Beweise Existenz Gottes

Unversehrte Hl. Stigmatisierte unerklärliche Phänomene Evolution Wunder Weinende Statuen und Bilder Arme Seelen Erscheinungen
Unverweste Heilige Das Blutwunder "Evolutionslehre" hat ausgedient Eucharistische Wunder Weinende Statuen und Bilder eingebrannte Hände/Finger
Stigmatisierte Nahrungslosigkeit Turiner Grabtuch .40 Fragen an Evolutionisten Wunder aller Art Wundersame Fotos/Bildnisse MARIA SIMMA
Marienerscheinungen Guadalupe Fatima Lourdes Medjugorje Garabandal
   
   





 

  
Lourdes
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  Vorgeschichte
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Heilige Ich wurde in Lourdes geheilt
Bernadette Soubirous Anerkannte Wunderheilungen

1879 starb Bernadette, erschöpft und von ihren Krankheit ausgezehrt, an Knochentuberkulose. Vier Jahrzehnte nach Bernadettes Ableben wurde anlässlich ihrer Seligsprechung am 14. Juni 1925 ihr Grab geöffnet. Dabei fand man ihren Leichnam unverwest vor, während ihr Leichentuch vermodert und ihr Sterbekreuz verrostet war. Heute ruht der unverweste Leichnam von Bernadette in einem kostbaren Glasschrein der Kirche des Klosters Saint-Gildard.

   

Heilige Bernadette Soubirous (1844–1879) Sie wurde 1925 selig- und 1933 heiliggesprochen. Ihr Leichnam liegt unverwest in St. Gildard, Nevers. und kann dort besucht werden. Fest: 16. April in den Diözesen Tarbes-Lourdes und Nevers: 18. Februar.

Lourdes wurde zum berühmtesten Marien-Wallfahrtsort der Welt, Hunderdtausende suchen hier Heilung. Dokumentiert sind bislang über 6.000 medizinisch auffällige Heilungen, 2.000 davon von Ärzten als unerklärlich eingestuft, 67 hat die katholische Kirche nach eingehender Prüfung als Wunderheilungen anerkannt. Siehe Anerkannte Wunderheilungen Andachtsbilder von der Heiligen Bernadette waren die ersten, die fotografisch erstellt wurden.

Heilungen in Lourdes

Alleine in Lourdes zählt man bis heute mehr als 10 000 Heilungen! - So hilft uns die Muttergottes! Das ist die Katholische Kirche!

Hat es früher Epochen der Wundersüchtigkeit gegeben, so ist die Gegenwart eher durch Wunderskepsis, ja durch Wunderablehnung gekennzeichnet. 

 

Nicht wenige Menschen unserer Zeit sind der Auffassung, was sich nicht durch klare Tests nachweisen lasse, müsse in das Reich der Legende, der bigotten Phantastereien, des magisch-mirakulösen Denkens verwiesen werden.  

Heute von Lourdes sprechen, heißt, zu Bernadette und ihren Marienerscheinungen wie zu jenen Wunderheilungen Stellung nehmen, die sich seit 1858 bis auf den heutigen Tag dort ereignen.  

Es ist keineswegs das Urteil eines medizinisch völlig unwissenden Laien, sondern die nüchterne Feststellung eines Augenzeugen, des nichtkatholischen, amerikanischen Arztes Dr. Alexis Carrell, der für seine Krebsforschungen 1931 den Nobelpreis erhielt, in der es heißt: »Niemals werde ich das erschütternde Erlebnis vergessen, als ich sah, wie ein großes, krebsartiges Gewächs an der Hand eines Arbeiters vor meinen Augen bis auf eine kleine Narbe zusammenschrumpfte; verstehen kann ich es nicht, aber ich kann nicht bezweifeln, was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe« (veröffentlicht in »The American«, zitiert nach Wilhelm Schamoni, Das wahre Gesicht der Heiligen. Leipzig 1938, 275). Alexis Carrell hat sich in zwei lesenswerten Büchern zu Lourdes geäußert: » Das Wunder von Lourdes« (Stuttgart 1951) und »Der Mensch, das unbekannte Wesen« (List­Bücher Nr. 45, 1955, 121f.).

Skepsis gegenüber den Ereignissen in Lourdes

Angesichts der massiven Kampagne gegen die Ereignisse und Heilungen in Lourdes, die mit publizistischem Propagandaaufwand und in aller Öffentlichkeit von Leuten mit Rang und Namen durchgeführt wurde, sah sich die Kirche gezwungen, alle Informationen und Ereignisse, die mit Lourdes zusammenhingen, mit größter Gewissenhaftigkeit von Fachleuten überprüfen zu lassen und mit Zurückhaltung wie mit peinlichster Genauigkeit und Sachlichkeit der Öffentlichkeit zu unterbreiten.

 

 

Marienstatue vor der Kirche

Vorderansicht der Kirche von Lourdes

 


Live - Webcam der Lourdes Grotte


Die Heilungen in Lourdes im Urteil der Mediziner

Die Kirche hat von Anfang an darauf größten Wert gelegt, den nach Lourdes kommenden Kranken nicht bloß eine gediegene Unterkunft zur Verfügung stellen, sondern ihnen auch eine optimale ärztliche Betreuung zu geben. Man kann es außerdem nicht klar genug herausstellen: Die Kirche hat und wird sich jedes medizinischen Urteils bewußt enthalten. Die Entscheidung über eine echte, medizinisch nicht erklärbare Heilung kommt ausschließlich der Sachkompetenz des Ärztebüros und dem Internationalen Medizinischen Komitee von Lourdes bzw. dem von Fall zu Fall in Paris tagenden Internationalen Ärztekomitee zu.

Sehr früh schon wurden Heilungen in Lourdes durch Mediziner geprüft. Seit 1859 war Professor Vergez von der Medizinischen Fakultät der Universität Montpellier mit der Prüfung von Heilungen (bis zu seinem Tod 1886) befaßt. 1905 ließ Papst Pius X. durch seinen persönlichen Arzt Dr. med. Lapponi dem damaligen Leiter des Ärztebüros von Lourdes Dr. Boissarie den Wunsch vortragen, die auffallendsten Heilungen einem medizinischen Untersuchungsverfahren zu unterwerfen, um Unterlagen für ein wissenschaftliches und religiöses Studium und für die kirchliche Urteilsfindung der daran interessierten Diözesen zur Verfügung zu stellen.

Das Ärztebüro von Lourdes ist an zwei verschiedenen Orten untergebracht. Das Sekretariat befindet sich in den Räumen unter der Rosenkranz-Esplanade. Dort ist das Archiv, in dem alle, seit 1883 vom Ärztebüro von Lourdes angelegten Akten aufbewahrt werden. In diesem Sekretariat liegt auch das Verzeichnis der Internationalen Ärzte-Vereinigung von Lourdes (A.M.I.L. = Association Medicale Internationale de Lourdes) auf, der gegenwärtig mehr als 10.000 Ärzte aus allen Ländern der Welt angehören. Ein zweiter Teil des Ärztebüros von Lourdes ­ die sogenannten »neuen Räume« - ist im Erdgeschoß des »Obdachs der Pilger« (Abri des pelerins) untergebracht. Dort befinden sich Untersuchungssäle und auch ein Vortragsraum sowie eine große Bibliothek mit medizinischen Werken und Büchern über Lourdes aus der ganzen Welt.

Erste Kontroll­ und Entscheidungsinstanz ist das Ärztebüro von Lourdes. Nach einer Heilung wird der Geheilte dem Ärztebüro vorgestellt. Die in Lourdes gerade anwesenden Ärzte werden über Zeit und Stunde der Untersuchung unterrichtet und dazu eingeladen. Auch nichtkatholische, selbst atheistische Ärzte haben zu diesen Untersuchungen Zutritt. Die geheilte Person muß sich nach einem Jahr erneut zur Untersuchung stellen und vielfach auch noch in den folgenden Jahren, um zur Gewißheit einer definitiven Heilung zu gelangen.

Es hat sich als Regel eingespielt, daß der Internationalen Ärzte-Vereinigung erst dann eine Heilung zur Weiterprüfung unterbreitet wird, wenn vorher im Ärztebüro von Lourdes mit Zweidrittel-Mehrheit der anwesenden Ärzte das Prädikat der medizinischen Unerklärbarkeit ausgesprochen wurde. Der langjährige Präsident (1959-1971) des Ärztebüros von Lourdes, Dr. Alphoriso Olivieri, aus dessen Hand das 1973 im Pattloch Verlag erschienene Buch »Gibt es noch Wunder in Lourdes ? Achtzehn Fälle von Heilungen (1950­ 1969)« stammt, legt auf den Hinweis besonderen Wert, »daß wir vor einer bischöflichen Entscheidung über eine Heilung niemals das Wort » Wunder« gebrauchen«.

Neben dem Ärztebüro von Lourdes, der ersten Untersuchungsinstanz, gibt es seit 1947 (zunächst »nationales«) und seit 1951 ein internationales Medizinisches Komitee von Lourdes, dem die Aufgabe der zweiten Untersuchungsinstanz zukommt.

Erst wenn beide Instanzen - das Ärztebüro von Lourdes und auch das Internationale Medizinische Komitee von Lourdes­ nach gewissenhaften, meist jahrelangen Untersuchungen zu dem Ergebnis: »Medizinisch unerklärbar« gekommen sind, wird das Aktenstück über eine Heilung der kirchlichen Autorität vorgelegt.

Es steht jeweils jenem Bischof diese Entscheidung zu, in dessen Diözese der Geheilte lebt. Der kirchliche Entscheidungsprozeß endet mit der Entscheidung des Diözesanbischofs, der für seine Urteilsbildung eine kanonische Kommission (in die auch medizinische Fachleute berufen werden) einsetzt.  

Vorgeschichte

Orgininalaufnahme Bernadette an der Grotte Orgininalaufnahme Bernadette als Nonne in Nevers

Die heilige Bernadette Soubirous wurde am 7. Januar 1844 in Lourdes geboren. Ältestes von sechs Kindern, war Tochter eines armen Müllers, aufgewachsen in einer alten, dunklen und feuchten Mühle, einem ausgedienten Gefängnis, wo sie sich vermutlich das Asthmaleiden zuzog, das sie ihr Leben lang plagte.

Sechs Tage vor ihrem 14. Geburtstag hatte Bernadette beim Holzsammeln im Wald zum erstenmal die Vision, die sich im folgenden halben Jahr noch 17 Mal wiederholen sollte: Ihr erschein in der wenige Meter von ihrem Elternhaus entfernten Grotte Massabielle eine weibliche Gestalt von großer Schönheit in einer goldschimmernden Wolke. Die "Dame", wie Bernadette sie bewundernd-ehrfurchtsvoll nannte, die sich später als die Jungfrau Maria zu erkennen gab, forderte Bernadette zum Bau einer Kirche an der Grotte und zur Abhaltung von Prozessionen zu diesem Ort auf. In einer zweiten Erscheinung 14 Tage später forderte die "Dame" Bernadette zum Trinken aus der Grotte auf. Es war aber kein Wasser zu sehen; Bernadette kratzte etwas Erde weg, plötzlich entsprang der Stelle klares Wasser. Maria offenbarte ihr die Heilkraft der Quelle. Ein erblindeter Mann fand tatsächlich sein Augenlicht wieder, die Nachricht von der Heilkraft des Wassers verbreitete sich rasch. Am 16. Juli 1858 erlebte Bernadette die letzte Erscheinung, bei der sich Maria - vier Jahre nach Verkündigung des entsprechenden Dogmas durch Papst Pius IX. - als die "unbefleckt Empfangene" zu erkennen gab. Im selben Jahr gab es das erste von bislang 66 von der katholischen Kirche anerkannten Heilungswundern: Catherine Latapie Chourat tauchte ihren gelähmten Arm in die Quelle und zog ihn geheilt wieder heraus.

Schon 1862 bestätigte die katholische Kirche die Echtheit der Visionen, Lourdes entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte. Bernadette hatte Misstrauen, Unverständnis und Anfeindungen, zudem ihre schwere Krankheiten zu ertragen. Die Presse nannte sie eine hysterische Person, zweifelte an ihrer Glaubwürdigkeit, selbst der berühmte Schriftsteller Emile Zola bekundete sein Mißtrauen. Um sich vor Neugier, Belästigungen und Aufdringlichkeiten zu verbergen, verließ Bernadette 1866 ihre Heimat und schloss sich den Barmherzigen Schwestern in Nevers an; 1867 legte sie ihre Klosterversprechen ab und erhielt den Ordensnamen Marie Bernard. Auch im Kloster wurde sie immer wieder gedemütigt und erniedrigt, doch alle Enttäuschungen konnten sie nicht von der Liebe zu jener "Dame" abbringen. Einer ihrer Mitschwester stellte Bernadette die Frage: "Was tut man mit einem Besen?" "Man kehrt mit ihm." "Und anschließend?" "Man stellt ihn hinter die Tür in die Ecke." "Eben! Das ist meine Geschichte. Maria hat mich benutzt und nun in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz." Im Kloster durfte über ihre Vergangenheit nicht gesprochen werden.

1879 starb Bernadette, erschöpft und von ihren Krankheit ausgezehrt, an Knochentuberkulose. Vier Jahrzehnte nach Bernadettes Ableben wurde anlässlich ihrer Seligsprechung am 14. Juni 1925 ihr Grab geöffnet. Dabei fand man ihren Leichnam unverwest vor, während ihr Leichentuch vermodert und ihr Sterbekreuz verrostet war. Heute ruht der unverweste Leichnam von Bernadette in einem kostbaren Glasschrein der Kirche des Klosters Saint-Gildard.

Bernadette wurde 1925 selig gesprochen, heilig gesprochen wurde sie 1933 von Papst Pius XI.

Die großen Tage der heiligen Seherin

Die erste Erscheinung

Gehen wir zurück in das Jahr 1858. Gottes Ewigkeit kennt kein Gestern. Vor ihm ist alles Heute: die großen Ereignisse der Weltenwende vor 1900 Jahren -- und dann achtzehn und ein halbes Jahrhundert später, was sich in Lourdes zutrug, als es noch nicht so aussah wie jetzt -- als die grauen Felsen mit ihren phantastischen Höhlen ernst und einsam herüberschauten zum Gavefluß, über den Mühlbach hin, der da vorüberplätscherte... Wir sollen das Vergangene wiedererleben -- aber nicht mit der Phantasie allein! Im Reich der Gnade heißt "Gedächtnis feiern" nicht etwa nur an ein geschichtliches Ereignis zurückdenken und bestimmte Daten durch äußeres Gepräge hervorheben. Was für Gott Heute ist, werde es in dem Sinne auch für uns, daß unser neubelebter Glaube die Gnaden von damals gleichsam wieder flüssig macht. Gott ist unveränderlich und seine Liebe bleibt sich immer gleich. Wenn wir die Ereignisse von Lourdes an unserm Geiste vorüberziehen lassen und dabei beten und lernen, dann mag so mancher aus uns Ähnliches und mehr empfangen, als wäre er in jenen Gnadentagen dabei gewesen...

Es ist der 11. Februar 1858. Ein trüber Wintertag, an dem vereinzelt Regentropfen fallen. Drei Mädchen gehen miteinander zum Holzlesen. Die eine von ihnen ist Bernadette Soubirous. Damals war sie außer dem Bereiche ihres Heimatortes Lourdes und des Dorfes Bartrès, wo sie eine Zeit lang als Pflegetochter und Schafhirtin gelebt hatte, ganz unbekannt. -- Ein seichter Bach trennt die Kinder noch von dem Felsen von Massabielle, einer Stelle, die ihnen guten Fund an dürrem Holz verspricht. Die beiden andern, gesund und kräftig, schlüpfen furchtlos aus den Holzschuhen, durchwaten das winterlich kalte Wasser und machen sich drüben eifrig ans Aufsammeln. Bernadette, zart und zu Erkältung gerneigt, steht unschlüssig da. Ihre Bitte, sie hinüberzutragen, bleibt unerfüllt; so bleibt ihr nichts übrig, als die Strümpfe, die sie zum Unterschied von den andern ihrer Kränklichkeit wegen trägt, auszuziehen und dann dem Beispiel der Gefährtinnen zu folgen.

War der Entschluß zur Selbstüberwindung, der in diesem Akt lag, und die fast selbstverständliche Hinnahme der kleinen Demütigung der letzte Anstoß, der den Gnadenblick der demutsvollen Magd des Herrn auf sie herabzog? Hätte sie gezürnt oder sich dem, was der Natur peinlich war, entzogen, vielleicht hätte der Erguß des göttlichen Gnadenstromes, der sie zu überfluten bereitstand, sich noch verzögert... Wir wissen nicht, was von kleinen und kleinsten Akten der Treue für uns abhängen kann. Bei den meisten aus uns hat sich durch mangelnde Mitwirkung mit der Gnade eine Gewohnheit des Sich-Nachgebens gebildet, deren wir uns kaum bewußt sind, sowie eine Art Unfähigkeit, die sich uns bietenden Opfergelegenheiten zu bemerken oder, falls je bemerkt, mit raschem Entschluß zu ergreifen. Können wir ermessen, wie vieler Gnaden wir uns dadurch schon beraubt haben?

Ein Geräusch, wie wenn auf einmal ein Sturmwind über das Land fegt!... Wir denken unwillkürlich an das erste Pfingsten, da plötzlich "vom Himmel herab ein Brausen entstand, gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Windes"... (Apost. 2. 2.) Der Heilige Geist kündet das Kommen seiner Braut an.

Bernadette versteht die Stimme nicht; sie staunt nur, woher der Laut kommt, da doch alle Bäume still und unbeweglich stehen. Ein zweites Mal wiederholt sich das Brausen. Nichts rührt sich, als nur ein wilder Rosenzweig, der von der fensterähnlichen Felsennische dort oben herabhängt und sich nun bewegt, als würde er vom Winde geschüttelt. Sie schaut hin, und -- !

Ein wunderbares Licht, wie das Kind noch keines gesehen, ein zauberischer Glanz, der die Augen fesselt, ohne zu blenden. Und inmitten des Glanzes -- eine Frauengestalt...

Was sie da gesehen, hat Bernadette später hundert- und tausendmal beschreiben müssen. Nie hat sie sich widersprochen oder etwas hinzugefügt. Am besten hat wohl H. Lasserre das, was sie schilderte, in einem Gesamtbild wiedergegeben.

"Die Erscheinung",

so schreibt er, "hatte nichts Unbestimmtes oder Nebelhaftes... Lebende Wirklichkeit, ein menschlicher Körper, anscheinend greifbar wie unser Fleisch, unterschied sie sich von einer gewöhnlichen Frauengestalt nur durch den Strahlenkranz und die himmlische Schönheit. Sie war von mittlerer Größe, jung und voll Anmut, als ob sie kaum zwanzig Jahre zähle, und dieser sonst so flüchtigen Jugendfrische war der Stempel ewiger Dauer aufgedrückt. Noch mehr, es vereinigten sich in ihren himmlischen Zügen gewissermaßen die einzelnen Schönheiten aller vier Jahreszeiten des menschlichen Lebens, ohne jedoch deren Harmonie zu stören. Die unschuldige Offenheit des Kindes, die makellose Reinheit der Jungfrau, der milde Ernst des reifenden Alters und eine Weisheit, die alles Wissen verflossener Jahrhunderte überragt, waren, ohne sich gegenseitig zu verdunkeln, in diesem wunderbar schönen Frauenantlitze verschmolzen.

Die Regelmäßigkeit und ideale Reinheit ihrer Züge entzieht sich jeder Beschreibung. Die ovale Form ihres Gesichtes war von unendlicher Anmut, die Augen blau und von einer Milde, vor welcher das Herz eines jeden, der hineingeschaut, hätte zerfließen müssen. Die Lippen atmeten Güte und göttliches Wohlwollen; auf der Stirne thronte die höchste Weisheit, d.h. die Kenntnis aller Dinge, vereint mit einer Tugend ohne Grenzen.

Ihre Kleidung war weiß wie der fleckenlose Schnee der Berge, und in ihrer Einfachheit herrlicher als das Gewand Salomos in seiner Pracht. Das lange, schleppende Kleid der hehren Frau, das in züchtigen Falten herniederfloß, ließ ihre jungfräulich zarten Füße, die auf dem Felsen ruhten und die Zweige des Rosenstrauches leicht berührten, unbedeckt. Um ihre Hüften schlang sich ein himmelblauer Gürtel, der mit seinen langen Enden fast ihre Fußspitzen berührte. Von ihrem Haupte wallte ein faltenreicher, weißer Schleier hernieder, der die Schultern und den oberen Teil der Arme umhüllte und hinten fast bis auf den Saum des Kleides herabfiel.

Weder Ringe noch Halsband, weder Diadem noch sonstiges Geschmeide: nichts von all jenem Zierat, womit die weibliche Eitelkeit sich zu schmücken pflegt! -- Sie hielt in ihren andächtig gefalteten Händen einen Rosenkranz, dessen milchweiße Körner, an einer goldene Kette gereiht, durch ihre zarten Finger glitten..."

Die Stunde kommt -- Gott kennt sie! -- da auch wir nicht nur im Geiste und in der Phantasie, sondern mit eigenen Augen "schauen werden und überströmen" (Is. 60. 4), da wir nicht nur das schönste aller Geschöpfe sehen werden von Gottes Glanz umstrahlt, sondern den Schöpfer selbst, von dem auch ihre Glorie nur ein Widerschein, ein schwacher Strahl ist. "Und ich werde gesättigt werden, wenn sichtbar wird deine Herrlichkeit..." (Ps. 16, 15.)

