gebenedeiten Frucht ihres Leibes. In keinem Gebet kommt dies mehr zum Ausdruck als im Rosenkranzgebet. Aber

Rosenkranz und Eucharistie

lassen sich diese beiden ,,Wege“ überhaupt miteinander verbinden? Nicht nur dies, sondern dadurch entsteht überhaupt erst jene gewaltige, gottgewollte Einheit, die unsere Seele zu einer für die Hölle uneinnehmbaren Festung macht.

Wir werden staunen welch tiefe eucharistische Einblicke sich uns da auftun.

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Aufopferung aller heiligen Messen und guten Werke

O heiliger, dreieiniger Gott, + Vater, + Sohn und + Heiliger Geist; ich glaube an Dich, weil Du die ewige Wahrheit bist; ich hoffe auf Dich, weil Du unendlich gütig und getreu bist; ich liebe Dich, weil Du das höchste Gut und aller Liebe würdig bist. Du hast mich geliebt bis auf diese Stunde, mit unzähligen Wohltaten überhäuft und willst mich ewig glücklich machen.

Leider habe ich Deine unendliche Liebe zu mir mit Sünden vergolten. O unendlich barmherziger Gott, der Du mich aus nichts erschaffen hast, erbarme Dich meiner, verzeihe mir meine Missetaten und behüte mich vor jedem Rückfall in die Sünde. Könnte ich Tag und Nacht am Fuß des Kreuzes alle meine Verfehlungen bereuen und beweinen! O hätte ich Dich, heiligster Gott, doch immer geliebt. Dich niemals betrübt! Doch von jetzt an will ich mich bessern. In Deine Barmherzigkeit, o Gott, empfehle ich die Sünder der ganzen Welt, die jetzt im Todeskampf liegen und heute noch sterben werden.

Ich schließe mich ein in alle heiligen Messen, die heute in der ganzen Welt gefeiert werden, die schon gefeiert wurden seit dem ersten heiligen Meßopfer beim letzten Abendmahl und auf dem Kalvarienberg und die bis zum Ende der Welt noch gefeiert werden. Ich schließe auch ein meine lieben Eltern und Geschwister, alle, die mir an Leib und Seele Gutes getan. Lebende und Verstorbene, den Heiligen Vater und die Bischöfe, die Seelenhirten und Beichtväter und alle, denen Gutes zu tun ich verpflichtet bin.

Ich opfere Dir. o Gott, alle heiligen Messen auf als Lobopfer Deiner unendlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit; als Dankopfer für alles Gute, das Du uns zeitlebens schon erwiesen hast und noch erweisen wirst; als Bittopfer, daß wir Dir treu dienen mögen bis zum Lebensende, unsere Pflichten recht erfüllen und einst mit dem Heiland im Herzen selig von hinnen scheiden können; als Sühnopfer für unsere und der ganzen Welt Sünden.

Auch flehe ich zu Dir. daß durch die Kraft jeden heiligen Meßopfers eine Arme Seele aus dem Fegfeuer befreit werde, ein Sünder sich zu Dir bekehre, ein Sterbender Barmherzigkeit finde; von einem Kind die Gefahr, ohne die heilige Taufe zu sterben, abgewendet; einem Kind die Bewahrung seiner Unschuld verliehen; einer jugendlichen Seele, die vor der Berufswahl steht. Erleuchtung und Mut werde, nach Gottes Willen zu handeln; eine schwere Sünde, die Deinem heiligsten Herzen am schmerzlichsten ist, verhindert werde. Ohne Dich, mein Jesus, will ich nicht sterben, an Deinem heiligsten Herzen aber bin ich bereit zu sterben, wann, wo und wie es Dir gefällt.

 

 

Aufopferung aller heiligen Kommunionen

Ich empfehle mich heute und für immer mit allen meinen Lieben in alle heiligen Kommunionen, in alle heiligen Segen und Ablässe, und opfere sie Dir, o Jesus, durch Maria auf. O mein Gott, Dir sind ewig aufgeopfert alle fünf Sinne unseres Leibes, alle unsere Seelenkräfte, alle unsere Schritte und Tritte, alle unsere Mühen und Arbeiten, alle Sorgen und aller Kummer, alles Kreuz und Leiden, unser Leben und Sterben. 

Liebster Jesus, in Deine heiligen fünf Wunden, in alle Deine heiligen Verdienste sowie auch in die mächtige Fürbitte und die Verdienste Deiner jungfräulichen Mutter Maria, des heiligen Josef, meines heiligen Schutzengels und all Deiner heiligen Engel und Heiligen schließe ich mich selbst, meine lieben Eltern, meine Geschwister, Freunde und Hausgenossen, geistlich und leiblich Verwandte und Bekannte ein, ja alle, die mir je etwas Gutes oder Böses getan haben. Ich schließe ein alle Lebenden, besonders aber alle Priester der ganzen Erde, die Missionare; alle, die Priester werden wollen, die gottgeweihten Personen, alle Sünder und Gerechten; alle Gesunden und Kranken; alle Witwen und Waisen; alle Gefangenen und unschuldigerweise Verfolgten; alle Betrübten und Notleidenden; alle, die im Todeskampf liegen, alle Verstorbenen. Besonders schließe ich auch ein die ganze Gemeinde mit ihrer geistlichen und weltlichen Behörde, die Lehrer und Erzieher. Vergilt allen das Gute, das sie mir getan, mit Glück und Segen hienieden und einstens mit der ewigen Glückseligkeit.

Gütigster Jesus! Gib mir und allen eine feurige Liebe zu Dir und eine echte, tätige Liebe gegen den Nächsten.  Verleihe  uns wahren  Eifer,  Demut,  Sanftmut,  Geduld,  Mäßigkeit,  Bescheidenheit und Klugheit. Heilige unser Herz zur gefälligen Wohnung und schenke uns ein reines, unschuldiges, von allen Sündenmakeln unbeflecktes Gewissen. Laß uns häufig an Dich denken, in Deiner Allgegenwart wandeln. Erhalte uns beständig in Deiner heiligen Gnade, stehe uns aber besonders mit Maria und Josef in der Sterbestunde bei. Maria, meine Mutter, bewahre mich heute vor jeder schweren Sünde! Es segne mich der allmächtige und barmherzige Gott, der + Vater, der + Sohn, und der + Heilige Geist. Amen.

 

 

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