Was empfand die kleine Seherin, als ihr zum erstenmal das Übernatürliche greifbar, lebendig gegenübersteht? -- Zunächst Schrecken -- dann Trost: eines der sicheren Zeichen, wodurch nach der Lehre der Theologen Erscheinungen göttlichen Ursprungs sich von solchen, bei denen der Teufel im Spiel ist, unterscheiden. -- War es der Schutzengel, der der Schauenden eingab, in die Knie zu sinken und nach ihrem Rosenkranz zu greifen? ... Ein Zeichen der Zustimmung von seiten der holdselig lächelnden Lichtgestalt -- ja, sie macht sogar das heilige Kreuzeszeichen zuerst und läßt gleichzeitig mit dem betenden Kinde die Perlen weitergleiten; nur beim "Ehre sei dem Vater" bewegen sich mitsprechend ihre Lippen...

Mit Maria die allerheiligste Dreifaltigkeit lobpreisen dürfen, ihr zu Füßen, vor ihren Augen die 50 Ave sprechen, zusehen, wie sie selbst die Perlen ihres Rosenkranzes berührt und dadurch ihr Wohlgefallen an dieser Gebetsweise kundgibt -- welch seliges Glück, das heiliger Kindeseinfalt zuteil geworden!... Wir brauchen sie nicht zu beneiden. Schließen wir die Augen und überzeugen wir uns recht lebhaft, daß die himmlische Mutter ein jedes andächtige, an sie gerichtete Gebet ebenso freudig lauschend entgegennimmt. Verbinden wir mit diesem Glauben das frohe Vertrauen, daß Maria unsere so oft wiederholten Akte gänzlicher Hingabe an sie wohlgefällig angehört hat und darum all unsere Werke und Gebete in ihren reinen Händen Gott aufopfert --- und siehe, wir sind ebenso glücklich wie Bernadette! Freilich schauen wir Maria nicht leiblich, aber selbstlose Liebe freut sich, je größer das Opfer ist, das sie durch ihren reinen Glauben bringt.

Als Bernadette den Rosenkranz beendet hatte, verschwand die Erscheinung. Wohl 20 Minuten mochte das entzückte Schauen gewährt haben. Die anderen Mädchen kommen mit Reisig beladen zurück, etwas verwundert, die Zurückgebliebene im Gebete zu finden. Diese durchwatet jetzt das Wasser, um sich den beiden anderen anzuschließen, die ihr Holz zusammenbinden, bevor sie sich auf den Heimweg machen. Jetzt dünkt sie das Wasser ganz warm. Ist ein Herz voll von Himmelsglück, wie geht es dann so spielend über Erdenschwierigkeiten hinweg!

Wir wären wohl gerne den Weg mitgegangen zu Bernadettes armem Elternhaus und hätten von ihren zögernden Lippen den allerersten Bericht vernommen, den das inständige Bitten der beiden Weggefährtinnen ihr abgerungen... Sie hatten aus Bernadettes Benehmen und Andeutungen ja schon bemerkt, daß etwas ganz Außerordentliches vorgefallen war. Die Mädchen schenkten ihr Glauben -- doch die Mutter daheim nannte das Vorkommnis Täuschung und verbot der Tochter, nach dem Felsen zurückzukehren.

 

Weitere Erscheinungen (1.)

Wenn Gott etwas will, erreicht er seine Absicht, mag auch der Menschen Freiheit, die er allzeit respektiert, ihm zuerst die Hände zu binden scheinen. Bernadettes stilles Heimweh nach der Grotte und die Bitten, mit denen ihre ältere Schwester und deren Freundin ihre heißen Wünsche unterstützten, bewogen die Mutter zur Nachgiebigkeit. Mit ihrer Erlaubnis kniet die kleine Seherin am Nachmittag des Sonntags, der auf den Donnerstag der ersten Erscheinung folgte, wieder vor dem geheimnisvollen Felsen, von einem Kreis neugieriger junger Mädchen umgeben. Man hatte ihr geraten, Weihwasser zu sprengen, um zu erproben, ob das, was sie sah, von Gott oder vom Teufel komme... "Sie ist nicht böse..." sagt Bernadette zu den Umstehenden. "Sie nickt zustimmend und lächelt uns alle an!"

Wieder ein paar Tage, an denen die Angst, ihr Kind dennoch getäuscht zu sehen, die Mutter zur ersten Strenge zurückkehren läßt. -- "Du machst ja unsere ganze Familie zum Spott der Leute!" -- Diesmal bedient sich Gott zweier frommer Frauen, die das Amt der Fürbitterinnen übernehmen. Nicht ohne Erfolg! In ihrer Begleitung eilt Bernadette beim ersten Morgengrauen des darauffolgenden Donnerstags trotz ihres Asthmas geflügelten Fußes dem Orte ihrer Sehnsucht zu. Die beiden andern können ihr kaum folgen. Die eine der Frauen hat eine geweihte Kerze mitgebracht. Zum erstenmal brennt Licht zu Gottes und Mariens Ehre an jenem Ort, der einst im Glanze von so vielen Tausenden von Kerzen erstrahlen sollte...

Und nun beginnt, was wir den gottgewollten Kampf zwischen Wahrheit und Zweifel nennen können, jene Reihe von Tagen, die die Übernatur hereinragte in die Welt des Sichtbaren, und die Menschen mit Recht erst den Beweis der Tatsachen abwarteten, um dem, was nur eine einzelne schaute, auch ihrerseits den freudigen Glauben nicht zu verweigern. Für das schlichte Hirtenkind, das kaum erst lesen gelernt, das in pyrenäischer Mundart sprach und keine andere Gebete als die im Rosenkranz enthaltenen kannte, stand tatsächlich in jenen seligen Tagen der Himmel offen. Wieder und wieder sah sie den Lichtglanz aufstrahlen, der stets die Ankunft der erhabenen Frau ankündigte; wieder und wieder ward sie vertrauter Zwiesprache mit ihr gewürdigt.

Geheimnisse hat die Königin des Himmels dem Kinde verraten, wie man es sonst unter Freundinnen tut; gebeten hat sie so, als handelte es sich um eine ihr zu erweisende Gefälligkeit, daß ihre kleine Vertraute sich 14 Tage hindurch täglich an der Grotte einfinden möchte. Die erhabene Frau ist fast aus der Nische herausgetreten, um sich ihr zu nähern; sie hat an dem Tage, da ein treues Marienkind in Bernadettes Nähe kniete, auch diese voll Liebe angeschaut und auf die Frage, ob die beiden Frauen, die damals zuerst Bernadette begleitet, auch weiterhin mitkommen dürften, zur Antwort gegeben: "Sie mögen mit dir kommen, sie und noch andere; ich wünsche viele Leute hier zu sehen!"

Sie hat aber auch einen undurchdringlichen Schleier von Würde und Majestät um sich gezogen, die das in Sünden geborene Adamskind vor ihr mit der Stirne in den Staub zwang. Trotz wiederholter Bitte, ihren Namen zu nennen, ward dem Kinde wochenlang die Antwort verweigert. Es ist auch vorgekommen, daß im Verlauf der 14 Tage die erhabene Königin vergeblich auf ihr Erscheinen warten ließ. Und dies, obgleich die Kleine, allen Hindernissen zum Trotz, gehorsam sich eingefunden hatte, und auch sonst alle Voraussetzungen zur Erfüllung ihres heißen Sehnens gegeben waren. -- Das Lächeln der Verklärung konnte sich auch zeitweise in einen Ausdruck tiefster Traurigkeit verwandeln, wie dies besonders bei zwei Gelegenheiten der Fall war.

Da war ein Tag, an dem die Zuschauer Tränen über Bernadettes Gesicht rinnen sahen und auf ihre Frage nach deren Grund den Aufschluß erhielten: die "Dame" habe sich eine Zeitlang weggewandt von ihr und, wie in einem Augenblick die ganze Erde überschauend, auf die Frage, was sie betrübe, geantwortet: "Bete für die Sünder!" Drei Tage später war es wieder eine Wolke der Traurigkeit, die sich auf das bisher verklärte Geischt der kleinen Seherin niedersenkte. Den Zuschauern schien, als lausche sie nach dem Felsen hin. Wie nach Vernehmen einer Trauerbotschaft sahen sie, daß Bernadette schmerzvoll ihre Arme sinken ließ. Dabei flossen ihr reiche Tränen über die Wangen. In tiefdemütiger Stellung stieg sie alsdann den Abhang bis zur Grotte empor, bei jedem Schritt den Boden küssend. Vor dem Rosenstrauch angekommen, verbeugte sie sich abermals; den Kopf zur fensterähnlichen Öffnung erhoben, schien sie einen geheimnisvollen Befehl entgegenzunehmen. Danach wandte sie sich, das Antlitz noch in Tränen, den Versammmelten zu und wiederholte dreimal mit von Schluchzen erstickter Stimme: "Buße! Buße! Buße!"

Ohne jeden Zweifel war es die Wiederholung dessen, was sie eben von Mariens Lippen vernommen -- die Mahnung, den einzigen Rettungsanker zu ergreifen, der die sündenbeladene Welt vor dem Untergang bewahren kann. Gott tat in seiner Barmherzigkeit das Äußerste, indem er als Erwiderung und Bestätigung der 4 Jahre vorher erfolgten Dogmatisierung der Unbefleckten Empfängnis die hehre Königin selbst zur Erde herniedersteigen ließ, um den Sündern ein Mutterherz und durch sie leichten Zutritt auch zu seinem Herzen zu erschließen. Die Menschen sollten aber auch erkennen und zugestehen, daß sie seinen Zorn auf sich geladen hatten. Sie sollten lernen, sich tief, tief zu beugen, gleichsam dem Erdboden zu danken, daß er sie noch trage und nähre. Sie sollten freiwillig Strafe und Sühne auf sich nehmen, um den zur Züchtigung erhobenen Arm der göttlichen Gerechtigkeit zurückzuhalten. Als Lohn ständen Ströme der Barmherzigkeit bereit, sich über die gedemütigten, reuigen Gotteskinder auszugießen. Das also war es, was Bernadettes äußere Zeichen der Zerknirschung, ihr Sich-Fortbewegen auf den Knien, ihr häufiges Bodenküssen und ihre Mahnung zur Buße sagen sollten!

Und dasselbe war es auch, was die große Stunde der bedeutungsvollen Erscheinung vom 25. Februar predigte. Tief enttäuscht kehrten an jenem Donnerstag viele der Zuschauer, die bisher mit so viel Rührung die ekstatisch verklärten Züge der kleinen Seherin angestaunt, von der Grotte zurück. Sie glaubten, das Mädchen habe den Verstand verloren... Hatte sie doch angefangen, in einer Ecke der Höhle niedergekauert, mit ihren Fingern den Boden aufzukratzen -- hatte eine schlammige Flüssigkeit, die sich unter ihren Händen zu zeigen begonnen, an den Mund geführt, ja, sich sogar das Gesicht damit gewaschen; schließlich hatte sie noch von dem Unkraut gegessen, das da aus dem felsigen Boden sproßte...

Arme kleine Bernadette! Das war die große Probe deiner selbstvergessenden Einfalt -- und du hast sie glänzend bestanden! Du hast nicht daran gedacht, was die Menschen sagen würden, sondern nur, was die hohe Dame, als deren geringe Magd du dich fühltest, von dir begehrte. Du hast ihr geglaubt, als sie von einer "Quelle" sprach, obschon du nur Felsen und steinigen Boden erblicktest. Du hast trotz des natürlichen Widerwillens von dem so trüben, schlammigen Naß "getrunken", hast dich "gewaschen" mit dem, was natürlicherweise nur beflecken konnte, und hast "gegessen", was du vorher nicht für eßbar gehalten. Und hernach zum gewöhnlichen Zustand zurückgekehrt, bist du nach Hause gegangen mit denen, die dich wie immer ausfragten und hast ihnen kindlich und einfach Rechenschaft gegeben von dem, was dich die "Dame" geheißen.

O wir stolze und ungeduldige Erwachsene! Ist auch nur ein einziger unter uns, der nicht in die Schule gehen müßte bei diesem Kinde, das der Heilige Geist in seiner Weisheit unterrichtet hatte? -- Gottes Weisheit ist nicht wie die der Menschen. Ihr Urquell ist die Wahrheit, ihr Handeln Gerechtigkeit. Was liegt daran, wenn wir nicht einsehen, wenn Menschenurteil uns mißversteht! Möge nur allezeit und in allem bis ins Kleinste der heilige Wille Gottes geschehen! Was Gott wünscht und verfügt, kann nicht sinn- und zwecklos sein; die Folge wird es jeweils zeigen, und sei es auch erst nach längerer Probefrist. Wahre Demut kann warten...

Hier brauchte es kaum einen Tag, und schon rechtfertigten die Ereignisse Bernadettes mißverstandenes Benehmen. Bereits am Nachmittag fanden einzelne Besucher zu ihrer Überraschung, daß sich ein kleines Wasserbändchen, etwa so dick wie ein Finger, von der Grotte zum Gave schlängelte. Schon hatte das geringfügige Wässerlein sein bestimmtes, genau nachweisbares Rinnsal gefunden. Und gerade von jenem Punkte ging diese Wasserader aus, an dem vor etlichen Stunden Bernadette die Erde aufgegraben hatte. Die Quelle wuchs von Stunde zu Stunde. "Zuerst infolge ihres gewaltsamen Durchbruches durch die Erdschichten noch etwas schlammig, wurde sie nach Verlauf einiger Tage hell und klar. Von nun an sprudelte sie immer gleichmäßig in einem Wasserstrahle, der fast die Stärke eines Kinderarmes hatte, aus der Erde hervor."

Und dies Wasser "heilte die Kranken, von was immer für einer Krankheit sie behaftet sein mochten" (Joh. 5. 4). Es war kein Zufall (für den gläubigen Menschen gibt es dies ja überhaupt nicht!), daß gerade am Tag, der auf die Entdeckung der wunderbaren Quelle folgte, in allen Messen das Evangelium, das vom Bethesdateich erzählt, verlesen wurde. -- Am gleichen Tag wirkte Gott durch das Segenswasser, das Mariens Fürbitte der Welt schenkte, das erste Wunder! Der seit 20 Jahren schwer augenleidende, später fast gänzlich erblindete Bouriette ließ sich in himmelanstürmendem Vertrauen ein Glas von dem noch trüben Quellwasser bringen, wusch das so lang erkrankte Auge, wusch es wieder und wieder -- und ward sehend.

Am Abend kamen die Standesgenossen des Geheilten -- er war Steinbrecher -- und gruben ein Sammelbassin für das Grottenwasser, richteten ein hölzernes Rinnsal zurecht, damit das immer stärker anschwellende Bächlein einen Abfluß in den Gave finde und stellten am steilen Felsen einen möglichst sicheren Serpentinenpfad her, damit man ohne Beschwerde den Ort der Gnade erreichen könne. Niemand hatte sie dazu beauftragt. "Die allerseligste Jungfrau wird uns schon bezahlen!"... Am selben Abend hat auch, ganz dem Impuls des begeisterten Volkes entsprungen, die erste Lichterprozession stattgefunden, der nun so viele, viele in all den Jahren folgen sollten.

Weitere Erscheinungen (2.)

Wie wir überall in der Schöpfung bemerken, wachsen Gottes Werke langsam aber stetig, mit größter Zielsicherheit, trotz Anwendung unscheinbarer Mittel. Das erkennen wir auch in den Ereignissen von Lourdes, wenn wir die ganze Serie der Erscheinungen überschauen bis zum Ende der von der Himmelskönigin begehrten 14 Tage.

Kehren wir nochmals zum Sonntag, dem 14. Februar, zurück. Mit ein paar Freundinnen, die der widerstrebenden Mutter die Erlaubnis abgebettelt hatten, ist Bernadette, ihr Weihwasserfläschchen in der Hand, zur Grotte gekommen. Eine noch größere Freundlichkeit auf den Zügen der himmlischen Erscheinung war die Wirkung der kindlichen Probe. Ganz entzückt und hingerissen von der Schönheit der überirdischen Lichtgestalt gerät Bernadette in eine Ekstase, die sie aller Bewegungsfreiheit beraubt, so daß ein herbeigerufener Müllerssohn sie vom Ort der Gnaden wegbringen mußte.

Erst vier Tage später ist Bernadettes Mutter soweit umgestimmt, daß sie ihr Kind in Begleitung verläßlicher älterer Freundinnen wieder zum geheimnisvollen Felsen gehen läßt. Tinte und Papier haben sie diesmal mitgenommen, damit die Erscheinung, die ja auch eine Seele aus dem Fegfeuer sein konnte, ihre Wünsche niederschreibe... Die kleine Seherin ist heute ihrer Sinne völlig mächtig und vernimmt selig trunken die ersten Worte von der Gottesmutter Lippen: "Was ich dir zu sagen habe, brauche ich dir nicht aufzuschreiben"... dann die Bitte, durch 14 Tage wiederzukommen und schließlich die bekannte Verheißung: "Ich werde dich glücklich machen, aber nicht in dieser Welt!"

Am folgenden Tage kommt auch des Kindes Mutter mit. Die Unbefleckte verspricht ihrer Vertrauten für später wichtige Offenbarungen. Wie zart, die ganze Art und Weise himmlischen Vorgehens! Die Verheißung künftiger Gnadenerweise erweckt Sehnsucht, sie zu erhalten -- sich für heute mit der hoffenden Erwartung begnügen zu müssen, läßt ihr die eigene Kleinheit und Ohnmacht zum Bewußtsein kommen.

Als erste dieser vesprochenen Offenbarungen empfängt die Glückliche am nächsten Morgen eine für sie allein bestimmte Belehrung: Wort für Wort spricht ihr die Königin des Himmels ein Gebet vor, das so recht für ihre persönlichsten Herzensbedürfnisse passend war... Wie oft und gerne mag sie seitdem mit diesen Worten zu Gott gefleht haben! Die Erwiderung bildeten all jene Gnaden und himmlischen Führungen, die aus dem Hirtenmädchen von Lourdes die geweihte Gottesbraut Maria Bernarda von Nevers und nun die heilige Bernadette im Himmel gemacht haben.

Von jenem 20. Februar an zählen die Zuschauer des geheimnisvollen Verkehrs zwischen Erde und Himmel nach Hunderten und bald Tausenden. Was zog all die Scharen so mächtig hin zu den rauhen Felsen, wo der Rosenstrauch wuchs und der Gave vorbeirauschte? Leer und öde war für die Augen aller anderen die Felsennische; kein Ton der Stimme, die für Bernadette wie Himmelsmusik erklang, drang jemals an eines anderen Ohr. Und doch fühlten sich die Seelen dort so reich, so beseligt, so gottnah. "Man sah ihre Stirne erglänzen", so beschreibt meisterhaft Lasserre das Schauspiel, das in den Februar- und Märztagen 1858 eine so unwiderstehliche Anziehungskraft auf alle ausübte, die Bernadette umgaben, "das Blut stieg ihr jeoch keineswegs zu Kopfe; im Gegenteil, es überzog eine leichte Blässe ihr Antlitz, als ob die Natur in Gegenwart der sich offenbarenden Erscheinung ihre Ehrfurcht an den Tag legen wollte. Die Züge des Kindes verklärten sich mehr und mehr... Der halbgeöffnete Mund stammelte Bewunderung und Entzücken und schien in langen Zügen den Himmel einzuatmen. Ihre unbeweglichen, von Wonne strahlenden Augen waren in die unsichtbare Schönheit versenkt... Die Kleine schien der Erde gar nicht mehr anzgehören. Sie war wie ein Engel der Unschuld, welcher, der Welt entrückt, an der halbgeöffneten Pforte des Paradieses anbetend niedersinkt."

Man empfing den Eindruck, Bernadette gewöhne sich sozusagen nach und nach an den Verkehr mit der übernatürlichen Welt. Ihre Ekstasen hinderten sie bei den späteren Erscheinungen nicht mehr, wenigsten teilweise sich dessen bewußt zu sein, was um sie herum vorging. Ihr Puls schlug ruhig und regelmäßig, wie sich der neben ihr stehende Arzt selbst überzeugte.

Man hat wohl mit Recht angenommen, die drei Geheimnisse, die Maria ihrer kleinen Vertrauten im Laufe der Erscheinungen mitteilte, hätten die Lösung des Rätsels ergeben, wie es möglich war, daß Bernadettes Seele sich gegen alle Pfeile der Anreizung zur Eitelkeit als unverwundbar erwies. Auch der Umstand, daß weder Bernadette noch ihre Eltern jemals irgendwelchen materiellen Vorteil aus dem ihnen so reichlich entgegengebrachten Interesse ziehen wollten, hängt höchstwahrscheinlich mit einer in Form eines "Geheimnisses" erteilten Mahnung der hehren Frau zusammen. Sicherheit werden wir darüber nie erhalten: denn die Seherin hat, was ihr unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt worden, unausgesprochen mit ins Grab genommen.

Es ist nicht zu verwundern, daß die stets wachsenden Ansammlungen von Menschen an der Grotte und die begeisterten Berichte der Augen- und Ohrenzeugen die Aufmerksamkeit weiter Kreise, besonders auch der Obrigkeit, erweckten. Durch viele Seiten hin zieht sich in den Büchern Lasserres und Estrades die Schilderung der Anfeindungen, die sich nur zu bald gegen Bernadette und ihre Behauptungen erhoben. Verkennung und Verfolgung ist ja geradezu ein charakteristisches Merkmal für Dinge, die den Stempel des Göttlichen an sich tragen. Der Glanz des Geheimnisvollen und Erhabenen erregt Neid und Widerspruch und die Tatsache, daß bei solch außerordentlichen Ereignisssen die Gefahr der Täuschung auch wirklich besteht, macht es selbst den Guten und Gläubigen zur Pflicht, wenigstens zu Anfang abwartend und vorsichtig zu sein. Das gilt am allermeisten für jene Personen, denen obrigkeitliche Gewalten, geistliche oder weltliche, anvertraut sind. Es war darum sicher ganz nach Gottes Willen, daß auch der Pfarrer von Lourdes und der Bischof von Tarbes, dem Lourdes damals unterstellt war, der Seherin und allem, was sich zutrug, zunächst sehr wenig Entgegenkommen erwiesen.

"Geh und sage den Priestern, daß ich an diesem Orte eine Kapelle errichtet haben will!" Mit diesem ersten Auftrag der unsichtbaren "Dame" kam Bernadette zum gestrengen Pfarrer Peyramale, der sich vorerst in keiner Weise bereit zeigte, den angeblichen Befehl zu erfüllen.

"Ich will, daß man in Prozession hierherziehe!" so hatte das schücherne Kind ein andermal auszurichten. Es erhielt einen ablehnenden Bescheid; im übrigen sei hierfür die bischöfliche Behörde zuständig.

Was Bernadette in jenen Tagen und noch lange Zeit nachher zu leiden hatte, läßt sich gar nicht vollständig ermessen. Wie mußte es dem braven Schulkind zumute sein, wenn ihre Lehrinnen, die Ordensfrauen, sie mit Worten anredeten: "Du böses Kind, wie unwürdig benimmst du dich! Wie unheilig störst du die Ruhe der Fastenzeit!" -- und auch noch Mitschülerinnen in den herben Spott miteinstimmten!... Was empfand sie, als gar ein mit den Zeichen der öffentlichen Gewalt bekleideter Polizeibeamter auf sie zukam, um sie im Namen des Gesetzes festzunehmen und vor den Polizeikommissar zu führen?... Es blieb nicht bei nur einem Verhör, dem das Kind dort unterzogen wurde. Merkwürdigerweise zeigte die Kleine sich aber jedesmal ungemein ruhig und sicher, von wem und unter was für Umständen sie auch immer über das, was die Erscheinung betraf, ausgefragt werden mochte. Von Natur schüchtern, im Benehmen bescheiden, in Gegenwart Unbekannter sogar etwas scheu, zeigte Bernadette in dieser einen Beziehung einen unbeugsamen Mut und eine unwandelbare Festigkeit in ihren Behauptungen.

Das ist eben wieder eine von den begleitenden, an Wunder grenzenden Tatsachen, die die Echtheit der Ereignisse von Lourdes bestätigen!

Ganz geheimnisvoll war auch der Umstand, den keiner ihrer Biographen übergeht: jene innere Gewalt, die Bernadette sanft aber unwiderstehlich zur Grotte hinzog, ja sie eines Tages trotz des engegengesetzten Befehls der Eltern schier zwang, auf dem bereits angetretenen Schulweg umzukehren und die Richtung nach den Felsen von Massabielle einzuschlagen.

Die Überzeugung von der Unmöglichkeit, daß ihr sonst so gehorsames Kind sie anlügen oder sich verstellen könne, muß sehr tief im Herzen der Eltern eingewurzelt gewesen sein, wenn der bloße Bericht Bernadettes über das Vorgefallene schon genügte, daß sie damals ihr Verbot ein für allemal zurücknahmen! Sicher war auch hier ein übernatürlicher Gnadeneinfluß im Spiel, dem die ehrlichen Herzen der braven Müllerseheleute unbewußt offenstanden...

Bernadettes Ekstasen währten bis zu einer Stunde. Bald in der verzückten Haltung einer heiligen Theresia, die mit dem Himmel Zwiesprache hielt, bald mit dem Ausdruck tränenvollen Schmerzes, gleich den Frauen, die betend unter dem Kreuz auf Kalvaria standen, bot der Anblick Bernadettes all den Umstehenden ein nie mehr zu vergessendes Schauspiel. Aus dem Zweifler Estrade war seit dessen erstem Besuch bei der Grotte zur Stunde der Erscheinung einer der eifrigsten Verteidiger der dortigen Ereignisse geworden. Mit ihm zogen die anwesenden Männer wie von selbst die Hüte ab, sobald die plötzliche Umwandlung auf den Zügen der Seherin die Gegenwart des nur ihr sichtbaren, höheres Wesens verriet. Der tausendfache Lärm, so schreibt Lasserre packend von den glücklichen Augenzeugen der Ereignisse jener Tage, wich ehrfurchtsvollem Schweigen. Wenn das heilige Meßopfer dargebracht wird, kann in den Kirchen nicht mehr Sammlung herrschen, als hier der Fall war... Jeder hielt gewissermaßen den Atem an. Ein zur Grotte geführter Blinder würde nie erraten haben, daß eine so zahllose Menschenmenge dort versammelt sei...

Bei den letzten Erscheinungen waren nach den Berichten wohl 15-20'000 oder noch mehr Zuschauer versammelt. Viele der jüngeren waren an den Felsen hinaufgeklettert oder hielten sich an Bäumen fest, in Stellungen, die lebensgefährlich schienen... Aber es ist nie einer verunglückt in jenen Tagen! Ein sichtbarer Gottesschutz schwebte über dem gebenedeiten Ort.

Es ist auch aufgefallen, daß das schöne Wetter während der 14 Tage angehalten hat. Erst nach der ununterbrochenen Reihenfolge schöner Tage, wie man eine solche seit mehreren Jahren nicht mehr erlebt, fiel am 5. März dichter Schnee, und der Zudrang zur Grotte ließ nach, indes immer neue Heilungen stattfanden.

Die große Offenbarung

Drei Wochen später. -- Die Sonne leuchtet wieder vom wolkenlosen Himmel. Die Kirche feiert das Fest "Mariä Verkündigung". Auch am Felsen von Massabielle geschieht endlich die große "Verkündigung", auf die mit Bernadette ganz Lourdes und viele Menschen aus Nah und Fern mit Sehnsucht gewartet hatten.

Nicht als wären am 25. März wie bei manchen der früheren Erscheinungen schier unzählbare Scharen bei der Grotte versammelt gewesen. Wenn wir das diesbezügliche Kapitel bei Estrade lesen, scheint es, als seien zu dieser großen Stunde nur die zu besonderen Gunsterweisen Auserwählten durch einen inneren Gnadenruf zum geheimnisvollen Felsen gerufen worden. "Man sah da und dort einige Männer knien"... die größere Anzahl bildete ein Kreis betender Jungfrauen und frommer Mütter, die eine Art Ehrenwache bildeten für die noch im Schleier des Geheimnisses verhüllte "Dame".

Heute sollte der Schleier gelüftet werden. Nicht ganz so, wie wir Menschen erwartet hätten. Wem ist nicht schon aufgefallen, daß selbst den verhältnismäßig deutlichsten Prophetenworten der Heiligen Schrift dennoch ein Rest von Geheimnisvollem anhaftet? Nur das Licht von oben kann darüber Aufschluß geben, was bildlich und was wörtlich verstanden werden muß. Der von Gott gesetzten Lehrautorität steht die Aufgabe zu, den Gläubigen die richtige Erklärung zu vermitteln. Kindlicher Demut und Unterwürfigkeit fällt dann zum Lohn die Erkenntnis der Wahrheit als reife Frucht in den Schoß.

Daß wir auch in Lourdes dieselbe Handlungsweise Gottes beobachten, ist einer der sichersten Beweise für den göttlichen Ursprung dessen, was sich dort zugetragen. Nach Verlauf der 14 Tage war Bernadette noch wiederholt zur Grotte gekommen. Man hatte sie in Stille und Einsamkeit dort beten sehen, die Augen in Sehnsucht zur Nische erhoben, die vorher im Glanz des Himmels geleuchtet. Aber öde und grau hatten die Felsen herniedergeschaut. Das Kind lernte dulden und warten. Denn, daß noch nicht das letzte Wort gesprochen war, das fühlte sie wie alle, die mit ihr gebetet.

Da ließ sich bereits am Abend des 24. März die innere Stimme so deutlich in Bernadettes Herzen vernehmen, daß sie ihren Eltern wie von einer ausgemachten Sache über das Glück sprach, das ihrer für den folgenden Tag an der Grotte wartete.

Die Freude ließ sie die ganze Nacht nicht schlafen, und kaum, daß der Morgen graute, erhob sie sich von ihrem Lager und eilte auf Flügeln der Sehnsucht dem glückverheißenden Felsen zu. Schon von fern strahlte die Nische -- die Himmelskönigin erwartete bereits ihr Gnadenkind. "Mit lächelndem Blick", so hat nachher die kleine Seherin berichtet, "schaute sie auf die Versammelten, ähnlich wie eine liebende Mutter ihre Kinder anschaut..."

O Königin der Liebe, schau heute mit gleicher Huld auf uns, die wir dich nicht weniger lieben, als damals die fromme Betergruppe am Fuß der Pyrenäenberge! Du kennst die Leiden, die uns heute niederdrücken -- Schutzfrau, Hoffnung der Hoffnungslosen, Trost der Betrübte, Hilfe der Christen, zeige auch jetzt, daß du Mutter bist!

Kein Wunder, daß Bernadette jetzt Mut faßte, ihre Bitte um Beantwortung der schon mehrmals vorgetragenen Frage zu wiederholen. Wie vorher neigte die Dame das Haupt, lächelte, aber antwortete vorerst nicht..

"Ich weiß nicht, warum", so fährt Bernadette zu erzählen fort, "aber ich getraute mich heute nochmals, um die Gnade zu bitten, sie wolle mir doch ihren Namen sagen. Und nochmals lächelte sie, neigte sich grüßend zu mir, aber verharrte in Schweigen. Da habe ich ein drittes Mal mit gefalteten Händen und meiner Unwürdigkeit, erhört zu werden, wohl bewußt, meine Bitte ausgesprochen..."

Bei dieser Stelle ihres Berichtes angekommen, geriet, wie Estrade schreibt, das Kind in Bewegung und fuhr folgendermaßen fort:

"Die Dame stand über dem Rosenstrauch und zeigte sich ähnlich, wie man sie auf der wundertätigen Medaille sieht. Auf meine dritte Bitte hin nahm ihr Antlitz einen ernsten Ausdruck an; sie schien sich zu verdemütigen... Darauf faltete sie die Hände und hob sie bis zur Brust empor..., sie schaute hinauf zum Himmel...; alsdann langsam die Hände ausbreitend und sich zu mir neigend, sagte sie mit leisem Zittern in der Stimme zur mir:

'Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!'"

Beim Wiederholen dieser Worte neigte Bernadette das Haupt und ahmte die Gebärde der Dame nach.

So hatte denn Bernadette die Antwort erhalten -- aber sie verstand sie nicht. Fehlte noch ein unwiderlegliches Zeugnis für ihre Einfalt und Aufrichtigkeit --- hier hätten wir es erhalten. Die Zuschauer fielen jubelnd auf die Knie, als ihnen die Seherin mitteilte, was sie vernommen. Die einen küßten die Felswand, die anderen umarmten den Rosenstrauch, als wäre er ein lebendes Wesen oder eine kostbare Reliquie, und aus der Mitte der Beter erklang die bekannte Anrufung: "O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen!"

Bernadette dagegen, zuerst fast enttäuscht, gab sich auf dem Heimweg alle Mühe, die Worte im Gedächtnis zu behalten. "Ich wiederholte sie auf dem ganzen Weg von der Grotte bis zum Pfarrhaus unausgesetzt", erzählte sie später; "bei jedem Schritt sagte ich im stillen: Unbefleckte Empfängnis, Unbefleckte Empfängnis; denn es lag mir daran, dem Herrn Pfarrer die Worte der heiligen Jungfrau zu überbringen, damit die Kapelle erbaut würde." Dabei hat sie, wie wir bei Estrade lesen, das Wort, das ihr so fremd war, nicht einmal korrekt ausgesprochen und in ihrer naiven Kindlichkeit die Schwester jenes Herrn, bei der sie am Nachmittag Besuch machte, gefragt: "Aber, Fräulein, was heißt denn das: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis?"

Der Pfarrer von Lourdes, der sich anfangs so ablehnend verhalten, war von dem Tag an wie umgewandelt. Er wurde, wie Hoppe schreibt, ein wackerer, unerschütterlicher, treuer Vorkämpfer, Verteidiger und Beschützer alles dessen, was mit der Erscheinungsfrage irgendwie zusammenhing. Einst hatte er stolz gesprochen: "Wenn die Dame einen Namen angibt, so wird sie auch zu beweisen haben, daß es der ihrige sei!" -- Sie gab ihren Namen an -- sonst nichts -- und Peyramale glaubte! Sicherlich war er es auch, der dem Kinde die volle Erklärung des von ihr zuerst nicht Verstandenen gab, sodaß Bernadette fernerhin nie mehr den Ausdruck gebrauchte: "Die Dame", sondern sie mit seliger Andacht: "Unsere Liebe Frau von der Grotte" oder "von Massabielle" nannte.

Nur zweimal noch sollte es ihr vergönnt sein, das Angesicht zu schauen, das neben dem ihres göttlichen Sohnes die süße Wonne der Seligen im Himmel ausmacht. Können wir uns nur einigermaßen in die Höhe der Wonnen und die Tiefe erschauernder Ehrfurcht hineindenken, mit der das schlichte Hirtenkind nun vor derjenigen kniete, die sie mit seliger Gewißheit als die Königin Himmels und der Erde erkannte? Das mochten mehr himmlische als irdische Empfindungen gewesen sein!

Die beiden letzten Erscheinungen galten -- mehr noch als die früheren -- der kleinen Auserwählten ganz allein, um sie zu beglücken, um sie nicht auf einmal, sondern so nach und nach der Seligkeit des Verkehrs mit der jenseitigen Welt zu entwöhnen.

Die Biographen sind sich nicht einig, ob die vorletzte Erscheinung am Ostermontag oder -mittwoch stattgefunden. In der Osterwoche ist es jedenfalls gewesen. Bernadette sollte mit der Kirche ihr Alleluja singen. Bei dieser Gelegenheit war es auch, daß das auffallende Wunder mit der Kerze geschah. Dr. Dozous schildert in seinem Bericht, wie Bernadette, in der Ekstase betend, die Handfläche direkt über die brennende Kerze gehalten; wie sie nicht nur keinerlei Schmerz gefühlt, sondern wie auch nicht die geringste Verletzung an der Haut bemerkbar gewesen sei. In ihren gewöhnlichen Zustand zurückgekehrt, habe sie dagegen sofort mit deutlichem Erschrecken die Hand weggezogen, als man, um die Gegenprobe zu machen, das angezündete Licht ihr nahegebracht.

Zum allerletzten Male erschien dem begnadeten Kinde die Gottesmutter am 16. Juli, dem Fest U.L. Frau vom Berge Karmel. Bernadette hatte inzwischen die erste heilige Kommunion empfangen und war auch an diesem Tage am Tisch des Herrn gewesen. Als sie gegen Abend in der Pfarrkirche betete, vernahm sie unvermutet in ihrem Innern eine süß einladende Stimme, zur Grotte zu kommen. Die weltliche Obrigkeit hatte Schranken am Felsen errichten lassen, um den zahlreich hinströmenden Andächtigen den Zugang zu verwehren. So mußte die Seherin jenseits des Gave in der Wiese niederknien. Kaum hatte sich jedoch die Nische, nach der die Augen sehnend hinüberschauten, erhellt, da war für Bernadette die Abenddämmerung gewichen und, was räumlich ferne war, schien in nächste Nähe gerückt. Es war vielleicht die beglückendste aller Erscheinungen, die ihr zuteil geworden.

"Da ist sie! Sie grüßt uns und lächelt uns zu über die Schranken hinweg!" rief Bernadette entzückt den Umstehenden zu, die, als sie das Mädchen so freudig gen Massabielle eilen gesehen ihren Spuren gefolgt waren. Eine Viertelstunde lang durfte sie den Anblick voll Wonne genießen. Kein Wermutströpflein sollte die Süßigkeit der nur zu schnell dahineilenden Minuten verbittern. Sie ließen eine Erinnerung zurück, die in Bernadettes Seele nimmer erlosch, ein Ahnen des Glückes, das nun ihr Anteil ist auf ewig.
Quelle: Die großen Tage der heiligen Seherin von Lourdes von Rose-Marie Freiin v. Bechtolsheim - Imprimatur Treveris, die 12 m. Februarii 1935, Vicarius in Spir. Generalis Tilmann
 


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Marienerscheinung Wunder Bernadette

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Ich wurde in Lourdes geheilt

Zeugnis von Bruder Leo Schwager OSB
Benediktiner - Bruder Leo Schwager wurde sterbend als unheilbarer Multiple-Sklerose-Kranker nach Lourdes gebracht. Er konnte sich kaum mehr bewegen und nicht mehr sprechen. Beim eucharistischen Krankensegen wurde er am 30. April 1952 in einer Sekunde vollkommen geheilt.

 

Wunderheilung kirchlich anerkannt. Siehe unten unter 57

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Die 67 kirchlich anerkannten Wunderheilungen

Kurzporträt der 67 Geheilten:     

67 Anna Santaniello: Nach über 50 Jahren anerkannt
Geboren 1912, wohnhaft in Salerno (Italien)
Geheilt am 19.8.1952.
Am 9.11.2005 durch Erzbischof Pierro von Salerno als Wunder anerkannt.

Anna Santaniello, die bei einer Wallfahrt nach Lourdes im August 1952 geheilt wurde, ist heute 94 Jahre alt. Wegen eines schweren Herzleidens aufgrund eines starken Gelenkrheumatismus litt sie an Erschöpfung und einem Beinödem. Da sie kaum gehen konnte, wurde sie am 19. August 1952 auf einer Tragbahre zu den Bädern von Lourdes gebracht, die sie nach dem Bad aus eigener Kraft wieder verließ. Am nächsten Tag stellten die anwesenden Ärzte das Verschwinden der Symptome des Herzleidens und die spontane Heilung der Kranken fest.
Trotz der positiven Ergebnisse des CMIL hatte die Krankenakte die kanonische Kommission der Diözese Salerno wegen unterschiedlicher Diagnosen italienischer Ärzte, die die Kranke betreuten, ein Jahrzehnt nach dem Ereignis noch nicht überzeugt. Die Heilung erfüllte aber die geltenden Kriterien für die Anerkennung als Wunder, weil es für diese bekannte organische Erkrankung keine Behandlung gab, die die spontane Wiederherstellung der Gesundheit ohne Genesungszeit hätte erklären können.
Anna Santaniello sagte später, dass sie in Lourdes an der Grotte nicht für sich selbst gebetet hatte, sondern für Nicolino, einen Zwanzigjährigen, der nach einem Unfall seine Beine nicht mehr bewegen konnte. Sie blieb ehelos und pflegte nach ihrer Rückkehr nach Italien als Kinderschwester Hunderte von Kindern in Not.

66 Jean-Pierre BÉLY: „Steh auf und geh!
Geboren am 9. Oktober 1936, wohnhaft in La Couronne (Frankreich).
Geheilt am 9. Oktober 1987.
Am 9. Februar 1999 durch Bischof Dagens von Angoulême als Wunder anerkannt.

Die Familie Bély führt ein friedliches Leben in ihrem Haus in einem Vorort von Angoulême. Jean-Pierre ist mit Geneviève verheiratet, Vater von zwei Kindern und arbeitet als Krankenpfleger im Krankenhaus, bis 1972 die ersten Symptome von Multipler Sklerose auftreten. Der Zustand von Jean-Pierre verschlechtert sich von Jahr zu Jahr, so dass er bald als „endgültig 100% invalide mit Anspruch auf Pflege durch Dritte“ erklärt wird. Im Oktober 1987 ist er bettlägerig geworden und fährt mit der Rosenkranzwallfahrt nach Lourdes. Nach der Krankensalbung am dritten Tag empfindet er einen tiefen inneren Frieden. Dann kehrt unvermittelt der Tastsinn zurück und er kann sich wieder bewegen. Zunächst wagt er nicht aufzustehen... In der folgenden Nacht hört er eine innere Stimme, die mehrmals wiederholt: „Steh auf und geh!“ Das tut Jean-Pierre Bély dann. Seither ist er vollkommen gesund, ohne dass die Krankenkasse ihre ursprüngliche Erklärung aufgehoben hätte. Wie er selbst gern betont, hat „der Herr zunächst mein Herz, und dann meinen Leib geheilt.“ Nach 12 Jahren medizinischer Untersuchung erklärte Bischof Dagens von Angoulême in Übereinstimmung mit einer kanonischen Kommission, dass diese Heilung „ein wirkliches Zeichen Christi, der Erlösers ist, das sich auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau von Lourdes ereignet hat.


65 Delizia CIROLLI: Gebet statt Amputation
Geboren am 17. November 1964, wohnhaft in Paterno (Italien).
Heilung um Weihnachten 1976.
Am 28. Juni 1989 durch Bischof Luigi Bonmarito von Catania als Wunder anerkannt.

Delizia Cirolli ist heute Familienmutter und Krankenschwester. Diese doppelte Berufung ist als Geschenk und wider alles Erwarten in ihr Leben eingetreten. Denn im März 1976 nahm das Leben des kleinen, 11-jährigen Mädchens aus Sizilien zunächst eine dramatische Wendung. Sie kann kaum mehr gehen, weil sie große Schmerzen im Knie hat. Der Spezialist, den sie aufsucht, erklärt ihr, dass das Bein amputiert werden müsse, weil sonst der Tumor, von dem sie befallen ist, ihren Tod herbeiführen könnte. Die Eltern lehnen diese Amputation ab und alle, die die kleine Delizia kennen, beginnen für ihre Heilung zu beten. Sie sammeln auch Geld, damit sie eine Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau von Lourdes unternehmen kann, die von den Sizilianern besonders verehrt wird. Im Sommer 1976 kann Delizia mit ihrer Mutter nach Lourdes fahren. Sie kommt erschöpft ohne wirkliche Veränderung zurück. Kurz vor Weihnachten 1976 hat sich ihr Zustand verschlimmert und ihre Umgebung fühlt den Tod nahen. Da tritt die Heilung vollkommen unvorhergesehen ein. Sehr schnell lebt das junge Mädchen wieder auf, isst, geht umher und kehrt in die Schule zurück. Heute heißt sie Frau Costa und ist Mutter von drei Kindern.


64 Serge PERRIN: Er ist hergekommen, um seiner Frau einen Gefallen zu tun!
Geboren am 13. Februar 1929, wohnhaft in Lion d’Angers (Frankreich).
Heilung am 1. Mai 1970 im Alter von 41 Jahren.
Am 17. Juni 1978 durch Bischof Jean Orchampt von Angers als Wunder anerkannt.
1989 gestorben.

Im Dezember 1968 wird Serge plötzlich von einer halbseitigen Lähmung befallen.
Nach zahlreichen Untersuchungen wird eine Thrombose in der Halsschlagader diagnostiziert. Daraufhin kehrt er nach Hause zurück, wo er nur dem Fortschreiten der Lähmung zusehen kann. In seiner Verzweiflung reist er 1969 nach Lourdes. Er kommt im selben besorgniserregenden Zustand zurück: Sehstörungen; Gedächtnisausfälle, körperliche Schwäche. Er ist voller Auflehnung wegen seiner schwindenden Kräfte.
Im folgenden Jahr ist er ohne viel Hoffnung bereit, an der Wallfahrt von Angers teilzunehmen. Nach einem überaus mühseligen Anfang kommt der letzte Tag. Morgens steht die Krankensalbung auf dem Programm. Dabei spürt er ungewöhnliche Empfindungen. Am Nachmittag entdeckt er, dass er ohne seine Krücken besser gehen kann und ohne seine Brille besser sieht! Er verlässt Lourdes mit der Gewissheit, geheilt zu sein. Das wird später von den Ärzten bestätigt.


63 Vittorio MICHELI: Ein Gebirgsjäger mit einem beängstigenden Krebs
Geboren am 6. Februar 1940 in Scurelle (Italien).
Heilung am 1. Juni 1963 im Alter von 23 Jahren.
Am 26. Mai 1976 durch Bischof Alessandro Gottardi von Trento als Wunder anerkannt.

Wer käme auf den Gedanken, dass der Krankenträger Vittorio Micheli die 63. Person ist, die in Lourdes durch ein Wunder geheilt wurde – er, der so zurückhaltend und so oft in Lourdes ist, um den Kranken zu dienen? 1962 wird der junge Gebirgsjäger Micheli ins Krankenhaus von Verona (Italien) eingeliefert. Er hat schreckliche Schmerzen an einer Hüfte. Die Diagnose kommt wie ein Fallbeil: Die Ursache der Schmerzen ist ein beängstigender Krebstumor. Als Vittorio 1963 nach Lourdes kommt, ist sein Gesundheitszustand schwer angeschlagen. Bei seiner Wallfahrt geschieht nichts Bemerkenswertes, außer dass er im Wasser von Lourdes gebadet wird. Nach seiner Rückkehr wird er wieder ins Militärkrankenhaus eingeliefert. Dort werden Röntgenaufnahmen gemacht und auf unerklärliche Weise falsch gedeutet. Erst sechs Monate später stellt man sich wegen des ausgezeichneten Allgemeinzustandes Vittorios Fragen... Die Untersuchungen zeigen einen Wiederaufbau der Knochen, dessen erste Zeichen über 5 Monate zurückreichen. Die Schmerzen sind verschwunden und er kann wieder gehen. Vittorio ist geheilt.


62 Juliette TAMBURINI: Die letzte Spritze war die richtige...
Geboren am 4. Dezember 1936 in Marseille (Frankreich).
Heilung am 17. Juli 1959 im Alter von 22 Jahren.
Am 11. Mai 1965 durch Erzbischof Marc Lallier von Marseille als Wunder anerkannt.

Der Leib der jungen Juliette ist schwer angeschlagen... Zwischen ihrem 12. und 23. Lebensjahr hat sie 11 chirurgische Eingriffe über sich ergehen lassen, davon 4 Knochenausschabungen. Es ist zum Verzweifeln: Alle Behandlungen sind erfolglos. Sie ist in einem erbärmlichen Zustand, als sie im Juli 1959 mit ihrer Diözesanwallfahrt nach Lourdes fährt.
Doch als dort Wasser von der Grotte in ihre größte Wunde eingespritzt worden war, hörte diese auf zu nässen, die Fistel schloss sich und die Blutungen verschwanden. Da alle früheren Besserungen nur von kurzer Dauer waren, sprach sie zunächst mit niemandem über diese „Heilung“. Ein Jahr später, 1960, wurde das Medizinische Büro davon unterrichtet. Die Akte fiel schließlich Professor Michel Salmon zu: „Sofortige Heilung ohne Konvaleszenz (...), die medizinisch nicht erklärlich ist.“
Juliette ist endgültig geheilt und ist Lourdes immer treu geblieben.


61 Elisa ALOI: Geheilt, um Mutter zu werden
Geboren am 26. November 1931 in Patti (Sizilien).
Heilung am 5. Juni 1958 im Alter von 27 Jahren.
Am 26. Mai 1965 durch Erzbischof Francesco Fasola von Messine als Wunder anerkannt.

Elisa Aloi ist fast 17 Jahre alt, als sie an einer weißen Tuberkulosegeschwulst am rechten Knie erkrankt. In der Folge leidet sie 10 Jahre lang unter zahlreichen weiteren Tuberkuloseanfällen, da sie nach jeder Behandlung wieder einen Rückfall erlebt. In ihrer Verzweiflung nimmt sie im Juni 1957 mit der italienischen Organisation UNITALSI an einer Wallfahrt teil. Doch sie kehrt genauso krank wie zuvor nach Sizilien zurück. Im Juni 1958 kehrt sie in einem noch schlimmeren Zustand nach Lourdes zurück. Ihre Verbände werden mit Wasser aus Lourdes gemacht. Zehn Tage nach ihrer Rückkehr nach Sizilien notiert ihr Arzt, dass in seinen Augen „Elisa Aloi völlig geheilt aus Lourdes zurückgekehrt ist.“ 1965 erklärte Erzbischof Fasola von Messina offiziell die Heilung von Elisa Aloi zum Wunder. Einige Monate später heiratete sie und bekam zwischen 1966 und 1974 vier Kinder.


60 Ginette NOUVEL
: Eine seltene Krankheit
Geboren am 18. Januar 1929 als Ginette Fabre, wohnhaft in Carmaux (Frankreich).
Heilung am 21. September 1954 in ihrem 27. Lebensjahr.
Am 31. Mai 1963 von Erzbischof Claude Dupuy von Albi als Wunder anerkannt.

Ginette sollte in ein paar Wochen 26 Jahre alt werden, als ihr Leben eine dramatische Wendung nimmt. Es treten erste besorgniserregende Anzeichen einer seltenen Krankheit auf: Eine Thrombose in den Lebervenen (oder Budd-Chiari-Krankheit). Diese Krankheit gilt als unheilbar. Sie verlässt das Krankenhaus Mitte August 1954 und kehrt nach Hause zurück. Sie nimmt sich daraufhin vor, eine Wallfahrt nach Lourdes zu unternehmen, die am 20. September beginnt. Sie folgt mit mehr oder weniger Mühe allen Feiern. Es scheint sich nichts zu ändern. Und doch ist sie von diesem Zeitpunkt an nicht mehr auf Pflege angewiesen und nach und nach wird ihr Leben langsam wieder normal. Drei Monate nach ihrem Aufenthalt in Lourdes scheint sie endgültig geheilt. Das wird am 31. Mai 1963 offiziell anerkannt.
Bis 1969 kehrt Ginette mehrmals nach Lourdes zurück. Doch Anfang 1970 erkrankt sie erneut an diesem Leiden. Ist dies womöglich ein Rückfall nach 16 Jahren? Schließlich stirbt sie im Juni desselben Jahres an einem Darmdurchbruch, der nicht rechtzeitig erkannt wurde.
Das „internationale medizinische Komitee“ hat den unmittelbaren Grund ihres Todes zu Protokoll genommen, aber auch die „vermutete, fortschreitende Wiederkehr ihrer ursprünglichen Krankheit“ unter Berücksichtigung der außergewöhnlich langen Zeit der vollkommenen Heilung, die sie erlebt hat.


59 Marie BIGOT: Heilung in drei Abschnitten
Geboren am 7. Dezember 1922 in La Richardais (Frankreich).
Heilung am 8. Oktober 1953 und zwischen dem 8. und 10. Oktober 1954, im Alter von 31 und 32 Jahren.
Am 15. August 1956 durch den Kardinal Erzbischof Clément Roques von Rennes als Wunder anerkannt.

Der Fall von Maria ist einmalig in den Annalen von Lourdes: Sie hat drei aufeinanderfolgende Heilungen erlebt. 1952 kann sie im Alter von 30 Jahren nicht mehr gehen, sie hört nicht mehr und sieht nichts mehr. Sie leidet an einer schweren Form von Gehirnhautentzündung. Als sie im Oktober 1952 zum ersten Mal mit der Rosenkranzwallfahrt nach Lourdes fährt, ist sie bettlägerig und spielt mit dem Gedanken, die Blindenschrift zu lernen. Sie kehrt trotz ihrer Hoffnung ohne jede Besserung nach Hause zurück. Im folgenden Jahr kann sie während der Wallfahrt – oh Wunder! – plötzlich wieder gehen. Ein Jahr später macht sie wieder eine Wallfahrt und kann am Ende der eucharistischen Prozession am 8. Oktober 1954 wieder normal hören: „Ich habe deutlich die anderen gehört, die das Lied ‚Königin des Rosenkranzes’ gesungen haben.“ In den folgenden Stunden steht ihr noch einige Aufregung bevor: Bei der Rückreise im Zug kann sie endlich wieder sehen. Der einzige „Rückfall“, den man bei ihr beobachten kann, ist nicht medizinischer Natur: Dank ihrer guten Gesundheit gab es nur selten Jahre, in denen sie nicht nach Lourdes kam.


58 Alice COUTEAULT: Das Ende eines Kreuzweges für sie und ihren Mann
Geboren am 1. Dezember 1917 in Gourdon, wohnhaft in Bouillé-Loretz (Frankreich).
Heilung am 15. Mai 1952 in ihrem 35. Lebensjahr.
Am 16. Juli 1956 durch Weihbischof Henri Vion von Poitiers als Wunder anerkannt.

Auch Alices Mann lebt einen Kreuzweg, wenn er seine Frau in diesem Zustand sieht. „Zum Gehen schleppt sie sich mit zwei Stühlen davon“, sagt er. (...) „Sie kann sich nicht mehr alleine ausziehen... Sie hat Mühe beim Sprechen und sieht deutlich schlechter.“
Alice leidet an multipler Sklerose. Trotz dieses Unglücks, das über sie hereinbricht, und trotz des unbeschreiblichen Leidens, das mit der Reise verbunden ist, hat Alice ein grenzenloses Vertrauen, als sie am 12. Mai 1952 nach Lourdes kommt. Dieses Vertrauen ist ihrer Umgebung fast unangenehm... Alice bezeugt zwar ihr Vertrauen in die Wirkung des Badens im Wasser von Lourdes, sie sagt aber auch, dass sie der Gnade einer Heilung unwürdig ist. Ihr Mann erhofft absolut nichts von dieser Reise. Am 15. Mai kann sie nach einem Bad in den Bädern wieder gehen und ein paar Stunden später wieder sprechen! Ihr Mann ist völlig erschüttert. Nach ihrer Rückkehr stellt ihr behandelnder Arzt die völlige Heilung fest. Alice hat nach ihrer Heilung als Helferin zusammen mit ihrem Mann an zahlreichen Wallfahrten teilgenommen. Auch er hat sich in den Dienst der Kranken gestellt.


57 Bruder Leo SCHWAGER: „Er sah aus wie in Ekstase.
Geboren am 19. Mai 1924 in Fribourg (Schweiz).
Heilung am 30. April 1952 im Alter von 28 Jahren.
Am 18. Dezember 1960 durch Bischof François Charrière von Lausanne, Genf und Fribourg als Wunder anerkannt.

An jenem 30. April 1952 war Professor Barbin von der medizinischen Fakultät in Nantes sprachlos über das, was er mit eigenen Augen gesehen hatte. Es war zweifellos eines der bedeutendsten Ereignisse seines Lebens: Er war gerade unmittelbarer Zeuge der spektakulären Heilung von Leo Schwager geworden. Das Bild dieses Gesichts würde er nie mehr vergessen. Der Professor ist von seinem Gesichtsausdruck beeindruckt: „Er sah aus wie in Ekstase und schaute unverwandt das Allerheiligste an, das sich von ihm entfernte. Er ließ es nicht aus den Augen. Ich bemerkte zugleich, dass er kaum Luft zu bekommen schien, so als habe er einen Schlag oder eine heftige Rührung erfahren, und dass er nur mit Mühe tief atmen konnte.“
Doch was war Leo Schwager, diesem Benediktinerbruder aus Fribourg in der Schweiz genau passiert? Er war gerade unvermittelt von multipler Sklerose geheilt worden.
Nach einer Art Schock wie bei einem elektrischen Schlag stand Leo auf, verließ sein Krankenwägelchen und kniete im Gebet hin, als das Allerheiligste an ihm vorbeigetragen wurde.
Nach seiner Heilung war er sein Leben lang gesund und setzte seine Energie insbesondere dafür ein, den Kranken in Lourdes zu dienen und die Wallfahrt der deutschsprachigen Schweiz zu organisieren.

56 Paul PELLEGRIN: Ein Oberst bei seinem Lebenskampf
Geboren am 12. April 1898, wohnhaft in Toulon (Frankreich).
Heilung am 3. Oktober 1950 im Alter von 52 Jahren.
Am 8. Dezember 1953 durch Bischof Auguste Gaudel von Fréjus als Wunder anerkannt.
Gestorben im November 1976.

An jenem 5. Oktober kehren der Oberst Pellegrin und seine Frau nach Toulon zurück. Sie kommen gerade aus Lourdes und der Oberst geht wie gewöhnlich ins Krankenhaus, um seine Serie von Chininspritzen in die rechte Seite wieder aufzunehmen. Seit unzähligen Monaten widersetzt sich diese Fistel allen Behandlungen. Sie ist nach einer Operation an einem Leberabszess aufgetreten. Dieser Oberstleutnant der Kolonialinfanterie setzt nun seine ganze Energie bei diesem etwas andersartigen, heftigen Kampf gegen diese bakterielle Infektion ein. Und der Kampf war noch nicht gewonnen, ganz im Gegenteil!
Nach seiner Rückkehr aus Lourdes rechneten weder er noch seine Frau wirklich mit einer Heilung, auch wenn Frau Pellegrin nach dem Baden im Wasser der Grotte festgestellt hatte, dass die Wunde ihres Mannes nicht mehr wie vorher war. Im Krankenhaus von Toulon wollten die Krankenschwestern jedoch keine Chininspritzen mehr geben! Denn es war keine Wunde mehr da, sondern nur noch der rosafarbene Fleck einer frisch verheilten Haut... Erst da begreift der Oberst, dass er geheilt ist. Der Arzt, der ihn daraufhin untersucht, sagt plötzlich:
„Was haben Sie denn da drauf getan?“
„Ich komme gerade aus Lourdes“, antwortete er.
Die Krankheit trat nie mehr auf.
Er war die letzte, durch ein Wunder geheilte Person, die noch im 19. Jahrhundert geboren war.


55 Edeltraud FULDA: Von einer „Premiere“ in Mailand zu einer „Premiere“ in den Bädern von Lourdes...
Geboren am 20. Juli 1916, wohnhaft in Wien (Österreich).
Heilung am 12. August 1950 im Alter von 34 Jahren.
Am 18. Mai 1955 von Kardinal Erzbischof Innitzer von Wien als Wunder anerkannt.
Gestorben 2003.

Edeltraut und ihre Schwester Ruth führen das Leben, das sie selbst gewählt haben: Als Tänzerinnen sind sie fast ständig auf Tournee in Österreich, in Ungarn, in der Schweiz, in Italien. Doch am Abend einer „Premiere“ in Mailand wird in Edeltrauds Leben alles anders. Es ist der 29. Juni 1937. Die Bauchschmerzen, die sie schon seit einiger Zeit hat, werden unerträglich. Zunächst denkt man an eine Blinddarmentzündung. Nach zahlreichen Krankenhausaufenthalten wird ihr im Mai 1938 eine Niere entfernt. Und schließlich diagnostizieren die Ärzte die Addison-Krankheit, eine Erkrankung der Nebennierenrinde.
Im August 1950 will sie an einer organisierten Wallfahrt nach Lourdes teilnehmen, doch da sie sich zu spät angemeldet hat, kommt sie erst am 11. August mit ihrer Mutter nach Lourdes. Und dort begegnen beide einem holländischen „Hospitalier“, der Edeltraud einlädt, zu den Bädern zu gehen. Zunächst hat sie große Vorbehalte, doch schließlich geht sie hin. Schon nach dem ersten Bad fühlt sie sich besser. Und an den folgenden Tagen beschließt sie von sich aus, die täglichen Hormonspritzen aufzugeben, bevor sie dann nach Hause zurückkehrt.
Die ehemalige Tänzerin ist geheilt. Doch da sie „zu alt ist, um auf Spitze zu tanzen“, findet sie eine Arbeit als Maschinenstrickerin, die ständiges Stehen verlangt. Am 16. April 1968 heiratet sie bei bester Gesundheit und wird Frau Haidinger.


54 Evasio GANORA
: Zwei Jahre nach der Anerkennung des Wunders wird er von seinem Traktor überfahren...
Geboren am 2. März 1913, wohnhaft in Casale-Monferrato (Italien).
Heilung am 2. Juni 1950 im Alter von 37 Jahren.
Am 31. Mai 1955 durch Bischof G. Angrisani von Casale-Monferrato als Wunder anerkannt.

Die medizinische Geschichte dieses italienischen Landwirtes ist kurz und bündig.
Im Dezember 1949 fühlt dieser Landwirt und Vater von fünf Kindern die ersten Krankheitszeichen, die ihn daran hindern, aufs Feld zu gehen: Die plötzlichen Fieberanfälle, der Schüttelfrost und die Schweißausbrüche erschöpfen ihn. Er hat keinen Appetit mehr und wird kurzatmig. Im Januar 1950 kommt er ins Krankenhaus. Am 21. Februar sagt man ihm, dass er an der Hodgkin-Krankheit leidet, das heißt am Lymphdrüsenkrebs. Sein Zustand ist hoffnungslos. Er hat nur noch wenige Monate zu leben. Ende Mai fährt er mit der Diözesanwallfahrt der OFTAL nach Lourdes und kann gerade noch die lange Fahrt aushalten!
Am 2. Juni, dem ersten Tag seines Aufenthaltes in Lourdes, wird Evasio auf einem kleinen Wagen zu den Bädern gefahren, um im Wasser der Grotte zu baden. Während man ihn ins Wasser taucht, hat er den Eindruck, dass ein ganz heißer Strom durch seinen ganzen Körper geht. Gleich nach Verlassen des Bades kann er allein aufstehen und kehrt zu Fuß in die Krankenherberge zurück. Am nächsten Tag, als der Arzt an seinem Bett vorbeikommt, stellt er erstaunt eine eklatante Besserung seines Gesundheitszustandes fest. Evasio beschließt sogar, auf den Hügel Espelugues zu gehen, um dort den Kreuzweg zu beten. Am dritten Tag fühlt er sich so gut, dass er sich in den Dienst der „anderen“ Kranken stellt und ihre Rollstühle schiebt. Bei seiner Rückkehr nach Casale nimmt er seine Arbeit als Landwirt ohne die geringsten Schwierigkeiten wieder auf. Nach zahlreichen medizinischen Untersuchungen wird seine Heilung 1955 als Wunder anerkannt. Zwei Jahre später wurde er von seinem Traktor überfahren.


53 Thea ANGELE: Heilung und Berufung
Geboren am 24. September 1921 in Tettnang (Deutschland).
Heilung am 20. Mai 1950 im Alter von 29 Jahren.
Am 28. Juni 1961 durch Bischof Pierre-Marie Théas von Tarbes und Lourdes als Wunder anerkannt. (Zu diesem Zeitpunkt war die Geheilte Ordensschwester in Lourdes unter dem Namen Schwester Maria Mercedes.)

Bevor sie überhaupt nicht mehr sprechen konnte, hatte sie oft darum gebeten, nach Lourdes gebracht zu werden. Die multiple Sklerose, an der sie leidet, hat ihr nun alle ihre Fähigkeiten geraubt. Ihr Zustand hat sich ständig verschlimmert, insbesondere seit jenem Bombenangriff auf dem Weg nach Tübingen 1945, bei dem sie lebendig begraben wurde.
1950 beschließen ihre Angehörigen, ihr auch entgegen der Ansicht der Ärzte das zu erfüllen, was man für ihren letzten Wunsch hielt: nach Lourdes fahren. „Wie kann man eine Sterbende ins Ausland schicken bei fast 30 Stunden Zugfahrt?“ fragte einer ihrer Ärzte in Köln.
Doch sie kommt am 17. Mai 1950 wohlbehalten an. Nach ein paar Bädern und der Prozession mit dem Allerheiligsten erlangt sie innerhalb weniger Stunden alle verlorenen Fähigkeiten zurück: Sie kann sprechen, kommt wieder zu Kräften, kann gehen und hat Appetit. All das ist detailliert in ihrer Akte im Medizinischen Büro festgehalten. Doch was nicht dort steht, ist Theas geistige Heilung: 1955 beschließt sie, in Lourdes in das Kloster der Unbefleckten Empfängnis einzutreten. Seitdem hat sich bei Thea, die nun Schwester Maria-Mercedes heißt, nie ein Rückfall gezeigt.


52 Jeanne FRÉTEL: Vor der Messe am 5. Oktober 1948 war ihr „tägliches Brot“ das Morphium
Geboren am 25. Mai 1914 in Rennes (Frankreich).
Heilung am 8. Oktober 1948 im Alter von 34 Jahren.
Am 20. Oktober 1950 durch den Kardinal Erzbischof Roques von Rennes als Wunder anerkannt.

„Der Fall von Fräulein Frétel gehört in die Reihe der außerordentlichen Ereignisse, die wissenschaftlich unerklärlich sind, und zu denen man nur immer wieder sagen kann: Das ist ein Fingerzeig Gottes.“ Soweit die Schlussfolgerung der Untersuchung, die man dem Kardinal-Erzbischof Roques von Rennes übermittelte. Der Bericht über Jeannes Schicksal ist wirklich atemberaubend. Übrigens ist sie selbst, solange es ihre Kräfte erlaubten, jedes Jahr nach Lourdes gekommen, um für das zu danken, was Zeugen eine Auferstehung nennen...
Zwischen 1938 und 1946 verbrachte diese junge Frau ihr Leben in verschiedenen Behandlungszentren und Krankenhäusern. Ihr Leib ist von Narben übersät, die von den zahlreichen Operationen zeugen, die durch ihre tuberkulöse Bauchfellentzündung nötig wurden. Von 1946 an schien dieser geplagte Leib aufzugeben. Ihr bereits kritischer Allgemeinzustand verschlechterte sich weiterhin. Sie war abgemagert und konnte nicht mehr aufstehen. Ihr „tägliches Brot“ war das Morphium. In starken Dosen. Im Oktober 1948 schien die Situation hoffnungslos.
Am 5. Oktober 1948 kam eine Sterbende mit der Rosenkranzwallfahrt nach Lourdes. Zwei überaus schwierige Tage vergehen ohne Besserung. Am dritten Tag, dem 8. Oktober, spürt sie nach der Kommunion bei einer Krankenmesse am Altar der heiligen Bernadette und gleich anschließend vor der Grotte die ersten Zeichen ihrer Heilung: Ihr Bauch ist wieder normal geworden, das Fieber und die Schmerzen sind verschwunden, sie hat wieder Appetit. Sofort kann sie aufstehen, umhergehen und mit Heißhunger essen! Am Tag nach ihrer Rückkehr aus Lourdes nimmt sie ihre Arbeit als Krankenschwester wieder auf und ist voller Energie: Jeden Tag steht sie um 5 Uhr 30 auf und geht um 11 Uhr abends zu Bett. Sie hat den anstrengendsten Posten des Hauses. Auf Nimmerwiedersehen Schmerzen, Fieber und Morphium!


51 Maddalena CARINI
: Der zukünftige Papst gräbt ihre Akte aus
Geboren am 11. März 1917 in San Remo (Italien).
Heilung am 15. August 1948 im Alter von 31 Jahren.
Heilung am 2. Juni 1960 durch Kardinal Erzbischof G. B. Montini von Mailand als Wunder anerkannt.

Diese Heilung ist zugleich die Geschichte einer Gründung.
Maddalena hat nämlich ein Werk zugunsten behinderter Kinder gegründet: Die Familie des Ave Maria, die jedes Jahr ihre eigene Wallfahrt von Italien, und speziell von San Remo aus organisiert. Bei Familie Carini war die Tuberkulose leider eine Familienkrankheit.
Schon im Alter von 10 Jahren ist Maddalena an mehreren Stellen von dieser Krankheit befallen – Rippenfell, Wirbelsäule, Bauchfell – so dass sie bis zum Alter von 20 Jahren lange Zeiten in Sanatorien verbringen muss. Vom 20. bis 28. Lebensjahr wird sie zu Hause gepflegt, ohne dass eine merkliche Besserung eingetreten wäre.
1945 beginnt sie ihre Reise durch die Pflegezentren: Das Krankenhaus von Pavia und das Sanatorium von San Remo. Die Tuberkulose schreitet fort. Im Juli 1948 ist ihr Gesundheitszustand recht traurig: Sie ist 31 Jahre alt und wiegt nur noch 32 kg!
Anderthalb Monate später, am 15. August, fühlt sie vor der Grotte plötzlich eine Besserung. Sie beobachtet beunruhigt die Leute in ihrer Umgebung, die nichts bemerkt zu haben scheinen. So beschließt sie zu schweigen. Erst am nächsten Tag spricht sie über ihre Heilung im Wallfahrtszug der UNITALSI, der sie in die Lombardei zurückbringt. Nach einer medizinischen Untersuchung wird ihre Akte dem Erzbischof von Mailand übergeben. Dort bleibt sie ohne Beachtung. Erst als der nachfolgende Bischof Montini, der spätere Papst Paul VI., sie entdeckt, wird am 2. Juni 1960 die Heilung von Maddalena Carini offiziell als „wunderbares Ereignis“ anerkannt.


50 Marie-Thérèse CANIN: Ein völlig geschwächter Leib, der von der Gnade berührt wird
Geboren 1910 in Marseille (Frankreich).
Heilung am 9. Oktober 1947 im Alter von 37 Jahren.
Am 6. Juni 1952 durch Erzbischof Jean Delay von Marseille als Wunder anerkannt.

Die Geschichte von Marie-Thérèse ist bedauernswert. 1936 erkrankt sie im Alter von 26 Jahren an Tuberkulose an der Wirbelsäule und am Bauchfell. An dieser Krankheit waren bereits ihre Eltern gestorben. In den 10 folgenden Jahren lebt sie zwischen zahlreichen Krankenhausaufenthalten, vorübergehenden Besserungen, Rückfällen, Eingriffen und Knochenmarkstransplantationen.
Seit Anfang 1947 fühlte sie ihre Kräfte völlig schwinden. Ihr Leib, der nur noch 38 kg wiegt, hatte keine Widerstandskraft mehr. In diesem Zustand fuhr sie am 7. Oktober 1947 mit der Rosenkranzwallfahrt nach Lourdes.
Am 9. Oktober fühlt sie sich nach der Prozession mit dem Allerheiligsten geheilt... Sie kann aufstehen, umhergehen... und am Abend essen. Am nächsten Tag wird sie im Medizinischen Büro untersucht. Die eindeutige Besserung ihres Zustandes wird festgestellt. Daran ändert sich auch nach einem Jahr ununterbrochener Arbeit nichts. Sie hat wieder ihr ursprüngliches Gewicht (55 kg im Juni 1948). Die Tuberkulose, die ihren Eltern das Leben gekostet hatte, hat sie nie mehr befallen.


49 Jeanne GESTAS
: Bevor sie geheilt wird, findet sie wieder zum Gebet
Geboren am 8. Januar 1897, wohnhaft in Bègles (Frankreich).
Heilung am 22. August 1947 im Alter von 50 Jahren.
Am 13. Juli 1952 durch Erzbischof Paul Richaud von Bordeaux als Wunder anerkannt.
Gestorben im April 1981 im 85. Lebensjahr.

Jeanne ist noch völlig erstaunt. So lange schon hatte sie es nicht mehr getan, sie hatte es praktisch aus ihrem Leben ausgeschlossen. Was denn? Das Gebet. Als Jeanne 1946 nach Lourdes kam, war ihr Leben weder leicht, noch glücklich, sondern von körperlichen Leiden begleitet. Doch gerade eben hatte es hat tatsächlich einen Sinn bekommen, ohne dass ihr das wirklich klar ist. Sie wiegt nur noch 44 kg. Aber – und das ist vielleicht das Wesentliche – sie hat wieder angefangen zu beten. Es ist, als würde sie von einer verrückten Hoffnung erfasst...
Der Arzt jedoch betrachtet ihren Zustand skeptisch. Ein Jahr später, am 21. August 1947, fährt sie noch einmal mit der Nationalwallfahrt nach Lourdes.
Bei ihrem ersten Bad am 22. August hat sie das Gefühl, dass ihr etwas „abgerissen“ wird, und das beunruhigt sie. Sie verbringt jedoch einen recht guten Nachmittag. Am nächsten Tag badet sie wieder. Diesmal verlässt sie die Bäder mit der Gewissheit, geheilt zu sein. Am selben Tag lässt sie alle Ernährungsvorschriften fallen. Sie geht nach Hause zurück und nimmt ihre normales Leben wieder auf, hat Freude am Leben und erlangt wieder ihr früheres Gewicht!


48 Rose MARTIN: Der Krebs hat nicht das letzte Wort
Geboren in Perona am 28. März 1901, wohnhaft in Nizza (Frankreich).
Heilung am 3. Juli 1947 im Alter von 46 Jahren.
Am 5. Mai 1949 durch Erzbischof Rémond von Nizza als Wunder anerkannt.

Der Tod hat Rose dort angegriffen, wo sie das Leben geschenkt hatte: Der Gebärmutterhalskrebs, an dem sie leidet, schreitet Tag für Tag fort. Die Operation, der sie sich in Nizza im Februar 1946 unterzieht, führt zu nichts, im Gegenteil. Am 30. Juni 1947 kommt sie in einem komaähnlichen Zustand nach Lourdes.
Beim dritten Bad steht sie unvermittelt auf. Sie hat keine Schmerzen mehr und verhält sich wie ein normaler Mensch – abgesehen davon, dass ihre Beine noch butterweich sind wegen der großen Mengen Morphium, das ihr in den letzten Monaten gespritzt worden war. Aber sie weiß, dass die Schlacht gewonnen ist: Das Leben hat gesiegt. Rose nimmt in 10 Monaten 17 kg zu!
Nachdem sie eingehend von der medizinischen Kommission untersucht worden war, lag es wie immer an der kirchlichen Obrigkeit, die Heilung als Wunder anzuerkennen. Die lässt auf sich warten. Am 17. März 1858 schließlich erklärt Bischof Rémond von Nizza auf die ausdrückliche Bitte von Bischof Théas von Tarbes und Lourdes, dass er „der Schlussfolgerung der kanonischen Kommission vom 5. Mai 1949 zustimmt und sie annimmt“, und er bestätigt, dass es „sich bei dieser Heilung wirklich um ein Wunder handelt.“


47 Yvonne FOURNIER: Ein Arm, der wieder Leben bekommt
Geboren im Januar 1923 in Limoges (Frankreich).
Heilung am 19. August 1945 im Alter von 22 Jahren.
Am 14. November 1959 von Kardinal Erzbischof Feltin von Paris als Wunder anerkannt.

Hinter dem unverbindlichen und kalten Titel „Arbeitsunfall“ eines Formulars, das im Januar 1940 gerade ausgefüllt worden war, verbirgt sich ein menschliches Drama. Im Alter von 17 Jahren hatte Yvonne ihren Arm in einen Treibriemen gebracht und wurde dabei niedergeschleudert. Ihr Arm war nicht abgerissen. Es scheint so, als hätte man das Schlimmste vermieden. Doch die Verletzung ist so schwer, dass der Arm von Yvonne völlig gelähmt ist. In den 5 ½ Jahren, die auf ihren Unfall folgen, unterzieht sie sich 9 operativen Eingriffen. Ein Gericht spricht ihr eine Rente von 70% zu, was einer Invalidenrente bei Amputation entspricht.
Yvonne nimmt 1945 an der Nationalwallfahrt teil, der ersten nach dem Krieg von 1939. Am 19. August fühlt sie nach einem Bad eine Normalisierung in ihrem linken Arm: Sie hat keine Schmerzen mehr, kann ihn wieder bewegen und hat wieder Kraft. Bis zu ihrem Lebensabend blieb Yvonne eine unauffällige, aber treue Lourdespilgerin.


46 Gabrielle CLAUZEL: In Algerien durch die Fürsprache Unserer Lieben Frau von Lourdes geheilt
Geboren am 15. August 1894, wohnhaft in Oran (Algerien).
Heilung zu Hause am 15. August 1943 im Alter von 49 Jahren.
Am 18. März 1948 durch Bischof Bertrand Lacaste von Oran als Wunder anerkannt.
Gestorben 1982.

Am 15. August 1943 bittet Gabrielle, dass man sie in die etwa 100 Meter von ihrem Haus entfernte Kirche bringt. Schon seit sieben Jahren leidet sie an Wirbelsäulenrheuma und ist dadurch ans Bett gefesselt. Ihr Leben hängt an einem seidenen Faden, weil noch weitere Leiden alle Funktionen ihres geschwächten Organismus beeinträchtigen. Nach der Messe steht sie plötzlich auf. Die Leute, die sie umgeben, sind völlig überrascht und fassungslos angesichts dieses unerwarteten Aufbruchs neuen Lebens. Sprachlos schauen sie zu, wie Gabrielle zu Fuß nach Hause zurückkehrt. Von da an ging es ihr immer gut. Gabrielle bringt ihre Heilung mit der Anrufung Unserer Lieben Frau von Lourdes in Verbindung und geht daher nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 19. August und 12. September 1945 in das Medizinische Büro von Lourdes, um sich untersuchen zu lassen. Die ehemalige Kranke hatte außerdem den Wunsch, ihr Leben in Lourdes in der Nähe der Grotte zu beenden. Sie zog 1970 nach Lourdes und starb dort im März 1982 im Alter von 88 Jahren. Ihr Herz war jugendlicher denn je!


45 Francis PASCAL: Nach einer Hirnhautentzündung
Geboren am 2. Oktober 1934, wohnhaft in Beaucaire (Frankreich).
Heilung am 31. August 1938 im Alter von 3 Jahren und 10 Monaten.
Am 31. Mai 1949 durch Erzbischof Ch. de Provenchères von Aix-en-Provence als Wunder anerkannt.

Das ist die zweite Heilung eines ganz kleinen Kindes auf der Liste der durch ein Wunder geheilten Personen.
Wegen des Zweiten Weltkriegs wurde seine Geschichte erst 8 Jahre nach den Ereignissen bekannt. Im Dezember 1937 bricht eine Hirnhautentzündung in das junge Leben von Francis ein. Im Alter von 3 Jahren und 3 Monaten sind die Folgen, die diese schreckliche Krankheit hinterlässt, für seine Familie und für ihn schwer zu ertragen: Lähmung der unteren Gliedmaßen und in geringerem Maß auch der oberen Gliedmaßen sowie Erblindung. Die Ärzte geben ihm keine lange Lebensdauer mehr. Dies wird von einem Dutzend Ärzte bestätigt, die die Eltern zu Rate gezogen haben, bevor das Kind in diesem Zustand Ende August 1938 nach Lourdes gebracht wird.
Nach dem zweiten Bad kann das Kind wieder sehen und die Lähmung verschwindet. Nach seiner Rückkehr nach Hause wird er von neuem von den Ärzten untersucht. Sie sprechen daraufhin von einer sicheren und medizinisch unerklärlichen Heilung.
Francis Pascal hat das Ufer der Rhone nie mehr verlassen, wo er seither in Frieden lebt.


44 Louise JAMAIN: Alle sind tot... ist jetzt sie dran?
Geboren am 1. November 1914 in Paris (Frankreich).
Heilung am 1. April 1937 im Alter von 22 Jahren.
Am 14. Dezember 1951 durch Erzbischof Maurice Feltin von Paris als Wunder anerkannt.

Das Krankenhaus Laënnec lässt keinen Zweifel: „Lungen-, Darm- und Bauchfelltuberkulose“. Doch diese ärztliche Bescheinigung ist zugleich auch die ihrer ganzen Familie. Denn Louise ist Halbweise (ihre Mutter ist gestorben) und auch ihre vier Brüder sind alle an Tuberkulose gestorben. Paradoxerweise hat sie den Eindruck, dass sie schon zu lange auf ihren Tod wartet: Wegen dieser Krankheit war sie fast sieben Jahre lang im Krankenhaus!
In ihrer Verzweiflung äußert sie den Wunsch, nach Lourdes zu fahren. Trotz der Ratschläge ihrer Umgebung, die meint, dass sie nicht lebend zurückkommt, nimmt sie an der Wallfahrt der Bernadette-Namensträgerinnen vom 28. März bis 4. April 1937 teil.
Die Reise und die ersten Tage sind entsetzlich, und am 30. März spendet man ihr die Sterbesakramente. Dann, am Morgen des 1. April sagt sie, dass sie sich völlig erholt fühle und bittet um etwas zu essen. Die Heilung ist für sie vollkommen sicher. Am 4. April kehrt sie in Paris zur größten Überraschung aller auf ihre Station zurück! Es wird keine innere Verletzung, keine Bakterien mehr gefunden. Sechs Wochen später findet sie Arbeit. Einige Jahre später wird sie Frau Maitre und dann Mutter von zwei Kindern.


43 Schwester MARIE MARGUERITE
: In Hunderten von Kilometern Entfernung von Lourdes geheilt!
Geboren am 13. April 1872 als Françoise Capitaine.
Seit 1896 Klarissin im Kloster von Rennes.
Heilung am 22. Januar 1937 im Alter von 64 Jahren.
Am 20. Mai 1946 durch Kardinal Erzbischof Clément Roques von Rennes als Wunder anerkannt.

Das Jahr 1937 hat im Kloster der Klarissinnen von Rennes recht schlecht begonnen. Jeder weiß jetzt, dass Schwester Marie Marguerite das Jahr nicht überleben wird. Sobald diese Neuigkeit bekannt wurde, begann die Gemeinschaft eine Gebetsnovene. Dieser Schritt mochte vergeblich und lächerlich erscheinen. Umso mehr als Marie Marguerite beschlossen hatte, ihre Medikamente durch Lourdeswasser zu ersetzen, nachdem sie wusste, dass es keine Hoffnung mehr gab! Dazu muss man sagen, dass die Medikamente die Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes überhaupt nicht mehr eindämmen konnten. Die Krankheit hatte 1924 mit einem Abszess an der linken Niere begonnen. In den folgenden Jahren kamen Herzanfälle zur Verschlimmerung ihrer Nierenerkrankung hinzu. Ihr Zustand erlaubte ihr keinerlei normales Leben mehr.
Der 22. Januar 1937 ist der letzte der neun Novenentage, die ihre Gemeinschaft für sie betet. Bei der Erhebung der Hostie während der Messe, an der sie an jenem Tag teilnimmt, fühlt sie unvermittelt eine unermessliche Linderung. Die Ödeme verschwinden in einem Augenblick, die zu weit gewordenen Verbände fallen von ihren Beinen ab, sie kann Schuhe anziehen und umhergehen!
Schon am nächsten Tag nimmt sie ihre Arbeit wieder auf, die sie acht Jahre zuvor aufgegeben hatte. Ihrem behandelnden Arzt fiel es so schwer an ihre Heilung zu glauben, dass er sie bis 1945 weiterhin überwachte.


42 Lydia BROSSE: Nach der Heilung widmete sie sich den Kranken
Geboren am 14. Oktober 1889, wohnhaft in Saint-Raphael (Frankreich).
Heilung am 11. Oktober 1930 im Alter von 41 Jahren.
Am 5. August 1958 durch Bischof Jean Guyot von Coutances als Wunder anerkannt.
Gestorben 1984 im Alter von 95 Jahren.

Im September 1984 verlor Lourdes eines seiner treuesten Mitglieder der Hospitalité. Lydia Brosse starb im Alter von 95 Jahren. Sie hat den Kranken mit allen Kräften und mit ihrer ganzen Seele gedient. Warum eine solche Opferbereitschaft? Die Antwort ist einfach: Sie wollte ein wenig von dem weitergeben, was sie erhalten hatte. Denn entgegen jeder Erwartung hat Gott, an den sie so tief glaubt, an jenem Tag im Oktober 1930 die Wunden dieser kleinen, nur 40 kg schweren Frau geschlossen.
Bis ins reife Alter hinein litt Lydia ständig an vielen Anfällen von Knochentuberkulose. Sie hatte zahlreiche Operationen wegen Abszessen über sich ergehen lassen. Sie war erschöpft, abgemagert und durch ihre zahlreichen Blutungen blutarm geworden.
Bei ihrer Wallfahrt im Oktober 1930 besserte sich ihr Zustand nicht merklich. Am letzten Tag will man sie nicht einmal mehr baden. Doch auf der Rückreise nach Saint-Raphaël spürt sie den Wunsch und die Kraft aufzustehen... Und ihre Wunden schließen sich. Am Tag nach ihrer Heimkehr stellt ihr Arzt fest: „Ein Zustand blühender Gesundheit, eine vollkommene Vernarbung...“ In all den folgenden Jahren widmet sich Lydia den Kranken und begleitet sie bei der Rosenkranzwallfahrt nach Lourdes. Erst 28 Jahre nach ihrer Heilung wird diese offiziell als Wunder anerkannt. Und zwar nicht wegen der Ratlosigkeit der Medizin, sondern eher wegen der Dauer des Anerkennungsprozess ihrer Heilung durch die Kirche.


41 Henriette BRESSOLLES: Nach „einem schmerzlichen Knacken“...
Geboren 1896 in Nizza (Frankreich).
Heilung am 3. Juli 1924 im Alter von 28 Jahren.
Am 4. Juni 1957 durch Erzbischof Paul Rémond von Nizza als Wunder anerkannt.

An jenem Morgen des 4. Juli 1924 sind ihre Beine noch steif. Doch das ist lächerlich verglichen mit ihrem erbärmlichen Zustand vom Vortag. Die Heilung war stürmisch eingetreten durch „ein schmerzliches Knacken“. Und dann – nach dem inneren Sturm, nach dem Segen mit dem Allerheiligsten, den Blick unverwandt auf die Grotte gerichtet, vor die man sie gestellt hatte – fühlte sie sich geheilt und richtete sich auf. Dies konnte sie seit sechs Jahren nicht mehr. Seit 1914 hatte sie als Militärkrankenschwester gearbeitet. Im Oktober 1918 wurde sie ins Militärkrankenhaus eingeliefert wegen einer Wirbelsäulentuberkulose: Bis Anfang 1922 blieb sie im Militärkrankenhaus und wurde dort verschiedenen Behandlungen gegen die völlige Lähmung und die Inkontinenz unterzogen. Dazu kam die völlige Ruhigstellung in einem Gipskorsett und mit einer Halskrause.
Trotz der eindeutigen Heilung vom 3. Juli 1924 blieben die sie untersuchenden Ärzte am nächsten und übernächsten Tag bei ihrer Zurückhaltung. Sie beschlossen zu warten. Ende September 1924 brachten drei verschiedene Bescheinigungen von behandelnden Ärzten und Chirurgen die Bestätigung: Die Heilung ist vollständig, dauerhaft und im Zusammenhang mit Lourdes erfolgt.
In Nizza erlaubt der Weihbischof vor Ende des Jahres einen Dankgottesdienst, an dem er selbst teilnimmt. Über 30 Jahre später wurde diese Heilung auf die ausdrückliche Bitte der Autoritäten von Lourdes durch Bischof Rémond am 4. Juni 1957 offiziell anerkannt. Vier Jahre später starb Henriette 1961 in Lyon an einem Herzinfarkt.


40 Marie FABRE: Im Alter von 30 Jahren von schnell aufeinanderfolgenden Schwangerschaften verbraucht, bekommt sie plötzlich neues Leben
Geboren 1879, wohnhaft in Montredon (Frankreich).
Heilung am 26. September 1911 im Alter von 32 Jahren.
Am 8. September 1912 durch Bischof Pierre Cezerac von Cahors als Wunder anerkannt.

Im Alter von 30 Jahren fühlt sich Marie bereits vom Leben verbraucht. Wie viele andere junge Frauen ihrer Zeit wurde die Gesundheit dieser jungen Ehefrau eines Landwirtes durch drei schnell aufeinander folgende Schwangerschaften und schwierige Geburten erschüttert. Zu den schweren Unterleibsproblemen kommt noch eine Verdauungskrankheit, die ihr eine normale Ernährung unmöglich macht. Jeder neue Tag ist für sie ein Kampf. Über ein Jahr lang zeigen die verschriebenen Behandlungen keine Wirkung. In einem erbärmlichen Zustand äußert sie im Sommer 1911 den Wunsch, nach Lourdes zu gehen.
Die Reise, die sie am 24. September mit ihrem Mann unternimmt, hat mehr mit einem Abenteuer als mit einer Wallfahrt zu tun: Sie kommt in Lourdes derart geschwächt an, dass man es anderthalb Tage lang nicht für ratsam hält, sie zur Grotte oder zu den Bädern zu bringen. Am Nachmittag des 26. September beschließt man, sie an der Segnung mit dem Allerheiligsten teilnehmen zu lassen. Nachdem sie den Segen erhalten hat, fühlt sie in ihrem ganzen Leib eine Besserung: Sie kann sprechen und richtet sich auf. Sie wird ins Krankenhaus der Sieben Schmerzen zurückgebracht und bittet dort um etwas zu essen, obwohl sie seit zwei Jahren keine feste Nahrung mehr zu sich genommen hatte. Einige Tage später kehrt sie in großer Freude nach Hause zurück, wo sie sehr schnell wieder ein normales Leben aufnehmen kann.


39 Juliette ORION: Sie muss auf die Wallfahrt verzichten, wird aber dennoch geheilt!
Geboren 1886, wohnhaft in Saint-Hilaire de Voust (Frankreich).
Heilung am 22. Juli 1910 im Alter von 24 Jahren.
Am 18. Oktober 1913 durch Bischof Clovis Joseph Catteau von Luçon als Wunder anerkannt.

Die Nachricht, die sie im Juli 1910 bekommt, hätte endgültig alle ihre Hoffnungen begraben können. Nein, man will sie nicht einmal nach Lourdes bringen. Die Ärzte haben ihr bereits zu verstehen gegeben, dass sie nicht mehr lange leben wird. Wozu also noch kämpfen? Doch dann kehrt die Hoffnung zurück: Egal, sie sollen ohne mich fahren. Denn selbst auf meinem Leidensbett viele hundert Kilometer von Lourdes entfernt hört mich Unsere Liebe Frau!
Und genau in jener Nacht fühlte sich Juliette plötzlich viel besser, während sie zu Unserer Lieben Frau von Lourdes betete. Am Morgen des 23. Juli 1910 konnte sie wieder sprechen und bat um etwas zu essen. Ihr Arzt wird gerufen und stellt nach einer sorgfältigen Untersuchung eine Heilung fest, „die nicht auf ihn zurückgeht“. Er gibt zu, dass er überhaupt nichts mehr versteht.
Vielleicht zum ersten Mal hat das Leben Juliette angelächelt. Seit ihrer Kindheit hatte sie viel durchgemacht. Schon früh hatte sie ihren Vater verloren und wurde als Bedienung in „der Stadt“ untergebracht. Sie war bald krank geworden und erkannte erste Anzeichen von Tuberkulose. Als sie nach dem Krankenhausaufenthalt nach Hause zurückgekehrt war, verschlechterte sich ihr Allgemeinzustand ständig, so dass sie manchmal sogar bewusstlos war.
Das Ende der Geschichte kennen sie.


38 Aimée ALLOPE: Nach der Kommunion an der Grotte sind 10 Jahre Leiden ausgelöscht
Geboren 1872, wohnhaft in Vern (Frankreich).
Heilung am 28. Mai 1909 im Alter von 37 Jahren.
Am 5. August 1910 durch Bischof Joseph Rumeau von Angers als Wunder anerkannt.

Aimée hat gerade die Kommunion empfangen. Die Messe an der Grotte geht zu Ende. Plötzlich macht sie eine unbeschreibliche Erfahrung. Sie fühlt eine Art Wohlbefinden, von dem sie dachte, dass es das für sie nie mehr geben könne. Das Leiden lässt nach, die Wunden schließen sich. Zehn Jahre fortschreitende Krankheit sind soeben ausgelöscht worden. Es ist unglaublich!
1898 wurde ihr im Alter von 26 Jahren zunächst eine Niere entfernt. Einige Jahre später wurden zwei Tuberkulosetumoren aus der rechten Seite entfernt.
Einige Tage vor ihrer Ankunft in Lourdes wurden noch ein riesiger Abszess, ein erbärmlicher Allgemeinzustand und ein Gewicht von 44 kg festgestellt. In den ersten Tagen ihrer Wallfahrt zeigte sich keinerlei Besserung. Man musste sie zwei Mal pro Tag verbinden, so sehr nässten ihrer Wunden.
Und jetzt war sie geheilt! Diese plötzliche, radikale Heilung hatte Bestand, und die ehemalige Kranke konnte wieder ein normales Leben führen ... und in 10 Monaten 10 kg zunehmen!


37 Marie BIRÉ: Eine medizinisch unglaubliche Tatsache
Geboren am 8. Oktober 1866 als Marie Lucas in Sainte-Gemme-la-plaine (Frankreich).
Heilung am 5. August 1908 im Alter von 41 Jahren.
Am 30. Juli 1910 durch Bischof Clovis Joseph Catteau von Luçon als Wunder anerkannt.

Am 25. Februar erwacht Marie aus dem Koma, aber alles ist schwarz. Sie ist blind geworden! Nachdem sie wieder richtig zu sich gekommen ist, will sie nach Lourdes fahren.
Ihr Leben war zehn Tage zuvor, am 14. Februar 1908, völlig auf den Kopf gestellt worden. Plötzlich hatte sie beunruhigende Anzeichen gehabt: Blutspucken, Beginn von Wundbrand am linken Unterarm und der linken Hand, verbunden mit heftigen Schmerzen. Drei bis vier Tage lang liegt sie nach Gehirnschlägen im Koma.
Am 5. August 1908 bricht Marie zu der so ersehnten Wallfahrt auf. Nach einer Messe an der Grotte kann sie plötzlich wieder sehen. Nach der Untersuchung durch einen Augenarzt am selben Tag, muss er zugeben, dass es sich um ein unglaubliches Phänomen handelt: Die anatomische Ursache für die Blindheit ist nicht verschwunden, aber Marie kann trotzdem sogar die kleinsten Buchstaben der Zeitung lesen, die die Ärzte ihr hinhalten.
In den folgenden Jahren wird sie wieder von den Ärzten untersucht. Keinerlei Verletzung ist mehr sichtbar. Ihre Heilung wird als vollständig und dauerhaft anerkannt.


36 Virginie HAUDEBOURG: 50 Jahre danach der Dank an Maria
Geboren 1886 in Lons-le-Saunier (Frankreich).
Heilung am 17. Mai 1908 im Alter von 22 Jahren.
Am 25. November 1912 durch Bischof François A. Mallet von Saint-Claude als Wunder anerkannt.

Im Jahr 1958 wollte Virginie anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Erscheinungen Mariens an der Grotte unbedingt nach Lourdes reisen. Hier war sie vor 50 Jahren wiedergeboren worden. Damals war sie 22 Jahre alt. Ihr Leben als krankes Waisenkind war plötzlich hell geworden.
Als das Labor im Juli 1904 die Ergebnisse der Analysen mitteilt, macht der Arzt ein verdrossenes Gesicht. Er muss ihr die fürchterliche Nachricht übermitteln: Ihre Krankheit ist unheilbar und tödlich. Aber ihr Fortschreiten kann langwierig sein. Virginie hört den Namen der Krankheit, die sie befallen hat: Eine Harnwegsinfektion mit Nierenentzündung und Blasenentzündung tuberkulöser Natur... Im Mai 1906 unternimmt sie eine erste Wallfahrt nach Lourdes, die ihren Zustand jedoch nicht verbessert. Schlimmer noch, in den ersten Monaten des Jahres 1908 verschlechtert sich ihr Zustand noch.
Die Schmerzen werden ständig stärker. Virginie kann nicht mehr aufstehen. Sie beschließt, 1908 wieder an der Diözesanwallfahrt teilzunehmen... Und am dritten Tag fühlt sie bei der Segnung mit dem Allerheiligsten einen heftigen Schmerz, der der Heilung vorausgeht. Sie verbringt eine ausgezeichnete Nacht und geht am nächsten Morgen zum Medizinischen Ärztebüro: Virginie Haudebourg ist wirklich geheilt.


35 Marie BOREL: Am Abend war der Verband sauber und trocken...
Geboren am 14. November 1879, wohnhaft in Mende (Frankreich).
Heilung am 21./22. August 1907 im Alter von 27 Jahren.
Am 4. Juni 1911 durch Bischof Jacques Gely von Mende als Wunder anerkannt.

Sobald Marie die Möglichkeit dazu hat, ist es ihr eine Pflicht, ihre Erfahrung als Krankenpflegerein in Lourdes in den Dienst der Kranken zu stellen. Sie betet auch viel für sie. Sie hat einen guten Grund dafür: Sie selbst war unvermittelt und dauerhaft geheilt worden. Wer sie vor dem 21. August 1917 gekannt hat weiß, was das Geheimnis des Eifers und der Opferbereitschaft von Marie Borel ist.
Nach mehreren akuten Blinddarmentzündungen wird sie 1903 operiert. Nach einigen Monaten zeigt sich 1904 unterhalb der Narbe ein Abszess, den man vergeblich pflegt und zum Heilen zu bringen versucht.
Schon 1905 treten noch andere, schlimmere Abszesse auf. Sie kommt am 17. August mit der Nationalwallfahrt nach Lourdes. Am 21. August morgens wird ihr Verband erneuert. Am Abend ist der Verband trocken und sauber: Die Verletzungen sind verheilt. Am nächsten Tag ereignet sich dieselbe Heilung bei zwei weiteren ihrer Wunden nach dem Bad in den Bädern.


34 Antonia MOULIN: Eine unerschütterliche Hoffnung
Geboren am 13. April 1877 in Vienne (Frankreich).
Heilung am 10. August 1907 im Alter von 30 Jahren.
Am 6. November 1911 durch Bischof Paul E. Henry von Grenoble als Wunder anerkannt.

Nach fünf Tagen Aufenthalt in Lourdes 1905 kehrt Antonia ohne jede Besserung ihres Gesundheitszustandes nach Hause zurück. Innerlich erlebt sie jene Hoffnungslosigkeit, die unzählige nicht geheilte Kranke kennen: Was kann ich jetzt noch hoffen, nach Lourdes?
Doch in ihrem tiefsten Innern ist ihre Hoffnung noch nicht gestorben...
Ihr Leidensweg hat im Februar 1905 begonnen. Nach einer harmlosen Krankheit bildete sich ein Abszess am rechten Bein, der so schlimm war, dass sie sechs Monate im Krankenhaus bleiben musste. Ihr Leben nahm daraufhin eine seltsame Wendung: Es wurde zu einem ständigen Hin und Her zwischen dem Krankenhaus und ihrem Zuhause. Ihr Allgemeinzustand verschlechterte sich zunehmend.
Im August 1907 fährt sie von neuem nach Lourdes, zwei Jahre nach ihrer ersten Erfahrung. Sie kommt als unheilbar Kranke dort an – aber mit unerschütterlicher Hoffnung.
Am übernächsten Tag, dem 10. August, wird sie noch einmal zu den Bädern gebracht. Als man sie erneut verbinden will, merkt man, dass die Wunde vernarbt und ihr Bein „wie neu“ ist! Nach ihrer Rückkehr nach Hause, ist ihre ganze Umgebung sprachlos, allen voran ihr Arzt.


33 Cécile DOUVILLE de FRANSSU: Glaubenszeugin bis zu ihrem 106. Lebensjahr
Geboren am 26. Dezember 1885 in Tournai (Belgien).
Heilung am 21. September 1905 im Alter von 19 Jahren.
Am 8. Dezember 1909 durch Bischof Charles Gibier von Versailles als Wunder anerkannt.
Gestorben 1991 im Alter von 105 Jahren.

Am 26. Dezember 1990 wäre niemand auf den Gedanken gekommen, dass jene Frau, die dort im Kreis ihrer Familie ihren 105. Geburtstag feierte, mit 20 Jahren nur noch ein paar Monate, höchstens ein paar Jahre Lebenserwartung hatte! Ihre Angehörigen feierten an diesem Tag den letzten Geburtstag mit ihr. Das konnten sie natürlich nicht wissen, aber jeder war sich bewusst, dass diese geliebte und liebende alte Dame ein besonderes Schicksal hat.
So viele Erinnerungen... von denen manche schmerzlich sind.
Dieses ununterbrochene Leiden seit dem Alter von 14 Jahren bringt sie langsam auf den seelischen Tiefpunkt. Diese Krankheit hat ihr ihre Kindheit verdorben und könnte sie wohl daran hindern, das Erwachsenenalter zu erreichen: Eine weiße Tuberkulosegeschwulst am Knie. Nach vier oder fünf Jahren intensiver Pflege ohne merklichen Erfolg entschließt man sich 1904 zur Operation. Fast zur selben Zeit bricht eine tuberkulöse Bauchfellentzündung aus. Die Monate vergehen und ihr Zustand verschlimmert sich. „Ich will nach Lourdes gehen!“ Als Cécile diesen Wunsch im Mai 1905 äußert, ist sie fast am Ende ihrer Kräfte. Sie fühlt sich innerlich aufgezehrt von den Schmerzen und dem Fieber.
Angesichts der geringen Behandlungsergebnisse und trotz ihres bedenklichen Allgemeinzustandes macht sie sich im September nicht ohne zahlreiche Alarmsignale auf den Weg.
In Lourdes wird sie am 21. September 1905 mit großer Vorsicht zu den Bädern gebracht, wo sie völlig geheilt wird – und zwar für lange Zeit!


32 Marie-Thérèse NOBLET: Missionarin in Papuasien
Geboren 1889, wohnhaft in Avenay (Frankreich).
Heilung am 31. August 1905 im Alter von 15 Jahren.
Am 11. Februar 1908 durch Kardinal Erzbischof Luçon von Reims als Wunder anerkannt.

Dieses Mädchen hat ein außergewöhnliches Schicksal: Mehrmals erkrankt sie in ihrer Kindheit schwer... Im August 1904 wird bei der gerade 14-Jährigen eine Wirbelsäulentuberkulose erkannt.
Ein Jahr später kommt sie nach Lourdes und wird in dem Moment geheilt, als sie nach der Prozession mit dem Allerheiligsten in die Krankenherberge Unsere Liebe Frau von den Schmerzen zurückkehrt. Keine Spur mehr von der Krankheit.
Später macht sie eine mystische Erfahrung, die mit der des Pfarrers von Ars vergleichbar ist. Und nach vielen weiteren körperlichen Problemen wird sie 1921 Ordensfrau unter der Schirmherrschaft von Erzbischof de Boismenu von Papuasien, dem Gründer des ersten Ordens einheimischer Schwestern, den Dienerinnen des Herrn. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen und des Klimas vollbringt Marie-Thérèse in Papuasien Wunder bei den Einwohnern, für die sie sich mit allen Kräften einsetzt.


31 Schwester HEILIGE-BEATRIX: Zwei Mal geheilt!
Geboren 1862 als Rosalie Vildier, wohnhaft in Evreux (Frankreich).
Heilung am 31. August 1904 im Alter von 42 Jahren.
Am 25. März 1908 durch Bischof Philippe Meunier von Evreux als Wunder anerkannt.

Im Alter zwischen 32 und 42 Jahren hatte Rosalie ihre ganze Gesundheit verloren. Allgemeine Schwäche, Verlust der Stimme, Husten mit blutigem und eitrigem Auswurf usw. Für die behandelnden Ärzte ist dies das Zeichen einer Krankheit, die damals große Verheerungen anrichtete: die Tuberkulose
Am Morgen der Ankunft der Diözesanwallfahrt von Evreux fühlt sie sich nach dem Eintauchen in das Wasser der Bäder verwandelt. Zwei Tage später wird sie im Medizinischen Ärztebüro untersucht, und die Ärzte müssen zugeben, dass sie weder im Rachen noch im Brustbereich Anomalien zeigt.
Im folgenden Jahr 1905 kehrt sie zurück, um der Jungfrau Maria zu danken... Und das war eine gute Idee, denn dabei wird sie ein zweites Mal geheilt, und zwar wieder in den Bädern: Es ist das Ende der Sehbeschwerden, an denen sie seit 15 Jahren litt!


30 Schwester SAINT-HILAIRE: Sie war nur noch Haut und Knochen
Geboren 1865 als Lucie Jupin, Oberin des Klosters von Peyreleau (Kongregation des Hl. Josef von Clervaux) (Frankreich).
Heilung am 20. August 1904 im Alter von 39 Jahren.
Am 10. Mai 1908 durch Bischof Charles de Ligonnes von Rodez als Wunder anerkannt.

Als Schwester Saint-Hilaire im August 1904 nach Lourdes kommt, ist sie praktisch nur noch Haut und Knochen. Die Ordensoberin ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ihre Probleme hatten mit einer Magen-Darm-Verstimmung im August 1903 begonnen. Von Woche zu Woche verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, als würde sich die Krankheit der Behandlung widersetzen.
Sechs Monate später erscheint ein Tumor an der rechten Seite. Die Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes schreitet noch einige Monate fort. Am Schluss wiegt sie nur noch 42 kg.
Im August 1904 kam sie in diesem Zustand mit der Nationalwallfahrt nach Lourdes.
Und schon bei ihrem ersten Bad im Wasser der Grotte fühlt sie sich von neuem Leben beseelt... und hat wieder Appetit!
Sie fühlt sich wie auf Wolken. Dennoch braucht sie ein paar Stunden, um wirklich zu begreifen, dass sie geheilt ist, und um dies im Ärztebüro zu melden.
Bei ihrer Rückkehr in ihre Ordensgemeinschaft nimmt sie ein normales Leben als Ordensfrau wieder auf.
Zum Zeichen des Dankes kehrte sie oft mit der Wallfahrt von Rodez nach Lourdes zurück.


29 Johanna BEZENAC: Völlig entstellt findet sie plötzlich ihr wahres Gesicht wieder
Geboren 1876 in Dubos, wohnhaft in Saint-Laurent-des-bâtons (Frankreich).
Heilung am 8. August 1904 im Alter von 28 Jahren.
Am 2. Juli 1908 durch Bischof Henri J. Bougoin von Périgueux als Wunder anerkannt.

In den letzten Monaten wagt Johanna nicht mehr, sich zu zeigen. Eine Hautinfektion frisst ihr jeden Tag zunehmend das Gesicht auf. Man bekommt Angst, wenn man sie sieht. Doch diese Krankheit, die sie nunmehr bis zu den Haarwurzeln packt, ist nur das sichtbare Leiden...
Dabei hatte alles glücklich mit der Geburt eines Kindes begonnen. Doch nach einer sehr langen und erschöpfenden Stillzeit erkrankt Johanna im März 1901 an einer schweren Lungenentzündung, die in Wirklichkeit das Auftreten einer Tuberkulose verschleiert. Die Behandlung bleibt völlig wirkungslos.
Später verschlimmert sich die Situation noch, vor allem durch jene Hauterkrankung, die sie in ihrer Würde als Frau trifft.
Nach ihrem Aufenthalt in Lourdes mit ihrer Diözesanwallfahrt kehrt sie scheinbar geheilt nach Hause zurück. Das Medizinische Büro verfügt nur über einen kurzen Bericht bezüglich dieser Heilung. Anscheinend ist Johanna in mehreren Etappen am 8. und 9. August 1904 geheilt worden, und diese Heilung steht mit dem Wasser aus der Quelle in Verbindung, in dem sie gebadet und das sie aufgetragen hat.
Am 4. Oktober 1904, also zwei Monate nach ihrer Wallfahrt, stellt ihr behandelnder Arzt jedoch nach einer kurzen, eingehenden Untersuchung „die vollkommene Heilung des Allgemeinzustandes und des lokalen Zustandes“ fest.


28 Marie SAVOYE: Als das Allerheiligste vorbeigetragen wird, schließt sich ihre Wunde...
Geboren 1877, wohnhaft in Cateau-Cambresis (Frankreich).
Heilung am 20. September 1901 im Alter von 24 Jahren.
Am 15. August 1908 durch Weihbischof François Delamaire von Cambrai als Wunder anerkannt.

Sie lag in einem erbärmlichen Zustand auf der Rosenkranzesplanade, abgemagert, schwach und blutleer... Aber was kann sie von diesem Segen mit dem Allerheiligsten schon erwarten – auch wenn sie und die anderen es dennoch erhoffen? Seit vier Jahren leidet sie an den Folgen eines infektiösen Rheumas. Seit dreizehn Monaten hat eine Herzerkrankung ihr körperliches Leiden noch verschlimmert.
Ihr Alltag ist die Krankheit, der fast völlige Verzicht auf Nahrung und das Blutspucken. Sie ist so schwach, dass die Helferinnen der Hospitalité von Lourdes nicht einmal wagten, sie in das Bad zu tauchen. Am 20. September 1901 verschwinden beim Segen mit dem Allerheiligsten unvermittelt alle ihre Symptome sowie die Wunde am Rücken, die von der langen Bettlägerigkeit verursacht worden war.
Nach der Rückkehr in ihr normales Leben schenkte Marie Savoye den anderen an Pflege und Aufmerksamkeit, was sie selbst während ihrer langen Krankheit erfahren hatte.


27 Schwester MAXIMILIEN: Ihr Lebertumor verschwand
Geboren 1858, wohnhaft im Kloster der Schwestern von der Hoffnung in Marseille (Frankreich).
Heilung am 20. Mai 1901 im Alter von 43 Jahren.
Am 5. Februar 1908 von Kardinal Paulin Andrieu von Marseille als Wunder anerkannt.

Es war der 21. Mai 1901. Am Vortag war ganz anonym eine 43-jährige Ordensfrau nach Lourdes gekommen, die an einem Lebertumor litt. Heute wagt Schwester Maximilien, sich im Medizinischen Büro einer Gruppe von Ärzten vorzustellen, die sie eingehend mustern und beurteilen. Sie erzählt zunächst die unglaubliche Geschichte ihrer Erkrankung, deren Fortschritt am Vortag plötzlich aufgehört hatte. Sie war 43 Jahre alt, seit 15 Jahren krank und seit 5 Jahren endgültig ans Bett gefesselt. Die Zyste, die ihre Leber auffraß, war unheilbar. Zudem war ihr Gesundheitszustand durch eine Venenentzündung am linken Bein verschlechtert. Im Kloster der Schwestern von der Hoffnung in Marseille wusste jeder, dass die Medizin keine Heilung ermöglichen konnte.
Mit der Aussicht auf einen baldigen Tod war sie am 20. Mai 1901 nach Lourdes gekommen. Sie hatte sich sofort zu den Bädern bringen lassen. Ein paar Minuten später kam sie auf eigenen Beinen geheilt wieder heraus! Die Schwellung am Bauch und am Bein war vollkommen verschwunden!


26 Pater SALVATOR: Er erzählt aus Gehorsam
1862 in Rouelle geboren, wohnhaft in Dinard (Frankreich), Kapuziner.
Heilung am 25. Juni 1900 in seinem 39. Lebensjahr.
Am 1. Juli 1908 durch Erzbischof A. Dubourg von Rennes als Wunder anerkannt.

Der medizinische Verlauf der Krankheit von Pater Salvator ist bedauernswert: Die Tuberkulose hatte 1898 in den Lungen begonnen. Zwei Jahre später, im Januar 1900, kam eine tuberkulöse Bauchfellentzündung dazu. Am Tag vor seiner Abreise nach Lourdes waren es die Ärzte leid und gaben jegliche Behandlung des Kranken auf. In ihren Augen gab es für ihn leider keine Hoffnung mehr. Sie haben sich sogar seiner Wallfahrt widersetzt.
Bei seiner Ankunft in Lourdes am 25. Juni 1900 lässt er sich sofort zu den Bädern bringen. Kurze Zeit später herrscht großes Erstaunen: Er ist verwandelt und wie verjüngt. Kurz, er ist nicht wieder zu erkennen. Die Heilung steht außer Zweifel, sowohl für ihn selbst als auch für seine Umgebung. Am selben Abend noch hat er guten Appetit und schläft tief. Das war ihm seit langem nicht mehr passiert... Am nächsten Tag, dem 26. Juni, drängt ihn seine Umgebung, diese Erfahrung bekannt zu machen. Aus Gehorsam ist er bereit, sich den Untersuchungen im Medizinischen Büro zu unterziehen. Keine Spur mehr von seiner ehemaligen, besorgniserregenden Krankheit. Und solche Spuren sind auch nie mehr aufgetaucht.


25 Rose FRANÇOIS: Kurz vor der Amputation!
Geboren 1863 als Rose LABREUVOIES in Paris (Frankreich).
Heilung am 20. August 1899 im Alter von 36 Jahren.
Am 6. Juni 1908 durch Erzbischof Jean Amette von Paris als Wunder anerkannt.

Rose kam 1899 nach fünf chirurgischen Eingriffen in Lourdes an. Fünf Mal hatten die Ärzte versucht, sie von dieser Infektion am rechten Arm zu befreien. Vergebens. Und jetzt ist sogar von Amputation die Rede...
Zwischen dem 20. und 22. August 1899 ereignet sich eine unglaubliche Wende, eine vollkommene Verwandlung. Das Ödem verschwindet, die Fisteln schließen sich. Kein Schmerz und keine Steifheit mehr.
Gleich bei ihrer Rückkehr nach Paris lässt sich die ehemalige Kranke bald erneut untersuchen, wobei sie ihren rechten Arm schon wieder normal gebrauchen kann. Ihre vollständige und unvorhersehbare Heilung ist Wirklichkeit und war von Dauer.


24 Clémentine MALOT: Am Tag nach dem Bad keine Spur mehr...
Geboren am 22. November 1872 in Granvilliers, wohnhaft in Gaudechard (Frankreich).
Heilung am 21. August 1898 im Alter von 25 Jahren.
Am 1. November 1908 durch Bischof Marie Jean Douais von Beauvais als Wunder anerkannt.

Es ist wirklich die Verzweiflung, die Clémentine treibt, die Reise nach Lourdes zu unternehmen.
Seit über fünf Jahren erlebt sie das Fortschreiten dieser schrecklichen Tuberkuloseerkrankung. Mit 20 Jahren begann sie, Blut zu spucken. Fünf Jahre lang verschlimmerte sich ihr Gesundheitszustand ständig und unerbittlich. Wie viele andere beschließt sie in ihrer Verzweiflung, nach Lourdes zu fahren.
Gleich bei ihrer Ankunft mit der Nationalwallfahrt 1998 wird sie nach einer sehr anstrengenden Reise zu den Bädern gebracht. Doch erst nach dem Bad am nächsten Tag fühlt sie eine deutliche Verbesserung ihres körperlichen Zustandes. Sie wird im Medizinischen Büro erst am 21. und dann am 23. August 1998 und im folgenden Jahr nochmals am 21. August untersucht. Daraufhin gilt ihre Heilung als sicher.
Eine neuerliche Untersuchung zehn Jahre nach der Heilung führt zum selben Ergebnis.


23 Jeanne TULASNE: Die gesamte Wallfahrt betete für ihre Heilung!
Geboren am 8. September 1877 in Tours (Frankreich).
Heilung am 8. September 1897 im Alter von 20 Jahren.
Am 27. Oktober 1907 durch Erzbischof René François Renou von Tours als Wunder anerkannt.

Zerstörung von zwei oder drei Wirbeln, Abszess am linken Schenkelknochen, Muskelschwund und ein Klumpfuß... Was für ein Bild des Jammers! Jeanne ist fast noch eine Jugendliche und fühlt sich überall angegriffen. Seitdem die Krankheit die Wirbelsäule befallen hat, ist sie auf einem seelischen Tiefpunkt. Ihr behandelnder Arzt hält am 7. August 1897 ihren verzweiflungswürdigen Zustand schwarz auf weiß fest. Jeanne kommt also Anfang September in so schlechtem Zustand nach Lourdes, dass man sie in einen Weidenkorb legen muss! Die ganze Wallfahrt erhoffte ihre Heilung!
Und am 8. September, ihrem 20. Geburtstag, nimmt sie an der Prozession mit dem Allerheiligsten teil. Ihr Diözesanbischof trägt die Monstranz. Dieser segnet sie ein erstes Mal, als er an ihr vorbeigeht, kommt dann aber noch einmal zurück und segnet sie noch ein zweites Mal. Und genau in diesem Augenblick fühlt sie sich auf einmal geheilt... Bei ihrer Untersuchung im Medizinischen Büro am nächsten Tag und im darauffolgenden Jahr stellen die Ärzte die Dauer dieser vollständigen, unvermittelten und ständigen Heilung von einer seit langem bestehenden Wirbelsäulentuberkulose fest. Zehn Jahre später erkannte der Erzbischof diese Heilung als Wunder an.


22 Ester BRACHMANN: „Verlassen Sie bloß dieses Sterbeheim!
Geboren 1881 in Paris (Frankreich).
Heilung in Lourdes am 21. August 1896 im Alter von 15 Jahren.
Am 6. Juni 1908 durch Erzbischof Léon Amette von Paris als Wunder anerkannt.

Esther führt nicht das Leben einer Jugendlichen. Mit 15 Jahren hat sie den Eindruck, dass dieses Krankenhaus von Villepinte ein wahres Sterbeheim ist. Dieser Eindruck wird sicher von dem Dutzend ihrer ebenfalls tuberkulosekranken Kameraden geteilt, die wie sie diese Wallfahrt der letzten Chance unternehmen. Es ist im August 1896. Am 21. August morgens heben die Hospitaliers von Unserer Lieben Frau vom Heil, die treuen Diener der Kranken der Nationalwallfahrt, Esther aus dem Zug und bringen sie zunächst zur Grotte und dann zu den Bädern.
Sie kommt mit der Gewissheit wieder heraus, dort geheilt worden zu sein. Die Schmerzen sind verschwunden... wie auch die Schwellung ihres Bauches. Sie kann gehen und hat Hunger. Doch eine Frage quält sie: „Warum gerade ich?“ Am Nachmittag folgt sie wie ein normaler Mensch den Wallfahrtsexerzitien. Zwei Tage später wird sie zum Medizinischen Büro gebracht, wo die Ärzte nach eingehenden Untersuchungen ihre Heilung bestätigen.
Wie zu erwarten war, waren die Ärzte nach ihrer Rückkehr nach Villepinte völlig sprachlos und verblüfft. Sie behalten Esther ein Jahr lang zur Beobachtung da! Erst 1897 sind sie bereit, ihr nach der Rückkehr von einer Dankeswallfahrt eine Bescheinigung auszustellen, in der sie zugeben, dass sie „seit ihrer Rückkehr aus Lourdes 1896 geheilt“ ist.
1908 wird sie erneut untersucht und ist völlig gesund. Diese Untersuchung dient der Prüfung durch den Erzbischof Leon Amette von Paris im Hinblick auf eine Anerkennung dieser Heilung sowie der von Clémentine Trouvé und von Marie Lesage und Marie Lemarchand, die die unfreiwilligen Heldinnen eines „Romans“ des Schriftstellers Emile Zola geworden sind!


21 Aurélie HUPRELLE: In einem Alter, in dem man den Kopf voller Pläne hat, verzweifelt sie...
Geboren 1869, wohnhaft in Saint-Martin-le-noeud (Frankreich).
Heilung am 21. August 1895 im Alter von 26 Jahren.
Am 1. Mai 1908 durch Bischof Marie Jean Douais von Beauvais als Wunder anerkannt.

Aurélie ist vollkommen verzweifelt. In einem Alter, in dem die anderen den Kopf voller Pläne haben, hat diese junge 26-jährige Frau von der Medizin nichts mehr zu erwarten. Sie leidet offensichtlich schon seit Monaten an einer Lungentuberkulose und beschließt daher gegen den Willen ihres Arztes, mit der Nationalwallfahrt nach Lourdes zu fahren.
Die Reise ist tatsächlich überaus anstrengend, so dass sie bei ihrer Ankunft in Lourdes am 21. August vollkommen erschöpft ist. Nachdem sie aus dem Zug gehoben worden war, brachte man sie zu den Bädern. Und plötzlich stellt sich ein unbeschreibliches Wohlbefinden ein! Sofort fühlt sie sich völlig geheilt. Sie findet wieder Geschmack am Leben.
Die in Lourdes anwesenden Ärzte waren gerade an diesem Tag im Medizinischen Büro zu einer Sitzung zusammengekommen. Zwei Mal wird Aurélie dorthin gebracht. Sie können nicht umhin, die Heilung zu bestätigen. Nach ihrer Rückkehr nach Hause ist ihr behandelnder Arzt völlig erschüttert angesichts des Zustandes seiner früheren Patientin, „dieser vollständigen und unvermittelten Heilung“, wie er schrieb.
Dreizehn Jahre später ist Aurélie eine junge, anmutige Frau geworden, der es sehr gut geht, auch wenn sie großem Druck ausgesetzt ist: Ihre Heilung führt bei einer Verleumdungskampagne zu einer ärztlichen Gegenuntersuchung. Manche Ärzte behaupten, dass Aurélies Krankheit rein nervösen Ursprungs war.
Beim fünfzigjährigen Jahrestag der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Lourdes wird sie auf die Bitte des Bischofs von Beauvais von neuem befragt und untersucht.
Beide Untersuchungen führten zum selben Schluss: Es handelte sich wirklich um eine Tuberkuloseerkrankung, die unvermittelt, sicher und auf Dauer geheilt wurde. Daraufhin erklärte der Bischof die Heilung zum Wunder.


20 Abbé CIRETTE: Ein sehr starker Wunsch, zur Grotte zu gehen...
Geboren am 15. März 1847 in Poses (Eure), wohnhaft in Baumontel (Frankreich).
Heilung am 31. August 1893 im Alter von 46 Jahren
Am 11. Februar 1907 durch Bischof Philippe Meunier von Evreux als Wunder anerkannt.

Es kam ganz plötzlich nach einer schweren Grippe: im Januar 1892 wird der Pfarrer einer Gemeinde der Diözese Evreux von einer Nervenerkrankung und geistiger Verwirrung befallen. Die Gemeindeglieder sind sprachlos. Er ist nicht einmal mehr in der Lage, normal zu gehen. Er hat seine Selbständigkeit und sein Gedächtnis verloren und kann nicht mehr sprechen. Da er sich seines Zustandes bewusst ist, befindet er sich seelisch auf einem Tiefpunkt... Zudem sind die verschriebenen Medikamente wirkungslos.
Im August 1893 beschließt er, nach Lourdes zu gehen. Leider organisiert seine Diözese keine Wallfahrt in jenem Jahr. Doch das kann ihn nicht bremsen: Er schließt sich der Wallfahrt von Rouen an.
Nach seiner Ankunft am 29. August wartet er zwei Tage, bevor er zu den Bädern geht, um nicht „einem anderen Kranken den Platz wegzunehmen, der dort geheilt werden könnte“, wie er sagte. Im Augenblick des Eintauchens empfindet er nichts Besonderes. Aber später, nach dem Mittagessen, spürt er einen sehr starken Wunsch, zur Grotte zu gehen. Er geht hin und merkt sehr bald, dass er seine Krücken nicht mehr braucht. Er ist geheilt... vollständig, unvermittelt und unerwartet.
Man kann sich vorstellen, welche Wirkung diese Heilung nach seiner Rückkehr auf seine Angehörigen und seine Gemeindeglieder machte! Er kann alle seine Aktivitäten wieder aufnehmen sowie seine Funktion als Gemeindepriester von Beaumontel.


19 Schwester MARIE DE LA PRÉSENTATION: Im Zug auf der Hinreise beginnt sie, sich besser zu fühlen...
Geboren am 15. Februar 1846, wohnhaft in Lille (Frankreich) als Franziskanerschwester von der Glaubensverkündigung.
Heilung am 29. August 1892 im Alter von 46 Jahren.
Am 15. August 1908 durch Weihbischof François Delamaire von Cambrai als Wunder anerkannt.

Schwester Marie will unbedingt nach Lourdes fahren. Ihre Angehörigen und ihr Arzt fühlen sich so hilflos angesichts ihrer Krankheit, dass sie es nicht für sinnvoll halten, sie davon abzubringen. Zwei anstrengende Tage erwarten sie zwar, denn so viel Zeit braucht man, um vom Norden nach Lourdes zu kommen. Doch was sind schon zwei Tage nach diesen zwölf Jahren Leiden an dieser „chronischen tuberkulösen Magen-Darm-Erkrankung“, die von keiner Behandlung eingedämmt werden kann?
Im Zug tritt bereits eine erste Besserung ein, und das erlaubt ihr, etwas zu essen. In Lourdes bekommt sie beim Beten in der Rosenkranzbasilika zum letzten Mal Magenschmerzen, wie sie sie noch nie gehabt hatte. Dann tritt die völlige Heilung ein.


18 Elisa LESAGE:
Geboren 1874 in Bucquoy (Frankreich).
Heilung am 21. August 1892 im Alter von 18 Jahren.
Am 4. Februar 1908 durch Bischof Alfred Williez von Arras als Wunder anerkannt

Auch hier handelte es sich um einen tuberkulösen „weißen Tumor“ im rechten Knie, der damals bei den Jugendlichen so verbreitet war. Die unerwartete Heilung trat nach einem Bad am 21. August 1892 ein. Am selben Tag bestätigt das Medizinische Büro die Heilung „ohne Folgeerscheinungen noch Versteifung“. Während der Nationalwallfahrt von 1893 und 1894 wurde diese junge Frau erneut untersucht. Auch 16 Jahre danach hatte sich kein Rückfall eingestellt, so dass ihr Bischof die Wunderheilung anerkannte.


Die Doppelheilungen

17 Marie LEMARCHAND
Geboren 1874 in Caen (Frankreich).
Heilung am 21. August 1892 im Alter von 18 Jahren.
Am 6. Juni 1908 durch Erzbischof Amette von Paris als Wunder anerkannt.

16 Marie LEBRANCHU
Geboren 1857, wohnhaft in Paris (Frankreich).
Heilung am 20. August 1892 im Alter von 35 Jahren.
Am 6. Juni 1908 durch Erzbischof Amette von Paris als Wunder anerkannt.

Die Heilungen von Marie Lebranchu und Marie Lemarchand werden oft miteinander in Verbindung gebracht, weil beide Kranke aus Paris mit der Nationalwallfahrt nach Lourdes gekommen waren und auf zwei aufeinanderfolgenden Tagen, am 20. und 21. August 1892 geheilt worden sind.
Zudem litten beide seit Jahren an einer schweren Lungentuberkulose und waren im Endstadium ihrer Krankheit. Erstere wog nur noch 24 kg, als sie geheilt aus den Bädern kam.
Letztere hatte zudem noch abstoßende geschwulstartige Wunden im Gesicht.
Und schließlich hatten beide Gelegenheit, den Schriftsteller Emile Zola zu treffen, der nach Lourdes gekommen war, um ein Buch darüber zu schreiben.
In seinem Buch „Lourdes“ lässt der Schriftsteller Marie Lebranchu unter dem Pseudonym La Grivotte bei der Rückkehr im Zug sterben, nachdem er ihr wenig beneidenswertes Schicksal beschrieben hatte. Dabei hat sie in Wirklichkeit vollkommen gesund bis 1920 gelebt!
Marie Lemarchand aber, die unter Zolas Feder den Namen Elise Rouquet bekam, hatte acht Kinder und starb lange nach ihrer als Wunder anerkannten Heilung.


15 Clémentine TROUVÉ: Ein Glückstag für Lourdes!
Geboren 1878 in Azay le Boulé (Frankreich).
Heilung am 21. August 1891 im Alter von 14 Jahren. Später wurde sie Schwester Anges-Marie.
Am 6. Juni 1908 durch Erzbischof Amette von Paris als Wunder anerkannt.

Der 21. August 1891 war in den Annalen von Lourdes wirklich ein Glückstag: Es ereigneten sich zwei Heilungen, die von Amélie Chagnon und die von Clémentine Trouvé.
Ihre Krankheiten und Leiden sind fast die gleichen: Tuberkulöse Knochenhautentzündung des rechten Fersenbeins.
Und der Arzt, der am 11. Juni 1891 die Abreisebescheinigung für Clémentine ausgestellt hatte, war der Meinung, dass diese Krankheit schnellstens zu einer radikalen Operation führen müsse... oder zu einer langwierigen Behandlung.
Derselbe Arzt sah sie nach ihrer Heilung in den Bädern am 21. August wieder und bescheinigte, dass sie von ihrer früheren Krankheit „nur noch Narben aufweist“ und „derzeit geheilt ist“. Später wurde sie eine Kleine Schwester von der Aufnahme Mariens in den Himmel unter dem Namen Schwester Agnes-Marie.
Clémentine erscheint in dem Buch von Zola unter dem Namen Sophie Couteau.


14 Amélie CHAGNON: Da der Arzt wusste, dass sie nach Lourdes fuhr, schob er die Operation auf!
Geboren am 17. September 1874 in Poitiers.
Heilung am 21. August 1891 im Alter von fast 17 Jahren, später Ordensfrau vom Heiligsten Herzen in der Nähe von Tournai (Belgien).
Am 8. September 1910 durch Bischof Charles G. Walravens von Tournai als Wunder anerkannt.

Amélie ist 13 Jahre alt, als sie an einem Knieleiden erkrankt. In diesem Alter werden die Schmerzen auf das Konto des Wachstums geschrieben. Aber Amelie leidet zu sehr. In Wirklichkeit leidet sie an Tuberkulose, die sich dann noch auf den Fuß ausdehnt. Eines schönen Tages im August 1891 verkündet sie einem ihrer Ärzte, dass sie eine Wallfahrt nach Lourdes unternehmen will. Er ist daraufhin bereit, die vorgesehene Operation zu verschieben!
Das war ein guter Entschluss. Bei ihrer Rückkehr braucht Amélie keine Pflege mehr und noch weniger eine Operation: ihre Krankheit ist ohne Folgeerscheinungen geheilt. Sie fühlt sich frei und lebt wieder auf.


13 Schwester JOSEPHINE MARIE: Sie kam aus Gehorsam und reiste geheilt wieder ab
Geboren als Anne JOURDAIN am 5. August 1854 in Le Havre, wohnhaft in Goincourt (Frankreich).
Heilung am 21. August 1890 im Alter von 36 Jahren.
Am 10. Oktober 1908 durch Bischof Marie Jena Douais von Beauvais als Wunder anerkannt.

Im Schoß der Familie Jourdain hat die Tuberkulose verheerende Folgen: Anne hat zwei Schwestern und einen Bruder verloren.
Sie selbst ist schon lange krank und liegt im Juli 1890 im Sterben. Aus Gehorsam macht sie die Wallfahrt nach Lourdes mit, auch wenn ihr Arzt ihr davon abgeraten hatte. Ihre Hinreise mit der Nationalwallfahrt wird von Anfällen überschattet. Sie kommt am 20. August an und wird in den Bädern sofort in das Lourdeswasser getaucht.
Erst am nächsten Tag, dem 21. August, fühlt sie sich nach einem zweiten und dritten Eintauchen ins Wasser unendlich viel besser. Sie beginnt, ihre Heilung zu verkünden. Der Arzt, der gegen diese Reise gewesen war, sieht sie ein paar Tage später nach ihrer Rückkehr in ihr Kloster wieder. Er sucht vergeblich nach dem geringsten Symptom, die Krankheit ist nicht mehr aufzufinden. Sie ist völlig verschwunden. Schwester Josephine Marie kann daraufhin in ihrer Gemeinschaft wieder ein normales Leben führen. Ihre Heilung wurde 18 Jahre später als Wunder anerkannt.


12 Sr. JULIENNE
: Eine Heilung, die fast in Vergessenheit geraten wäre
Geboren 1864 als Aline Bruyère im Dorf La Roque in der Nähe von Sarlat (Frankreich).
Heilung am 1. September 1889 im Alter von 25 Jahren.
Am 7. März 1912 durch Bischof Albert Nègre von Tulle als Wunder anerkannt.

Die Ärzte sind eindeutig und haben ihr die Diagnose mitgeteilt: Sie ist an einer schweren, unheilbaren Lungentuberkulose erkrankt. Und genauso unvermittelt wurde sie in den Bädern von Lourdes geheilt. Es war im September 1889. Die Ärzte Dunot de Saint-Maclou und Boissarie leiten die Untersuchung. Sie finden keinerlei medizinische Erklärung für die Heilung dieser jungen, 25-jährigen Schwester.
Zwanzig Jahre später wird ihre Geschichte in der Diözese Tulle, aus der sie stammt, aus der Versenkung geholt! Ortsbischof Nègre beschließt, eine Kommission einzuberufen, um eine neue Prüfung einzuleiten. Das neue Ärztekollegium, das die Schwester befragt und untersucht, gelangt zum selben Ergebnis wie das erste, zwanzig Jahre zuvor. Nachdem sie den „Fall“ mit den Unterscheidungskriterien der Kirche verglichen haben, muss der Bischof einsehen, dass diese Heilung „außerhalb der allgemeinen Naturordnung eingetreten und wunderbar ist.“


11 Schwester EUGENIA
: Sie konnte wieder die Regel ihrer Ordensgemeinschaft befolgen
Geboren 1855 als Marie MABILLE, wohnhaft in Bernay (Frankreich).
Heilung am 21. August 1883 im Alter von 28 Jahren.
Am 30. August 1908 durch Bischof Philippe Meunier von Evreux als Wunder anerkannt.

1877 leidet Marie im Alter von 22 Jahren an einem Abszess des Blinddarms, der direkt zu einer Bauchfellentzündung führt. 1880 urteilt der berühmte Professor Péan aus Paris, dass sie einen chirurgischen Eingriff nicht überleben würde. Zwischen 1880 und 1883 verschlimmert sich der Allgemeinzustand der Kranken. Alle Behandlungen bleiben wirkungslos.
Sie reiste am 17. August 1883 ab und kam in Lourdes am 21. an. Gleich bei ihrer Ankunft lässt sie sich zur Grotte bringen, wo sie die Kommunion empfängt. Dabei empfindet sie eine Art Linderung. Aber erst am Nachmittag fühlt sie sich plötzlich geheilt... Sie steigt allein aus dem Wasser in den Bädern. Von diesem Augenblick an waren alle Krankheitszeichen verschwunden. Sie kann gehen und essen. Alles ist in Ordnung! Bei ihrer Rückkehr in ihre Gemeinschaft nimmt sie ihre Arbeit wieder auf und befolgt wieder die Lebensregel der Schwestern, was sie schon lange nicht mehr tun konnte!
An dieser blühenden Gesundheit hat sich in den 24 Jahren nichts geändert, die es bis zur Anerkennung ihrer Heilung als Wunder gedauert hat.


10 Elisa SEISSON: Ein neues Herz
Geboren 1855, wohnhaft in Rognonas (Frankreich).
Heilung am 29. August 1882 im Alter von 27 Jahren.
Am 12. Juli 1912 durch Erzbischof François Bonnefoy von Aix, Arles und Embrun als Wunder anerkannt.

1876 wird Elisa mit 21 Jahren krank. Sechs Jahre lang wird sie wegen einer chronischen Bronchitis und einer organischen Herzerkrankung gepflegt. Elisa reagiert auf keine Behandlung und wird als unheilbar krank erklärt.
In ihrer Verzweiflung fährt sie Ende 1882 nach Lourdes. Gleich am ersten Tag der ersten Wallfahrt wird sie in den Bädern gebadet, und als sie wieder herauskommt sind die Ödeme an ihren Beinen verschwunden! Nach einer guten Nacht erwacht sie am nächsten Tag mit dem Gefühl, vollkommen geheilt zu sein. Dieser Eindruck wird nach ihrer Rückkehr von ihrem behandelnden Arzt bestätigt. In den 30 folgenden Jahren, die es dauert, bis diese Heilung 1912 offiziell durch ihren Bischof als Wunder anerkannt wird, bleibt sie kerngesund.


9 Joachime DEHANT: Sein Fleisch und seine Sehnen wiederhergestellt
Geboren 1849 in Velaine/s. Sambre, wohnhaft in Gesves (Belgien).
Heilung am 13. September 1878 im Alter von 29 Jahren.
Am 25. April 1908 durch Bischof Thomas Louis Heylen von Namur als Wunder anerkannt.

Joachime kommt mit 29 Jahren am 12. September 1878 nach Lourdes. Sie hat einen Wundbrand am rechten Bein. Die Verletzungen sind mindestens zehn Jahre alt. Ihr Allgemeinzustand ist jetzt durch dieses Leiden schwer angeschlagen, für das es damals keine Behandlung gab.
Am nächsten Tag, dem 13. September, badet sie zwei Mal im Wasser der Grotte und bedeckt ihr Bein dabei mit einem Tuch. Nach dem zweiten Bad keine Spur mehr von einem Geschwür. Das Fleisch und die Sehnen sind wieder hergestellt, die Haut ist erneuert und rosa. Später nahm ihr Fuß nach einem neuerlichen Bad wieder die normale Stellung ein. Dreißig Jahre später ist sie immer noch kerngesund, und der Bischof von Namur erkennt nach einer neuerlichen Untersuchung diese Heilung als Wunder an.


8 Pierre DE RUDDER: Eine Heilung fern von Lourdes, über die viel Tinte verspritzt wurde
Geboren am 2. Juli 1822 in Jabbeke (Belgien).
Heilung am 7. April 1875 im Alter von 52 Jahren.
Am 25. Juli 1908 durch Bischof Gustave Waffelaert von Bruges als Wunder anerkannt.

Es ist die erste Heilung, die in der Ferne ohne Zusammenhang mit dem Wasser der Grotte eintrat und als Wunder anerkannt wurde.
1867 wird Pierres Bein von einem umstürzenden Baum erdrückt. Die Folge: Ein offener Bruch beider linken Beinknochen, zu dem noch eine Wundbrandentzündung kommt, die jede Hoffnung auf eine Konsolidierung schwinden lässt. Pierre lehnt mehrmals die von seinen Ärzten empfohlene Amputation ab. Nach einigen Jahren überlassen die Ärzte Pierre in ihrer Ohnmacht seinem Schicksal. In diesem Zustand beschließt Pierre am 7. April 1875, acht Jahre nach seinem Unfall, eine Wallfahrt nach Oostacker zu unternehmen, wo sich seit kurzem eine Nachbildung der Grotte von Lourdes befindet. Am Morgen war er als Kranker abgefahren und kehrte am Abend ohne Krücken und ohne Wunde nach Hause zurück. Die Konsolidierung des Knochens ereignete sich innerhalb weniger Minuten. Als Pierre sich von seiner tiefen Ergriffenheit erholt hat, führt er wieder ein normales Leben. Er kommt im Mai 1881 nach Lourdes und stirbt 23 Jahre nach seiner Heilung am 22. März 1898.
Später wurden die Knochen seiner beiden Beine exhumiert, um zu einer besseren Beurteilung zu gelangen. Das erlaubte eine objektive Bestätigung sowohl der Verletzung als auch der Konsolidierung, wie es der Abdruck beweist, der im Medizinischen Büro aufbewahrt wird.


7 Marie MOREAU: Nach einer Gebetsnovene der Familie...
Geboren 1841, wohnhaft in Tartas in der Region Landes (Frankreich).
Heilung am 9. November 1858 im Alter von fast 17 Jahren.
Am 18. Januar 1862 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Dies ist die erste Heilung „aus der Ferne“!
Marie erkrankt Anfang 1858 mit 16 Jahren an einer entzündlichen Augenkrankheit. Trotz der Behandlung führt das Fortschreiten dieses Leidens zu einem ausgeprägten Sehverlust, der an Blindheit grenzt. Da erfährt ihr Vater durch die Presse von der Heilung von Madeleine Rizan und beschließt, nach Lourdes zu gehen, um sich Wasser aus der Grotte zu holen. Am 8. November 1858 beginnt die Familie eine Gebetsnovene. Am Abend taucht das junge Mädchen ein Tuch in das Lourdeswasser und bindet es auf ihre Augen. Am nächsten Tag, dem 9. November, merkt sie beim Abnehmen der Binde, dass sie wie vor ihrer Krankheit sehen kann. Sie konnte ihre Ausbildung wieder aufnehmen, die sie hatte unterbrechen müssen, und lebte später als verheiratete Frau in Aire-sur-Adour


6 Madeleine RIZAN: Während sie für einen guten Tod betete!
Geboren 1800, wohnhaft in Nay (Frankreich).
Heilung am 17. Oktober 1858 im Alter von 58 Jahren
Am 18. Januar 1962 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Madeleine war seit 20 Jahren bettlägerig. Sie wurde von einer linksseitigen Lähmung ans Bett gefesselt. Ihre Ärzte hatten schon lange jede Hoffnung auf Heilung aufgegeben und verzichteten auf jegliche Behandlung. Im September 1858 wird ihr die Krankensalbung gespendet. Und von diesem Tag an betet sie „für einen guten Tod“. Einen Monat später, am 16. Oktober, scheint der Tod bevorzustehen. Als ihr ihre Tochter am nächsten Tag Lourdeswasser bringt, trinkt sie ein paar Schluck davon und lässt sich Gesicht und Körper waschen. Augenblicklich verschwindet die Krankheit! Die Haut sieht wieder normal aus, und die Muskeln funktionieren wieder! Am Tag zuvor lag Madeleine noch im Sterben, und nun fühlte sie wieder Leben in sich. Danach führte sie 11 Jahre lang ein normales Leben und starb 1869 ohne Rückfall.


5 Justin BOUHORT: Dank dem Glauben einer Mutter!
Geboren in Lourdes am 28. Juli 1856 und wohnhaft dort.
Heilung Anfang Juli 1858 im Alter von 2 Jahren.
Am 18. Januar 1862 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Diese Heilung ist wirklich eine wunderschöne Geschichte!
Seit seiner Geburt ist Justin sehr oft krank und gilt als behindert. Mit 2 Jahren hat er einen enormen Wachstumsrückstand und kann noch nicht gehen. In ihrer Verzweiflung, ihn immer mit dem Tod kämpfen zu sehen, beschließt seine Mutter Croisine Anfang Juli trotz des Verbotes der Behörden, an der Grotte mit ihm zu beten! Denn zu jener Zeit war es verboten, zur Grotte zu gehen. Sobald sie angekommen ist, betet sie mit ihrem Kind in den Armen und in Begleitung vieler Neugieriger einen Augenblick flehentlich am Felsen. Dann beschließt sie, ihr todkrankes Kind in dem Becken zu baden, das die Steinmetze vor kurzem eingerichtet haben.
Die Menschen in ihrer Umgebung schreien und protestieren: Man will sie daran hindern, „ihr Kind umzubringen“!
Nach einer gewissen Zeit, die zwangsläufig sehr lang erscheinen musste, zieht sie Justin schließlich wieder heraus und geht mit ihm in den Armen nach Hause zurück. Er atmet noch schwach. Und während seine Umgebung noch das Schlimmste fürchtet – außer seiner Mutter, die mehr denn je glaubt, dass die „heilige Jungfrau ihn heilen wird“ – schläft das Kind friedlich ein. In den folgenden Tagen blüht das Kind auf und beginnt zu gehen! Alles kommt in Ordnung. Das Wachstum stellt sich ein und er erreicht das Erwachsenenalter. Vor seinem Tod 1935 nahm er noch am 8. Dezember 1933 an der Heiligsprechung von Bernadette in Rom teil.


4 Henri BUSQUET: Der Jugendliche wurde zu Hause durch einen mit Quellwasser getränkten Verband geheilt
Geboren 1842, wohnhaft in Nay (Frankreich).
Heilung Ende April 1858 in seinem 16. Lebensjahr.
Am 18. Januar 1862 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Henri ist 16 Jahre alt. Er erträgt das Leiden nicht mehr. So bittet er darum, dass man ihn nach Lourdes bringt. Seine Eltern lehnen das ab. Dank einer Nachbarin erhält er Wasser aus der Grotte von Lourdes...
Sein Leidensweg hat mit Fieber begonnen, das als Typhus bezeichnet wurde. Aber es handelte sich eher um eine Erkrankung an Tuberkulose. Dann trat als Folge ein Abszess am Hals auf, der mangels Behandlung auf den Brustkorb übergriff. Nach einem Aufenthalt in Cauterets, wo das Leiden sich verschlimmerte, bildete sich Anfang 1858 ein riesiges eiterndes Geschwür am Halsansatz, das sich nicht mehr besserte.
Am 28. April 1858 betet die ganze Familie des Kranken am Abend, und er bekommt einen Verband, der mit Wasser von der Grotte getränkt wurde. Nach einer ruhigen Nacht ist das Geschwür vernarbt, die Infektion ist verschwunden und die anderen Knoten sind auch nicht mehr da. Es hat nach dieser unvermittelten Heilung nie mehr Rückfälle gegeben.

3 Blaisette CAZENAVE: Beim Nachahmen von Bernadette erhält sie ihre Sehkraft wieder
Geboren 1808 als Blaisette Soupène, wohnhaft in Lourdes.
Heilung im März 1858 im Alter von 50 Jahren.
Am 18. Januar 1862 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Blaisette litt schon seit mehreren Jahren an ernsten Augenproblemen. Diese 50-jährige Einwohnerin von Lourdes war an einer chronischen Bindehaut- und Lidentzündung erkrankt, die mit Komplikationen einherging. Die damalige Medizin konnte ihr keine große Hilfe bringen.
Ihre Krankheit war als unheilbar erklärt worden und so beschloss Blaisette eines Tages, Bernadettes Gesten an der Grotte nachzuahmen: Wasser aus der Quelle trinken und sich das Gesicht waschen. Beim zweiten Mal wird sie völlig geheilt! Die Lider ziehen sich wieder hoch, die Wülste sind verschwunden. Die Schmerzen und Entzündungen vergehen.
Professor Vergez, ein erfahrener Mediziner, hat über sie geschrieben, dass „die übernatürliche Einwirkung bei dieser wunderbaren Heilung umso deutlicher ist, als die organische Erkrankung der Lider sehr beeindruckend war... und als zu der schnellen Wiederherstellung des Gewebes in seiner normalen organischen und vitalen Funktion noch das Hochziehen der Lider hinzukam.“


2 Louis BOURIETTE: Nach einer dramatischen Explosion auf einem Auge blind...
Geboren 1804, wohnhaft in Lourdes.
Heilung im März 1858 im Alter von 54 Jahren.
Am 18. Januar 1862 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Diese Heilung hat die Geschichte von Lourdes am meisten geprägt. Louis war ein Steinmetz, der in Lourdes arbeitete und lebte. 1858 litt er bereits seit zwei Jahren unter einem vollkommenen Verlust der Sehkraft seines rechten Auges nach einem Arbeitsunfall im Jahr 1839 bei einer Minenexplosion in einem Steinbruch. Er ist nicht nur irreversibel am Auge verletzt, vielmehr wurde sein Bruder Joseph – der im Augenblick der Explosion anwesend war – unter diesen schrecklichen Umständen getötet.
Der Heilungsbericht stammt von Dr. Dozous, dem Arzt und ersten „medizinischen Fachmann“ von Lourdes, der das Zeugnis von Louis aufgezeichnet hat: „Sobald Bernadette die Quelle, die so viele Kranke heilt, aus dem Boden der Grotte ausgegraben hatte, hatte ich den Wunsch, zu diesem Wasser Zuflucht zu nehmen, um mein rechtes Auge zu heilen. Als ich in Besitz dieses Wassers gekommen war, betete ich zu Unserer Lieben Frau von der Grotte und flehte demütig, dass sie mir beistehen möge, während ich mein rechtes Auge mit dem Wasser aus ihrer Quelle wasche. Ich wusch und wusch mein rechtes Auge innerhalb kurzer Zeit mehrmals, und nach diesen Waschungen konnte ich so ausgezeichnet sehen wie jetzt.“


1 Catherine LATAPIE: Am Tag ihrer Heilung bringt sie einen zukünftigen Priester zur Welt...
Geboren 1820, wohnhaft in Loubajac in der Nähe von Lourdes.
Heilung am 1. März 1858 im Alter von 38 Jahren.
Am 18. Januar 1862 durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

In der Nacht vom 28. Februar stand Catherine einer plötzlichen Eingebung folgend um 3 Uhr morgens auf, weckte ihre kleinen Kinder und machte sich zu Fuß auf den Weg nach Lourdes. Seit praktisch zwei Jahren konnte sie ihre Rolle als Familienmutter nicht mehr richtig erfüllen. Sie musste ihre Arbeiten wie früher verrichten trotz der Behinderung ihrer rechten Hand nach einem Sturz von einem Baum im Oktober 1856. Im Morgengrauen des 1. März 1858 kommt sie zur Grotte, kniet nieder und betet.
Und dann taucht sie ihre Hand in den dünnen Strahl schlammigen Wassers, den die Quelle noch bildet, da Bernadette sie erst drei Tage zuvor nach den Angaben der „Dame“ entdeckt hatte.
Sofort werden ihre Finger wieder gerade und geschmeidig. Sie kann sie wieder ausstrecken und beugen und sie genauso gut gebrauchen wie vor dem Unfall. Doch sie muss schnell nach Hause zurück... denn am selben Tag – dadurch kann man den Tag ihrer Heilung datieren! – bringt sie ihr drittes Kind Jean-Baptiste zur Welt, der 1882 Priester wurde.

Anerhannte Heilungen

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